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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Erneuerung in der Opposition</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Pressespiegel</span>

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        <h1>
            Erneuerung in der Opposition         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 10. März 2006 15:52:47 +02:00 (63656 Aufrufe)            </div>
            <div>    &quot;Erneuerung in der Opposition - Empfehlungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik der GrÃ¼nen und zur Kooperation mit Friedensbewegung, Friedensforschung und Friedenspraxis&quot; ist Winfried Nachtweis Positionspapier betitelt, das er nach den ersten Monaten in der Opposition und nach Teilnahme an mehreren friedenspolitischen Konferenzen verfasst hat.</div>
            <div>    <p>Winfried Nachtwei, MdB <br />Sicherheitspolitischer Sprecher<br />Bundestagsfraktion B90/ GrÃ¼ne</p><p> 10.03.2006</p><p>&nbsp;</p><p align="center">&nbsp;</p><p align="center"><strong>Erneuerung in der Opposition </strong></p><p align="center"><strong>Empfehlungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik der GrÃ¼nen <br />und zur Kooperation mit Friedensbewegung, Friedensforschung und Friedenspraxis</strong></p><p>Nach den ersten Monaten in der Opposition und nach Teilnahme an mehreren friedenspolitischen Konferenzen (s. Anhang) werden meines Erachtens die Anforderungen und Erwartungen an grÃ¼ne Friedenspolitik in der Opposition deutlicher. </p><p><strong>(1)</strong> Die bÃ¼ndnisgrÃ¼ne Friedens- und Sicherheitspolitik braucht <strong>Erneuerung durch Revitalisierung</strong>, konzeptionelle Vertiefung, personelle Verbreiterung und ProfilschÃ¤rfung. Unsere friedenspolitischen Positionen brauchen selbstverstÃ¤ndlich Weiterentwicklung, aber nicht ein â€žzurÃ¼ck vor 1998&quot;. Eine RÃ¼ckbesinnung auf unsere Wurzeln ist angebracht, eine RÃ¼ckentwicklung keineswegs.</p><p>Ohne eine solche Erneuerung droht ein Kompetenz- und Zustimmungsverlust in einem von der Sache her und fÃ¼r uns und unsere WÃ¤hlerInnen entscheidenden Politikfeld. Ohne eine solche Erneuerung werden wir bei kommenden, harten sicherheitspolitischen Herausforderungen in gefÃ¤hrliche ZerreiÃŸproben kommen. </p><p>&nbsp;</p><p><strong>(2)</strong> Das allgemeine <strong>Interesse an Friedens- und Sicherheitspolitik</strong> ist Ã¤uÃŸerst wechselhaft: Zu â€žNormalzeiten&quot; beschÃ¤ftigt sie nur die Fachleute, wenige Friedensbewegte und wenige GrÃ¼ne. Im Angesicht zugespitzter Kriegsgefahr mit deutsch-amerikanischer Verwicklung kann sich das schlagartig Ã¤ndern. Dann interessiert Friedenspolitik alle, mobilisiert viele und kann wahlentscheidend sein. Friedens- und Sicherheitspolitik ist eine Art â€žSchlÃ¤fer-Thema&quot;, latent politisch explosiv, insbesondere fÃ¼r die GrÃ¼nen. </p><p>Ãœber die letzten Jahre ging das Interesse an Friedens- und Sicherheitspolitik in der BevÃ¶lkerung, aber auch in den Parteien, stÃ¤ndig zurÃ¼ck. Daran Ã¤nderte auch die radikalste Bundeswehrreform seit ihrer GrÃ¼ndung nichts. Die Dominanz der Innenpolitik geht mit sinkender Zustimmung zu einer Politik internationaler Verantwortung einher. Dass Friedenspolitik fundamental und ohne Frieden alles andere nichts ist, ist weitgehend Konsens, schlÃ¤gt sich aber nicht angemessen im politischen Alltag nieder.  </p><p><strong>(3) Bild</strong> <strong>und Wahrnehmung grÃ¼ner Friedens- und Sicherheitspolitik</strong> sind widersprÃ¼chlich. In der Eigen- wie in der Fremdwahrnehmung gelten die GrÃ¼nen weiter als Friedenspartei, die aus der Friedensbewegung kommt, mal pazifistisch und gegen NATO und Bundeswehr war und - verkÃ¶rpert durch einen grÃ¼nen AuÃŸenminister - auÃŸenpolitikfÃ¤hig wurde. Was von den einen als Erfahrungs- und Wandlungsprozess anerkannt wird, ist anderen - darunter vielen Alt-GrÃ¼nen - eine Geschichte von Anpassung und Verrat. </p><p>Geblieben ist die Erwartung, dass GrÃ¼ne trotz aller Regierungskompromisse in besonderer Weise fÃ¼r Frauen- und Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, friedliche KonfliktlÃ¶sung und AbrÃ¼stung eintreten. Beim Thema RÃ¼stungsexporte zeigte sich das exemplarisch - und in dem ganzen Dilemma eines kleineren Koalitionspartners zwischen Dissens, begrenzter Macht und Mithaftung. </p><p>Im Widerspruch zur Selbstwahrnehmung vieler GrÃ¼ner hatte bei der letzten Bundestagswahl AuÃŸen- und Friedenspolitik einen hohen Stellenwert bei der Kompetenzzuschreibung fÃ¼r GrÃ¼ne (zweitwichtigste Kompetenz bei Befragten insgesamt und bei GrÃ¼n-AnhÃ¤ngern) und bei der Wahlentscheidung von GrÃ¼n-WÃ¤hlern (3. Stelle), deutlich hÃ¶her als bei der PDS Ã¼brigens! Diese hohe Kompetenzzuschreibung lag in hohem MaÃŸe, aber nicht nur an der breiten Anerkennung fÃ¼r den grÃ¼nen AuÃŸenminister. </p><p><strong>(4) Friedens- und Sicherheitspolitik der GrÃ¼nen</strong>: </p><p>(a) <u>Friedenspolitik im umfassenden Sinne</u> ist bei den GrÃ¼nen mit ihrer Frauen-, Menschenrechts-, Eine-Welt- und Umweltpolitik fÃ¼r eine gerechte und nachhaltige Globalisierung weiterhin bestens aufgehoben. Die Strategie â€žWeg vom Ã–l&quot; ist langfristige Friedenspolitik par excellence. Die Aufmerksamkeit fÃ¼r diese Dimension von Friedenspolitik hÃ¤lt sich aber in Grenzen. </p><p>(b) Das ist anders bei grÃ¼ner <u>Friedenspolitik im engeren Sinne</u>. Wo es um Krieg und Frieden geht, um VerhÃ¼tung und EindÃ¤mmung von Krieg und Gewalt, um operative Friedenssicherung und den Einsatz ziviler, polizeilicher und militÃ¤rischer Mittel dabei geht, bewegt sich der GrÃ¼ne Konsens auf dÃ¼nnem Eis. </p><p>(c) Die ProgrammoberflÃ¤che (Grundsatzprogramm 2002, Wahlprogramm 2005) ist klar und entspricht den Anforderungen einer vorausschauenden und umfassenden Friedenspolitik so sehr wie bei keiner anderen Partei. Sie ist bestimmt von Treue zu den Zielen und Normen der VN und orientiert auf VN-FÃ¤higkeiten und -Bereitschaft: Die Globalisierung friedlich gestalten, damit sie auch gerecht gestaltet werden kann.</p><p>(d) Konsens ist der Ansatz der Zivilen KrisenprÃ¤vention und Konfliktbearbeitung, der fÃ¼r friedenspolitische KontinuitÃ¤t bei den GrÃ¼nen steht. Mit ihm wurden GewaltverhÃ¼tung und FriedensfÃ¶rderung operativ. Beim Aufbau neuer FriedensfÃ¤higkeiten wirkten die GrÃ¼nen innovativ und erfolgreich als eine der treibenden KrÃ¤fte. Das Zentrum fÃ¼r Internationale FriedenseinsÃ¤tze (ZIF), der zivile Friedensdienst und Gesamtkonzept und Aktionsplan der Bundesregierung â€žZivile KrisenprÃ¤vention, KrisenprÃ¤vention und Friedenskonsolidierung&quot; stehen dafÃ¼r exemplarisch. Hier haben sich vielfÃ¤ltige Kontakte zu einem breiten und wachsenden Spektrum von Friedenspraktikern aus (N)GO`s, internationalen Organisationen, Diplomatie, MilitÃ¤r, Polizei und Forschung ergeben. Was in Fachkreisen im In- und Ausland hoch geschÃ¤tzt wird, findet aber in der politischen, geschweige breiteren Ã–ffentlichkeit praktisch keine Beachtung.</p><p>(e) Am ehesten Beachtung findet alles, wo es um Waffen, MilitÃ¤r und Gewalt geht. Ein auf die Ablehnung von MilitÃ¤r und Krieg verengtes VerstÃ¤ndnis von Frieden ist auffÃ¤llig weit verbreitet. Konsens ist noch das grÃ¼ne Engagement fÃ¼r RÃ¼stungskontrolle und AbrÃ¼stung - bei Kleinwaffen wie bei Massenvernichtungswaffen -, wobei wir in der Regierungszeit im Dauerkonflikt um eine restriktive RÃ¼stungsexportpolitik wie um den geplanten Luft-Boden-SchieÃŸplatz Wittstock standen. </p><p>(f) Auseinander gehen Einstellungen und Positionen bei GrÃ¼nen da, wo es um MilitÃ¤r und seinen Einsatz geht. Ein GroÃŸteil der GrÃ¼nen trÃ¤gt inzwischen friedenssichernde StabilisierungseinsÃ¤tze mit, wobei wir jeden Einsatzbeschluss mit besonderer Sorgfalt prÃ¼fen. Die Geister scheiden sich beim Einsatz militÃ¤rischer Gewalt. BefÃ¼rwortung von humanitÃ¤r begrÃ¼ndeten Interventionen steht gegen grundsÃ¤tzliche Ablehnung von MilitÃ¤rgewalt. Wie in der Gesellschaft so ist auch unter GrÃ¼nen ein Pauschalbild vom MilitÃ¤r verbreitet, das seinen teilweisen Funktionswandel (hin zu einer Truppe im Dienst und fÃ¼r die Ziele der UNO zur KriegsverhÃ¼tung) nicht realisiert hat und immer noch jegliche Form eines MilitÃ¤reinsatzes mit einem Kriegseinsatz gleichsetzt. Auf der anderen Seite erfahre ich in Teilen der Partei einen Verlust an fundierter MilitÃ¤rskepsis und Imperialismuskritik sowie eine neue NaivitÃ¤t gegenÃ¼ber dem MilitÃ¤rischen und seinen machtpolitischen MissbrauchsmÃ¶glichkeiten. Ein nÃ¼chternes VerstÃ¤ndnis von MilitÃ¤r, seinen LeistungsfÃ¤higkeiten, Grenzen und TÃ¼cken ist unterentwickelt. </p><p>(g) Vor allem die deutsche Beteiligung am Kosovo-Luftkrieg - im geringeren MaÃŸe auch am Afghanistan-Krieg - ist fÃ¼r viele GrÃ¼ne eine nicht verheilte Wunde bzw. ein eher verdrÃ¤ngtes Kapitel mit viel schlechtem Gewissen. Sieben Jahre danach hat der Kosovo-Krieg zumindest in grÃ¼nnahen Kreisen eine zunehmende Delegitimierung erfahren. </p><p>(h) Die Auswirkungen sind unÃ¼bersehbar: Sehr viele Aktive und langjÃ¤hrige LeistungstrÃ¤ger haben sich aus grÃ¼ner Friedenspolitik verabschiedet; nur wenige Junge waren bereit, sich in einem so umstrittenen Politikfeld politisch zu engagieren. Dieses Feld wird bei den GrÃ¼nen nur noch von ganz wenigen beackert. In Folge der Regierungsbeteiligung wurde die Friedens- und Sicherheitspolitik stark mit der Person und Politik Joschka Fischers identifiziert, der als Minister ausdrÃ¼cklich â€ždeutsche&quot; AuÃŸenpolitik machte. Das hatte einen PopularitÃ¤tsgewinn und einen Profilverlust fÃ¼r grÃ¼ne AuÃŸenpolitik zur Folge. AktivitÃ¤ten der Partei und Fraktion wurden weniger wahrgenommen. Auf Parteitagen spielen friedenspolitische Themen im engeren Sinne kaum noch eine Rolle, haben aber ein relativ hohes Unberechenbarkeitspotenzial. Die heiÃŸen Eisen von Friedens- und Sicherheitspolitik werden generell lieber gemieden.</p><p><strong>(5) GrÃ¼ne, Friedensforschung und Friedensbewegung:</strong> <br />Friedensforschung und Friedensbewegung haben sich traditionell immer gegen parteipolitische Vereinnahmungen gewehrt. So wie NVA und Bundeswehr beanspruchten, die wahre Friedensbewegung zu sein, so beanspruchten in den 80ern SPD, GrÃ¼ne, DKP u.a. linke Parteien, dass sie Teil der einzig wahren Friedensbewegung sind. Bei keiner Partei war jedoch die Selbstidentifikation der Mitglieder als Teil der Friedensbewegung so ausgeprÃ¤gt, wie bei der Partei, die sich als politischer Arm der auÃŸerparlamentarischen Bewegungen sah. Auf Grund ihrer Bewegungswurzeln und der hohen KDV-Dichte fÃ¼hlen sich die BÃ¼ndnisgrÃ¼nen dieser Friedensbewegung politisch und untrennbar verbunden. Deshalb haben Positionen und Kritik aus den Reihen â€žder&quot; Friedensbewegung weiterhin erhebliche potenzielle Wirksamkeit in Richtung GrÃ¼ner Klientel.</p><p>Der innergrÃ¼ne Grundsatzstreit um AuslandseinsÃ¤tze der Bundeswehr wurde auch in der Friedensforschung und in einzelnen Friedensorganisationen gefÃ¼hrt. Diese Individuen oder Gruppen konnten sich eine abschlieÃŸende Festlegung offen lassen oder weitgehend unbemerkt den Kurs oder den Forschungsschwerpunkt wechseln. Als Partei und Regierungsfraktion konnten wir das nicht. In der Eigen- und Fremdwahrnehmung haben sich deshalb in den letzten 15 Jahren GrÃ¼ne und â€žFriedensbewegung&quot; auseinander entwickelt. Seit den Einschnitten von Kosovo- und Afghanistankrieg und anderen Zumutungen herrscht unter den alten Verwandten Ã¼berwiegend Funkstille. In der RealitÃ¤t reichen die Beziehungen jedoch von ZerrÃ¼ttung und anhaltender EnttÃ¤uschung Ã¼ber Sprachlosigkeit, inhaltliche NÃ¤hen bis zu Ãœbereinstimmung und Kooperation.  </p><p>In der medialen Ã–ffentlichkeit und in der Politik gilt Friedensbewegung als marginal. Die Friedensbewegung leidet darunter, dass sie - trotz des Millionen-Protestes gegen den Irak-Krieg - immer wieder an der Mobilisierungskraft und StÃ¤rke der achtziger Jahre gemessen und mit der Friedensbewegung von damals verglichen wird. Damals hat sich aus dem mehrjÃ¤hrigen Protest gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen eine friedenspolitische Massenbewegung entwickelt. Damals wie heute gab und gibt es â€ždie&quot; Friedensbewegung nicht. Die Friedensbewegung war immer sehr heterogen und vielschichtig. Damals wie heute leidet die Friedensbewegung darunter, dass linke Splittergruppen und die Partei mit der grÃ¶ÃŸten Offiziersdichte versuchen, die Friedensbewegung parteipolitisch und aktionistisch zu instrumentalisieren und zu vereinnahmen. </p><p>Nach dem Schrumpfungs- und Marginalisierungsprozess der letzten Jahre ist die organisierte Friedensbewegung heute stark Ã¼beraltert und ausgesprochen heterogen. Die Unterschiede zwischen Kasseler Friedensratschlag, IMI/TÃ¼bingen, IPPNW, attac, DFG-VK, Kooperation fÃ¼r den Frieden, VersÃ¶hnungsbund, Pax Christi, Forum ZFD, Bund fÃ¼r Soziale Verteidigung, Ohne RÃ¼stung Leben, Zentralstelle KDV, Frauensicherheitsrat, Medica Mondiale, der Plattform fÃ¼r zivile Konfliktbearbeitung und vielen anderen sind erheblich. Die Positionen reichen von konstruktiver Friedensarbeit, praktischer Gewaltfreiheit Ã¼ber fundierte MilitÃ¤rkritik und grundsÃ¤tzliche MilitÃ¤rgegnerschaft bis zu einem ideologischen Antiimperialismus. Die Politikstile reichen von Dialogoffenheit und vorbildlicher friedenspolitischer Beharrlichkeit bis zu sektiererischer WagenburgmentalitÃ¤t. Unter Friedensbewegten erlebte ich besonders viele fundamentale Einstellungen. Wo Feindbildabbau mal zu den Grundanforderungen gehÃ¶rte, grassiert nicht selten Feindbildwahrnehmung. Die Haltungen gegenÃ¼ber den GrÃ¼nen gehen von Hoffnungen auf eine WiederannÃ¤herung Ã¼ber tiefe EnttÃ¤uschung bis zum Kosovo-fixierten BedÃ¼rfnis nach Anklage und Abrechnung. Umgekehrt gibt es auf grÃ¼ner Seite viel Wegducken gegenÃ¼ber verbliebener Friedensbewegung. </p><p>HierfÃ¼r gibt es keinen trifftigen Grund. GrÃ¼ne bleiben - trotz zum Teil fundamentaler Differenzen - fÃ¼r Friedensgruppen nicht nur ein wichtiger Ansprechpartner, sondern in SchlÃ¼sselfragen auch glaubwÃ¼rdige BÃ¼ndnispartner. Eine reprÃ¤sentative Befragung von TeilnehmerInnen der Anti-Irak-Kriegsdemonstration vom 15. Februar 2003 in Berlin hat gezeigt, dass die NÃ¤he von bÃ¼ndnisgrÃ¼nen WÃ¤hlerInnen und Friedensbewegung mehr als â€žgefÃ¼hlt&quot; ist. Mit 53 % der Befragten lagen die GrÃ¼nen deutlich vor der SPD (21 %) und der PDS (20 %).</p><p>GrundsÃ¤tzlich gilt: Eine Friedensbewegung war und bleibt unverzichtbar. Um politisch wirksam zu werden, braucht sie aber DialogfÃ¤higkeit und vor allem Blick fÃ¼r Chancen. </p><p>Breite Ãœbereinstimmung besteht zwischen grÃ¼ner Friedens- und Sicherheitspolitik und den Analysen und Forderungen des jÃ¤hrlichen <u>Friedensgutachtens</u> der fÃ¼nf fÃ¼hrenden deutschen Friedensforschungsinstitute, den friedensethischen Positionen der <u>Kirchen</u> und den Feststellungen in Kofi Annans Bericht â€ž<u>In grÃ¶ÃŸerer Freiheit</u>&quot;. Und auch in maÃŸgeblichen <u>Bundeswehrkreisen</u> hat sich grÃ¼ne Friedens- und Sicherheitspolitik trotz aller Distanz der politischen Kulturen hohe Anerkennung erworben und hat den Ruf eines zurÃ¼ckhaltend-verantwortlichen Umgangs mit den StreitkrÃ¤ften. (AuffÃ¤llig wÃ¤chst gerade bei einsatzerfahrenen Offizieren das Interesse an einer effektiven zivilen Konfliktbearbeitung.)</p><p><strong>(6) Neue Lage in der Opposition</strong>:</p><p>Der Abschied aus der Regierungsverantwortung entlÃ¤sst uns nicht aus der Pflicht zu einer verantwortlichen Friedens- und Sicherheitspolitik - in Mitverantwortung fÃ¼r Frieden und Sicherheit Deutschlands, Europas und weltweit sowie die dabei eingesetzten deutschen Zivilexperten, Polizisten und Soldaten. Wir wollen weder eine â€žleichte Opposition&quot; noch uns auf Dauer in der Opposition einrichten.</p><p>Der Wechsel in die Opposition und insbesondere Joschka Fischers RÃ¼ckzug bedeutet einen Verlust an auÃŸen- und sicherheitspolitischer Kompetenz, Sichtbarkeit und Durchsetzungskraft. Zugleich stehen die GrÃ¼nen unter einem erhÃ¶hten Konkurrenz- und Profilierungsdruck seitens der FDP und der Linkspartei/PDS. </p><p>Letztere wird weiterhin versuchen, sich lautstark als radikalstes Sprachrohr von Friedensbewegung, Antimilitarismus und Friedensforschung zu gerieren. Gleichzeitig wollen Gysi und Lafontaine die Partei in den kommenden Jahren durch ein JA zu irgendeinem wenig umstrittenen Auslandseinsatz als regierungsfÃ¤hig prÃ¤sentieren. </p><p>Auf der anderen Seite sind wir jetzt nicht mehr in Mithaftung fÃ¼r alle mÃ¶glichen Koalitionskompromisse, wird GrÃ¼nes Profil nicht mehr Ã¼berschattet bis konterkariert durch eine SchrÃ¶der`sche Politik, wo immer wieder engere GroÃŸwirtschaftsinteressen vor Menschenrechten rangierten.</p><p><strong>(7)   </strong><strong>Schlussfolgerungen und nÃ¤chste Aufgaben</strong></p><ul><li>(a) <u>NachwuchsfÃ¶rderung</u>, friedens- und sicherheitspolitische Bildungsarbeit in den GrÃ¼nen, Friedensberichterstattung und friedenspolitische Alphabetisierung/ Ã–ffentlichkeitsarbeit sind fÃ¼r die BÃ¼ndnisgrÃ¼nen von strategischer Bedeutung fÃ¼r die Weiterentwicklung einer wirksamen Friedenslobby. Der hohe Anspruch einer umfassenden Friedens- und Sicherheitspolitik erfordert besondere Anstrengungen.</li><li>(b) <u>Bilanzierung und Lehren</u>: Wenn wir friedens- und sicherheitspolitisches Interesse und Engagement beleben wollen, geht das nicht ohne eine (selbst-)kritisch-selbstbewusste Aufarbeitung von 7 Jahren (rot-)grÃ¼ner Friedenspolitik, ihrer Leistungen, SchwÃ¤chen und strittigen Seiten. Als Tribunal um die â€žKriegsschuldfrage&quot; wÃ¤re sie aussichtslos. Als Erfahrungslernen ist sie unabdingbar. Hierzu gehÃ¶rt eine systematische Auswertung deutschen Krisenengagements und der AuslandseinsÃ¤tze der Bundeswehr als einem Teil davon. Hierzu gehÃ¶rt die breite Kenntnisnahme und Bekanntmachung unserer bisherigen Aufbauleistungen auf dem Feld der Zivilen Konfliktbearbeitung. (vgl. meine BeitrÃ¤ge: â€žTerrorismusbekÃ¤mpfung, Stabilisierung und FriedensfÃ¶rderung an den Beispielen Balkan und Afghanistan&quot;, 2005; â€žGute Nachricht - keine Nachricht? Ein Jahr Aktionsplan Zivile KrisenprÃ¤vention&quot;, Mai 2005; Die Bundeswehr der Zukunft: Immer weiter + nÃ¤her, schneller + hÃ¤rter?&quot;, Januar 2006) </li><li>(c) Auseinandersetzung mit der <u>AuÃŸen- und Sicherheitspolitik der GroÃŸen Koalition</u>: Verteidigung und UnterstÃ¼tzung der guten KontinuitÃ¤ten aus Rot-GrÃ¼n; Kritik fragwÃ¼rdiger Entwicklungen (z.B. â€žNATO first&quot; statt UNO-Orientierung, Bundeswehr im Innern) in Konkurrenz zu SPD, FDP und Linksfraktion.</li><li>(d) Weiterbau an - potenziellen - <u>LeuchttÃ¼rmen grÃ¼ner Friedens- und Sicherheitspolitik</u>: vertragsgestÃ¼tzter RÃ¼stungskontrolle und AbrÃ¼stung (Kindersoldaten, Kleinwaffen, Massenvernichtungswaffen, RÃ¼stungsexporte), neue FriedensfÃ¤higkeiten (zum 1. Bericht der Bundesregierung zum Aktionsplan KrisenprÃ¤vention im Mai, Schwerpunkte Polizei in Friedensmissionen und Sicherheitssektorreform), UnterstÃ¼tzung von FriedenskrÃ¤ften in Konfliktregionen, Umsetzung der UNO-Resolution 1325, Bundeswehrtransformation fÃ¼r VN-FÃ¤higkeit und freiwilliger flexibler Kurzdienst statt Wehrpflicht, Transparenz und frÃ¼hzeitige Bewertung militÃ¤rischer Entwicklungen und Beschaffungen, Weiterentwicklung der Inneren FÃ¼hrung.</li><li>(e) Entwicklung einer <u>GrÃ¼nen Sicherheitsstrategie</u> (WeiÃŸbuch, NATO-Gipfel im November): Analyse der absehbaren Hauptrisiken und -bedrohungen (neben Terrorismus und Weiterverbreitung insbesondere Staatsversagen, asymmetrische, sozioÃ¶konomische und Ã¶kologische Bedrohungen); Werte, Ziele, Normen, Interessen und Schwerpunkte deutscher Sicherheitspolitik im multilateralen Kontext; Anforderungen an eine kohÃ¤rente Sicherheitspolitik mit ausgewogenen FÃ¤higkeiten; VerhÃ¤ltnis von Ã¤uÃŸerer und innerer Sicherheit (AK-Ã¼bergreifend); transparente Kriterien fÃ¼r AuslandseinsÃ¤tze und ausschlieÃŸliche Bindung an die VN-Charta (mit ihren Verpflichtungen und Grenzziehungen).</li><li>(f) FÃ¶rderung und UnterstÃ¼tzung der Ã¼berfÃ¤lligen <u>breiten gesellschaftlichen Debatte zur Friedens</u>- und Sicherheitspolitik in 2006 (vgl. meinen Brief an den BundesprÃ¤sidenten zu seiner Rede auf der Kommandeurtagung der Bundeswehr, www.nachtwei.de)</li><li>(g) UnterstÃ¼tzung der friedlichen <u>BewÃ¤ltigung akuter Krisen</u> (Iran! und Israel/PalÃ¤stina, absehbare VerschÃ¤rfung in Afghanistan, kritisches Jahr im Kosovo, Wahlen im Kongo, Darfur), FÃ¼rsprache fÃ¼r â€žvergessene Konflikte&quot;</li><li>(h) (Wieder-)<u>Belebung von Dialog und Teil-Kooperation mit Friedensorganisationen</u>, die dialogbereit sind (v.a. IPPNW, Pax Christi, Kooperation fÃ¼r den Frieden, Kirchen), friedensethische Diskussion und Verbreiterung von Diskurs und Zusammenarbeit mit Friedensforschung und -praxis (FriedensfachkrÃ¤fte/ZFD, ZIF, zivik, FriEnt, DSF)</li><li>(i) Ausbau des Dialogs mit <u>Bundeswehr und Polizei</u> und Einflussnahme auf ihre Rolle in einer AuÃŸenpolitik, die Friedenspolitik sein soll </li><li>(j) offensive Auseinandersetzung mit der <u>Linksfraktion</u> und ihrem Kurs von Pseudo-Pazifismus und VN-Verweigerung (Absage an alle VN-Friedensmissionen, soweit sie nach Kapitel VII mandatiert sind), FÃ¶rderung ihres Differenzierungsprozesses </li></ul><p><strong>Anhang: </strong></p><p><strong>Aktuelle Erfahrungen von friedens-/sicherheitspolitischen Tagungen + AnlÃ¤ssen</strong></p><p><strong>DFG-VK-NRW</strong>-Tagung zum Aktionsplan Zivile KrisenprÃ¤vention am 16.10.2005 in Dortmund (ca. 30 Ã¼berwiegend Alt-Friedensbewegte): </p><ul><li>- Ãœberraschend wenig Information zum Aktionsplan;</li><li>- dÃ¼stere Weltsicht, versammelte Chancen- und Hoffnungslosigkeit, politisch vÃ¶llig unattraktiv. </li></ul><p>Seminar der <strong>GrÃ¼nen Jugend</strong> zur Friedens- und VN-Politik, 26.11.2005 in Berlin:</p><ul><li>- groÃŸes BedÃ¼rfnis nach konstruktiver Aufarbeitung von rot-grÃ¼ner AuÃŸenpolitik, sehr interessiert, motiviert, kenntnisreich, differenziert (Ã¤hnliche Erfahrung wie auf dem Bundeskongress der GrÃ¼nen Jugend im Mai 2005 in Erfurt: Junge GrÃ¼ne haben Kosovo und z.T. Afghanistan nicht selbst miterlebt, erleben die Themen aber als verdrÃ¤ngtes Kapitel bei vielen Alt-GrÃ¼nen und als Hauptangriffspunkt bei Kritikern und Gegnern der GrÃ¼nen. Am 13.11.2005 beschloss der Bundeskongress der GrÃ¼nen Jugend: <em>â€žAuch in Fragen der Friedenspolitik mÃ¼ssen wir nach sieben Jahren Rot-GrÃ¼n kritisch Bilanz ziehen. Wir fordern eine kritische Aufarbeitung des vÃ¶lkerrechtswidrigen Angriffskrieges gegen Jugoslawien (1999) und der umstrittenen Bundeswehrmissionen in Afghanistan (2001). Insbesondere, weil sie das Gewaltmonopol der Vereinten Nationen in Frage gestellt haben. Besorgniserregend fanden wir die Intransparenz und die teilweise populistische Argumentation, mit der auch VertreterInnen der GrÃ¼nen Fraktion die KriegseinsÃ¤tze rechtfertigen. Die Zustimmung der GrÃ¼nen Partei zu den MilitÃ¤raktionen hat das VerhÃ¤ltnis zwischen uns und der Friedensbewegung nachhaltig zerrÃ¼ttet. In den kommenden Jahren gilt es, verlorene BÃ¼ndnisparterInnen in einem kritischen Dialog zurÃ¼ckzugewinnen</em>, den Diskurs in die Ã–ffentlichkeit zu <em>tragen und unser friedenspolitisches Profil zu schÃ¤rfen, um dieses Thema nicht den PopulistInnen der Linkspartei.PDS zu Ã¼berlassen.&quot;)</em></li></ul><p><strong>GrÃ¼ner Ratschlag</strong> am 10.12.2005 in Bonn, Workshop â€žDeutsche militÃ¤rische Sicherheitspolitik: Eine Bilanz von Rot-GrÃ¼n und die Perspektiven von Schwarz-Rot&quot; (ca. 15)</p><ul><li>- Den Aufschlag macht Uli Cremer mit einem Thesenpapier (vgl. â€žSieben verschenkte Jahre&quot; im â€žFreitag&quot;, 9.12.2005), der voll mit der â€žnicht-grÃ¼nen&quot; AuÃŸenpolitik von Joschka Fischer abrechnet, die Teilnahme am Kosovo-Luftkrieg als SÃ¼ndenfall und Dammbruch und den Enduring-Freedom-Einsatz als vÃ¶lkerrechtswidrig brandmarkt, einen â€žUmbau der Bundeswehr zur Angriffsarmee&quot; vorwirft. Neue AnsÃ¤tze der zivilen KrisenprÃ¤vention werden positiv bewertet, aber als â€žTropfen&quot; runtergespielt. Einzig die politische Opposition gegen den Irak-Krieg wird als â€žSternstunde&quot; rot-grÃ¼ner AuÃŸenpolitik gesehen. Die apodiktische Abrechnung klammert die Bosnien-Erfahrung aus, Ã¼bergeht die zentralen Lehren, die aus dem Kosovo-Krieg gezogen wurden, und ignoriert die Anforderungen seitens der VN. </li><li>- Die â€žTribunal&quot;-Thesen werden von einigen Anwesenden voll unterstÃ¼tzt. Die Widerreden von mir und anderen werden trotz der krassen GegensÃ¤tze unaufgeregt und offen diskutiert. </li></ul><p>Tagungen bei der <strong>Bundesakademie fÃ¼r Sicherheitspolitik</strong>/BAKS in Berlin zu â€žNeue Perspektiven der dt. Sicherheitspolitik&quot;, â€žKohÃ¤renz durch HandlungsfÃ¤higkeit und Effizienz in einer Sicherheitspolitik neuen Zuschnitts&quot; und â€žAuslandseinsÃ¤tze der Bundeswehr in 2006&quot; (30 bis 60 Fachleute aus verschiedenen sicherheitsrelevanten Ressorts und Institutionen):</p><ul><li>- Hohe Zustimmung zu den Forderungen nach Evaluierung der KriseneinsÃ¤tze, nach ausgewogenen FÃ¤higkeiten, Sicherheitsstrategie und breiter gesellschaftlicher Debatte in d i e s e m Jahr.</li></ul><p><strong>Bundestagsdebatte</strong> zur VerlÃ¤ngerung des Darfur-Mandats am 16.12.2005: Was inzwischen im Plenum eher routiniert und gelangweilt abgehandelt wird, gerÃ¤t dank der Rede von Norman Paech und Uschi Eid`s fulminanter Entgegnung zur mitreiÃŸenden WiederauffÃ¼hrung der Ã¤lteren Grundsatzdebatte um humanitÃ¤r begrÃ¼ndete Interventionen. Die SchwÃ¤chen und Bruchlinien der Linksfraktion werden deutlich.</p><p>Evangelische <strong>Akademie Loccum</strong> 17.12.2005: â€žFragile Staatlichkeit&quot; (Ã¼ber 100, bunt gemischt aus Friedensforschung und -praxis, kaum Friedensbewegung):</p><ul><li>- Hoch kompetent und erfahrungsreich; unter JÃ¶rg CallieÃŸ wurde Loccum d e r Ort, wo zeitgemÃ¤ÃŸe, realitÃ¤tstÃ¼chtige und innovative Friedens- und Sicherheitspolitik besonders ergiebig und ressortÃ¼bergreifend diskutiert, reflektiert und weiterentwickelt wird. Sehr rot-grÃ¼n-nah.</li></ul><p><strong>IPPNW-Tagung</strong> â€žGlobalisierung, Krieg und Intervention&quot; und AG â€žJugoslawien&quot;, 14./15.1.2006 in Frankfurt (ca. 200, auch etliche JÃ¼ngere):</p><ul><li>- Seit einiger Zeit lÃ¤uft in der IPPNW eine Auseinandersetzung darÃ¼ber, ob MilitÃ¤rinterventionen ein legitimes und erfolgversprechendes Mittel einer an Menschenrechten orientierten Politik sein kÃ¶nnen. Eine Minderheit bejaht das, andere verneinen das vehement vor dem Hintergrund einer fundamentalen Globalisierungs- und MilitÃ¤rkritik.</li><li>- Beim Thema â€žJugoslawien&quot; behindert das Trauma Kosovo-Krieg (mit dem Interpretationsmuster â€žZerschlagung Jugoslawiens&quot; von auÃŸen) bei etlichen eine differenzierte Konfliktanalyse und vor allem Erfahrungslernen; im Vordergrund steht der â€žKriegsschuldstreit&quot;, wo sich inzwischen etliche Verzerrungen voll festgesetzt haben und ein Dialog mit GrÃ¼nen nicht mehr mÃ¶glich ist. DemgegenÃ¼ber steht Clemens Ronnefeld, Friedensreferent des VersÃ¶hnungsbundes, fÃ¼r hohe Kompetenz, Differenzierung und Offenheit auf pazifistischer Seite.</li><li>- Ansonsten herrscht ein Pauschalbild von MilitÃ¤reinsÃ¤tzen = KriegseinsÃ¤tzen vor; die RealitÃ¤t der groÃŸen Masse an VN-gefÃ¼hrten (18!) und VN-mandatierten StabilisierungseinsÃ¤tzen, die enorme Breite an MilitÃ¤reinsÃ¤tzen - angefangen bei Beobachtermissionen - sowie die Erfahrungen und Anforderungen der VN werden praktisch nicht wahrgenommen. Links-MdB Norman Paech hÃ¤lt hierbei einen das antimilitÃ¤rische Weltbild bedienende, intellektuell opportunistische Rede. Nach einer Philippika gegen die â€žerweiterte Legitimierung von Krieg als Mittel der Politik&quot; schlieÃŸt er mit den Worten ab, jede humanitÃ¤re Intervention sei rechtswidrig, soweit sie nicht vom Sicherheitsrat nach Kapitel VII beschlossen sei oder der Selbstverteidigung diene.</li><li>- Erfrischend und friedenspolitisch Ã¤uÃŸerst anregend ist Prof. Johan Galtung mit seinem Konzept â€žTranscend&quot;.</li><li>- Die Diskussion in der IPPNW ist ein Fallbeispiel fÃ¼r die Ungleichzeitigkeit bestimmter Kontroversen. Differenzierte und kollegiale Beteiligung bei dieser grÃ¶ÃŸten und weiterhin recht einflussreichen Friedensorganisation ist angebracht und lohnenswert.</li></ul><p>Strategiekonferenz der <strong>Kooperation fÃ¼r den Frieden</strong> â€žZivile Konfliktbearbeitung in der AuÃŸen- und Sicherheitspolitik&quot;, 21.1.2006 in Hannover (ca. 50 Ã¼berwiegend Ã„ltere, sehr viele alte WeggefÃ¤hrten, freundliche Aufnahme): Referenten Prof. Hanne-Margret Birckenbach (Perspektiven in der AuÃŸen- und Sicherheitspolitik), Prof. Andreas Buro (Das Monitoring-Projekt der Kooperation fÃ¼r den Frieden), Reinhard VoÃŸ/Pax Christi (ZKB - MÃ¶glichkeiten und Grenzen eines viel versprechenden Konzepts)</p><ul><li>- DÃ¼steres Bild der politischen Lage, wo lt. H.-M. B. unter Rot-GrÃ¼n die Friedensbewegung als politische Kraft zurÃ¼ckgedrÃ¤ngt, eine bleierne Militarisierung durchgesetzt worden sei und es keine Opposition gegen RÃ¼stung und Krieg mehr gebe. Ernsthaft und anerkennend zur Kenntnis genommen werden aber auch die rot-grÃ¼nen Fortschritte auf dem Feld der ZKB. Hier setzt der Vorschlag des Monitoring-Projekts an, mit dem konkrete Alternativen der friedlich-zivilen KonfliktlÃ¶sung erarbeitet, verÃ¶ffentlicht und angemahnt werden sollen. Hier Ã¤uÃŸert A. B. den ausdrÃ¼cklichen Wunsch nach einer Wiederzusammenarbeit mit den GrÃ¼nen. </li></ul><p><strong>ZIF</strong>: â€žZivile Missionen der EU im Rahmen der ESVP - Probleme ihrer Planung und DurchfÃ¼hrung&quot; am 26.1.2006 in Berlin (20 Fachleute aus Ministerien, Bundestag, ZIF):</p><ul><li>- Enormes Wachstum der zivilen FÃ¤higkeiten, aber noch erhebliche EntwicklungsrÃ¼ckstÃ¤nde gegenÃ¼ber der etablierten militÃ¤rischen SÃ¤ule.</li><li>- Das ZIF ist ein zentraler Ort der Vernetzung und des Erfahrungsaustauschs verschiedener Akteure von Friedensmissionen. Erhebliche Sympathien zu GrÃ¼n - in Konkurrenz zur SPD.</li></ul><p>Am 16.2. im <strong>ZIF</strong> aus aktuellem Anlass (zusÃ¤tzliche Kongo-Mission) der Film â€žThe Peacekeepers - Der Preis der Freiheit&quot; Ã¼ber die MÃ¼hen der VN, ihres Dept. of Peacekeeping Operations und von MONUC, in 2003 die Gewalt in Nordostkongo einzudÃ¤mmen, und die ESVP-Ãœbergangsmission Artemis: Trotz groÃŸer ZÃ¶gerlichkeit der Mitgliedsstaaten kommt Artemis dank gÃ¼nstiger Konstellation (Handlungsdruck nach Irak-Dissens) noch zustande. Eine relativ kleine, aber glaubwÃ¼rdig, weil â€žrobust&quot; auftretende Truppe konnte sich gegenÃ¼ber Milizen durchsetzen, die wohl Zivilisten massakrieren, aber kaum militÃ¤risch kÃ¤mpfen konnten. Eine ausreichende Mandatierung nach Kapitel VII der VN-Charta war dafÃ¼r eine zwingende Voraussetzung. Insgesamt konnte 2003 der Ausbruch eines FlÃ¤chenbrandes mit Massenmorden und -vertreibungen verhindert werden. Ein unsichtbarer Erfolg!</p><p>Jahreshauptversammlung der <strong>FI Nottuln </strong>im MÃ¼nsterland: â€žSicherheits- und AuÃŸenpolitik nach dem Regierungswechsel&quot; am 29.1.2006 (Ã¼ber 20): Die FI umfasst 18 Aktive und Ã¼ber 70 Mitglieder. Sie beackert ohne jede professionelle Kraft hoch professionell ein unglaublich breites Spektrum an Projekten und ist ein bundesweit ziemlich einmaliges Vorbild an umfassender, gemeinsamer, ausdauernder, konstruktiver und motivierter Friedensarbeit.</p><ul><li>- Die Erwartung an eine â€žErneuerung&quot; grÃ¼ner Friedens- und Sicherheitspolitik - incl. PositionsÃ¤nderung und â€žRÃ¼ckkehr zu den Wurzeln&quot; - sind erheblich. Meine Antwort â€žErneuerung durch Revitalisierung, nicht durch Revision&quot; wird hingenommen, mein Auftritt als regelrecht â€žbefreit&quot; von Koalitions-, Regierungs- und BÃ¼ndnis-RÃ¼cksichtnahmen empfunden. </li></ul><p><strong>Internationale Friedenskonferenz</strong> â€žLÃ¤sst sich ein Iran-Krieg noch vermeiden?&quot; am 4.2.2006 in MÃ¼nchen (ca. 200, Ã¼berwiegend Ã¤lter): Die ReferentInnen K. Amirpour, M. Masserat, Andreas Zumach bringen ein differenziertes Bild des Konflikts um das iranische Atomprogramm, werfen aber auch der EU eine eskalierende Politik vor. Im Hinblick auf einen mÃ¶glichen Krieg wird die Lage als im Vergleich zu 2003 schwieriger eingeschÃ¤tzt. M.M. befÃ¼rchtet Angriff im MÃ¤rz.</p><ul><li>- In der Versammlung ist ein Grundtenor spÃ¼rbar, dass der Westen der Hauptschuldige sei.</li><li>- Die Europa- bzw. Bundestagsabgeordneten der â€žLinken&quot;, Tobias PflÃ¼ger und Heike HÃ¤nsel, markieren die EU als einen Hauptkriegstreiber und werfen einzelnen GrÃ¼nen wie Fischer und A.B. einen Schulterschluss mit ihr vor. Motto: â€žWir sind die einzig Wahren.&quot;</li></ul><p>Parlamentarischer Abend des <strong>Forum Ziviler Friedensdienst</strong> am 15.2.2006 in der Parlamentarischen Gesellschaft/Berlin (ca. 20 Anwesende, darunter 4 MdB): Wieder wird deutlich, wie wichtig ZFD bei der FÃ¶rderung gesellschaftlicher Friedensprozesse ist dass die FriedensfachkrÃ¤fte mit ihren mindestens zwei Jahren vor Ort so dicht wie keine anderen â€žInternationalen&quot; an der jeweiligen Gesellschaft dran sind, dass hier besonders viel â€žlocal ownership&quot; praktiziert wird. Zzt. sind 130 FriedensfachkrÃ¤fte im Einsatz, davon 42 in Afrika, 34 in Lateinamerika, 29 in Asien, 13 in SÃ¼dosteuropa, davon 58 entsandt durch den DED, 25 AGEH, 12 ForumZFD. ZFD verharrt angesichts der bei ca. 14 Mio. Euro stagnierenden BMZ-Gelder auf dem Niveau von Pilotprojekten. Eine umfassende Evaluation vor Jahren ergab: Der KrÃ¤fteeinsatz mÃ¼sste in bestimmten Regionen ca. verfÃ¼nffacht werden, damit er zu einer â€žkritischen Masse&quot; werden kann. </p><p>Fachbereich <strong>AuÃŸenpolitik/BAG Frieden der GrÃ¼nen Partei</strong> am 18.2.2006 in Hannover:</p><ul><li>- Mehr als 60 TeilnehmerInnen, darunter viele JÃ¼ngere;</li><li>- In der BAG Frieden legen die engagierten Mitglieder der LAG Berlin fundierte Diskussionspapiere zur Zivilen Konfliktbearbeitung und einer grÃ¼nen Sicherheitsstrategie incl. Bundeswehrperspektiven vor.</li><li>- Die Forderung nach einer Generalabrechnung mit rot-grÃ¼ner Regierungspolitik und einer grundsÃ¤tzlichen Revision der grÃ¼nen Friedens- und Sicherheitspolitik (Absage an alle Kapitel-VII-EinsÃ¤tze, RÃ¼ckzug aus Kosovo + Afghanistan) bleibt ohne Resonanz. </li></ul></div>


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