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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Eine letzte groÃŸe Chance</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Afghanistan</span>

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        <h1>
            Eine letzte groÃŸe Chance         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 12. März 2009 20:05:27 +02:00 (157165 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Folgendes Interview fÃ¼hrte Winfried Nachtwei mit VertreterInnen der BundesgrÃ¼nen:</p></div>
            <div>    <h2>Eine letzte groÃŸe Chance</h2>
<p>Kann MilitÃ¤r Frieden schaffen kann? DÃ¼rfen wir uns vornehmen, die Lage der Frauen in Afghanistan zu verbessern? Fragen an unseren Experten Winfried Nachtwei.</p>
<p><strong>Herr Nachtwei, Sie sind regelmÃ¤ÃŸig in Afghanistan und sprechen dort mit Einheimischen. Welche Klagen hÃ¶ren Sie am hÃ¤ufigsten?</strong></p>
<p>Man hÃ¶rt oft, dass das Ansehen der dortigen Regierung wegen der Korruption und schlechten RegierungsfÃ¼hrung stark nachgelassen hat. AuÃŸerdem gibt es verbreitet Ã„rger Ã¼ber die Umgangsformen der US-Amerikaner, die oft als respekt- und rÃ¼cksichtslos wahrgenommen werden. In der Gegend um Kundus, wo die Bundeswehr ist, herrscht erhebliche Unsicherheit. Noch vor zwei Jahren gab es dort nur eine Handvoll Militante. Im Sommer wurde die Zahl der AufstÃ¤ndischen schon auf 200 geschÃ¤tzt.</p>
<p><strong>Wen fÃ¼rchten die Afghanen am meisten? Die Taliban oder die westlichen Truppen?</strong></p>
<p>Die Distanz zwischen den Einheimischen und den Truppen wÃ¤chst. Noch fordert die Mehrheit nicht, dass die Truppen verschwinden sollen. Doch die EinschÃ¼chterung durch die Taliban nimmt zu. Es hat FÃ¤lle gegeben, in denen Menschen, die mit internationalen Organisationen zusammenarbeiteten, getÃ¶tet wurden. Die Afghanen sitzen jetzt auf dem Zaun, wie man dort sagt. Sie warten ab, wer sich als der StÃ¤rkere erweist. Man weiÃŸ nicht mehr genau, ob die Taliban nicht doch wieder zurÃ¼ckkommen.</p>
<p><strong>Haben die Taliban nicht schon Erfolg, wenn die BevÃ¶lkerung sich neutral verhÃ¤lt?</strong></p>
<p>Richtig. Wenn sich nicht sehr schnell etwas Ã¤ndert, ist der Kampf verloren. Man spÃ¼rt, wie uns die Zeit davon lÃ¤uft.</p>
<p><strong>Was mÃ¼sste jetzt geschehen, um eine Niederlage zu verhindern?</strong></p>
<p>ZunÃ¤chst einmal: Bei einer Niederlage der Internationalen Gemeinschaft wÃ¤ren die Konsequenzen verheerend. Es kÃ¤me wahrscheinlich zu einer Talibanisierung im SÃ¼den und Osten, einige Regionen wÃ¼rden in den BÃ¼rgerkrieg zurÃ¼ckfallen. SchlieÃŸlich mÃ¼ssten wir mit einer massiven Destabilisierung in Richtung Pakistan rechnen. Das wÃ¤re der Super-GAU fÃ¼r die internationale Sicherheit.</p>
<p>Allerdings gibt es auch Hoffnung: Die Obama-Regierung zeigt an einigen entscheidenden Punkten NeuansÃ¤tze. Erstens ist man offenbar bereit, eine ungeschÃ¶nte, selbstkritische ÃœberprÃ¼fung durchzufÃ¼hren. In Deutschland ist das ganz anders. Die Bundesregierung erscheint mir sehr selbstzufrieden.</p>
<p>Zweitens sehen jetzt auch die USA, dass wir einen regionalen Ansatz brauchen. Pakistan, Indien und Iran mÃ¼ssen mit am Tisch sitzen. Ebenso die zentralasiatischen LÃ¤nder, Russland und China. FÃ¼r Ende MÃ¤rz ist eine Afghanistan-Konferenz geplant.</p>
<p>Drittens brauchen wir einen strategischen Konsens der Akteure. Bisher gibt es eine gemeinsame Sprache, die nur Konsens simuliert, aber de facto zu auseinanderlaufenden Strategien fÃ¼hrt.</p>
<p><strong>Was wÃ¤re ein gemeinsames Interesse, dass Iran, Saudi-Arabien, China, Russland, Indien, die NATO im Bezug auf Afghanistan verbinden kÃ¶nnte?</strong></p>
<p>Das gemeinsame Interesse ist, nicht selbst mit einem internationalistischen Dschihadismus konfrontiert zu werden. Russland ist daran massiv interessiert, in China ist das noch nicht ganz erkannt.</p>
<p><strong>Halten Sie die von US-PrÃ¤sident Obama geplante Truppenaufstockung fÃ¼r sinnvoll?</strong></p>
<p>Das ist eine sehr zwiespÃ¤ltige Sache. Einerseits kann es richtig sein, durch mehr PrÃ¤senz am Boden LuftwaffeneinsÃ¤tze zu reduzieren, weil besonders diese zivile Opfer fordern. Auf der anderen Seite aber ist es wichtig, dass diese Soldaten die BevÃ¶lkerung respektieren. Gerade US-Kontingente haben das in der Vergangenheit oft nicht getan. Wenn die 17.000 neuen Truppen in der alten Ledernacken-Art auftreten, dann wird das zu einer weiteren Chaotisierung im Land fÃ¼hren. Wenn sie hingegen die BevÃ¶lkerung schÃ¼tzen, dann kann das positive Effekte haben.</p>
<p><strong>Kann man denn Soldaten einfach zu mehr RÃ¼cksicht schulen?</strong></p>
<p>Sie kÃ¶nnen innerhalb militÃ¤rischer Hierarchien schneller Weisungen umsetzen. Ob Sie die â€žKrieger-Soldatenâ€œ allerdings schnell zivilisieren kÃ¶nnen, daran habe ich groÃŸe Zweifel.</p>
<p><strong>Inwiefern kann MilitÃ¤r Ã¼berhaupt fÃ¼r Sicherheit und Frieden sorgen? </strong></p>
<p>Es gibt in Afghanistan kein staatliches Gewaltmonopol. Es gibt aber sehr viele Gewaltakteure, Waffen und Konfliktstoff, eine regelrechte â€žGewaltkulturâ€œ. Man kann eine solche Gewaltanarchie ohne MilitÃ¤r nicht eindÃ¤mmen. Die ISAF hat lange Zeit als Puffermacht gewirkt und immer wieder zwischen den Akteuren erfolgreich vermittelt. Allerdings haben besonders die Briten und US-Amerikaner den Fokus zu stark auf die militÃ¤rische TerrorbekÃ¤mpfung gelegt.</p>
<p><strong>Auf der anderen Seite gibt es Versuche, durch begrenzte Vereinbarungen mit den Taliban mehr Sicherheit zu erreichen. Wie beurteilen sie diese Strategie?</strong></p>
<p>Die Taliban sind keine homogene Organisation. Die AufstÃ¤ndischen agieren aus den verschiedensten Interessen und Motiven heraus. Die ÃœbergÃ¤nge zur Organisierten KriminalitÃ¤t sind flieÃŸend. Ein groÃŸer Teil von denen gilt als ansprechbar, weil weniger ideologisch motiviert. Das jÃ¼ngste Abkommen im Swat-Tal wurde allerdings mit einer der hÃ¤rtesten Fraktionen der Taliban geschlossen. Solche Abkommen gab es dort schon Ã¶fter; ohne, dass dort die Befriedungsziele erreicht worden wÃ¤ren. Stattdessen hat man die pakistanischen Taliban gestÃ¤rkt.</p>
<p>GrundsÃ¤tzlich ist es richtig, nach lokalen LÃ¶sungen zu suchen. Es gab im Ostteil des Landes groÃŸe Ratsversammlungen von StammesÃ¤ltesten, deren Motto die Frage war: Was tun wir mit unseren unglÃ¼cklichen BrÃ¼dern? Gemeint waren bewaffnete AufstÃ¤ndische und die Frage, wie man sie in die Gesellschaft integrieren kÃ¶nnte.</p>
<p><strong>Die Taliban halten sich inbesondere in der unzugÃ¤nglichen Grenzregion zu Pakistan seit Jahren erfolgreich verschanzt. Wie sollte man dort vorgehen?</strong></p>
<p>Was nicht hilft, ist gezielt AufstÃ¤ndische zu tÃ¶ten, wie die USA das auch unter Obama machen. Solche Aktionen stÃ¤rken nur die Solidarisierung mit den AufstÃ¤ndischen.</p>
<p>Ich sprach im vorigen Jahr mit General Karimi, dem Operationschef der afghanischen StreitkrÃ¤fte. Wissen sie, was der auf diese Frage antwortete? â€žSchulen, Schulen, Schulen.â€œ Es ist klar, dass Bildung nicht unmittelbar hilft. Richtig aber ist: Diese Region ist total vernachlÃ¤ssigt worden. FÃ¼r Eltern gibt es kaum eine Alternative, als ihre Kinder in Koranschulen zu schicken. Das mÃ¼ssen wir Ã¤ndern.</p>
<p><strong>Mittlerweile ist die militÃ¤rische Auseinandersetzung auch im Einsatzgebiet der Bundeswehr eskaliert...</strong></p>
<p>Die Bundeswehr sollte an ihrer zurÃ¼ckhaltenden Operationsweise festhalten. Sie verhinderte eine Gewalteskalation, wie sie in anderen Landesteilen durch Offensivoperationen geschÃ¼rt wurde. Das Wichtigste ist, hier einheimische SicherheitskrÃ¤fte zu stÃ¤rken. Nur so wird man eine Wende erreichen kÃ¶nnen.</p>
<p><strong>Wurde das bisher vernachlÃ¤ssigt?</strong></p>
<p>Ja. Man hat keinen Masterplan fÃ¼r den Aufbau der Polizei. Bei der UnterstÃ¼tzung der afghanischen Armee funktionierte das. Sie kann inzwischen bestimmte Operationen eigenstÃ¤ndig durchfÃ¼hren. Bei der Polizei ist nichts dergleichen erreicht worden. Diese Aufgabe wurde enorm unterschÃ¤tzt. Die Deutschen haben brav ihren Beitrag geleistet, immer Truppen und Aufbauhilfe gestellt. Die Gesamtverantwortung haben sie selten im Blick gehabt.</p>
<p><strong>Was ist eigentlich das Ziel der Mission in Afghanistan?</strong></p>
<p>Es gilt noch immer, was 2001 galt: Afghanistan darf nicht wieder RÃ¼ckzugs- und Ausbildungsort von zehntausenden international agierenden KÃ¤mpfern und Terroristen werden. Diese KÃ¤mpfer zu vertreiben, reicht aber nicht. Man muss auch das Land stabilisieren, Zivilgesellschaft fÃ¶rdern und ein staatliches Gewaltmonopol schaffen.</p>
<p>In den ersten Jahren hat man naiverweise versucht, staatliche Institutionen nur von oben aufzubauen. Das geht nicht in einem Land, in dem es noch nie eine funktionierende Zentralstaatlichkeit gab. Man muss lokale Machtstrukturen beachten. Die sind patriachalisch organisiert., Modernisierung trifft da oft auf Widerstand. Wir mÃ¼ssen uns daher deutlich realistischere Ziele setzen als bisher.</p>
<p><strong>Was ist realistisch? </strong></p>
<p>Wir kÃ¶nnen am ehesten im materiellen und infrastrukturellen Bereich helfen. Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser und Energie sicherstellen, Schulbildung, Gesundheitsversorgung. Ebenso mÃ¼ssen wir uns die Sicherheit der Afghanen zum Ziel setzen.</p>
<p>Entscheidend ist, das alles gemeinsam anzugehen. Am schwierigsten wird das bei der Justiz. Wir haben es dort mit islamischem und Stammesrecht und westlich geprÃ¤gtem Recht zu tun. Da kann und darf man nichts erzwingen.</p>
<p><strong>DÃ¼rfen wir uns vornehmen, die Rolle der Frau zu verbessern?</strong></p>
<p>Wir dÃ¼rfen nicht missionieren, das ist aussichtslos. Wer es frontal versucht, das hat die afghanische Geschichte schon Ã¶fter gezeigt, lÃ¶st verheerende Gegenreaktionen aus. Man muss aber die Bildung der MÃ¤dchen und engagierte afghanische Frauen und ihre Organisationen unterstÃ¼tzen. Die Beteiligung der Frauen ist entscheidend fÃ¼r Aufbau und Frieden. Auch das geht allerdings nicht ohne Konflikte.</p>
<p><strong>Was wÃ¼nscht sich die Mehrheit der afghanischen BÃ¼rger?</strong></p>
<p>Ganz einfach Frieden nach den verheerenden Jahrzehnten der Kriege. Dann Perspektiven fÃ¼r die Kinder. Und Arbeit, von der sich leben lÃ¤sst.</p>
<p>Noch traut man uns zu, dabei zu helfen. Gerade Deutschland hat einen sehr, sehr guten Ruf.</p>
<p><strong>Sind sie optimistisch, was PrÃ¤sident Obamas Afghanistan-Offensive angeht?</strong></p>
<p>Nicht wirklich. Die Lage ist schon sehr, sehr beschissen. Der neue US-Afghanistan-Beauftragte Holbrooke sagte in MÃ¼nchen zu Recht: Afghanistan und Pakistan sind schwieriger als Irak und Vietnam. Ich sehe das so: Mit Obama gibt es eine letzte groÃŸe Chance.</p></div>


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