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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Rede Nachtweis zu AbrÃ¼stungsfragen</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Vereinte Nationen (UNO) + Libanon</span>

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        <h1>
            Rede Nachtweis zu AbrÃ¼stungsfragen         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 21. Juni 2007 17:42:13 +02:00 (90352 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Im Deutschen Bundestag hielt Winfried Nachtwei folgende Rede zu AbrÃ¼stungsfragen:</p></div>
            <div>    VizeprÃ¤sidentin <strong>Dr. h. c. Susanne Kastner</strong>: <p>NÃ¤chster Redner ist der Kollege Winfried Nachtwei, BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen.</p><p><strong>Winfried Nachtwei</strong> (BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN): </p><p>Frau PrÃ¤sidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn ich nun zu den drei AntrÃ¤gen Stellung nehme, kann ich dazu selbstverstÃ¤ndlich nicht mehr als nur einige Anmerkungen machen. </p><p>In den letzten Jahrzehnten wurde in Europa eine AbrÃ¼stungsarchitektur gebaut, die weltweit einmalig ist. Wer kann sich heute noch vorstellen, welche Lager an Atomwaffen es in West- und Ostdeutschland gab, die fÃ¼r EinsÃ¤tze sogar im eigenen Land vorgesehen waren? Das war heller Wahnsinn! Es ist fantastisch, zu sehen, wie viel sich verÃ¤ndert hat. </p><p>Die BefÃ¼rworter der geplanten <strong>Raketenabwehrsysteme </strong>in Polen und Tschechien behaupten, damit auch der europÃ¤ischen Sicherheit zu dienen. Diese Behauptung ist, wie wir alle - auch in diesem Haus - mitbekommen haben, auf breiten Widerspruch gestoÃŸen, zuletzt sogar auf der NATO-Parlamentarierversammlung in Portugal. Einige kritische Anmerkungen dazu: Es wird Schutz vor Raketenbedrohungen versprochen, die es zurzeit nicht gibt und in den nÃ¤chsten Jahren nicht geben wird. Vielmehr kommt es darauf an, das Anwachsen solcher Bedrohungen politisch zu verhindern. Man verspricht sich Schutz von Systemen, deren Wirksamkeit zum Stationierungszeitpunkt in keiner Weise erprobt und nachgewiesen sein wird.</p><p>Es ist aber kein Antiamerikanismus, sondern Realismus, dieses Vorhaben nicht als einen Akt der NÃ¤chstenliebe unter VerbÃ¼ndeten zu bewerten, sondern in den Kontext der Gesamtstrategie der USA zu stellen. Das ist sicherlich nicht der einzige, aber auch ein Aspekt. Mir ist auf der NATO-Parlamentarierversammlung aufgefallen, was ein norwegischer Delegierter sagte. Er verwies auf das schlichte Weltmachtinteresse der USA. Die Defensiv- und die Offensivpotenziale mÃ¼ssen also im Zusammenhang gesehen werden. Es geht um Unverwundbarkeiten, Handlungsfreiheit und Dominanz. Es liegt auf der Hand, dass das Wirkung auf die Perzeption anderer hat. Diese fÃ¼hlen sich vielleicht ins Visier genommen. Das fÃ¶rdert also Misstrauen und verstÃ¤rkt die RÃ¼stung. </p><p>Das nun angebahnte Projekt scheint mir insgesamt Ausdruck einer falschen PrioritÃ¤tensetzung in der Sicherheitspolitik zu sein. Es kommt vielmehr darauf an, eine andere PrioritÃ¤tensetzung vorzunehmen. Der Kollege MÃ¼tzenich hat, genauso wie die Bundesregierung, deutlich betont, dass man - vertragsgestÃ¼tzt und diplomatisch - eine Politik mit dem Ziel der Nichtverbreitung verfolgen muss.</p><p>Nun zu dem Antrag â€žStopp von staatlichen BÃ¼rgschaften fÃ¼r RÃ¼stungsexporte&quot;. Wie zu hÃ¶ren war, unterrichtete das Finanzministerium den Haushaltsausschuss darÃ¼ber, dass fÃ¼r drei U-Boote an die <strong>pakistanische Marine </strong>eine ExportbÃ¼rgschaft Ã¼ber 1,2 Milliarden Euro gewÃ¤hrt werden soll. Ich muss zugeben: Auch unter Rot-GrÃ¼n hat es einige sehr fragwÃ¼rdige RÃ¼stungsexporte gegeben. Aber der jetzt beabsichtigte Export verstÃ¶ÃŸt so eindeutig und massiv gegen die geltenden RÃ¼stungsexportrichtlinien wie wohl kein anderer zuvor.</p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie des Abg. Paul SchÃ¤fer [KÃ¶ln] [DIE LINKE])</p><p>Dieser Export geht nicht nur in ein eindeutiges Spannungsgebiet; mit ihm wÃ¼rde auch das Risiko weiterer Spannungen steigen. Der Export geht nÃ¤mlich in ein Land - Kollege MÃ¼tzenich hat es selbst angesprochen -, das in Sachen Verbreitung von Nukleartechnologie und Raketentechnologie Ã¤uÃŸerst unzuverlÃ¤ssig ist und dessen Perspektive mehr als ungewiss ist. Hier besteht also schlichtweg die Gefahr, dass die groÃŸen Fehler der 70er- und 80er-Jahre, als MilitÃ¤rgÃ¼ter in den Irak und in den Iran geliefert wurden, wiederholt werden. Das heiÃŸt, mit einem solchen Handeln konterkariert die Bundesregierung das, was sie sonst zu Recht als Ziel deutscher AuÃŸen- und Sicherheitspolitik benennt, die ja Friedenspolitik sein soll.</p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN)</p><p>FÃ¼r RÃ¼stungsexporte sollte es generell keine <strong>Hermes-BÃ¼rgschaften </strong>geben. Insofern besteht Ãœbereinstimmung mit dem Antrag der Linksfraktion. Wir stoÃŸen uns allerdings an einer Empfehlung, die darin enthalten ist, nÃ¤mlich dass die VerÃ¶ffentlichung Ã¼ber ExportbÃ¼rgschaften erst nach der Beschlussfassung im Interministeriellen Ausschuss geschehen soll. Wir halten uns da an die entsprechende OECD-Richtlinie, die besagt, das solle bis zu 30 Tagen vorher geschehen, damit noch die MÃ¶glichkeit zur Einwirkung besteht. Deswegen werden wir dem Antrag nicht zustimmen.</p><p>Nun zum Antrag â€žVerzicht auf den Verkauf und das Ãœberlassen von Ã¼berschÃ¼ssigem Wehrmaterial&quot;. Wir haben in den 90er-Jahren gesehen, dass es unter der Kohl-Regierung ein groÃŸes Problem war, dass NVA-Material an die TÃ¼rkei geliefert wurde, weil dies zum Teil gegen die Kurden eingesetzt wurde. Eine pauschale Absage an die <strong>Abgabe von Wehrmaterial </strong>ist allerdings nach unserer Auffassung nicht sinnvoll. Ein solches Verbot wÃ¼rde auch die Weitergabe an verlÃ¤ssliche VerbÃ¼ndete ausschlieÃŸen, ebenso Lieferungen an die Vereinten Nationen und an Peacekeeping-Truppen. Es schlÃ¶sse sogar die Abgabe von SanitÃ¤tsmaterial aus.</p><p>VizeprÃ¤sidentin Dr. h. c. Susanne Kastner: </p><p>Herr Kollege, Sie mÃ¼ssen zum Schluss kommen.</p><p>Winfried Nachtwei (BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN): </p><p>Ja, ich komme jetzt zum Schluss. - Insofern ist die Unterrichtung in diesem Punkt, die Sie schon angesprochen haben, sehr angebracht.</p><p>Ich fasse zusammen.</p><p>VizeprÃ¤sidentin Dr. h. c. Susanne Kastner: </p><p>Nein, Herr Kollege. Eine Zusammenfassung lasse ich jetzt nicht mehr zu. Ich lasse nur noch einen Schlusssatz zu.</p><p>Winfried Nachtwei (BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN): </p><p>Gerade in diesem Zusammenhang kommt es darauf an, dass wir als Parlament unsere Verantwortung auch auf diesem Feld der Sicherheitspolitik endlich mehr wahrnehmen und an der Kontrolle mitwirken. - Das war mein Schlusssatz.</p><p>Danke schÃ¶n.</p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)</p></div>


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