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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Aktuelle Sicherheitslage Afghanistans (AuszÃ¼ge), Teil 1</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Pressespiegel</span>

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        <h1>
            Aktuelle Sicherheitslage Afghanistans (AuszÃ¼ge), Teil 1         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 13. März 2009 18:17:11 +01:00 (166897 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p><strong>Aktuelle Sicherheitslage Afghanistans</strong> (AuszÃ¼ge) - umfassende Zusammenstellung der Entwicklungen in den letzten Jahren und verschiedenen Regionen durch W. Nachtwei. Parallel zu den â€žBetter News&quot; aktualisiert Nachtwei die Sicherheitslage seit Sommer 2007.</p></div>
            <div>    <p><strong>Winfried Nachtwei, MdBÂ Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â  MÃ¤rz 2009</strong></p>
<p align="center"><strong>Materialien zur aktuellen Sicherheitslage Afghanistans</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Vorbemerkung</span></p>
<p>Die offiziellen, verÃ¶ffentlichten Informationen zur Sicherheitslage Afghanistan sind bruchstÃ¼ckhaft. Sie erlauben keine seriÃ¶se EinschÃ¤tzung der Sicherheitslage und ihrer Trends.</p>
<p>Seit August 2007 stelle ich deshalbÂ  zur internen Unterrichtung Informationen zur Sicherheitslage in Afghanistan aus verschiedenen Quellen zusammen, aktualisiere und erweitere sie laufend.</p>
<p>Neben Hintergrundinformationen und den VerÃ¶ffentlichungen von UNAMA, der afghanischen Menschenrechtskommission AIHRC (www.aihrc.org), dem Afghanistan NGO Safety Office ANSO, ISAF und OEF sind wichtige aktuelle Quellen: der wÃ¶chentlich aktualisierte Afghanistan Index Tracking Varables of Reconstruction &amp; Security in Post-9-11, Brookings (<a href="http://www.brookings.edu/afghanistanindex">www.brookings.edu/afghanistanindex</a>); Institute for War &amp; Peace Reporting/Kabul (<a href="http://www.iwpr.net/">www.iwpr.net</a>); <a href="http://www.globalsecurity.org/">www.globalsecurity.org</a>; The Afghanistan Conflict Monitor, Initiative des Human Security Project ( www.afghanconflictmonitor.org); The Long War Journal (<a href="http://www.longwarjournal.org/">www.longwarjournal.org</a>); International Council on Security &amp; Development/ ICOS, vormals Senlis Council (<a href="http://www.senliscouncil.net/">www.senliscouncil.net</a>);Â  <a href="http://www.afgha.com/">www.afgha.com</a>.</p>
<p>Die Informationen geben insbesondere Hinweise auf das Konflikt- und Kriegsgeschehen im SÃ¼den und Osten Afghanistans - und inzwischen auch fÃ¼r die Westregionen Pakistans. Gerade Ã¼ber diese ist in Deutschland wenig bekannt und darÃ¼ber werden auch die Mitglieder des Verteidigungsausschusses nur lÃ¼ckenhaft unterrichtet.</p>
<p>Vorbehalt: Auch wenn ich verschiedene Quellen abgleiche, kann ich die VerlÃ¤sslichkeit einzelner Angaben nicht garantieren.</p>
<p>(Parallel stelle ich seit Sommer 2007 â€ž<strong>Better News statt Bad News aus Afghanistan</strong>&quot; zusammen: Echte gute Nachrichten, die angesichts des â€žbad news are good news&quot; Mechanismus kaum durchdringen. www.nachtwei.de)</p>
<p><strong>Ãœbersicht</strong></p>
<p>0. Zusammenfassung</p>
<p>1. Schwierige LageeinschÃ¤tzung</p>
<p><strong>2. Gesamttrends der Sicherheitsentwicklung + Konfliktopfer Ã¼ber die Jahre (Ãœbersichten)</strong></p>
<p>2.1Â  Sicherheitsvorkommnise insgesamt + rÃ¤umliche Verteilung</p>
<p>2.2Â  Waffeneinsatz - Taktiken</p>
<p>2.3Â  Opfer insgesamt und Zivilopfer speziell</p>
<p>2.4Â  Opfer auf Seiten der Internationalen Truppen + afgh. SicherheitskrÃ¤fte ANSF (Armee ANA, Polizei ANP)</p>
<p>2.5Â  Ungesetzliche TÃ¶tungen</p>
<p>2.6Â  Kampf um die Wahrnehmung, Umfragen</p>
<p><strong>3. Aktuelle Entwicklungen 2007-2009 (im Detail)</strong></p>
<p>3.1Â  Trends</p>
<p>3.2Â Â  Sicherheitsvorkommnisse wÃ¶chentlich nach Regionen, Operationsweisen + ISAF-Opfern</p>
<p>3.3Â Â  Sicherheitsvorkommnisse lt. IAF bzw. im ISAF-Bereich</p>
<p>3.4Â Â  GrÃ¶ÃŸere Gefechte + Opfer auf Seiten der Insurgenten (Militanten) lt. OEF bzw. im OEF-Bereich</p>
<p>3.5Â Â  Close-Air-Support/CASÂ  (Luft-Boden-EinsÃ¤tze)</p>
<p>3.6Â Â  Taliban-Operationen nach Taliban-Meldungen (Auswahl)</p>
<p><strong>4.Â  Regionen + Provinzen/Lead-Nations</strong></p>
<p>4.1Â Â  Britische Truppen (Helmand)</p>
<p>4.2Â Â  Kandische Truppen (Kandahar)</p>
<p>4.3Â Â  NiederlÃ¤ndische Truppen (Uruzgan)</p>
<p>4.4Â Â  Deutsche Truppen (RC North)</p>
<p>4.5Â Â  US-Truppen (RC East)</p>
<p><strong>5. Pakistan</strong></p>
<p>AnhÃ¤nge</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">0.Â  Zusammenfassung</span></strong></p>
<p>(a) Die Sicherheitslage hatÂ  sich in Afghanistan seit 2005/6, also seit der ISAF-SÃ¼d- und Osterweiterung, erheblich verschÃ¤rft. Â In 2008 haben die Feuergefechte, SprengstoffanschlÃ¤ge, Hinrichtungen und EntfÃ¼hrungen, Luft-Boden-EinsÃ¤tze, die Opfer unter der ZivilbevÃ¶lkerung, Polizisten, afghanischen + internationalen Soldaten und AufstÃ¤ndischen ein AusmaÃŸ wie nie seit dem Sturz der Taliban 2001 erreicht.Â  Der Anstieg der Zivilopfer um 40% aufÂ  Ã¼ber 2.000Â  im Jahr 2008 ist ein Menetekel.</p>
<p>(b) Zugleich bleibt die Entwicklung der Sicherheitslage gespalten, bestehen sehr unterschiedliche Konfliktniveaus in den Regionen und Provinzen nebeneinander:</p>
<p>- In vielen Distrikten vor allem des SÃ¼dens + Ostens herrscht asymmetrischer Krieg mit permanenter Gefahr von AnschlÃ¤gen und ZusammenstÃ¶ÃŸen, mit Feindkontakten von mehrfach am Tag z.B. in den Provinzen Kandahar, Helmand Ã¼ber tÃ¤glich (Zabul) bis alle paar Tage (Uruzgan). Hier sehen sich alle Konfliktparteien im Krieg. Â Im SÃ¼den + Osten geschehen um 90% der SicherheitsvorfÃ¤lle, 70% in 10% aller Distrikte.</p>
<p>- Im Norden + Westen herrscht eine niedrigere KonfliktintensitÃ¤t - zum grÃ¶ÃŸeren Teil auch mit â€žnormal-kriminellem&quot; Hintergrund - von relativer Ruhe (keine ZwischenfÃ¤lle) Ã¼ber vereinzelte AnschlÃ¤ge alle paar Monate bis zu AnsÃ¤tzen eines Guerillakrieges in der Provinz Kunduz, wo zum groÃŸen Teil eingesickerte Militante einen Terrorkrieg fÃ¼hren, wo ISAF wohl mit Waffengewalt und Kampfeinsatz, aber ausdrÃ¼cklich nicht kriegerisch reagiert. Das Vorgehen von ISAF im Norden ist ausdrÃ¼cklich richtig, denn einer kriegerischen Reaktion von ISAF stehen der Auftrag, die Einsatzregeln, die eigenen KrÃ¤fte und FÃ¤higkeiten entgegen. (Vgl. meine Stellungnahme â€žKrieg in Afghanistan - Bundeswehr im Krieg!?&quot; 10/2008)</p>
<p>- Die gespaltene Sicherheitslage spiegelt sich auch in der Entwicklung des Mohnanbaus: WÃ¤hrend 2008 in 18 â€žruhigeren&quot; Provinzen kein Mohn angebaut wurde, konzentrierte er sich auf die Hauptkonfliktprovinzen des SÃ¼dens und SÃ¼dwestens.</p>
<p>- Insofern ist die hierzulande verbreitete Vorstellung von ganz Afghanistan im Kriegszustand, als sei kaum noch ein Unterschied zu den 22 Kriegs- und Terrorjahren 1979 bis 2001, falsch. Das Â lÃ¤uft auf eine Verharmlosung sowohl des BÃ¼rgerkrieges als auch der sowjetischen VernichtungskriegfÃ¼hrung hinaus.</p>
<p>(c) Neuere Schwerpunkte der Â Operationen â€žRegierungsfeindlicher KrÃ¤fte&quot; (Anti-Government-Elements/AGE)/ AufstÃ¤ndischer liegen in den SÃ¼dwestprovinzen Farah und Nimruz, der Nordwestprovinz Badghis, der Provinz Kunduz im Norden, den Provinzen um Kabul und den lines of communication/Hauptnachschubwegen in Pakistan Â und Ringroad nach Kandahar.</p>
<p>AuffÃ¤llig ist die gewachsene ProfessionalitÃ¤t, Kampfkraft + Koordination der AufstÃ¤ndischen: Die enorme Zunahme an komplexen Operationen, direkten Angriffen und Beschuss von Luftfahrzeugen,Â  die Weiterentwicklung von Sprengmitteln,Â  schlieÃŸlichÂ  spektakulÃ¤re GroÃŸanschlÃ¤ge gegen die AutoritÃ¤t von Regierung/Internationalen.</p>
<p>Das geht einher mit vermehrten Attacken auf Hilfstransporte und -organisationen, Â auf Schulen sowie einer Â EinschÃ¼chterungs- und TerrorkampagneÂ  gegen Menschen, die mit der Regierung bzw. Internationalen zusammenarbeiten.</p>
<p>(d) Die AufstÃ¤ndischen kÃ¶nnen sich mit den pakistanischen Grenzregionen auf ein Hinterland stÃ¼tzen, wo ca. 150 Ausbildungslager existieren sollen und wo die pakistanischen Taliban ihre Macht immer mehr ausweiten und sich mit transnationalen Terrorgruppen Â verbinden. Pakistanische MilitÃ¤roffensiven, Aufbauversuche von Stammesmilizen, grenzÃ¼berschreitende US-Drohnenattacken und Abkommen zwischen Regierung und AufstÃ¤ndischengruppen (zuletzt Swat-Tal) scheinen den Vormarsch der pakistanischen Taliban nicht stoppen zu kÃ¶nnen.</p>
<p>(e)Â  Die AufstÃ¤ndischen gewinnen an Kampfkraft, obwohl ISAF und OEF bei direkten Konfrontationen auf der taktischen Ebene praktisch immer â€žsiegen&quot;, obwohl vor allem die US-Waffentechnik z.B. mit den DrohnenÂ  immer genauer und tÃ¶dlicher wird, obwohl die Afghanische National Armee ANA erhebliche Fortschritte macht, obwohl den AufstÃ¤ndischen enorme Verluste an KÃ¤mpfern und vor allem FÃ¼hrern zugefÃ¼gt wurden.</p>
<p>Auch wenn in erheblichen Landesteilen - auch in Kunduz - Aufbau + Entwicklung noch mÃ¶glich sind: Die fÃ¼r Regierungsvertreter und Hilfsorganisationen unzugÃ¤nglichen Gebiete nehmen immer mehr zu.Â  ISAF erfÃ¼llt seinen Auftrag, ein sichereres Umfeld fÃ¼r den Aufbau zu schaffen, immer weniger.</p>
<p>(f) Â Die Zustimmung zu den Â Taliban/AufstÃ¤ndischen ist weiterhin auf niedrigem Niveau und nimmt nicht zu. Allerdings sinkt das Vertrauen der BevÃ¶lkerung in Regierung und Internationale. In Teilen des Landes ist der Kampf um KÃ¶pfe und Herzen der Menschen verloren. In anderen Regionen Â verbreitet sich eine abwartende Haltung.(â€žfence sitting&quot;) Â Wo sich eineÂ  solche â€žNeutralitÃ¤t&quot; verfestigt, kann AufstandseindÃ¤mmung bzw. -bekÃ¤mpfung nicht erfolgreich sein, ist die Niederlage vorprogrammiert.</p>
<p>Der Anteil der Menschen, die einen zÃ¼gigen Abzug der internationalen Truppen wÃ¼nschen, wÃ¤chst. Dieser Haltung stehen andere 40% gegenÃ¼ber,Â  die so lange die internationalen Truppen behalten wollen, bis Sicherheit selbst gewÃ¤hrleistet werden kann.</p>
<p>Besonders aufschlussreich + beunruhigend ist, dass erhebliche Minderheiten Angriffe auf internationale Truppen fÃ¼r gerechtfertigt ansehen.</p>
<p>(g) Die Gewaltspirale zersetzt die AutoritÃ¤t von Regierung + Internationalen. Sie dreht sich mit einer Dynamik, die politisch nur noch begrenzte Zeit durchzuhalten ist. Wie sie gestoppt und umgedreht werden kann, ist die strategische SchlÃ¼sselfrage.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">1. Â Â Â Â Â Â Â  Schwierige LageeinschÃ¤tzung</span></strong></p>
<p>Eine realitÃ¤tsnahe Sicherheitsanalyse wird erschwert durch</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  die InformationsunzugÃ¤nglichkeit der Regionen Ost und SÃ¼d und starke regionale Unterschiede;</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  die zurÃ¼ckhaltende und selektive VerÃ¶ffentlichung von Daten zum Konfliktverlauf seitens ISAF, UN, USA u.a. Truppenstellern, die eine Â systematische Wahrnehmung + Transparenz desÂ  Konfliktgeschehens verhindern - im Unterschied zu den Quartalsberichten des Pentagon zum Irak; bei ISAF die Konzentration aufÂ  SicherheitsvorfÃ¤lle + â€žkinetc events&quot; und das Ausblenden der Sicherheitsdimension â€žEinfluss&quot; + â€žZugÃ¤nglichkeit&quot;,Â  die NichtberÃ¼cksichtigung des Konfliktverlaufs in PAK; (vgl. <em>Anthony Cordesman: Losing The Afghan-Pakistan War? The Rising Threat, CSIS Washington Sept. 2008</em>)</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  unterschiedliche Darstellungen/Bewertungen durch verschiedene Akteure vor dem Hintergrund unterschiedlicher Interessen (ISAF-Headquarter und Regionalkommandos, Botschaften, UNAMA, â€žNGO Safety Office&quot; ANSO, Oppositionelle Militante KrÃ¤fte/OMF bzw. Anti-Government-Elements/AGE). Opferzahlen und ihre Manipulation spielen eine zentrale Rolle in der psychologischen KriegsfÃ¼hrung.</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Wahrnehmungsunterschiede zwischen vor Ort und der Fernperspektive, wo die VorfÃ¤lle einerseits in den Alltag eingeordnet - und damit ggfs.relativiert - oder andererseits isoliert als die ganze RealitÃ¤t wahrgenommen werden. Die Kluft zwischen AuÃŸen- und Binnenwahrnehmung wird besonders deutlich mit den Umfragen von ABC, ARD und BBC vom Dez. 2007/Jan. 2009 und FU-Berlin-Team vom Feb. 2008.</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Die im Vergleich zu VerbÃ¼ndeten noch einmal besonders zugeknÃ¶pfte Informationspolitik der Bundesregierung (zu hÃ¶ren ist z.B. von ausdrÃ¼cklichen Redeverboten fÃ¼r BundeswehrangehÃ¶rige) und das weitgehende Fehlen deutscher Korrespondenten in AFG.</p>
<p>Erstes Kriterium zur Erfassung der Sicherheitslage sind die <span style="text-decoration: underline;">Sicherheitsvorkommnisse</span>. Darunter fallen Schusswechsel + Gefechte, SprengstoffanschlÃ¤ge einschlieÃŸlich Selbstmordattentate, indirekter Beschuss (MÃ¶rser, ungelenkte Raketen) und sonstige VorfÃ¤lle wie EntfÃ¼hrungen. Dabei ist von zentraler Bedeutung, welchen RÃ¼ckhalt Attacken von AGE in der Ã¶rtlichen BevÃ¶lkerung haben und wie ihr politisch/psychologischer Hauptzweck funktioniert, EinschÃ¼chterung + Schrecken zu verbreiten und die Distanz zwischen BevÃ¶lkerung einerseits und internationalen Truppen, RegierungskrÃ¤ften und UnterstÃ¼tzern andererseits zu fÃ¶rdern.</p>
<p>Ein zweites Kriterium sind der <span style="text-decoration: underline;">EinflussÂ  regierungsfeindlicher/aufstÃ¤ndischer KrÃ¤fte</span> und damit die <span style="text-decoration: underline;">ZugÃ¤nglichkeit</span> von Distrikten + Regionen und ArbeitsmÃ¶glichkeiten fÃ¼r Regierungs- und Hilfspersonal und die Befahrbarkeit von HauptstraÃŸen. (vgl. UNAMA-Berichte)</p>
<p>Ein drittes Kriterium sind die <span style="text-decoration: underline;">allgemeine GewaltkriminalitÃ¤t</span>, die z.B. fÃ¼r die BevÃ¶lkerung Kabuls im Vordergrund steht, sowie <span style="text-decoration: underline;">lokale Gewaltkonflikte</span> um Ressourcen, Macht etc. Â Obwohl diese Konfliktdimension die Menschen am meisten berÃ¼hrt, liegt uns hierzu Â keine laufende Erfassung vor! Â (Von gewaltsamen KÃ¤mpfen zwischen sesshaften Bauern der Hazara und bewaffneten paschtunischen Nomaden in der Provinz Wardak, die zur Flucht von Ã¼ber 25.000 Menschen Â fÃ¼hrte, berichtete im August 2008 Caritas International).</p>
<p>Ein viertes Kriterium ist schlieÃŸlich das <span style="text-decoration: underline;">Sicherheits- und BedrohungsgefÃ¼hl</span>.</p>
<p>SchlieÃŸlich: Die Sicherheitslage kann nur Teil eines Gesamtlagebildes sein mit den Elementen Menschliche Sicherheit, Institutionenaufbau, Infrastruktur, (Aus-)Bildung, Wirtschaft etc.Â  (vgl. Afghanistan Index, AFG 2009 Humanitarian Action Plan) Weil es vielfach an Ã¼berprÃ¼fbaren Zielen fehlt, sind Fortschritte oft schwer zu bewerten. (Posives Beispiel sind die kandischen â€žbenchmarks&quot;)</p>
<p>Risiko- und Bedrohungsanalysen mÃ¼ssen endlich um Chanchenanalysen (IdentifizierungÂ  der konstruktiven Akteure, Potenziale und Prozesse) ergÃ¤nzt werden.</p>
<p><strong>2. </strong><strong><span style="text-decoration: underline;">Gesamttrends der Sicherheitsentwicklung + Konfliktopfer Ã¼ber die Jahre</span></strong></p>
<p><strong>Neuer Innenminister</strong>:Â  Der bisherige Bildungsminister Dr. Hanif Atmar wurde am 11.10.2008 zum neuen Innenminister ernannt. Er hat einen ausgesprochen guten Ruf - im krassen Gegensatz zu seinem VorgÃ¤nger.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">2.1. Security Summary von NATO/ISAF vom 3.01.2009</span></strong></p>
<p>In 2008 Zunahme der</p>
<p>- kinetc events um 34%, davon 70% in 10% der Distrikte</p>
<p>- der IED-Attacken um 33%</p>
<p>- der Attacken auf RegierungsangehÃ¶rige um 124%</p>
<p>- der EntfÃ¼hrungen + Attentate um mehr als 50%</p>
<p>- der ISAF Offensivoperationen um 31% (des Umfangs von ISAF um 37%, von ANSF um 28%)</p>
<p>- der Zivilopfer um 40-56%</p>
<p>- der Opfer bei ISAF/OEF um 37%, bei ANSF um 6%, wobei die Verluste bei der ANP dreimal so hoch sind wie bei ANA/ISAF.</p>
<p><strong> SicherheitsvorfÃ¤lle </strong>Monatlich gab es in 2002 durchschnittlich 50 SicherheitsvorfÃ¤lle, in 2003 80, in 2005 150, in 2006 425, in 2007 566, Monatsmaxima lagen in 2005 bei 400, in 2006 bei 800, im September 2007 bei 1.000, im August 2008 bei Â knapp 1.400 (<em>Pentagon-Report â€žProgress toward Security + Stability in AFG</em>&quot; vom Januar 2009; umfassende Studie: â€ž<em>Losing The Afghan-Pakistan War?&quot; von Anthony H. Cordesman, Center for Strategic &amp; International Studies, Washington Sept. 2008 (www.csis.org/component/option,com_ csis_ pubs/task,view/id,4885/type,1/; A. Cordesman â€žThe Afghan-Kakistan War: The Rising Threat: 2002-2008&quot;, CSIS, 27. Januar 2009)</em></p>
<p><strong>RÃ¤umliche Verteilung SicherheitsvorfÃ¤lle/AGE-Attacken 2007/8</strong> (<em>Bericht des UN-GeneralsekretÃ¤rs an Sicherheitsrat + Generalversammlung vom 6.3.2008</em>: <em>â€žThe situation in Afghanistan and its implications for international peace and security&quot;</em>) Afghanistan bleibe grob geteilt zwischen dem stabileren Norden und Westen, wo Sicherheitsprobleme aus KriminalitÃ¤t und factionalism kommen, und dem SÃ¼den und Osten mit einer zunehmend koordinierten Aufstandsbewegung. Allerdings konzentriere sich der Konflikt auch im SÃ¼den auf ein relativ kleines Gebiet: 70% der SicherheitsvorfÃ¤lle in 2007 geschahen in 10% (40) der 364 Distrikte Afghanistans mit 6% der BevÃ¶lkerung. (In 31% der Distrikte gab es in 2007 keine gegnerischen AktivitÃ¤ten, in 44% nicht mehr als eine gegnerischeÂ  AktivitÃ¤t im Quartal auf 10.000 Einwohner; vgl. auch Situation <em>Report des Allied Command Operations der NATO vom 4.2.2008</em>, <a href="http://www.acositerep.com/">www.acositerep.com</a>, am detailliertesten die Karte der 20 am meisten von SicherheitsvorfÃ¤llen betroffenen Distrikte in NATO (Hrg.): <em>Progress in Afghanistan, April 2008, S. 7</em>)</p>
<p>Die Taliban/AGE-Attacken stiegen im Vergleichszeitraum 1. Januar bis 28. September 2007-2008 insgesamt um 51% auf 5.601,</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  in <span style="text-decoration: underline;">Kandahar um 54% auf 820</span>, in Helmand um 188% auf 490, Zabul um 20% auf 251, Uruzgan um 165% auf 130, Nimroz um 139%Â  auf 79;</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  in den OstprovinzenÂ  Khost um 39% auf 446,Â  Ghazni um 134% Â auf 398, , Paktika um um 27% auf 229, Paktia um 37% auf 305; in Nangarhar um 20% auf 292, in Konar um 0% auf 536,</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  in den Kabul-Anrainern Wardak um Â 47% auf 241, Laghman um 74% auf 162, Logar um 33% auf 170,Â  Kapsia (nÃ¶rdl. Kabul) um 162% auf 123, Kabul um 48% auf 157, in Bamyan um 167% auf 8;</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  im Norden/WestenÂ  Badghis um 163% auf 121,Â  Kunduz um 291% auf 125, Takhar um 5% auf 23, Badakhshan um 67% auf 50.</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  <span style="text-decoration: underline;">RÃ¼ckgÃ¤nge</span> gab es nur in Balkh (Mazar) um -7% auf 41, in Samang um -56% auf 4 und in Sari Pul um -87% auf 2. Â (<em>Afghanistan Index, Stand 10.2.2009)</em></p>
<p>Unsicherheit verbreitet sich inzwischen auf bisher relativ ruhigere Gegenden wie Badghis, Ghor, Farah, Kunduz und Ghazni, Logar + Wardak unmittelbar bei Kabul.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">GrenzÃ¼berschreitende ÃœberfÃ¤lle von PAK</span> nach Ost-AFG nahmen im ersten Halbjahr 2008 ggb. dem Vergleichszeitraum 2007 um 60% von 269 auf 434 zu.Â  (<em>Cordesman 2008, S. 40</em>)</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Kontrolle Ã¼ber Gebiete und ZugÃ¤nglichkeit</span>:</p>
<p>Ãœbersichtskarten zu Extreme Risk Areas + No Go Zones bei <em>Cordesman,2008, S. 16 ff. nach Senlis Council</em>. Â Vor dem US-StreitkrÃ¤fteausschuss des US-Senats am 27.2.2008 erklÃ¤rte der US Director of National Intelligence Michael McConnell, die afghanische Regierung kontrolliere nur 30% des Landes. Der grÃ¶ÃŸte Teil des Landes sei unter Kontrolle lokaler StÃ¤mme, ein kleiner Teil (10 %) unter Kontrolle der Taliban. Dem widersprach der afghanische Geheimdienstchef Amrulleh Saleh.Â  8 der insgesamt 364 Distrikte, d.i. 5% des Landes und 2% der BevÃ¶lkerung, seien auÃŸerhalb der Kontrolle der Zentralregierung. US-Offizielle wÃ¼rden nicht verstehen, wie die traditionellen Stammesstrukturen funktionieren. Hier sehe man eine Verwaltung, die voll von den StammesautoritÃ¤ten unterstÃ¼tzt oder dominiert werde, als einen Vorteil an. (<em>Voice of America/VOA 27.2. +Â  3.3.2008</em>)</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">2.2Â  Waffeneinsatz Â + Taktiken (Auswahl)</span></strong></p>
<p><strong>Auf Seiten derÂ  AGE:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Improvisierte SprengkÃ¶rper (IED)/Selbstmordattentate:</span> in 2002 um 22/0, in 2003 83/2, in 2004 325/6, in 2005 um 782/21, in 2006 1.931/123, in 2007 2.615/160. (<em>Cordesman, vgl. UNAMA-Report Suicide Attacks in AFG 2001-2007 vom 1.9.2007</em>)</p>
<p>In 2008 nahmen <span style="text-decoration: underline;">direkte FeuerÃ¼berfÃ¤lle</span> um 40%, indirekte um 27% zu, IED- und SuizidanschlÃ¤ge (einschlieÃŸlich entdeckte) um 26%,Â  <span style="text-decoration: underline;">Surface-to-air fire</span> (SAFIRE) um 67%! (â€ž<em>Progress toward Security</em> ...&quot;) â€žKomplexe Angriffe&quot; (z.B. IED`s und direktes Feuer) nahmen von 1.180 in 2007 auf 2.555 in 2008 zu.</p>
<p>Lt. NATO-BroschÃ¼re â€ž<em>Progress in Afghanistan</em>&quot; zum Bukarester NATO-Gipfel 2.-4. April 2008 entwickelten sich die Relationen von explodierten/entdeckten/vorzeitig explodierten IED`s folgendermaÃŸen: 2004 185/112/16, 2005 384/346/41, 2006 883/832/60, 2007 1266/1118/53.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">VerÃ¤nderte taktische Schwerpunkte</span>: In 2006 etliche Frontalangriffe mit KrÃ¤ften im dreistelligen Bereich; nach schweren Verlusten (allein britisches MilitÃ¤r soll 2007/8 ca. 7.000 KÃ¤mpfer getÃ¶tet haben), insbesondere von Hunderten FÃ¼hrern Verlagerung auf SprengstoffanschlÃ¤ge. NATO/ISAF werteten das als Zeichen der â€žSchwÃ¤che&quot;. Â Seit Mitte 2008 geht der Trend verstÃ¤rkt zu direkte + komplexen Angriffe, mehrfach mit bis zu 100 KÃ¤mpfern. (Graeme Smith am 26.1.09 auf <a href="http://www.globeandmail.com/">www.globeandmail.com</a>, <a href="http://www.weblog-sicherheitspolitik.info/">www.weblog-sicherheitspolitik.info</a>)</p>
<p><strong>Auf Seiten der internationalen Truppen: Abgeworfene Bomben + Raketen</strong>: im 1. Halbjahr 2008 in AFG 1.853 ggb. 754 im Irak, davon im Juni in AFG allein 646.Â  (<em>Cordesman 2008, S. 41</em>)</p>
<p><strong>2.3 </strong><strong><span style="text-decoration: underline;">Opfer von Gewaltkonflikten</span></strong></p>
<p>Sehr unterschiedlich sind die Angaben zu Gesamtopferzahlen und insbesondere zu getÃ¶teten AGE-KÃ¤mpfern. Der Weblog Sicherheitspolitik zitiert die kanadische â€žGlobe and Mail&quot; mit einer Gesamtopferzahlen von 7.791 fÃ¼r 2008. Zu den getÃ¶teten AGE/Taliban-KÃ¤mpfern habe ich keine einigermaÃŸen verlÃ¤sslichen Gesamtzahlen gefunden. Angesichts der vor allem von US- und AFG-Seite genannten EinzelfÃ¤lle von getÃ¶teten AGE-KÃ¤mpfern erscheint eine GrÃ¶ÃŸenordnung von vielen Tausend GetÃ¶teten als naheliegend.</p>
<p>(In 2007 lt. <em>AP/Uruzgan Weblog vom 1. Januar 2008</em> insgesamt 6.500 Menschen: ca. 4.500 Militante, 925 afghanische Polizisten, 110 US-Soldaten, 41 Briten, 30 Kandier, 8 NiederlÃ¤nder. Einige tausend Militante sollen gefangen genommen worden sein.)</p>
<p><strong>Zivile Opfer, zivile Ziele</strong></p>
<p>(Hier ist die Ermittlung der tatsÃ¤chlichen Vorkommnisse besonders schwierig, klaffen Angaben von Ã¶rtlichen AutoritÃ¤ten/Regierung und ISAF/OEF bzw. Erstangaben und Ermittlungsergebnissen besonders oft auseinander. Im September 2008 wurde beim ISAF Hauptquartier eine &quot;Civilian Casualties Cell&quot; eingerichtet, deren Daten mit UNAMA ausgetauscht werden sollen. Auch ein halbes Jahr spÃ¤ter hat der Verteidigungsausschuss des Bun-destages noch keine Daten der CCC erhalten. Ich referiere im Folgenden den <em>UNAMA â€žAnnual Report on Protection of Civilians in Armed Conflict, Januar 2009; AIHRC &quot;Insurgent Abuses Against Afghan Civilians&quot; und &quot;From Hope to Fear - An Afghan Perspective on Operations of Pro-Government Forces in AFG&quot;, Dezember 2008)</em></p>
<p><strong>In 2008 </strong>kamen lt. <em>UNAMA-Report Jan. 2009</em> 2.118 Zivilpersonen im Kontext der bewaffneten Konflikte um`s Leben, d.h. <span style="text-decoration: underline;">40 % mehr</span> als in 2007 (1.523). Am schlimmsten war der August mit 340 Ziviltoten. 1.160/55% sollen durch Anti-RegierungskrÃ¤fte (AGE) verursacht haben, 828/39% durch Pro-RegierungskrÃ¤ften (PGF). 872/41% der Zivilopfer gab es im SÃ¼den, 417/20% im SÃ¼dosten, 270/13% im Osten, 13% Central und 200/9% im Westen, Nordost 45 (davon 20 durch AGE, 9 durch PGF und 16 durch andere), Norden 38 (davon 11 durch AGE, 0 durch PGF und 27 durch andere).</p>
<p>Die <span style="text-decoration: underline;">Zivilopfer durch regierungsfeindliche KrÃ¤fte</span> nahmen ggb 2007 um 65% zu, <span style="text-decoration: underline;">durch Pro-RegierungskrÃ¤fte</span> um 31%.</p>
<p>725/34% der Menschen kamen durchÂ  Suizid- und IED-Attacken um`s Leben, 552/26% durch Luftangriffe, 271/13% durch Exekutionen durch AGE`s, 529/25% durch andere Taktiken, 41/2% â€žForce Protection Incidents&quot; durch PGF.</p>
<p>Auch wenn sich die AGE-AnschlÃ¤ge in erster Linie gegen militÃ¤rische und Regierungsziele richteten, so geschahen sie hÃ¤ufig inmitten der ZivilbevÃ¶lkerung. UNAMA konstatiert fÃ¼r 2008 eine zunehmende RÃ¼cksichtslosigkeit der AGE.</p>
<p>Hinzu kommt eine regelrechte â€žTerrorkampagne&quot; der AGE gegen Nichtkombatanten durch gezielte AnschlÃ¤ge, Drohungen und EinschÃ¼chterungen: Durch â€žnight letters&quot;, Drohungen, EntfÃ¼hrungen, Exekutionen (oft Ã¶ffentliche Enthauptungen, ErhÃ¤ngungen und ErschieÃŸungen) und andere Straftaten.Â  (BerichtÂ  der <em>AFG Menschenrechtskommission AIHRC â€žInsurgent Abuses Against Afghan Civilians&quot; vom Dezember 2008</em>)</p>
<p>(Lt. <em>Afghanistan NGO Security Office (ANSO</em>) <em>Jahresreport wurden in <strong>2007</strong></em> ca. 1.980 Zivilisten getÃ¶tet, zur HÃ¤lfte durch AufstÃ¤ndische, die andere HÃ¤lfte zu gleichen Teilen durch Soldaten oder kriminelle Banden.Â  Das gÃ¼nstigste Szenaro fÃ¼r 2008 sei â€žmore of the same&quot;. Konsens unter Informierten am Jahresende 2007 sei, dass AFG am Beginn und nicht am Ende eines Krieges sei. ISAF â€žin fact just now entering a period of broad and deep conflict, the outcomes of which are far from certain.&quot; (<em>The Australien, Reuters vom 19.1.2007 auf <a href="http://www.oruzgan.web-log.nl/">www.oruzgan.web-log.nl</a>)</em></p>
<p>Lt. UNAMA-Report Jan. 2009 wurden in <strong>2008</strong> 70 <span style="text-decoration: underline;">Hilfskonvois und 63 Hilfseinrichtungen</span> angegriffen, 38 HelferInnen getÃ¶tet, 147 entfÃ¼hrt. Â Besorgnis erregend sei auch, dass weite Teile des Landes unzugÃ¤nglich wÃ¼rden fÃ¼r Hilfsorganisationen, weil ihre Mitarbeiter Ziel von direkten Angriffen, Drohungen und EntfÃ¼hrungen wÃ¼rden. Â (<em>UNHCR Pressemitteilung vom 16.9.2008</em>) FÃ¼r UN-AktivitÃ¤ten gelten bis zu 50% des Landes als nicht zugÃ¤nglich. (<em>INRI 16.10.2008.)</em></p>
<p>(In 2007 wurden Ã¼ber 40 Konvois des World FoodÂ  Program attackiert, bei Ã¼ber 130 Angriffen auf Hilfsprogramme kamen 40 Helfer um`s Leben und wurden 89 entfÃ¼hrt.) Das trifft zusammen mit einer ernsten DÃ¼rre in einzelnen Landesteilen und einem dramatischen Anstieg der Lebensmittelpreise. Ca. 4 Mio. Afghanen sind nun in schwierigsten LebensumstÃ¤nden.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">NGO`s</span> wurden Januar bis Ende September Â 2008 146 mal attackiert (135 VorfÃ¤lle in ganz 2007), wobei 28 NGO-Mitarbeiter getÃ¶tet (darunter 5 AuslÃ¤nder) Â und 72 entfÃ¼hrt wurden. Das 3. Quartal war mit 71 ZwischenfÃ¤llen das schlimmste seit 2002. WÃ¤hrend in 2007 die Mehrzahl der Angriffe auf das Konto krimineller Banden ging, waren in 2008 AufstÃ¤ndische fÃ¼r drei Viertel der Angriffe veantwortlich. (lt. <em>ANSO, in AFP 15.10.2008</em>) Attacken auf NGOs wurden aus 29 der 34 Provinzen gemeldet.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Gesundheitseinrichtungen als Ziel</span>: In 2008 wurden 198 direkte Attacken und Drohungen gegen Gesundheitseinrichtungen registriert. Lt. IRIN 23.7.2008 wurden in den ersten vier Monaten des Jahres 19 Gesundheitseinrichtungen attackiert, so dass weitere 100.000 Menschen (aus 2007 schon 300.000) keinen Zugang mehr zuÂ  Basisgesundheitsdiensten haben. Damit sind die bisherigen Fortschritte auf dem Feld der Gesundheitsversorgung (z.B. Senkung der Kindersterblichkeit um 26%) gefÃ¤hrdet.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Schulen als Ziel</span>: Lt. <em> UNAMA-Report â€žProtection of Civilians&quot; vom Jan. 2009 </em> wurden in 2008 293 Schulen und Erziehungseinrichtungen attackiert , 24% mehr als 2007. Â In 45 Distrikten in 12 Provinzen sind 640 Schulen (primary, secondary + high)Â  lt. Erziehungsministerium geschlossen.Â  80% der geschlossenen Schulen liegen in den Konfliktprovinzen Helmand, Kandahar, Zabul und Uruzgan. In Helmand sind nur 54 Schulen primÃ¤r fÃ¼r Jungen in Betrieb gegenÃ¼ber 223 in 2002. Mehr als 230.000 Kinder kÃ¶nnen deshalb nicht die Schule besuchen.</p>
<p>Dutzende SchÃ¼ler - manche erst 7 Jahre alt - ind Lehrer wurden von Bewaffneten seit 2007 getÃ¶tet oder verletzt. Am 14. September schnitten Bewaffnete einem Lehrer in Zabul die Ohren ab.Â  Im August 2007 wurden Lkw`s Ã¼berfallen und in Brand gesetzt, die mehr als 100.000 SchulbÃ¼cher von Kabul nach Kandahar transportierten. Am 12. November 2008 wurden durch einen SÃ¤ureanschlag in Kandahar 12 Studierende und 4 Lehrer verletzt.</p>
<p>(Landesweit gibt es 11.000 Schulen, 3.500 wurden seit 2002 gebaut. Die SchÃ¼lerzahl stieg von 1 Mio. Jungen in 2000 auf mehr als 6 Mio., davon 30 % MÃ¤dchen, heute.)</p>
<p>Lt. <em>Human Rights Watch Report â€žAttacks on Education in Afghanistan&quot; vom Juli 2006</em> gab es seit Januar 2005 204 Angriffe auf Lehrer, SchÃ¼ler und Schulen, im ersten Halbjahr 2006 mehr als in ganz 2005.</p>
<p><strong>Z</strong><strong>ivilopfer durch internationale Truppen/Luftangriffe in 2008</strong> (<em>Human Rights Watch Report â€žTroops in Contact: Airstrikes and Civilian Deaths in Afghanistan&quot; vom 8.9.2008</em>):</p>
<p>Die Zahl der bei Luftangriffen von USA + NATO getÃ¶teten Zivilisten hat sich von 2006 auf 2007 verdreifacht. Nach VerschÃ¤rfung der Einsatzregeln im Sommer 2007 sank die Zahl der Zivilopfer in der 2. JahreshÃ¤lfte. In 2008 nahm sie aber wieder zu.</p>
<p>In 2006 kamen mindestens 929 AFG Zivilisten bei KÃ¤mpfen um`s Leben, davon mindestens 699 bei Angriffen der Taliban, mindestens 230 bei Angriffen von US- und NATO-Truppen, davon 116 bei Luftangriffen.</p>
<p>In 2007 starben mindestens 1.633 AFG Zivilisten, davon ca. 950 durch Angriffe von AufstÃ¤ndischen, mindestens 321 durch US- bzw. NATO-Luftangriffe.</p>
<p>Bei â€žgeplanten Luftangriffen&quot; kommt es zu fast keinen Zivilopfern,Â  ganz anders hingegen bei rapid response strikes, zur schnellen LuftnahunterstÃ¼tzung fÃ¼r bedrohte BodenkrÃ¤fte. Solche ungeplanten SchnellsteinsÃ¤tze geschehen meist zum Schutz kleiner US-Spezialeinheiten (OEF),Â  wenn sich AufstÃ¤ndische in bevÃ¶lkerte DÃ¶rfer zurÃ¼ckziehen und in FÃ¤llen der - lt. US-Regelungen - â€žprÃ¤ventiven Selbstverteidigung&quot;.</p>
<p>Hinzu kommt die unbefriedigende Reaktion von US-Beamten. US-Untersuchungen waren einseitig, stockend und wenig transparent.</p>
<p><strong>NÃ¤chtliche Hausdurchsuchungen + Razzien (night raids</strong>) lt. AIHRC-Report â€žFrom Hope to Fear&quot; Dez. 2008:</p>
<p>Sie finden in den Medien nur spÃ¤rlich Beachtung, sind aber im SÃ¼den und Osten nicht unÃ¼blich. Geschichten von night raids sind weit verbreitet, aber schwer zu verifizieren. Die Kombination von beleidigendem Verhalten (gegenÃ¼ber Frauen, AggressivitÃ¤t, Bedrohung von Familienmitgliedern mit Waffen, BeschÃ¤digung von Eigentum, Einsatz von Hunden) und gewaltsamem Eindringen in HÃ¤user der ZivilbevÃ¶lkerung um Mitternacht schafft so viel Ã„rger und Zorn gegen PGF wie tÃ¶dliche Luftangriffe. Unangemessene Hausdurchsuchungen durch internationale Truppen und andere schaffen den AufstÃ¤ndischen weiteren Zulauf.</p>
<p>In bestimmten FÃ¤llen ist es nicht mÃ¶glich, die Verantwortlichen fÃ¼r eine Operation zu ermitteln. Schwer verstÃ¤ndliche KommandostrÃ¤nge und das Fehlen jeder Verantwortlichkeit fÃ¼r solche night raids, insbesondere wenn sie von nicht identifizierbaren â€žOther Government Agencies&quot; (OGA) durchgefÃ¼hrt werden, schaffen eine Kultur der Straflosigkeit und beeintrÃ¤chtigen die LegitimitÃ¤t der internationalen TruppenprÃ¤senz in AFG.</p>
<p>Afghanen sind zunehmend zornig Ã¼ber die wahrgenommene Straflosigkeit von Zivilopfern und BeschÃ¤digung von Eigentum im Kontext der Konflikte zwischen AGE und PGF.Â  Bei separaten Operationen der internationalen Truppen wie auch bei gemeinsamen (joint) Operationen ist bei vielen ZwischenfÃ¤llen die jeweilige Verantwortlichkeit unklar.Â  UNAMAÂ  hat deshalb immer wieder auf bessere Koordination und ein kohÃ¤rentes System der Verantwortlichkeiten gedrungen.</p>
<p>(Am 24.2. berichtete Thomas Ruttig in der taz Ã¼ber das rÃ¼cksichtslose Vorgehen von US-Truppen in der SO-Provinz Khost.)</p>
<p><strong>Einheitliche EntschÃ¤digungsregeln</strong> gibt es lt. UNAMA-Report vom Jan. 2009 auf Seiten der internationalen Truppen nicht: GroÃŸbritannien habe einen konservativen, legalistischen Ansatz und zahle nur im Falle illegaler Aktionen der eigenen Soldaten. Das Verfahren geht Ã¼ber das brit. Verteidigungsministerium und kann mehr als ein Jahr dauern. Die USA haben ein offizielles legales Verfahren und auÃŸerdem einen â€žslush-fund&quot; fÃ¼r diskrete Zahlungen auf Empfehlung des Kommandeurs. Die AFG Regierung zahlt bei einem Todesopfer durch internationale Truppen bzw. ANSF 2.000 US-$, bei Verwundeten 1.000 US-$. Die InkohÃ¤renz der Verfahren Ã¶ffnet Manipulationen TÃ¼r und Tor.Â  Anfangs wurde hÃ¤ufig jede Verantwortung abgeschoben. Das System der EntschÃ¤digungszahlungen war schwerfÃ¤llig. (<em><a href="http://www.hrw.org/features/afghanistan_tic/">www.hrw.org/features/afghanistan_tic/</a></em>)</p>
<p><strong>Minenopfer in 2007</strong>: Lt. UN Mine Action Centre for Afghanistan (UNMACA) wurden in 2007 143 MenschenÂ  durch Landminen und andere nicht explodierte Munition getÃ¶tet und 438 verletzt, davon 61/170 durch UXO und Streumunition. 2006 waren es 124/697. Die meisten Opfer waren mÃ¤nnlich zwischen 1-26 Jahren und aus dem SÃ¼den, wo MinenrÃ¤umen durch die unsichere Lage erschwert wird. In den letzten beiden Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts wurden Ã¼ber 70.000 Menschen durch Landminen getÃ¶tet oder verstÃ¼mmelt. In den letzten 15 Jahren konnten erhebliche FlÃ¤chen von Minen gerÃ¤umt werden. FrÃ¼her fielen den Minen ca. hundert Menschen pro Monat zum Opfer, inzwischen noch 50-60. Im Dezember 2007 teilte die afghanische Regierung mit, dass alle MinenbestÃ¤nde vernichtet worden seien. (<em>IRIN News vom 21.1.2008</em>)</p>
<p>In den ersten 6 Monaten 2008 wurden mehr als 38.000 Antipersonenminen, 419 Antipanzerminen und 957.000 Munitionsreste gerÃ¤umt. Im 1. Halbjahr erhielten Ã¼ber 760.000 MÃ¤nner, Frauen und Kinder ein Minentraining. RÃ¤umung + Training halfen, die Zahl der Minenopfer auf ein Rekordtief von 24 Minenopfern im Juni 2008 zu senken.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">2.4Â  Opfer auf Seiten der Pro-RegierungskrÃ¤fte</span></strong></p>
<p>Von Januar 2007 bis Oktober 2008 kamen lt. Pentagon-Bericht vom Jan. 2009 1.215 Polizisten um`s Leben, 505 AFG Soldaten und 464 internationale Soldaten.</p>
<p>Lt. Weekly Standard (<a href="http://www.weeklystandard.com/">www.weeklystandard.com</a>) vom 22.12.2008 kamen in 2008 bis Mitte November 88 US-Soldaten &quot;in action&quot; um`s Leben, 464 AFG Soldaten und 1.215 Polizisten (+47% ggb. 2007; Widerspruch zum Pentagon-Bericht ungeklÃ¤rt). ZusÃ¤tzlich wurden ca. 2.600 Polizisten in diesem Zeitraum verwundet bzw. vermisst. In Relation zum ANP-Umfang von 77.000 wurde jeder Zwanzigste AFG Polizist getÃ¶tet bzw. verwundet. Umgerechnet auf die USA hieÃŸe das, dass 12.000 Polizisten ihr Leben verloren hÃ¤tten. Â (&quot;<em>Policing AFG - Too few good men and too many bad onews make for a grueling, uphill struggle&quot; von Ann Marlowe zu den Fallbeispielen Gorbuz Distrikt in der Provinz Khost und Kandahar.) </em>Die AGE sollen auf den Tod eine Polizisten ein Kopfgeld von 1.500 US-$ ausgesetzt haben, auf Soldaten 5.000 US-$.</p>
<p>Im 2. Halbjahr sollen lt. AFG Innenministerium schÃ¤tzungsweise 720 Polizisten getÃ¶tet worden sein, die meisten bei Frontalangriffen. (Bill Roggiio in LWJ 2.2.2009)</p>
<p>Lt. Â Bericht des US-Rechnungshofes von Anfang MÃ¤rz 2009 verdreifachten sich die Angriffe auf die ANSF von 97/Monat in 2007 auf 289/Monat in 2008. Â Allein im November 2008 kamen Ã¼ber 70 Polizisten um`s Leben. (Government Accountable Office: AFG Security - US Programs to Further Reform Ministry of Interior and National Police Challenged by Lack of Military Personnel and Afghan Cooperation, Report to the Committee on Foreign Affairs, Huse of Representatives, Washington March 2009, www.goa.gov)</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Internationalen Truppen</span>: U.S. AND COALITION CASUALTIES in AFGHANISTAN lt. CNN-Liste: bis <span style="text-decoration: underline;">20.02.2009</span> 1.070 Tote, davon 647 Amerikaner, 8 Australier, 145 Briten, 108 Kanadier, 3 Tschechen, 21 DÃ¤nen, 18 NiederlÃ¤nder, 3 Esten, 1 Finne, 24 Franzosen, 25 Deutsche, 2 Ungarn, 12 Italiener, 1 Lette, 1 Litauer, 3 Norweger, 9 Polen, 2 Portugiesen, 8 RumÃ¤nen, 1 SÃ¼dkoreaner, 25 Spanier, 2 Schweden. Die Umgekommenen sind jeweils mit Foto (meist), Name, Alter, Einheit, Heimatort, Tag und UmstÃ¤nde des Todes aufgefÃ¼hrt. (<em><a href="http://www.edition.cnn.com/SPECIALS/2004/oef.casualties/2008.07.html">www.edition.cnn.com/SPECIALS/2004/oef.casualties/2008.07.html</a>)</em></p>
<p>Von den 647 umgekommenen US-Soldaten von 7. Okt. 2001 bis 9. Feb. 2009 starben 189 (30%) durch IED`s, 165 (25%) durch feindliches Feuer und 100 (15%) durch Hubschrauberverluste. Von ihnen waren 246 bis 24 Jahre jung, 174 25-30 Jahre. (<em>Afghanistan Index 10. Feb. 2009</em>)</p>
<p>Lt. FAST Update Afghanistan Nr. 5 (Okt., Nov. 2007) soll die <span style="text-decoration: underline;">relative Todesrate</span> der US-Truppen in Afghanistan fast zweimal so hoch wie im Irak sein. (<em><a href="http://www.swisspeace.org/">www.swisspeace.org</a></em>)</p>
<p>Lt. Afghanistan-Index war der Juni 2008 mit 28 US-Gefallenen der bisher opferreichste Monat in Afghanistan seit 2001 - im Irak waren es im Juni 29 Gefallene. FÃ¼r die britischen StreitkrÃ¤fte war der Juni mit 13 Toten ebenfalls ein besonders opferreicher Monat.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">2.5Â  Ungesetzliche TÃ¶tungen</span></strong><span style="text-decoration: underline;">:</span></p>
<p>Diese sind lt. <em>UN-News-Service vom 15.Mai 2008</em> sindÂ  weiter auf einem hohen Niveau: Der VN-Sonderberichterstatter fÃ¼r auÃŸergesetzliche, summarische und willkÃ¼rliche TÃ¶tungen, Prof. Philip Alston von der New York University, besuchte die Provinzen Helmand, Kabul, Kandahar, Kunar, Nangarhar, Jowjzan und Parwan Philip und kam zu dem Ergebnis, dass weder die Regierung noch die Internationale Gemeinschaft ihre Verantwortung zum Schutz des Lebensrechts der Afghanen erfÃ¼llen wÃ¼rden. Die Taliban und andere regierungsfeindliche Gruppen seien fÃ¼r die Mehrheit der ungesetzlichen TÃ¶tungen verantwortlich - in den letzten vier Monaten Ã¼ber 300. Ihren Attacken fallen schÃ¤tzungsweise zu 95% Zivilisten zum Opfer! TÃ¶tungen durch Polizisten blieben straflos, weil sie von der Justiz nicht angeklagt wÃ¼rden. Obwohl die Internationale Gemeinschaft reale Anstrengungen unternommen habe, internationales humanitÃ¤res Recht zu respektieren, sollen dennoch ca. 200 Zivilisten bei gemeinsamen Operationen mit Afg. SicherheitskrÃ¤ften diesem Jahr getÃ¶tet worden sein. Das gehe bei den internationalen StreitkrÃ¤ften mit einem â€žPubic Relation Desaster&quot; einher: Auf der politischen Ebene seien nicht die notwendigen Schritte zu Transparenz und Verantwortlichkeit im Fall von Zivilopfern getan worden. Bei entsprechenden Untersuchungen gebe es einen Irrgarten an konkurrierenden Verfahren, nationalen Vereinbarungen etc.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">2.6 Kampf um die Wahrnehmung</span></strong></p>
<p><strong>Meinungsumfragen</strong> in AFG stehen angesichts der enormen Fragmentierung des Landes und kultureller Besonderheiten vor ganz besonderen mehodischen Schwierigkeiten. Insofern sind Umfrageergebnisse Ã¼ber das Ã¼bliche MaÃŸ hinaus mit Vorsicht zu genieÃŸen, bedarf ihre Methodik besonderer PrÃ¼fung.</p>
<p>Wichtigste Umfragen sind die von</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  ARD, ABC und BBC von Anfang 2009 (1.534 Befragte in allen 34 Provinzen), davor 2007 (2006/5/4 ohne ARD)</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Â â€žAfghanistan Media + Information Survey&quot;, im Auftrag von ISAF vom MRA InstituteKabul erstellt, Befragung von 5.560 Haushalten (MÃ¤nner + Frauen 50 : 50) in 234 Distrikten in allen 34 Provinzen April-Juni 2008.</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  â€žA Survey of the Afghan People&quot;, Asia Foundation Oktober 2008, 6.593 befragte Erwachsene im ganzen Land, davor September 2007 und 2006 (Afghanistan Index Feb. 2009)</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  â€žInternationale Akteure in AFG&quot;, Forscherteam der FU Berlin (SFB 700), Prof. Christoph ZÃ¼rcher und Jan Koehler), 2.034 Haushalte in der 1. HÃ¤lfte 2007 in den Provinzen Kunduz und Takhar, Fortsetzung ab Februar 2009</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Â â€ž2007 Survey of Afghans&quot; von Environics, Kabul Okt. 2007 Â (Cordesman 2008, S. 43 ff.)</p>
<p><strong>ARD-Umfrage</strong>, verÃ¶ffentlicht am 9.2.2009 (www.tagesschau.de/ausland/afghanistan772.html)</p>
<p>AFG auf dem richtigen/falschen Weg?Â  2009 40 %/38 %, 2007 54 %/24 %, 2005 77 %/6 Â %.</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Wird`s Kindern besser/schlechter als Ihnen gehen? 2009 47/14, 2007 51/11Â Â  In Kunduz 64 % besser, Kandahar 16%</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Beurteilung der Arbeit der Regierung eher gut/eher schlecht?Â  2009 49/49, 2007 59/39;Â  ... der USA? 2009 32/63, 2007 42/52</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Wer sollte eher in AFG regieren - jetzige Regierung oder Taliban? 2009 82/4, 2007 84/4</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Wer stellt die grÃ¶ÃŸte Gefahr dar: Taliban, DrogenhÃ¤ndler, lokale Kommandeure, USA, Regierung? 2009 58/13/7/8/1, 2007 52/23/9/10/1</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  UnterstÃ¼tzen sie die PrÃ¤senz oder lehnen Sie ab von: US-MilitÃ¤r? 2009 63/36, 2007 71/27;Â  NATO/ISAF? 2009 59/40, 2007 67/30</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Angriffe auf US- und ISAF-KrÃ¤fte gerechtfertigt? 2009 25, 2007 17; in Kunduz 16, in Kandahar 55</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Wann sollten auslÃ¤ndische Truppen abziehen: sofort/in 6-12 Monaten/1-2 Jahren/nach Wiederherstellung der Sicherheit? 2009 21/16/14/42, 2007 14/13/18/42</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Haben Sie eine eher positive/negative Meinung von:Â  Taliban 2009 7/91, 2007 13/84; USA 2009 47/52, Â 2007 65/32; PAK 2009 8/91, 2007 19/80; GB 39/54, 2007 49/45; Iran 2009 57/40, 2007 52/45; DEU 2009 61/31, 2007 70/24</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Wer spielt eine positive/negative Rolle: RUS 14/33, PAK 5/86, Indien 41/10, USA 44/36, GB 24/38, DEU 36/19</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Kommentar</span>: Angefangen bei der ARD-Kommentierung kommt das Umfrageergebnis fast nur als Negativmeldung Ã¼ber. Das ist verkÃ¼rzt!</p>
<p>In der Tat setzen sich die Negativtrends der vorigen Umfrage fort, verschlechtert sich das politische Stimmungsbild und sinkt das Ansehen von Regierung und internationalen StreirtkrÃ¤ften weiterhin.</p>
<p>Zugleich sind die Unterschiede zwischen den Regionen/Provinzen erheblich (auf tagesschau.de nur punktuell verÃ¶ffentlicht). Etliche Wahrnehmungen (der Regierung, der USA, der Zukunftsaussichten) sind aber immer noch erheblich besser, als man hierzulande gemeinhin annimmt. AuÃŸerdem: Wenn man die Fragen (1) und (2) zu den allgemeinen Zukunftsaussichten in DEU stellen wÃ¼rde, gÃ¤be es hier und heute vielleicht kaum bessere Antworten.</p>
<p>Alarmierend ist aber, welch groÃŸe Minderheiten Angriffe auf internationale Truppen fÃ¼r gerechtfertigt halten: Wo es 55% (Kandahar) sind, ist der Kampf um LegitimitÃ¤t verloren. Wo es 16% (Kunduz) sind, ist der Einsatz auf der Kippe.</p>
<p>Im Hinblick auf einen Abzug der auslÃ¤ndischen Truppen ist die BevÃ¶lkerung gespalten: 51% dafÃ¼r, 42% dagegen!</p>
<p>Der jÃ¼ngste â€ž<strong>Afghanistan Media + Information Survey 2008</strong>&quot;, im Auftrag von ISAF vom MRA InstituteKabul erstellt. Die Hauptergebnisse:</p>
<p>Die Ã¶ffentliche Akzeptanz von wird beeinflusst durch: Â Zivilopfer und BegleitschÃ¤den, Fehlverhalten von ISAF/Coalition Forces (OEF) (Hausdurchsuchungen, Beschlagnahme von Eigentum, Zielen mit Gewehren, rÃ¼cksichtsloses Fahren, Behandeln wie ein Tier), BekÃ¤mpfung des Aufstands (ISAF/OEF werden gefragt, wie der Aufstand trotz VerstÃ¤rkung von ISAF/CF wachsen konnte; Wirtschaftliche Verpflichtungen der Internationalen Gemeinschaft, von der ISAF ein Teil ist; Medienberichte; Propaganda der AufstÃ¤ndischen (Mehrheit glaube nicht ihrer Propaganda, aber Sympathie bei einigen)</p>
<p>Insgesamt bewertet ein Drittel der BevÃ¶lkerung ISAF positiv (11% sehr gut, 26 % gut), 38% weder gut noch schlecht, 12 % schlecht, 7 % sehr schlecht. <br /> Die geringste Zustimmung ist in Uruzgan (weit unter Durchschnitt), gefolgt von Kunduz, Kandahar und Wardak bei Kabul (unter Durchschnitt), die hÃ¶chste (Ã¼ber Durchschnitt) in Badghis (NW), Sar-e-Pol, Bamian, Parvan (nÃ¶rdl. Kabul), Takhar. <br /> Erwartungen an die Rolle von ISAF: Â Die meisten Afghanen wÃ¼nschen von ISAF mehr Engagement in allen Aspekten der Mission: 78 % wÃ¼nschen mehr von ISAF beim Aufbau (12 % weniger), 77% mehr bei Sicherheit (13 %), 69 % bei Operationen (18%), 60 % bei PrÃ¤senz (27 %) Ausnahmen sind Uruzgan und Zabul (weit unter Durchschnitt) sowie Kandahar und Kunduz (unter Durchschnitt) In Baghlan, der vernachlÃ¤ssigten, aber bedeutsamen Verbindungsprovinz zwischen SÃ¼d und Nord, wÃ¼nscht man Ã¼berdurchschnittlich mehr Engagement.Â  Â Â Bezogen auf die Regionen wÃ¼nschen in Kabul 93 % mehr ISAF-Engagement beim Aufbau, 88 % bei Operationen, im Westen 82/76 %, im Norden 76/72 %, im Osten 79/64 %, im SÃ¼den 57/47 %. Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Sicherheitswahrnehmung: Auch wenn die Sicherheitswahrnehmung insgesamt seit dem letzten Jahr stabil geblieben ist, hat sie sich doch in einigen SchlÃ¼sselgebieten mit der Sicherheitslage verschlechtert.Â  Das UnsicherheitsgefÃ¼hl weiterte sich von SÃ¼d nach West, Ost und schlieÃŸlich auch Nord aus. Die Sicherheitswahrnehmung verschlechterte sich im ganzen SÃ¼den auÃŸer Nimruz und Helmand (!). Positive Spitzenreiter sind Panjshir, Bamyan, Sar-e-Pol. Negative Spitzenreiter sind Uruzgan, Helmand, Kandahar, Zabul und Nuristan, Kunar, Khost. Â Â In einigen Provinzen wird KriminialitÃ¤t als die grÃ¶ÃŸte Bedrohung gesehen. Â Â Uruzgan ist die einzige Provinz, wo mehr Menschen mehr die SicherheitskrÃ¤fte als Quelle der Unsicherheit ansehen als die AufstÃ¤ndischen und die KriminalitÃ¤t.</p>
<p>Trotz aller Kritik: ein von zwei Afghanen halten der Polizei zugute, dass sie Sicherheit in ihr Gebiet bringt. Das Vertrauen in die ANP ist im letzten Jahr leicht angestiegen.</p>
<p>Am 6. Februar 2008 stellte ein Forscherteam der FU Berlin die sozialwissenschaftliche Studie <strong>â€žInternationale Akteure in Afghanistan&quot;</strong> vor. Ihre SchlÃ¼sselfrage:Â  Wie beurteilt die BevÃ¶lkerung im afghanischen Nordosten (Provinzen Kunduz, Takhar) das Engagement der internationalen Helfer und Truppen, wie ist deren Wirkung? (Die Studie wird in Februar bis Mai 2009 fortgefÃ¼hrt. Angesichts der VerschÃ¤rfung der Lage gerade in Kunduz im Laufe 2008 kann man auf das Ergebnis sehr gespannt sein.)</p>
<p>HierfÃ¼r wurden im ersten Halbjahr 2007 2034 Haushalte in 77 Gemeinden von der â€žCoordination of Afghan Relief&quot; (CoAR), vor Ort unterstÃ¼tzt Jan Koehler, zu VerÃ¤nderungen in den letzten zwei Jahren befragt. Die Studie wurde in Kooperation mit dem Referat Evaluierung des BMZ durchgefÃ¼hrt.</p>
<p>Die wesentlichen Ergebnisse:</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â  <strong><span style="text-decoration: underline;">Sicherheit:</span></strong> Eine Ã¼berwÃ¤ltigendeÂ  Mehrheit war der Meinung, dass sich die Sicherheitslage in den letzten zwei Jahren verbessert habe: 76% sehr, 23% etwas. Jeweils ca. 80% schrieben das den fremden Truppen und der Regierung zu, 50% den internationalen Entwicklungsakteuren. Lokalen Kommandeuren wurde nur zu 6% ein positiver Einfluss zugesprochen, 78% meinten weder noch. 80% der Befragten fÃ¼hlen sich nicht bedroht. Von den 20%, die sich bedroht fÃ¼hlen, 17% durch kriminelle Truppen, 10% durch Taliban, 5% durch auslÃ¤ndische Truppen. (Letztere eher durch HÃ¶rensagen als durch eigene Erfahrung) Bei vertiefenden GesprÃ¤chen lobten auch Ex-Taliban den â€žLandfrieden&quot;, dass WillkÃ¼r von Gewaltakteuren unterdrÃ¼ckt werde: Â´So lange die Deutschen da seien, werde wenigstens nicht noch die andere HÃ¤lfte des Dorfes niedergebrannt`.</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â  <strong><span style="text-decoration: underline;">Westliche und traditionelle Werte</span></strong>: 70% sehen lokale BrÃ¤uche und islamischen Werte durch internationale Entwicklungsakteure eher nicht bedroht, 11% eher doch bedroht; 50% sehen sich durch auslÃ¤ndische Truppen eher nicht, 40% eher doch bedroht. Die auslÃ¤ndischen Truppen werden als nÃ¼tzlich angesehen, es bleibt aber ein Grundmisstrauen. Diese Gradwanderung schaffe die Bundeswehr recht gut.</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â  <strong><span style="text-decoration: underline;">Entwicklungszusammenarbeit</span></strong>: Insgesamt gab es eine Ã¼berraschend hohe Abdeckung durch Entwicklungsprojekte. 66% berichteten, ihre Gemeinde habe von Projekten im Bereich StraÃŸen und BrÃ¼cken profitiert, ebenfalls 66% von Trinkwasserprojekten, 47% von Schulprojekten, 24% von BewÃ¤sserungsprojekten, 16% von landwirtschaftlicher Entwicklung, 14% ElektrizitÃ¤tsprojekte, 6% Nahrungsmittelhilfe, 5% Projekte im Bereich Training und Ausbildung. Nur 2,5% berichteten von Projekten zur Schaffung neuer ArbeitsplÃ¤tze in ihren Gemeinden. Einen positiven Beitrag leisten Entwicklungsorganisationen fÃ¼r je 61% bei der Bereitstellung von Trinkwasser und der QualitÃ¤t der StraÃŸen, fÃ¼r 41% bei der Verbesserung der Schulbildung, fÃ¼r 16% bei der landwirtschaftlichen Entwicklung - und fÃ¼r 2,6% bei der Schaffung von ArbeitsplÃ¤tzen.</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â  <strong><span style="text-decoration: underline;">Rolle des Staates bei grundlegenden Dienstleistungen</span></strong>: 34% sehen einen positiven Beitrag des Staates bei der Verbesserung der Schulbildung, 13% bei der StraÃŸenqualitÃ¤t, 6% bei der landwirtschaftlichen Produktion, 5% bei der Bereitstellung von Trinkwasser, 3% beim Zugang zu ElektrizitÃ¤t, 0,3% zur Schaffung von ArbeitsplÃ¤tzen. Die KapazitÃ¤ten des Staates zur KonfliktlÃ¶sung werden ebenfalls als sehr niedrig eingestuft. Bei Konflikten um Ressourcen wÃ¼rden sich die meisten an die Ã„ltesten oder die Dorf-Schura wenden, nur 2% an die Distriktadministration. Um den Ausgang von Streitigkeiten zu beeinflussen, wird finanzielle Bestechung nach Auskunft von 85% immer oder manchmal genutzt, verwandtschaftliche Netzwerke nennen 67%, Gewalt 34%. Das Bild eines schwachen Staates kontrastiert auffÃ¤llig mit dem der lÃ¤ndlichen Dorfgemeinde. 76% sehen im DorfÃ¤ltesten oder dem Vorsteher der Schura den einflussreichsten Akteur.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Zusammengefasst:</span></strong> Die afghanische BevÃ¶lkerung im Nordosten sieht das Engagement der internationalen Helfer und Truppen in ihrem Land erheblich positiver als dies bisher in Deutschland wahrgenommen wird. WÃ¤hrend die auslÃ¤ndischen Akteure wegen ihrer Leistung eine hohe LegitimitÃ¤t haben, wird der afghanische Staat nur marginal wahrgenommen. Das zeigt wiederum, wie sehr das â€žStatebuilding&quot; noch am Anfang ist und welche zentrale Rolle den lokalen Strukturen zukommt.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Bewertung:</span></strong> Die Frage nach der Wirksamkeit des internationalen Engagements wurde bisher Ã¼berwiegend mit Input-Bilanzen und Statistiken â€žbeantwortet&quot;. Mit dieser Studie wird erstmalig ein solider Beitrag zur Wirksamkeitsanalyse geleistet: Was hat das internationale Engagement in Nordost-AFG gebracht, wie ist es bei den Menschen angekommen und vor allem wahrgenommen worden? Die Ergebnisse widerlegen eine verbreitete Wahrnehmung hierzulande, die Ã¼ber die â€žbad news&quot; der AnschlÃ¤ge nur vermeintliche Sinnlosigkeit und Verschlechterung sieht. Die Studie muss all denjenigen krÃ¤ftig zu denken geben, die pauschal von ISAF-Besatzern reden und einem Sofortabzug das Wort reden. Das wÃ¤re gegen den Willen und das Interesse einer BevÃ¶lkerung, die Schlimmstes durchgemacht und in den letzten Jahren etwas Hoffung erfahren hat.Â  Die Studienergebnisse: <a href="http://www.sfb-governance.de/">www.sfb-governance.de</a>.</p>
<p><strong>Internationaler Vergleich</strong>: Lt. Afghanistan Index Feb. 2009 steht AFG im â€žBrookings Institution`s Index of State Weakness in the Developing World 2008&quot; mit 1,65 Punkten (von 10 mÃ¶glichen) an 2. Stelle nach Somalia mit 0,52 und vor Dem. Republik Congo 1,67, Irak 3,11, Burundi 3,21.</p>
<p>Im Transparency International`s Annual Corruption Perceptions Index lag AGF in 2005 bei 159 bewerteten LÃ¤ndern an Platz 117, in 2007 bei 180 LÃ¤ndern auf Platz 172.</p>
<p>Â </p>
<h4><strong><a href="http://www.nachtwei.de/index.php/articles/news/825">Teil 2</a></strong></h4></div>
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Hin weis:&#160;
                <em>    <p><a href="downloads/bericht/200903_sicherheitslage-afgh.pdf">Bericht als PDF-Datei</a> (Teil 1 + 2) zum Herunterladen.</p></em></p>


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