    <rss version="2.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:admin="http://webns.net/mvcb/" xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">
     <channel>
        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Interview zu PTBS: &quot;Riesenproblem mit ausgeschiedenen Soldaten&quot; in LOYAL 10/2012</title>
        <link>http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;ptid=1&amp;catid=11-36-81-83-120&amp;aid=1166</link>
        <description></description>
        <dc:language>en-us</dc:language> 
        <dc:creator>Webmaster</dc:creator> 
        <admin:generatorAgent rdf:resource="http://www.xaraya.org" /> 
        <admin:errorReportsTo rdf:resource="mailto:webmaster@nachtwei.de" />
       <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
       <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
       <docs>http://backend.userland.com/rss</docs>
<div class="xar-mod-page">
   <div class="xar-mod-head">
    <!-- License: GPL http://www.gnu.org/copyleft/gpl.html -->
<ul class="xar-tabs">
            <li class="xar-tab">
                <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=viewmap&amp;ptid=1">View Article Map</a>
           </li>
</ul>
</div>
   <div class="xar-mod-body">
<div class="cattrails xar-displayinline-block xar-padding-thickbottom">
    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Afghanistan + Bericht von Winfried Nachtwei + Stellungnahme</span>

    <table class="xar-width-auto">
    <tr>
        <td valign="top" class="xar-padding-none">Browse in:&#160;</td>
       <td valign="top" class="xar-padding-none">
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=70">Meine Themen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=11">Sicherheitspolitik und Bundeswehr</a>
<br />
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=70">Meine Themen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=120">Internationale Politik und Regionen</a>
<br />
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=70">Meine Themen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=120">Internationale Politik und Regionen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=135">Asien</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=36">Afghanistan</a>
<br />
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=1">Publikationstyp</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=81">Bericht</a>
<br />
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=1">Publikationstyp</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=83">Stellungnahme</a>
<br />
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=11-120-36-81-83">Any of these categories</a>
                    -                        <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=11%2B120%2B36%2B81%2B83">All of these categories</a>
<br />
</td>
   </tr>
   </table>




</div>

        <h1>
            Interview zu PTBS: &quot;Riesenproblem mit ausgeschiedenen Soldaten&quot; in LOYAL 10/2012         </h1>
        <div class="xar-floatright"></div>
       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 13. Oktober 2012 20:25:35 +02:00 (127083 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Keine Zeitschrift widmet sich so sehr den seelisch Verwundeten wie LOYAL, das Monatsmagazin des Reservistenverbandes. Titelthema im Oktober ist &quot;Kriegstrauma - der peinigende Kampf mit den Erinnerungen&quot;. EinzelbeitrÃ¤ge schildern das &quot;Leben in Therapie&quot;, das &quot;Netzwerk der Hilfe&quot; mit seinen aktuellen Fortschritten, schlieÃŸlich die Flut an Suiziden unter US-Soldaten (ca. einer pro Tag) und vor allem unter US-Veteranen (schÃ¤tzungsweise 18 pro Tag!). AbschlieÃŸend das Interview, das Lorenz Hemicker mit mir als dem Leiter der AG PTBS beim Beirat fÃ¼r Fragen der Inneren FÃ¼hrung fÃ¼hrte.</p></div>
            <div>    <p><!--[if !mso]> <mce:style><!  v\:* {behavior:url(#default#VML);} o\:* {behavior:url(#default#VML);} w\:* {behavior:url(#default#VML);} .shape {behavior:url(#default#VML);} --></p>
<p><!--[endif] --></p>
<p><!--[if gte mso 9]><xml> Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4 </xml><![endif]--></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Ein â€žRiesenproblem&quot; mit ausgeschiedenen Soldaten</span></strong></p>
<p><strong>Interview mit Winfried Nachtwei, Leiter der Arbeitsgemeinschaft â€žPTBS&quot; beim 13. Beirat fÃ¼r Fragen der Inneren FÃ¼hrung</strong></p>
<p><strong><em>Herr Nachtwei, in den USAÂ  bringt sich im Schnitt jeden Tag ein aktiver Soldat um. Bei den Veteranen wird die Zahl der Selbstmorde noch deutlich hÃ¶her geschÃ¤tzt. Droht Deutschland mit seinen Soldaten ein Ã¤hnliches Schicksal?</em></strong></p>
<p>Das denke ich nicht. Die Belastungen der amerikanischen Soldaten in den AuslandseinsÃ¤tzen sind noch einmal erheblich grÃ¶ÃŸer als die der Bundeswehr. Schon die Einsatzdauer Ã¼bersteigt die der deutschen Soldaten um ein Mehrfaches. Aber daraus lassen sich in keiner Weise beruhigende Schlussfolgerungen ziehen.</p>
<p><strong><em>Mit wie vielen seelisch verwundeten Bundeswehrsoldaten rechnen Sie?</em></strong></p>
<p>PrÃ¤zise Zahlen gibt es nicht. Die wenigen Untersuchungen, die bislang vorgenommen wurden, liegen mit ihren Ergebnissen weit auseinander. Das Autorenpaar Tegtmeier (â€žPTBS - Das unsichtbare Leid&quot;) hÃ¤lt eine GrÃ¶ÃŸenordnung von bis zu 30 000 psychisch geschÃ¤digten Soldaten fÃ¼r mÃ¶glich. Das lÃ¤sst die Dimension des Problems erahnen.</p>
<p><strong><em>Die Zahlen der Bundeswehr liegen deutlich niedriger, schon deshalb, weil lange Zeit nur behandelte ErkrankungsfÃ¤lle statistisch erfasst wurden. Warum wurden die seelischen Verwundungen nicht frÃ¼her prÃ¤ziser ausgewertet?</em></strong></p>
<p>Ãœber viele Jahre haben die Verantwortlichen im SanitÃ¤tsbereich die Herausforderung schlichtweg unterschÃ¤tzt, teils wurde die Situation von der FÃ¼hrung sogar bewusst beschÃ¶nigt. Hinzu kam, dass die politischen Kontrolleure, zu denen auch ich gehÃ¶rte, nicht frÃ¼h genug Alarm geschlagen haben. Inzwischen lassen sich bei der Erfassung Fortschritte beobachten. So werden seit letztem Jahr immerhin Erstbehandlungen und Wiedervorstellungen voneinander unterschieden. Aber das reicht noch nicht aus. Ich sehe nach wie vor erheblichen Nachholbedarf.</p>
<p><strong><em>Posttraumatische BelastungsstÃ¶rungen erfahren in der Truppe inzwischen mehr Aufmerksamkeit. Sie sind aber nur die Spitze des Eisbergs. Andere seelische Erkrankungen werden laut Auskunft Betroffener weiterhin tabuisiert. Warum?</em></strong></p>
<p>Zwei Aspekte spielen dabei eine Rolle. Einmal laufen psychische Verwundungen dem Selbstbild und dem Anspruch vieler Soldaten entgegen. Soldaten wollen und sollen stark, mutig und tapfer sein. Psychische Verwundungen aber bedeuten SchwÃ¤che, Ã„ngste, Verzweiflung. Hinzu kommt, dass seelische Probleme fÃ¼r Soldaten schlicht karrieregefÃ¤hrdend sein kÃ¶nnen.</p>
<p><strong><em>Inzwischen sind die gesetzlichen Grundlagen fÃ¼r eine bessere Versorgung von traumatisierten Soldaten geschaffen worden. Woran hapert es bei der Versorgung der Betroffenen jetzt noch?</em></strong></p>
<p>Der schwerwiegendste Engpass bleibt die versorgungsmedizinische Begutachtung. Im SanitÃ¤tsamt der Bundeswehr gab es Anfang dieses Jahres hierfÃ¼r nur drei Dienstposten - bei 3600 Gutachten im Jahr. Die meisten Gutachten mÃ¼ssen nach wie vor von zivilen Ã„rzten erstellt werden. Das dauert lange und geschieht oft nach Aktenlage. Eine Verbesserung der Situation ist kaum in Sicht, weil der Bundeswehr auf Jahre hinaus ausreichend geschulte medizinische Fachleute fehlen werden. Hinzu gesellen sich dann auch noch MentalitÃ¤tsprobleme.</p>
<p><strong><em>Was meinen Sie damit?</em></strong></p>
<p>Ich will keine PauschalvorwÃ¼rfe erheben. Aber Betroffenen zufolge ziehen sich etliche Mitarbeiter und Soldaten im Verwaltungsapparat nach wie vor hÃ¤ufig auf die Vorschriften zurÃ¼ck und haben zuwenig die FÃ¼rsorgepflicht gegenÃ¼ber den verwundeten Soldaten im Blick. Das haben noch lÃ¤ngst nicht alle verstanden und ist zugegebenermaÃŸen anstrengender, weil mit mehr WiderstÃ¤nden verbunden. Aber es ist die verdammte Pflicht des Dienstherrn, verlÃ¤sslich fÃ¼r seine Soldaten zu sorgen.</p>
<p><strong><em>Das Verteidigungsministerium hat eine Reihe von MaÃŸnahmen ergriffen, um die Situation fÃ¼r Betroffene zu verbessern. Dazu zÃ¤hlt auch das so genannte Psychosoziales Netzwerk, Ã¼ber das jeder aktive Soldat bei seelischen Problemen einen ortsnahenÂ  Ansprechpartner finden soll. BewÃ¤hrt es sich?</em></strong></p>
<p>Auf jeden Fall ist es ein sehr hilfreicher Schritt, angefangen von der festen Adresse des PTBS-Beauftragten bis hin zur PrÃ¤senz in den Bundeswehrstandorten. In der Vergangenheit fehlte es vielerorts an einem festen Ansprechpartner, genauso wie an Psychologen. Auch der Bundeswehr-Sozialdienst ist hÃ¤ufig Ã¼berfordert. Im Verteidigungsministerium ist hinsichtlich dieser Punkte wohl auch verstÃ¤rkter Handlungsbedarf festgestellt worden. Aber zwischen der Feststellung von Handlungsbedarf und Handeln liegen bekanntlich oft Welten.</p>
<p><strong><em>Das Psychosoziale Netzwerk ist fÃ¼r aktive Soldaten da. Wie kÃ¼mmert sich die Bundeswehr um ausgeschiedene Soldaten?</em></strong></p>
<p>Das ist ein Riesenproblem. Denn um diejenigen mit dem hÃ¶chsten Erkrankungsrisiko kÃ¼mmert sich der Dienstherr bisher am allerwenigsten: junge Soldaten, kurz dienende Mannschaftsdienstgrade, die am hÃ¤ufigsten in Gefechte und Hinterhalte geraten und bei denen PTBS oder eine andere seelische Verwundung erst Jahr nach dem Ausscheiden hervorbrechen. Umso wichtiger sind die Hilfsangebote von Selbsthilfegruppen und des Reservistenverbands, der ja inzwischen in der FlÃ¤che stÃ¤rker prÃ¤sent ist als die Bundeswehr selbst, und die Realisierung einer â€žVersorgung aus einer Hand&quot; fÃ¼r ehemalige Soldaten.</p>
<p><strong><em>Unter seelischen Verwundungen leiden hÃ¤ufig nicht nur die Soldaten. Wer kÃ¼mmert sich um co-traumatisierte FamilienangehÃ¶rige?</em></strong></p>
<p>Die StreitkrÃ¤fte beginnen langsam damit, entsprechende Angebote fÃ¼r Familien anzubieten. Um die AngehÃ¶rigen ausgeschiedener Soldaten aber kÃ¼mmert sich nach wie vor niemand. Wir haben vorgeschlagen regionale Netze ziviler Einrichtungen mit den Angeboten der Bundeswehr zusammenzufÃ¼hren. Hier ist gesellschaftliche Mitverantwortung gefragt. Das allein aber reicht nicht aus. Die Bundeswehr steht hier noch vor gewaltigen Aufgaben.</p>
<p><strong><em>Sie haben Ã¼ber viele Jahre den Umgang der StreitkrÃ¤fte mit ihren seelisch verwundeten Soldaten kritisch beobachtet und kommentiert. Wie lautet ihr Fazit bis hierhin?</em></strong></p>
<p>Die Aufmerksamkeit fÃ¼r GeschÃ¤digte, Hinterbliebene und FamilienangehÃ¶rige hat sich gegenÃ¼ber der Situation vor vier, fÃ¼nf Jahren um einiges verbessert. Es gibt inzwischen viele Menschen, die sich innerhalb und auÃŸerhalb der Bundeswehr fÃ¼r sie einsetzen. Aber insgesamt nimmt der Staat die FÃ¼rsorgepflicht nach wie vor nicht ausreichend wahr. Die Dringlichkeit der praktizierten FÃ¼rsorge ist noch lÃ¤ngst nicht in allen KÃ¶pfen angekommen. Das andere ist die sicherheitspolitische Ebene. Ein elementarer, unverzichtbarer Teil umfassender FÃ¼rsorge ist es, dass die EinsatzauftrÃ¤ge nicht nur legal und sicherheitspolitisch nachvollziehbar, sondern auch erfÃ¼llbar und sinnvoll sind. Der Soldat muss den Sinn seines Einsatzes erfahren kÃ¶nnen. Davon sind wir weit entfernt.</p>
<p align="right"><em>Das GesprÃ¤ch fÃ¼hrte Lorenz Hemicker</em></p>
<p>Geboren 1946 in Wulfen, von 1994 bis 2009 Mitglied des Deutschen Bundestags, davon die letzten sieben Jahr sicherheitspolitischer Sprecher der GrÃ¼nen. Seit 2011 Leiter der AG PTBS&quot; beim 13. Beirat Innere FÃ¼hrung.</p>
<p><!--[if gte mso 9]><xml> </xml><![endif]--><!--[if gte mso 10]> <mce:style><!   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Normale Tabelle"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;} --> <!--[endif] --><!--[if gte mso 9]><xml> </xml><![endif]--><!--[if gte mso 9]><xml> </xml><![endif]--></p></div>


           <br />
                        </div>
   </div>
</div></channel>
</rss>
