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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Nachtwei zur Frage der EntschÃ¤digung von Strahlenopfern in Ost und West</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Vereinte Nationen (UNO) + Libanon</span>

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        <h1>
            Nachtwei zur Frage der EntschÃ¤digung von Strahlenopfern in Ost und West         </h1>
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       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 29. Januar 2009 23:33:53 +02:00 (93262 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Winfried Nachtwei gab zur Frage der EntschÃ¤digung von Strahlenopfern in Ost und West folgende Rede zu Protokoll:</p></div>
            <div>    <p>Winfried Nachtwei (BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN):</p>
<p>SpÃ¤testens seit 2001 ist im Verteidigungsministerium bekannt, in welchem AusmaÃŸ Soldaten der Bundeswehr und der NVA bei ihrer Arbeit an RadargerÃ¤ten in der Truppe schÃ¤dlichen Radarstrahlen ausgesetzt waren und daran schwer erkrankten. Die Strahlenbelastungen lieÂ­gen meist Jahre zurÃ¼ck und sind als eindeutige KrankÂ­heitsursache oft nur noch schwer zu beweisen. Umso mehr haben sich die Betroffenen und ihre AngehÃ¶rigen auf die Zusage des damaligen Verteidigungsministers Scharping verlassen, der im Juni 2001 zusicherte, dass fÃ¼r die Strahlenopfer der Bundeswehr und der ehemaliÂ­gen NVA eine â€žstreitfreie und groÃŸherzige&quot; Regelung geÂ­funden werden solle.</p>
<p>Auch die auf Ersuchen des Verteidigungsausschusses eingesetzte unabhÃ¤ngige Radarkommission, die 2003 ihÂ­ren Bericht vorlegte, formulierte groÃŸzÃ¼gige Kriterien fÃ¼r die Anerkennung auf Versorgungsleistungen fÃ¼r radarÂ­strahlenerkrankte ehemalige Soldaten der Bundeswehr und der frÃ¼heren Nationalen Volksarmee der DDR. Hatte das Bundesministerium der Verteidigung bei der ÃœberÂ­gabe des Berichtes den GeschÃ¤digten und HinterbliebeÂ­nen von Bundeswehr und NVA noch eine Eins-zu-eins-Umsetzung der Empfehlungen zugesagt, vertrauen mitt-lerweile viele Betroffene und ihre AngehÃ¶rigen auf diese Zusagen nicht mehr. Von etwa 3Â 700 Verfahren sind inzwiÂ­schen etwa 700 zugunsten der geschÃ¤digten Soldaten abÂ­geschlossen. Das ist gerade einmal jeder FÃ¼nfte.</p>
<p>Viele betroffene Soldaten und ihre AngehÃ¶rigen kÃ¤mpÂ­fen mittlerweile einen fÃ¼r sie zermÃ¼rbenden und frustrieÂ­renden juristischen Kleinkrieg mit der Verwaltung um Anerkennung auf WehrdienstbeschÃ¤digung. Das MinisteÂ­rium verzichtet noch nicht einmal darauf, nach einem verlorenen Radarprozess in Berufung zu gehen. Von einer groÃŸzÃ¼gigen und unbÃ¼rokratischen Anerkennung der RadargeschÃ¤digten auf WehrdienstbeschÃ¤digung kann lÃ¤ngst keine Rede mehr sein.</p>
<p>Zu Recht empfinden die Betroffenen und ihre Familien das Vorgehen von Verwaltung und Ministerium als unzuÂ­mutbar. Eine Hinhaltestrategie, mit der Verfahren mÃ¶gÂ­lichst lange hinausgezÃ¶gert werden oder auf VerjÃ¤hrung der SchadensersatzansprÃ¼che gesetzt wird, ist zynisch und nicht hinnehmbar. Der ehemalige Dienstherr steht in der Verantwortung, seiner FÃ¼rsorgepflicht gegenÃ¼ber Soldaten und ehemaligen Soldaten, die zu Zeiten des Ost-West-Konfliktes ohne eigenes Wissen ihre Gesundheit und ihr Leben riskiert haben, rasch und vollstÃ¤ndig nachzuÂ­kommen. Die vom Verteidigungsausschuss beschlossenen Empfehlungen des Radarberichtes mÃ¼ssen daher ohne Wenn und Aber umgesetzt werden. ZusÃ¤tzlich ist es notÂ­wendig, MÃ¶glichkeiten einer Wiederaufnahme des runÂ­den Tisches fÃ¼r strittige FÃ¤lle sowie die Aussetzung von Verfahren vorbehaltlos zu prÃ¼fen. Ministerium und VerÂ­waltung mÃ¼ssen zurÃ¼ckkehren zum Prinzip des Dialogs mit den Betroffenen. Auch eine bereits seit lÃ¤ngerem disÂ­kutierte StiftungslÃ¶sung darf nicht leichtfertig vom Tisch gewischt werden. Damit kÃ¶nnten auch die AnsprÃ¼che auf Versorgungsleistungen von RadargeschÃ¤digten der NVA und ihren Hinterbliebenen besser berÃ¼cksichtigt werden.</p>
<p>Die Versorgungsleistungen fÃ¼r Strahlenopfer der BunÂ­deswehr und der NVA sowie deren Hinterbliebene sollen laut Empfehlungen der Radarkommission einheitlich beÂ­urteilt werden. Das ist ausdrÃ¼cklich zu begrÃ¼ÃŸen. AllerÂ­dings greifen fÃ¼r die Versorgungsleistungen von radarÂ­geschÃ¤digten Soldaten der Bundeswehr und der NVA unterschiedliche Rechtsgrundlagen. WÃ¤hrend radarÂ­geschÃ¤digte Soldaten der Bundeswehr Leistungen nach dem Soldaten- und Bundesversorgungsgesetz erhalten, haben ehemalige Soldaten der NVA entsprechend dem Einigungsvertrag und laut DienstbeschÃ¤digungsaus-gleichsgesetz im Beitrittsland Anspruch auf eine Unfall-rente. Zudem werden die Unfallrenten auf die Altersren-ten aus der gesetzlichen Rentenversicherung teilweise angerechnet. Das DienstbeschÃ¤digungsausgleichsgesetz sieht auÃŸerdem keine eigene Zusatzversorgung fÃ¼r HinÂ­terbliebene von RadargeschÃ¤digten der NVA vor. HinterÂ­bliebene von radargeschÃ¤digten Soldaten der NVA sind mit Hinterbliebenen von Opfern von ArbeitsunfÃ¤llen gleichgestellt und erhalten daher Leistungen aus der geÂ­setzlichen Rentenversicherung.</p>
<p>Diese Praxis hat der BundesgerichtshofÂ  in einem UrÂ­teil vom Februar 2008 bestÃ¤tigt. Demnach haben SoldaÂ­ten der NVA, die durch ihre militÃ¤rische TÃ¤tigkeit StrahÂ­lenschÃ¤den erlitten haben, keinen generellen Anspruch auf Schadenersatz durch die Bundesregierung. Etwaige AnsprÃ¼che aus Zeiten der DDR sind laut UrteilsbegrÃ¼nÂ­dung mit der Wiedervereinigung nicht auf die BundesreÂ­publik Ã¼bergegangen. Auch die Vorinstanzen hatten die Klage abgewiesen. Der Einigungsvertrag bildet laut UrÂ­teil des Bundesgerichtshofes keine Grundlage fÃ¼r HafÂ­tungsansprÃ¼che.</p>
<p>Die Fraktion Die Linke fordert nun in ihrem Antrag die versorgungsrechtliche Gleichstellung von RadargeschÃ¤Â­digten der Bundeswehr mit RadargeschÃ¤digten der NVA. Das ist grundsÃ¤tzlich richtig. Wenn die Fraktion Die Linke in ihrem Antrag allerdings fordert, die BundesreÂ­gierung mÃ¼sse sich ihrer Verantwortung fÃ¼r strahlengeÂ­schÃ¤digte ehemalige NVA-AngehÃ¶rige stellen und auch die Passiva der NVA Ã¼bernehmen, dann muss sich die Linke, die zu erheblichen Anteilen Nachfolgepartei der SED ist, eine Frage an ihre GlaubwÃ¼rdigkeit gefallen lasÂ­sen: Warum setzt sie sich nicht mit demselben EngageÂ­ment auch fÃ¼r die Rehabilitation und EntschÃ¤digung von politischen Opfern des SED-Regimes ein?</p></div>


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