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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Nachtwei im Bundestag zur Sicherheitspolitik</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Vereinte Nationen (UNO) + Libanon</span>

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                    -                        <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=11%2B120%2B99%2B134">All of these categories</a>
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        <h1>
            Nachtwei im Bundestag zur Sicherheitspolitik         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 2. Dezember 2005 19:12:52 +02:00 (67409 Aufrufe)            </div>
            <div>    Im Rahmen der Aussprache Ã¼ber die RegierungserklÃ¤rung sprach Winfried Nachtwei im Deutschen Bundestag zur Sicherheitspolitik. Hier der Text seiner Rede:</div>
            <div>    <strong>Vizepr&auml;sident Wolfgang Thierse: <br /></strong>Herr Kollege Sch&auml;fer, dies war Ihre erste Rede im Deutschen Bundestag. Herzliche Gratulation dazu.<br />(Beifall)<br />Ich erteile nun das Wort Kollegen Winfried Nachtwei, Fraktion B&uuml;ndnis&nbsp;90/Die&nbsp;Gr&uuml;nen.<br /><strong>Winfried Nachtwei (B&Uuml;NDNIS 90/DIE GR&Uuml;NEN): <br /></strong>Herr Pr&auml;sident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrter Minister Jung, als Oppositionsfraktion w&uuml;nschen wir Ihnen als neuem Verteidigungsminister, der Sie eine ganz besondere Verantwortung unter den Ministern haben, eine gl&uuml;ckliche Hand f&uuml;r eine Politik der Gewaltverh&uuml;tung und Gewalteind&auml;mmung im Dienste kollektiver Sicherheit.<br />(Beifall beim B&Uuml;NDNIS 90/DIE GR&Uuml;NEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)<br />Auch als so genannte Einsatzarmee ist und bleibt die Bundeswehr weiterhin eine Parlamentsarmee. In der Koalitionsvereinbarung ist ein Pr&uuml;fauftrag formuliert worden: Sollte sich angesichts neuer Erfahrungen ein &ndash;&nbsp;Zitat &ndash; &bdquo;Bedarf zur Weiterentwicklung ergeben, so werden die Koalitionsfraktionen Initiativen einbringen&ldquo;. Das ist zun&auml;chst eine Selbstverst&auml;ndlichkeit.<br />Zugleich muss ich aber von Vornherein klarstellen: Die &Uuml;berpr&uuml;fung des Parlamentsbeteiligungsgesetzes darf nicht zum Einfallstor f&uuml;r die Unionsforderung aus der letzten Legislaturperiode werden, n&auml;mlich die <strong>Parlamentsbeteiligung</strong> im Falle der NATO Response Force zu lockern. W&uuml;rden solche potenziell h&auml;rtesten und riskantesten Eins&auml;tze der Bundeswehr vom Parlamentsvorbehalt ausgenommen, so w&auml;re die Parlamentsbeteiligung im Mark getroffen.<br />(Beifall beim B&Uuml;NDNIS 90/DIE GR&Uuml;NEN)<br />Ich gehe davon aus und hoffe, dass eine &uuml;bergro&szlig;e Mehrheit des Bundestages eine solche Selbstentmachtung des Bundestages nicht mitmachen w&uuml;rde. <br />(Kurt J. Rossmanith [CDU/CSU]: Unglaublich!)<br />Zur anderen Seite des Hauses, zur Fraktion Die Linke, sage ich: In Sachen Friedens- und Sicherheitspolitik sind wir als gr&uuml;ne Fraktion ausdr&uuml;cklich an einer ernsthaften und echten Auseinandersetzung mit Ihnen und selbstverst&auml;ndlich auch mit den anderen Fraktionen interessiert. Die Herausforderungen auf diesem Feld sind inzwischen allerdings so gro&szlig; und dynamisch, dass wir es uns ersparen sollten, allzu viel aneinander vorbeizureden. <br />(Beifall beim B&Uuml;NDNIS 90/DIE GR&Uuml;NEN und bei der SPD)<br />Gestatten Sie deshalb ein paar grunds&auml;tzliche Klarstellungen, die ich bereits in der vorherigen Legislaturperiode von diesem Platz aus schon h&auml;ufiger gemacht habe. Aber zu Beginn einer Legislaturperiode ist eine Wiederholung angebracht: <br />Erstens. In der Tat wird nach unserer Auffassung Deutschland nicht am Hindukusch verteidigt. Dort geht es gerade um zentrale und kollektive <strong>Sicherheitsinteressen</strong> und auch um zentrale europ&auml;ische und deutsche Sicherheitsinteressen, aber nicht um die Existenz der Bundesrepublik und nicht um die Wahrnehmung eines nationalen Selbstverteidigungsrechts Deutschlands. Das ist die erste Klarstellung.<br />Zweitens. Eins&auml;tze bewaffneter Streitkr&auml;fte d&uuml;rfen ausschlie&szlig;lich auf Grundlage der Verfassung und des V&ouml;lkerrechts erfolgen. Laut Grundgesetz und Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1994 darf die Bundeswehr au&szlig;erhalb der Landesverteidigung nur im Rahmen von <strong>Systemen kollektiver</strong> <strong>Sicherheit </strong>zum Zweck der Friedenssicherung und der Durchsetzung internationalen Rechts eingesetzt werden. Mit anderen Worten: nur f&uuml;r Ziele der Vereinten Nationen und nach den Regeln der Vereinten Nationen.<br />(Beifall bei Abgeordneten des B&Uuml;NDNISSES 90/ DIE GR&Uuml;NEN)<br />Es gilt die Pr&auml;ambel der Vereinten Nationen &ndash; es ist wichtig, sie immer wieder einmal durchzusehen &ndash;: Erstens. Krieg ist eine Gei&szlig;el der Menschheit. Zweitens. Es gilt das Gebot der internationalen Friedenssicherung und des internationalen Gewaltverbots. Drittens &ndash; auch das steht in der Pr&auml;ambel &ndash;: Waffengewalt ist nur im gemeinsamen Interesse zul&auml;ssig. <br />Nun zum Koalitionsvertrag und dem, was in Zukunft n&ouml;tig ist: Die Bundeskanzlerin will mit der gro&szlig;en Koalition mehr Freiheit wagen. In Sachen <strong>Wehrpflicht</strong> tun Sie genau das Gegenteil. <br />(Rainder Steenblock [B&Uuml;NDNIS 90/DIE GR&Uuml;NEN]: Sehr richtig!)<br />Mit schwachen Argumenten halten Sie an einer Grundrechtseinschr&auml;nkung fest, die vor allem von den betroffenen j&uuml;ngeren Menschen in keiner Weise mehr nachvollzogen werden kann.<br />(Beifall beim B&Uuml;NDNIS 90/DIE GR&Uuml;NEN sowie bei Abgeordneten der FDP)<br />Liebe Kolleginnen und Kollegen vom ehemaligen Koalitionspartner SPD, mehr Demokratie wagen erscheint in diesem Bereich genau entgegengesetzt. Eine innerparteiliche Willensbildung zu dieser Streitfrage wurde zun&auml;chst vertagt, dann noch einmal vertagt und anschlie&szlig;end auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben. <br />(Widerspruch bei der SPD &ndash; Rainder Steenblock [B&Uuml;NDNIS 90/DIE GR&Uuml;NEN]: Das ist bitter!)<br />Inzwischen haben wir mehr als zehn Jahre Erfahrung mit Auslandseins&auml;tzen der Bundeswehr und mit deutschem Engagement in Krisenregionen insgesamt. Angesichts wachsender Ern&uuml;chterung in den letzten Jahren ist eine gro&szlig;e und umfassende Zwischenbilanz und Auswertung dieses Engagements angesagt. Was wurde erreicht, was wurde nicht erreicht? Wo gab und gibt es gute Ans&auml;tze, wo L&uuml;cken? <br />Eine solche Bilanzierung ist die notwendige Voraussetzung f&uuml;r eine <strong>deutsche Sicherheitsstrategie</strong><strong>.</strong> Auf der europ&auml;ischen Ebene haben wir inzwischen ein solches strategisches Dokument. Auf der Ebene der Vereinten Nationen &ndash; Kollege Kolbow hat das angesprochen &ndash; gibt es mit dem Bericht von Kofi Annan und der High Level Group ebenfalls Dokumente strategischer Dimension. Aber auf deutscher Ebene fehlt ein solches Dokument. Das m&uuml;ssen wir angehen. Eine solche Sicherheitsstrategie ist notwendig, um einen klareren au&szlig;en- und sicherheitspolitischen Kurs zu fahren. Sie ist auch f&uuml;r mehr Koh&auml;renz und Transparenz notwendig.<br />In den letzten Jahren hat es aus nachvollziehbaren Gr&uuml;nden eine regelrechte Entgrenzung deutscher Sicherheitspolitik gegeben. Ich glaube, jetzt ist es angesagt, sich &uuml;ber neue Grenzen zu verst&auml;ndigen.<br />(Beifall beim B&Uuml;NDNIS 90/DIE GR&Uuml;NEN &ndash; Dr.&nbsp;Rainer Stinner [FDP]: Jetzt, wo Sie in der Opposition sind!)<br />&ndash; Nein. Sie waren bei den verteidigungspolitischen Debatten in der letzten Legislaturperiode m&ouml;glicherweise nicht dabei. Das ist regelrecht ein Mantra von mir. Das ist keine neue Erkenntnis.<br />Zur Abr&uuml;stung: Dabei hat nat&uuml;rlich auch die Frage der nuklearen Teilhabe einen besonderen Stellenwert. In der Tat ist die <strong>nukleare Teilhabe</strong> der Bundesrepublik v&ouml;lliger Unsinn und l&auml;sst sich nicht mehr begr&uuml;nden.<br />(Beifall beim B&Uuml;NDNIS 90/DIE GR&Uuml;NEN und bei der LINKEN)<br />Eine umfassende, auf Gewaltvorbeugung ausgerichtete Sicherheitspolitik braucht F&auml;higkeiten, die am Bedarf orientiert und ausgewogen sind. Bei den Beschaffungen der Bundeswehr sind &ndash; angefangen bei der dritten Tranche des Eurofighter &ndash; erhebliche Korrekturen n&ouml;tig und m&ouml;glich. <br /><div>Sicherheitspolitik, die wirksam und gleichzeitig Friedenspolitik sein soll, erfordert vor allem bessere F&auml;higkeiten zur zivilen Krisenpr&auml;vention, Konfliktl&ouml;sung und Friedenskonsolidierung. Hier sind in den vergangenen sieben Jahren sehr wichtige Fortschritte erzielt worden. Es war eine ausdr&uuml;ckliche Erleichterung, festzustellen, dass im neuen Koalitionsvertrag die Umsetzung des <strong>Aktionsplans zur Zivilen Krisenpr&auml;vention</strong> angek&uuml;ndigt wird. <br />(Beifall bei Abgeordneten der SPD)<br />Vor der Rede des Kollegen Kolbow musste ich feststellen, dass kein anderer Redner der gro&szlig;en Koalition dazu Stellung genommen hat. Es ist eine weitere gewisse Erleichterung, dass wenigstens Sie diesen Punkt betont haben.<br />Im Koalitionsvertrag wird die Vorlage eines <strong>Wei&szlig;buchs</strong> versprochen. Das ist zu begr&uuml;&szlig;en. Kanzlerin Merkel verspricht eine umfassende Diskussion. Dies ist richtig, aber die Diskussion darf nicht wieder im Nachhinein stattfinden, wie es in der Vergangenheit immer wieder der Fall war. Die Diskussion muss stattdessen die Erarbeitung des Wei&szlig;buchs begleiten. <br />(Beifall beim B&Uuml;NDNIS 90/DIE GR&Uuml;NEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)<br /><strong>Vizepr&auml;sident Wolfgang Thierse: <br /></strong>Herr Kollege Nachtwei, Sie m&uuml;ssen bitte zum Ende kommen.<br /><strong>Winfried Nachtwei (B&Uuml;NDNIS 90/DIE GR&Uuml;NEN): <br /></strong>Ich komme jetzt zum Schluss. &ndash; Denn nur mit einer solchen breiten sicherheits- und friedenspolitischen Debatte k&ouml;nnen wir der zunehmenden Abkehr von einer Politik internationaler Verantwortung in der Bev&ouml;lkerung entgegenwirken. Den &bdquo;freundlich Desinteressierten&ldquo;, wie es der Bundespr&auml;sident formuliert hat, in der Gesellschaft, aber auch in der Politik sollten wir deutlich machen, dass es hierbei um nicht weniger als die Frage des Verh&auml;ltnisses der Bundesrepublik zu Krieg und Frieden geht. <br />Danke sch&ouml;n.<br />(Beifall bei Abgeordneten des B&Uuml;NDNISSES 90/ DIE GR&Uuml;NEN und der SPD)<br /></div></div>


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