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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Nachtwei zum Bericht 2006 des Wehrbeauftragten</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Vereinte Nationen (UNO) + Libanon</span>

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        <h1>
            Nachtwei zum Bericht 2006 des Wehrbeauftragten         </h1>
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           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 21. Juni 2007 18:27:58 +02:00 (70262 Aufrufe)            </div>
            <div>    In der Aussprache Ã¼ber den Bericht des Wehrbeauftragten beteiligte sich fÃ¼r die Fraktion von BÃ¼ndnis 90/ Die GrÃ¼nen Winfried Nachtwei mit einem Redebeitrag. Hier die Rede:</div>
            <div>    <p>VizeprÃ¤sidentin <strong>Katrin GÃ¶ring-Eckardt</strong>: </p><p>Jetzt spricht <strong>Winfried Nachtwei</strong> fÃ¼r BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen.</p><p>Winfried Nachtwei (BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN): </p><p>Frau PrÃ¤sidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Auch ich begrÃ¼ÃŸe ausdrÃ¼cklich, wie sehr der Wehrbeauftragte, der geschÃ¤tzte Kollege Robbe, seine <strong>BesuchstÃ¤tigkeit</strong> in der Bundeswehr durch unangemeldete Besuche und jeweils etwas lÃ¤ngere Aufenthalte in den Einsatzgebieten intensiviert hat. Das ist ausgesprochen hilfreich.</p><p>Sie haben zu Recht die ZustÃ¤nde in etlichen <strong>Bundeswehrliegenschaften</strong> im Westen herausgestellt, die in der Tat katastrophal und unzumutbar sind. Dieses Thema wird seit etlichen Jahren immer wieder in den Berichten des Wehrbeauftragten angesprochen, ohne dass es zu einer merklichen Besserung gekommen ist. Als Verteidigungsausschuss wollen wir - darÃ¼ber besteht, glaube ich, Konsens - nicht bis zum nÃ¤chsten Jahresbericht warten, in dem dann - wenn auch vielleicht mit leichten Abstrichen - wieder dasselbe Problem angesprochen wÃ¼rde. </p><p>Sie haben auch die katastrophalen VerhÃ¤ltnisse bei der Unterbringung der Soldaten im Rahmen der <strong>Kongomission</strong> in Libreville und Kinshasa angesprochen. Diese sind auch nicht damit zu begrÃ¼nden, dass es sich um eine neue Mission in ganz neuen VerhÃ¤ltnissen handelte. Sie waren noch weit darunter. In der Tat war die beauftragte Privatfirma vÃ¶llig Ã¼berfordert, und es gelang nicht, das rechtzeitig auszugleichen.</p><p>Allerdings ist auch ausgesprochen bedauerlich, dass im Zusammenhang mit der berechtigten Markierung dieser MÃ¤ngel der Zweck, die Wirkung und das Ergebnis der Kongomission in der Ã–ffentlichkeit weit in den Schatten gestellt wurden. Insgesamt war es nÃ¤mlich tatsÃ¤chlich eine gute und erfolgreiche Gemeinschaftsleistung. Das wird zwar immer wieder mal vermerkt, aber mehr nicht. Im Ergebnis war es dann leider eine SchrÃ¤glage. Das liegt nicht an Ihnen, ist aber bedauerlich.</p><p>Lassen Sie mich nun ein Kapitel ansprechen, das mich sehr beunruhigt hat, als der Bericht vorgelegt wurde, das in der Ã¶ffentlichen Wahrnehmung aber praktisch keine Rolle spielte - auch Sie haben es heute eher nur am Rande angesprochen, lieber Kollege Robbe -, nÃ¤mlich MÃ¤ngel beim <strong>FÃ¼hrungsverhalten.</strong></p><p>Ich zitiere aus Ihrem Bericht:</p><p>Fehlverhalten von Vorgesetzten ist nicht auf EinzelfÃ¤lle beschrÃ¤nkt. Es wird auch nicht immer konsequent verfolgt und geahndet. ...</p><p>Mich erschreckt, mit welcher SelbstverstÃ¤ndlichkeit manche Vorgesetzte selbst Ã¼ber die StrÃ¤nge schlagen, Vorschriften missachten und die Rechte von Kameraden und Untergebenen verletzen.</p><p>Es gibt noch weitere Zitate, die Sie auch kennen.</p><p>Besonders irritieren mich diese Feststellungen, die deutlich Ã¼ber die Markierung eines Einzelfalles hinausgehen, deshalb, weil wir als diejenigen, die viel mit der Bundeswehr und Offizieren zu tun haben, insgesamt Gott sei Dank ein sehr positives Bild haben. Diese Schattenseite ist also Ã¤uÃŸerst unerfreulich.</p><p>Hier spannt sich fÃ¼r mich auch der Bogen zur <strong>Mitgliederumfrage des Bundeswehr-Verbandes.</strong> Eine solche Gesamtbefragung, bei der ein Viertel der 210 000 Mitglieder antwortet, kann man nicht mehr als nicht reprÃ¤sentativ bezeichnen. Das ist ein Basiswert, der sich gewaschen hat. Deshalb muss man die Ergebnisse sehr, sehr ernst nehmen.</p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN, bei der FDP und der LINKEN)</p><p>Ich nenne noch einmal einige von ihnen: 74 Prozent der Berufssoldaten wÃ¼rden ihnen nahestehenden Personen nicht mehr empfehlen, in die Bundeswehr zu gehen. 64 Prozent finden, dass die Politik den Sinn der AuslandseinsÃ¤tze nicht ausreichend vermittelt. Jetzt eine â€žpositive&quot; Zahl: 3,9 Prozent fÃ¼hlen sich von der Politik unterstÃ¼tzt.</p><p>Mit anderen Worten: Die Politik - pauschal gesagt: wir - verliert die KÃ¶pfe und Herzen derjenigen, die andernorts um die KÃ¶pfe und Herzen der BevÃ¶lkerung kÃ¤mpfen sollen.</p><p>Der Bericht des Wehrbeauftragten und auch die Mitgliederbefragung des Bundeswehr-Verbandes sind nach meiner Ansicht ein Alarmruf an das Parlament.</p><p>Hier mÃ¼ssen wir erstens deutlich mehr Klarheit schaffen: Was wollen wir mit den StreitkrÃ¤ften? Was sollen sie in Zukunft konkret tun? - Da sind wir noch viel zu allgemein.</p><p>Zweitens brauchen wir auch selbst mehr Klarheit Ã¼ber die latenten Prozesse, die nicht so direkt sichtbar sind, die sich aber in den StreitkrÃ¤ften mit der Zeit entwickeln.</p><p>An dieser Stelle halte ich es fÃ¼r sehr angebracht, wieder die schon seit lÃ¤ngerer Zeit im Raum stehende Forderung aufzunehmen, dass der Wehrbeauftragte erweiterte MÃ¶glichkeiten bekommt, auch diese strukturellen VerÃ¤nderungen, EinstellungsverÃ¤nderungen und WahrnehmungsverÃ¤nderungen in den StreitkrÃ¤ften genauer zu analysieren und auch auf <strong>Erkenntnisse des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr und des Truppenpsychologischen Dienstes</strong> zurÃ¼ckzugreifen. Dies ist zwingend notwendig, damit wir dem Risiko, dass innere FÃ¼hrung von oben ausgehÃ¶hlt wird, entgegenwirken kÃ¶nnen.</p><p>In diesem Zusammenhang danke ich Ihnen und Ihren Mitarbeitern umso mehr fÃ¼r Ihre Arbeit. Sie ist fÃ¼r uns von entscheidender Bedeutung.</p><p>Danke.</p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN und der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)</p></div>


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