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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Rede Nachtweis zur Bundeswehr-Ehrenmal-Debatte</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Afghanistan + Bericht von Winfried Nachtwei + Stellungnahme</span>

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                    -                        <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=11%2B120%2B36%2B81%2B83">All of these categories</a>
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        <h1>
            Rede Nachtweis zur Bundeswehr-Ehrenmal-Debatte         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 6. Juli 2007 22:15:46 +02:00 (77565 Aufrufe)            </div>
            <div>    Winfried Nachtwei hielt im Deutschen Bundestag folgenden Redebeitrag in der Debatte Ã¼ber ein Bundeswehr-Ehrenmal:</div>
            <div>      <p>VizeprÃ¤sidentin Gerda Hasselfeldt: </p><p>Das Wort hat nun der Kollege Winfried Nachtwei fÃ¼r die Fraktion BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen.</p><p>Winfried Nachtwei (BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN): </p><p>Frau PrÃ¤sidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! In Deutschland gibt es auch heute noch Tausende von KriegerdenkmÃ¤lern, mit denen nicht nur der Kriegstoten gedacht wird, sondern mit denen der Krieg sehr oft auch beschÃ¶nigt und verherrlicht und mit denen ein verqueres Heldengedenken demonstriert wird. Heute muss es um den Bruch mit einer solch demokratiefernen Tradition gehen. </p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN)</p><p>Vor drei Jahren hatte ich die Gelegenheit, in Suchumi in Abchasien vor einem Gedenkstein fÃ¼r neun Mitglieder der United Nations Observer Mission in Georgia zu steÂ­hen, die am 8. Oktober 2001 im Kodori-Tal abgeschosÂ­sen worden sind. Die Umgekommenen waren Ukrainer, Russen, Georgier, Pakistani, ein Schweizer und ein Deutscher. Es waren vier Soldaten - vier unbewaffnete MilitÃ¤rbeobachter - und fÃ¼nf Zivilisten, acht MÃ¤nner und eine Frau. Ãœbrigens wurde damals von diesem ersÂ­ten Bundeswehrsoldaten, der durch gegnerische EinwirÂ­kung ums Leben gekommen ist, wenig Aufheben geÂ­macht; er wurde nach Deutschland regelrecht zurÃ¼ckgeschmuggelt. </p><p>Seit Anfang der 90er-Jahre sind 69 BundeswehrsoldaÂ­ten in AuslandseinsÃ¤tzen ums Leben gekommen - Gott sei Dank bisher keiner in einer Kampfsituation. Seit 1996 sind zwei deutsche Diplomaten und sechs Polizisten im Ausland ums Leben gekommen. Im Rahmen von AuslandseinsÃ¤tzen von DurchfÃ¼hrungsorganisationen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit wurden seit 1996 25 TodesfÃ¤lle bekannt. Unbekannt ist der BundesregieÂ­rung bisher die Zahl der bei humanitÃ¤ren und internatioÂ­nalen Organisationen tÃ¤tigen, nicht entsandten DeutÂ­schen, die ums Leben gekommen sind, sowie die Zahl der Nichtdeutschen, die bei deutschen humanitÃ¤ren OrÂ­ganisationen ums Leben gekommen sind.</p><p>Wenn Menschen im Rahmen des <strong>Friedensauftrags des Grundgesetzes </strong>zu Tode kommen, sind Politik und Gesellschaft eindeutig in der Pflicht, ihrer Ã¶ffentlich und bestÃ¤ndig zu gedenken. Das geschieht, wenn etwas pasÂ­siert ist, bisher nur in Momenten, einige Tage danach am Flughafen KÃ¶ln-Bonn. Die Voraussetzung eines solchen dauerhaften Gedenkens ist eine breite Debatte. Minister Jung hat mit seiner Initiative einen AnstoÃŸ hierfÃ¼r gegeben, aber durch die Art und Weise des Vorgehens eine breitere Debatte und Initiative zunÃ¤chst erschwert und damit auch eine wirklich Ã¶ffentliche Erinnerung. Wir brauchen keine bloÃŸe â€žRessort-Erinnerung&quot;. Eine Ã¶ffentliche und gemeinsame Erinnerung an jene, die im Rahmen des Friedensauftrages des Grundgesetzes und im Dienste der MenschenwÃ¼rde im Ausland ums Leben gekommen sind, ist Ã¼berfÃ¤llig. Das sind neben Soldaten auch Entwicklungshelfer, humanitÃ¤re Helfer, Polizisten und Diplomaten. Angemessen dafÃ¼r ist in der Tat nur ein Ort im Umfeld des Bundestags. </p><p>Unverzichtbar fÃ¼r einen solchen Schritt in der deutschen Erinnerungskultur ist eine breite Ã¶ffentliche DeÂ­batte. Wir glauben, mit unserem heutigen Antrag einige gute VorschlÃ¤ge gemacht zu haben. Nach meiner EinÂ­schÃ¤tzung der heutigen Diskussion sowie der Diskussion im Ausschuss ist diese Initiative nicht nur wÃ¼nschensÂ­wert, sondern auch als gemeinsame Initiative mÃ¶glich. Es wÃ¤re eine Initiative zur Fortentwicklung einer demoÂ­kratischen Erinnerungskultur, die den Friedensauftrag des Grundgesetzes nicht ideologisch missbraucht, sonÂ­dern ernst nimmt.</p><p>Ich danke Ihnen.</p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN)</p></div>


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