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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Nachtwei zum JahresabrÃ¼stungsbericht</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Vereinte Nationen (UNO) + Libanon</span>

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                    -                        <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=11%2B120%2B99%2B134">All of these categories</a>
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        <h1>
            Nachtwei zum JahresabrÃ¼stungsbericht         </h1>
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       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 18. Januar 2008 23:39:36 +02:00 (89725 Aufrufe)            </div>
            <div>    Zum JahresabrÃ¼stungsbericht sprach im Deutschen Bundestag Winfried Nachtwei. Hier seine Rede:
</div>
            <div>    VizeprÃ¤sidentin Gerda Hasselfeldt: 
<p>
NÃ¤chster Redner ist der Kollege Winfried Nachtwei fÃ¼r die Fraktion BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen. 
</p>
<p>
Winfried Nachtwei (BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN): 
</p>
<p>
Frau PrÃ¤sidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Im <em>Friedensgutachten 2007</em> schreibt Professor Harald MÃ¼ller von der Hessischen Stiftung Friedens- und KonÂ­fliktforschung - ich zitiere -: RÃ¼stungskontrolle, AbrÃ¼sÂ­tung und Nichtverbreitung liegen in einer beispiellosen Agonie. Die Hinrichtung der RÃ¼stungskontrolle stand auf der Agenda einer Koalition von Neokonservativen und militÃ¤rglÃ¤ubigen Nationalisten, die bis zu den KonÂ­gresswahlen 2006 maÃŸgeblich die Richtung der amerikaÂ­nischen Sicherheitspolitik bestimmten. - Dass von der weltweiten RÃ¼stungskontrolle wenigstens noch - ich ziÂ­tiere weiter - Ruinen mit brauchbarer Substanz Ã¼briggeÂ­blieben seien, sei dem Widerstand anderer westlicher Staaten wie Kanada, Schweden und Deutschland zu verÂ­danken. 
</p>
<p>
Im JahresabrÃ¼stungsbericht wird deutlich, wie vielfÃ¤lÂ­tig die Politik in dem Bereich ist, wie zÃ¤h und mÃ¼hsam die BemÃ¼hungen auf diesem Feld sind und wie massiv und zum Teil fast deprimierend die Gegentrends sind. Deshalb finde ich es angebracht, gerade den Menschen zu danken, die in diesem Bereich konkret arbeiten. Dazu gehÃ¶ren hier im AuswÃ¤rtigen Amt Botschafter LÃ¼deking sowie diejenigen, die im Zentrum fÃ¼r VerifikationsaufÂ­gaben der Bundeswehr und vor Ort in Projekten zur DeÂ­militarisierung, Demobilisierung und Reintegration tÃ¤Â­tig sind, und die sich in Nichtregierungsorganisationen gegen Streumunition, Landminen und Atomwaffen einÂ­setzen.
</p>
<p>
(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, der SPD, der FDP und der LINKEN)
</p>
<p>
Wir sind uns alle einig, dass der <strong>Vertrag Ã¼ber konÂ­ventionelle StreitkrÃ¤fte in Europa </strong>ein Eckpfeiler der Sicherheit in Europa ist. Er ermÃ¶glichte in den 90erâ€‘JahÂ­ren - darauf wird zu Recht hingewiesen - eine beispielÂ­lose AbrÃ¼stung im Frieden. Inzwischen droht dieser Eckpfeiler aber einzustÃ¼rzen. Am 12. Dezember setzte Russland den Vertrag einseitig auÃŸer Kraft. Das war so kurzsichtig wie destruktiv. Nun geht es um nicht weniÂ­ger, als dieses Vertragswerk zu retten. Kollege Guttenberg, wer die Ratifizierungshindernisse - sie waÂ­ren sicherlich vor Jahren berechtigt - angesichts erhebÂ­lich verÃ¤nderter KrÃ¤fteverhÃ¤ltnisse zwischen der NATO und Russland und angesichts dessen, dass es in MoldaÂ­wien nur noch um <em>ein</em> Munitionsdepot geht, weiter anÂ­fÃ¼hrt, verkennt den Ernst der Lage. Es ist nun notwenÂ­dig, ohne weiteres Hin und Her zur Ratifizierung zu kommen. 
</p>
<p>
(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN und bei der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP und der LINKEN)
</p>
<p>
Im letzten Jahr wurde das Ottawa-Abkommen zum Verbot von Antipersonenminen zehn Jahre alt. In der Tat ist das Ottawa-Abkommen ein beispielloser Erfolg aus der Zivilgesellschaft heraus. Das hat es zuvor noch nie in der Weltgeschichte gegeben. Inzwischen steht der humaÂ­nitÃ¤re Skandal um die <strong>Streumunition</strong> im Mittelpunkt. Diese Munition wirkt unterschiedslos und trifft gerade die ZivilbevÃ¶lkerung in Nachkriegsgebieten. Die BunÂ­desregierung tritt fÃ¼r ein Verbot von Streumunition ein; das ist gut so. Allerdings wird ihr Engagement ganz erÂ­heblich dadurch geschmÃ¤lert, dass seit einem BundestagsÂ­beschluss, initiiert von der GroÃŸen Koalition - ich habe alÂ­lerdings eher den Eindruck, dass manche Formulierungen vom Verteidigungsministerium kamen -, zwischen geÂ­fÃ¤hrlicher und ungefÃ¤hrlicher Streumunition unterschieÂ­den wird. Ich sage ganz deutlich: Das ist humanitÃ¤re AuÂ­genwischerei.
</p>
<p>
(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der FDP)
</p>
<p>
Es geht darum, die Bewegung gegen die Streumunition breit anzulegen und wirksam zu machen sowie fÃ¼r eine vollstÃ¤ndige Ã„chtung von Streumunition einzutreten.
</p>
<p>
Zu Recht wird im JahresabrÃ¼stungsbericht die <strong>Politik gegen die Verbreitung von MassenvernichtungswafÂ­fen und fÃ¼r nukleare AbrÃ¼stung</strong> an erste Stelle gesetzt. Die Logik des Nichtsverbreitungsvertrages ist eigentlich ganz einfach: Der Verzicht auf den Erwerb von AtomÂ­waffen ist nur mÃ¶glich, wenn Atomwaffenstaaten ihr Versprechen der nuklearen AbrÃ¼stung ernst nehmen und zumindest schrittweise einlÃ¶sen. Von Letzterem kann seit Jahren keine Rede mehr sein. Das Gegenteil findet sogar statt. Der Prozess der Verbreitung von NuklearÂ­waffen bzw. der dafÃ¼r notwendigen Technologie droht - darauf wurde schon mehrfach hingewiesen - vÃ¶llig auÂ­ÃŸer Kontrolle zu geraten. Der von PrÃ¤sident Kennedy formulierte Albtraum einer Welt mit Dutzenden AtomÂ­waffenstaaten droht allmÃ¤hlich RealitÃ¤t zu werden. 
</p>
<p>
Was kann Deutschland, was kann die BundesregieÂ­rung dagegen tun? Ich habe sicherlich kein Patentrezept. Aber ich mÃ¶chte zwei Aspekte ansprechen, die dabei sehr wichtig sind. Erstens. In der Bundesrepublik gibt es - das wurde schon mehrfach angesprochen - einige DutÂ­zend amerikanische Atomwaffen. Verglichen mit den 80er-Jahren ist das sicherlich nur ein Rest. Aber im HinÂ­blick auf die Nichtverbreitungspolitik der BundesregieÂ­rung sind diese Atomwaffen ein enormer Klotz am Bein der GlaubwÃ¼rdigkeit unserer Politik.
</p>
<p>
(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der FDP)
</p>
<p>
Diese Atomwaffen mÃ¼ssen - sie waren ethisch sowieso nie verantwortbar und sind militÃ¤risch lÃ¤ngst nicht mehr zu begrÃ¼nden - abgezogen werden. Bringen Sie bitte ein bisschen Mut auf - das gilt auch fÃ¼r den VerteidigungsÂ­minister, der erfreulicherweise an der AbrÃ¼stungsdebatte teilnimmt -, und sorgen Sie dafÃ¼r, dass diese Waffen abÂ­gezogen werden, die nukleare Teilhabe aufgegeben wird und alle taktischen Atomwaffen aus Europa verschwinÂ­den!
</p>
<p>
(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)
</p>
<p>
Ein zweiter Aspekt ist das Abkommen zwischen den USA und Indien Ã¼ber die Zusammenarbeit auf dem ziviÂ­len Nuklearsektor. Manchmal wird gesagt, mit diesem Abkommen kÃ¶nne die Atomwaffenmacht Indien an das System nuklearer Nichtverbreitung herangefÃ¼hrt werÂ­den. Das Motiv ist gut; aber die Tatsachen sind andere, und die Wirkung ist in vÃ¶lligem Gegensatz zu dem MoÂ­tiv eine fundamentale SchwÃ¤chung dieses Systems. Nun kommt es in der Tat darauf an, wie sich die BundesregieÂ­rung in der Nuclear Suppliers Group, in der EntscheiÂ­dungen nur im Konsens mÃ¶glich sind, hierzu verhÃ¤lt. Bitte nutzen Sie die MÃ¶glichkeit, diesen Schlag gegen nukleare Nichtverbreitung zu verhindern. Tun Sie dies nicht, kÃ¶nnen Sie die ganze GlaubwÃ¼rdigkeit Ihrer sonst ehrlich gemeinten nuklearen AbrÃ¼stungspolitik in der Pfeife rauchen. - Herr Minister, Sie haben jetzt direkt das Wort dazu.
</p>
<p>
(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN und bei der FDP - Heiterkeit - Eckart von Klaeden [CDU/CSU]: Aber er ist doch kein Pfeifenraucher!)
</p>
</div>


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