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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Deutscher Bundestag: Nachtwei zur Situation in Afghanistan</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Vereinte Nationen (UNO) + Libanon</span>

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        <h1>
            Deutscher Bundestag: Nachtwei zur Situation in Afghanistan         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 6. September 2006 20:05:08 +02:00 (96862 Aufrufe)            </div>
            <div>    In seiner Rede zum Einzelplan 14 im Rahmen der Haushaltsdebatte befasste sich Winfried Nachtwei schwerpunktmÃ¤ÃŸig mit der Situation in Afghanistan. Hier seine Rede:</div>
            <div>      <p>VizeprÃ¤sident Dr. h. c. Wolfgang Thierse: </p><p>Ich erteile das Wort Kollegen Winfried Nachtwei, Fraktion des BÃ¼ndnisses 90/Die GrÃ¼nen.</p><p>Winfried Nachtwei (BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN): </p><p>Herr PrÃ¤sident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! In den letzten Wochen gab es fÃ¼r die Bundesrepublik eine neuartige auÃŸenpolitische Konstellation. Wir haben es mit mindestens drei <strong>GroÃŸkrisen</strong> gleichzeitig zu tun, in denen wir jeweils stark engagiert sind - Afghanistan, Kongo und nun Libanon -, bei denen das Risiko hoch ist und es auf der Kippe steht bzw. eine Eskalation schon stattgefunden hat. Dabei entsteht eindeutig der Eindruck von Ãœberforderung, und zwar zum einen aufseiten der Ã–ffentlichkeit, die langsam nicht mehr nachvollziehen kann, wo Ã¼berall wir uns engagieren, und zum anderen aufseiten der Politik. Damit meine ich nicht die politischen FÃ¤higkeiten, sondern die politischen KapazitÃ¤ten. In dieser Situation mÃ¼ssen wir sehr aufpassen, dass wir bei aller Konzentration auf den Libanon auf keinen Fall die brenzligen Situationen in Afghanistan, im Kongo und mÃ¶glicherweise im Kosovo Ã¼bersehen und vernachlÃ¤ssigen.</p><p>Sie gestatten, dass ich jetzt, auch wenn wir uns in der Haushaltsdebatte befinden - hier geht es darum, wofÃ¼r und in welchem Kontext das Geld ausgegeben wird -, etwas zu dem Brennpunkt <strong>Afghanistan</strong> sage, weil es nÃ¤mlich dort brennt und weil die, so finde ich, brenzlige Situation, die sich seit einiger Zeit anbahnte, wÃ¤hrend der Sommerpause kaum beachtet wurde. Seit 2001 wurde in Afghanistan - das sage ich ausdrÃ¼cklich - sehr viel Positives und Erstaunliches geschaffen, wenn man das mit der Zeit davor vergleicht. Dazu haben deutsche Diplomaten, Soldaten, Entwicklungshelfer und Polizisten vorbildlich beigetragen. </p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN, bei der CDU/CSU und der SPD)</p><p>Mir ist bewusst, dass die Entwicklung in Afghanistan meist selektiv wahrgenommen wird. Es werden vor allem die spektakulÃ¤ren Bad News wahrgenommen, aber nicht das, was sich langfristig und hinter den Kulissen tut. Wer nimmt zum Beispiel die 7 Millionen SchÃ¼lerinnen und SchÃ¼ler wahr, die es inzwischen gibt? Das ist enorm hoffnungsvoll, aber nicht so bildertrÃ¤chtig.</p><p>Trotzdem sind die Indikatoren inzwischen unÃ¼bersehbar: Der Stabilisierungsprozess in Afghanistan steht auf der Kippe. Er droht innerhalb kurzer Zeit zu scheitern. Seit der ISAF-Ausweitung nach SÃ¼den befinden sich <strong>NATO-Truppen in BodenkÃ¤mpfen.</strong> Es ist Ã¼berraschend, dass das heute noch nicht erwÃ¤hnt - da mÃ¶glicherweise nicht wahrgenommen - wurde. NATO-Truppen befinden sich zum ersten Mal in der NATO-Geschichte in BodenkÃ¤mpfen. Zum Drogenanbau gibt es inzwischen die neuesten Zahlen. Die DrogenanbauflÃ¤che ist in diesem Jahr gegenÃ¼ber dem Vorjahr um 59 Prozent gestiegen. Das ist ein Desaster in dem SchlÃ¼sselbereich der Stabilisierung in Afghanistan. </p><p>Was sind die Mindestschritte? Erstens brauchen wir eine wirklich nÃ¼chterne, schonungslose <strong>Zwischenbilanz</strong> dessen, was in den letzten fÃ¼nf Jahren geschaffen wurde, eine Bilanz der Leistungen, aber auch der Defizite. Wir brauchen an sich gar nicht so viele Konzepte. â€žAfghanistan Compact&quot; zum Beispiel gibt es, mit ehrgeizigen Zielen. Was notwendig ist, ist die ÃœberprÃ¼fung der Strategie am Boden. Die Umsetzung ist das Entscheidende. </p><p>Zweitens. Die <strong>DrogenbekÃ¤mpfung</strong> ist mit ihrem Ansatz eindeutig gescheitert. Es kommt darauf an, jetzt die bisher prioritÃ¤re Feldervernichtung auszusetzen und alles fÃ¼r die Entwicklung und FÃ¶rderung alternativer Erwerbsquellen zu tun. Man muss die Entwicklungshilfe entsprechend breiter unterstÃ¼tzen. Die GTZ hat da fantastische Erfahrungen. </p><p>Drittens. Wenn man vor Ort gewesen ist, dann weiÃŸ man, was in der Entwicklungspolitik insgesamt schon Gutes geleistet worden ist. Vieles ist aber noch zu wenig sichtbar, zum Beispiel in den Paschtunengebieten. Da mÃ¼ssen die internationale Gemeinschaft und wir bereit sein, der Entwicklungszusammenarbeit mehr Mittel an die Hand zu geben, um breiter angelegt und sichtbarer fÃ¼r die BevÃ¶lkerung zu sein. </p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)</p><p>Viertens. Der <strong>Polizeiaufbau</strong> ist bekanntlich von strategischer Bedeutung. Die Bundesrepublik leistet in ihrer FÃ¼hrungsrolle sehr viel Gutes. Aber die quantitativen und qualitativen Herausforderungen sind hier so riesig, dass wir nicht mehr mit 40 Beamten auskommen. Hier mÃ¼ssen wir schlichtweg aufstocken. Es geht nicht um groÃŸe BetrÃ¤ge, aber die wenigen Millionen Euro sind das Geld wert. </p><p>SchlieÃŸlich wird all das, was ich gerade genannt habe - die AufzÃ¤hlung ist nicht vollzÃ¤hlig -, nur ein Kampf gegen WindmÃ¼hlenflÃ¼gel sein, wenn die direkte <strong>TerrorbekÃ¤mpfung</strong> im SÃ¼den und Osten nicht Ã¼berprÃ¼ft und nicht korrigiert wird. Bisher - die Meldungen sind ziemlich eindeutig - scheint sie mehr zur AufstandsfÃ¶rderung beigetragen zu haben. Das ist von deutscher Seite aus - das muss man nÃ¼chtern sagen - schwierig zu thematisieren, muss aber unter VerbÃ¼ndeten auf den Tisch. Sie wissen: Ich neige nicht zu Alarmismus, aber wenn in den kommenden Monaten nicht zentrale Korrekturen und neue Anstrengungen unternommen werden, dann kann es im nÃ¤chsten Jahr zu spÃ¤t sein, und das darf es nicht.</p><p>Danke schÃ¶n.</p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)</p></div>


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