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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Gebot der Stunde: Mein Leserbrief zum Schwerpunkt &quot;UN-EinsÃ¤tze&quot; im Magazin des BundeswehrVerbandes + die Artikel von T. Pietz und K.R. Tillmann </title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Vereinte Nationen (UNO) + Stellungnahme</span>

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            Gebot der Stunde: Mein Leserbrief zum Schwerpunkt &quot;UN-EinsÃ¤tze&quot; im Magazin des BundeswehrVerbandes + die Artikel von T. Pietz und K.R. Tillmann          </h1>
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       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 8. März 2016 12:08:38 +02:00 (55399 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>In der Februarausgabe des Mitgliedermagazins des Dt. BundeswehrVerbandes wurden auf 15 Seiten sehr informativ, differenziert und anschaulich die Realit&auml;ten und Herausforderungen von UN-Eins&auml;tzen dargestellt, Hier beispielhaft zwei Artikel des verdienstvollen Schwerpunkts.</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Gebot der Stunde</strong></p>
<p align="center"><strong>Leserbrief von Winfried Nachtwei zum</strong></p>
<p align="center"><strong>Schwerpunkt &bdquo;UN-Eins&auml;tze&ldquo; in der Februar-Ausgabe des Mitgliedermagazins des Deutschen BundeswehrVerbandes</strong></p>
<p>Gro&szlig;en Dank der Redaktion, dass sie UN-Eins&auml;tze zum Titelthema gemacht hat und daf&uuml;r so ausgezeichnete Beitr&auml;ge ver&ouml;ffentlicht hat! Sehr informativ, differenziert und anschaulich schildern die Autoren die UN-Friedensmissionen und ihre Einsatzrealit&auml;t. Ungeschminkt benennen die UN-erfahrenen Soldaten die besonderen Herausforderungen dieser Missionen und ermutigen zu einer verst&auml;rkten deutschen Beteiligung.</p>
<p>In der Tat: Ohne die in den deutschen Medien kaum beachteten UN-Missionen s&auml;he es in vielen Konfliktl&auml;ndern noch viel schlimmer aus! Wo die Welt zusehends aus den Fugen ger&auml;t, bieten UN-Missionen besondere Chancen der gemeinsamen internationalen Friedenssicherung - und damit Fluchtursachenbek&auml;mpfung. Die endlich besser zu nutzen, ist ein Gebot der Stunde.</p>
<p>Gerne habe ich f&uuml;r die Verbreitung des Februar-Heftes in der Deutschen Gesellschaft f&uuml;r die Vereinten Nationen (DGVN) gesorgt.</p>
<p>Winfried Nachtwei, MdB a.D., Vorstand DGVN ( <a href="http://www.frieden-sichern.dgvn.de" target="_blank">www.frieden-sichern.dgvn.de</a> )</p>
<p align="center"><strong>Blauhelmeins&auml;tze der Bundeswehr &ndash;</strong></p>
<p align="center"><strong>Riskanter Auftrag in Mali. <span style="text-decoration: underline;">Titel: UN-Missionen</span></strong></p>
<p align="center">Die Bundeswehr, Mitgliedermagazin des</p>
<p align="center">Deutschen BundeswehrVerbandes, Februar 2016</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Inhalt des Schwerpunkts:</span></p>
<p>&nbsp;&bdquo;Oft wird untersch&auml;tzt, wie vielf&auml;ltig der Instrumentenkasten der Au&szlig;enpolitik ist&ldquo;, Interview mit Au&szlig;enminister Frank-Walter Steinmeier, <a href="https://www.dbwv.de/C12574E8003E04C8/Print/W2A6HGQR146DBWNDE">https://www.dbwv.de/C12574E8003E04C8/Print/W2A6HGQR146DBWNDE</a></p>
<p>- Blauhelme f&uuml;r den Frieden &ndash; vom klassischen Peacekeeping zum robusten Einsatz, von ch</p>
<p>- Richtig oder gar nicht &ndash; Nun also Malis Norden: Die Bundeswehr steht vor ihrem m&ouml;glicherweise schwierigsten Einsatz seit ISAF, von fh, <a href="https://www.dbwv.de/C12574E8003E04C8/CurrentBaseLink/W2A6KJME332DBWNDE">https://www.dbwv.de/C12574E8003E04C8/CurrentBaseLink/W2A6KJME332DBWNDE</a></p>
<p>- Einsatz mit blauem Barett &ndash; Die UN-Missionen der Bundeswehr im &Uuml;berblick</p>
<p>- Andere Kulturen intensiv erleben, Interview mit OTL Karl R&uuml;diger Tillmann, Juli 20^14 bis Oktober 2015 als Milit&auml;rberater bei UNAMA in Kabul</p>
<p><strong>- Back in Blue? Mehr deutsche Blauhelme in UN-Friedenseins&auml;tzen, von Tobias Pietz, ZIF</strong></p>
<p>&nbsp;&bdquo;Ein Einsatz sollte als f&ouml;rderliche Verwendung anerkannt werden&ldquo;, Interview mit MdB Markus Gr&uuml;bel, Parlamentarischer Staatssekret&auml;r bei der Bundesministerin der Verteidigung</p>
<p>- &bdquo;Man hatte keine uns bekannte milit&auml;rische Heimat&ldquo;, Interview mit Oberstabsfeldwebel Harald Quandt, seit November 2015 bei UNAMID in Nord-Darfur</p>
<p><strong>- &bdquo;Ich muss mir selbst helfen k&ouml;nnen&ldquo; &ndash; Selbstversorgung und fehlende Wertsch&auml;tzung &ndash; &uuml;ber die Besonderheiten von UN-Eins&auml;tzen, von OTL Karl R&uuml;diger Tillmann</strong></p>
<p>- Zwischen Patrouillen, Nachbarschaftsstreits und Geiselnahmen &ndash; ein Sanit&auml;tsfeldwebel auf Beobachtermission im Kaukasus, von Oberstabsfeldwebel a.D. Herbert R. Bauer (er war 1996-2009 sieben Mal bei UNOMIG in Georgien/Abchasien eingesetzt; sein Buch &bdquo;Medizinmann auf Friedensmission. Erlebnisse eines Bundeswehrsoldaten im Kaukasus&ldquo; erschien 2007)</p>
<p align="center"><strong>Back in Blue? Mehr deutsche</strong></p>
<p align="center"><strong>Blauhelme in UN-Friedenseins&auml;tzen</strong></p>
<p align="center">von Tobias Pietz</p>
<p>Auch 2015 zeigten die Zahlen wieder eindeutig: Die Vereinten Nationen haben von allen multilateralen Organisationen weltweit die meisten Soldaten im Einsatz. Im Rahmen der Europ&auml;ischen Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) sind 3700 Soldaten entsandt, in Eins&auml;tzen der Nato aktuell um die 17 000. Im Vergleich dazu stehen 100 000 Soldaten unter dem Kommando der Vereinten Nationen (ZIF Weltkarte Friedenseins&auml;tze 2015/16, Stand: 09/2015, &nbsp;<a href="http://www.zif-berlin.org/de/ueber-zif/nachrichten-aus-dem-zif/detailansicht/article/neue-weltkarte-friedenseinsaetze-20152016.html">http://www.zif-berlin.org/de/ueber-zif/nachrichten-aus-dem-zif/detailansicht/article/neue-weltkarte-friedenseinsaetze-20152016.html</a> ). Nur sehr wenige davon kommen allerdings aus Europa oder Nordamerika. Im Dezember 2015 taucht Italien mit dem gr&ouml;&szlig;ten Beitrag eines europ&auml;ischen Landes mit knapp 1000 Entsendungen in der Liste der UN-Truppen- und Polizeikontingentsteller auf Platz 27 auf (Beitr&auml;ge von Milit&auml;r und Polizei werden von den UN zusammen aufgelistet). Es folgen Frankreich auf Platz 32, Spanien auf 39, die Niederlande auf 40, und Deutschland auf Platz 61 mit 175 (160 Blauhelme und 15 Polizisten). Bangladesch, &Auml;thiopien, Indien, Pakistan und Ruanda f&uuml;hren die Liste mit zwischen 6000 bis 8500 Entsendungen an.</p>
<p>Im Oktober 2015 erkl&auml;rte die Bundesregierung, dass sie sich ab 2016 mit einem gr&ouml;&szlig;eren Milit&auml;rkontingent in der UN-Mission in Mali (MINUSMA) engagieren wolle. Grund war eine Anfrage der Niederlande, die dort seit Beginn der Mission eine gro&szlig;e Pr&auml;senz haben, diese aber nicht mehr langfristig vorhalten k&ouml;nnen. Geplant ist nun eine verst&auml;rkte Aufkl&auml;rungskompanie und ein Sicherungszug (beide im Norden Malis), dazu Offiziere f&uuml;r die St&auml;be in Bamako und Gao sowie die entsprechenden Unterst&uuml;tzungskr&auml;fte. Insgesamt k&ouml;nnten 2016 &uuml;ber 600 Soldaten nach Mali entsandt werden. Mit dann um die 800 bis 850 Soldaten (und Polizisten) in Friedenseins&auml;tzen w&auml;re Deutschland auf der oben erw&auml;hnten Liste wohl auf Platz 37 zu finden.</p>
<p>Es gab Zeiten in den 1990er Jahren, da stellten Europ&auml;er und Amerikaner mehr als zwei Drittel aller Polizisten und Soldaten im UN-Peacekeeping. Noch im Jahr 2000 rangierte Deutschland mit &uuml;ber 470 Polizisten auf Rang drei der Polizeikontingentsteller. Aktuell liegt der deutsche Anteil an uniformiertem Personal in Friedenseins&auml;tzen bei knapp 0,2 Prozent. Zwar ist Deutschland einer der wichtigsten Beitragszahler f&uuml;r die Vereinten Nationen und ihre Friedenseins&auml;tze und h&auml;lt mit dem UN-Ausbildungszentrum der Bundeswehr in Hammelburg eines der besten Trainingszentren f&uuml;r UN-Milit&auml;rbeobachter vor, doch insgesamt dominieren Nato-Eins&auml;tze und -Strukturen (teils auch noch GSVP) als Referenzrahmen die deutsche Sicherheits- und Verteidigungspolitik.</p>
<p>Im Verteidigungsministerium und bei der Bundeswehr werden bisher vergleichsweise wenig Unterst&uuml;tzungsstrukturen oder Kompetenzen f&uuml;r UN-Friedenseins&auml;tze vorgehalten, beim wichtigsten Laufbahnlehrgang f&uuml;r Offiziere (LGAN) ist das UN-Peacekeeping nur zwei Wochen am Ende des zweij&auml;hrigen Lehrgangs im Curriculum zu finden. &Auml;hnlich wie bei anderen europ&auml;ischen Partnern gibt es nach zwei Jahrzehnten mit geringer milit&auml;rischer UN-Beteiligung eine gro&szlig;e Zur&uuml;ckhaltung und teils auch Vorurteile gegen&uuml;ber der Qualit&auml;t und Effizienz von Friedenseins&auml;tzen der Vereinten Nationen.</p>
<p>Dabei haben die UN mit dem &bdquo;High-Level Independent Panel on United Nations Peace Operations&ldquo; (HIPPO) 2015 ihr gesamtes Instrumentarium im Bereich Frieden und Sicherheit einer kritischen und umfassenden Analyse unterzogen. Generalsekret&auml;r Ban Ki-Moon implementiert bereits einige der vorgeschlagenen Reformen.</p>
<p>Neben einer neuen &bdquo;Force Generation Cell&ldquo; und einer Leitungs-, Analyse- und Planungseinheit im B&uuml;ro des Generalsekret&auml;rs werden diverse operative Verbesserungsvorschl&auml;ge umgesetzt. Trotz mancher Kritik sehen Milit&auml;r- und Polizeiexperten die Strukturen des &bdquo;Department of Peacekeeping Operations&ldquo; schon seit Jahren viel besser aufgestellt als in den 1990ern, sei letzteres doch in der Lage, 15 Missionen mit knapp 110 000 uniformierten (Milit&auml;r und Polizei) und zivilen Mitarbeitern effizient zu f&uuml;hren (dazu: James Dobbins: A Comparative Evaluation of United Nations Peacekeeping, RAND Testimony, Santa Monica 2007).</p>
<p>Passend zu den Forderungen des HIPPO-Berichts &ndash; unter anderem schnellere Mobilisierung und bessere Kapazit&auml;ten f&uuml;r Friedenseins&auml;tze &ndash; beriefen die Amerikaner im Herbst 2015 den bereits zweiten &bdquo;Leaders&lsquo; Summit on Peacekeeping&ldquo; ein. Statt der anvisierten 10 000 neuen Soldaten und Polizisten stand am Ende des Treffens die unglaubliche Zahl von 40 000. Mit dieser Gr&ouml;&szlig;enordnung k&ouml;nnte man tats&auml;chlich die Qualit&auml;t und die Geschwindigkeit der Entsendungen erh&ouml;hen.</p>
<p>Die Zusagen enthalten unter anderem 38 neue Helikopter, acht Flugzeuge, zehn Feldlazarette, 26 Pionierkompanien, 26 Infanterie-Bataillone und 21 geschlossene Polizeieinheiten. F&uuml;r einen wahren Paukenschlag &ndash; in der Generalversammlung und beim Peacekeeping Summit &ndash; sorgte 2015 China. Die Chinesen versprachen f&uuml;r die Zukunft 8000 Einsatzkr&auml;fte, die entsendet werden k&ouml;nnen, um eine Friedensmission schneller vor Ort aufzubauen. Eine Art &bdquo;Peacekeeping Stand-by-Force&ldquo;. Falls es tats&auml;chlich zu einer Entsendung dieser Kontingente k&auml;me, w&auml;re China als st&auml;ndiges Mitglied des Sicherheitsrats mit dann 11 000 Blauhelmen st&auml;rkster Truppensteller. Das w&uuml;rde eine enorme Aufwertung des Peacekeepings der Vereinten Nationen bedeuten. Chinesische Truppen gelten als gut ausgebildet und ausger&uuml;stet, und bisher als vorbildlich im Verhalten vor Ort. Nach dem letzten Missbrauchsskandal in der Zentralafrikanischen Republik k&ouml;nnen die UN solche Kontingente gewiss gebrauchen.</p>
<p>China und andere gro&szlig;e (alte und neue) Truppensteller machen mit solchen Ansagen auch klar, wo sie die Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r Frieden und Sicherheit sehen: bei den Vereinten Nationen und nicht in &bdquo;Coalitions of the Willing&ldquo;. Neben China versprach Indonesien 2700 neue Blauhelme, Kolumbien 5000, Ruanda 2700. Selbst das kleine Uruguay (3,4 Millionen Einwohner) will seine 1500 Peacekeeper um 2000 aufstocken. Sie alle sehen Beitr&auml;ge zu UN-Friedenseins&auml;tzen als Teil ihrer sicherheits- und verteidigungspolitischen Strategie, anders als die meisten europ&auml;ischen Staaten, die sich beim Peacekeeping Summit mit weitergehenden Zusagen zur&uuml;ckgehalten haben. Finnland, Norwegen, Italien, Gro&szlig;britannien, Georgien und Serbien k&uuml;ndigten an, die Zahl ihrer Blauhelme leicht zu erh&ouml;hen. Dabei wurden gerade die europ&auml;ischen Staaten von den USA diplomatisch vorab ins Visier genommen. Bereits bei einer Rede in Br&uuml;ssel im M&auml;rz 2015 machte Obamas Botschafterin bei den UN, Samantha Power, deutlich, was die Amerikaner dabei insbesondere von den Europ&auml;ern erwarteten: signifikant mehr Blauhelme. Nicht nur zur St&auml;rkung von Friedenseins&auml;tzen der Vereinten Nationen an sich, sondern als europ&auml;ischen Beitrag zum transatlantischen B&uuml;ndnis und dessen &bdquo;Burden Sharing&ldquo; im Bereich Frieden und Sicherheit.</p>
<p>Deutschland versprach beim Summit Training f&uuml;r Truppensteller, Equipment (Start-up-Kits f&uuml;r Missionen), 45 Polizisten (darunter wichtige Teams mit Spezialexpertise), eine Erh&ouml;hung des Budgets f&uuml;r Mediation und Krisenpr&auml;vention sowie mittelfristig mehr ziviles Personal bereitzustellen.</p>
<p>Bedeutsam k&ouml;nnte der Vertrag sein, den das Technische Hilfswerk (THW) eine Woche vor der Veranstaltung mit den UN schloss, der eine Verlegung von THW-Kapazit&auml;ten zur logistischen Unterst&uuml;tzung von Friedenseins&auml;tzen innerhalb von 72 Stunden erm&ouml;glichen soll. Dazu kam zwei Wochen nach dem Summit die Ank&uuml;ndigung einer gr&ouml;&szlig;eren Beteiligung am UN-Friedenseinsatz in Mali.</p>
<p>MINUSMA ist aktuell eine der wichtigsten aber auch gef&auml;hrlichsten Missionen der Vereinten Nationen. Sie ist multidimensional (polizeiliche, milit&auml;rische und zivile Anteile und Aufgaben) und kooperiert vor Ort auch mit zwei GSVP-Missionen mit signifikanter deutscher Beteiligung (beide Missionen werden aktuell von Deutschen geleitet, dazu kommt ein hoher Anteil an deutschem Milit&auml;r bei EUTM) &ndash; insgesamt also die richtige Wahl f&uuml;r Deutschland, um sich wieder st&auml;rker in das moderne Peacekeeping &bdquo;einzufinden&ldquo;. Noch bedeutsamer w&auml;re eine Gesamtstrategie, wo und wie Deutschland sich mittel- und langfristig mit uniformiertem Personal, zivilen Kr&auml;ften, aber auch mit der Besetzung von F&uuml;hrungspositionen in Friedenseins&auml;tzen einbringen m&ouml;chte. Politisch werden diese durch das neue direkte Engagement Chinas und anderer Regionalm&auml;chte zu wichtig, um sie personell links liegen zu lassen. Allerdings haben die Friedenseins&auml;tze der Vereinten Nationen in den bisherigen Diskussionen um das neue Wei&szlig;buch kaum eine Rolle gespielt. Das oberste sicherheits- und Verteidigungspolitische Grundlagendokument der Bundesregierung l&auml;uft in seiner neuen Auflage Gefahr, ohne einen eindeutigen Bezug zu diesen auszukommen. Umso erstaunlicher, wo doch der deutsche Au&szlig;enminister zum 70. Jahrestag des Bestehens der UN berechtigterweise betonte:</p>
<p>&bdquo;Die Vereinten Nationen sind auch 70 Jahre nach ihrer Gr&uuml;ndung als zentraler Pfeiler unserer internationalen Ordnung unentbehrlich. Frieden und Sicherheit sind ohne die Vereinten Nationen nicht zu erreichen.&ldquo;</p>
<p>Effektives und effizientes Krisenmanagement durch die verschiedenen Instrumente der Vereinten Nationen, inklusive ihrer Friedenseins&auml;tze, liegt im Hauptinteresse deutscher Au&szlig;enpolitik. Die gro&szlig;e Legitimit&auml;t und Glaubw&uuml;rdigkeit der Eins&auml;tze der Vereinten Nationen wird &ndash; trotz diverser bestehender Defizite in der Umsetzung &ndash; von anderen Regionalorganisationen noch immer nicht erreicht. Der Beitrag zu MINUSMA sollte daher nur ein Anfang eines gr&ouml;&szlig;eren Engagements Deutschlands mit uniformiertem Personal bei UN-Friedenseins&auml;tzen sein.</p>
<p><strong><em>Tobias Pietz</em></strong><em> ist als kommissarischer Leiter der Analyse im Zentrum f&uuml;r Internationale Friedenseins&auml;tze (ZIF) t&auml;tig. Er besch&auml;ftigt sich unter anderem mit Friedenseins&auml;tzen der Vereinten Nationen und der Europ&auml;ischen Union.</em></p>
<p>Aktuell liegt der deutsche Anteil an uniformiertem Personal in Friedenseins&auml;tzen bei knapp 0,2 Prozent.</p>
<p>TOBIAS PIETZ, DIE BUNDESWEHR | FEBRUAR 2016</p>
<p align="center"><strong>&bdquo;Ich muss mir selbst helfen k&ouml;nnen&ldquo;</strong></p>
<p align="center"><strong>Selbstversorgung und fehlende Wertsch&auml;tzung &ndash;</strong></p>
<p align="center"><strong>&uuml;ber die Besonderheiten von UN-Eins&auml;tzen</strong></p>
<p align="center">von Oberstleutnant Karl R&uuml;diger Tillmann</p>
<p>Personal, das f&uuml;r UN-Eins&auml;tze bereitgestellt wird, also Milit&auml;rbeobachter, -berater oder milit&auml;rische Verbindungsoffiziere, hat bei den UN einen offiziellen Namen: UNMEM &ndash; United Nation Military Expert on Mission. Doch unter welchen Bedingungen leisten diese Soldaten ihren Dienst f&uuml;r die Weltgemeinschaft?</p>
<p>Der sechs- bis zw&ouml;lfmonatige Einsatz der UNMEM erfolgt teilweise in den entlegensten Regionen eines Einsatzgebiets. Jeder muss sein komplettes Leben vor Ort unter teilweise widrigsten infrastrukturellen, hygienischen und versorgungstechnischen Bedingungen organisieren. Oft ist man als Deutscher einziger Europ&auml;er in den UN-Teams.</p>
<p>Im nationalen Kontingenteinsatz beziehen die Soldaten den Container und &uuml;berlegen, ob sie zum Essen in die Truppenk&uuml;che oder die &bdquo;Oase&ldquo; gehen. Der UNMEM muss dagegen schauen, wie er seine Unterkunft organisiert. Im Gl&uuml;cksfall gibt&rsquo;s Wohncontainer. Der muss nicht in gutem Zustand sein. Es gab schon deutsche Milit&auml;rbeobachter, die in der Not in den traditionellen H&auml;usern der Einwohner im Sudan oder in Eritrea geschlafen haben.</p>
<p>W&auml;sche waschen, in den Basaren einkaufen, die eigene Unterkunft reinigen: All das bestimmt neben den t&auml;glichen dienstlichen Aufgaben den Tagesablauf.</p>
<p>Der UNMEM muss sich auf alles vorbereiten, um ohne Hilfe leben zu k&ouml;nnen. Zwingend dazu geh&ouml;ren die &bdquo;Handwerkerausstattung&ldquo;, um eine Unterkunft bewohnbar zu machen und ausreichend Lebensmittel bis zum ersten Urlaub.</p>
<p>Auch die technischen Arbeiten muss der UN-Soldat selbst erledigen, etwa zur Instandsetzung von Kraftfahrzeugen oder Funkger&auml;ten. Eine truppenpsychologische Betreuung gib es nat&uuml;rlich nur in Deutschland. Ein deutscher Gespr&auml;chspartner ist meist hunderte von Kilometern entfernt. Kommunikationsverbindungen via Telefon und Internet stellen die UN manchmal nur eingeschr&auml;nkt zur Verf&uuml;gung.</p>
<p>Diese Faktoren tragen dazu bei, dass sich ein besonderer Typus von Soldaten f&uuml;r diese Eins&auml;tze interessiert. Zu den oben geschilderten Widrigkeiten muss dem deutschen UNMEM bewusst sein, dass er unmittelbar die Bundesrepublik Deutschland repr&auml;sentiert, dass er in der Regel au&szlig;erhalb von festen Unterk&uuml;nften und gesicherten Feldlagern eingesetzt wird, dass er sein Verhandlungsgeschick st&auml;ndig unter Beweis stellen muss, dass er objektiv allen und allem gegen&uuml;ber auftreten muss und ein hohes Ma&szlig; an Verantwortung f&uuml;r sein unmittelbares Handeln tr&auml;gt. Das alles kann nur dann funktionieren, wenn er sensibel und tolerant mit den individuellen Besonderheiten der verschiedenen Kulturen umgeht.</p>
<p>Ich habe in der Vergangenheit mehrfach die Erfahrung gemacht, dass das Engagement unserer Soldaten in einem UN-Einsatz kaum gew&uuml;rdigt oder bekannt gemacht wird. Viele deutsche UNMEM-Soldaten beklagen sich, dass die Wertsch&auml;tzung f&uuml;r diese Form des Einsatzes in ihren Verb&auml;nden sehr gering ist. Teilweise wird die Verwendung auch heute noch als &bdquo;Holiday-Mission&ldquo; abgetan. Selbst Disziplinarvorgesetzte &auml;u&szlig;erten, dass die Besetzung eines Kontingenteinsatzes Vorrang habe und der UN-Einsatz nach ihrem Verst&auml;ndnis nicht als Einsatz zu sehen sei. Ich habe diese Erfahrung mehrfach gemacht, zuletzt als Milit&auml;rberater, der 16 Monate unbewaffnet in Afghanistan Dienst tat. Selbst deutsche Kameraden bei ISAF und RS waren skeptisch gegen&uuml;ber meiner T&auml;tigkeit eingestellt. Auch bei hochrangigen Besuchen standen die deutschen milit&auml;rischen UN-Vertreter selten im Vordergrund. Kameraden sagten mir, dass sie das Gef&uuml;hl h&auml;tten, mit ihren Eins&auml;tzen als UNMEM nicht die gleichen Chancen in der Karrieref&ouml;rderung zu erhalten wie die Soldaten in den nationalen Kontingenten. Tatsache bei mir war jedenfalls, dass mein Einsatz 1994 bei der UN-Mission UNOMIG in Georgien in meinem Personalbogen im Bundesamt f&uuml;r das Personalmanagement nicht aufgef&uuml;hrt wurde. Die damalige Kommandierung an das Ausw&auml;rtige Amt respektive an das Zentrum f&uuml;r Verifikationsaufgaben wurde nach einer bestimmten Frist einfach gel&ouml;scht.</p>
<p>Es sind noch zahlreiche Herausforderungen zu bew&auml;ltigen mit Blick auf UN-gef&uuml;hrte Missionen. Ich denke aber, Deutschland ist auf einem guten Weg. Die &ouml;ffentliche Wahrnehmung wurde etwa durch den &bdquo;Tag des Peacekeepers&ldquo; gest&auml;rkt, aber auch durch zunehmende deutsche Beteiligungen an UN-Missionen. Auch kann Deutschland stolz sein auf die Ausbildung und Einsatzvorbereitung. Die deutschen UNMEM selbst genie&szlig;en nach meiner Einsch&auml;tzung einen vorz&uuml;glichen Ruf in den UN.</p>
<p><strong><em>Karl R&uuml;diger Tillmann</em></strong><em> war neben einigen Eins&auml;tzen mit nationalen Kontingenten, unter anderem Sfor und ISAF, mit den UN im Rahmen von Eins&auml;tzen und Reisen im Sudan, S&uuml;dsudan, Kongo, in Indonesien, Mali, Eritrea, &Auml;thiopien, Georgien und Argentinien. Zuletzt war Tillmann von Juli 2014 bis Oktober 2015 im UNAMA-Einsatz als Milit&auml;rberater eingesetzt. Seit Dezember 2015 ist er im Planungsamt der Bundeswehr im Referat Sicherheitspolitik der Abteilung I.</em></p></div>


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