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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: PersÃ¶nliche ErklÃ¤rung zur Mandatsabstimmung ISAF/Tornado im Bundestag</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Vereinte Nationen (UNO) + Stellungnahme</span>

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                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=83">Stellungnahme</a>
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                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=11-120-99-83">Any of these categories</a>
                    -                        <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=11%2B120%2B99%2B83">All of these categories</a>
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        <h1>
            PersÃ¶nliche ErklÃ¤rung zur Mandatsabstimmung ISAF/Tornado im Bundestag         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 12. Oktober 2007 13:24:00 +02:00 (138206 Aufrufe)            </div>
            <div>    Zur heutigen Mandatsabstimmung ISAF/Tornado im Bundestag haben 15 grÃ¼ne Abgeordneten, unter Ihnen Winni Nachtwei, JÃ¼rgen Trittin, Kerstin MÃ¼ller, Katrin GÃ¶hring-Eckardt, BÃ¤rbel HÃ¶hn und Wolfgang Wieland, folgende PersÃ¶nliche ErklÃ¤rung abgegeben:</div>
            <div>    <strong><p>&nbsp;</p><p>ErklÃ¤rung nach Â§ 31 GO</p><p>Schriftliche ErklÃ¤rung zur namentlichen Abstimmung am 12. Oktober 2007 Ã¼ber den Antrag der Bundesregierung &quot;Beteiligung bewaffneter deutscher StreitkrÃ¤fte an dem Einsatz einer Internationalen SicherheitsunterstÃ¼tzungstruppe in Afghanistan unter FÃ¼hrung der NATO auf Grundlage der Resolutionen 1386 (2001), 1413 (2002), 1444 (2002), 1510 (2003), 1563 (2004), 1623 (2005), 1707 (2006) und 1776 (2207) des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen&quot;, Drucksache 16/6460</p></strong><p>In den zurÃ¼ckliegenden Jahren haben wir nach sorgfÃ¤ltiger PrÃ¼fung immer dem Antrag der Bundesregierung zur deutschen Beteiligung an ISAF zugestimmt und die deutsche zivile und militÃ¤rische Beteiligung am internationalen Afghanistan-Engagement intensiv begleitet.</p><p>Gerade weil wir eine im Sinne des afghanischen Aufbaus und Friedensprozesses erfolgreiche ISAF wollen, kÃ¶nnen wir in diesem Jahr dem Antrag der Bundesregierung nicht zustimmen. Wir werden uns enthalten.</p><p>Die von den Vereinten Nationen mandatierte ISAF-Schutztruppe bleibt fÃ¼r die Absicherung des Aufbaus in Afghanistan weiterhin notwendig und unverzichtbar. Darauf haben in den letzten Tagen nicht zuletzt auch deutsche Hilfs- und Entwicklungsorganisationen hingewiesen. Der fÃ¼hrende Beitrag der Bundeswehr zur ISAF-Region Nord ist auf Seiten der VerbÃ¼ndeten und insbesondere der Afghanen hoch angesehen. Das zeigte sich besonders nach dem Anschlag in Kunduz am 19. Mai, dem drei Bundeswehrsoldaten zum Opfer fielen. In einer SolidaritÃ¤tsresolution erklÃ¤rten die Rechtsgelehrten, Ã„ltestenvertreter, Lehrerschaft, SchÃ¼lerinnen und SchÃ¼ler, Jugendorganisationen und Handwerksgenossenschaft der Provinz Kunduz: &quot;Die Anwesenheit des deutschen PRTs in der Provinz Kunduz ist so notwendig wie das Wasser zum Leben. Die leidgeplagten Einwohner der Provinz Kunduz brauchen weiterhin die UnterstÃ¼tzung des PRTs.&quot; Solange afghanische Polizei, Justiz und Armee nicht selbst die Sicherheit im Land gewÃ¤hrleisten kÃ¶nnen, hÃ¤tte ein Abzug von Bundeswehr und ISAF den RÃ¼ckzug der meisten UN-Organisationen, NGOs, Entwicklungshelfer und Polizeiberater zur Folge, die in dem gewalttrÃ¤chtigen Umfeld ohne RÃ¼ckhalt wÃ¤ren. Alleingelassen wÃ¼rden die friedensbereiten KrÃ¤fte, ermutigt die verschiedenen Gewaltakteure. Die TÃ¼r wÃ¼rde geÃ¶ffnet fÃ¼r eine Machtergreifung der Taliban im SÃ¼den und BÃ¼rgerkrieg in anderen Landesteilen.</p><p>So sehr wir einerseits von der Notwendigkeit der weiteren ISAF-Beteiligung Ã¼berzeugt sind, so sehr sind wir zugleich besorgt Ã¼ber die halbherzige Politik der Bundesregierung und die widersprÃ¼chliche und z.T. kontraproduktive Politik der Staatengemeinschaft in Afghanistan.</p><p>Wir wissen um die vielen, oft weniger sichtbaren Aufbauerfolge und die Notwendigkeit von langem Atem. Die Leistungen der engagierten und mutigen Soldaten, Entwicklungsexperten, Polizeiberater, Diplomaten und FriedensfachkrÃ¤fte verdienen unser aller hohen Respekt und Anerkennung.</p><p>AngestoÃŸen durch Besuche vor Ort und GesprÃ¤che mit Afghanistan-Praktikern weist die GrÃ¼ne Fraktion seit mehr als einem Jahr in Schreiben an die zustÃ¤ndigen Minister, in Bundestagsdebatten und AntrÃ¤gen eindringlich auf die kritische Lageentwicklung in Afghanistan hin und fordert einen Strategiewechsel sowie eine Forcierung der Aufbauanstrengungen. Im November letzten Jahres verweigerte die GrÃ¼ne Fraktion der weiteren deutschen Beteiligung an der Operation Enduring Freedom erstmalig ihre Zustimmung. Verdichtet hatten sich Hinweise Ã¼ber kontraproduktive Operationsweisen im SÃ¼den und Osten, durch die Gewalt mehr gefÃ¶rdert als eingedÃ¤mmt wurde.</p><p>Unsere Warnrufe fanden volle Zustimmung bei vielen zivilen und militÃ¤rischen Afghanistan-Insidern - aber kaum ein Echo auf Seiten der Regierung.</p><p>Deutlich wird das im jÃ¼ngsten Afghanistan-Konzept der Bundesregierung und ihrer Antwort auf unsere GroÃŸe Anfrage zur Afghanistan-Politik: Verharmlost wird die kritische Entwicklung der politischen und Sicherheitslage, wo die EnttÃ¤uschung und Frustration in der afghanischen BevÃ¶lkerung - mit regionalen Differenzierungen - gravierend zugenommen haben: Ã¼ber eine vielfach versagende und korrupte Regierung, Ã¼ber grassierende KriminalitÃ¤t, Ã¼ber eine weit hinter ihren Versprechen zurÃ¼ckbleibende Staatengemeinschaft. Der richtige Anspruch des Primats des zivilen Aufbaus wird durch eine Praxis der Bundesregierung konterkariert, in der der Anteil der Mittel fÃ¼r den Aufbau nur ein FÃ¼nftel betrÃ¤gt von denen, die fÃ¼r die militÃ¤rische Absicherung eingesetzt werden. BeschÃ¶nigt wird das Ergebnis von fÃ¼nf Jahren deutscher FÃ¼hrungsrolle beim Polizeiaufbau: Ein grundsÃ¤tzlich richtiger Ansatz wurde mit vÃ¶llig unzureichenden Mitteln verfolgt. Mit der Polizeimission EUPOL ist da bisher keine Besserung in Sicht, zzt. eher im Gegenteil. &quot;Durchgewunken&quot; wird OEF, wo ausgeklammert bleibt, wie sehr Operationsweisen gerade von OEF immer wieder das Ansinnen von Regierung, ISAF und Staatengemeinschaft zunichte machen, die KÃ¶pfe und Herzen der Menschen zu gewinnen.</p><p>In Afghanistan drÃ¤ngt die Zeit, wird das Zeitfenster fÃ¼r eine Wende zum Besseren schmaler. Dringend notwendig sind eine neue und besser konzertierte Anstrengung der Internationalen Gemeinschaft und der Bundesrepublik und ein substanzieller Strategiewechsel. Hundert im Verband Entwicklungspolitik (VENRO) zusammengeschlossene deutsche Hilfs- und Entwicklungsorganisationen haben dies vor wenigen Tagen noch einmal nachdrÃ¼cklich eingefordert.</p><p>Wenn die Bundesregierung die Aufwendungen fÃ¼r Aufbau und Entwicklung um 25% erhÃ¶hen will, wo Fachleute mindestens eine Verdoppelung fordern, zeigt das, wie wenig die Bundesregierung die Dringlichkeit der Lage erkannt hat. Um in Afghanistan dazu beizutragen, das Vertrauen der BevÃ¶lkerung zurÃ¼ck zu gewinnen und den AbwÃ¤rtstrend umzukehren, sind ganz andere Anstrengungen erforderlich!</p><p>Hinzu kommt der Umgang der Bundesregierung mit dem umstrittenen Einsatz der Tornado-AufklÃ¤rer. Der Nutzen von LuftaufklÃ¤rung fÃ¼r den ISAF-Stabilisierungseinsatz ist fÃ¼r uns unstrittig. Bisher hat es die Bundesregierung aber versÃ¤umt, erhebliche Bedenken auszurÃ¤umen: Wie kann eine nur restriktive Weitergabe von Tornado-Bildern an OEF garantiert werden, wenn im Osten der ISAF-Regionalkommandeur und Kommandeur OEF Afghanistan identisch sind, wenn im SÃ¼den und Osten Einheiten von ISAF und OEF dicht zusammen und z.T. unter wechselnder Unterstellung operieren? Auch wenn die Tornados kaum zur &quot;Zielmarkierung&quot; geeignet sind: Wieweit tragen sie mittelbar zu den dortigen KampfeinsÃ¤tzen bei? SchlieÃŸlich bleiben die teuren Tornados Symbol fÃ¼r eine falsche finanzielle PrioritÃ¤tensetzung.</p><p>Wir wollen eine im Sinne des afghanischen Aufbaus und Friedensprozesses erfolgreiche ISAF. Die Politik der Bundesregierung gefÃ¤hrdet die Erfolgschancen von ISAF, statt sie zu verbessern. Deshalb kÃ¶nnen wir in diesem Jahr dem Antrag der Bundesregierung nicht zustimmen.</p><p>Den Menschen in Afghanistan sagen wir ganz deutlich: &quot;Wir lassen Euch nicht im Stich! Wir setzen uns zugleich fÃ¼r eine wirksamere deutsche und internationale UnterstÃ¼tzung ein!&quot; Das versprachen wir unseren Kolleginnen und Kollegen aus dem afghanischen Parlament bei jeden Zusammentreffen aus tiefer Ãœberzeugung und vollem Herzen. Das gilt unverÃ¤ndert weiter. Deshalb wÃ¤re ein Nein zu dem Mandat falsch. Weil wir VerlÃ¤sslichkeit und Erfolg, weil wir effektiven Multilateralismus wollen, werden wir dem Antrag der Bundesregierung in diesem Jahr nicht zustimmen, sondern mit Enthaltung stimmen.</p><p>Wir bitten unsere Freundinnen und Freunde in Afghanistan, wir bitten die von der deutschen Politik nach Afghanistan entsandten Soldaten und Zivilexperten, unser Abstimmungsverhalten in diesem Sinne zu verstehen: ganz und gar nicht als Signal zum RÃ¼ckzug aus Afghanistan, sondern als konstruktiven Warnruf der GrÃ¼nen, die sich seit den 80er Jahren in besonderer Weise den Menschen und den Menschenrechten in Afghanistan verpflichtet fÃ¼hlen und die ihre Kontrollfunktion als Opposition ernst nehmen.</p><p>Winfried Nachtwei<br />JÃ¼rgen Trittin<br />Kerstin MÃ¼ller<br />Katrin Goering-Eckardt<br />BÃ¤rbel HÃ¶hn<br />Rainder Steenblock<br />Wolfgang Wieland<br />Irmingard Schewe-Gerick<br />Christine Scheel<br />Kai Gehring<br />Thilo Hoppe<br />Gerhard Schick<br />Grietje Bettin<br />Ulrike Hoefken<br />Markus Kurth</p></div>


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