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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Rede Nachtweis zum KSE-Vertrag</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Vereinte Nationen (UNO) + Libanon</span>

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        <h1>
            Rede Nachtweis zum KSE-Vertrag         </h1>
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           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 11. Oktober 2007 19:12:43 +02:00 (78418 Aufrufe)            </div>
            <div>    Im Folgenden findet sich die zu Protokoll gegebene Rede von Winfired Nachtwei zur Beratung der AntrÃ¤ge:<br />- Deutschland muss rÃ¼stungskontroll-politische GlaubwÃ¼rdigkeit beweisen - AngepassÂ¬ten KSE-Vertrag dem Deutschen Bundestag zur Abstim-mung vorlegen<br />- Angepassten Vertrag Ã¼ber Konventi-onelle StreitkrÃ¤fte in Europa ratifizie-ren <br />- Die Krise des KSE-Vertrages durch neue Impulse fÃ¼r konventionelle Ab-rÃ¼stung und RÃ¼stungskontrolle in Europa beenden:<br /></div>
            <div>    <strong>Winfried Nachtwei</strong> (BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN): Der russische PrÃ¤sident Putin hat am 14. Juli angekÃ¼nÂ­digt, dass Russland mit Wirkung vom 12. Dezember dieÂ­ses Jahres die Anwendung des KSE-Vertrages und des Flankendokuments von 1996 aussetzen werde. Unsere Fraktion bedauert das zutiefst und fordert Russland auf, auf eine Aussetzung des KSE-Vertrages zu verzichten. Der KSE-Vertrag ist eines der zentralen Instrumente der RÃ¼stungskontrolle und Vertrauensbildung in Europa. Wer die Anwendung des KSE-Vertrages aussetzt, setzt damit auch das Zeichen, dass fÃ¼r ihn die Zeit der koopeÂ­rativen Sicherheitspolitik auslÃ¤uft. Das kann und darf nicht im Interesse Russlands und Europas sein. <p>Wenn Putin, wie jÃ¼ngst geschehen, von der â€žWiederÂ­auferstehung&quot; der russischen Armee redet, mag man das als Innenpolitik oder WahlkampfmanÃ¶ver abtun. Wir fÃ¼rchten, das ist mehr. Die politische und militÃ¤rische FÃ¼hrung Russlands hat in den vergangenen Monaten wiederholt Signale gesendet, dass sie gewillt ist, zu einer konfrontativeren Politik gegenÃ¼ber dem Westen zurÃ¼ckÂ­zukehren. Die verbale und ideologische AufrÃ¼stung ist vor dem Hintergrund der geplanten Stationierung ameriÂ­kanischer Raketenabwehrsysteme in Polen und TscheÂ­chien sowie dem immer weiteren HeranrÃ¼cken der NATO an Russland in vollem Gange. Auch im militÃ¤riÂ­schen Bereich hat die russische FÃ¼hrung in den verganÂ­genen Wochen die Muskeln demonstrativ spielen lassen.</p><p>Solche DrohgebÃ¤rden sind kontraproduktiv. Sie kÃ¶nÂ­nen das fragile GebÃ¤ude der RÃ¼stungskontrolle und AbÂ­rÃ¼stung weiter zum Einsturz bringen. Es ist kein GeÂ­heimnis, dass es in den USA, bei europÃ¤ischen NATO-Partnern und in der Bundesregierung durchaus KrÃ¤fte gibt, die die vertragliche RÃ¼stungskontrolle und AbrÃ¼sÂ­tung als Fessel empfinden und abstreifen wollen. Die im Dezember 2001 erfolgte ersatzlose AufkÃ¼ndigung des ABM-Vertrags vonseiten der Bush-Administration war dabei ein Dammbruch. Putin hat sich diesem Ansinnen nicht widersetzt. Im 2002 geschlossenen Moskauer VerÂ­trag Ã¼ber den Abbau strategischer Offensivwaffen haben Bush und Putin auf ein Verifikationssystem verzichtet. Die USA haben im Mai dieses Jahres angekÃ¼ndigt, den 1991 unterzeichneten START-Vertrag 2009 auslaufen zu lassen. Russland hat signalisiert, dass es damit keine nennenswerten Probleme hat und sich mit einem weniÂ­ger formalisierten Folgeabkommen abfinden kÃ¶nnte.</p><p>Die Drohungen aus Russland, gegebenenfalls auch den Mittelstreckenraketenvertrag aus dem Jahr 1987 zu kÃ¼ndigen, haben auf amerikanischer Seite niemanden beeindruckt. Dort ist man anscheinend bereit, die AufÂ­kÃ¼ndigung dieses historischen Vertrages in Kauf zu nehÂ­men. Das Risiko fÃ¼r die USA wÃ¤re - im Gegensatz zu Europa - minimal. AbrÃ¼stungspolitisch bewegen wir uns damit in Richtung der Vor-Gorbatschow-Ã„ra. Dies kann nicht das Interesse Deutschlands und der EU sein. Wir dÃ¼rfen nicht zulassen, dass die multilaterale RÃ¼stungsÂ­kontrolle an die Wand gefahren wird.</p><p>Der Antrag der Regierungsfraktionen verspricht, die Krise des KSE-Vertrages durch neue Impulse beenden zu wollen. Diese Impulse bleiben Sie schuldig. Sie schieben den Schwarzen Peter Russland zu. Wir sollten nicht so tun, als wÃ¤re der KSE-Vertrag erst per Dekret aus Moskau in die Krise geraten. Wir sollten nicht so tun, als hÃ¤tte es die NATO-Erweiterung 2004 nicht gegeÂ­ben und als wÃ¼rden Georgien und die Ukraine nicht an der Pforte der NATO auf Einlass warten. Wir sollten auch nicht so tun, als wÃ¼rden MilitÃ¤rbasen in RumÃ¤nien und Bulgarien oder die Stationierung von RaketenabÂ­wehrsystemen in Europa russische Sicherheitsinteressen nicht berÃ¼hren. Der Westen hat durch das Verschleppen der A-KSE-Ratifizierung an der Krise des KSE-Regimes eine nicht unwesentliche Mitverantwortung. Wir mÃ¼ssen einen wesentlichen Teil der Kritik Russlands ernst nehÂ­men und nach Wegen suchen, wie wir zu einer vertrauÂ­ensvollen Zusammenarbeit zurÃ¼ckkehren kÃ¶nnen.</p><p>Es mag im Jahr 2000 gute GrÃ¼nde gegeben haben, warum man bei der NATO auf die vorherige ErfÃ¼llung der sogenannten Istanbul-Verpflichtungen beharrt hat. Die Lage hat sich in den vergangenen sieben Jahren, zum Beispiel durch den 11. September oder durch die NATO-Erweiterung in vielfacher Hinsicht substanziell verÃ¤ndert. Russland hat Schritte zur ErfÃ¼llung der IstanÂ­bul-Verpflichtungen in die Wege geleitet. Die mÃ¼ssen umgesetzt und abgeschlossen werden. Die grundsÃ¤tzliÂ­che Blockadehaltung der NATO ist fÃ¼r uns nicht mehr nachvollziehbar.</p><p>An der restlichen Implementierung der Istanbul-VerÂ­pflichtungen darf die Ratifizierung des A-KSE-Vertrages nicht scheitern. Wir sind der Auffassung, der Vertrag muss jetzt unverzÃ¼glich ohne Wenn und Aber ratifiziert werden. Gleichzeitig sollte ein Prozess in die Wege geÂ­leitet werden, wie die seit 1999 neu hinzugekommenen Fragen der konventionellen RÃ¼stungskontrolle im geÂ­genseitigen Einvernehmen gelÃ¶st werden kÃ¶nnen. Wir kÃ¶nnen die RÃ¼stungsobergrenzen ohne SicherheitsverÂ­lust weiter senken und auf andere Waffenkategorien ausÂ­weiten. Der NATO-Russland-Rat und die OSZE haben ihr Kooperationspotenzial im RÃ¼stungskontrollbereich noch nicht ausgeschÃ¶pft.</p><p>Wir haben zur Kenntnis genommen, dass AuÃŸenmiÂ­nister Steinmeier in den vergangenen Monaten Schritte unternommen hat, um den Streit um die Ratifizierung des A-KSE-Vertrags zu entschÃ¤rfen und den Dialog in Gang zu halten. Wir haben den Eindruck: Dem AuÃŸenÂ­minister und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist es ernst. Sie sind daran interessiert, den A-KSE zum Erfolg zu fÃ¼hren. Unsere UnterstÃ¼tzung haben Sie.</p><p>Gleichzeitig haben wir Zweifel, ob die UnionsfraktioÂ­nen tatsÃ¤chlich an einem Erfolg des AuÃŸenministers inÂ­teressiert sind. Zum wiederholten Male versagt die Union dem AuÃŸenminister und dem Koalitionspartner in AbrÃ¼stungsfragen die UnterstÃ¼tzung. Wer die BundesreÂ­gierung nicht dabei unterstÃ¼tzt, unverzÃ¼glich den RatifiÂ­zierungsprozess einzuleiten, nimmt das Scheitern des KSE-Regimes billigend in Kauf. Was die RegierungsÂ­koalition als Antrag vorlegt, ist daher ein ArmutszeugÂ­nis. Viel deutlicher kann man den AuÃŸenminister nicht im Regen stehen lassen.</p><p>Der Vorschlag der FDP, den Vertrag in Deutschland zu ratifizieren, die Ratifizierungsurkunde aber nicht zu hinterlegen, ist nicht neu. Vor sieben Jahren wÃ¤re das eine gute, vor sieben Monaten eine noch denkbare OpÂ­tion gewesen. Heute, so befÃ¼rchte ich, hilft uns dieser Trippelschritt nicht mehr weiter. FÃ¼r solche Spielchen ist keine Zeit mehr. Entweder wird der A-KSE-Vertrag schnellstmÃ¶glich ratifiziert und weiterentwickelt, oder das KSE-Regime wird in wenigen Monaten der GeÂ­schichte angehÃ¶ren und zu Grabe getragen - mit allen UnwÃ¤gbarkeiten fÃ¼r die RÃ¼stungskontrolle insgesamt.</p><p>Der angepasste KSE-Vertrag schafft bessere VerifikaÂ­tionsbedingungen, senkt die Obergrenzen und ermÃ¶gÂ­licht zum Beispiel auch den Ã¼berfÃ¤lligen Beitritt anderer europÃ¤ischer Staaten. Die Ratifizierung des angepassten KSE-Vertrages war in Russland 2004 nicht unumstritten. Sie war ein Vertrauensvorschuss an den Westen, den wir jetzt, in dieser kritischen Phase, erwidern sollten. Gehen wir einen groÃŸen Schritt auf Russland zu. StÃ¤rken wir dem deutschen AuÃŸenminister bei dieser schwierigen Mission den RÃ¼cken. Lassen Sie uns in Deutschland den A-KSE-Vertrag unverzÃ¼glich ratifizieren und damit auch ein Zeichen fÃ¼r andere NATO-Partner setzen. Sorgen wir dafÃ¼r, dass das System der konventionellen RÃ¼stungsÂ­kontrolle in Europa erhalten und weiter ausgebaut wird. DafÃ¼r werben wir in unserem Antrag.</p></div>


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