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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: 14 afghanische Parlamentarierinnen im GesprÃ¤ch mit Mitgliedern des Verteidigungsausschusses</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Vereinte Nationen (UNO) + Libanon</span>

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        <h1>
            14 afghanische Parlamentarierinnen im GesprÃ¤ch mit Mitgliedern des Verteidigungsausschusses         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 21. September 2006 14:30:18 +02:00 (104794 Aufrufe)            </div>
            <div>    Winfried Nachtwei hat Ã¼ber das GesprÃ¤ch mit den afghanischen Parlamentarierinnen folgenden kurzen Bericht verfasst:</div>
            <div>    <p align="center"><strong>14 afghanische Parlamentarierinnen im GesprÃ¤ch mit Mitgliedern des Verteidigungsausschusses, 21.9.2006</strong></p><p align="center">Winfried Nachtwei, MdB</p><p><em>Auf Einladung des AA besuchten 14 afghanische Parlamentarierinnen aus 14 Provinzen und allen Teilen Afghanistans (auch dem SÃ¼den) Berlin. Sie wurden begleitet von Dr. Citha MaaÃŸ, SWP, langjÃ¤hrige Afghanistan-Kennerin. </em></p><p><em>Normalerweise laufen GesprÃ¤che auslÃ¤ndischer GÃ¤ste beim Verteidigungsausschuss so, dass diese einige Fragen stellen und wir dann vor allem fraktionsparitÃ¤tisch antworten. Heute lÃ¤uft das vÃ¶llig anders.   </em></p><p><em>Nacheinander und ohne jede Scheu nehmen zwÃ¶lf Kolleginnen Stellung, auch solche, die sich bei anderen GesprÃ¤chen bisher nicht Ã¤uÃŸerten.</em></p><p><em>Dass immer wieder Dank gesagt wird fÃ¼r die â€žhervorragende Rolle&quot; Deutschlands, ist eindeutig mehr als bloÃŸe HÃ¶flichkeit. </em></p><p><em>Sofort kommen sie auf die die kritische Entwicklung in Afghanistan zu sprechen: </em></p><p>Die Taliban verunsichern zunehmend. Die Unruhen im SÃ¼den und SÃ¼dosten lasse die BevÃ¶lkerung unsicher werden, auf welcher Seite sie stehen solle. Die Taliban kÃ¤men hoch, wirken auch im Norden im Untergrund. </p><p>Deshalb sei es wichtig zu wissen, dass die Hilfe weiter laufe, bei Erziehung, beim Polizei- und Armeeaufbau, und dass ISAF weiter in Afghanistan bleibe, zur BekÃ¤mpfung des Terrorismus und des Drogenhandels. Nochmals Danke an Deutschland! MÃ¶ge es uns nicht im Stich lassen!   </p><p>Die Sicherheitslage verschlechtere sich auch wegen der hohen Arbeitslosigkeit und weil die Regierung ihre Aufgaben nicht erfÃ¼lle. Die Friedenstruppen von ISAF hÃ¤tten keine langfristige Strategie. </p><p>MilitÃ¤rische MaÃŸnahmen allein wÃ¼rden keine LÃ¶sung bringen. Entschiedener Druck sei nÃ¶tig gegen LÃ¤nder, die Taliban unterstÃ¼tzen. ISAF-Operationen mÃ¼ssten im Einklang mit afghanischen KrÃ¤ften stattfinden. Die Anwesenheit von Friedenstruppen sei aber die Grundlage fÃ¼r Sicherheit im Lande. </p><p>Zur Verschlechterung der Sicherheit: Auch Friedenstruppen seien ungeschickt gegen die BevÃ¶lkerung vorgegangen. Informationen waren falsch, es gab ziellose Angriffe. Deshalb gebe es eine Abwendung von den Friedenstruppen. Sorgen und Kummer der BevÃ¶lkerung hÃ¤tten sich vergrÃ¶ÃŸert. Kein Wunder sei es, dass man nun andere VerbÃ¼ndete suche. Man bekomme einen Minderwertigkeitskomplex.</p><p>Auch der Norden sei anfÃ¤llig. Dort gebe es WillkÃ¼r von Warlords. </p><p>Von den drei wichtigen KrÃ¤ften Verteidigungs- und  Innenministerium sowie Staatssicherheitsdienst arbeite jeder fÃ¼r sich. </p><p>Im Polizeiwesen habe Deutschland viel getan. Bitte weitere Hilfe! Oft sei die Lage bei der Polizei  katastrophal, seien Polizisten verwickelt. </p><p>Die Zahl der Polizisten reiche nicht, in  einem Bezirk seien es nur vierzig! Sehr wichtig sei mehr Training und Ausbildung. Die Polizei verfÃ¼ge Ã¼ber kein TrÃ¤nengas. Sie sei entweder hilflos oder mÃ¼sse direkt die Schusswaffe einsetzen. </p><p>Warum sich die BevÃ¶lkerung von der Regierung entfernt habe? Afghanistan sei ein VielvÃ¶lkerstaat, Provinzen hÃ¤tten jeweils eigene BedÃ¼rfnisse. Die Ã¶konomische Entwicklung verlaufe aber nicht gleichmÃ¤ÃŸig, manche BevÃ¶lkerungsgruppen  seien nicht beteiligt. FÃ¼r Jugendliche gebe es zu wenig StudienplÃ¤tze und viel Perspektivlosigkeit. Sie seien labil gegen Ã¤uÃŸere EinflÃ¼sse. </p><p>In Uruzgan sei die Lage sehr instabil. 250 Familien seien von den Friedenstruppen geschÃ¤digt worden. Da sei Abwendung von der Regierung kein Wunder. Von den Versprechungen der Regierung sei wenig in die Tat umgesetzt worden. Vor Ort gebe es keinerlei praktische Hilfe. Und an der Regierung seien manche unerwÃ¼nschte Elemente beteiligt. </p><p> â€žWir sind aus verschiedenen  Provinzen. Aber unser Kummer und unsere Sorgen sind Ã¤hnlich. Eigentlich ist in Afghanistan eine wunderbare Zeit. Die Weltgemeinschaft befreite uns von den Taliban.&quot; Jetzt gebe es viele Truppen der Weltgemeinschaft hier - und trotzdem wÃ¼rden die Taliban stÃ¤rker. Warum? Der Hauptgrund sei die fatale Einmischung Pakistans, Terroristen wÃ¼rden eingeschleust. KÃ¤men die Taliban wieder an die Macht, wÃ¤re das ein schwerer Schlag fÃ¼r Sie und die Frauen in Afghanistan.  </p><p>Im Westen des Landes gebe es weit und breit weder Polizei noch Armee. </p><p>Mit Iran gebe es Streit um Wasser. Viele Jugendliche seien arbeitslos. </p><p>Wir wollten unser Land verteidigen und keine neue Unterjochung. Freunde mÃ¼ssen Empfindlichkeiten und unsere Kultur beachten. Es ist ein Tabu, in HÃ¤user einzudringen und Frauen anzufassen - und wenn obendrein die Familien nichts getan haben. </p><p>Entwaffnung und DrogenbekÃ¤mpfung seien gescheitert. Es seien die falschen Konzepte. </p><p>Wir brauchen vor allem die Zusammenarbeit mit Deutschen. Die deutschen Soldaten leisten in Afghanistan einen grundlegenden Dienst. Jetzt sollten alle zustimmen.</p><p>Die Lage sei schlecht wegen Ã¤uÃŸerer und innerer EinflÃ¼sse: Die Einmischung Pakistans sei eklatant. Einige Gouverneure und Kommandeure seien nicht gebildet genug. Wie sollen solche Frieden wiederherstellen - z.B. der Verteidigungs- oder Innenminister. </p><p>Bei der Postenverteilung seien verschiedene ethnische Gruppen nicht berÃ¼cksichtigt worden. </p><p>Die Warlords mÃ¼ssten aus den Ã„mtern verdrÃ¤ngt werden. Karzai mÃ¼sse klare Entscheidungen treffen. Der Vertag zwischen pakistanischer Regierung und StÃ¤mmen bedeute, dass diese machen kÃ¶nnten, was sie wollen. Extremisten bekÃ¤men dadurch freie Hand in Afghanistan. </p><p>Auf die Frage, ob heute OEF und ISAF noch unterscheidbar seien: </p><p>â€žWir kÃ¶nnen unterscheiden, die einfachen BÃ¼rger nicht. Es gibt aber auch KrÃ¤fte, die mit Absicht beides gleichsetzen.&quot; In Kandahar sei beides vermischt, weil bei den Kanadiern keine klare Strategie herrsche. </p><p>Auf die Frage, ob der Weg insgesamt richtig sei oder ob Korrekturen notwendig seien: </p><p>Demokratie muss von unten kommen, darf nicht diktiert werden. Der Bonner Prozess sei zum groÃŸen Teil erfolgreich. </p><p>Aber wirtschaftlichen Aufbau gebe es kaum. </p><p>Die Weltgemeinschaft mÃ¼sse ihre Absichten neu formulieren. </p><p>Kurskorrekturen seien notwendig. Bitte keine faulen Kompromisse! </p><p>Afghanistan sei ein islamischer und sehr glÃ¤ubiger, konservativer Staat. Hier sei westliche Demokratie im engeren Sinne sehr problematisch. Die Mullahs brauchten Ausbildung!</p><p>Die Weltgemeinschaft mÃ¼sse in Afghanistan vorsichtiger umgehen, Kultur, Psychologie beachten. Bisher habe es immer nur importierte Demokratie gegeben. </p><p>Bitte vorsichtig und behutsam sein!</p><p><em>Wir deutsche Abgeordnete empfinden diese Begegnung als Ã¤uÃŸerst ungewÃ¶hnlich, bewegend und ermutigend. Solch eine selbstbewusste, konkrete, differenzierte und offen-kritische Ausdrucksweise findet man bei mÃ¤nnlichen Besuchern so kaum mal. Die Parlamentskolleginnen zeigen uns in bewegender Weise, worum es in Afghanistan geht. Afghanistans Hoffnung sind die Frauen! </em></p><p><em>VÃ¶llig zu Recht meint Kollege Dr. Stinner (FDP): Dieses GesprÃ¤ch hÃ¤tte es verdient gehabt, von allen Abgeordneten  miterlebt und vom Fernsehen Ã¼bertragen zu werden. </em></p><p><em>Noch besser wird die Begegnung dadurch, dass die Frauen anschlieÃŸend auf der TribÃ¼ne im Plenarsaal die Debatte zur ersten Lesung zur ISAF-VerlÃ¤ngerung miterleben. Besonders herzlich werden sie von VizeprÃ¤sident Thierse und allen Abgeordneten begrÃ¼ÃŸt. Stinner und ich wenden uns direkt an sie. Ich schlieÃŸe mit ihren Hauptbotschaften, dass ISAF bleiben mÃ¼sse, der Kurs der Internationalen Gemeinschaft sich aber erheblich Ã¤ndern mÃ¼sse. â€žWir haben verstanden. Wir lassen Sie nicht im Stich - zu unser aller gemeinsamem Nutzen. Das wissen wir mit dem Kopf, das fÃ¼hlen wir mit dem Herzen.&quot;   </em></p><p><em>Wir ich spÃ¤ter erfahre, seien die Kolleginnen so sehr von Ernst und Zuwendung der Bundestagsdebatte begeistert gewesen, dass sie im Bus Ã¼ber Mikro Regierung und Opposition gespielt hÃ¤tten. </em></p><p><em>Dass die Linksfraktions-Kollegin Monika Knoche, die im Rahmen des AuswÃ¤rtigen Ausschusses mit den GÃ¤sten sprach, im Plenum den ISAF-Abzug fordert, stÃ¶ÃŸt bei den afghanischen Frauen auf vÃ¶lliges UnverstÃ¤ndnis.</em></p></div>


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