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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Nachtwei zum Polizeieinsatz in Afghanistan</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Vereinte Nationen (UNO) + Libanon</span>

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                    -                        <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=11%2B120%2B99%2B134">All of these categories</a>
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        <h1>
            Nachtwei zum Polizeieinsatz in Afghanistan         </h1>
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           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 9. November 2007 20:11:23 +02:00 (95884 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Zum Polizeieinsatz in Afghanistan hielt Winfried Nachtwei folgende Rede im Deutschen Bundestag:</p></div>
            <div>    VizeprÃ¤sidentin Katrin GÃ¶ring-Eckardt: <p>Winfried Nachtwei spricht jetzt fÃ¼r BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen.</p><p>Winfried Nachtwei (BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN): </p><p>Frau PrÃ¤sidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Im November 2002 hatten wir Gelegenheit, mit einer Delegation des Verteidigungsausschusses das deutsche PolizeiprojektbÃ¼ro in Kabul zu besuchen; wir taten das aus der Erkenntnis heraus, von welch entscheidender Bedeutung der Polizeiaufbau bei einem solchen Stabilisierungsprozess ist. Wir erfuhren damals, wie die Ausgangsbedingungen waren: 20 Jahre lang keine Polizeiausbildung, eine ganze Generation fÃ¼r die Polizei verloren; dann die kriegerischen Auseinandersetzungen mit 600 000 Bewaffneten im Land; die sogenannte Polizei in Kabul hatte nichts an technischer Ausstattung, kein FunkgerÃ¤t, nur zehn Pkws, die von irgendwelchen Privaten zur VerfÃ¼gung gestellt worden waren. Das waren die Ausgangsbedingungen. </p><p>Was die zwÃ¶lf Beamtinnen und Beamten in diesem ersten Jahr, mit UnterstÃ¼tzung des Technischen Hilfswerkes, hinbekommen haben, war bewundernswert. </p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD und der Abg. Gisela Piltz [FDP])</p><p>Zu dem Zeitpunkt waren zum Beispiel auf der Polizeiakademie schon 1 400 PolizeischÃ¼ler des mittleren und gehobenen Dienstes. Was da geschafft wurde, war gut. </p><p>In den Jahren danach habe ich bei mehreren weiteren Afghanistan-Besuchen wirklich erfahren, was fÃ¼r einen guten Dienst diese kleine Gruppe von Polizisten und Polizistinnen dort geleistet hat. Das Polizeikonzept, bei dem Deutschland die FÃ¼hrungsrolle innehatte, war grÃ¼ndlich durchdacht und rechtsstaatsorientiert. FÃ¼r diese Arbeit ist den dort eingesetzten Beamtinnen und Beamten vom Parlament ausdrÃ¼cklich zu danken. </p><p>(Beifall bei Abgeordneten des BÃœNDNIS-SES 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, der SPD und der FDP)</p><p>Immer deutlicher wurde dabei auch, welch enorme strategische Bedeutung der Polizeiaufbau und der Justizaufbau haben. Allerdings war das, was dort mit Hilfe unserer Polizei beim Polizeiaufbau geschah, praktisch auÃŸerhalb jeder politischen und Ã¶ffentlichen Wahrnehmung.</p><p>Ich muss auch sagen - das gilt auch fÃ¼r mich -, dass wir damals die Dimension der Herausforderung bei weitem unterschÃ¤tzt haben. Die Kluft zwischen den bestehenden Herausforderungen und dem, was von internationaler und deutscher Seite gemacht wurde, wurde Anfang 2006 im Rahmen der ISAF-Erweiterung besonders groÃŸ, als die Polizeiversorgung in der FlÃ¤che gar nicht mehr hinterherkam, die Gewalt zunahm und der Opiumanbau rasant anstieg. Gerade im SÃ¼den war die Polizei Ã¼berfordert und wurde besonders zur Zielscheibe. Angesichts der Tatsache, dass afghanische Polizisten 60 bis 70 Dol-lar und TalibansÃ¶ldner 200 bis 250 Dollar im Monat verdienen, ist klar, in welche Richtung viele gingen.</p><p>Wer reagierte auf diese von der Dimension her enorm deutlich werdenden Herausforderungen? Nur die Amerikaner. Sie haben dann ihren Etatansatz von 200 Millio-nen auf 1,6 Milliarden Dollar aufgestockt. Sie haben 600 Berater eingesetzt. Es ist natÃ¼rlich vÃ¶llig zu Recht festgestellt worden, dass die Konzeption ihrer Polizeiausbildung fragwÃ¼rdig war. Trotzdem haben die Amerikaner als Einzige die Dimension erkannt. </p><p>EUPOL, die europÃ¤ische Polizeimission, sollte dann im Juni dieses Jahres diese Aufgabe Ã¼bernehmen. Deutschland allein war damit in der Tat Ã¼berfordert. Die Mission sollte deshalb auf breitere Schultern verteilt werden. Diese breiteren Schultern - so muss man inzwischen sagen - haben sich bisher nicht herausgebildet. EUPOL ist immer noch von enormen bÃ¼rokratischen Anstrengungen geprÃ¤gt und damit blockiert. </p><p>(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)</p><p>Inzwischen dringt EUPOL weniger nach auÃŸen als vorher das deutsche Polizeiprojekt. Es gibt keine zusÃ¤tzlichen Fahrzeuge, der Aufgabenzuschnitt wurde begrenzt. EUPOL hat nichts mit der unmittelbaren Fort- und Ausbildung zu tun und verfÃ¼gt Ã¼ber keine Projektgelder, was dort das A und O ist.</p><p>Wenn bei der europÃ¤ischen Polizeimission nicht eine schnelle Wende zum Besseren eintritt, dann ist ein Scheitern dieses fÃ¼r die Stabilisierung Afghanistans wichtigen Eckpfeilers programmiert. Eine zweite Folge wÃ¤re, dass die Amerikaner dann einfach alles Ã¼bernehmen, aber im Hinblick auf die Polizei eine Richtung einschlagen werden, mit der wir alle nicht einverstanden sein kÃ¶nnen. </p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)</p><p>Deshalb die dringende Aufforderung an die Bundesregierung, endlich mit dem BeschÃ¶nigen der Situation des Polizeiaufbaus in Afghanistan in all ihren offiziellen Verlautbarungen aufzuhÃ¶ren. </p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN)</p><p>Hier ist ein galoppierender RealitÃ¤tsverlust festzustellen. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, was die Beamtinnen und Beamten vor Ort sagen! </p><p>Wir sollten zu einer Beschleunigung und Intensivierung des gesamten europÃ¤ischen und deutschen Engagements kommen. Hierzu haben wir in unserem Antrag konkrete VorschlÃ¤ge gemacht. Einiges davon ist umstritten, auch bei uns. Aber nehmen wir diesen Streit zum Anlass, uns endlich ganz anders als in der Vergangenheit mit dieser Problematik zu beschÃ¤ftigen. Denn heute beschÃ¤ftigt sich der Deutsche Bundestag zum ersten Mal - ich betone: zum ersten Mal; nehmen Sie das bitte zur Kenntnis - mit dieser fÃ¼r die Afghanistan-Stabilisierung wichtigen strategischen Frage. </p><p>VizeprÃ¤sidentin Katrin GÃ¶ring-Eckardt: </p><p>Herr Kollege, kommen Sie bitte zum Ende.</p><p>Winfried Nachtwei (BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN): </p><p>Ich komme zum Schluss.</p><p>Vor wenigen Tagen hat der Leitende Kriminaldirektor JÃ¼rgen Scholz die Leitung der EUPOL-Mission Ã¼bernommen. Wir wÃ¼nschen ihm gerade in dieser schwierigen Situation eine glÃ¼ckliche Hand. Festzustellen ist aber auch: Die in Afghanistan von uns eingesetzten Polizistinnen und Polizisten brauchen endlich auch von uns politischen RÃ¼ckenwind.</p><p>Danke.</p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, der SPD und der FDP)</p></div>


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