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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Informationen zur 2. VerlÃ¤ngerung des UNMIS-Mandats (SÃ¼d-Sudan)</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Afghanistan + Bericht von Winfried Nachtwei + Stellungnahme</span>

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                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=11-120-36-81-83">Any of these categories</a>
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        <h1>
            Informationen zur 2. VerlÃ¤ngerung des UNMIS-Mandats (SÃ¼d-Sudan)         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 4. April 2006 19:37:02 +02:00 (98348 Aufrufe)            </div>
            <div>    Winfried Nachtwei hat die Bundestagsdebatte Ã¼ber den Antrag der Bundesregierung auf eine zweite VerlÃ¤ngerung der deutschen Beteiligung an UNMIS zum Anlass genommen, im Folgenden seine Position und die der grÃ¼nen Bundestagsfraktion noch einmal zusammenzufassen:</div>
            <div>    <p>&nbsp;</p><h2 align="center">Informationen zur 2. VerlÃ¤ngerung des UNMIS-Mandats (SÃ¼d-Sudan)</h2><p align="center">(Winni Nachtwei, 4.4.2006)</p><p align="left"><em>Die Bundesregierung wollte wie schon im Oktober 2005 die nun zweite VerlÃ¤ngerung der deutschen Beteiligung an UNMIS vom Bundestag nach dem vereinfachten Verfahren genehmigen lassen. Das wÃ¤re angesichts des geringen Umfangs des deutschen Anteils und des unverÃ¤nderten Mandats in Ordnung gewesen. Auf Verlangen der Linksfraktion wird der Antrag am 7. April im Bundestag diskutiert und abgestimmt. Dass damit nach einem Jahr der wichtige Friedensprozess im SÃ¼d-Sudan im Parlament zur Sprache kommt, ist gut. Zugleich wird die Bundestagsdebatte ein erneuter Testfall fÃ¼r die UN-Treue und FriedensfÃ¤higkeit der Linksfraktion. Der letzte Testfall war die Debatte um die deutsche Beteiligung an der zweiten Friedensmission im Sudan (AMIS in Darfur) am 16. Dezember, als sich immerhin 14 Mitglieder der Linksfraktion der Stimme enthielten und Lafontaine nicht teilnahm.</em></p><p><strong>(1) VÃ¶lkerrechtliche Grundlage</strong> der UN-Mission im Sudan (UNMIS) sind die UN-Sicher-heitsratsresolutionen vom 24.3.2005 und 24.3.2006. Die UNMIS-Friedensmission soll die Umsetzung des Friedensvertrages von Nairobi absichern und unterstÃ¼tzen, der am 9. Januar 2005 zwischen den Konfliktparteien geschlossen wurde. Damit soll der lÃ¤ngste, mit Unterbrechungen seit 1956 (!) dauernde BÃ¼rgerkrieg Afrikas, dem ca. 2 Millionen Menschen zum Opfer fielen, nachhaltig beendet werden. Im SÃ¼d-Sudan wÃ¼tet auch die berÃ¼chtigte â€žLord Resistance Army&quot; aus Nord-Uganda. Die Mission ist auf sechs Jahre bis zu einem Referendum Ã¼ber Sezession oder Verbleib in einem Gesamtsudan angelegt. Das Mandat wird alle sechs Monate Ã¼berprÃ¼ft.</p><p><strong>(2) Aufgaben</strong> von UNMIS sind: Ãœberwachung des Friedensabkommens, Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration ehemaliger KÃ¤mpfer; UnterstÃ¼tzung anderer UN-Projekte; UnterstÃ¼tzung der ehemaligen Konfliktparteien beim humanitÃ¤ren MinenrÃ¤umen; Hilfe beim Aufbau einer Zivilpolizei; Beratung und UnterstÃ¼tzung der AU-Mission AMIS in Darfur. UNMIS ist fÃ¼r den ganzen Sudan mandatiert, Schwerpunktgebiet ist der SÃ¼d-Sudan. Aufgabe der unbewaffneten MilitÃ¤rbeobachter ist die Ãœberwachung militÃ¤rischer Bewegungen und des Friedensabkommens. Sie werden von UNMIS-Truppen geschÃ¼tzt. </p><p>Die Afrikanische Union hat am 10. MÃ¤rz einem Ãœbergang der AU-Mission AMIS in Darfur zu UNMIS â€žim Prinzip&quot; zugestimmt. </p><p>(3) UNMIS ist nach <strong>Kapitel VII</strong> <strong>der UN-Charta â€žrobust</strong>&quot; mandatiert: Damit ist UNMIS grundsÃ¤tzlich befugt, Ã¼ber bloÃŸe Selbstverteidigung hinaus unter klar festgelegten Bedingungen der Rules of Engagement ZwangsmaÃŸnahmen auch einzusetzen zum Zweck der Nothilfe oder zur Durchsetzung des Auftrags (defence of mission). â€žRobuste&quot; Mandatierung und Ausstattung von Friedensmissionen ist die Konsequenz vor allem aus den Erfahrungen von Bosnien und Ruanda, wo UN-Blauhelme sich nicht durchsetzen konnten, ja vergeiselt wurden und nicht zur Nothilfe in der Lage waren. Diese Konsequenz wurde ausdrÃ¼cklich im â€žBrahimi-Report&quot; an den UN-GeneralsekretÃ¤r im Jahr 2000 bekrÃ¤ftigt. Inzwischen sind robust mandatierte FriedeneinsÃ¤tze die Regel (seit 1999 sieben der acht mandatierten EinsÃ¤tze). Insgesamt stabilisieren die UN-Missionen einen Lebensraum von mehr als 200 Millionen Menschen.</p><p>Wer wie die Linksfraktion grundsÃ¤tzlich UN-Mandate nach Kapitel VII ablehnt (Grundsatzbeschluss des MÃ¼nsteraner Parteitags von 2000), verweigert sich damit der Grunderfahrung von UN-Peacekeeping und klinkt sich aus dem zentralen Feld der UN-Friedenssicherung aus. Konsequenterweise mÃ¼sste dann aber auch der deutsche Beitrag zu UNMIS (in 2006 71,844 Mio. Euro) gestrichen werden. </p><p>(4) UNMIS <strong>besteht aus</strong> bis zu 10.000 Soldaten incl. 750 MilitÃ¤rbeobachtern, 715 Polizisten, 1.018 internationalen und 2623 nationalen Zivilangestellten sowie 214 UN Volunteers. Bisher hat die Mission 80% ihres Soll erreicht. Zur militÃ¤rischen Komponente tragen 61 LÃ¤nder bei (Indien, Pakistan, Bangladesh jeweils mit Ã¼ber 1.000 Mann; auÃŸerdem z.B. Australien, Benin, Brasilien, Kambodscha, China, Finnland, Indien, Kirgistan, Mali, Mongolei, Mozambik, Namibia, Russland, Sri Lanka, Schweden, Schweiz, Jemen, Zimbabwe), zur polizeilichen tragen 30 LÃ¤ndern bei. Die politische <strong>FÃ¼hrung</strong> von UNMIS besteht aus einem NiederlÃ¤nder, einem Ã„thiopier und einem Mozambiquaner. MilitÃ¤rkommandeur ist ein Inder, Polizeikommandeur ein Brite.</p><p>(5) Der <strong>deutsche Beitrag</strong> besteht aus bis zu 75 Soldaten (MandatshÃ¶chstgrenze), die RegelstÃ¤rke soll bei 50 MilitÃ¤rbeobachtern liegen. Zzt. sind 22 deutsche MilitÃ¤rbeobachter und 6 Stabsoffiziere bei UNMIS. Deutschland liegt damit an der 16. Stelle der UNMIS-Truppen-steller - hinter Zimbabwe, Nigeria, China, Russland. (Bei UN-gefÃ¼hrten Missionen liegt Deutschland insgesamt an 37. Stelle!)</p><p>(6) Die <strong>Position der PDS/Linksfraktion</strong>: Der Bundestag billigte am 22. April 2005 bei Einstimmigkeit der Koalitionsfraktionen von SPD und GrÃ¼nen, bei drei Gegenstimmen aus der FDP und zehn Enthaltungen die deutsche Beteiligung an UNMIS. </p><p>Der PDS-Parteivorstand billigte die - erstmalige - Enthaltung der PDS-Abgeordneten bei einem Auslandseinsatz der Bundeswehr. Bisky: â€žDer Blauhelmeinsatz im SÃ¼d-Sudan ist vÃ¶lkerrechtlich abgesichert, politisch begrÃ¼ndet und moralisch geboten. Einen solchen Einsatz wird und kann die PDS nicht ablehnen. Diese Entscheidung entspricht dem PDS-VerstÃ¤ndnis, Gewalt und Abdrohung von Gewalt aus der Politik zu verbannen.&quot; In der PDS stieÃŸ diese Position auf scharfen Widerspruch - angefÃ¼hrt von Sarah Wagenknecht und Tobias PflÃ¼ger. Deren Hauptargumente sind (a) die grundsÃ¤tzliche Absage an Kapitel-VII-EinsÃ¤tze, (b) der Vorwurf, der â€žFriedensprozess&quot; in seiner jetzigen Form sei zwangslÃ¤ufig zum Scheitern verurteilt, er habe einzig das Ziel, â€žim Sudan optimale Bedingungen fÃ¼r die Wahrung deutscher und US-amerikanischer Interessen zu schaffen.&quot; (JÃ¼rgen Wagner/IMI: Deutsche Sezessionshilfe im Sudan schÃ¼rt BÃ¼rgerkrieg, August 2005) Als â€žBeleg&quot; wird dabei vor allem der GroÃŸauftrag fÃ¼r die Firma ThormÃ¤hlen SchweiÃŸtechnik/Bad Oldesloe genannt, die eine 4.100 km lange Eisenbahnlinie von den Ã–lfeldern des SÃ¼d-Sudan mit Abzweigungen nach Uganda und Kenia bauen soll und auÃŸerdem beim Aufbau der Energieerzeugung, der Nilschifffahrt, der Telekommunikation, einer Fluggesellschaft, einer neuen Hauptstadt fÃ¼r den SÃ¼d-Sudan GroÃŸprojekte leiten soll.</p><p>Gesine LÃ¶tzsch begrÃ¼ndete in der Bundestagsdebatte, warum die beiden PDS-Abgeordneten dem Mandat nicht zustimmen konnten: Die Aufgabenbeschreibung der Soldaten sei zu ungenau, die PDS sei - weil nicht in der Obleuterunde vertreten - bezÃ¼glich einer eventuellen Entsendung der dt. UNMIS-Soldaten auÃŸerhalb des Schwerpunktgebietes (nach Darfur) aus der Kontrolle ausgeschlossen. Diese HinderungsgrÃ¼nde sind inzwischen nicht mehr gegeben, die Linksfraktion sitzt jetzt mit in allen Kontrollgremien. Einer Zustimmung zu UNMIS dÃ¼rfte jetzt eigentlich nichts mehr im Wege stehen.</p><p>Gerade Lafontaine tut sich seit Monaten mit demagogischen Angriffen auf die â€žvÃ¶lkerrechtswidrigen Kriege von Rot-GrÃ¼n&quot; hervor und betont immer wieder die Ablehnung vÃ¶lkerrechtswidriger Kriege durch die Linksfraktion. Abgesehen davon, dass Lafontaine als Mitglied der Bundesregierung und SPD-Vorsitzender 1998/1999 allen KabinettsbeschlÃ¼ssen zum Bundeswehreinsatz im Kosovo zustimmte - jetzt muss er sich zu einer Friedensmission verhalten, die vÃ¶lkerrechtlich vÃ¶llig korrekt und politisch wie humanitÃ¤r Ã¤uÃŸerst dringlich ist.</p><p><strong>Die Debatte und Abstimmung am Freitag wird somit zu einem Testfall fÃ¼r die UN- und FriedensfÃ¤higkeit der Linksfraktion!</strong></p></div>


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