    <rss version="2.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:admin="http://webns.net/mvcb/" xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">
     <channel>
        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Mein persÃ¶nlich-politischer JahresrÃ¼ckblick 2014: NÃ¤her rÃ¼ckende Kriege und internationale Verantwortung (Teil I zu Verantwortungsdiskurs, UN-Friedenssicherung, KrisenprÃ¤vention, RtoP, Ukraine)</title>
        <link>http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;ptid=1&amp;catid=11-83-99-120&amp;aid=1336</link>
        <description></description>
        <dc:language>en-us</dc:language> 
        <dc:creator>Webmaster</dc:creator> 
        <admin:generatorAgent rdf:resource="http://www.xaraya.org" /> 
        <admin:errorReportsTo rdf:resource="mailto:webmaster@nachtwei.de" />
       <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
       <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
       <docs>http://backend.userland.com/rss</docs>
<div class="xar-mod-page">
   <div class="xar-mod-head">
    <!-- License: GPL http://www.gnu.org/copyleft/gpl.html -->
<ul class="xar-tabs">
            <li class="xar-tab">
                <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=viewmap&amp;ptid=1">View Article Map</a>
           </li>
</ul>
</div>
   <div class="xar-mod-body">
<div class="cattrails xar-displayinline-block xar-padding-thickbottom">
    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Vereinte Nationen (UNO) + Stellungnahme</span>

    <table class="xar-width-auto">
    <tr>
        <td valign="top" class="xar-padding-none">Browse in:&#160;</td>
       <td valign="top" class="xar-padding-none">
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=70">Meine Themen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=11">Sicherheitspolitik und Bundeswehr</a>
<br />
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=70">Meine Themen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=120">Internationale Politik und Regionen</a>
<br />
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=70">Meine Themen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=120">Internationale Politik und Regionen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=99">Vereinte Nationen</a>
<br />
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=1">Publikationstyp</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=83">Stellungnahme</a>
<br />
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=11-120-99-83">Any of these categories</a>
                    -                        <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=11%2B120%2B99%2B83">All of these categories</a>
<br />
</td>
   </tr>
   </table>




</div>

        <h1>
            Mein persÃ¶nlich-politischer JahresrÃ¼ckblick 2014: NÃ¤her rÃ¼ckende Kriege und internationale Verantwortung (Teil I zu Verantwortungsdiskurs, UN-Friedenssicherung, KrisenprÃ¤vention, RtoP, Ukraine)         </h1>
        <div class="xar-floatright"></div>
       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 10. Januar 2015 13:30:26 +02:00 (143489 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Teil I &Uuml;bersicht meiner Aktivit&auml;ten. Zentrale Themen: (1) Mehr internationale Verantwortung Deutschlands: Der Diskurs und seine Schr&auml;glagen; (2) Internationale Verantwortung + UN-Friedenssicherung; (3) Verantwortung durch Krisenpr&auml;vention; (4) Internationale Schutzverantwortung angesichts von Massenverbrechen; (5) Verantwortung zum Schutz von Frieden + Sicherheit in Europa. Zu Einsatzr&uuml;ckkehrern und -folgen, Afghanistan, Erinnerung, China unter II.</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Mein pers&ouml;nlich-politischer Jahresr&uuml;ckblick 2014:</strong></p>
<p align="center"><strong>N&auml;her r&uuml;ckende Kriege und internationale Verantwortung</strong></p>
<p align="center">(Pers&ouml;nliche Meldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik Nr. 54)</p>
<p align="center">von Winfried Nachtwei, MdB a.D. (1/2015)</p>
<p>&bdquo;<strong>R&uuml;ckzug aus der Verantwortung?</strong>&ldquo; hatte ich meinen Jahresr&uuml;ckblick 2013 &uuml;berschrieben. Veranlasst hatte mich dazu die deutlich wachsende Afghanistan-M&uuml;digkeit&ldquo; (&bdquo;Blo&szlig; weg!&ldquo;), aber auch die verbreitete Reglosigkeit gegen&uuml;ber dem Kriegsgemetzel in Syrien, wo Ohnmacht oft zugleich als Ausrede erschien, nicht wenigstens das M&ouml;gliche mit aller Kraft zu tun. Umso mehr &uuml;berrascht war ich, wie sehr der Verantwortungsdiskurs mit den Reden von Bundespr&auml;sident, Au&szlig;enminister und Verteidigungsministerin auf der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz Anfang 2014 Fahrt bekam, wie sehr er nur milit&auml;rfixiert verstanden wurde und wie schnell der Anspruch gewachsener internationaler Verantwortung auf h&auml;rteste Praxisproben gestellt wurde.</p>
<p><strong>Februar 2014 Krisen Schlag auf Schlag</strong>: In Kiew nach drei Monaten Dauerprotest auf dem Maidan im Februar Gewalteskalation, 20, 70 Tote; Flucht des Pr&auml;sidenten Janukowytsch. Stefan Feller, h&ouml;chster UN-Polizist, warnt in Berlin, der Milizenterror in der Zentralafrikanischen Republik k&ouml;nne sich Richtung &bdquo;Ruanda&ldquo; versch&auml;rfen. Peter Schumann, zuletzt UNMIS-Koordinator im Sudan, berichtete immer wieder Alarmierendes &uuml;ber die seit Dezember ausgebrochenen K&auml;mpfe und Massaker im S&uuml;dsudan zwischen rivalisierende Kriegsherren.</p>
<p>Mit internationalen Krisen, Konflikten, Kriegen habe ich seit fast f&uuml;nfzig Jahren zu tun.</p>
<p>Aber an eine solche Zusammenballung, Beschleunigung, Radikalisierung von Gewaltkonflikten, die von au&szlig;en immer weniger beeinflussbar erscheinen, die uns immer n&auml;her kommen und die NICHT demn&auml;chst wieder verebben werden, kann ich mich nicht erinnern. Krieg und verdeckte Aggression in der Ukraine, B&uuml;rgerkrieg in Syrien, Vormarsch der IS-Terrorarmee in Syrien/Nordirak, massiv gef&auml;hrdete Anrainer, Gazakrieg, zerfallendes Libyen, Jemen, Boko Haram in Nigeria, B&uuml;rgerkrieg in S&uuml;dsudan und Zentralafrikanischer Republik, Ebola in Westafrika, Fl&uuml;chtlingsmassensterben im Mittelmeer. &Uuml;berall dr&auml;ngender Gro&szlig;bedarf an humanit&auml;rer Hilfe und Gefahrenabwehr, mehrfach &bdquo;Responsibility-to-Protect&ldquo;-Tatbest&auml;nde (schwerste Massenverbrechen und internationale Schutzverantwortung), enorme Eskalationsrisiken. Im neuen Jahr 2015 setzt sich die Blutspur des Vorjahres mit den Terrorangriffen von Paris, einem Gro&szlig;anschlag im Jemen und den Massakern von Boko Haram in Nordnigeria fort. 10.000 Demonstranten vorbeugend gegen Pegida am 5. Januar in M&uuml;nster brachten nur ein punktuelles und kurzfristiges Aufatmen.</p>
<p>Vor f&uuml;nf Jahren kreiste unsere Aufmerksamkeit um die kriegerische Eskalation des Afghanistaneinsatzes, war Afghanistan die bis dahin gr&ouml;&szlig;te Herausforderung f&uuml;r bundesdeutsche Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik. Wer blickt heute noch dahin, auf den riskanten &Uuml;bergabeprozess?</p>
<p>Hundert Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieges, dieses unfassbaren Menschenschlachthauses, wird doppelt deutlich, wie ganz und gar nicht selbstverst&auml;ndlich die europ&auml;ische Friedensperiode der letzten Jahrzehnte, vor allem der letzten 25 Jahre war.</p>
<p>Angesichts des K&auml;lteeinbruchs von 2014 ger&auml;t mein Grundvertrauen in die Zukunft der europ&auml;ischen Friedensordnung ins Rutschen. Als &bdquo;unabh&auml;ngiger friedens- und sicherheitspolitischer Experte&ldquo; (so in Veranstaltungsank&uuml;ndigungen) empfinde ich tiefe Verunsicherung, Ratlosigkeit, Beunruhigung. Fernsehnachrichten sind kaum noch auszuhalten. Schluss ist mit dem a.-D.-Privileg der Distanz zur M&uuml;hle des Tagesaktuellen und der selbstgew&auml;hlten Schwerpunktsetzungen. Um meinen relativen sicherheitspolitischen Kompetenzverlust aufzufangen, beziehe ich jetzt auch die Ukraine, Syrien, Nordirak und Westafrika in meine laufenden Beobachtungen mit ein.</p>
<p>Als &ndash; wenn auch gut vernetzter &ndash; Einzelk&auml;mpfer empfinde ich zunehmend &Uuml;berforderung.</p>
<p>Mein Eindruck ist, dass auch die operative Politik l&auml;ngst mit dem gegenw&auml;rtigen Krisen-Multitasking &uuml;berfordert ist. Umso bewundernswerter finde ich, mit welcher Ruhe, Offenheit, diplomatischer Kraft und Kommunikationsf&auml;higkeit Au&szlig;enminister Frank-Walter Steinmeier agiert. Ein Gl&uuml;cksfall f&uuml;r deutsche und europ&auml;ische Au&szlig;en-, Friedens- und Sicherheitspolitik.</p>
<p>Auch f&uuml;nf Jahre nach meinem selbstbestimmten Abschied aus dem Bundestag h&auml;lt meine Grundstimmung an, diesen Schritt keine Minute bereut zu haben. (vgl. &bdquo;<em>Ein Loch wird kommen</em>&ldquo; von Robert Birnbaum im Tagesspiegel/Potsdamer Neueste Nachrichten vom 6. August 2009, <a href="http://www.pnn.de/dritte-seite/203008">www.pnn.de/dritte-seite/203008</a> ) Die Nachfrage nach meinen friedens- und sicherheitspolitischen Beitr&auml;gen und Mitarbeit ist weiterhin ausgezeichnet und erf&uuml;llend, das Verh&auml;ltnis zwischen der Masse der &bdquo;Au&szlig;eneins&auml;tze&ldquo; und wenigen &bdquo;Sitzungen&ldquo; (durchweg produktiv,&nbsp; nie Selbstbesch&auml;ftigung) ist ausgesprochen gesund. Mein Lebensstil ist trotz alledem weiterhin (&uuml;berwiegend) entschleunigt.</p>
<p><strong>Thematische, sich erg&auml;nzende Schwerpunkte in 2014</strong></p>
<p>(1) &bdquo;Mehr internationale Verantwortung Deutschlands&ldquo;: Der Diskurs und seine Schr&auml;glagen.</p>
<p>(2) Internationale Verantwortung und UN-Friedenssicherung, praktisch und pers&ouml;nlich</p>
<p>(3) Verantwortung durch Krisenpr&auml;vention</p>
<p>(4) Internationale Schutzverantwortung angesichts von Massenverbrechen</p>
<p>(5) Verantwortung zum Schutz von Frieden und Sicherheit in Europa</p>
<p>(6) Verantwortung f&uuml;r die Einsatzfolgen und gegen&uuml;ber den Einsatzr&uuml;ckkehrern, Lernen f&uuml;r wirksamere Krisenbew&auml;ltigung</p>
<p>(7) Bleibende Verantwortung statt R&uuml;ckzug aus der Verantwortung: Afghanistan</p>
<p>(8) Erinnerung und Verantwortung</p>
<p>(9) China-Studienreise</p>
<p><strong>Ger&uuml;st meiner Aktivit&auml;ten</strong></p>
<p>ist die ehrenamtliche Mitgliedschaft in einer Vielzahl von Beir&auml;ten und Vorst&auml;nden (in zehn F&auml;llen aktive Mitarbeit).</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Beirat <strong>Zivile Krisenpr&auml;vention</strong> beim AA, zweimal/Jahr: Seit Herbst 2011 Ko-Vorsitzende Dr. J&ouml;rn Gr&auml;vingholt (Deutsches Institut f&uuml;r Entwicklungspolitik DIE, Bonn) und ich (Mitglied im Beirat seit 2010, vorher seit Gr&uuml;ndung 2005 als Gast/Fraktionsvertreter)</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 14. Beirat f&uuml;r <strong>Fragen der Inneren F&uuml;hrung</strong> beim Bundesminister der Verteidigung, tagt viermal/Jahr, zus&auml;tzliche Arbeitsgruppen. Die neue AG &bdquo;Einsatzr&uuml;ckkehrer und &ndash;folgen&ldquo; wird von Generalleutnant a.D. Rainer Glatz (ehemaliger Befehlshaber Einsatzf&uuml;hrungskommando) und mir geleitet. Au&szlig;erdem arbeite ich in der AG &bdquo;Bundeswehr und Gesellschaft&ldquo; und im &bdquo;Netzwerk der Hilfe&ldquo; mit. (Mitglied im Beirat seit 2010)</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vorstand der <strong>Deutschen Gesellschaft f&uuml;r die Vereinten Nationen</strong> DGVN (seit 2001): Hervorragende aktuelle Informationsquellen sind die DGVN-Internetportale zu Friedenssicherung, Klimawandel, menschlicher Entwicklung, Menschenrechte (<a href="http://www.dgvn.de">www.dgvn.de</a> )</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vorstand &bdquo;<strong>Gegen Vergessen &ndash; F&uuml;r Demokratie</strong> e.V.&ldquo; (seit 2004): Auf der Mitgliederversammlung in Leipzig wurde ich erneut in den Vorstand gew&auml;hlt. Schwerpunkte NS, SED-Regime Politischer Extremismus (Online-Beratung gegen Rechtsextremismus, Sport-mit-Courage), Demokratief&ouml;rderung (<a href="http://www.gegen-vergessen.de/">www.gegen-vergessen.de</a> )</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vorstand von &bdquo;<strong>Lachen Helfen</strong> e.V.&ldquo;: Initiative deutscher Soldaten und Polizisten f&uuml;r Kinder in Kriegs- und Krisengebieten. Projekte aktuell in Kosovo, S&uuml;dsudan, Djibouti, Mazar-e Sharif (<a href="http://www.lachen-helfen.de/">www.lachen-helfen.de</a>)</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; AG &bdquo;<strong>Gerechter Friede</strong>&ldquo; der Bisch&ouml;flichen Kommission &bdquo;Justitia et Pax&ldquo;: tagt viermal/Jahr, Hauptthema in der Arbeitsperiode 2009-2014 war die Auswertung humanit&auml;r begr&uuml;ndeter milit&auml;rischer Interventionen in friedensethischer Perspektive (Sudan, Bosnien, Afghanistan, UN-Friedensmissionen). Neuberufung f&uuml;r die Arbeitsperiode 2015-2016, Schwerpunktthema Europ&auml;ische Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Kommission &bdquo;<strong>Europ&auml;ische Sicherheit und Zukunft der Bundeswehr</strong>&ldquo; beim Institut f&uuml;r Friedensforschung und Sicherheitspolitik (ISFH) an der Uni Hamburg, Vors. Prof. Dr. Michael Brzoska</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Fachbeirat <strong>Europa/Transatlantik</strong> der Heinrich-B&ouml;ll-Stiftung</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Mitarbeit in der <strong>Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Frieden und Internationales</strong> von B&uuml;ndnis 90/Die Gr&uuml;nen als kooptiertes Mitglied (mit Stimmrecht), Mitarbeit seit Gr&uuml;ndung Anfang der 80er Jahre</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Facharbeitskreis &bdquo;<strong>1648 &ndash; Dialoge zum Frieden</strong>&ldquo; bei der Stadt M&uuml;nster</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Kuratorium von <strong>CARE Deutschland-Luxemburg</strong></p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Beirat Stiftung<strong> Friedensbildung </strong>Marburg (fr&uuml;her Stiftung Friedensbewegung)</p>
<p>Hinzu kommt die Mitgliedschaft in etlichen Vereinen und Initiativen, angefangen bei der vorbildlichen <strong>Friedensinitiative Nottuln</strong> (bei M&uuml;nster), dem ForumZFD (Ziviler Friedensdienst), Gesellschaft f&uuml;r Christlich-J&uuml;dische Zusammenarbeit, Gesellschaft f&uuml;r bedrohte V&ouml;lker, Politisch-Milit&auml;rischen Gesellschaft.</p>
<p><strong>Herzst&uuml;ck meiner Aktivit&auml;ten</strong></p>
<p>sind weiterhin <strong>Vortr&auml;ge </strong>(und Teilnahme an Podiumsdiskussionen): bundesweit 55 (47 in 2013, 60 in 2012): 20 (15, 28) zu Afghanistan (seit 2002 ca. 170), 20 (17, 23) zu Friedens- und Sicherheitspolitik allgemein, 15 (15, 12) zu Riga-Deportationen und Erinnerungspolitik, einige Vortr&auml;ge in Schulen jeweils mit mehreren Kursen oder ganzer Jahrgangsstufe.</p>
<p>Im Herbst verkn&uuml;pfe ich die AFG-Bilanz erstmalig mit den neuen, nahen Kriegen und Krisen in Ukraine, Nordirak/Syrien, Westafrika, Ebola. In diesem Jahr erfordern Vortr&auml;ge zu 100 Jahre 1. Weltkrieg, neuen nahen Kriegen, 9. November und Parlamentsbeteiligung viel mehr an l&auml;ngerfristiger Vorbereitung. Die in der Regel illustrierten Vortr&auml;ge finden durchweg beste Resonanz &ndash; bei allgemein Interessierten, bei Fachpublikum, bei Einsatzerfahrenen. Eine besondere Freude sind mir unver&auml;ndert Vortr&auml;ge und Diskussionen in Schulen, wo ich inzwischen l&auml;ngst den Bonus eines &bdquo;Zeitzeugen&ldquo; habe.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Besonders wichtige, aufw&uuml;hlende, treffende Vortr&auml;ge waren:</span></p>
<p>- Vortr&auml;ge zu den Beitritten von D&uuml;lmen, Telgte, Werne, Rheine zum Riga-Komitee</p>
<p>- Disputation zur Friedensethik mit Prof. W. Lienemann am 8. Juli an der Uni M&uuml;nster im Rahmen der &bdquo;Streitgespr&auml;che &uuml;ber Gott und die Welt &ndash; Disputationen zwischen Theologie, Natur- und Gesellschaftswissenschaften&ldquo;</p>
<p>- Stellungnahmen zu 10 Jahren Aktionsplan Zivile Krisenpr&auml;vention im Unterausschuss &bdquo;Zivile Krisenpr&auml;vention, Konfliktbearbeitung und vernetztes Handeln&ldquo; des Ausw&auml;rtigen Ausschusses des Bundestages, zu Erfahrungen der Parlamentsbeteiligung in der Bundestags-Kommission &bdquo;Parlamentsbeteiligung und Auslandseins&auml;tze&ldquo; (R&uuml;he-Kommission&ldquo;), zu den Perspektiven des Afghanistan-Engagements beim &ouml;ffentlichen Fachgespr&auml;ch der gr&uuml;nen Bundestagsfraktion vor der Entscheidung zu &bdquo;Resolute Support&ldquo; (jedes Mal erlebe ich eine geradezu herzliche Kollegialit&auml;t &ndash; bei KollegInnen wie bei Bundestagsbediensteten)</p>
<p>- Vortrags-&bdquo;Herbst-Offensive&ldquo; (vier) bei der &bdquo;Gesellschaft f&uuml;r Sicherheitspolitik/GSP&ldquo; (fr&uuml;her GfW) in Zweibr&uuml;cken, Kaiserslautern und Ramstein zu Afghanistan und neuen nahen Kriegen</p>
<p>- Ansprache zum 9. November in der Synagoge M&uuml;nster: <em>&bdquo;Nie wieder!&ldquo; Nie wieder? Verantwortung zum Schutz</em>.</p>
<p><strong>Publikationen</strong>: Deutlich zugenommen haben meine aktuellen Berichte und Beitr&auml;ge auf <a href="http://www.nachtwei.de">www.nachtwei.de</a> (60) zu friedens- und sicherheitspolitischen Themen und Ereignissen, die in den herk&ouml;mmlichen Medien kaum oder keine Beachtung finden. Sie wurden oftmals auch von anderen Verteilern und Blogs &uuml;bernommen und weiterverbreitet.<a title="" href="#_ftn1">[1]</a> Meine Reichweite&nbsp; ist verglichen mit fr&uuml;her stark geschrumpft, die Wirkung aber teilweise konzentrierter. &Uuml;ber individuelle E-Mail-Verschickungen erreiche ich meine Zielgruppen, darunter viele Multiplikatoren, aber recht gut.</p>
<p><strong>Medienkontakte</strong> haben sich weiter reduziert auf einige ausf&uuml;hrliche Hintergrundgespr&auml;che (z.B. mit ZEIT, Asahi Shimbun, der mit 8 Mio. Auflage zweitgr&ouml;&szlig;ten Zeitung Japans und der Welt), mehrere Radio-Interviews (z.B. IS-Vormarsch, Polizeimissionen, ISAF-Ende, Performance von &bdquo;Matthaei und Konsorten&ldquo; und H&ouml;rst&uuml;ck &bdquo;Kriegsalbum&ldquo;) und Interviews zu Spezialthemen. Offen sind die M&uuml;nsteraner Lokalzeitungen f&uuml;r pers&ouml;nliche Kurzmeldungen, aber auch f&uuml;r spezielle aktuelle Angebote.</p>
<p>Einzelne <strong>wissenschaftliche Interviews</strong> und mehrere Zeitzeugen-Interviews mit Sch&uuml;lerInnen im Rahmen des Geschichtswettbewerbs des Bundespr&auml;sidenten.</p>
<p>Neu hinzugekommen sind <strong>informelle Beratungsauftr&auml;ge</strong> (z.B. Kommentierung von Publikationen aus der Friedens- und Konfliktforschung)</p>
<p>Zugenommen haben selbst gew&auml;hlte &nbsp;<strong>umfangreichere Rechercheaufgaben</strong> (zu Krisenfr&uuml;herkennung, Parlamentsbeteiligung bei Auslandseins&auml;tzen und Wirksamkeitsevaluierung, Milit&auml;rsoziologie und Sicherheitspolitik). Afghanistan bleibt ein Feld dauernder Recherche.</p>
<p><strong>Zentrale Themen</strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(1) &bdquo;Mehr internationale Verantwortung Deutschlands&ldquo;: Der Diskurs und seine Schr&auml;glagen</span></strong></p>
<p>Die <strong>Reden insbesondere von Bundespr&auml;sident Gauck, aber auch die Reden von Au&szlig;enminister Steinmeier und Verteidigungsministerin von der Leyen</strong> auf der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz Anfang Februar f&uuml;r &bdquo;mehr internationale Verantwortung Deutschlands&ldquo; fanden breite Resonanz und wurden vielfach als Votum f&uuml;r mehr milit&auml;risches Engagement verstanden: sehr bei der in M&uuml;nchen versammelten internationalen sicherheitspolitischen Community, erheblich in den Medien und&nbsp; Teilen der deutschen Gesellschaft. Ich h&ouml;rte erst diese Rezeption, las dann die Reden von Gauck und Steinmeier &ndash; und war irritiert bis ver&auml;rgert. Denn in den Redetexten konnte ich keineswegs ein Votum f&uuml;r &bdquo;mehr Auslandseins&auml;tze&ldquo; erkennen, eher eine Bekr&auml;ftigung der bisherigen &bdquo;&Auml;u&szlig;erstes Mittel&ldquo;-Position im Rahmen gewachsener internationaler politischer Verantwortung insgesamt und gegen den Post-Afghanistan-Meinungstrend, lieber ganz die Finger von Auslandseins&auml;tzen zu lassen.</p>
<p><strong>Kontext</strong>: Die Gauck-Rede stand zusammen mit den Steinmeier-Reden &nbsp;im Kontext des Strategiepapiers &bdquo;Neue Macht &ndash; Neue Verantwortung&ldquo; (SWP + GMF), stellenweise bis in die Wortwahl. Kernaussage von &bdquo;Neue Verantwortung&ldquo; ist, dass Deutschland angesichts seines gestiegenen Gewichts + Einflusses, seiner &uuml;berdurchschnittlichen Globalisierung und angesichts fundamentaler Ver&auml;nderungen des strategischen Umfelds mehr au&szlig;en- und sicherheitspolitische Initiative und Verantwortung &uuml;bernehmen m&uuml;sse: &bdquo;fr&uuml;her, entschiedener, substanzieller&ldquo;. In der Tat: Meines Erachtens weitet sich seit Jahren die Schere zwischen dem Bedarf an initiativer, koh&auml;renter, weitsichtigerer Au&szlig;enpolitik einerseits und ihrem real sinkenden Gewicht unter den anderen Politikfeldern: Der politische Diskurs wurde zunehmend von innenpolitischen Themen dominiert; im Bundestag haben alle Fraktionen zunehmend Rekrutierungsprobleme f&uuml;r die mit internationaler Politik befassten Aussch&uuml;sse; im Bundestagswahlkampf spielte internationale Politik praktisch keine Rolle. In der Gesellschaft gibt es seit Jahren eine erhebliche Grundstr&ouml;mung &bdquo;Was haben wir denn mit Afrika, Hindukusch etc. zu tun!&ldquo;, von Deutschland als Insel.</p>
<p>Ausgehend von der Entgrenzung des Verteidigungsgedankens nach 9/11 beobachtete ich in der dt. Sicherheitspolitik seit der ersten Gro&szlig;en Koalition ab 2005 eine zunehmende Fokussierung auf nationale Sicherheitsinteressen und eine sukzessive Abwendung von kollektiven Sicherheitsinteressen und vor allem &bdquo;internationaler Verantwortung&ldquo;. Sichtbar wurde das an deutschen Selbstbezogenheiten (exemplarisch bei Afghanistan, wo es nur um deutschen Verantwortungsbereich ging, kaum um die afghanische Seite, nie um das Gesamtunternehmen), am Minimalengagement zu afrikanischen Gro&szlig;-Krisenherden (Kongo, Darfur), an der zunehmenden Verkn&uuml;pfung von Wirtschaftsinteressen und Auslandseins&auml;tzen (durch Politiker mehr als durch Milit&auml;rs) und an der praktischen Missachtung von UN-Friedenssicherung (Primat der Scheckbuchdiplomatie).</p>
<p>Vor diesem Hintergrund empfand ich es als vorsichtig hoffnungsvoll, dass mit de Maiziere die Kategorie internationale Verantwortung wieder in den deutschen Diskurs zur&uuml;ckkehrte. (vgl. mein Beitrag &bdquo;&acute;Internationale Verantwortung` &ndash; T&uuml;r&ouml;ffner f&uuml;r mehr Eins&auml;tze?&ldquo;, erschienen Anfang August 2011 auf <a href="http://www.theeuropean.de">www.theeuropean.de</a> )</p>
<p><strong>Mehr Verantwortung = mehr Auslandseins&auml;tze?</strong></p>
<p>Dies pauschal mit Ja zu beantworten, w&auml;re friedens- und sicherheitspolitische falsch, gef&auml;hrlich und nicht verantwortbar. Das soll Gauck aber nach verbreiteter Interpretation getan haben. Seine Rede habe ich anders verstanden: Als wichtige Dimensionen dieser Verantwortung benannte Gauck gro&szlig;es EZ-Engagement, Ressourcenschonung, F&ouml;rderung internationaler Institutionen, europ&auml;ische Integration, Stabilisierung von Nachbarschaft im Osten und Afrika, den Gefahren des Terrorismus begegnen, Einbeziehung neuer Gro&szlig;m&auml;chte, angemessenes Interesse an bestimmten Weltgegenden, Rolle bei weit entfernten Krisen, Engagement in der Pr&auml;vention von Konflikten. In diesem Kontext sprach er beschreibend &bdquo;auch&ldquo; Milit&auml;reins&auml;tze an - und fragt nach der deutschen Bereitschaft dabei &bdquo;fair die Risiken&ldquo; mit Verb&uuml;ndeten zu teilen.</p>
<p>Die &bdquo;Mehr-Milit&auml;r&ldquo;-Rezeption der Gauck-Rede in Medien und Teilen der Gesellschaft sehe ich als Ausdruck einer geradezu notorischen &bdquo;Milit&auml;rfixiertheit in Zivil&ldquo;: Internationales Engagement der Bundesrepublik wird &uuml;berwiegend in seiner milit&auml;rischen Dimension wahrgenommen, w&auml;hrend die diplomatischen und zivilen Dimensionen von internationaler Politik kaum bis gar nicht wahrgenommen werden. Diese milit&auml;rlastige Wahrnehmung setzt sich gegen&uuml;ber Krisenengagements fort, die in der Regel nur auf milit&auml;rische Auslandseins&auml;tze verk&uuml;rzt wahrgenommen werden. Bef&ouml;rdert wird diese milit&auml;rlastige Wahrnehmung deutscher internationaler Politik dadurch, dass hier bisher das AA dem BMVg und der Bundeswehr weitgehend das Feld der &ouml;ffentlichen Kommunikation &uuml;berlassen hat.</p>
<p>Bei Gauck, Steinmeier, de Maiziere, erst recht der Kanzlerin, den Bundestagsfraktionen, der milit&auml;rischen F&uuml;hrung der Bundeswehr sehe ich kein Dr&auml;ngen auf Auslandseins&auml;tze nach Opportunit&auml;t. Die Grundhaltung ist ein &bdquo;ja, <strong>ABER</strong>&ldquo;. (Eine sorgf&auml;ltig-kritische und weiterf&uuml;hrende Auseinandersetzung mit dem Ruf nach mehr internationaler Verantwortung bringt der HSFK-Standpunkt 1/2014 &bdquo;<em>Fr&uuml;her, entschiedener und substanzieller? Engagiertes au&szlig;enpolitisches Handeln und milit&auml;rische Zur&uuml;ckhaltung sind kein Widerspruch</em>&ldquo; von Arvid Bell/Matthias Deminski/Thorsten Gromes/Berthold Meyer, &nbsp;<a href="http://www.hsfk.de/HSFK-standpunkte.892.0.html">www.hsfk.de/HSFK-standpunkte.892.0.html</a> )</p>
<p>&bdquo;<strong>Review-2014 &ndash; Au&szlig;enpolitik Weiter Denken</strong>&ldquo;: Mit seiner Amtsantrittsrede am 17. Dezember 2013 stie&szlig; Au&szlig;enminister Steinmeier eine au&szlig;enpolitische (Selbst-)&Uuml;berpr&uuml;fung und Debatte an. Die Vorstellung von Review-2014 im Beirat Zivile Krisenpr&auml;vention und die Auftaktveranstaltung am 20. Mai im AA verdeutlichen: Eine so umfassende, selbstreflexive und offene Initiative ist eine einmalige Chance. Sowas habe ich seit 1994 in deutscher Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik nicht erlebt. Beim Auftakt wird die von der K&ouml;rber-Stiftung in Auftrag gegebene Umfrage zu den au&szlig;enpolitischen Einstellungen der Deutschen vorgestellt. Die h&auml;ufige Interpretation, eine eher binnenorientierte Bev&ouml;lkerung st&uuml;nde einer aktiveren Au&szlig;enpolitik entgegen, teile ich nicht. Mein Kommentar &bdquo;<em>Einmischen oder zur&uuml;ckhalten? Kommt ganz drauf an!</em>&ldquo; vom 24. Mai unter <a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1288">www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1288</a> ; als <strong>Kurzkommentar </strong>auf dem Blog von Review2014, <a href="http://www.review2014.de/de/blog/show/article/einmischen-oder-zurueckhalten-es-kommt-ganz-drauf-an.html">www.review2014.de/de/blog/show/article/einmischen-oder-zurueckhalten-es-kommt-ganz-drauf-an.html</a></p>
<p>In meinen Arbeitszusammenh&auml;ngen begreifen wir Review-2014 und den Verantwortungsdiskurs vor allem als Chance. (vgl. v.a. Kapitel 2) In der breiten &Ouml;ffentlichkeit bleibt die Aufmerksamkeit f&uuml;r diesen Prozess au&szlig;enpolitischer Selbstbesinnung gering.</p>
<p><strong>Schnell breite + hitzige Aufmerksamkeit </strong>gab hingegen es in der zweiten Juniwoche, als Deutschland-Radio Kultur ein Interview mit dem Bundespr&auml;sidenten nach seinem Norwegenbesuch ausstrahlte. &Uuml;ber SPIEGEL-Online, taz u.a. geriet Gauck binnen Stunden zu einem Pr&auml;sidenten, der &bdquo;Deutsche zu den Waffen ruft&ldquo;. Jakob Augstein legte in seiner S.P.O.N.-Kolumne nach, Gauck &bdquo;<em>predigt den Segen der bewaffneten Politik</em>&ldquo;; J&uuml;rgen T&ouml;denh&ouml;fer auf Facebook: &bdquo;<em>Gauck ruft erneut zum heiligen Krieg auf&ldquo;, ein &bdquo;Jihadist, der wie ein Irrer alle paar Monate daf&uuml;r wirbt, dass sich Deutschland endlich wieder an Kriegen beteiligt</em>&ldquo;, dazu eine Fotomontage mit Gauck als Terroristenchef.</p>
<p>Tage zuvor hatte ich die Lobesrede des Bundespr&auml;sidenten im Nobelinstitut in Oslo auf die vorbildliche norwegische Friedenspolitik gelesen. Kein Medium in Deutschland hatte dar&uuml;ber berichtet. Die Art, wie dann f&uuml;hrende Medien die au&szlig;enpolitischen Aussagen des Bundespr&auml;sidenten verk&uuml;rzten, verdrehten und seiner Diffamierung als &bdquo;Kriegstreiber&ldquo; den Weg bereiteten, empfand ich als uns&auml;glich. Sie veranlasste mich zu einem scharfen Kommentar und einem Leserbrief in der TAZ.</p>
<p>( <a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1293">www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1293</a> )</p>
<p>F&uuml;r mich verst&auml;rkt sich der seit Jahren gewachsene Verdacht, dass auch in sich als friedensorientiert verstehenden Kreisen ein Grundbed&uuml;rfnis an Feindbildern besteht. Dabei geh&ouml;rt &Uuml;berwindung von Feindbildern eigentlich zu den Basisaufgaben von Friedensarbeit und &ndash;politik.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(2) Internationale Verantwortung und UN-Friedenssicherung, praktisch und pers&ouml;nlich</span></strong></p>
<p><strong>a) MONUSCO in der Demokratischen Republik Kongo</strong> (DRK) ist mit 20.000 Soldaten und 5.000 Zivilpersonen, 1.300 Polizisten die gr&ouml;&szlig;te UN-Mission weltweit. Seit vielen Jahren tobt im Ostkongo Krieg vor allem gegen die Zivilbev&ouml;lkerung, Frauen und Kinder. Seit August 2013 leitet der deutsche Diplomat Martin Kobler MONUSCO, die weltweit gr&ouml;&szlig;te UN-Mission. Zum Schutz der Zivilbev&ouml;lkerung agiert MONUSCO jetzt konsequent und mit Erfolgen, die Hoffnung machen. Hier mein Bericht und Kommentar zu Vortrag und Diskussion mit Martin Kobler am 24. Februar Martin Kobler auf einer Veranstaltung von Dt. Gesellschaft f&uuml;r die Vereinten Nationen (DGVN).</p>
<p>Was tr&auml;gt Deutschland zur Leistung von MONUSCO bei? Deutschland zahle wohl immerhin 100 Mio. US-$. Aber von den 1.400 internationalen zivilen Mitarbeitern seien gerade 11 Deutsche &ndash; das sei &bdquo;marginalste Beteiligung&ldquo;! Und bei Polizei und Milit&auml;r gebe es keinen einzigen Deutschen. Er habe einige Reden von der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz gelesen. Was bedeute das f&uuml;r Afrika, f&uuml;r die UN?</p>
<p>Jetzt bestehe die Chance, den Zyklus der Gewalt zu durchbrechen. Das w&auml;re auch eine Art Konfliktpr&auml;vention. Die Rahmenbedingungen seien zzt. ganz gut. Warum nicht auch ein paar deutsche Peacekeeper? &bdquo;Deutschland kann hier mehr tun!&ldquo; (<em>mein ausf&uuml;hrlicher Bericht zur Veranstaltung unter </em><a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1268"><em>www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1268</em></a> )</p>
<p><strong>b) Gelungener zweiter &bdquo;Tag des Peacekeepers</strong>&ldquo; am 11. Juni im Schloss Charlottenburg in Berlin. Die meisten der 450 G&auml;ste waren aktive oder ehemalige Peacekeeper in Bundeswehr- oder Polizeiuniformen oder Zivil. Eingeladen waren sie stellvertretend f&uuml;r die rund 5.000 Frauen und M&auml;nner (4.500 SoldatInnen, 300 PolizistInnen, 200 ZivilexpertInnen), die zzt. bei internationalen Friedensmissionen im Auftrag der Vereinten Nationen eingesetzt waren. Im Mittelpunkt standen in diesem Jahr Friedenseins&auml;tze in Afrika, wo Deutsche an 20 der 35 Missionen beteiligt sind. Nach dem Ausw&auml;rtigen Amt im Vorjahr war jetzt das Verteidigungsministerium (BMVg) das ausrichtende Ressort, unterst&uuml;tzt vom Zentrum Internationale Friedenseins&auml;tze (ZIF).</p>
<p><em>(Berichte + Fotos auf </em><a href="http://www.zif-berlin.org/de/ueber-zif/tag-des-peacekeepers.html"><em>www.zif-berlin.org/de/ueber-zif/tag-des-peacekeepers.html</em></a><em> , mein Bericht unter </em><a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1264"><em>www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1264</em></a><em> )</em></p>
<p>Gru&szlig;worte sprachen der Parlamentarische Staatssekret&auml;r im BMVg Dr. Ralf Brauksiepe, die Staatssekret&auml;re Dr. Martin Ederer (AA) und Dr. Emily Haber (BMI). Die Staatssekret&auml;re erinnerten an die drei Zivilexperten des ZIF, die als Mitarbeiter der EU-Mission EUCAP Nestor am 24. Mai bei einem Selbstmordattentat auf ein Restaurant in Djibouti schwer verletzt worden waren. Weil ein Ressortchef verhindert war, lie&szlig;en sich auch die anderen Minister durch ihre Staatssekret&auml;re vertreten. <em>&bdquo;Was ist eigentlich vernetztes Handeln &hellip; im Friedenseinsatz?&ldquo;</em>Ein vom ZIF und &bdquo;Schnittb&uuml;ro&ldquo; produzierter flotter Film machte das in f&uuml;nf Minuten sehr anschaulich. Die Diaprojektion &bdquo;<em>The Hidden Trasures of Timbuktu</em>&ldquo; von Joseph Hunwich &amp; Alida Boye brachte zum Schluss faszinierende Bilder von einem Weltkulturerbe, das vor der Vernichtung bewahrt werden konnte.<em> (Bericht vom 1. Tag des Peacekeepers 2013 unter </em><a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1220"><em>www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1220</em></a><em> )</em></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Schattenseiten</span><strong>: </strong>Obwohl der Tag des Peacekeepers jetzt in der sitzungsfreien Zeit des Bundestages stattfand, nahm wie im Vorjahr weniger als eine Handvoll Abgeordnete an der Feier teil. Vor dem Hintergrund der politisch-menschlichen Verantwortung des Parlaments f&uuml;r die Peacekeeper und verglichen mit der &uuml;blichen Abgeordneten-Teilnahme an Parlamentarischen Abenden von Interessengruppen ist das irritierend wenig!</p>
<p>Der Tag des Peacekeepers fand auch in diesem Jahr &ndash; bis auf die Positivbeispiele Deutsche Welle, FR und S&uuml;dwestpresse &ndash; keine Beachtung in den allgemeinen Medien. Damit setzt sich ein Trend fort, den ich durchg&auml;ngig bei &auml;hnlichen solchen Ereignissen seit Jahren erlebe. Offenbar sind solche Veranstaltungen zu konstruktiv f&uuml;r einen Medienbetrieb, der von Streit, Skandalisierung, Gewaltereignissen und Bad News regelrecht abh&auml;ngig zu sein scheint. Dabei bewies Nina Werkh&auml;user von der Deutschen Welle auch jetzt wieder, dass Peacekkeeper eine Fundgrube f&uuml;r spannende und bunte Geschichten sind.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Internationale Verantwortung Deutschlands?</span> In letzter Zeit hat sich in Teilen vor allem des sicherheitspolitischen Diskurses die Pauschalmeinung von einer deutschen &bdquo;Dr&uuml;ckebergerei&ldquo; verbreitet und in anderen Teilen der &Ouml;ffentlichkeit die Verk&uuml;rzung von &bdquo;internationaler Verantwortung&ldquo; auf Milit&auml;reins&auml;tze. Notorisch ignoriert wird dabei, was Tausende Frauen und M&auml;nner in Uniform <span style="text-decoration: underline;">und</span> Zivil im Auftrag von Bundesregierung und Bundestag tagt&auml;glich zu internationaler Friedenssicherung und Gewalteind&auml;mmung beitragen. Sie stehen praktisch und pers&ouml;nlich f&uuml;r die internationale Verantwortung Deutschlands und beispielhaft f&uuml;r die vielf&auml;ltigen Instrumente und Ans&auml;tze heutiger Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik, die Friedenspolitik sein soll. Das ZIF macht vor, wie &uuml;ber ihre konkrete Arbeit Au&szlig;enpolitik sichtbar, greifbar, anschaulich und interessant gemacht werden kann. Der Tag des Peacekeepers bietet eigentlich eine hervorragende Gelegenheit, das in eine breitere &Ouml;ffentlichkeit zu tragen!</p>
<p><strong>c) Erster ZIF-Wahlbeobachtertag </strong>am 4. April in der Kulturbrauerei in Berlin mit ca. 200 G&auml;sten mit reichen Missionserfahrungen. Das ZIF ist seit seiner Gr&uuml;ndung 2002 zust&auml;ndig f&uuml;r die Auswahl, Vorbereitung und Betreuung von WahlbeobachterInnen. Seitdem wurde 3.701 deutsche WahlbeobachterInnen in 241 Missionen in 89 L&auml;ndern entsandt, 85% in OSZE-Missionen, &uuml;ber 500 zu EU-Missionen.</p>
<p><em>(Bericht unter </em><a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=aid=1278"><em>www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=aid=1278</em></a><em> , incl. Bericht von meiner OSZE-Wahlbeobachtung in Belgrad im Dezember 2000)</em></p>
<p><strong>d) 25 Jahre polizeiliche Auslandseins&auml;tze &ndash; Von Namibia in die Welt: </strong>Feierstunde f&uuml;r 300 TeilnehmerInnen an polizeilichen Auslandsverwendungen des Jahres 2013 am 2. April 2014 in Berlin. <em>(Bericht </em><a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1277"><em>www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1277</em></a><em> )</em></p>
<p><strong>20 Jahre Bund-/L&auml;nderarbeitsgruppe Internationale Polizeimissionen</strong> &ndash; Fachtagung am 13. Juni 2014 im Haus der Geschichte in Bonn, kurzfristige Teilnahme am Podium,</p>
<p><em>(</em><a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1299"><em>www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1299</em></a><em> )</em></p>
<p>&bdquo;<strong>Richter, Staatsanw&auml;lte und Vollzugsbedienste f&uuml;r den Frieden</strong>: Wie k&ouml;nnen Bund und L&auml;nder die Einsatzbedingungen f&uuml;r Justizpersonal in Rechtsstaatsmissionen verbessern?&ldquo; Fachtagung Evang. Akademie Loccum 29.9.-1.10.2014 mit vielen Einsatzerfahrenen, wohl die erste &ouml;ffentliche Tagung zu diesem Thema. Deutlich wird, dass die Bedingungen f&uuml;r sekundiertes Zivilpersonal &nbsp;ausgesprochen unzureichend, geradezu abschreckend&nbsp; sind und dass regul&auml;re Arbeitsverh&auml;ltnisse geschaffen werden m&uuml;ssen. Mein Bericht steht noch aus.</p>
<p><strong>&bdquo;Einsatz von Polizisten in Friedensmissionen&ldquo;, &ouml;ffentliche </strong>Anh&ouml;rung von Innenausschuss und Unterausschuss zivile Krisenpr&auml;vention am 3.11.2014 im Bundestag mit den Sachverst&auml;ndigen Dr. Mechthild Baumann (Institut f&uuml;r Migrations- und Sicherheitsstudien), Stefan Feller (Leitender Polizeiberater des UN-Generalsekret&auml;rs), Tobias Pietz/ZIF), Dr. Markus Ritter (Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt/M.), Dieter Wehe (Inspekteur Polizei NRW, Vorsitzender der AG IPM): Nach dieser Anh&ouml;rung ist sehr klar, was vor allem f&uuml;r die St&auml;rkung der deutschen F&auml;higkeiten zu tun ist. Mein Bericht steht noch aus.</p>
<p><em>(</em><a href="http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2014/kw45_pa_innen/337262"><em>www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2014/kw45_pa_innen/337262</em></a><em> )Berichte und Beitr&auml;ge zu Polizei in Friedenseins&auml;tzen 2001-2014: </em><a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1322"><em>www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1322</em></a><em> .</em></p>
<p><strong>e)</strong> &bdquo;<strong>Die untersch&auml;tze Macht</strong>&ldquo;: Kriegsbr&auml;nde in der europ&auml;ischen Nachbarschaft, transnationale islamistische Terrorbewegungen, Extrem-Destabilisierung schwacher Staaten durch die Ebola-Epidemie - da sind die Vereinten Nationen notwendiger denn je, da ist die verbreitete UN-Ignoranz kurzsichtig und dumm. Mein Beitrag in <strong>Publik-Forum</strong> 18/2014; erweiterte Fassung <em>unter </em><a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1315"><em>www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1315</em></a><em> .</em></p>
<p>Wenn heute in Deutschland &uuml;ber die R&uuml;ckkehr des Krieges in die Politik, &uuml;ber Milit&auml;r und internationale Friedenssicherung gestritten wird, w&uuml;rde ein Blick in die Charta oft helfen und manchen Streit er&uuml;brigen.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(3) Verantwortung durch Krisenpr&auml;vention</span></strong></p>
<p><strong>a) Der Unterausschuss Zivile Krisenpr&auml;vention, Konfliktbearbeitung und vernetztes Handeln </strong>des Ausw&auml;rtigen Ausschusses wurde nach den guten Erfahrungen seiner ersten Periode (2009-2013) im Konsens aller Fraktionen fortgef&uuml;hrt. Franziska Brantner, MdB B&uuml;ndnis 90/Die Gr&uuml;nen, Ex-MdEP, wurde neue Vorsitzende. Am 5. Mai h&ouml;rt der Unterausschuss in &ouml;ffentlicher Sitzung Sachverst&auml;ndige zu 10 Jahren Aktionsplan zivile Krisenpr&auml;vention. Nach der Abteilungsleiterin Vereinte Nationen und Globale Fragen im AA, Dr. Patricia Flor, sprachen Dr. Martina Fischer, Berghof-Foundation, Cornelia Brinkmann, &bdquo;Steps for Peace&ldquo;/Institut f&uuml;r Peacebuilding, Dr. Hans-Dieter Heumann, Pr&auml;sident der Bundesakademie f&uuml;r Sicherheitspolitik, und ich. Lehren und Konsequenzen fasse ich in sieben K`s zusammen: Konzeptionell, Kompetenz, Krisenfr&uuml;herkennung, Koh&auml;renz, Kapazit&auml;ten, Kommunikation, Konsequenz. Es war ein erfreulicher und auch Hoffnung machender &bdquo;Geburtstag&ldquo;: ungew&ouml;hnlich viele, auch neue Abgeordnete, unter den zahlreichen G&auml;sten viele langj&auml;hrige MitstreiterInnen. (Die Stellungnahmen insgesamt unter</p>
<p><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse18/a03/ua_zks/50472761_kw19_pa_krisenpraevention/216834"><em>www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse18/a03/ua_zks/50472761_kw19_pa_krisenpraevention/216834</em></a><em> ; meine Stellungnahme auch in S+F Sicherheit und Frieden 3/2014 und unter </em>&nbsp;<a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1286"><em>www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1286</em></a><em> ,</em></p>
<p><em>&nbsp;</em><a href="http://www.pmg-ev.com/deutsch/dw/2014-90-Denkwuerdigkeiten.pdf"><em>http://www.pmg-ev.com/deutsch/dw/2014-90-Denkwuerdigkeiten.pdf</em></a></p>
<p><strong>b) Im Beirat Zivile Krisenpr&auml;vention</strong> waren am 7. April Beratungspunkte Bericht aus dem Ressortkreis (Krisenfr&uuml;hwarnung, AG Sicherheitssektorreform, Budget, neue AA-Arbeitseinheit zu fragilen Staaten und Stabilisierungseins&auml;tzen), S&uuml;dsudan (R&uuml;ckfall in den B&uuml;rgerkrieg seit Dezember 2013), Diskurs um &bdquo;neue Verantwortung&ldquo; (mit Dr. Constanze Stelzenm&uuml;ller/GMF, und Dr. Markus Kaim/SWP), &bdquo;Review 2014 &ndash; Au&szlig;enpolitik Weiter Denken&ldquo; (mit Dr. Thomas Bagger, Leiter Planungsstab AA), Arbeitsplanung des Beirats; in der 21. Beiratssitzung am 10. November Bericht aus dem Ressortkreis (u.a. Entsendung von Rechtspersonal, Reviewprozess der UN Peacebuilding Commission, S&uuml;dsudan), 4. Umsetzungsbericht zivile Krisenpr&auml;vention, Fortsetzung des Review-2014-Prozesses (AA) und Zukunftscharta (BMZ), Schlechte Zeiten f&uuml;r Krisenpr&auml;vention und zivile Konfliktbearbeitung? Herausforderungen, &Uuml;berforderungen, Anforderungen im gegenw&auml;rtigen Krisen-Multitasking, Fortschreibung Arbeitsplanung.</p>
<p>Der Beirat kann sich mit operativer Krisenpr&auml;vention, Konfliktbearbeitung und Friedenskonsolidierung nur punktuell befassen. Das geschah zum Beispiel zu S&uuml;dsudan (2010), Transformationspartnerschaft mit der arabischen Welt (2011/12), Sahel (2012), Jemen (2013). &Auml;u&szlig;erst ern&uuml;chternd, aber auch lehrreich war die Befassung mit dem Zusammenbruch des Friedensprozesses im S&uuml;dsudan auf der Aprilsitzung.</p>
<p>Angesichts der aktuellen Krisenh&auml;ufung, dem zehnj&auml;hrigen Bestehen des Aktionsplans, den Aussagen des Koalitionsvertrages und des Verantwortungsdiskurses sah der Beirat gute Chancen f&uuml;r die Weiterentwicklung der Strukturen ziviler Krisenpr&auml;vention, Konfliktbearbei-tung und Friedenskonsolidierung und erarbeitete das <strong>Impulspapier &bdquo;Zivile Krisenpr&auml;ven-tion in globaler Verantwortung</strong> &ndash; Deutsche Friedensf&ouml;rderung vor neuen Aufgaben&ldquo; zu Beginn der 18. Legislaturperiode, 23. Juni <em>2014 ( </em><a href="http://www.die-gdi.de/presse/pressemitteilungen/2014/zivile-krisenpraevention-in-globaler-verantwortung/"><em>www.die-gdi.de/presse/pressemitteilungen/2014/zivile-krisenpraevention-in-globaler-verantwortung/</em></a><em> )</em></p>
<p>Die Resonanz der Adressaten war erfreulich: Der Unterausschusses lud am 13. Oktober zu einem Gespr&auml;ch, an dem f&uuml;nf MdB und zehn Beiratsmitgliedern teilnahmen. Viele Empfehlungen des Impulspapiers schlugen sich erkennbar im</p>
<p><strong>c) 4. Umsetzungsbericht der Bundesregierung</strong> zum Aktionsplan zivile Krisenpr&auml;vention nieder, der am 12. November vom Bundeskabinett beschlossen, anschlie&szlig;end im Bundestagsplenum vom Au&szlig;enminister vorgestellt wurde und am 15. Januar 2015 erstmalig zu bester Plenarzeit im Bundestag debattiert wird. Angesichts der beunruhigenden H&auml;ufung naher Krisen und Kriege und der ern&uuml;chternden Erfahrungen mit internationalen Krisenengagements wird offenbar zunehmend bewusst, wie wichtig, hochaktuell, aber auch schwierig und fordernd eine wirksame Krisenpr&auml;vention und zivile Friedensf&ouml;rderung ist und wie sehr sie auf das bestm&ouml;gliche Zusammenwirken verschiedener Instrumente und kompetenter Akteure angewiesen ist. Zivile Krisenpr&auml;vention wird immer wieder beschworen, erf&auml;hrt viel selbstverst&auml;ndliche Zustimmung, bleibt aber oft abstrakt und ohne belebenden Streit. Wo Gewalt, Streit, Skandalisierung, bad news den gr&ouml;&szlig;ten Nachrichtenwert haben, hat es ein Politikfeld, das Gewaltkonflikte verhindern will, besonders schwer, Aufmerksamkeit zu finden. Eine Redaktionsgruppe des Beirats erarbeitete kurzfristig eine <strong>Stellungnahme zum Umsetzungsbericht</strong>: &bdquo;Internationale Verantwortung nach dem Krisenjahr 2014: Schub f&uuml;r zivile Krisenpr&auml;vention?!&ldquo; (15. <em>Dezember) (</em><a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1330"><em>www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1330</em></a><em> )</em></p>
<p><strong>d) Krisenfr&uuml;herkennung international</strong> und deutsche Tagespolitik: Feuermelder ohne Leitstelle? Erweiterte Fassung eines Beitrages in S+F Sicherheit und Frieden 2/2014, IFSH Hamburg (<a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1320">www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1320</a> )</p>
<p><strong>15 Jahre Ziviler Friedensdienst </strong>- Verabschiedung von ZFD-Fachkr&auml;ften in acht Krisenl&auml;nder am 8. Oktober in der Katholischen Akademie in Berlin mit 150 G&auml;sten<em>. (Veranstaltungsbericht </em><a href="http://www.ziviler-friedensdienst.org/de"><em>www.ziviler-friedensdienst.org/de</em></a><em> ; mein Bericht </em><a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1319"><em>www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1319</em></a><em>)</em></p>
<p>Arnd Henze, Fernsehkorrespondent im ARD-Hauptstadtstudio, moderierte die lebendige und ermutigende Veranstaltung. Im November 1999 wurden die ersten ZFD-Fachkr&auml;fte in Krisenregionen entsandt. Seitdem kamen fast 1000 ZFD-Kr&auml;fte in rund 50 L&auml;ndern zum Einsatz. Heute arbeiten um 250 Frauen und M&auml;nner in 38 L&auml;ndern. Ein besonderer H&ouml;hepunkt war schlie&szlig;lich die Vorstellung und Verabschiedung von elf ZFD-Fachkr&auml;ften &ndash; viele von ihnen mit reicher Auslandserfahrung -&nbsp; vor ihrer Ausreise nach Afghanistan, Burundi, Kenia, Kongo, Kosovo, Sierra Leone, Timor Leste und Zimbabwe. Tr&auml;gerorganisationen sind die AGEH (Arbeitsgemeinschaft f&uuml;r Entwicklungshilfe, f&uuml;nf Fachkr&auml;fte), GIZ, Brot f&uuml;r die Welt und forumZFD. Besonders freute mich, dabei drei k&uuml;nftigen &bdquo;AfghanInnen&ldquo; zu begegnen: den ZFD-Fachkr&auml;ften Ilona und Markus sowie einer aus dem Beirat Zivile Krisenpr&auml;vention vertrauten BMZ-Referatsleiterin, die nun an die Botschaft in Kabul geht. Dass die drei das in der jetzigen Umbruchsphase des internationalen Afghanistanengagements tun, wo die Ungewissheiten besonders gro&szlig; sind, finde ich besonders stark und anerkennenswert!</p>
<p><strong>Fachgespr&auml;ch &bdquo;Menschen sch&uuml;tzen ohne Waffen: Ziviles Peacekeeping&ldquo; </strong>(Unarmed Civilian Protection/UCP)des Bundes f&uuml;r Soziale Verteidigung (BSV) in Berlin: Vorstellung verschiedener Organisationen und Ans&auml;tze (Peace Brigades International, Nonviolent Peaceforce/NVP, Gewaltpr&auml;vention in S&uuml;d-Harburg). UCP findet zunehmend Unterst&uuml;tzung durch einzelne Staaten und auch im UN-Kontext. Ich referiere zu &bdquo;Ziviles Peacekeeping &ndash; Alternative zu Milit&auml;reins&auml;tzen?&ldquo; (Dokumentation erscheint in K&uuml;rze)</p>
<p><strong>e) &bdquo;Konflikte im S&uuml;dchinesischen Meer&ldquo;, </strong>Schwerpunktthema der BAG Frieden der Gr&uuml;nen am 26. September: Beunruhigende Blicke &uuml;ber den Tellerrand der brennenden europ&auml;ischen Nachbarschaft.</p>
<p><strong>SWP-Fachgespr&auml;ch &bdquo;Au&szlig;enpolitikevaluation im Aktionsfeld Krisenpr&auml;vention und Friedensaufbau</strong>&ldquo;: Vorstellung der &nbsp;SWP-Studie von Peter Rudolf und Sascha Lohmann, Kommentierung durch mich.</p>
<p><strong>f) Der Ansatz &bdquo;Chancen nutzen&ldquo; </strong>wird f&uuml;r mich geradeangesichts der erkaltenden Gro&szlig;wetterlage immer wichtiger. Wo es so viel um Risiken, Bedrohungen, Hass, Gewalt, Massenverbrechen, Krieg, Konfliktkn&auml;uel geht, wo in der Regel bad news die aktuelle Berichterstattung dominieren, wo erfolgreiche Gewaltverh&uuml;tung &bdquo;unsichtbar&ldquo; ist, da liegen Hoffnungslosigkeit, Ohnmachtsgef&uuml;hle und Depression nahe, da ist immer wieder Wegsehen ein plausibler Abwehrmechanismus. Kein Wunder, dass es auf dem Feld der Friedens- und Sicherheitspolitik erhebliche Nachwuchsm&auml;ngel gibt. Woher die Kr&auml;fte nehmen? Durch einen Perspektivenwechsel: Aufmerksamkeit f&uuml;r kleine Fortschritte, f&uuml;r Chancen, konstruktive Entwicklungen, Probleml&ouml;sungen, Freuden, in unterschiedlicher Weise starke Menschen. Dazu ab und zu was auf <a href="http://www.facebook.com/winfried.nachtwei">www.facebook.com/winfried.nachtwei</a></p>
<p><strong>Mani Stenner, der &quot;Friedensbeweger&quot;</strong>, starb pl&ouml;tzlich am 17. Juli 2014. Die sozialen Bewegungen in Deutschland haben einen ihrer wichtigsten K&ouml;pfe und aktivsten Mitstreiter verloren. Ich lernte ihn in der Friedensbewegung der 80er und 90er Jahre politisch + menschlich hoch sch&auml;tzen. Das blieb so, auch wenn seit der rot-gr&uuml;nen Koalition unsere Dissense und Distanzen wuchsen. Bei der Trauerfeier in der Trinitatis-Kirche in Bonn berichteten RednerInnen plastisch von ihren Begegnungen und Erfahrungen mit einem ungew&ouml;hnlich dialogf&auml;higen, prinzipienklaren, praktisch orientierten, lebensfrohen Menschen &ndash; einem Friedensbeweger und Verhandler ganz seltener Art: der fast 86-j&auml;hrige Prof. Andreas Buro, Werner R&auml;tz von Attac, Christine Schweitzer als Redaktionskollegin des &bdquo;Friedensforums&ldquo;, der ehemalige hohe Polizeibeamte Udo Behrendes &uuml;ber einen &bdquo;Verfassungssch&uuml;tzer im urspr&uuml;nglichen Wortsinn&ldquo;. Zuletzt traf ich ihn im Oktober 2012 bei einer Podiumsdiskussion der Gr&uuml;nen Bonn zur &bdquo;Responsibility to Protect&ldquo;. Sein friedenspolitisches Misstrauen gegen&uuml;ber der R2P und den Gr&uuml;nen war massiv. Unver&auml;ndert offen, interessiert, herzlich begegnete er mir pers&ouml;nlich. Wir h&auml;tten mal in Ruhe intensiv und ehrlich &uuml;ber Friedenspolitik und Friedensbewegung sprechen und streiten k&ouml;nnen. Die Chance habe ich nicht mehr wahrgenommen. Er wird sehr, sehr fehlen. (<a href="http://www.nachtwei.de">www.nachtwei.de</a> 27.7.2014)</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(4) Internationale Schutzverantwortung angesichts von Massenverbrechen</span></strong></p>
<p><strong>a) 20 Jahre V&ouml;lkermord in Ruanda &ndash; Verweigerte Schutzverantwortung: </strong>Am 4. April debattierte der Bundestag dar&uuml;ber &auml;u&szlig;erst ernsthaft, aufw&uuml;hlend und selbstkritisch. 1994 lie&szlig; die &bdquo;internationale Gemeinschaft&ldquo; trotz konkreter Warnungen und verantwortbarer Handlungsm&ouml;glichkeiten in Ruanda den V&ouml;lkermord geschehen. Deutsche Politik und &Ouml;ffentlichkeit waren absorbiert durch den Krieg in Bosnien und besch&auml;ftigt mit dem Bundestagswahlkampf. Auch f&uuml;r mich und in meinen gr&uuml;nen und friedensbewegten Kreisen war Ruanda kein Thema. Bundestagspr&auml;sident Norbert Lammert:</p>
<p><em>&bdquo;Nach dieser denkw&uuml;rdigen Debatte bleibt das bittere Fazit, dass uns die selbstkritische Auseinandersetzung mit der eigenen Verantwortung 20 Jahre nach den Ereignissen &uuml;berzeugender gelingt als die konkrete Wahrnehmung unserer Verpflichtungen und M&ouml;glichkeiten zu dem Zeitpunkt, als die Ereignisse stattgefunden haben.&ldquo; </em><em>(</em><a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1279"><em>www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1279</em></a><em> )</em></p>
<p>Gut und v&ouml;llig richtig war, wie sehr die RednerInnen der Ruanda-Debatte den Vorrang der Pr&auml;vention von V&ouml;lkermord und anderen schwersten Massenverbrechen betonten. Keine Spur von der Interventionsfixierung sonstiger Diskussionen um die Schutzverantwortung. Aber wenig bekannt ist, dass in Deutschland die F&auml;higkeit zur Pr&auml;vention von schwersten Massenverbrechen noch weit hinter dem N&ouml;tigen und M&ouml;glichen hinterherhinkt, dass auch das &auml;u&szlig;erste Mittel Milit&auml;r bisher kaum auf Operationen zum Schutz von Zivilbev&ouml;lkerung vor Massengewalt vorbereitet ist, dass insbesondere die UN daf&uuml;r unzureichend ausgestattet sind.</p>
<p><strong>b) Terrorkrieg in Nordirak + Syrien, Massenverbrechen und B&uuml;rgerkrieg in Zentralafrikanischer Republik und S&uuml;dsudan: </strong>Irgendwas gelernt aus Ruanda?</p>
<p>Die Gemetzel in der ZAR und S&uuml;dsudan wurden international kaum wahrgenommen, die &Uuml;berlebenshilfe der &bdquo;Staatengemeinschaft&ldquo; blieb weit hinter dem schreienden Bedarf zur&uuml;ck.</p>
<p>Angst, Schrecken, aber auch enorme Attraktivit&auml;t erzielten die Terrortruppen des &bdquo;Islamischen Staates&ldquo; (IS), die Ende Juni in Ostsyrien und NW-Irak ein Kalifat ausriefen. Am 8. August lief ich in M&uuml;nster bei einer Demo von ca. 300-400 Jesiden und Kurden gegen den m&ouml;rderischen IS mit. Deutschst&auml;mmige waren fast gar nicht dabei. Das blieb symptomatisch. In den Folgetagen spitzte sich die politische Debatte in Berlin und international zu, wie dem IS-Vormarsch begegnet werden k&ouml;nne: Luftangriffe, Waffenlieferungen an die Kurden? Schnell fokussiert sich die deutsche Debatte auf die Streitfrage von Waffenlieferungen. Nirgendwo h&ouml;rte ich was von einem Bem&uuml;hen, n&uuml;chtern und systematisch durch zu deklinieren: Was sind die Bedarfe (humanit&auml;re Not- und Fl&uuml;chtlingshilfe, akute Gro&szlig;gefahrenabwehr, Konflikteind&auml;mmung, Ursachenbek&auml;mpfung)? Was sind m&ouml;gliche, sinnvolle, aussichtsreiche, kontraproduktive Optionen? Wer tut was, wer kann was? Wieweit k&ouml;nnen mittelfristige negative Begleitfolgen reduziert werden? Konfliktanalyse zu Nordirak? Von einem Insider h&ouml;re ich noch Mitte September &bdquo;Fehlanzeige&ldquo;.</p>
<p>Aus der Ohnmacht des Fernsehzuschauers griff ich zu Ersatzhandlungen und postete einiges zum Thema auf <a href="http://www.nachtwei.de">www.nachtwei.de</a>, als Beitr&auml;ge zu einer Debatte im (N)Irgendwo:</p>
<p>- Am 13. August &bdquo;Schutzverantwortung akut gegen&uuml;ber dem Terrorkrieg der IS-Milizen: <strong>Anmerkungen zur milit&auml;rischen Nothilfe </strong>(&bdquo;Mass Atrocity Response Operations&ldquo;);</p>
<p>- Am 22. August <strong>Aktuelle Informationen/Links zum Terrorkrieg im Nordirak</strong>: Menschenrechtsbeauftragter Christoph Str&auml;sser MdB, UN, OCHA, Brookings Doha, Deutsche Welle, Bundesregierung;</p>
<p>- Am 30. August <strong>Aktuelle Infos/Links und Lesetipps zum Terrorkrieg im Nordirak</strong> II: New York Times Visual Guide, DGVN, taz, SZ, SWP, ZEIT, Deutschlandradio, B&ouml;ll Middle East, GIGA, UN;</p>
<p>- Am 4. Oktober <strong>&quot;Vom Terror zum Kalifat&quot;</strong> - sehr erhellender Beitrag von Winrich K&uuml;hne zur Komplexit&auml;t der dschihadistischen Expansion von IS und anderen. Symptombehandlung reicht nicht! Humanit&auml;re und milit&auml;rische Nothilfe gegen&uuml;ber dem Ansturm der IS-Terrorarmee ist notwendig, reicht aber ganz und gar nicht aus. Viel zu wenig im Blick ist bisher, wie weit und tief die Expansion von dschihadistischen Bewegungen (und transnationaler organisierter Kriminalit&auml;t) reicht und wie unzureichend die Internationale Gemeinschaft und Deutschland demgegen&uuml;ber aufgestellt sind. Da ist der Beitrag des Afrika- und UN-Experten Winrich K&uuml;hne ausgesprochen hilfreich. (Zusammenfassung und Links auf <a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1316">www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1316</a> )</p>
<p>- Am 4. November <strong>NOTRUFE zu Syrien + Irak</strong> von Andrea B&ouml;hm (ZEIT), Petra Becker (SWP), Faia + Rihan Younan (Aleppo), Ulrike Dufner (HBS T&uuml;rkei), Anthony Cordesmann (CSIS), adopt a revolution.</p>
<p><strong>c)</strong> <strong>Bester Journalismus f&uuml;r Orientierung und Kraft in der Krisenflut: zum Beispiel Andrea B&ouml;hm (ZEIT</strong>). Ihre Reportagen heute aus Nah- und Mittelost (fr&uuml;her Afrika, v.a. Kongo, USA) sind mir besonders wichtige und glaubw&uuml;rdige Orientierungshilfen. Auf einige mache ich auf <a href="http://www.nachtwei.de">www.nachtwei.de</a> aufmerksam, z.B. am 22.8.2014: &quot;Kann man Kriege verhindern?&quot; fragen Andrea B&ouml;hm und Gero von Randow in ihrem Essay in der ZEIT Nr. 31/2014 . (<a href="http://www.zeit.de/2014/31/frieden-krieg-verhindern">www.zeit.de/2014/31/frieden-krieg-verhindern</a> Ein gro&szlig;er Artikel genau zur rechten Zeit, ein friedenspolitischer &quot;Volltreffer&quot;! Wider die plausible, aber auch bequeme Resignation arbeiten die ZEIT-AutorInnen Methoden, Ans&auml;tze, Instrumente und Teilerfolge von Friedenspolitik heraus, konkret und nicht plakativ. Sie durchbrechen damit zwei Wahrnehmungsmuster, die immer wieder und indirekt Gewaltkonflikte beg&uuml;nstigen:</p>
<p>die dominierende Milit&auml;rlastigkeit und - oft ausschlie&szlig;liche - Fixierung auf Gewalt- und schlechte Nachrichten; die Ignoranz gegen&uuml;ber Chancen, den M&uuml;hen praktischer Friedenspolitik und ihren Teilerfolgen.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Andere &auml;u&szlig;erst lesens- und verbreitenswerte Artikel von Andrea B&ouml;hm:</span></p>
<p><strong><em>&bdquo;Wie man Terroristen gro&szlig;zieht</em></strong><em>. Und wie man sie besiegt: die islamistischen Isis-K&auml;mpfer im Irak haben das Kalifat ausgerufen. Ob sie damit Erfolg haben werden, h&auml;ngt vor allem von ihren Gegnern ab. Milit&auml;rische Gewalt allein wird nicht gen&uuml;gen</em>.&ldquo; ZEIT Nr. 28 vom 3. Juli 2014; <strong><em>&bdquo;Noch hei&szlig;t das Land Irak</em></strong><em>. Die Kurden sind das Bollwerk gegen die Mordbanden des IS. Unz&auml;hlige Fl&uuml;chtlinge &uuml;berleben nur ihretwegen</em>.&ldquo; Eine Reportage, ZEIT Nr. 35 vom 21. August 2014</p>
<p><strong>d)</strong> <strong>Der Konflikt mit IS und die Schutzverantwortung</strong>: Podium und Antragsberatung bei der BAG Frieden der Gr&uuml;nen am 26. September. Mein Tenor: &bdquo;Internationale Gemeinschaft hat es jetzt mit einem Extremfall von Schutzverantwortung und Bedrohung von internationaler Sicherheit und Weltfrieden zu tun. Das werde in den Medien viel berichtet, zugleich herrsche eine eigenartige Ruhe im Land. Die neue Dimension: Sprung von Terrorismus zu Territorialherrschaft, transnationale Wurzeln, Agieren, Wirkungen; enorme Anziehungskraft (umso mehr Strategiebedarf!). Notwendig seien jetzt schnelle Reaktionen der humanit&auml;ren Hilfe und Gro&szlig;gefahrenabwehr und umfassende Anstrengungen. Mein Eindruck bisher ist aber, dass man es mit Bordmitteln angeht.</p>
<p><strong>Au&szlig;enpolitische Debatte</strong> bei der Gr&uuml;nen Bundesdelegiertenkonferenz am 23. November in Hamburg: Dreieinhalb Stunden intensiv, engagiert, aber ohne fr&uuml;here Hitzigkeiten und Lagerbildungen zur aktuellen au&szlig;en- und friedenspolitischen Situation, vor allem zur Ukraine, IS-Bedrohung, Waffenlieferungen, Forderungen nach UN-mandatiertem Eingreifen. Frithjof Schmidt spricht auch die anderen, kaum wahrgenommen Gewaltkonflikte in Somalia, Kenia, Nigeria etc. an. Fulminante Rede des jungen Gr&uuml;nen Johannes Stehen aus Kiel zur Ukraine. Bei der Verlosung der Redebeitr&auml;ge komme ich leider nicht zum Zuge. Verabschiedung eines umfassenden Antrags zur Europ&auml;ischen Friedenspolitik mit den Schwerpunkten Syrien/Irak und Ukraine &nbsp;(<a href="http://www.gruene.de/ueber-uns/europaeische-friedenspolitik.html">www.gruene.de/ueber-uns/europaeische-friedenspolitik.html</a> ) Meines Wissens sind die Gr&uuml;nen die einzige Partei, die in diesem Jahr ausf&uuml;hrlich auf einem Parteitag &uuml;ber die internationalen Gro&szlig;krisen debattieren und sich um klarere Orientierung im Get&uuml;mmel bem&uuml;hen.</p>
<p>e) <strong>Ansprache &bdquo;<em>Nie wieder!&ldquo; Nie wieder? Verantwortung zum Schutz</em></strong> in der Gedenkstunde der Gesellschaft f&uuml;r Christlich-J&uuml;dische Zusammenarbeit zum 9. November 1938 in der Synagoge M&uuml;nster am 9.11.2014. Ausgehend von dem Gel&ouml;bnis des &quot;Nie wieder!&quot; schlug ich den Bogen zur Verh&uuml;tung und Bek&auml;mpfung schwerster Massenverbrechen heutzutage - den Bem&uuml;hungen dazu, aber auch dem Versagen dabei. Der Redetext unter <a href="http://www.cjz-muenster.de">www.cjz-muenster.de</a></p>
<p>Hinter meiner Themensetzung steht die Erfahrung, dass die in Deutschland recht entfaltete Erinnerungsarbeit an NS, Weltkrieg und Holocaust weitgehend abgekoppelt ist von dem Gebot und der Verantwortung zur Verh&uuml;tung von Massenverbrechen und V&ouml;lkermord.</p>
<p><strong>f) Internationaler Aufruf &bdquo;Regionale Schutzzonen in Syrien</strong> errichten &ndash; als Anfang f&uuml;r ein Ende der unertr&auml;glichen Gewalt&ldquo; des DGVN-Vorstandes am 3. Dezember 2014, <a href="http://www.dgvn.de/meldung/internatuionaler-aufruf-zur-beendigung-der-gewalt-in-syrien-1/">www.dgvn.de/meldung/internatuionaler-aufruf-zur-beendigung-der-gewalt-in-syrien-1/</a></p>
<p><strong>g) Gazakrieg</strong>: Den verfolge ich entsetzt &uuml;ber die Medien, in Mitgef&uuml;hl f&uuml;r die Opfer der brutalen, nur mehr Hass sch&uuml;renden Kriegf&uuml;hrungen, politisch &bdquo;heimatlos&ldquo;, unt&auml;tig. Als es bei Protesten gegen die israelische Seite der Kriegf&uuml;hrung zu antisemitischen Parolen kommt, nehme ich das zu wenig ernst. Bei einer Zusammenkunft der Christlich-J&uuml;dischen Gesellschaft Ende August in M&uuml;nster wird eindringlich von einer breiten antisemitischen Hasswelle berichtet &ndash; und dass man sich als Menschen j&uuml;dischen Glaubens weitgehend allein gelassen gef&uuml;hlt h&auml;tte.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(5) Verantwortung zum Schutz von Frieden und Sicherheit in Europa</span></strong></p>
<p><strong>Mit der Ukraine ist Krieg nach Europa zur&uuml;ckgekehrt. </strong>Noch vor einem Jahr war kaum vorstellbar, wie schnell in Teilen Europas das &bdquo;Recht des St&auml;rkeren&ldquo; (besser: des&nbsp; Skrupellosen) Platz greifen w&uuml;rde und die &bdquo;St&auml;rke des Rechts&ldquo; in die Defensive geraten w&uuml;rde. Notwendig ist das Bem&uuml;hen, die Putin`sche Politik besser zu verstehen, selbstkritisch nach den Anteilen &bdquo;des&ldquo; Westens, der EU, NATO, der USA an der Konfliktentwicklung und dem Klimasturz zu fragen. Irritierend oft geht das aber einher mit einer Relativierung, ja Entschuldigung der russischen Annexion der Krim und der verdeckten Kriegf&uuml;hrung in der Ostukraine, mit einer Ausblendung des nationalistischen Autoritarismus der Putin-Administration und der Perspektive und &Auml;ngste der osteurop&auml;ischen Nationen. Gern erinnere ich mich an viele offizielle Besuche in Russland, wo wir eine schwierige, aber insgesamt produktive Zusammenarbeit bei der Chemiewaffenvernichtung erlebten. Jetzt ist Grundvertrauen zerbrochen, Propagandakrieg ausgebrochen.</p>
<p>Wie weitere Eskalationen verhindern, den Krieg in der Ostukraine beenden, territoriale Souver&auml;nit&auml;t der Staaten sch&uuml;tzen, demokratisches Selbstbestimmungsrecht im Rahmen des V&ouml;lkerrechts gew&auml;hrleisten, Dialog wiederbeleben und zu kooperativer Sicherheit zur&uuml;ckkehren? Wie tats&auml;chlichen Bedrohungen der europ&auml;ischen Friedensordnung wirksam begegnen, ohne in Feindbildwahrnehmung und Eskalationsspiralen zu verfallen?</p>
<p>Das alles verfolge ich intensiv, schaffe aber keine Eigenaktivit&auml;ten dazu. Wichtige Orientierungshilfen sind mir der Diskussionsprozess in der IFSH-Kommission und der gr&uuml;ne BDK-Beschluss.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">&nbsp;</span></strong></p>
<div><br clear="all" /><hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Auf meiner Website sind Spitzenreiter Reisebericht Kongo vom 24.5.2008 mit 57.000 Aufrufen, Reisebericht Afghanistan vom 5.10.2008 mit 30.300, Sicherheitsvorf&auml;lle AFG Nord 2010 vom 5.8.2010 mit 23.900, (&hellip;) Jahresr&uuml;ckblick 2013 mit 12.300 Aufrufen. Thomas Wiegold, Betreiber des sicherheitspolitischen Webblogs &bdquo;Augen geradeaus&ldquo;, &nbsp;in seinem Beitrag &bdquo;<em>Journalismus &uuml;ber Milit&auml;r und Krieg im digitalen Zeitalter</em>&ldquo; auf der BMVg-Seite (7.1.2015): &bdquo; (&hellip;) <em>In Deutschland wurden in den vergangenen Jahren einige weitere Versuche f&uuml;r sicherheitspolitische Blogs gestartet, von ihren Autoren aber wieder aufgegeben. Eine wichtige Rolle spielten dabei offensichtlich Zeitgr&uuml;nde. Ein kontinuierlicher Betrieb einer solchen Special-Interest-Webseite ist auf Dauer nur professionell zu gew&auml;hrleisten, am ehesten mit einer Institution oder einem Verlag im R&uuml;cken. Eine Ausnahme ist die Webseite des fr&uuml;heren Gr&uuml;nen-Bundestagsabgeordneten Winfried Nachtwei. Doch die gibt es nur deshalb noch, weil der ehemalige Verteidigungspolitiker sein gro&szlig;es pers&ouml;nliches Engagement auch nach dem Ausscheiden aus dem Parlament fortsetzte. Und auch Nachtwei ist mit einer zwar st&auml;ndig aktualisierten, aber dennoch statischen Webseite pr&auml;sent, nicht im Sinne eines sozialen Netzwerks</em>.&ldquo;</p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
</div></div>


           <br />
                        </div>
   </div>
</div></channel>
</rss>
