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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Nachtwei: Betreuung bei posttraumatischen BelastungsstÃ¶rungen stÃ¤rken und weiterentwickeln</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Vereinte Nationen (UNO) + Libanon</span>

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                    -                        <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=11%2B120%2B99%2B134">All of these categories</a>
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        <h1>
            Nachtwei: Betreuung bei posttraumatischen BelastungsstÃ¶rungen stÃ¤rken und weiterentwickeln         </h1>
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       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 12. Februar 2009 11:03:47 +02:00 (95066 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Folgende Rede hielt Winfried Nachtwei anlÃ¤sslich der Beratung des TOP &quot;Betreuung bei posttraumatischen BelastungsstÃ¶rungen stÃ¤rken und weiterentwickeln&quot;:</p></div>
            <div>    <p>VizeprÃ¤sidentin <strong>Katrin GÃ¶ring-Eckardt</strong>:</p>
<p>FÃ¼r die Fraktion BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen hat nun der Kollege Winfried Nachtwei das Wort.</p>
<p><strong>Winfried Nachtwei </strong>(BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN):</p>
<p>Frau PrÃ¤sidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Vorbereitung von Bundeswehrsoldaten auf AuslandseinsÃ¤tze ist nach meiner Erfahrung sehr fundiert und hilfreich. Was es an Konzepten, an Begleitung und an Strukturen gibt, das ist auch im VerhÃ¤ltnis zu manchen anderen Armeen recht gut.</p>
<p>Noch im vorigen Jahr - so erinnere ich mich - hÃ¶rte ich von der Bundeswehrspitze die Beschreibung, der Anteil der eingesetzten Soldaten mit posttraumatischen BelastungsstÃ¶rungen liege unter 1Â Prozent, er steige nicht, und man habe die Lage im Griff.</p>
<p>Einige von uns Verteidigungspolitikerinnen und -politikern haben inzwischen Begegnungen mit Betroffenen gehabt. Dabei hat man fÃ¼rchterliche Schicksale mitbekommen. Ich erinnere mich an das Beispiel eines Stabsunteroffizieres, der im Jahr 2003 im Rahmen des ABC-Bataillons in Kuwait eingesetzt worden ist. Dieser Einsatz ist inzwischen so ziemlich in Vergessenheit geraten. Zu Beginn des Irakkrieges gab es stÃ¤ndig irakischen Raketenbeschuss. Dieser Stabsunteroffizier schied kurz danach aus der Bundeswehr aus.</p>
<p>Mehr als ein Jahr spÃ¤ter zeigten sich dann diese StÃ¶rungen. Es begann ein Kampf, ein Kampf nicht nur um die Gesundung - das ist schon schwer genug -, sondern auch ein Kampf mit dem Dienstherrn um die Anerkennung als WehrdienstbeschÃ¤digung. Heute vor genau einem Jahr hat dieser Mann einen Bescheid von der Wehrbereichsverwaltung West bekommen. Darin heiÃŸt es:</p>
<p>Allgemeine Belastungen, unter Beschuss zu stehen (hÃ¤ufig Alarm), kann fÃ¼r einen Soldaten im Auslandseinsatz nicht als auÃŸergewÃ¶hnlich belastend angesehen werden.</p>
<p>Ich glaube, das ist der Gipfel der Ignoranz.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, der SPD, der FDP und der LINKEN)</p>
<p>Posttraumatische BelastungsstÃ¶rungen kÃ¶nnen - das ist die Erfahrung - jeden erwischen. Dies ist unberechenbar. Verschiedenste Stressfaktoren kÃ¶nnen dazu fÃ¼hren. Solche psychischen Verwundungen sind ausdrÃ¼cklich kein Ausdruck menschlicher oder gar soldatischer SchwÃ¤che, sondern das ist eher fast sogar eine menschlich normale Reaktion auf Situationen, die verrÃ¼ckt machen.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, der SPD, der FDP und der LINKEN)</p>
<p>Wir mÃ¼ssen feststellen, dass die Dunkelziffer wahrscheinlich um einiges grÃ¶ÃŸer ist als die offizielle Zahl. Wir mÃ¼ssen auch klarstellen, dass im Hinblick auf die Dimension psychische Erkrankungen heutzutage der hÃ¤ufigste gesundheitliche Folgeschaden von EinsÃ¤tzen sind.</p>
<p>Mit diesem Antrag, den wir glÃ¼cklicherweise interfraktionell gemeinsam hinbekommen haben, formulieren wir die zentralen Notwendigkeiten. Ich will sie nicht im Einzelnen wiederholen. Es geht um ein niedrigschwelliges Beratungsangebot und die Einrichtung einer zentralen Ansprechstelle und eines Kompetenz- und Forschungszentrums, und zwar eines echten. Herr Minister, passen Sie auf, was in dem Konzept zur psychischen Gesundheit vom Juni letzten Jahres vorgesehen ist! Das ist allenfalls eine Arbeitsgruppe in diesem Institut, ausdrÃ¼cklich ohne Mehrausstattung usw. Wir wollen im Bundestag insgesamt ein echtes Kompetenz- und Forschungszentrum.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN, bei der CDU/CSU, der SPD und der FDP sowie bei Abgeordneten der LINKEN)</p>
<p>Des Weiteren sind in diesem Bereich die persÃ¶nliche Begleitung der Betroffenen und - das wurde bisher zu wenig angesprochen - eine vÃ¶llig andere BerÃ¼cksichtigung der Veteranen von sehr groÃŸer Bedeutung. Ich kenne Leute, die 1999 etwa im Kosovo oder in Bosnien FÃ¼rchterliches erlebt haben. Diese Gruppe meldet sich jetzt auch etwas stÃ¤rker zu Wort.</p>
<p>Ich komme zum Schluss. Dieses Thema ist nicht nur eine Herausforderung fÃ¼r die Bundeswehr und die Bundesverwaltung. Inzwischen gibt es eine enorme Kluft zwischen der Einsatzerfahrung und dem zivilen Alltagsleben hierzulande. Sprachlosigkeit auf der einen Seite und GleichgÃ¼ltigkeit auf der anderen Seite wirken regelrecht als Stress- und VerwundungsverstÃ¤rker.</p>
<p>Der Afghanistaneinsatz wird heute von groÃŸen Teilen der BevÃ¶lkerung sehr kritisch gesehen. UnabhÃ¤ngig davon verdienen die vom Bundestag nach Afghanistan entsandten Frauen und MÃ¤nner Interesse, Anteilnahme und persÃ¶nliche UnterstÃ¼tzung. Ich meine, auch das ist eine Form von bÃ¼rgerschaftlichem Engagement.</p>
<p>Danke schÃ¶n.</p>
<p>(Beifall im ganzen Hause)</p>
<p>Â </p>
<p>Â </p></div>


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