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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: EU-Show im Kongo?</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Pressespiegel</span>

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        <h1>
            EU-Show im Kongo?         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 1. Juni 2006 23:05:36 +02:00 (111054 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Die Beteiligung der Bundeswehr an der EU-Mission im Kongo ist der umstrittenste Auslandseinsatz der Bundeswehr seit Jahren. In der Kongo-Debatte des Bundetages setzte sich Winfried Nachtwei mit den Gegenargumenten auseinander und plÃ¤dierte fÃ¼r ein verstÃ¤rktes politisches Engagement der EU Ã¼ber die Wahlen hinaus. Die Rede ...</p></div>
            <div>      <p>VizeprÃ¤sident Dr. h. c. Wolfgang Thierse: </p><p>Ich erteile das Wort Kollegen Winfried Nachtwei, BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen.</p><p>Winfried Nachtwei (BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN): </p><p>Herr PrÃ¤sident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Alle Vorrednerinnen und Vorredner haben betont, wie wichtig die UnterstÃ¼tzung der Demokratischen Republik Kongo gerade in dieser Situation ist. Das ist sehr gut. Das ist aber auch eine Selbstverpflichtung Ã¼ber die Wahlen und die EU-Mission hinaus. Das ist eine sehr wichtige Botschaft des Deutschen Bundestages - ich gehe dabei von 100 Prozent der Mitglieder des Deutschen Bundestages aus - gegenÃ¼ber der kongolesischen Ã–ffentlichkeit.</p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)</p><p>SelbstverstÃ¤ndlich geht es nicht darum, die Konflikte im Kongo militÃ¤risch zu lÃ¶sen. Es hat einen mehrjÃ¤hrigen Friedensprozess gegeben. Es gibt ihn immer noch. Die Demobilisierung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Immerhin konnten von 20 000 Kindersoldaten 16 000 demobilisiert werden. Das ist ein enormer Erfolg. Aber wie es auf Dauer keine Sicherheit ohne Entwicklung gibt, so gibt es auch keinen Aufbau, keine Entwicklung ohne Sicherheit. Diese beiden Erfordernisse als Alternative gegeneinander zu stellen, ist vÃ¶lliger Unsinn, widerspricht allen Erfahrungen in solchen LÃ¤ndern und widerspricht vÃ¶llig den Erfahrungen der Vereinten Nationen. Herr Gehrcke, das sollten Sie sich in der Tat einmal zu GemÃ¼te fÃ¼hren.</p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)</p><p>Dieser Kongoeinsatz ist ganz offensichtlich der bei weitem strittigste seit der Entscheidung Ã¼ber den Afghanistaneinsatz 2001. Man muss auch sagen, dass die Bundesregierung, vor allem in Gestalt des Verteidigungsministers, erheblich dazu beigetragen hat. Ginge es heute nur darum, den Zickzackkurs der Bundesregierung zu bewerten, dann kÃ¶nnte man mit Fug und Recht Nein sagen. Aber es geht dabei noch um ein paar andere Sachen. Ich will zu den einzelnen Fragen Stellung nehmen. </p><p>Ist diese Mission zwingend notwendig oder Ã¼berflÃ¼ssig? Wer behauptet, sie sei Ã¼berflÃ¼ssig, ignoriert damit die eindeutigen Positionen und Forderungen der UNO in New York und der Blauhelmmission MONUC in Kin-shasa; aber nicht nur diese, sondern auch die der groÃŸen Masse der kongolesischen Zivilgesellschaft. Sie wollen dies vor allem. </p><p>Wenn Sie hier den Evangelischen Entwicklungsdienst zitieren, dann, Frau Kollegin Homburger, zitieren Sie bitte korrekt. Der Vorsitzende, Konrad von Bonin, hat festgestellt: Auch die Partner des EED im Kongo erhoffen sich Ã¼berwiegend eine Absicherung der Wahlen durch die MONUC und die EU-Sondertruppe und begrÃ¼ÃŸen die deutsche Beteiligung. </p><p>(Gert Weisskirchen [Wiesloch] [SPD]: HÃ¶rt! HÃ¶rt!)</p><p>Es ist in allen GesprÃ¤chen aber auch deutlich geworden, dass fÃ¼r sie die Beteiligung der EUFOR im Kongo nur ein kleiner Teil dessen ist, was sie lÃ¤ngerfristig von der EuropÃ¤ischen Union und insbesondere von Deutschland im Rahmen der Politik der EU erwarten. Das ist vÃ¶llig richtig. Denn beides gehÃ¶rt zusammen.</p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)</p><p>Handelt es sich hier um eine Showveranstaltung, wie zum Beispiel der Vorsitzende des Bundeswehr-Verbandes sagt, oder ist es abenteuerlich? Herr Westerwelle, man muss es immer wieder feststellen: Seit Wochen ziehen Sie durchs Land und verzerren mutwillig den Auftrag dieser Mission. </p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)</p><p>Sie tun so, als sei diese Mission fÃ¼r die gesamte Stabilisierung verantwortlich. Das ist Unsinn. Wir und auch Sie wissen es besser: EUFOR ist nur ein Teil eines ganzen Stabilisierungspakets. Es geht um die UnterstÃ¼tzung von MONUC in einer kritischen Phase, vor allem in der Region Kinshasa. </p><p>Zu den <strong>Risiken.</strong> Die anfÃ¤nglichen Festlegungen haben auch bei mir Zweifel geschÃ¼rt, ob diese Mission glaubwÃ¼rdig und verantwortbar ist. So, wie sie jetzt gestaltet ist - mit stÃ¤rkeren KrÃ¤ften und dem jetzigen Einsatzkonzept -, meine ich, ist sie glaubwÃ¼rdig verantwortbar und richtig. </p><p>(JÃ¶rg van Essen [FDP]: Beeindruckend: â€žstÃ¤rker&quot;!)</p><p>Man muss auch feststellen, dass alle Experten in UN-Friedensmissionen, die Sie fragen, sagen: Auch mit einer recht kleinen, aber professionellen Truppe kann man eine ganz erhebliche abschreckende Wirkung hinbekommen. </p><p>(Beifall bei Abgeordneten des BÃœNDNIS-SES 90/DIE GRÃœNEN, der CDU/CSU und der SPD)</p><p>AuÃŸerdem sollte man bei den Risiken auch bedenken, welchen Risiken wir denn die ungeschÃ¼tzten Wahlbeobachter aussetzen. Von unseren Zivilexperten, die dort arbeiten, wird gar nicht gesprochen. </p><p>Diese EU-Mission ist notwendig, aber keineswegs hinreichend fÃ¼r die friedlichen Wahlen und eine <strong>nachhaltige Stabilisierung.</strong> Die Bundesregierung und die EU mÃ¼ssen alles fÃ¼r die politische Deeskalation im Vorwahlkampf tun. Nach den Wahlen - das ist mehrfach festgestellt worden; wir kÃ¶nnen es nur bekrÃ¤ftigen - geht die Arbeit allerdings erst richtig los. Dies wurde in Kin-shasa von verschiedenen Organisationen betont, jetzt auch richtigerweise von humanitÃ¤ren und Entwicklungsorganisationen. </p><p>Dann geht es zum Beispiel um dieses Hemd, das ich aus einem Demobilisierungscamp im Kongo mitgebracht habe. Die Demobilisierung, die Reintegration von MilizionÃ¤ren und Kindersoldaten ist ein entscheidender Punkt bei der Stabilisierung des Kongo Ã¼ber die Wahlen hinaus. Hier leistet die kongolesische Zivilgesellschaft fantastische Arbeit. </p><p>Ich meine, dass wir in dieser Situation die kongolesische Zivilgesellschaft, die groÃŸe Erwartungen an die EuropÃ¤ische Union und auch an die Bundesrepublik richtet, nicht enttÃ¤uschen und nicht entmutigen sollten, sondern nach besten KrÃ¤ften jetzt, im nÃ¤chsten Jahr und in den Folgejahren unterstÃ¼tzen sollten. Deshalb bitten wir um Ihre Zustimmung, auch wenn wir Gegenstimmen selbstverstÃ¤ndlich respektieren. </p><p>Danke. </p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)</p></div>


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