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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Bundeswehr-&quot;LÃ¶schtage&quot;: Mehr als ein technischer Datenverlust</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Vereinte Nationen (UNO) + Stellungnahme</span>

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        <h1>
            Bundeswehr-&quot;LÃ¶schtage&quot;: Mehr als ein technischer Datenverlust         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 10. Juli 2007 19:57:23 +02:00 (69651 Aufrufe)            </div>
            <div>    Ãœber acht Monate wurden der Bundestag und dessen AusschÃ¼sse Ã¼ber die verschwundenen Akten, in denen sich offensichtlich hochsensible Daten befunden haben, im Dunkeln gelassen. Die Bundesregierung muss die zerstÃ¶rten Dateien wieder beschaffen. Lesen Sie hierzu folgenden Beitrag von Winfried Nachtwei:</div>
            <div>    <h1>Bundeswehr-&quot;LÃ¶schtage&quot;: Mehr als ein technischer Datenverlust</h1>10. Juli 2007 <p>Die Bundeswehr und die politische FÃ¼hrung haben sowohl bei der Datensicherung, der Wiederherstellung und bei der Information gegenÃ¼ber dem Parlament schlampig und unprofessionell gehandelt. Der Datenverlust wÃ¤re vermutlich vermeidbar und die Daten wiederherstellbar gewesen. Der Verdacht, dass dem Parlament Ã¼ber Monate hinweg fÃ¼r die Ausschussarbeit relevante Informationen vorenthalten wurden, hat zu einem erheblichen Ansehens- und GlaubwÃ¼rdigkeitsverlust von Bundeswehr und Bundesregierung gefÃ¼hrt.</p><p>Der Ansehens- und Vertrauensverlust kann am Ende schwerer wiegen als der Verlust der Daten. Er kann zu einem veritablen <strong>GlaubwÃ¼rdigkeits- und Kompetenzverlust</strong> von Bundesregierung und Bundeswehr fÃ¼hren. Deshalb sollte die Bundesregierung alles unternehmen, um den Verdacht, dass Daten manipuliert oder Informationen dem Parlament vorenthalten worden sind, so schnell und so gut wie mÃ¶glich zu beseitigen. An dieser AufklÃ¤rung mÃ¼ssen alle Stellen der Bundesregierung, einschlieÃŸlich des Kanzleramtes und dessen nachgeordneten BehÃ¶rden, mitwirken.</p><h3><strong>Hochbrisanter Datenverlust</strong></h3><p>Im Dezember 2003 wurden nach Angaben der Bundesregierung zwei ArchivdatentrÃ¤ger des Amtes (spÃ¤ter: Zentrums) fÃ¼r Nachrichtenwesen der Bundeswehr (ANBW/ZNBW) mechanisch stark beschÃ¤digt. Ein Jahr lang hat man offensichtlich eher zaghaft versucht, die Daten zu retten; Ende 2004 hat der Kommandeur entschieden, die Wiederherstellungsversuche einzustellen. Im Juli 2005 wurden die beiden DatentrÃ¤ger vernichtet.</p><p><strong>Der genaue Umfang des Datenverlusts ist immer noch unklar. Das Ã¶ffnet Spekulationen TÃ¼r und Tor.</strong> Offensichtlich sind hochsensible Daten vernichtet worden. Das Ministerium geht davon aus, dass neben Meldungen des ZNBw v.a. Meldungen des BND, des ISAF Hauptquartiers, des Hauptquartiers der Multinationalen Brigade im Kosovo und der US-Kommandozentrale fÃ¼r den &quot;war on terror&quot;, CENTCOM, verschwunden sind. Die Meldungen stammen aus der Zeit von 1999 bis 2003, d.h. sie betreffen den Zeitraum und VorgÃ¤nge, die, neben dem Verteidigungsausschuss, zwei UntersuchungsausschÃ¼sse des Deutschen Bundestages intensiv beschÃ¤ftigen. Die Informationen kÃ¶nnten damit fÃ¼r die parlamentarischen AufklÃ¤rungsbemÃ¼hungen in mehren FÃ¤llen von groÃŸer Bedeutung sein.</p><p>Die Bundesregierung und die Regierungskoalition haben die Bedeutung des Datenverlustes bis heute verharmlost. Es geht nicht, dass das Ministerium oder die Regierungskoalition sich hinstellen und sagen, dass der Untersuchungsausschuss ja schon so viele Aktenordner mit Informationen hÃ¤tte, dass der Datenverlust  fÃ¼r den <strong>Kurnaz-Untersuchungsauschuss</strong> nicht relevant sei. Da das Ministerium angeblich selbst nicht weiÃŸ, was genau fehlt, sind solche Behauptungen vÃ¶llig fehl am Platz.</p><p>Inzwischen rÃ¤umt StaatssekretÃ¤r Wichert Ã¶ffentlich ein, es kÃ¶nne <em>&quot;nicht gÃ¤nzlich ausgeschlossen werden, dass Daten, die aus heutiger Sicht fÃ¼r die Arbeit des Untersuchungsausschusses relevant wÃ¤ren, durch den technischen Defekt vernichtet wurden.&quot;</em> Das heiÃŸt nichts anderes, als dass die UntersuchungsausschÃ¼sse des Deutschen Bundestages seit Monaten auf einer womÃ¶glich unzureichenden Arbeitsgrundlage Zeuge um Zeuge befragen. Wenn wir den Untersuchungsauftrag Ernst meinen, kÃ¶nnen wir die Beweisaufnahme nicht eher beenden, bis wir Klarheit darÃ¼ber haben, dass uns die Bundesregierung alle Fakten auf den Tisch gelegt hat. Deshalb muss die Bundesregierung mit Hochdruck daran arbeiten, den entstandenen Datenverlust zu beseitigen und die Informationen aus anderen Dienststellen zusammenzutragen und zu rekonstruieren. Jetzt ist auch das Kanzleramt gefordert, konstruktiver mit dem Bundestag zusammenzuarbeiten und endlich die Karten auf den Tisch zu legen.</p><h3><strong>Ansehensverlust der Bundeswehr als Sicherheitsinstitution</strong></h3><p>Jeder Computerlaie weiÃŸ, dass man von wichtigen elektronisch gesicherten Daten mindestens eine Sicherheitskopie haben sollte und dass Daten, die auf den ersten Blick verloren scheinen, von Expertinnen und Experten wieder rekonstruiert werden kÃ¶nnen. Nicht so die Bundeswehr, d.h. die Institution in unserem Staat, die auf worst case Denken spezialisiert ist. Datensicherung scheint fÃ¼r das ZNBw ein Fremdwort zu sein. Das Risiko wurde als tragbar bewertet. Unprofessionelle Handhabung auch danach: Es gab keine ernsthaften Versuche der Datenrettung und Datenrekonstruktion.</p><p>Schlampig und unverantwortlich war auch die Information der Ministeriumsspitze. Vor Ort war man der Auffassung, dass der Datenverlust kein meldewÃ¼rdiges &quot;besonderes Vorkommnis&quot; sei. Herr Wichert hat die ArchivdatenbÃ¤nder des ZNBw mit einer Magazinbibliothek verglichen. Dazu kann man nur sagen: Wenn in einer Stadtbibliothek oder in einem Stadtarchiv bedeutsame Schriften unwiederbringlich verloren gehen, dann wird dies nach oben gemeldet. Dass eine Institution, die Zentrum fÃ¼r Nachrichtenwesen heiÃŸt und sich als zentrale Dienststelle der Bundeswehr mit hochsensiblen Daten beschÃ¤ftigt, derart schlampig mit hochbrisanten Informationen umgeht, ist Ã¤uÃŸerst besorgniserregend. Der Vorgang beschÃ¤digt das Ansehen und den Ruf der Bundeswehr als professioneller Sicherheitsinstitution.</p><h3><strong>Vertrauensverlust gegenÃ¼ber der Bundesregierung</strong></h3><p>Die Bundesregierung hat den Bundestag und dessen AusschÃ¼sse acht Monate Ã¼ber die verschwundenen Akten im Dunkeln gelassen. Dies hat - last but not least - zu einem Vertrauensverlust gegenÃ¼ber der Regierung unter Bundeskanzlerin Merkel und gegenÃ¼ber dem Bundesverteidigungsministerium unter Verantwortung von Minister Jung gefÃ¼hrt.</p><p>Erst auf Nachfrage im <strong>KSK-Untersuchungsausschuss </strong>wurde uns Mitte Juni 2007 lapidar mitgeteilt, dass Informationen aus mehreren Jahren unwiederbringlich vernichtet wurden. SpÃ¤testens im Oktober 2006 erhielt das Ministerium Ã¼ber den Datenverlust im ZNBw Kenntnis. Damals ging es um die Befragung eines Ã„gypters 2001 in Tuzla. Der FÃ¼hrungsstab der StreitkrÃ¤fte forderte das ZNBw Ende November auf, im Zusammenhang mit dem Fall Kurnaz, zum Datenverlust Stellung zu nehmen. Dies ist am 01.12.2006 in einem, laut StS Wichert &quot;umfassenden Bericht&quot; des ZNBw geschehen. Was in dem Bericht stand ist nicht bekannt. Die Leitung will von dem Vorgang nichts erfahren haben.</p><p>Uns erscheint das, gelinde gesagt, sehr dubios. Zusammen mit anderen Ungereimtheiten und FÃ¤llen, in denen der Untersuchungsausschuss von einzelnen Zeugen offensichtlich hinters Licht gefÃ¼hrt werden soll, verdichtet sich damit der partielle Eindruck, dass die Bundesregierung die AufklÃ¤rungsarbeit der parlamentarischen UntersuchungsausschÃ¼sse behindern mÃ¶chte. Dies kann und darf nicht sein und die Bundesregierung muss alles unternehmen, um diesen Eindruck zu entkrÃ¤ften.</p><p>Abgeordnete und UntersuchungsausschÃ¼sse mÃ¼ssen darauf Vertrauen kÃ¶nnen, dass die Regierung die Wahrheit sagt und die Fakten auf den Tisch legt. Nach dem Motto: Vertuschen und verschweigen, soweit und so lange es geht, wurde der Bundestag von der politischen Leitung des Ministeriums Ã¼ber Monate hinweg Ã¼ber den Verlust essenzieller Daten der Bundeswehr im Dunkeln gelassen. Bis heute ist noch nicht geklÃ¤rt, wer wann was wusste und die Verantwortung fÃ¼r diesen Skandal trÃ¤gt und wie die Daten wiederbeschafft werden. Deshalb werden wir in den nÃ¤chsten Tagen und Wochen weitere AufklÃ¤rung einfordern. Die Bundesregierung muss die gelÃ¶schten Daten wiederbeschaffen und den UntersuchungsausschÃ¼ssen des Bundestages zur VerfÃ¼gung stellen.</p></div>


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