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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Viel beschworen, wenig bekannt: Zivile KrisenprÃ¤vention, KonfliktlÃ¶sung + Friedenskonsolidierung, Teil 1</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Vereinte Nationen (UNO) + Stellungnahme</span>

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                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=11-120-99-83">Any of these categories</a>
                    -                        <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=11%2B120%2B99%2B83">All of these categories</a>
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        <h1>
            Viel beschworen, wenig bekannt: Zivile KrisenprÃ¤vention, KonfliktlÃ¶sung + Friedenskonsolidierung, Teil 1         </h1>
        <div class="xar-floatright"></div>
       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 6. März 2008 13:12:39 +02:00 (102412 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Wer es ernst meint mit einem gewaltprÃ¤ventiven Ansatz in der AuÃŸen- und Sicherheitspolitik, der muss mehr in die zivile KrisenprÃ¤vention investieren. In der Ã–ffentlichkeit sind die vielfÃ¤ltigen staatlichen und nicht-staatlichen AktivitÃ¤ten auf dem Feld der zivilen Konfliktbearbeitung noch viel zu wenig bekannt. Winfried Nachtwei gibt einen ersten bislang noch nicht vorhandenen Ãœberblick Ã¼ber die verschiedenen MaÃŸnahmen und AktivitÃ¤ten:</p></div>
            <div>    <hr />
<p>Teil 1</p>
<p>Teil 2:<br /> <a href="index.php/articles/665">Viel beschworen, wenig bekannt: Zivile KrisenprÃ¤vention, KonfliktlÃ¶sung + Friedenskonsolidierung, Teil 2</a></p>
<p>Bericht als PDF-Datei:<br /> <a href="downloads/bericht/zkb_nachtwei.pdf">Viel beschworen, wenig bekannt: Zivile KrisenprÃ¤vention, KonfliktlÃ¶sung + Friedenskonsolidierung</a></p>
<hr />
<p><strong>Viel beschworen, wenig bekannt:</strong></p>
<p><strong>Zivile KrisenprÃ¤vention,</strong></p>
<p><strong>KonfliktlÃ¶sung + Friedenskonsolidierung</strong></p>
<p>Aktueller Stand MÃ¤rz 2008 / Winfried Nachtwei, MdB</p>
<p>Zivile KrisenprÃ¤vention (ZKP) wird viel gefordert, ist aber mit ihrer Praxis zugleich meist wenig bekannt. Im Zwischenbericht der Friedens- und Sicherheitspolitischen Kommission von BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen fÃ¼r den Friedenspolitischen Kongress am 7./8. MÃ¤rz 2008 konnte die ZKB wegen der Beratungsabfolge noch nicht angemessen berÃ¼cksichtigt werden. Der folgende Beitrag versucht einen aktuellen Zwischenstand der vielfÃ¤ltigen staatlichen und nichtstaatlichen AktivitÃ¤ten auf dem Feld der Zivilen KrisenprÃ¤vention - selbstverstÃ¤ndlich ohne Anspruch auf VollstÃ¤ndigkeit.</p>
<p><strong>Inhalt:</strong></p>
<p>Einleitung und Zusammenfassung</p>
<p>(1) Bedeutung der Zivilen KrisenprÃ¤vention und FriedensfÃ¶rderung in der GroÃŸen Koalition</p>
<p>(2) Friedens- und sicherheitspolitischer Bedarf</p>
<p>(3) Pro + contra ZKB</p>
<p>(4) Aktionsplan Zivile KrisenprÃ¤vention - erster Umsetzungsbericht</p>
<p>(5) Der Ressortkreis Zivile KrisenprÃ¤vention</p>
<p>(6) Der Beirat zum Aktionsplan</p>
<p>(7) Ausgaben fÃ¼r zivile FriedensfÃ¶rderung</p>
<p>(8) Einzelne MaÃŸnahmen + Instrumente</p>
<p>a) ZIF</p>
<p>b) Polizeimissionen/CIVPOL</p>
<p>c) zivik</p>
<p>d) Ziviler Friedensdienst, Nonviolent Peaceforce</p>
<p>e) Gruppe Friedensentwicklung/FriEnt und gtz</p>
<p>f) Deutsche Stiftung Friedensforschung</p>
<p>g) Frauen, Frieden + Sicherheit</p>
<p>h) Friedensjournalismus</p>
<p>i) Plattform ZKB, Kampagne â€žVorrang fÃ¼r Zivil&quot;</p>
<p>j) Wirksamkeitsanalysen und Evaluation</p>
<p>(9) ZKB auf EU-Ebene</p>
<p>(10) ZKB auf globaler und UN-Ebene</p>
<p>(11) SchlÃ¼sselprobleme und wichtige nÃ¤chste Schritte</p>
<p><strong><em>Einleitung</em></strong></p>
<p><strong><em>Ziel der Zivilen Konfliktbearbeitung</em></strong><em> (ZKB) bzw. FriedensfÃ¶rderung ist nicht die Konfliktvermeidung, sondern die zivil-friedliche Austragung von Konflikten in den verschiedenen Konfliktphasen und Gewaltminderung: KrisenprÃ¤vention im Vorfeld, KonfliktlÃ¶sung im zugespitzten bzw. â€žeingefrorenen&quot; Konflikt und Friedenskonsolidierung als Konfliktnachsorge. Strukturbezogene (lÃ¤ngerfristige) KrisenprÃ¤vention zielt auf den lÃ¤ngerfristigen Abbau von Konflikt- und Gewaltursachen; prozessorientierte operative (mittel- und kurzfristige) KrisenprÃ¤vention zielt auf die Verhinderung von Konflikteskalationen. Friedenskonsolidierung/ Peacebuilding soll nach WaffenstillstÃ¤nden RÃ¼ckfÃ¤lle in die Gewalt verhindern und stabilen Frieden fÃ¶rdern. Angesichts privatisierter Gewalt und schwacher Staatlichkeit geht Friedenskonsolidierung oft mit BemÃ¼hungen eines â€žStatebuilding&quot; einher. Die groÃŸe Masse der UN-Friedenssicherung agiert auf diesem Feld der Konfliktnachsorge. Viele Politikfelder sind von erheblicher krisenprÃ¤ventiver Relevanz - von der Klima-, Energie- und Ressourcenpolitik Ã¼ber Entwicklungspolitik + Integrationspolitik nach auÃŸen und im Innern bis zu AbrÃ¼stung und RÃ¼stungskontrolle. Um die Entgrenzung und Verflachung des PrÃ¤ventionsbegriffs zu vermeiden, soll hier unter KrisenprÃ¤vention in erster Linie ihre operative Dimension verstanden werden. ZKB ist eine wesentliche SÃ¤ule der Friedens- und Sicherheitspolitik.</em></p>
<p><strong><em>Anforderungen</em></strong><em>: staatliche und nichtstaatliche, nationale und internationale Akteure kÃ¶nnen zur ZKB auf der unteren, mittleren und nationalen Ebene von Konfliktgesellschaften sowie im regionalen und internationalen Rahmen mit unterschiedlicher Reichweite und Wirksamkeit beitragen.</em></p>
<p><em>KrisenprÃ¤vention und KonfliktlÃ¶sung kann von auÃŸen nur unterstÃ¼tzt, aber nicht ersetzt werden. Die Hauptverantwortung bleibt bei den Konfliktparteien. GegenÃ¼ber komplexen Konflikten mit vielen Akteuren gibt es selbstverstÃ¤ndlich kein prÃ¤ventives Allheilmittel und erst recht keine Erfolgsgarantie. KrisenprÃ¤vention ist kein politisches Ingenieurwesen. Die Eskalation vieler Gewaltkonflikte ist zugleich eine Geschichte der verpassten Chancen. Die internationale Ignoranz gegenÃ¼ber dem gewaltfreien Widerstand im Kosovo in den 90er Jahren und die SchwÃ¤che der OSZE-Mission Ende 1998/Anfang 1999 dort stehen dafÃ¼r. Umso mehr kommt es darauf an, gewaltprÃ¤ventive Chancen und Potenziale zu identifizieren und zu nutzen.</em></p>
<p><em>Notwendig sind ganze BÃ¼ndel von Politiken, Pfaden, MaÃŸnahmen, Instrumenten.</em></p>
<p><em>Soll ZKB Erfolgschancen haben, muss sie frÃ¼h- und rechtzeitig ansetzen (d i e Schwierigkeit und Herausforderung), muss die Internationale Gemeinschaft eine kohÃ¤rente und multidimensionale Politik entwickeln, mÃ¼ssen internationale und einheimische, staatliche und gesellschaftliche Akteure zusammenwirken und ihre FÃ¤higkeiten und KapazitÃ¤ten angemessen sein.</em></p>
<p><strong><em>Herkunft + Stellenwert</em></strong><em>: FÃ¼rsprecher der ZKB sind seit den 80er Jahren Friedensforschung, Teile der Friedensbewegung (insbesondere praxisorientierte Pazifisten), GrÃ¼ne und Teile der SPD sowie die Friedensdenkschriften der Kirchen. Konzepte des â€žgerechten Friedens&quot; und der â€žmenschlichen Sicherheit&quot; fordern den Primat der ZKB und GewaltprÃ¤vention. Auch die â€žResponsibiliy to Protect&quot; setzt zuallererst auf zivile gewaltfreie Interventionen. Mit ZKB wird der Grundwert Gewaltfreiheit in Politik und Praxis umgesetzt und operativ. ZKB ist ein KontinuitÃ¤tsthema der GrÃ¼nen und in ihren Programmen so konkret wie bei keiner anderen Partei eingefordert. Forciert durch die Erfahrungen der Balkankriege wurde die (zivile) KrisenprÃ¤vention seit Ende der 90er Jahre zunehmend ein Thema auf den Ebenen von EU (ESVP) und Vereinten Nationen. BefÃ¶rdert durch ihre Einsatzerfahrungen auf dem Balkan und in Afghanistan drÃ¤ngen inzwischen auffÃ¤llig viele Offiziere auf eine StÃ¤rkung ziviler FÃ¤higkeiten. Inzwischen hat sich die Basis der ZKB in Deutschland vor allem um Praktiker mit Erfahrungen aus Konfliktregionen und viele Absolventen von StudiengÃ¤ngen zur Internationalen Politik erweitert. Die ZKB-â€žSzene&quot; ist im Durchschnitt erheblich jÃ¼nger als die Friedensbewegung, der man sich nur zum Teil verbunden fÃ¼hlt.</em></p>
<p><em>Ausgehend von den KoalitionsvertrÃ¤gen 1998 und 2002 leistete RotgrÃ¼n zum Aufbau der ZKB: operativ bei der EindÃ¤mmung gefÃ¤hrlicher Konflikten (z.B. auf dem Balkan nach dem abschreckenden Beispiel des Kosovo-Krieges) und strukturell beim Aufbau neuer Instrumente und FÃ¤higkeiten.(vgl. die Dokumentationen der Bundestagsfraktion von BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen â€žGewaltvorbeugung konkret: Zwischenbilanz rotgrÃ¼ner MaÃŸnahmen zur zivilen KrisenprÃ¤vention&quot;, MÃ¤rz 2001,und â€žWer den Frieden will, bereite den Frieden vor. BeitrÃ¤ge zur StÃ¤rkung der zivilen SÃ¤ulen internationaler Friedensmissionen&quot;, November 2001)</em></p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">Marksteine einer neuen Infrastruktur fÃ¼r ZKB</span> wurden das Zentrum Internationale FriedenseinsÃ¤tze/ZIF, der Zivile Friedensdienst/ZFD, die krisenprÃ¤ventive Ausrichtung der Entwicklungszusammenarbeit/FriEnt, die Deutsche Stiftung Friedensforschung, die UnterstÃ¼tzung zivilgesellschaftlicher ZKB-Projekte Ã¼berâ€ž zivik&quot;, der Ausbau von KapazitÃ¤ten fÃ¼r internationale Polizeimissionen, der Aktionsplan â€žZivile KrisenprÃ¤vention, KonfliktlÃ¶sung und Friedenskonsolidierung&quot; der Bundesregierung von 2004 und nicht zuletzt die aktive FÃ¶rderung der nicht-militÃ¤rischen FÃ¤higkeiten auf Ebene der EU und Vereinten Nationen.</em></p>
<p><em>Im Wahlprogramm von BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen von 2005 heiÃŸt es:</em></p>
<p><em>â€žDer Vorrang der zivilen Konfliktbearbeitung und GewaltprÃ¤vention muss sich international, europÃ¤isch und national finanziell widerspiegeln.(...) Das Zentrum Internationale FriedenseinsÃ¤tze (ZIF) und der neue Aktionsplan KrisenprÃ¤vention gelten international als vorbildlich. Staatliche und zivilgesellschaftliche FÃ¤higkeiten zur zivilen KrisenprÃ¤vention (darunter der Zivile Friedensdienst und die Stiftung Friedensforschung) wollen wir personell, finanziell und strukturell durch ein ziviles Entsendegesetz stÃ¤rken. Wir setzen uns weiter dafÃ¼r ein, dass das EuropÃ¤ische Zivile Friedenskorps endlich umgesetzt wird und eine Agentur fÃ¼r Ziviles Krisenmanagement und AbrÃ¼stung eingerichtet wird.&quot;</em></p>
<p><em>Die Infrastruktur ZKB hÃ¤tte noch viel besser verankert und entwickelt werden kÃ¶nnen, wenn sie nicht nur Sache der GrÃ¼nen Staatsminister Ludger Volmer und Kerstin MÃ¼ller, sondern auch des Ministers Joschka Fischer gewesen wÃ¤re. Letzteres war nicht zu erkennen.</em></p>
<p><strong><em>Grundwiderspruch und Handicap</em></strong><em> aller BemÃ¼hungen fÃ¼r ZKB ist bis heute der zunehmende Bedarf, der teilweise hohe verbale Zuspruch + die geringe Streitigkeit einerseits, die geringe KohÃ¤renz, Ressourcenausstattung und minimale Ã¶ffentliche Wahrnehmung andererseits.</em></p>
<p><strong><em>Dringende Schritte:</em></strong></p>
<ul>
<li>- <em>Entwicklung einer ressortÃ¼bergreifenden FÃ¼hrungsfÃ¤higkeit in der Bundesregierung, Steuerungskompetenz des Ressortkreises</em></li>
<li>- <em>Deutliche finanzielle und personelle VerstÃ¤rkung, ZFD 500, stehende KrÃ¤fte (Aufholprogramm), gemeinsamer Haushaltstitel KrisenprÃ¤vention</em></li>
<li>- <em>Kooperations- und KohÃ¤renzfÃ¶rderung, KlÃ¤rung des VerhÃ¤ltnisses zwischen zivilen und militÃ¤rischen Akteuren</em></li>
<li>- <em>Kommunikationsstrategie und -kapazitÃ¤ten</em></li>
<li>- <em>Zivile Planziele 2010 orientiert am Bedarf + in Abstimmung mit den Planzielen der EU</em></li>
<li>- <em>Chancenanalysen + early-action-Mechanismen</em></li>
</ul>
<p><strong>(1) Stellenwert der Zivilen KrisenprÃ¤vention/Konfliktbearbeitung (ZKP/ ZKB) und FriedensfÃ¶rderung in der GroÃŸen Koalition</strong>: Im Koalitionsvertrag von 2005 hat KrisenprÃ¤vention einen deutlich geringeren Stellenwert als bei RotgrÃ¼n, wo die GrÃ¼nen bei der Koalitionsvereinbarung 2002 die Formulierer waren. Von explizit ziviler KrisenprÃ¤vention ist keine Rede mehr. Es heiÃŸt aber noch, dass der Aktionsplan KrisenprÃ¤vention umgesetzt werden soll. Einzelnen SPD-Politikern ist ZKB weiterhin ein aktives Anliegen. CDU-AuÃŸenpolitiker zeigten hier in der Vergangenheit kein Engagement. Erst in jÃ¼ngerer Zeit zeigten einzelne Abgeordnete positives Interesse. Neue Initiativen gab es unter der GroÃŸen Koalition nicht.</p>
<p>In der Exekutive hat die explizite ZKB trotz aller konzeptionellen Anstrengungen nach EinschÃ¤tzung von Insidern eine Nischenexistenz. Beim Mainstreaming der ganzen Bundesregierung bez. KrisenprÃ¤vention sind Fortschritte nicht erkennbar. Am ehesten kommt Engagement aus dem AA (und vorbildlich vom AA-Krisenbeauftragten Botschafter F. DÃ¤uble), BMZ, BMVg. Andere Ressorts sollen zurÃ¼ckhaltend sein. Das erlebt der Ressortkreis KrisenprÃ¤vention, dem es eindeutig an Steuerungskompetenz und Ressourcen mangelt und der deshalb auf die freiwillige Zusammenarbeit der Ressorts angewiesen ist. (Die von mir anlÃ¤sslich eines Koalitionskonfliktes noch unter RotgrÃ¼n im FrÃ¼hjahr 2005 ausgehandelten 10 Mio. Euro, die das Verteidigungsministerium fÃ¼r Zwecke des Ressortkreises zur VerfÃ¼gung stellte - â€žStrukturelle Krisenvorsorge&quot; - gelten als groÃŸe Hilfe. Sie wurden u.a. zur Starthilfe fÃ¼r den Provincial Development Fund in Kunduz.)</p>
<p>Integrierte FÃ¼hrungsstrukturen, wie es sie z.B. in Kanada und GroÃŸbritannien gibt und sie beim Verteidigungsministerium mit dem kÃ¼nftigen EinsatzfÃ¼hrungsstab kommen sollen, gibt es hierzulande auf der zivilen Seite nicht. Insgesamt sehen zivilgesellschaftliche Akteure Stillstand bis RÃ¼ckschritt. Ein politischer Wille zur Weiterentwicklung der ZKB ist auf der FÃ¼hrungsebene der Bundesregierung nicht erkennbar. Einige Signale stehen sogar auf Abbau. So soll die Funktion des Krisenbeauftragten des AA seine EigenstÃ¤ndigkeit verlieren und einem anderen Beauftragten zugeordnet werden.</p>
<p><strong>(2) Friedens- und sicherheitspolitische Bedarf</strong>: Laut Conflict Barometer 2007 des Heidelberger Instituts fÃ¼r Internationale Konfliktforschung (HIIK) gab es 2007 insgesamt 328 (2006: 326) politische Konflikte, davon 6 (6) Kriege, 25 (30) schwere Krisen mit massiver Gewalt, 99 (104) Krisen mit sporadischer Gewalt, zusammen 130 (140) gewaltsame Konflikte. Hinzu kamen 198 nicht-gewaltsame Konflikte, davon 118 (114) manifeste und 80 (72) latente. 238 der Konflikte waren innerstaatlich, 90 zwischenstaatlich. Die Kriege und schweren Krisen waren alle intern (Tschad auch transnational). Von Krisen waren 6 zwischenstaatlich, 93 innerstaatlich. WÃ¤hrend 36 Konflikte eskalierten, konnten 61 deeskaliert werden. Bei 52 der 328 gegenwÃ¤rtigen Konflikte gab es GesprÃ¤che, Verhandlungen oder Konferenzen zwischen den Konfliktparteien. Zwei Drittel endeten ohne Ergebnis, in 29 FÃ¤llen konnten Abkommen geschlossen werden. (<a href="http://www.hiik.de/">http://www.hiik.de/</a>)</p>
<p>Der â€žIndex of State Weakness in the Developing World&quot; von Susan Rice + Stewart Patrick (Brookings-Institute) von Februar 2008 Ã¼berprÃ¼ft auf der Basis von 20 Indikatoren 141 EntwicklungslÃ¤nder: Demnach gelten Somalia, Afghanistan, DR Kongo und Irak als Failed States, 24 weitere als Critically Weak States und 27 als Weak States. Weitere gelten als â€žStates to Watch&quot;. (<a href="http://www.brookings.edu/reports/2008">www.brookings.edu/reports/2008</a> ...)</p>
<p>Geradezu einzigartig auf dem Feld early warning und Konfliktanalyse ist FAST International unter dem Dach von swisspeace. Die Beobachtung von zzt. 25 KrisenlÃ¤ndern wird wÃ¶chentlich fortgeschrieben. (<a href="http://www.swisspeace.ch/">http://www.swisspeace.ch/</a>)</p>
<p>Trotz aller Berliner Stagnation liegt die <span style="text-decoration: underline;">ZKP voll im Trend</span> der internationalen Politik, bietet Antworten auf eine stark wachsende Nachfrage. Stichworte dafÃ¼r sind</p>
<p>- die neue Peacebuilding Commission der UN, mit der die komplexen und langwierigen Friedenskonsolidierungsprozesse auch auf UN-Ebene erstmalig abgestimmt begleitet und unterstÃ¼tzt werden sollen;</p>
<p>- die Anstrengungen der EU: â€žZivile Planziele 2008&quot; und inzwischen â€ž2010&quot;; die zzt. 12 EU-Missionen im Bereich der zivilen ESVP (in PalÃ¤stina und Aceh war ausdrÃ¼cklich nur die EU erwÃ¼nscht), der Aufbau von â€žCivilian Response Teams&quot;/CRT (stand-by und schnell einsatzfÃ¤hig; solches hat auch die UN noch nicht);</p>
<p>- vor dem Hintergrund des Irak-Desasters die â€žKehrtwende der Bush-Administration zum Nation Building&quot; (so der Titel einer SWP-Studie) in 2004: seit Juli 2004 gibt es im State Departement das â€žOffice of the Coordinator for Reconstruction and Stabilization&quot; (S/CRS), das in 2006 Ã¼ber 100 Mio. $ verfÃ¼gte. Mit der Directive 3000.5 wurden Stabilisierungsoperationen, die bisher unter Rumsfeld eher verÃ¤chtlich gemacht wurden, gegenÃ¼ber der frÃ¼heren Hegemonie von Combat Operations deutlich aufgewertet. Ein Conflict Response Fund soll 100 Mio. $ bekommen - Experten halten allerdings 1 Mrd. $ fÃ¼r notwendig. In Erwartung einer neuen US-Administration ist auf US-Seite ein Schub an Interesse und Dynamik auf diesem Politikfeld zu beobachten;</p>
<p>- nicht zuletzt die deutlich wachsende Offenheit, ja sogar manchmal das regelrechte DrÃ¤ngen bei deutschen MilitÃ¤rs auf StÃ¤rkung der ZKB, insbesondere auf der Ebene Friedenskonsolidierung. Aus eigener Erfahrung sieht man immer deutlicher: Ohne effektive zivile KrisenprÃ¤vention werden teure AuslandseinsÃ¤tze immer hÃ¤ufiger nÃ¶tig, ohne ausgewogene FÃ¤higkeiten des Peacebuilding dauern militÃ¤rische StabilisierungseinsÃ¤tze potenziell endlos. Damit geraten sie in Gefahr, immer weniger als UnterstÃ¼tzungs- und mehr und mehr als Besatzungstruppe wahrgenommen zu werden. Es ist schon eine Ironie der besonderen Art, dass KrisenprÃ¤vention inzwischen am ehesten Zuspruch aus den Reihen einsatzerfahrener Offiziere - und weniger aus dem AA - erfÃ¤hrt.</p>
<p><strong>(3) Pro + contra ZKB</strong></p>
<p>(a) Die im November 2007 erschienene Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche Deutschlands wie auch das Friedenswort der deutschen katholischen BischÃ¶fe aus dem Jahr 2000 betonen den Primat der Zivilen Konfliktbearbeitung im Rahmen des Konzepts des gerechten Friedens. Beide Kirchen kÃ¶nnen sich dabei auf reiche Erfahrungen mit konkreter Friedens- und VersÃ¶hnungsarbeit stÃ¼tzen.</p>
<p>(b) Nicht wenig verbreitet sind zwei Arten von Vorbehalten gegenÃ¼ber ZKB: Die eine Variante wird vertreten von traditionalistischen Teilen des AuswÃ¤rtigen Amtes, wonach man â€žso was sowieso schon immer mache.&quot; Hier wird das innovative ZusÃ¤tzliche der ZKB gegenÃ¼ber der traditionellen Diplomatie verkannt. Die andere Variante bringen Teile von Friedensbewegten vor, die die BemÃ¼hungen um ZKB wegen der geringen Ressourcenausstattung als Alibiveranstaltung abtun und damit bei aller berechtigten Kritik die relativen Fortschritte und vor allem Chancen verkennen.</p>
<p>(c) Einziger groÃŸer Streitpunkt in Sachen ZKB ist das <strong>VerhÃ¤ltnis zum MilitÃ¤r</strong>.</p>
<p>Der 1. Umsetzungsbericht zum Aktionsplan KrisenprÃ¤vention der Bundesregierung rechnet das MilitÃ¤r unterschiedslos der KrisenprÃ¤vention zu. Das ist falsch, auch wenn bestimmte Kategorien von MilitÃ¤reinsÃ¤tzen (MilitÃ¤rbeobachter, Stabilisierung) zur GewalteindÃ¤mmung beitragen kÃ¶nnen.</p>
<p>Ein Teil von NGO`s und Hilfsorganisationen wehrt sich gegen eine vereinnahmende Form von zivil-militÃ¤rischer Zusammenarbeit und pocht auf Distanz und UnabhÃ¤ngigkeit gegenÃ¼ber MilitÃ¤rs, das als Stabilisator gleichzeitig meist fÃ¼r notwendig gehalten wird.</p>
<p>Fundamentalere Teile von Friedensbewegung attackieren jede Form der Zusammenarbeit zwischen zivilen und militÃ¤rischen Akteuren als Verrat an der Forderung, ZKB als Alternative zum MilitÃ¤r zu sehen. Das geht mit der Behauptung einher, heutzutage stÃ¤nden alle ZKB-AktivitÃ¤ten unter dem Primat des MilitÃ¤rischen. Zumindest auf deutsche Verantwortungsbereiche z.B. in Afghanistan trifft das nicht zu.</p>
<p>Auf dieser fundamentalen Linie schwimmt auch die Partei Die Linke, die wohl immer wieder die Notwendigkeit von ZKP beschwÃ¶rt, sich ansonsten aber damit begnÃ¼gte, die realen Fortschritte auf dem Feld der ZKP als Alibiveranstaltung abzutun. Auf konkrete BeitrÃ¤ge zur Weiterentwicklung der ZKP verzichtete die Linke weitestgehend. Sie begnÃ¼gt sich mit einer Art von Antimilitarismus, der sich auf das pauschale und polarisierende, antiimperialistische Contra konzentriert und somit kompatibel ist zu antipazifistischen NVA-MilitÃ¤rtraditionen in den eigenen Reihen.</p>
<p>Nach aller Erfahrung in Konfliktregionen mit Bundeswehr empfiehlt es sich, nÃ¼chtern und selbstbewusst mit dem zivil-mililitÃ¤rischen VerhÃ¤ltnis umzugehen. NatÃ¼rlich sind die Organisationskulturen, FÃ¤higkeiten und Potenziale verschieden und besteht das latente Risiko, dass zivilgesellschaftliche Akteure durch die bloÃŸe Organisationsmacht des MilitÃ¤rs beiseite gedrÃ¤ngt werden. Zugleich ist aber immer wieder Ã¼berraschend zu erleben, wie â€žschwach&quot; und suchend die so stark erscheinenden MilitÃ¤rs oft sind, die um die Begrenztheit ihres Tuns wissen. Deshalb gilt es, neue Chancen zu nutzen, statt Ã¤ngstlich-defensiv als erstes immer auf Abgrenzung zu achten.</p>
<p>(d) Hierzulande noch undiskutiert ist die Frage, wie mit der regelrechten strategischen Offensive fÃ¼r zivile FÃ¤higkeiten umzugehen ist, die z.B. in der jÃ¼ngsten umfassenden US-RAND-Studie â€žWar by Other Means - building complete and balanced capabilities for counterinsurgency&quot; (COIN) exemplarisch zum Ausdruck kommt. Ihr Ausgangspunkt ist der Ã¼berzeugend erbrachte Beweis von der verheerend-kontraproduktiven Wirkung des militÃ¤rdominierten â€žGlobal War Aganist Terrorism&quot;. Im Rahmen einer Strategie fÃ¼r â€žzivile AufstandsbekÃ¤mpfung&quot; werden good governance als SchlÃ¼sselherausforderung identifiziert und gezieltes Jobtraining, ein effizientes und faires Rechtssystem sowie Grundbildung als elementare Schritte genannt. Zivile KapazitÃ¤ten, die in Deutschland und EU den Kontexten ZKB + Statebuilding zugerechnet werden, sind in der Studie umfassend fÃ¼r die USA, Internationale Organisationen und VerbÃ¼ndete unter der Ãœberschrift â€žCOIN-Capacity&quot; aufgelistet. Hier wird das Risiko der Instrumentalisierung und Vereinnahmung von ZKB-FÃ¤higkeiten zu anderen politischen Zwecken deutlich. (<a href="http://www.rand.org/pubs/monographs/2008/RAND">www.rand.org/pubs/monographs/2008/RAND</a> MG595.2.pdf)</p>
<p><strong>(4) Aktionsplan Zivile KrisenprÃ¤vention - erster Umsetzungsbericht der Bundesregierung</strong>: Ende Mai 2006 wurde der vom Kabinett gebilligte Bericht unter dem Titel â€žSicherheit und StabilitÃ¤t durch KrisenprÃ¤vention gemeinsam stÃ¤rken. Mai 2004 - April 2006&quot; vorgelegt. (BT-Drs. 16/1809) Bekannt gemacht Ã¼ber eine Routine-Pressemitteilung des AA fand das null Niederschlag in den Medien.</p>
<p>Erneut beeindruckt die FÃ¼lle an AktivitÃ¤ten und MaÃŸnahmen. Vor dem Hintergrund der mageren Personalausstattung des Ressortkreises ist der Bericht eine stramme Leistung. GegenÃ¼ber den unÃ¼bersichtlichen Ã¼ber 160 Aktionen des Aktionsplans werden jetzt Umsetzungsschwerpunkte benannt und Schwachstellen zumindest angedeutet. In der auÃŸen- und sicherheitspolitischen Diskussion steht die FÃ¶rderung von KohÃ¤renz zu Recht ganz vorne. Umso unverstÃ¤ndlicher ist, dass in der Bundesregierung der Aktionsplan und das WeiÃŸbuch weitgehend separat voneinander entwickelt wurden und der Aktionsplan im WeiÃŸbuch nur als AnhÃ¤ngsel formuliert ist. Das Gebot integrierter Friedens- und Sicherheitspolitik wird somit schon in den Grundlagendokumenten nicht eingelÃ¶st. Offenkundig strittig ist die Positionierung von Aktionsplan und WeiÃŸbuch in der Hierarchie der Regierungsdokumente.</p>
<p>Problematisch sind zwei Erweiterungen des PrÃ¤ventionsbegriffs: Ãœber die Tatsache, dass Bundesrepublik und Internationale Gemeinschaft Ã¼berwiegend mit PrÃ¤vention im Kontext der Konfliktnachsorge befasst sind, geht der Blick fÃ¼r den Nachholbedarf an PrimÃ¤rprÃ¤vention verloren. Falsch ist die unterschiedslose Vereinnahmung von MilitÃ¤reinsÃ¤tzen unter PrÃ¤vention. Richtig ist, dass MilitÃ¤reinsÃ¤tze in Gestalt von Friedensmissionen eine gewalteindÃ¤mmende und -prÃ¤ventive Funktion haben sollen und kÃ¶nnen. Das gilt aber selbstverstÃ¤ndlich nicht generell fÃ¼r MilitÃ¤reinsÃ¤tze. (Bei den ISAF-KampfeinsÃ¤tzen im SÃ¼den Afghanistans wird das offenkundig.) Die Zivil-MilitÃ¤rische Zusammenarbeit wird einseitig und damit verkÃ¼rzt nur aus militÃ¤rischer, nicht aber EZ-, NGO- und AA-Sicht dargestellt. UnverstÃ¤ndlich ist, warum im Aktionsplan fÃ¼r die KrisenprÃ¤vention und politische KohÃ¤renz so wichtige Institutionen wie Deutsche Stiftung Friedensforschung und Bundesakademie fÃ¼r Sicherheitspolitik keine ErwÃ¤hnung finden. Nur angedeutet wird das Kernproblem mangelnder Sichtbarkeit von KrisenprÃ¤vention und ihre bessere â€žVermarktung&quot; als strategische Herausforderung. Das grÃ¶ÃŸte Defizit des Berichts ist, dass fÃ¼r neue zivile FÃ¤higkeiten und KapazitÃ¤ten keine Wegmarken und Headline Goals genannt werden.</p>
<p>Zentraler Angelpunkt fÃ¼r die <span style="text-decoration: underline;">Weiterentwicklung des Aktionsplans</span> ist, dass der Ressortkreis Ã¼ber die bisherige Koordinationsfunktion hinaus Steuerungskompetenzen erhalten muss (Anbindung an StaatssekretÃ¤rsebene). Dem Ressortkreis muss ein Finanzpool mit â€žneuem Geld&quot; zugeordnet werden, mit dem dringende und ressortÃ¼bergreifende MaÃŸnahmen gefÃ¶rdert werden kÃ¶nnen. Damit der Ressortkreis seine kÃ¼nftig vermehrt auch internationale Arbeit leisten kann, braucht er eine erheblich bessere personelle Ausstattung.</p>
<p>Von groÃŸer Bedeutung ist, dass Aktionsplan und Umsetzungsbericht ihren gebÃ¼hrenden Platz bei der allseits geforderten breiten gesellschaftlichen Debatte zur Friedens- und Sicherheitspolitik finden. Das geschieht bisher punktuell, aber keineswegs in der Breite.</p>
<p>(vgl. Stellungnahmen der â€žPlattform Zivile Konfliktbearbeitung&quot;, des Frauensicherheitsrates und des Forums Menschenrechte zum Umsetzungsbericht sowie meinen Kommentar zu 1 Jahr Aktionsplan, <a href="/">http://www.nachtwei.de/</a>)</p>
<p>Am 15. Dezember 2006 wurde der Umsetzungsbericht in erster Lesung im Bundestag debattiert. Nachdem die Union in der vorigen Legislaturperiode desinteressiert, die FDP lÃ¤sternd mit dem Aktionsplan umgegangen waren, lobten jetzt beide Fraktionen den Aktionsplan erstmalig ausdrÃ¼cklich. Allein die Linksfraktion tat ihn als Alibiveranstaltung ab. Ich machte KlÃ¤rungs- und StÃ¤rkungsvorschlÃ¤ge im o.g. Sinne. Danach ging der Umsetzungsbericht in die AusschÃ¼sse, wurde dort aber z.T. ohne Aussprache zur Kenntnis genommen.</p>
<p>Der <span style="text-decoration: underline;">Zweite Umsetzungsbericht</span> soll im Mai/Juni 2008 erscheinen.</p>
<p><strong>(5) Der Ressortkreis Zivile KrisenprÃ¤vention </strong>hat erste Projekte abgeschlossen: Die Arbeitsergebnisse des LÃ¤ndergesprÃ¤chskreises Nigeria wurden an die europÃ¤ischen Gremien weitergeleitet. (Daniel DÃ¼ckers: Pilotprojekt â€žGesprÃ¤chskreis Nigeria&quot; der dt. Biundesregierung. Ein Ansatz der inklusiven Politikentwicklung im Rahmen der zivilen KrisenprÃ¤vention. Konzept, Zwischenbilanz, Empfehlungen, Juli 2005) Die RK-Arbeitsgruppe zur Sicherheitssektorreform, wozu es bisher etliche gute EinzelmaÃŸnahmen, aber kein Gesamtkonzept gab, hat im Dezember 2006 ein â€žInterministerielles Rahmenkonzept zur UnterstÃ¼tzung von Reformen des Sicherheitssektors in Entwicklungs- und TransformationslÃ¤ndern&quot; vorgelegt. Die Arbeiten zu einem â€žZivile-EinsatzkrÃ¤fte-Gesetz&quot; dauern an. Neu ist die AG â€žVernetzung in der KrisenbewÃ¤ltigung&quot;. Ausgehend von Erfahrungen mit bisherigen KrisenbewÃ¤ltigungseinsÃ¤tzen sollen Empfehlungen zur Ressortzusammenarbeit vorgelegt werden. Die vor zwei Jahren gegrÃ¼ndete RK-AG â€žRolle der Privatwirtschaft in der Zivilen KrisenprÃ¤vention, KonfliktlÃ¶sung und Friedenskonsolidierung&quot; kam mangels Interesse wichtiger Akteure nicht voran.</p>
<p><strong>(6) Der</strong> <strong>Beirat zum Aktionsplan</strong> ist mit seinen ReprÃ¤sentanten aus Wissenschaft/Sicherheit/ Politikberatung (6), Entwicklungspolitik (2), Menschenrechte + humanitÃ¤re Fragen (1), Umwelt (2), Kirchen (1), Wirtschaft (3), politische Stiftungen (1), bis zu drei berufene Mitglieder und fakultative Teilnahme von FraktionsvertreterInnen breit und interessant zusammengesetzt. Im September 2007 lÃ¶ste Dr. Hans-Joachim Spanger (Hess.Stiftung fÃ¼r Friedens- und Konfliktforschung) Angelika Spelten (Plattform ZKB) und Stefan Mair (Stiftung Wissenschaft und Politik) als Vorsitzende des Beirats ab. Der Beirat versteht sich als Berater und kritischer Begleiter des Ressortkreises. Beispielhaft fÃ¼r die anregende Funktion des Beirats war auf einer der letzten Sitzung ein Vortrag zur Bedeutung der Gesundheitspolitik fÃ¼r die KrisenprÃ¤vention. Inzwischen bildete der Beirat Themengruppen zum Sudan und zur Vernetzung in der KrisenbewÃ¤ltigung.</p>
<p><strong>(7) Ausgaben fÃ¼r Zivile Friedenspolitik</strong>: In Teilen von Friedensbewegung herrscht die Wahrnehmung, fÃ¼r ZKB wÃ¼rden nur 14 Mio. Euro (in 2006 fÃ¼r den ZFD) aufgebracht, fÃ¼r das MilitÃ¤r demgegenÃ¼ber 24 Mrd. Euro. Auch wenn die Diskrepanzen zwischen den militÃ¤rischen und zivilen Ausgaben weiterhin krass sind, so sind die tatsÃ¤chlichen Relationen doch etwas anders: Nach einer Durchsicht der EinzelplÃ¤ne des AA, BMZ, BMWi, des Kanzleramtes, des Forschungsministeriums und des BMVg kommen wir nach einer Aufstellung des BÃ¼ros unseres HaushÃ¤lters Alex Bonde fÃ¼r 2007 auf eine GrÃ¶ÃŸenordnung von 3,268 Mrd. Euro fÃ¼r MaÃŸnahmen der zivilen KrisenprÃ¤vention, KonfliktlÃ¶sung und Friedenskonsolidierung im weiteren Sinne.</p>
<p>Die MilitÃ¤rausgaben waren mit ca. 24 Mrd. Euro demgegenÃ¼ber viel hÃ¶her, angesichts der besonderen Kostspieligkeit von MilitÃ¤r und im Vergleich zu anderen VerbÃ¼ndeten noch relativ â€žgeringer&quot;. (1,4% vom BIP; GB gibt 2,3%, FR 2,5%, RUS 2,7% und USA 3,8% aus; hier wurden unter Rot-GrÃ¼n auch erhebliche Begehrlichkeiten abgewehrt.)</p>
<p>Das AuswÃ¤rtige Amt musste im Vergleich zur Zeit des Ost-West-Konflikts 25 Botschaften mehr mit 10 % weniger Personal (- 683 Stellen) bestreiten, abgesehen von der â€žkleinen&quot; Zunahme an Konflikten und Krisen, zu deren EindÃ¤mmung und BewÃ¤ltigung Deutschland beitragen will. Der AA-Haushalt umfasste in 2006 0,95% des Bundeshaushalts (28,99 Euro/Kopf der BevÃ¶lkerung). Notwendig wÃ¤re eine GrÃ¶ÃŸenordnung um 1,2%!</p>
<p>FÃ¼r 2008 wurde endlich eine Trendumkehr eingeleitet: Der AA-Haushalt wÃ¤chst um 13,9% auf 2,86 Mrd. Euro und einem Anteil von 1,01% am Bundeshaushalt (2007 0,92%).</p>
<p>Der fÃ¼r die ZKB zentrale AA-Titel â€žUnterstÃ¼tzung von internationalen MaÃŸnahmen auf dem Gebiet der KrisenprÃ¤vention, Friedenserhaltung und KonfliktbewÃ¤ltigung&quot; entwickelte sich sehr wechselhaft: Nach 13,9 Mio. in 2004 und 17,15 in 2005 brachte der Regierungswechsel einen RÃ¼ckgang auf 12,2 Mio. Nach 12,6 Mio. in 2007 wurde der Titel fÃ¼r 2008 auf 63,2 Mio. Euro erhÃ¶ht. Davon umfasst ein neuer â€žFeuerwehr-Topf&quot; fÃ¼r schnelle MaÃŸnahmen 25 Mio. Euro. Es fehlt aber bisher an einer transparenten, gar abgestimmten Verwendung der krisenprÃ¤ventiven Mittel aller Ressorts. In der 2. Lesung des Bundeshaushaltes 2008 am 28.11.2007 schlug der SPD-HaushÃ¤lter Lothar Mark die Einrichtung eines Titels â€žFriedenskonsolidierung und KrisenprÃ¤vention&quot; vor. Dieser solle 1,5 bis 2 Mrd. Euro umfassen und alle Mittel enthalten, die bisher von AA, BMI (Polizeiaufbau), BMZ und BMVg in diese Aufgaben flieÃŸen. Die FederfÃ¼hrung solle beim AA liegen.</p>
<p>Bezogen auf die neuen Instrumente + MaÃŸnahmen der ZKB wÃ¤re schon eine Aufstockungen in der GrÃ¶ÃŸenordnung von einigen hundert Millionen Euro insgesamt hilfreich, darin als gegriffene Zahlen z.B. + 25 Mio. fÃ¼r DSF, + 2 Mio. ZIF, + 30 Mio. ZFD, + 50 Mio. fÃ¼r einen schnellen VerfÃ¼gungstopf, + 50 Mio. fÃ¼r CIVPOL, + 10 Mio. fÃ¼r Ã–ffentlichkeitsarbeit. Das wÃ¼rde die ZKB sprunghaft nach vorne bringen.</p>
<p><strong>(8) Einzelne MaÃŸnahmen und Instrumente</strong>:</p>
<p>(a) Ã„uÃŸerst viel versprechend entwickelt sich das <strong>Zentrum Internationale FriedenseinsÃ¤tze/ZIF</strong>, das mit seiner Kombination von Ausbildung/Rekrutierung, Einsatzbegleitung und Analyse Ã¼ber Jahre weltweit einmalig da stand - mit 17 BeschÃ¤ftigten! Sehr anschaulich und informativ ist die im Januar 2006 vom ZIF herausgegebene und im MÃ¤rz 2007 aktualisierte Wandkarte â€žFriedensmissionen 2007&quot; mit ihren jeweiligen militÃ¤rischen, polizeilichen und zivilen und deutschen Anteilen. Die Karte gibt einen guten Eindruck von der Dimension der Stabilisierungsherausforderungen. Der Expertenpool des ZIF umfasst inzwischen Ã¼ber 1.000 Personen. Das Kernproblem ist, die richtigen Leute zur richtigen Zeit zu bekommen. Die Leistungen, Probleme und dringenden Notwendigkeiten des ZIF sind im Strategiepapier 2007 vom Mai auf den Punkt gebracht. Das anfÃ¤nglich in seiner Kombination von Training, Rekrutierung/Betreuung und Analyse/Lessons Learned weltweit einmalige ZIF ist inzwischen nicht mehr einzigartig. Die schwedische Schwester-Einrichtung gilt nicht zuletzt wegen besserer Mittelausstattung inzwischen als Spitzenreiterin.</p>
<p>Mit seinen regelmÃ¤ÃŸigen GesprÃ¤chsrunden mit Spitzenexperten aus internationalen Friedensmissionen ist das ZIF inzwischen ein zentraler Ort der ressortÃ¼bergreifenden Reflexion von Friedensmissionen. (www.zif-berlin.org)</p>
<p><strong>(b)</strong> <strong>Polizeimissionen/CIVPOL:</strong> Enorm wÃ¤chst die Nachfrage auf dem Feld der Sicherheitssektorreform in schwachen, versagenden Staaten. Vor allem der Aufbau einer einigermaÃŸen rechtsstaatlichen Polizei und Justiz hat dabei strategische Bedeutung.</p>
<p>Beim Besuch des Instituts fÃ¼r Aus- und Fortbildung der Polizei NRW (IAF), Dezernat 13/AuslandseinsÃ¤tze in BrÃ¼hl bei KÃ¶ln Anfang Dezember 2007 zusammen mit Monika DÃ¼ker/MdL wurden uns die rasanten Entwicklungen auf dem Feld polizeilicher AuslandseinsÃ¤tze geschildert. Seit die EU ein wesentlicher Akteur ist, haben sich die Anforderungen an Polizeimissionen grundlegend gewandelt: weg von Exekutivfunktionen wie im Kosovo hin zu kleineren Beratungs- und Monitoring-Missionen. Angefragt werden aus BrÃ¼ssel in der Regel Spezialisten. Eine militarisierte Polizei wird den gestiegenen Anforderungen immer weniger gerecht. Hinzu kommt der wachsende Zeitdruck: Manchmal sollen erste KrÃ¤fte binnen 20 Tagen rausgehen.</p>
<p>Mit Stand vom 8.12.2007 sind 227 dt. Polizeivollzugsbeamte in AuslandseinsÃ¤tzen, davon 146 UNMIK/Kosovo, 26 EUPOL/AFG, 10 PGPAA/AFG, 15 EUPM BuH, 9 EUBAMMD/ Border Assistance Moldawien, 7 UNMIS/Sudan, 5 UNMIL/Liberia, 4 EU AMIS II/Darfur, 3 UNOMIG/Georgien, je 1 Polizist EUBAM Rafeh und EUCOPPS/PalÃ¤stina. (In 2001 waren 550 Polizisten im Einsatz)</p>
<p>Im Rahmen des Zivilen Krisenmanagements der EU sind 5.000 Polizisten vorgesehen, davon sollen bis zu 1.000 binnen 30 Tagen einsatzbereit sein. Deutschland hat hierfÃ¼r 910 Beamte zugesagt. Im Hinblick auf Rotationen lÃ¤uft das auf ca. 3.000 einzuplanende Beamte hinaus. Der Bund stellt 33% des dt. EU-Kontingents, ab 451 50%.</p>
<p>Die Ausbildung + Einsatzvorbereitung ist im LÃ¤nderverbund organisiert: Nord (LÃ¼beck) umfasst Niedersachsen bis Brandenburg, Mitte (BrÃ¼hl) NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland, ThÃ¼ringen, Sachsen, SÃ¼d (Wertheim) Bayern, Hessen, Baden-WÃ¼rtemberg. Das zweiwÃ¶chige Basistraining lÃ¤uft in den LÃ¤nderverbÃ¼nden. Die Schweiz, Niederlande Luxemburg schicken alle ihre Leute nach BrÃ¼hl, wo die ganze Ausbildung in Englisch stattfindet. Die einwÃ¶chige Einsatzvorbereitung ist zwischen den drei AusbildungsstÃ¤tten aufgeteilt. BrÃ¼hl ist fÃ¼r Kosovo zustÃ¤ndig. Ab 3.12.2007 fÃ¼hrte das IAF gemeinsam mit der Schwedischen Nationalen Polizeiakademie den ersten â€žEU-Train-the-Trainer-Course&quot; durch.</p>
<p>(www.police-mission.de; www1.polizei-nrw.de/auslandseinsaetze; hier auch der Dokumentarfilm â€žEinsatz in Afghanistan. Von Mostar bis Monrovia - AuslandseinsÃ¤tze der Polizei NRW&quot;, 50 Min.)</p>
<p>Gerade in Sachen Polizeiaufbau gelten die deutschen BeitrÃ¤ge qualitativ als ausgezeichnet. Die Diskussion um den so vordringlichen wie zurÃ¼ckbleibenden Polizeiaufbau in Afghanistan zeigt aber auch, dass der Umfang der deutschen BeitrÃ¤ge unzureichend ist. Der Polizeihilfe im Rahmen der VN + EU fehlt es bisher an politischer Begleitung und FÃ¶rderung hierzulande. (vgl. mehrere Anfragen und AntrÃ¤ge der GrÃ¼nen Bundestagsfraktion dazu)</p>
<p><strong>(c) Das Projekt zivik (Zivile Konfliktbearbeitung)</strong> des Instituts fÃ¼r Auslandsbeziehungen wurde im Oktober 2006 fÃ¼nf Jahre alt. 2001 entstand zivik aus der Ã–ffnung des AA-Haus-haltstitels â€žFriedenserhaltende MaÃŸnahmen (FEM)&quot; fÃ¼r zivilgesellschaftliche Projekte. Bis Ende 2007 wurden ca. 400 Projekte gefÃ¶rdert. 2007 waren die die meisten bewilligten Projekte in Afrika und Asien. FÃ¼r 2008 steigen die Haushaltsmittel von 2,1 auf 4 Mio. Euro. Neben diesem erfreulichen Aufwuchs bleibt das Dauerproblem mangelnder Planungssicherheit angesichts jÃ¤hrlicher Zuwendungen und fehlender VerpflichtungsermÃ¤chtigungen. Unter <a href="http://www.ifa.de/zivik">www.ifa.de/zivik</a> finden sich 24 Good Practise Projekte. Das im Wochenschau-Verlag erschienene Buch â€žFrieden und Zivilgesellschaft. Programm, Praxis, Partner. 5 Jahre FÃ¶rderprogramm zivile Konfliktbearbeitung&quot; schildert das anschaulich. Der Anteil einheimischer TrÃ¤ger unter den GefÃ¶rderten ist erheblich und wÃ¤chst weiter. Ich selbst kenne etliche dieser Projekte, mit denen Friedenspotenziale gestÃ¤rkt werden. Es sind Inseln der Hoffnung mit tollen Leuten.</p>
<p><strong>(d) Ziviler Friedensdienst</strong>: Die Jahrestagung des European Network for Civil Peace Services (EN.CPS) und der Nonviolent Peaceforce Europe am 20.-26. April 2007 in Berlin verdeutlichte, was sich auf dem Feld der Zivilen Friedensdienste inzwischen getan hat. Vor genau elf Jahren begann in Frille bei Minden der erste, von der rotgrÃ¼nen Landesregierung NRW unterstÃ¼tzte Ausbildungskurs in Ziviler Konfliktbearbeitung. Jetzt trifft sich das europaweite Netzwerk dazu in den RÃ¤umen des Bundestages, sind im Rahmen des vom BMZ gefÃ¶rderten ZFD weltweit 150 FriedensfachkrÃ¤fte im Einsatz. Als TrÃ¤ger des ZFD sind im Konsortium ZFD zusammengeschlossen Aktionsgemeinschaft Dienst fÃ¼r den Frieden/AGDF, AG fÃ¼r Entwicklungshilfe AGEH, Christliche FachkrÃ¤fte International, Dt. Entwicklungsdienst/ded, Ev. Entwicklungsdienst/EED, Eirene, forumZFD und Weltfriedensdienst. Im MÃ¤rz 2007 wurde das forumZFD als Entsendeorganisation anerkannt.</p>
<p>Der ZFD-Haushaltstitel beim BMZ stieg von 17 Mio. Euro in 2007 auf 19 Mio. Euro 2008. Dieser Zuwachs bleibt weit hinter dem Notwendigen zurÃ¼ck: Wenn der ZFD endlich von einem Pilotprojekt zu einem Ã¼ber die Mikroebene hinaus wirksameren Instrument werden soll, dann wÃ¤ren ca. 500 FriedensfachkrÃ¤fte, also 40-45 Mio. Euro notwendig. HierfÃ¼r fehlt offenkundig der politische Wille.</p>
<p>Die Akademie fÃ¼r Konflikttransformation im forumZFD vermittelt in Kursen, Workshops und Seminaren Kenntnissen und FÃ¤higkeiten fÃ¼r nachhaltige Friedensarbeit im In- und Ausland. Neben dem viermonatigen Qualifizierungskurs â€žFriedensfachkraft/Konfliktberater&quot; stehen im 1. Halbjahr u.a. Themen wie Transitional Justice, gender in conflict + conflict transformation, Mediation im interkulturellen Kontext, Friedensjournalismus auf dem Programm. (<a href="http://www.forumzfd-akademie.de">http://www.forumzfd-akademie.de</a>)</p>
<p>Das forumZFD gibt vierteljÃ¤hrlich die Zeitung â€žFrieden braucht Fachleute&quot; heraus. Die Ausgabe 3/2007 wurde durch unsere Vermittlung erheblich von der Heinrich BÃ¶ll Stiftung unterstÃ¼tzt. JÃ¼rgen Trittin steuerte den Aufmachertitel â€žFriedenspolitik braucht erneuerbare Energien&quot; bei. Informativ und anschaulich ist die Ausstellung â€žFrieden braucht Fachleute&quot;, die seit Jahren erfolgreich durch`s Land tourt. (Katalog unter <a href="http://www.forum.zfd.de/"><!--[if gte mso 9]><xml> Normal   0         21         false   false   false      DE   X-NONE   X-NONE </xml><![endif]--><!--[if gte mso 9]><xml> </xml><![endif]--><!--  --><!--[if gte mso 10]> <mce:style><!   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Normale Tabelle"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-priority:99; 	mso-style-qformat:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:11.0pt; 	font-family:"Calibri","sans-serif"; 	mso-ascii-font-family:Calibri; 	mso-ascii-theme-font:minor-latin; 	mso-fareast-font-family:"Times New Roman"; 	mso-fareast-theme-font:minor-fareast; 	mso-hansi-font-family:Calibri; 	mso-hansi-theme-font:minor-latin;} --> <!--[endif]--></a><a href="http://www.forumzfd.de/">http://www.forumzfd.de</a> )</p>
<p>Organisiert vom forumZFD und Ã¶rtlichen Partnern fanden 2007 in Aachen, Augsburg, Berlin, Berlin, Bonn, Bremen, Freiburg, Hamburg, MÃ¼nster, NÃ¼rnberg FriedenslÃ¤ufe mit mehr als 13.000 LÃ¤uferInnen statt. Beim 6. Friedenslauf in Aachen nahmen mehr als 3.000 Kinder und Jugendliche teil. (<a href="http://www.run4peace.eu/">http://www.run4peace.eu/</a>)</p>
<p>Ein Kernproblem zivilgesellschaftlicher TrÃ¤ger des ZFD ist die Schere zwischen Zunahme der entsandten FriedensfachkrÃ¤fte, die durch`s BMZ finanziert werden, einerseits und geringen organisatorischen KapazitÃ¤ten, die hauptsÃ¤chlich aus Eigenmitteln bestritten werden mÃ¼ssen, andererseits. Im Unterschied zu Umwelt-, Entwicklungs- und Hilfsorganisationen ist aber die private Spendenbereitschaft auf dem Feld der Friedensarbeit und -politik relativ gering.</p>
<p>Bei jÃ¼ngsten Besuchen auf dem Balkan und auch in Afghanistan hÃ¶rte ich immer wieder die selbstkritische Feststellung, die Internationale Gemeinschaft habe sich in ihren AufbauunterstÃ¼tzungen in den letzten Jahren viel zu sehr auf den top-down-Ansatz fixiert und den bottom- up-Ansatz vernachlÃ¤ssigt. Abgesehen davon, dass das schon vor zwÃ¶lf Jahren unsere stÃ¤ndige Rede war - in Afghanistan finanziert das BMZ zzt. 10 ZFD-Stellen. Am Beispiel der Arbeit der ZFD-MitbegrÃ¼nderin Cornelia Brinkmann in der afghanischen Nordostprovinz Badaghshan wird plastisch und beeindruckend deutlich, was Peacebuilding in einer traditionellen Gesellschaft bedeutet und welche enorme Reichweite schon eine Friedensfachkraft in einem Netz einheimischer NGO`s haben kann. Die OXFAM-Studie â€žCommunity Peacebuilding in Afghanistan - The Case for a National Strategy&quot; vom Februar 2008 belegt die SchlÃ¼sselrolle der lokalen FriedensfÃ¶rderung, ihre Erfolge und ihren VerstÃ¤rkungsbedarf.</p>
<p>(<a href="http://www.peace-building.org/">http://www.peace-building.org/</a>; <a href="http://www.ziviler-friedensdienst.org/">http://www.ziviler-friedensdienst.org/</a>, www.oxfam.de/download/AFG_Peacebuilding_E.pdf)</p>
<p>Editorial der Zeitung des Forum ZFD â€žFrieden braucht Fachleute&quot; 3/2007:</p>
<p><em>â€žLiebe Leserinnen und Leser,</em></p>
<p><em>bei der gegenwÃ¤rtigen Afghanistan-Debatte fÃ¤llt mir ein merkwÃ¼rdiger Gegensatz auf:</em></p>
<p><em>Einerseits sagen fast alle, dass MilitÃ¤r dort keine LÃ¶sung bringen kann und die Aufbauanstrengungen massiv gestÃ¤rkt gehÃ¶ren. Andererseits kreisen Ã¶ffentliche Diskussionen fast nur um die Bundeswehr. Eine bemerkenswerte MilitÃ¤rfixiertheit - und das auf allen Seiten.</em></p>
<p><em>Anfang 2004 traf ich im nordafghanischen Kunduz zufÃ¤llig Angelika Spelten. Sie erkundete dort die MÃ¶glichkeiten zum Einsatz von FriedensfachkrÃ¤ften. Als langjÃ¤hriger UnterstÃ¼tzer des Projekts Ziviler Friedensdienst freute ich mich Ã¼ber das Vorhaben. Zugleich war ich reichlich skeptisch: War das Vorhaben nicht blauÃ¤ugig angesichts einer so traditionellen, mÃ¤nnerdominierten und gewalttrÃ¤chtigen Gesellschaft?</em></p>
<p><em>Ganz und gar nicht, wie ich seitdem erfuhr. Zum Beispiel von Cornelia Brinkmann, die als einzige Internationale mit einheimischen Nichtregierungsorganisationen im wilden Badaghshan arbeitete: friedliche Konfliktbearbeitung einÃ¼ben im Dorf, in der GroÃŸfamilie, im Distrikt, auf gleicher AugenhÃ¶he mit den einheimischen Frauen, Lehrern, Mullahs.</em></p>
<p><em>Frappierend war, wie viele Menschen dabei erreicht wurden. Solche FriedensmacherInnen habe ich in vielen KrisenlÃ¤ndern erlebt. Aber solche klugen, mutigen, motivierenden Profis fallen nicht vom Himmel, sie brauchen Ausbildung und UnterstÃ¼tzung - durch die Politik wie durch die Zivilgesellschaft. Deshalb bin ich Mitglied im Forum Ziviler Friedensdienst. Winfried Nachtwei, MdB&quot;</em></p>
<p><strong>Die Nonviolent Peaceforce (NP) </strong>ist ein Zusammenschluss von ca. 90 Mitgliedsorganisationen (in Deutschland forumZFD, Bund fÃ¼r Soziale Verteidigung) mit dem Ziel, eine internationale, gewaltfreie und zivile Friedens&quot;armee&quot; aufzubauen, die auf Anfrage in Krisengebiete entsandt werden kann. Langfristig sollen hierfÃ¼r mehrere Tausend FriedensfachkrÃ¤fte in gewaltfreier Konfliktbearbeitung und Friedenssicherung ausgebildet werden und in Krisengebieten arbeiten. Die NP geht von den Erfahrungen und Erfolgen gewaltfreier internationaler Interventionen im kleineren MaÃŸstab aus und versucht diese fÃ¼r grÃ¶ÃŸere MaÃŸstÃ¤be weiterzuentwickeln. NP konzentriert sich auf die unmittelbare Gewaltverhinderung durch schÃ¼tzende Begleitung, internationale PrÃ¤senz, kritisches Beobachten (Monitoring), beschÃ¼tzendes Dazwischentreten, Informationstransfer, Beratung und Training.</p>
<p><strong>(e) Die Gruppe Friedensentwicklung/FriEnt</strong> ist ein Zusammenschluss aus BMZ, Evangelischem Entwicklungsdienst/EED, GTZ, Heinrich BÃ¶ll Stiftung, Misereor, Konsortium ZFD, Plattform ZKB/Institut fÃ¼r Frieden + Entwicklung/INEF. FriEnt soll die FriedensfÃ¶rderung besser in der Entwicklungszusammenarbeit verankern. Schwerpunktthemen sind Transitional Justice (Recht, Strafverfolgung oder Amnestie, Aufarbeitung nach Konflikten), Perspektiven Entwicklungspolitischer Bildungsarbeit und PrÃ¤vention (Umsetzung von Early Warning und Early Action). Sehr hilfreich ist der monatliche Info-Dienst â€žImpulse&quot;. (<a href="http://www.frient.de/">http://www.frient.de/</a>)</p>
<p>Dieselbe Zielsetzung verfolgt das <strong>gtz-Sektorvorhaben KrisenprÃ¤vention</strong> in der Gesellschaft fÃ¼r Technische Zusammenarbeit. Zusammen mit den Sektorvorhaben Kleinwaffenkontrolle, Sicherheitsektorrefom, Bildung + Konfliktbearbeitung gibt es den halbjÃ¤hrlichen Newsletter SPICE (Securing Peace in Crisis Environments) heraus.</p>
<p>In dem â€žÃœbersektoralen Konzept zur KrisenprÃ¤vention, Konfliktbearbeitung und FriedensfÃ¶rderung in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit - eine Strategie zur Friedensentwicklung (Strategy for Peacebuilding)&quot; vom Juni 2005 nennt das BMZ Arbeitsschritte fÃ¼r einen strategischen Einsatz der Entwicklungszusammenarbeit fÃ¼r die Friedensentwicklung.</p>
<p><strong>(f) Deutsche Stiftung Friedensforschung</strong>: Die DSF fÃ¶rderte seit 2001 vierzig grÃ¶ÃŸere Forschungsvorhaben in den Schwerpunkten FriedensvÃ¶lkerrecht und Internationale Organisationen, Konflikt- und KrisenprÃ¤vention, Intervention in Gewaltkonflikte, Friedenskonsolidierung nach Beendigung von Gewaltkonflikten, RÃ¼stungskontrolle und AbrÃ¼stung, FriedenspÃ¤dagogik sowie ca. 90 Kleinprojekte. Die Struktur- und NachwuchsfÃ¶rderung besteht aus den Teilprogrammen sozial- und geisteswissenschaftliche MasterstudiengÃ¤nge, postgradualer Masterstudiengang des Kooperationsverbundes dt. Friedensforschungsinstitute, strukturierte PromotionsfÃ¶rderung und Stiftungsprofessur im Bereich der naturwissenschaftlichen Friedensforschung an der Uni Hamburg. DarÃ¼ber hinaus fÃ¶rdert die DSF Publikationen wie das jÃ¤hrliche Friedensgutachten und die Zeitschriften â€žDie Friedens-Warte&quot; und â€žWissenschaft &amp; Frieden&quot;.</p>
<p>Die jÃ¤hrlichen Parlamentarischen Abende der DSF in Berlin sind ein High-Light des Austausches zwischen praxisorientierter Friedensforschung und Politik und ein Treffpunkt der ZKB-Community, so zuletzt mit dem Thema â€žWas kÃ¶nnen multilaterale Friedensmissionen beim Wiederaufbau staatlicher Strukturen in Krisengebieten leisten? Erfahrungsbilanz fÃ¼r Entsende- und ZiellÃ¤nder&quot; im Oktober. (www.bundesstiftung-friedensforschung.de)</p>
<p>Ein Grundproblem ist die regelrechte Zerschlagung der wissenschaftlichen Regionalforschung an den Unis in den letzten Jahren. Wo Friedenssicherung und FriedensfÃ¶rderung aber immer offenkundiger auf Regional- und Lokalexpertise in KrisenlÃ¤ndern angewiesen ist, da mangelt es inzwischen flÃ¤chendeckend an Kompetenz und Erfahrung. Dieses GroÃŸversagen der Wissenschaftspolitik kann durch die DSF auch nicht annÃ¤hernd ausgeglichen werden.</p>
<p>Auf dieser Linie friedenspolitischer Ignoranz liegt die Einstellung des Studienganges â€žMaster of Peace Studies&quot; an der Fern-Uni Hagen durch Beschluss der FakultÃ¤t fÃ¼r Kultur- und Sozialwissenschaften. Das Hagener Institut fÃ¼r Frieden und Demokratie wurde Mitte der 90er Jahre mit Prof. Hajo Schmidt an der Spitze gegrÃ¼ndet. Der interdisziplinÃ¤re und praxisorientierte Studiengang fand eine gute Resonanz. Die Absolventen arbeiten in internationalen Organisationen, Entwicklungsdiensten und vielen Krisenregionen.</p>
<p><strong>(g) Frauen, Frieden + Sicherheit: </strong>Die Bundestagsfraktion brachte den umfassenden Antrag â€žUN-Resolution 1325 - Frauen, Frieden und Sicherheit - Nationaler Aktionsplan zur Strategischen Umsetzung&quot; (Drs. 16/4555 vom 7.3.2007) unter FederfÃ¼hrung von Kerstin MÃ¼ller in den Bundestag ein. Der jÃ¼ngste Bericht der Bundesregierung zur Umsetzung der Resolution 1325 listet eine beeindruckende FÃ¼lle von EinzelmaÃŸnahmen auf (input), verzichtet aber auf eine Gesamtbewertung. Nach den Erfahrungen mit der nationalen Umsetzung der Resolution 1325, angesichts der Beispiele von GroÃŸbritannien, DÃ¤nemark, Schweden, Norwegen, Kanada und Schweiz sowie der Vorlage des â€žSystemweiten Aktionsplans 2005 bis 2007&quot; durch den UN-GeneralsekretÃ¤r in 2005 fordert der Antrag eine unabhÃ¤ngige Gender-Monitoring-Stelle und die Aufstellung eines nationalen Aktionsplans zur strategischen Umsetzung der Resolution 1325. Hierzu gab es am 5. MÃ¤rz im Verteidigungsausschuss aus den Reihen der Koalitionskolleginnen wohl unÃ¼bersehbar inhaltliche Zustimmung. Bei der Abstimmung galt aber der Primat der KoalitionsrÃ¤son: Ablehnung.</p>
<p><strong>(h) Friedensjournalismus:</strong> Die Anziehungskraft von bad news und Gewaltthemen einerseits, die schwere mediale VerkÃ¤uflichkeit der ZKB als komplexe good news und die â€žUnsichtbarkeit&quot; ihrer Erfolge andererseits sind weiterhin strategische Handicaps. Die Folge davon ist, dass die breite Zustimmung zur ZKB meist auf der Gesinnungsebene, damit politisch-praktisch ziemlich folgenlos bleibt und das Entstehen einer wirksamen Lobby fÃ¼r ZKB behindert wird. Der verbreitete Konsens in Sachen ZKB und der damit fehlende Streitfaktor erschweren darÃ¼ber hinaus Aufmerksamkeit fÃ¼r ZKB. AuffÃ¤llig ist zugleich, wie gering auch bei der Ã¼berschaubaren Schar sicherheitspolitischer Journalisten Interesse an und Kenntnis Ã¼ber ZKB sind. (Diskussionslose Zustimmung zur und freundliches Desinteresse an ZKB erlebe ich Ã¼brigens auch in breiten Teilen der heutigen Friedensbewegung, auch bei den GrÃ¼nen und beim jÃ¼ngsten Streit um grÃ¼ne Friedenspolitik. Zu 90% geht es immer wieder um MilitÃ¤rfragen.)</p>
<p>Angesichts dieser strukturellen Erschwernisse ist professionelle Ã–ffentlichkeitsarbeit fÃ¼r ZKB umso wichtiger. Das vom AA unter RotgrÃ¼n Ã¼ber drei Jahre durch unsere Mithilfe maÃŸgeblich gefÃ¶rderte Peace Counts Project (â€žDie Friedensmacher&quot; von Michael Gleich und Petra Gerster; www.peacecounts.org) brachte einen tollen Sprung nach vorne zu einer spannend-attraktiven Friedensberichterstattung. Inzwischen ist die â€žPhase II&quot; der â€ž<strong>tour de paix</strong>&quot; angelaufen: Die Peace-Counts-Reportagen Ã¼ber erfolgreiche und faszinierende â€žFriedensmacher&quot; und konstruktive KonfliktlÃ¶sungen weltweit sollen nun im Laufe von drei Jahren in insgesamt 12 Konfliktregionen zurÃ¼cktransportiert werden. Erste Station des Programms aus Ausstellung, Workshops mit Lehrern und Multiplikatoren war Sri Lanka. Die Resonanz war bestens.</p>
<p>(Partner von Peace Counts Procect sind das Bonn International Center for Conversion, das Projekt zivik des Instituts fÃ¼r Auslandsbeziehungen, die GTZ, das Institut fÃ¼r FriedenspÃ¤dagogik, die Agentur Zeitenspiegel, die Dt. UNSECO-Kommission, der WDR, Paul Hahn Fotografie und â€žzivil&quot;, die Zeitschrift fÃ¼r Frieden und Gewaltfreiheit der evangelischen Zivildienstseelsorge. Auf www.peace-counts.org und der CD-Rom â€žDie Erfolge der Friedensmacher&quot; sind best practise Beispiele zu finden aus Afghanistan, Bosnien-Herzegowina, Brasilien, Deutschland, Georgien, Israel/PalÃ¤stina, Japan, Mali, Mazedonien, Nordirland, Ã–sterreich, Philippinen, Ruanda, Sri Lanka, Sudan, SÃ¼dafrika, Tansania, TÃ¼rkei, Uganda, USA, Zypern. â€žPeace Counts on Tour - Peace Education in Conflict Regions&quot;, Station Colombo/Sri Lanka Feb 2007, Documentation und Bericht )</p>
<p>Um zu einem Durchbruch fÃ¼r die ZKB-Popularisierung zu kommen, bedarf es aber noch ganz anderer, vor allem ressortÃ¼bergreifender Anstrengungen. Dieses muss ein SchlÃ¼sselprojekt der weiteren Umsetzung des Aktionsplans werden. Der Umsetzungsbericht kÃ¼ndigt hierzu eine Kommunikationsstrategie an. Schritte dazu sind mir nicht bekannt.</p>
<p>Ausgehend von meinem <span style="text-decoration: underline;">Folienvortrag zu â€žGewaltminderung und FriedensfÃ¶rderung</span>&quot; habe ich hierzu eine Foto-CD in Arbeit.</p>
<p>Ein vÃ¶llig offenes Problem ist, wie medial vermittelten Konflikteskalationen entgegengewirkt, wie zumindest ein eigenes ungewolltes Anheizen vermieden werden kann. Immerhin kÃ¶nnen globale Lauffeuer wie der Karikaturenstreit das binnen Wochen millionenfach wegspÃ¼len, was anderweitig in mÃ¼hsamer VerstÃ¤ndigungsarbeit aufgebaut wurde.</p>
<p><strong>(i) Plattform Zivile Konfliktbearbeitung </strong>(www.konfliktbearbeitung.net)</p>
<p>Die Plattform ist ein offenes Netzwerk zur FÃ¶rderung der ZKB in Deutschland. Sie wurde 1998 von 14 Organisationen und 60 Einzelpersonen gegrÃ¼ndet. Heute beteiligen sich 130 Einzelpersonen und 53 Organisationen und Gruppen an der Plattform. Hoffnung machte bei der Jahrestagung der Plattform im Februar 2007 die gute Teilnehmerzahl und der hohe Anteil JÃ¼ngerer. Die nÃ¤chste Jahrestagung findet am 4.-6.4.2008 in Bonn statt unter dem Thema &quot;FriedensfÃ¤higkeit auf dem PrÃ¼fstand. 10 Jahre Plattform ZKB&quot;.</p>
<p>UnterstÃ¼tzt von der Plattform, der AGDF, dem Bund fÃ¼r Soziale Verteidigung, der DFG/VK, dem forumZFD, der Kooperation fÃ¼r den Frieden u.a. entsteht zzt. die <strong>Kampagne â€žVorrang fÃ¼r Zivil&quot;</strong>, die Druck entwickeln will fÃ¼r den Vorrang ZKP und gewaltfreier KonfliktlÃ¶sung und fÃ¼r eine StÃ¤rkung der dafÃ¼r notwendigen KapazitÃ¤ten. Der Forderungskatalog benennt wesentliche Schritte. (GrÃ¼ndungsversammlung 18.2.2008)</p>
<p>â€ž<strong>Monitoring Projekt: Zivile Konfliktbearbeitung, Gewalt- und KriegsprÃ¤vention</strong> - Die Alternativen der Friedensbewegung zum militÃ¤rischen Konfliktaustrag&quot; im Rahmen der <strong>Kooperation fÃ¼r den Frieden</strong>: Anhand konkreter krisenhafter eskalationstrÃ¤chtiger Situationen im Einflussbereich von BRD und EU soll gemahnt werden, â€žrechtzeitig mit zivilen Mitteln zur Deeskalation und - wo mÃ¶glich - zur LÃ¶sung von Konflikten beizutragen.&quot; Das Monitoring soll auch dazu dienen, â€žin Politik, Medien und Ã–ffentlichkeit Zivile Konfliktbearbeitung, Gewalt- und KriegsprÃ¤vention als Leitkonzepte zu verankern.&quot; Die ersten Dossiers zum Iran-Konflikt (I), zum tÃ¼rkisch-kurdischen (II) und Israel-PalÃ¤stina-Konflikt (III) wurden Ã¼berwiegend von Prof. Andreas Buro verfasst und erschienen in Auflagen von 10.000 bis 20.000. (www.koop-frieden.de)</p>
<p><strong>(j) Wirksamkeitsanalysen/Evaluation </strong>ist ein Dauerthema in der ZKB und fÃ¼r MaÃŸnahmen der ZKB stÃ¤ndige Praxis. So wurde schon im Juni 2002 eine Gesamtevaluierung des Zivilen Friedensdienstes vorgelegt, die von 15 unabhÃ¤ngigen GutachterInnen durchgefÃ¼hrt worden war. Das Gutachten kam zu insgesamt positiven Ergebnissen und betonte, dass die Ziele des ZFD mittelfristig nur dann wirksam erreicht werden kÃ¶nnten, wenn er Ã¼ber genÃ¼gend â€žkritische Masse&quot; verfÃ¼ge. Diese setze eine deutliche Steigerung der ZFD-Mittel auf jÃ¤hrlich 50 Mio. Euro (d.h. 500 FriedensfachkrÃ¤fte gleichzeitig) voraus.</p>
<p>Sehr ergiebig war die die Tagung â€žTun wir das, was wir tun, richtig? Tun wir das Richtige? Evaluation in der zivilen Konfliktbearbeitung&quot; im April 2005 in der Ev. Akademie Loccum. (vgl. Loccumer Protokolle 14/05; mein Beitrag dazu unter www.nachtwei.de)</p>
<p>Barbara MÃ¼ller vom Institut fÃ¼r Friedensarbeit und Gewaltfreie Konfliktaustragung/Wahlenau verÃ¶ffentlichte 2007 die 44-seitige Handreichung â€žGewaltfreie Interventionen Planen und Anpassen (GIPA)&quot; als neues Planungs- und Evaluierungsinstrument fÃ¼r NGOs, die in Krisenregionen Konfliktinterventionen durchfÃ¼hren. GIPA entstand aus der Begleitung der Auslandsarbeit des Bundes fÃ¼r Soziale Verteidigung, wurde von der Berghof-Stiftung mit einer Anschubfinanzierung gefÃ¶rdert und orientiert sich konzeptionell an den VorschlÃ¤gen des Friedensforschers und -praktikers John Paul Lederach (â€žInfrastructure for Peacebuilding&quot; 1997).</p>
<p>Eine aufschlussreiche regionale Wirksamkeitsanalyse zu Friedenssicherung und Aufbau insgesamt legte im Februar 2008 ein Forscherteam der FU Berlin, Sonderforschungsbereich 700, mit einer Studie zu â€žInternationalen Akteuren in Nordostafghanistan&quot; vor. Hier wurde die Einstellung der BevÃ¶lkerung zu Sicherheit, Aufbau und verschiedenen Akteuren (internationale Truppen und Entwicklungshelfer, Regierung, Warlords und lokale Strukturen) ermittelt.</p>
<p><strong>(9) ZKB auf EU-Ebene</strong></p>
<p>(a) Bis heute wird oft Ã¼bersehen, dass die EuropÃ¤ische Sicherheits- und Verteidigungspolitik nicht nur eine militÃ¤rische, sondern auch eine zivile Komponente hat. Von 16 ESVP-Missio-nen weltweit sind 13 ziviler Natur. Bei den zivilen ESVP-Missionen handelt es sich nicht um traditionelle diplomatische, wirtschaftliche etc. Mittel, sondern um wenige auf KrisenbewÃ¤ltigung spezialisierte Instrumente: PolizeikrÃ¤fte, Experten fÃ¼r den Aufbau von Administrationen + Rechtsordnungen, von Beobachtern und Katastrophenschutzexperten. Insgesamt sind der EU 11.331 Fachleute als verfÃ¼gbar fÃ¼r ESVP-Missionen gemeldet. Die Spannweite reicht von der sehr erfolgreichen Aceh-Mission bis zu der Ã¼ber dreiviertel Jahr stagnierenden und inaktiven Polizeimission in Afghanistan EUPOL. GegenwÃ¤rtig wÃ¤chst mit EULEX (Kosovo) die bisher grÃ¶ÃŸte zivile ESVP-Mission auf. Von den bis zu 1.600 MitarbeiterInnen sollen ca. 900 PolizistInnen sein.</p>
<p>(b) <strong>Ziviles Planziel (Civilian Headline Goal/CHG)</strong>: Mit den EU-Gipfeln in Helsinki und Feira 1999/2000 begann der Ausbau von FÃ¤higkeiten der nicht-militÃ¤rischen KrisenbewÃ¤ltigung. Bei der nicht-militÃ¤rischen SÃ¤ule konnte auf ein breites, bisher aber wenig koordiniertes Spektrum an Instrumenten zurÃ¼ckgegriffen werden. Als prioritÃ¤re Bereiche wurden festgelegt Polizei, Rechtsstaatlichkeit, Zivilverwaltung und BevÃ¶lkerungsschutz. Mit dem â€žProgramm zur VerhÃ¼tung gewaltsamer Konflikte&quot; (GÃ¶teborg 2001) wurde nicht-militÃ¤rische KrisenbewÃ¤ltigung zu einem auÃŸenpolitischen Schwerpunkt der EU. Der Aktionsplan fÃ¼r die zivilen Aspekte der ESVP (2004) definierte ein Ziviles Planziel (Civilian Headline Goal) 2008: knapp 6.000 Polizisten, 631 Rechtsexperten, 576 Verwaltungsexperten, Rechtsexperten, 5.000 Fachleute fÃ¼r den Katastrophenschutz, dazu 516 Krisenbeobachter und 444 Experten fÃ¼r Menschenrechte, politische Fragen, Gender und Sicherheitssektorreform zur UnterstÃ¼tzung der EU-Sonderbeauftragten. Deutschland hatte im 2.Halbjahr 2007 gemeldet 910 Polizisten, 38 Rechtsstaatspersonal, 73 Fachleute fÃ¼r Zivile Verwaltung, 123 fÃ¼r BevÃ¶lkerungsschutz, 48 Ãœberwachung, 20 fÃ¼r EUSR-UnterstÃ¼tzung, 36 fÃ¼r MissionsunterstÃ¼tzung.</p>
<p>Inzwischen haben die Arbeiten fÃ¼r das neue zivile Planziel CHG 2010 begonnen.</p>
<p>Der Vorschlag zur GrÃ¼ndung eines <strong>European Civil Peace Corps</strong> (ECPC) kam 1994 von Alexander Langer, MdEP der GrÃ¼nen. 2001 forderte das EP den Aufbau eines Friedenskorps. 2004 erschien dazu eine Machbarkeitsstudie als Projekt des Berghof Zentrums fÃ¼r konstruktive Konfliktbearbeitung/Berlin und des International Security Information Service, Europe. (Catriona Gourlay: Feasibility Study on the European Civil Peace Corps, Berlin/BrÃ¼ssel 2004)</p>
<p>(c)Das am 1. Januar 2007 in Kraft getretene <strong>EU-StabilitÃ¤tsinstrument</strong> erÃ¶ffnet neue MÃ¶glichkeiten zur Finanzierung von MaÃŸnahmen des zivilen Krisenmanagements. Es geht zurÃ¼ck auf einen Bericht der GrÃ¼nen Europaabgeordneten Angelika Beer, der nach anderthalb Jahren teils zÃ¤hen Verhandlungen mit Rat und Kommission im Juli 2006 vom EP mit groÃŸer Mehrheit angenommen wurde. (<a href="http://www.angelika-beer.de/">http://www.angelika-beer.de/</a>)</p>
<p>Es gehÃ¶rt zu insgesamt acht Instrumenten der auÃŸenpolitischen AktivitÃ¤ten der EU-Kommission. Mit dem StabilitÃ¤tsinstrument soll rasch, flexibel und kohÃ¤rent auf KrisenfÃ¤lle in DrittlÃ¤ndern reagiert werden kÃ¶nnen. Die auÃŸerordentlichen HilfsmaÃŸnahmen und Interimsprogramme gehen Ã¼ber maximal 18/24 Monate und betreffen 16 Anwendungsbereiche wie vertrauensbildende MaÃŸnahmen, Wiederaufbau von Infrastruktur, Aufbau von Rechtsstaatlichkeit und demokratischer Staatsorgane, FÃ¶rderung der Menschenrechte, Demilitarisierung/Demobilisierung und Reintegration (DDR), MinenrÃ¤umung und Hilfe fÃ¼r Minenopfer. Das StabilitÃ¤tsinstrument sieht zweitens langfristige MaÃŸnahmen vor: z.B. bei Bedrohungen von Recht und Ordnung (Terrorismus und Organisierte KriminalitÃ¤t), zum Aufbau von KapazitÃ¤ten der FrÃ¼hwarnung, Vertrauensbildung, AussÃ¶hnung und Wiederaufbau nach Konflikten und Katastrophen. Hierunter fÃ¤llt auch die FÃ¶rderung der â€žPeace Building Partnership&quot;. Mit dieser sollen KapazitÃ¤ten nicht-staatlicher Akteure aufgebaut und Kommunikation + Austausch zwischen ihnen, internationalen Organisationen und EU-Institutionen verbessert werden. Schwerpunkte des Annual Action Plan 2007 sind KapazitÃ¤tenausbau und FrÃ¼hwarnung, Best Practices und Erfahrungsaustausch, Teilnahme an Internationalen Netzwerken. DafÃ¼r stehen 3,35 Mio. Euro zur VerfÃ¼gung.</p>
<p>Generell sollen bei dem neuen Instrument die spezifischen Belange von Frauen in allen Aktionsfeldern berÃ¼cksichtigt und alle Anti-Terror-MaÃŸnahmen unter strikter Einhaltung er Menschenrechte durchgefÃ¼hrt werden. (vgl. FriEnt Briefing Nr. 7: Das EU-StabilitÃ¤tsinstrument und die Peace Building Partnership)</p>
<p>Das StabilitÃ¤tsinstrument ist fÃ¼r den Zeitraum 2007-2013 mit 2,062 Mrd. Euro ausgestattet, das Instrument Entwicklungskooperation mit 17 Mrd., die HumanitÃ¤re Hilfe mit 5,6 Mrd.</p>
<p>(d) <strong>Rolle der Zivilgesellschaft (RoCS</strong>): Die Jahrestagung der Plattform ZKB am 2./3. Februar 2007 in Berlin stand unter dem Thema â€žCivil Society + Civilian Crisis Managment&quot;. Martina Weitsch (EPLO und Quaker Council) referierte Ã¼ber â€žGÃ¶teborg plus 5 - Neue Potenziale und neue Instrumente fÃ¼r eine krisenprÃ¤ventive Politik&quot; auf EU-Ebene, Anne Palm Ã¼ber RoCS (&quot;Role of Civil Society in European Civilian Crisis Management&quot;). RoCS I wurde unter der finnischen PrÃ¤sidentschaft 2006 angestoÃŸen. Im Rahmen des Projekts RoCS II wurde von Oktober 2006 bis August 2007 untersucht, wie die Zusammenarbeit zwischen EU und europÃ¤ischen NGOs bei der LÃ¶sung gewaltsamer Konflikte verbessert werden kann. Ausgangspunkt waren LÃ¤nderfallstudien zur Demokratischen Republik Kongo und zu Somalia. Das Projekt wurde gemeinsam vom AA, der Crisis Management Initiative (CMI), dem European Peacebuilding Liaison Office (EPLO) und der Bertelsmann Stiftung durchgefÃ¼hrt. Im Juni 2007 fand in Berlin die Abschlusskonferenz â€žPartners in Conflict Prevention and Crisis Management: EU and NGO Cooperation&quot; mit 140 TeilnehmerInnen statt. Erarbeitet wurden Empfehlungen an die EU-PrÃ¤sidentschaften, den Rat der EU, die EuropÃ¤ische Kommission und die EuropÃ¤ischen NGOs. (vgl. den 47-seitigen Abschlussbericht der Berliner Konferenz &quot;Partners in Conflict Prevention and Crisis Management&quot;: EU and NGO Cooperation&quot;, GÃ¼tersloh Oktober 2007)</p>
<p>Die Schattenseite: Im Rahmen der dt. EU-PrÃ¤sidentschaft beschrÃ¤nkte die Bundesregierung ihre AktivitÃ¤ten zur ZKP weitgehend auf den RoCS-Prozess. WÃ¤hrend des dt. G8-Vorsitzes zeigte die Bundesregierung diesbezÃ¼glich keine Initiative. Der lautstarke Einsatz vor allem des Verteidigungsministers fÃ¼r den â€žcomprehensive approach&quot; in Afghanistan ist da kein Ausgleich.</p>
<p><strong>EPLO </strong>ist die Plattform fÃ¼r NGOs, NGO-Netzwerke und think tanks, die auf dem Feld des Peacebuilding arbeiten und unter EntscheidungstrÃ¤gern der EU eine Politik des nachhaltigen Peacebuilding fÃ¶rdern wollen. (<a href="http://www.eplo.org/">http://www.eplo.org/</a>)</p>
<p>d) Die grÃ¼ne EFA-Fraktion im europÃ¤ischen Parlament hat im Januar 2008 eine â€ž<strong>GrÃ¼ne Sicherheitsstrategie fÃ¼r Europa</strong>&quot; verabschiedet. (Siehe hierzu <a href="http://www.angelika-beer.de/">http://www.angelika-beer.de/</a>) Sie ist ein wichtiger Markstein in der Diskussion Ã¼ber eine integrative Sicherheitsstrategie.</p></div>


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