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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Nachtwei zum Wehrbeauftragtenbericht</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Vereinte Nationen (UNO) + Libanon</span>

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                    -                        <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=11%2B120%2B99%2B134">All of these categories</a>
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        <h1>
            Nachtwei zum Wehrbeauftragtenbericht         </h1>
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           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 23. April 2009 01:43:34 +02:00 (96287 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>FÃ¼r seine Fraktion nahm Winfried Nachtwei im Deutschen Bundestag Stellung zum Jahresbericht 2008 des Wehrbeauftragten. Hier seine Rede:</p></div>
            <div>    <p>VizeprÃ¤sident <strong>Dr.Â h.Â c. Wolfgang Thierse</strong>:</p>
<p>Das Wort hat nun Kollege Winfried Nachtwei fÃ¼r die Fraktion BÃ¼ndnisÂ 90/DieÂ GrÃ¼nen.</p>
<p><strong>Winfried Nachtwei </strong>(BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN):</p>
<p>Herr PrÃ¤sident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich begrÃ¼ÃŸe auf der TribÃ¼ne den neuen Vorsitzenden des Deutschen BundeswehrVerbands, Herrn Oberstleutnant Ulrich Kirsch. Herr Kirsch, glÃ¼ckliche Hand fÃ¼r Ihre sehr verantwortungsvolle Arbeit!</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN, bei der CDU/CSU, der SPD und der FDP)</p>
<p>Das BerichtsjahrÂ 2008 war das Jahr, in dem die Bundeswehr in AuslandseinsÃ¤tzen - sprich: in Afghanistan - so viele Opfer, nÃ¤mlich Tote, kÃ¶rperlich und seelisch Verwundete, zu beklagen hatte wie nie zuvor, ein Jahr, in dem deutsche ISAF-Soldaten zunehmend mit einem Klein- und Terrorkrieg konfrontiert waren, wogegen sie sich zur Wehr setzten, aber nicht mit Krieg antworteten. Vor diesem Hintergrund fragen Soldatinnen und Soldaten verstÃ¤rkt nach dem Sinn des Einsatzes und seinen Aussichten, nach den materiellen Voraussetzungen des Einsatzes und ihrer Arbeit sowie nach der Anerkennung dafÃ¼r. In fÃ¼nf Minuten kann ich dazu nur Stichpunkte nennen.</p>
<p>Beispiel Infrastruktur. Dabei geht es um die Arbeits- und Lebensbedingungen in den Kasernen hierzulande. Viel zu oft sind in den Kasernen - gerade in Westdeutschland - Unterkunft, Belegung und sanitÃ¤re Einrichtungen so, wie man das hierzulande nicht mehr fÃ¼r mÃ¶glich gehalten hÃ¤tte. Weiterhin viel zu langsam laufen die Ã¼berfÃ¤lligen Sanierungs- und BaumaÃŸnahmen. Diese, wie ich meine, organisierte Langsamkeit spricht jeder BemÃ¼hung um AttraktivitÃ¤tssteigerung Hohn.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der FDP)</p>
<p>Beispiel FÃ¼hrung. Im Einsatzgebiet erfahren die Soldatinnen und Soldaten viel zu wenig Ã¼ber die Lage und Entwicklung im Einsatzgebiet. In Afghanistan sollen sie den Aufbau absichern, aber erfahren kaum etwas Ã¼ber die RealitÃ¤t dieser BemÃ¼hungen. Es wÃ¤re eine Ãœberforderung, wenn dem ZugfÃ¼hrer oder KompaniefÃ¼hrer aufgegeben wÃ¼rde: Das mÃ¼sst ihr auch noch im Rahmen der politischen Bildung machen. - DafÃ¼r sollte man sich neue Modelle des zivil-militÃ¤rischen Erfahrungsaustausches Ã¼berlegen.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie der Abg. Elke Hoff [FDP])</p>
<p>Ein weiterer Aspekt zur FÃ¼hrung. Kompaniechefs, Disziplinarvorgesetzte sind in der Regel nur verhÃ¤ltnismÃ¤ÃŸig kurz in ihrer Position. Dies verhindert KontinuitÃ¤t und behindert den Aufbau von Vertrauen und Zusammenhalt. Der Wehrbeauftragte berichtet zum wiederholten Male von sinkendem Vertrauen unter Soldatinnen und Soldaten in die hÃ¶here politische und militÃ¤rische FÃ¼hrung. Das ist beunruhigend und auch eine Herausforderung fÃ¼r uns als Parlamentarier gegenÃ¼ber den StreitkrÃ¤ften. Hierzu mÃ¼ssen wir uns einige Fragen stellen.</p>
<p>Hinsichtlich des FÃ¼hrungsverhaltens mÃ¶chte ich nach den kritischen Punkten auch ein positives Beispiel ansprechen, nÃ¤mlich das Verhalten des hohen deutschen NATO-Generals Egon Ramms, der vor einigen Wochen zusammen mit dem ISAF-Kommandeur in Kabul eine Weisung des NATO-Oberbefehlshabers nicht ausgefÃ¼hrt hat, wonach DrogenhÃ¤ndler und Drogenproduzenten pauschal als militÃ¤rische Ziele definiert werden sollten. Respekt vor einer solchen Haltung! Das ist ein StaatsbÃ¼rger in Generalsuniform.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN und bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)</p>
<p>Beispiel gesellschaftliche Anerkennung. Herr Minister, sie kann nicht durch Appelle und kaum durch Symbole erreicht werden. Am ehesten erreicht man sie durch offenen - auch kontroversen - Dialog zwischen Politik, Soldaten und ZivilbevÃ¶lkerung. AuÃŸerdem kann sie durch Inseln bÃ¼rgerschaftlicher Zusammenarbeit erreicht werden. Beispielhaft nenne ich die Initiative â€žLachen helfen&quot; von Soldaten und Polizisten, die das lobenswerte Ziel verfolgt, Kinder in Krisen- und Kriegsgebieten zu unterstÃ¼tzen, sowie die Oberst-SchÃ¶ttler-Versehrten-Stiftung, die Soldaten wie Zivilisten helfen will, die im Auslandseinsatz zu Schaden gekommen sind. Das sind vorbildhafte Anstrengungen.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN, bei der SPD und der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)</p>
<p>Umgekehrt ist es fÃ¼r das Ringen um gesellschaftliche Anerkennung von Soldaten absolut schÃ¤dlich, wenn der Wehrbeauftragte bedauerlicherweise immer wieder von rechtsextremen VorfÃ¤llen unter Soldaten berichten muss.</p>
<p>Uns liegt hier der 50.Â Bericht des Wehrbeauftragten vor. Unter der Leitung von Reinhold Robbe ist das Amt im besten Sinne jung geblieben.</p>
<p>(Heiterkeit beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN)</p>
<p>Auch wenn unter den hier anwesenden zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Amtes viele Ã„ltere sind und ich ebenfalls Ã¤lter bin, kÃ¶nnen wir sagen, dass wir zusammen in unserem Output recht jung geblieben sind.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)</p>
<p>Ein positives Beispiel ist vorhin schon von Frau Kollegin Wegener angesprochen worden, nÃ¤mlich die erstmalige internationale Konferenz von fÃ¼r StreitkrÃ¤fte zustÃ¤ndigen Ombudspersonen in verschiedensten LÃ¤ndern, die auf Einladung des Wehrbeauftragten im Mai dieses Jahres in Berlin stattfinden wird.</p>
<p>Unser aller Dank geht an den Wehrbeauftragten und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es wiederholt sich immer wieder, ist aber wirklich ehrlich gemeint.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN, bei der CDU/CSU, der SPD und der LINKEN)</p>
<p>Diesem Dank sollten wir allerdings auch Taten folgen lassen. 50Â Jahre nach Entstehung des Amtes des Wehrbeauftragten sollten wir uns in nÃ¤chster Zeit angesichts der enormen VerÃ¤nderungen bei der Bundeswehr Ã¼berlegen, welche anderen MÃ¶glichkeiten der Wehrbeauftragte heutzutage braucht, um sein Amt zeitgemÃ¤ÃŸ ausÃ¼ben zu kÃ¶nnen.</p>
<p>Ich danke Ihnen.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN und bei der SPD)</p></div>


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