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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Nachtwei: GrÃ¼ne und Krieg, MilitÃ¤r und Gewaltfreiheit</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Stellungnahme</span>

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        <h1>
            Nachtwei: GrÃ¼ne und Krieg, MilitÃ¤r und Gewaltfreiheit         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 25. Februar 2002 08:08:48 +02:00 (90263 Aufrufe)            </div>
            <div>    Im folgenden Positionspapier macht <strong>Winfried Nachtwei </strong>KlÃ¤rungsvorschlÃ¤ge zur grÃ¼nen Grundsatzdebatte Ã¼ber die Positionierung der GrÃ¼nen in MilitÃ¤rfragen:</div>
            <div>    <h6>&quot;Welt im Umbruch - Friedenspartei im Wandel:</h6><h3>GrÃ¼ne und Krieg, MilitÃ¤r und Gewaltfreiheit</h3><h6>- KlÃ¤rungsvorschlÃ¤ge zur grÃ¼nen Grundsatzdebatte -<br />WidersprÃ¼che und GlaubwÃ¼rdigkeitsverluste</h6><p>Im letzten Jahr beschloss der Bundestag so viele und riskante BundeswehreinsÃ¤tze wie nie zuvor. Die vom Kanzler ausgerufene â€žuneingeschrÃ¤nkte SolidaritÃ¤t&quot; mit den USA und die UnterstÃ¼tzung der US-Operation â€žEnduring Freedom&quot; weckten massive BefÃ¼rchtungen, die Bundesrepublik gerate damit in ein amerikanisch-afghanisches Kriegsabenteuer. â€žStern&quot; und â€žDie Woche&quot; schrieben von einem rot-grÃ¼nen â€žKriegskurs&quot; und von â€žriskanten GroÃŸmachttrÃ¤umen&quot; der neuen â€žMilitÃ¤rmacht Deutschland&quot;. </p><p>Dass dies alles mit den Stimmen der BÃ¼ndnisgrÃ¼nen und zusammen mit der SchrÃ¶der`schen Vertrauensfrage geschah, verstÃ¤rkte in Teilen der Ã–ffentlichkeit und der GrÃ¼nen-StammwÃ¤hler das Bild vom Prinzipienverrat der GrÃ¼nen um des Machterhalts willen. Gefragt wird, wofÃ¼r die GrÃ¼nen noch stehen und was sie noch alles mitmachen werden. Nach letzten Umfragen steht die GlaubwÃ¼rdigkeit der GrÃ¼nen an einem Tiefpunkt - und die PopularitÃ¤t von Joschka Fischer unverÃ¤ndert auf HÃ¶chstniveau.</p><p>In der Tat ist der Positionswandel der GrÃ¼nen in MilitÃ¤rfragen rasant. Das Bild vom Prinzipienverrat, von Macht statt Moral ist einfach und gÃ¤ngig, verzerrt die Wirklichkeit der GrÃ¼nen Positionen und Politik aber in krasser Weise. </p><p><strong>Ignoriert</strong> wird, dass die Entscheidungen Ã¼ber die letzten BundeswehreinsÃ¤tze fÃ¼r die meisten grÃ¼nen Abgeordnete und Delegierte keine prinzipielle Frage von Pazifismus ja oder nein, sondern eine komplexe AbwÃ¤gungsfrage war, wieweit militÃ¤rische Mittel zur Gefahrenabwehr gegenÃ¼ber einer bisher nicht fÃ¼r mÃ¶glich gehaltenen terroristischen Bedrohung legitim, notwendig und verantwortbar sind.</p><p><strong>Ignoriert</strong> werden die Erfahrungs- und Umorientierungsprozesse, die wachsende Teile der GrÃ¼nen, der Friedensbewegten und der Gesellschaft in den 90er Jahren vor allem im Kontext der Balkankriege durchmachten und die noch zur Oppositionszeit zu einem Positionswandel gegenÃ¼ber dem (SFOR-)MilitÃ¤reinsatz in Bosnien fÃ¼hrten. Die Regierungsbeteiligung brachte die GrÃ¼nen dann in einen Handlungsrahmen (Koalitionsvereinbarung, NATO-Mitgliedschaft, Verantwortung fÃ¼r die Bundeswehr, KompromisszwÃ¤nge multilateraler AuÃŸenpolitik), der programmatisch unzureichend vorbedacht war und kaum verstÃ¤ndlich gemacht wurde. Vorprogrammierte Ã¼berhÃ¶hte Erwartungen wurden dadurch umso mehr enttÃ¤uscht. Diese schmerzhaften Erfahrungsprozesse haben die friedens- und sicherheitspolitische Programmatik der GrÃ¼nen auf der Ebene von ParteitagsbeschlÃ¼ssen (BDK MÃ¼nster 2000) verÃ¤ndert und ihren Niederschlag im Entwurf des neuen Grundsatzprogramms gefunden. Der nachholende Positionswandel ging aber offensichtlich an betrÃ¤chtlichen Teilen der GrÃ¼nen StammwÃ¤hlerschaft, der restlichen Friedensbewegung und der Ã–ffentlichkeit vorbei. Hier blieb vielfach das traditionelle Bild der GrÃ¼nen als Bewegungs- und Protestpartei unverÃ¤ndert und wurde die Rolle der Gestaltungspartei, zugespitzt in den Anforderungen von Regierungsbeteiligung, kaum verarbeitet. </p><p>Die Chancen, Ã¼ber die Aufarbeitung des Kosovokrieg-Schocks politische Lernprozesse zu organisieren und eingebrochenes Vertrauen zurÃ¼ckzugewinnen, wurden zu wenig genutzt.</p><p>Der mit groÃŸer Mehrheit gefasste Beschluss von Rostock kann nicht darÃ¼ber wegtÃ¤uschen, wie ungeklÃ¤rt und uneinheitlich im groÃŸen Schatten Fischers die Haltung des grÃ¼n-alternativen Spektrums zu Krieg, MilitÃ¤r und Gewaltfreiheit, zu Friedens- und Sicherheitspolitik in Regierungsverantwortung ist. Die kumulierten EnttÃ¤uschungen von Kosovo,    Atomkompromiss und Afghanistan-Beschluss fÃ¼hrten zu viel breiteren Entfremdungen von der GrÃ¼nen Partei, als es in Austrittszahlen zum Ausdruck kommt. Ignorant und leichtfertig wÃ¤re es, die vielen EnttÃ¤uschten einfach abzuschreiben. </p><p>Die schnelle VerdrÃ¤ngung dieser schmerzhaften Fragen wie nach der Bosnien-, der Kosovo- und der Mazedoniendebatte kÃ¶nnen wir uns nicht noch einmal erlauben. Sie wird uns spÃ¤testens bei einer Ausweitung des US-Anti-Terror-Krieges auf den Irak einholen. Mit auÃŸenpolitischen Themen lassen sich wohl keine Wahlen gewinnen, aber sehr wohl verlieren.</p><p>Angesichts der bisherigen GlaubwÃ¼rdigkeitsverluste und der bevorstehenden Wahlen ist eine klÃ¤rende VerstÃ¤ndigung Ã¼ber diese SchlÃ¼sselfragen politisch lebensnotwendig. </p><p>Das geht weder mit einem ZurÃ¼ck vor 1998, noch mit einem Abschneiden der grÃ¼nen friedenspolitischen Wurzeln. Gelingen muss die sichtbare und glaubwÃ¼rdige Weiterentwicklung grÃ¼ner Friedenskompetenz vor dem Hintergrund grÃ¼ner Grundwerte, angesichts neuer friedens- und sicherheitspolitischer Herausforderungen und den Rahmenbedingungen von Regierungsverantwortung und multilateraler Politik. </p><h5>GeiÃŸel Krieg im Wandel</h5><p>Krieg ist und bleibt schlimmste Verletzung von Menschenrechten, der MenschenwÃ¼rde und des Rechts auf Leben. Krieg ist eine GeiÃŸel der Menschheit. Gerade weil Kriege heute wieder fÃ¼hrbar erscheinen, darf die grausame Wirklichkeit von Krieg nicht in Vergessenheit geraten. Die GrÃ¼nen haben so sehr wie keine andere Partei nach verantwortbaren Antworten auf die Balkankriege, auf Vertreibung und Massenmord gesucht und sich frÃ¼hzeitig fÃ¼r zivile LÃ¶sungen engagiert. Mit der mehrheitlichen UnterstÃ¼tzung der NATO-Luftangriffe gegen das Milosevic-Regime mutierten die GrÃ¼nen ganz und gar nicht zu KriegsbefÃ¼rwortern. Sie sind und bleiben Friedens- und Menschenrechtsspartei. Direkte KriegsverhÃ¼tung und die langfristige Ãœberwindung der politischen Institution des Krieges zu Gunsten einer Weltinnenpolitik mÃ¼ssen zentrale Aufgabe von Friedenspolitik sein. Kriegsdienstverweigerung ist ein Menschenrecht und ist von allen Staaten anzuerkennen.</p><p><strong>Kriege und Kriegsgefahren haben sich grundlegend gewandelt.</strong></p><p>In den 80er Jahren, dem ersten Jahrzehnt der GrÃ¼nen, hatten wir es noch Ã¼berwiegend mit einer gewalttrÃ¤chtigen Staatenwelt zu tun, zugespitzt im Wahn des atomaren WettrÃ¼stens. </p><p>Krieg in Europa hÃ¤tte die Selbstvernichtung bedeutet. Krieg war nicht fÃ¼hrbar. Der Ost-West-Konflikt prÃ¤gte auch die vielen Stellvertreter-Kriege in der Dritten Welt. </p><p>Trotz Ende der Ost-West-Konfrontation und erheblicher AbrÃ¼stung im konventionellen und atomaren Bereich dauerte in den 90er Jahren staatliche HochrÃ¼stung an. Das Streben weiterer Staaten nach Massenvernichtungswaffen (auch den verbotenen B- und C-Waffen) und TrÃ¤gersystemen ist eine andauernde Bedrohung der internationalen Sicherheit.</p><p>Zugleich verschob sich das Grundmuster kriegerischer Gewalt: Aus den Klammern des Ost-West-Konflikts entlassen wurde nun in vielen Regionen die Gesellschaftswelt immer gewalttÃ¤tiger. Inzwischen dominieren innerstaatliche und regionalisierte Gewaltkonflikte und Kriege - auf dem Balkan, im Kaukasus, in Zentral- und SÃ¼dostasien, in West-, Zentral- und Nordostafrika etc. Offene Kriege wechseln mit ZustÃ¤nden eines â€žzerbrechlichen Friedens&quot;. (Tobias Debiel)</p><p>Diese â€ž<strong>Neuen Kriege</strong>&quot; (Mary Kaldor) entstaatlichter und privatisierter Gewalt unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Akteure, Ziele, KriegfÃ¼hrung und Finanzierung grundlegend von frÃ¼heren â€žBefreiungskriegen&quot; und traditionellen zwischenstaatlichen Kriegen. Sie gehen einher mit einem Zerfall von Staatlichkeit, werden oft angeheizt durch ethno-nationalisti-sche IdentitÃ¤tspolitik, wuchern auf einer spezifischen KriegsÃ¶konomie und sind eng verflochten mit organisierter KriminalitÃ¤t (Waffen-, Drogen-, Menschen- und Diamantenhandel). Sie zielen in erster Linie auf die ZivilbevÃ¶lkerung und Ã¤hneln in vieler Hinsicht dem Muster des 30-jÃ¤hrigen Krieges. (Herfried MÃ¼nkler)</p><p>Die meisten â€žNeuen Kriege&quot; auÃŸerhalb Europas blieben bisher weitgehend unbeachtet. Sie schienen uns nicht zu betreffen. Mit dem entgrenzten Terror transnationaler Netzwerke erweist sich das als Illusion, sind auch die friedlichen Inseln Westeuropas direkt bedroht und wird privatisierte Gewalt endgÃ¼ltig zu einer Bedrohung der internationalen Sicherheit und des Weltfriedens. Deutlich wird, dass die â€žordnungslosen RÃ¤ume&quot; der Neuen Kriege schon lÃ¤ngst ExportstÃ¤tten von Gewalt, Terror und KriminalitÃ¤t geworden sind.</p><p>Mit dem â€žStell Dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin&quot; erklÃ¤rten wir mit der Friedensbewegung der 80er Jahre dem WettrÃ¼sten und der Kriegsgefahr zwischen den BlÃ¶cken unsere Absage und wollten damit kriegsverhÃ¼tend wirken. Angesichts des Paradigmenwechsels kriegerischer Gewalt und realer Kriege greift das bloÃŸe â€žOhne mich!&quot; nicht mehr. Es wurde von den Staaten gegenÃ¼ber dem drohenden BÃ¼rgerkrieg in Ruanda 1994 und anderen Gewaltkonflikten mit verheerenden Konsequenzen praktiziert. Am 11. September griff ein Terrorismus kriegerischer IntensitÃ¤t die stÃ¤rkste MilitÃ¤rmacht in ihrem Zentrum an. Die Gefahr einer Wiederholung und Steigerung mit Massenvernichtungswaffen ist real. </p><p>WÃ¤hrend die â€žNeuen Kriege&quot; vor allem am Boden wÃ¼ten, stÃ¼tzt sich die <strong>High-Tech-KriegfÃ¼hrung</strong> hochindustrialisierter Staaten zuerst auf LuftstreitkrÃ¤fte. Mit dem Golfkrieg, dem Kosovo-Luftkrieg und dem â€žAnti-Terror-Krieg&quot; entwickeln die USA aufgrund ihrer militÃ¤rtechnologischen Dominanz eine FÃ¤higkeit zur globalen InterventionskriegfÃ¼hrung auf Distanz und unter weitgehender Vermeidung eigener Opfer. Hierbei verstÃ¤rkt sich die Tendenz zu einer anderen Art der Privatisierung von Gewalt und Sicherheit, der eines starken Staates gegenÃ¼ber dem (Kriegs-)VÃ¶lkerrecht und der gemeinsamen Sicherheit.</p><p>Gefragt ist <strong>aktive Anti-Kriegspolitik</strong> im Rahmen der Normen und Organe Gemeinsamer Sicherheit, zuerst der Vereinten Nationen, durch</p><ul><li>- RÃ¼stungskontrolle, Nichtverbreitung, AbrÃ¼stung und Entmilitarisierung;</li><li>- strukturbezogene langfristige KrisenprÃ¤vention, also BekÃ¤mpfung von internen und externen Kriegsursachen; Vermeidung eigener BeitrÃ¤ge zur KriegsfÃ¶rderung; Verrechtlichung internationaler Beziehungen;</li><li>- direkte Gewalt- und KrisenprÃ¤vention in akut eskalierenden Konflikten;</li><li>- EindÃ¤mmung und Befriedung realer innerstaatlicher Kriege und Verhinderung von Massenvertreibungen und VÃ¶lkermord; Konsolidierung legitimer Staatlichkeit und Austrocknung von KriegsÃ¶konomien;</li><li>- Schutz der eigenen und internationalen Sicherheit durch Abhalten und Abwehr kriegerischer und terroristischer Bedrohungen.</li></ul><p>Dabei gehÃ¶ren direkte Gefahrenabwehr und UrsachenbekÃ¤mpfung untrennbar zusammen. </p><p>Direkte GewalteindÃ¤mmung bleibt ohne Ursachenbearbeitung ein Kampf gegen WindmÃ¼hlenflÃ¼gel. Die Mahnung zur - oft vernachlÃ¤ssigten - UrsachenbekÃ¤mpfung darf keine Ausrede gegenÃ¼ber der Frage sein, was angesichts akuter Gewaltbedrohungen mit den vorhandenen Mitteln geschehen muss, kann und darf. Dieser Kernfrage politischer Verantwortung weicht z.B. die PDS im Bundestag bei Entscheidungen Ã¼ber BundeswehreinsÃ¤tze systematisch aus.</p><p>Es bleiben unauflÃ¶sbare Dilemmata: Aktive Anti-Kriegspolitik im Dienste Gemeinsamer Sicherheit und nach der Charta der VN rechtfertigt in EinzelfÃ¤llen die Anwendung von begrenzter kriegerischer Gegengewalt. Eine prinzipielle Absage an kriegerische Gewalt kann im Extremfall bedeuten, kriegerischen Aggressoren freie Hand zu lassen.</p><h5>Gewaltfreiheit bleibt Grundwert</h5><p>Zu den Grundwerten der GrÃ¼nen gehÃ¶rt die Gewaltfreiheit. Die Mehrheit verstand sie eher im antimilitaristischen Sinne, eine Minderheit als absolute Gewaltfreiheit.</p><p><strong>Absolute und unbedingte Gewaltfreiheit</strong>, die gemeinhin mit Pazifismus gleich gesetzt wird, ist bestens begrÃ¼ndbar, vÃ¶llig legitim und kann von Individuen und Gruppen vorbildlich praktiziert werden. Sie warnen beharrlich vor der Verharmlosung von Gewalt und vor Gewaltspiralen, der Dummheit von â€žGewaltlÃ¶sungen&quot; und den menschlichen und materiellen Kosten von Gewaltanwendung. Insofern sind sie oft viel mehr Realisten als die Ideologen militÃ¤rischer â€žLÃ¶sungen&quot;. Sie tragen zur Alphabetisierung in gewaltfreier Konfliktbearbeitung bei und sind fÃ¼r die stÃ¤ndige Infragestellung und EindÃ¤mmung von Gewalt in der Gesellschaft unverÃ¤ndert von groÃŸer Bedeutung. Unbedingte Gewaltfreiheit bedeutet ganz und gar nicht Wegsehen, Nichtstun oder Wehrlosigkeit, sondern stÃ¤ndiges BemÃ¼hen um Auswege aus der Gewalt und Alternativen zur Gewalt. Geschichte und Gegenwart zeigen viele Beispiele von nicht nur mutigem, sondern auch wirksamem gewaltfreiem Widerstand. Die MÃ¶glichkeiten eines solchen aktiven und konstruktiven Pazifismus sind viel zu wenig bekannt, seine Potentiale kaum ausgeschÃ¶pft. Dieser Pazifismus ist nicht am Ende, er wird nÃ¶tiger denn je gebraucht.</p><p>In <strong>Regierungsverantwortung, </strong>aber auch<strong> </strong>in parlamentarischer Opposition mit ihrem Anspruch einer besseren Regierung, ist allerdings unbedingte Gewaltfreiheit so nicht praktizierbar. In Verantwortung fÃ¼r eine Gesellschaft ist Kernpflicht von Politik und Staat, die Sicherheit der BÃ¼rgerInnen gegen Gewaltbedrohungen von innen und auÃŸen zu gewÃ¤hrleisten und zum Schutz der internationalen Sicherheit und des Weltfriedens beizutragen. Verbindlicher Rahmen ist das VÃ¶lkerrecht, das zwei Ausnahmen vom internationalen Gewaltverbot vorsieht: den Fall der individuellen und kollektiven Selbstverteidigung und der vom VN-Sicherheitsrat festzustellenden Bedrohung von internationaler Sicherheit und Weltfrieden. Verbrechen gegen die Menschlichkeit und VÃ¶lkermord kristallisieren sich als dritter Ausnahmetatbestand vom Gewaltverbot und vom Nichteinmischungsgebot heraus. Zur internationalen Sicherheit beizutragen, ist die Bundesrepublik laut Grundgesetz und als Mitglied von Vereinten Nationen und NATO verpflichtet. </p><p>Mit Regierungsantritt der â€žKoalition der Ungedienten und Kriegsdienstverweigerer&quot; traten die individuellen Grundeinstellungen vieler in Widerspruch zur staatlichen Verantwortung fÃ¼r das staatliche Gewaltmonopol. Dieser Widerspruch wurde lieber verdrÃ¤ngt als geklÃ¤rt.</p><p>Konsequenz aus dem Wandel des Krieges und aus der staatlichen Schutzpflicht ist aber keineswegs der Abschied vom Grundwert Gewaltfreiheit, sondern seine Ãœbersetzung in staatliche Politik: Es geht um <strong>GewalteindÃ¤mmung und -verhÃ¼tung mit dem Ziel der Gewaltfreiheit</strong>, um (Wieder-)Errichtung legitimer Ordnungen und Staatlichkeit, um rechtsstaatliche und vÃ¶lkerrechtliche Einbindung und Begrenzung staatlicher Gewalt, um Zivilisierung der Sicherheitspolitik und Verrechtlichung der internationalen Beziehungen, um Zivile Konfliktbearbeitung mit aller Kraft. â€žGewalt erzeugt Gegengewalt&quot; ist eine alte Erfahrung, die zur rechtsstaatlichen Vorsicht im Umgang mit Gewalt mahnt.</p><p>Die Debatte um die Gewaltfreiheit tÃ¤te ein Blick in die englische Sprache gut. Das deutsche Wort â€žGewalt&quot; umfasst die Bedeutungen der englischen Worte â€žviolence&quot;, â€žforce&quot; und â€žauthority&quot;. Die im Jahr 2001 begonnene Ã–kumenische Dekade zur Ãœberwindung der Gewalt zielt in ihrer englischen Version darauf, â€žto overcome violence&quot;, also die Abschaffung rechtlich nicht geordneter, chaotischer Gewalt. Nicht gemeint ist damit die AblÃ¶sung rechtsstaatlich legitimierter Zwangsmittel.</p><p>Die GrÃ¼nen sind die Partei in der Bundesrepublik und im Bundestag, die sich am intensivsten, konkretesten und glaubwÃ¼rdigsten fÃ¼r Gewaltfreiheit im o.g. Sinne einsetzen, auch  wenn der Aufbau einer Infrastruktur Zivile Konfliktbearbeitung oder erfolgreiche, aber oft nicht sichtbare KrisenprÃ¤vention unspektakulÃ¤r und in den Medien schwer â€žverkÃ¤uflich&quot; sind. (s.u.) GrÃ¼ne haben keinen Grund, sich von der <strong>PDS</strong> in Sachen Gewaltfreiheit belehren und beerben zu lassen. Deren Anspruch, letzte Antikriegs- und Friedenspartei zu sein, ist eine Mogelpackung, ihre Ablehnung auch von friedenserhaltenden BundeswehreinsÃ¤tzen mit VN-Mandat ist wider besseres Wissen allein parteitaktisch motiviert. Auf ihrem Weg zu weiterer RegierungsfÃ¤higkeit sind Kurswechsel gerade in der AuÃŸenpolitik absehbar. Im Berliner Koalitionsvertrag legte sie schon mal ihr Bekenntnis zur NATO ab. Beim Aufbau von FÃ¤higkeiten der Zivilen Konfliktbearbeitung spielt die PDS keine erkennbare Rolle. Die angeblich letzte Adresse fÃ¼r enttÃ¤uschte GrÃ¼ne und Friedensbewegte wird zusehends zu einer Briefkastenfirma.  </p><p>Die bisherigen friedenspolitischen Konflikte der GrÃ¼nen zeigen aber auch <strong>unsere Defizite</strong>:</p><p>Kriegsgegnerschaft und Gewaltfreiheit bleiben zu oft bekenntnishaft, auf die MilitÃ¤rfrage fixiert und konjunkturabhÃ¤ngig. Sie werden vielfach erst dann aktiviert, wenn der IdentitÃ¤tspunkt Ablehnung eigener Kriegsbeteiligung (eine Art verallgemeinerte KDV) betroffen ist. Im kollektiven Bewusstsein prÃ¤gen sich dann der Kosovo-Luftkrieg und die deutsche UnterstÃ¼tzung von â€žEnduring Freedom&quot; ein, nicht hingegen der ganze Bosnienkrieg mit Srebrenica und Sarajewo, Ruanda, der jahrzehntelange Krieg in Afghanistan.</p><p>Zugleich ist die Bereitschaft gering, sich mit den neueren sicherheits- und friedenspolitischen Herausforderungen auseinander zu setzen, gar sich an der Arbeit und Politik fÃ¼r Gewaltfreiheit auf welcher Ebene auch immer zu beteiligen. Seit Jahren machen praktizierenden Pazifisten mit den GrÃ¼nen beim Aufbau des Pilotprojekts von Gewaltfreiheit, dem Zivilen Friedensdienst (ZFD), ambivalente Erfahrungen: Dank grÃ¼ner Initiative wurde wohl die staatliche UnterstÃ¼tzung des ZFD in den KoalitionsvertrÃ¤gen von NRW und Bund (1998) verankert und sein Aufbau von uns begleitet. Aber zugleich bleibt die Breite der UnterstÃ¼tzung weit hinter unseren MÃ¶glichkeiten zurÃ¼ck. Die durchgÃ¤ngig dÃ¼rftige Resonanz auf Veranstaltungen zu friedenspolitischen Konsequenzen aus dem Kosovo-Krieg und zur Praxis der KrisenprÃ¤vention ist symptomatisch. Es mangelt an einem â€žauf eine Kultur des Friedens zielenden Pro-Pazifismus&quot;. (H.E. Richter)</p><p>FÃ¼r das geringe kontinuierliche auÃŸen- und friedenspolitische Interesse gibt es plausible GrÃ¼nde. MerkwÃ¼rdig ist nur, dass dies oft mit besonders prinzipiellen Haltungen und mangelnder Sorgfalt bei der Beurteilung rot-grÃ¼ner AuÃŸenpolitik einhergeht. So werden etliche GrÃ¼ne immer wieder aus purer FahrlÃ¤ssigkeit Kronzeugen gegen GrÃ¼n und nÃ¼tzlich fÃ¼r politische Gegner von PDS bis FDP. </p><p>Die <strong>Verwechslung der verschiedenen Handlungsebenen</strong>, Rollen und ihrer MÃ¶glichkeiten ist eine wesentliche Ursache fÃ¼r falsche Erwartungen - und damit EnttÃ¤uschungen - sowie das viele Aneinandervorbeireden zwischen â€žBerlinern&quot; und Teilen der Basis, zwischen GrÃ¼nen und Friedensbewegten. Unbestreitbar gibt es Machtopportunismus unter GrÃ¼nen und Sozialdemokraten und dogmatischen Stillstand und RÃ¼ckfÃ¤lle ins Sektierertum unter Antimilitaristen und Friedensbewegten. Falsch und kontraproduktiv ist es allerdings, solche Kritiken zu pauschalen gegenseitigen Schuldzuweisungen zu eskalieren. </p><p>Wo die verschiedenen Handlungsebenen nÃ¼chtern wahrgenommen werden, kÃ¶nnen Individuen, gesellschaftliche Akteure und staatliche Politik ihre jeweils spezifischen BeitrÃ¤ge leisten zur gemeinsamen Aufgabe, Gewalt zu verhindern, zu mindern und Frieden zu fÃ¶rdern. MaÃŸstab staatlicher Politik ist dabei nicht die absolute Gewaltfreiheit, sondern was sie zur GewalteindÃ¤mmung und -verhÃ¼tung, zur Sicherheit der offenen Gesellschaft beitrÃ¤gt. MaÃŸstab fÃ¼r gesellschaftliche FriedenskrÃ¤fte ist demgegenÃ¼ber nicht, was sie gegen direkte Gewalt ausrichten kÃ¶nnen, sondern was sie zur gesellschaftlichen Gewaltvorbeugung und FriedensfÃ¤higkeit leisten kÃ¶nnen.</p><p>Vor diesem Hintergrund kÃ¶nnen vor allem praktizierende Pazifisten und auf staatlicher Ebene agierende FriedenspolitikerInnen produktiv und spannend zusammenwirken, in Konflikt und Kooperation, in und auÃŸerhalb der GrÃ¼nen Partei. Das ist meine ermutigende Erfahrung seit Jahren mit Teilen der Friedensbewegung, mit der FI Nottuln, der BI FREIe HEIDe/Brandenburg, dem Forum Ziviler Friedensdienst, den Peace Brigades International, Mitgliedern von Pax Christi, IPPNW, Grundrechte-Komitee und vielen anderen.</p><p>Wo Kriegsgegner sich hingegen in AbsolutheitsansprÃ¼che steigern und Kritik in Feindbilder und Verteufelungen umschlÃ¤gt, da gibt es keine Gemeinsamkeiten mehr.</p><h5>MilitÃ¤r ist nicht gleich MilitÃ¤r</h5><p>Im grÃ¼n-alternativen Spektrum dominierte von Anfang an eine distanzierte bis ablehnende Haltung gegenÃ¼ber dem MilitÃ¤r. Besonders weit auseinander liegen die Normen von grÃ¼nen Milieus und (traditionellem) MilitÃ¤r. Die allermeisten mÃ¤nnlichen GrÃ¼nen sind Kriegsdienstverweigerer, konkrete Erfahrungen und Kenntnisse mit der realen Bundeswehr sind rar, gesinnungsstarke Einstellungen umso verbreiteter. </p><p><strong>GrundsÃ¤tzlich </strong>gilt weiterhin: MilitÃ¤rische Gewalt zielt mit ihren umfassenden und immer raffinierteren ZerstÃ¶rungsmitteln auf die BekÃ¤mpfung und physische Vernichtung des Gegners. Sie tÃ¶tet, verstÃ¼mmelt und zerstÃ¶rt. Die Anwendung militÃ¤rischer Gewalt im Krieg ist der GAU fÃ¼r Menschenrechte. Sie ist zudem ein Ã¤uÃŸerst tÃ¼ckisches Mittel (Eigendynamik und Brutalisierung, Folgen fÃ¼r die ZivilbevÃ¶lkerung und insbesondere Frauen), wie die RealitÃ¤t jedes Krieges, z.B. aktuell in Tschetschenien, Afghanistan und Israel zeigt. MilitÃ¤rische Kriegsgewalt bleibt unabhÃ¤ngig von ihren Zielen ein groÃŸes Ãœbel, kann in EinzelfÃ¤llen gerechtfertigt (z.B. alliierter Verteidigungskrieg gegen Nazi-Deutschland), aber niemals â€žgerecht&quot; werden. Sie sollte nicht mit der Formel â€žultima ratio&quot; verharmlost werden, als sei sie bloÃŸ letztes Mittel in einem Spektrum von MaÃŸnahmen. Wo das Menschenrecht auf Leben systematisch auÃŸer Kraft gesetzt wird, geschieht eine elementare GrenzÃ¼berschreitung.</p><p>Eingesetzt wird bisher MilitÃ¤r trotz aller propagandistischen Rechtfertigungen meistens als Instrument staatlicher Interessen- und Machtpolitik. Eine Politik militÃ¤risch-technischer Dominanz fÃ¶rdert bei Gegnern eher asymmetrische Antworten, als dass sie diese abschreckt. RÃ¼stung ist extrem teuer und bedeutet immer eine enorme Ressourcenverschwendung auf Kosten sozialer und nachhaltiger Entwicklungen und einer vorbeugenden Friedenspolitik. Die Bush-Administration fÃ¼hrt das krass vor: Der US-MilitÃ¤retat soll bis 2007 um 30% auf 451 Mrd. $ erhÃ¶ht werden - auf Kosten bisheriger Sozial-, Gesundheits-, Umwelt- und Infrastrukturprogramme und von Bildungsprogrammen fÃ¼r Jugendliche.</p><p>Die ausgeprÃ¤gte Befehlshierarchie und strikte Gehorsamspflicht machen MilitÃ¤r meist zu einer besonders demokratiefernen Zone. Die sowjetische/russische Armee ist ein Beispiel fÃ¼r eine geradezu menschenverachtende MilitÃ¤rkultur. </p><p>Diese Grunderfahrungen begrÃ¼nden, dass fundierte MilitÃ¤rkritik notwendig bleibt und  GrÃ¼ne <strong>antimilitaristisch</strong> bleiben mÃ¼ssen - sensibel und aktiv gegen jede MilitÃ¤rglÃ¤ubigkeit und -fixiertheit, gegen Bestrebungen eines machtpolitischen Interventionismus und einer hegemonialen MilitÃ¤rpolitik, also einer tatsÃ¤chlichen Militarisierung von AuÃŸenpolitik. </p><p>Doch neben der traditionellen und machtpolitischen AusprÃ¤gung von MilitÃ¤r darf die teilweise <strong>verÃ¤nderte Funktion und RealitÃ¤t von MilitÃ¤r</strong> nach dem 2. Weltkrieg und vor allem seit den 90er Jahren nicht Ã¼bersehen werden.</p><p>Im Rahmen der NATO wurden nationale Armeen frÃ¼herer Kriegsgegner nicht nur zu VerbÃ¼ndeten, sondern untereinander in vielfÃ¤ltiger Weise integriert. Viele Kooperationen bestehen inzwischen zu den Armeen des ehemaligen Ostblocks, wirken einer Renationalisierung von MilitÃ¤r entgegen und fÃ¶rdern rechtsstaatliche MilitÃ¤rreformen. Das bundesdeutsche Modell des â€žStaatsbÃ¼rgers in Uniform&quot;, frÃ¼her eher die Ausnahme von der internationalen Regel, wurde inzwischen zu einem gefragten Exportgut. </p><p>Im <strong>Rahmen von UN-mandatierten EinsÃ¤tzen kann MilitÃ¤r</strong> notwendig und hilfreich zur Friedensbewahrung und -konsolidierung, zu nation building sein. Hierbei nimmt MilitÃ¤r mit militÃ¤rischen Mittel eine quasi polizeiliche Ordnungsfunktion wahr und gewÃ¤hrleistet dank seiner â€žrobusten&quot; Durchsetzungs- und AbschreckungsfÃ¤higkeit (im Unterschied zu frÃ¼heren Blauhelmen) ein Minimum an Ã¶ffentlicher Sicherheit und Ordnung. </p><p>MilitÃ¤rische Gewalt wird nur nach dem VerhÃ¤ltnismÃ¤ÃŸigkeitsprinzip und im Rahmen vereinbarter rules of engagement eingesetzt. â€žBlaue&quot; Verhaltensweisen (Offenheit, Deeskalation, Verhandeln, Kompromisse, zivil-militÃ¤rische Zusammenarbeit ) und eine breite MultinationalitÃ¤t spielen eine zentrale Rolle. Das VN-Ausbildungszentrum der Bundeswehr in Hammelburg und das Zentrum fÃ¼r Verifikationsaufgaben der Bundeswehr sind fÃ¼r diese Art von â€žNeuen StreitkrÃ¤ften&quot; (von Bredow) beispielhafte und international anerkannte Einrichtungen.</p><p>Solche Friedensmissionen zur KriegsverhÃ¼tung und Entmilitarisierung - und nicht Kampf- und Kriegseinsatze - prÃ¤gen inzwischen die Praxis vieler Armeen, nicht zuletzt der Bundeswehr. SFOR, KFOR, Mazedonien- und ISAF-Afghanistan-Einsatz, Beteiligung an Beobachtermissionen, RÃ¼stungskontrolle und AbrÃ¼stungsaktionen von VN, OSZE und EU zeigen das. Dass der erste durch gegnerischen Beschuss im Oktober 2001 umgekommene (â€žgefallene&quot;) Bundeswehrsoldat ein Oberstabsarzt im Rahmen einer VN-Beobachtermis-sion in Georgien war, ist exemplarisch. </p><p>DemgegenÃ¼ber werden in der Ã–ffentlichkeit MilitÃ¤r-, Kampf- und KriegseinsÃ¤tze oft gleichgesetzt. Das wird begÃ¼nstigt durch einen Mangel an klaren Begriffen, die weder verharmlosen noch pauschalisieren. Der Begriff der â€žhumanitÃ¤ren Intervention&quot; ist beschÃ¶nigend und ideologisch und sollte tunlichst gemieden werden.</p><p>Bei den o.g. AusnahmetatbestÃ¤nden erlaubt das VÃ¶lkerrecht militÃ¤rische ZwangsmaÃŸnahmen von Embargos bis zu kriegerischer Gewalt im Rahmen militÃ¤risch organisierter Polizeiaktionen. Im Bericht der International Commission on Intervention and State Sovereigntity an den VN-GeneralsekretÃ¤r vom 18.12.01 werden Kriterien fÃ¼r humanitÃ¤r begrÃ¼ndete MilitÃ¤rinterventionen entwickelt. Bei aller LegitimitÃ¤t und Notwendigkeit im Einzelfall bleibt umfassende â€žFriedenserzwingung&quot; mit KampfeinsÃ¤tzen bei zwischen- und innerstaatlichen Gewaltkonflikten hoch problematisch, weil unberechenbar und hÃ¶chst riskant, extrem kostspielig und in den Wirkungen Ã¤uÃŸerst ambivalent. An den Neuen Kriegen zeigen sich MÃ¶glichkeiten und Grenzen von MilitÃ¤reinsÃ¤tzen besonders deutlich: Ihren vom Krieg lebenden warlords und Kriegern ist ohne MilitÃ¤reinsÃ¤tze nicht beizukommen. Zugleich ist die Vorstellung illusionÃ¤r, im Chaos dieser Kriege lieÃŸe sich Frieden militÃ¤risch erzwingen. Erfolgschancen haben nur multidimensionale, integrierte und kohÃ¤rente AnsÃ¤tze.</p><p>Wo MilitÃ¤r der GewaltverhÃ¼tung und -eindÃ¤mmung im Dienste kollektiver Sicherheit auf dem Boden der VN-Charta dient, wird es zum<strong> Instrument einer sich herausbildenden Weltinnenpolitik und ihres Gewaltmonopols</strong>, zu einer Waffe des Rechts. </p><p>Wer die StÃ¤rkung der VN in diesem Sinne befÃ¼rwortet, darf sich nicht den Konsequenzen verweigern. Und dazu gehÃ¶rt unausweichlich die Bereitstellung schnell einsatzfÃ¤higer militÃ¤rischer KrÃ¤fte und die Bereitschaft zur aktiven Teilnahme an FriedenseinsÃ¤tzen im VN-Kontext. Wenn die PDS die laufenden BalkaneinsÃ¤tze ablehnt, wenn Teile der Friedensbewegung pauschal die AuflÃ¶sung der EinsatzkrÃ¤fte fordern, dann lÃ¤uft das alles darauf hinaus, die aktuelle GewalteindÃ¤mmung auf dem Balkan aufzugeben und der Remilitarisierung und Gewalteskalation TÃ¼r und Tor zu Ã¶ffnen. Solche Forderungen schwÃ¤chen das VN-System statt es zu stÃ¤rken.</p><p>Auch der VN-Kontext Ã¤ndert aber nichts an der Tatsache, dass MilitÃ¤reinsÃ¤tze besonders kostspielig und oft riskant sind und die Frage der Verantwortbarkeit immer besonders sorgfÃ¤ltig Ã¼berprÃ¼ft werden muss. Schon deshalb darf MilitÃ¤r kein â€žnormales&quot; Instrument der Politik werden.</p><p>Die beiden Entwicklungslinien von MilitÃ¤r - die VN-Linie und die militÃ¤rische Machtpolitik - sind in der RealitÃ¤t der verschiedenen Staaten nicht klar unterscheidbar. Ihre militÃ¤rischen FÃ¤higkeiten - nÃ¤mlich zu EinsÃ¤tzen Ã¼ber grÃ¶ÃŸere Distanz, also zu Intervention - sind grundsÃ¤tzlich dieselben und hat sie mit denen der BÃ¼ndnisverteidigung gemeinsam. In der Bundesrepublik ist die kÃ¼nftige Entwicklungsrichtung der Bundeswehr nicht eindeutig geklÃ¤rt, auch wenn bisher alle Bundestagsfraktionen eine â€žInterventionsarmee Bundeswehr&quot; ablehnen und die Bundesregierung die VN-Linie betreibt. DemgegenÃ¼ber realisiert der aktuelle US-Krieg gegen den Terrorismus eine immer deutlichere Abkehr von der VN-Linie: Recht des StÃ¤rksten statt StÃ¤rkung des internationalen Rechts, Instrumentalisierung der legitimen Selbstverteidigung fÃ¼r hegemoniale wie innenpolitische Zwecke, MilitÃ¤rfixiertheit statt umfassender Sicherheit mit UrsachenbekÃ¤mpfung, Alleingang mit flexiblen Koalitionen und forcierte AufrÃ¼stung statt gemeinsamer Sicherheit. </p><p>Bei etlichen rot-grÃ¼nen Ex-Friedensbewegten ist die partielle Relegitimierung des MilitÃ¤rischen umgekippt in eine neue NaivitÃ¤t gegenÃ¼ber dem Instrument MilitÃ¤r und seinem potentiellen Missbrauch fÃ¼r Machtinteressen. Das ist so verfehlt wie gefÃ¤hrlich. Nicht wenige trauten dem MilitÃ¤r frÃ¼her alles Schlimme zu - und heute jede AuftragserfÃ¼llung.</p><p>Kurzsichtig und kontraproduktiv ist aber auch die gerade im linken und grÃ¼nen Spektrum verbreitete Nichtbeachtung des MilitÃ¤rischen, die mit der pauschalen Warnung vor der â€žEnttabuisierung des MilitÃ¤rs&quot; einhergeht und auf jeden Gestaltungsanspruch verzichtet.</p><p>Notwendig ist ein zurÃ¼ckhaltender und verantwortungsbewusster Umgang mit dem MilitÃ¤r, was eine fundierte MilitÃ¤rkritik einschlieÃŸen muss.</p><h5>Bundeswehr wohin? </h5><p>Die bundesdeutsche Sicherheitspolitik leidet seit Jahren unter einem <strong>Demokratiedefizit</strong>. Eine umfassende gesellschaftliche Debatte und VerstÃ¤ndigung Ã¼ber Rolle, LeistungsfÃ¤higkeiten und Grenzen von MilitÃ¤r in der deutschen AuÃŸen- und Sicherheitspolitik nach Ende des Ost-West-Konflikts wurde gemieden, unter RÃ¼he wie unter Scharping.</p><p>Der grÃ¼ndliche Bericht der WeizsÃ¤cker-Kommission zur Bundeswehr-Reform wurde schnell ausmanÃ¶vriert. Unser Fraktionskonzept zur Zukunft der Bundeswehr fand wohl gute Resonanz bei Friedensforschern wie bei aufgeschlossenen MilitÃ¤rs, war aber kein Thema in der Koalition. Die Angebote des â€žFriedenswortes&quot; der katholischen BischÃ¶fe und der EKD-Denkschrift zu einer grundlegenden friedensethischen VerstÃ¤ndigung wurden von Politik und Ã–ffentlichkeit nicht aufgenommen. Die meisten Friedensorganisationen verharrten in grundsÃ¤tzlichen antimilitÃ¤rischen Positionen und scheuten vor einer Einmischung in die Debatte um die Zukunft der Bundeswehr zurÃ¼ck.</p><p>Stattdessen entwickelt sich deutsche Sicherheitspolitik durch exekutives Handeln und Fall-zu-Fall-Entscheidungen, nach dem 11. September mit einem regelrechten Quantensprung. </p><p>Angesichts der Sackgasse der laufenden Bundeswehrreform, des Paradigmenwechsels seit dem 11. September und der von der Bundesregierung proklamierten gewachsenen deutschen Verantwortung in der Welt ist die strategische auÃŸen- und sicherheitspolitische Debatte gemeinsam mit der Gesellschaft dringend geboten. </p><p>Wo die Reaktionen auf den entgrenzten Terror zunehmend eine Entgrenzung erfahren (des VerstÃ¤ndnisses von Verteidigung, der EinsatzrÃ¤ume und Einsatzformen), wo sich die KlÃ¼fte zwischen den USA und ihren VerbÃ¼ndeten vertiefen, da steht umso mehr die StÃ¤rkung der EuropÃ¤ischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik und aller Elemente gemeinsamer, umfassender und vorbeugender Sicherheit sowie ein neuer Anlauf zu RÃ¼stungskontrolle und AbrÃ¼stung auf der Tagesordnung. Zu klÃ¤ren sind mit den Aufgaben vor allem auch die Grenzen deutscher AuÃŸen- und Sicherheitspolitik.</p><p>Die sicherheitspolitische Grundsatzdebatte bedarf der Beteiligung und VerstÃ¤ndigung aller, denen an einer deutschen Friedenspolitik liegt. Nur dann haben VorschlÃ¤ge fÃ¼r eine Bundeswehrreform, die Richtung Weltinnenpolitik gehen soll, auch Aussicht auf Wirkung. </p><h5 align="left">Friedenspartei auch unter schwersten Bedingungen</h5><p>Kritiker des Kurses der Bundesregierung und der GrÃ¼nen nennen sich â€žKriegsgegner&quot; - und erklÃ¤ren damit ihre politische Widersacher zu â€žKriegsbefÃ¼rwortern&quot;. Ausschlaggebend fÃ¼r die <strong>tatsÃ¤chliche Kriegsgegnerschaft und FriedensfÃ¤higkeit</strong> ist aber nicht die LautstÃ¤rke eines Bekenntnisses, sondern was auf den jeweiligen Handlungsfeldern faktisch zur VerhÃ¼tung bzw. Beendigung realer Kriege und umfassender Gewalt beigetragen wird -   operativ in konkreten Krisen und den Aufbau von FÃ¤higkeiten der KrisenprÃ¤vention, durch RÃ¼stungskontrolle und AbrÃ¼stung, strukturell durch die FÃ¶rderung von Menschenrechten und Demokratie, durch ArmutsbekÃ¤mpfung, internationale Umweltpolitik, Verrechtlichung der internationalen Beziehungen, interkulturellen Dialog, StÃ¤rkung der VN und OSZE.</p><p>Von einem grÃ¼nen Minister geprÃ¤gte deutsche AuÃŸenpolitik hat sich seit 1999 ganz besonders wirksam um <strong>GewalteindÃ¤mmung auf dem Balkan</strong> bemÃ¼ht: als Initiatorin des Friedensplans im Kosovokrieg und des StabilitÃ¤tspakts; in der UnterstÃ¼tzung der demokratischen Opposition gegen Milosevic, was erheblich zur friedlichen Oktoberrevolution in Belgrad beitrug; bei der Krisenvorbeugung in SÃ¼dserbien und Mazedonien. <strong>Mazedonien</strong> wÃ¤re schon lÃ¤ngst im BÃ¼rgerkrieg explodiert, wenn es nicht das relativ frÃ¼he, kohÃ¤rente und energische Eingreifen der â€žStaatengemeinschaft&quot; unter FederfÃ¼hrung der EU und mit UnterstÃ¼tzung von NATO und OSZE gegeben hÃ¤tte. Trotz aller Defizite ist Mazedonien bisher ein Beispiel gelungener KrisenprÃ¤vention. </p><p>Die deutsche UnterstÃ¼tzung fÃ¼r â€žEnduring Freedom&quot; beschrÃ¤nkt sich auf SeeraumÃ¼berwachung, die Teilnahme von ca. 100 Spezialsoldaten an der direkten BekÃ¤mpfung von Al-Quaida-Terroristen in Afghanistan und UnterstÃ¼tzungsleistungen. Die TransportflÃ¼ge von bis zu drei Transall pro Tag ab 26.11. in die TÃ¼rkei wurden am 10.1.02 eingestellt. Die zzt. an einer Ãœbung in Kuwait beteiligten ABC-SchutzkrÃ¤fte dÃ¼rfen nur im Rahmen der TerrorismusbekÃ¤mpfung und des Katastrophenschutzes und nicht im Kontext eines Angriffs auf den Irak eingesetzt werden.</p><p>Zugleich ist die Bundesrepublik maÃŸgeblich an den internationalen BemÃ¼hungen<strong> </strong>beteiligt, das 22-jÃ¤hrige Kriegschaos zu Ã¼berwinden. Erste Initiativen fÃ¼r ein <strong>Afghanistan nach den Taliban</strong> gingen von Berlin aus. Nicht von ungefÃ¤hr fanden vier zentrale Afghanistan-Konferenzen in Deutschland statt: neben der auf dem Petersberg die der Afghanistan Support Group, eine mit Akteuren der Zivilgesellschaft und gerade eine zum Polizeiaufbau. Die deutsche Botschaft in Kabul hat die FÃ¶rderung von Bildung, Frauen und Zivilgesellschaft sowie die Entminung als Schwerpunkt. Nach fÃ¼nfjÃ¤hrigem Schulverbot besuchen jetzt 10.000 afghanische MÃ¤dchen dank deutscher Hilfe wieder 15 Schulen in Kabul. Die Bundesregierung hat die FÃ¼hrungsrolle beim Aufbau der afghanischen Polizei Ã¼bernommen und dafÃ¼r 10 Mio. â‚¬ bereitgestellt. Das ist die SchlÃ¼sselaufgabe Ã¼berhaupt.</p><p>Die Bundesrepublik praktiziert gegenÃ¼ber den USA selbstbewusste und keineswegs uneingeschrÃ¤nkte SolidaritÃ¤t.</p><p>Der Ausbau der im Koalitionsvertrag angekÃ¼ndigten <strong>Infrastruktur fÃ¼r Zivile Konfliktbearbeitung</strong> wurde sofort begonnen: die StÃ¤rkung der KrisenprÃ¤vention in der Entwicklungszusammenarbeit und die FÃ¶rderung des Zivilen Friedensdienstes, die Ausbildung von zivilem Fachpersonal fÃ¼r internationale Friedensmissionen von VN und OSZE, die Errichtung der Bundesstiftung Friedensforschung, die systematische FÃ¶rderung von Projekten der KrisenprÃ¤vention. Bund und LÃ¤nder tragen international vorbildlich zur StÃ¤rkung Internationaler Polizeimissionen (CIVPOL) bei, die fÃ¼r erfolgreiche Friedenskonsolidierung und Entmilitarisierung von strategischer Bedeutung sind. Zusammen vor allem mit den skandinavischen LÃ¤ndern machte sich die Bundesregierung in OSZE und EU stark fÃ¼r neue KapazitÃ¤ten ziviler KrisenbewÃ¤ltigung. Im Rahmen der ESVP werden die KrÃ¤fte nichtmilitÃ¤rischer KrisenbewÃ¤ltigung (Polizei, Justiz- und Verwaltungshilfe) eher einsatzbereit sein als die militÃ¤rische SÃ¤ule. Gerade verabschiedete das Bundeskabinett zwei GesetzentwÃ¼rfe zur Zusammenarbeit mit dem kÃ¼nftigen Internationalen Strafgerichtshof. </p><p>Das sind nur einige Beispiele aus der friedenspolitischen Bilanz von Rot-GrÃ¼n.<sup>1)</sup></p><p>Uns ist bewusst, dass die bisherigen Fortschritte AnsÃ¤tze auf dem Weg zu einer effektiven KrisenprÃ¤vention sind: Ãœberschattet werden sie durch manche gegen die GrÃ¼nen durchgesetzte RÃ¼stungsexport- und HermesbÃ¼rgschaftsentscheidungen sowie den zeitweiligen Eindruck bedingungsloser SolidaritÃ¤t mit der US-Machtpolitik. Die Diskrepanz zwischen den FÃ¤higkeiten militÃ¤rischer Krisenreaktion und ziviler KrisenprÃ¤vention sind noch erheblich, auch wenn sich die militÃ¤rischen und zivilen Ausgaben fÃ¼r Krisenregionen wie Mazedonien und Afghanistan aufeinander zu bewegen. (FÃ¼r ISAF und Enduring Freedom hat die Bundesregierung 153 Mio. â‚¬ fÃ¼r 2002 eingeplant, fÃ¼r Wiederaufbau 80 Mio. â‚¬, fÃ¼r Polizei 10 Mio., fÃ¼r HumanitÃ¤re Hilfe 51 Mio. in 2001.)</p><p>Aber verglichen mit dem Stand von 1998 und den meisten anderen Staaten sind die AnsÃ¤tze zugleich regelrechte DurchbrÃ¼che bei der FÃ¶rderung der Gewalt- und KrisenprÃ¤vention. Die GrÃ¼nen gehÃ¶ren in Berlin zu den treibenden KrÃ¤ften dabei.</p><p>Die realen Fortschritte werden nicht dadurch gemindert, dass sie von einer militÃ¤rfixierten Ã–ffentlichkeit ignoriert und von manchen Kriegsgegnern als â€žAlibi&quot; denunziert oder arrogant klein geredet werden.</p><p>Die Resonanz auf die grÃ¼nen Anstrengungen vor allem bei Friedenspraktikern aus Krisenregionen, aus Internationalen und Nichtregierungsorganisationen zeigt aber, dass wir auf dem richtigen Weg vorne sind. </p><p>Die BÃ¼ndnisgrÃ¼nen werden die kommenden Monate nur mit <strong>Selbstbewusstsein, Geschlossenheit und GlaubwÃ¼rdigkeit </strong>bestehen kÃ¶nnen. Zweifel und EnttÃ¤uschungen, die sich unter (ehemaligen) GrÃ¼nen-AnhÃ¤ngern besonders auch an der IdentitÃ¤tsfrage von Krieg und Frieden festmachen, sind ernst- und aufzunehmen. Es gilt, die neuen friedenspolitischen Herausforderungen und die von den GrÃ¼nen mitgeprÃ¤gte deutsche AuÃŸenpolitik in ihrem Handlungsrahmen und ihrer Breite wahrzunehmen und dabei Leistungen, Kompromisse und Defizite ehrlich zu bilanzieren. </p><p>Ich meine: BÃ¼ndnisgrÃ¼ne haben Grund zu Selbstbewusstsein. Unter den schweren Bedingungen komplexer Krisen und multilateraler Politik stehen BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen gemeinsam mit ihrem AuÃŸenminister fÃ¼r aktive Antikriegs- und Friedenspolitik in und mit Europa. Der Aufbau der Friedensmacht Europa braucht GrÃ¼ne in der Verantwortung.</p><p><strong>1)       </strong>Vgl.: Von der Friedensbewegung zur Friedenspolitik - Elemente einer Weltinnenpolitik, Beschluss der Bundestagsfraktion vom 11.12.2001, lang &amp; schlÃ¼ssig 14/48; Gewaltvorbeugung konkret: Zwischenbilanz rot-grÃ¼ner MaÃŸnahmen zur zivilen KrisenprÃ¤vention, lang &amp; schlÃ¼ssig 14/27; Wer den Frieden will, bereite den Frieden vor. Dokumentation der Fachtagung zur StÃ¤rkung der zivilen SÃ¤ulen internationaler Friedensmissionen, lang &amp; schlÃ¼ssig 14/45, Infobrief des Fraktions-AK IV AuÃŸenpolitik/Menschen-rechte/AbrÃ¼stung, Februar 2002. Zur KrisenprÃ¤vention in <strong>Mazedonien</strong> vgl. Bericht der Bundesregierung vom 10.12.2001, BT-Drs. 14/7891. Zu <strong>Afghanistan</strong>: W. Nachtwei, Dt. BeitrÃ¤ge gegen den 22-jÃ¤hrigen Krieg und zur GewalteindÃ¤mmung und FriedensfÃ¶rderung in Afghanistan, 1.3.2002.</p><p><u>Weitere Informationen</u>: W. Nachtwei, MdB, Deutscher Bundestag, 11011 Berlin, 030-227-72567, Fax 030/227-76016&quot;</p></div>


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