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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Ein Tag in Khulm und Mazar</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Afghanistan</span>

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        <h1>
            Ein Tag in Khulm und Mazar         </h1>
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       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 27. Dezember 2010 14:17:44 +02:00 (176661 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Auf seiner letzten Afghanistanreise im August besuchte W. Nachtwei auch den Distrikt Khulm im Norden. Dort lernte er den deutschen Entwicklungsexperten kennen und schÃ¤tzen, der vier Monate spÃ¤ter ermordet wurde. Die Fotos zeigen &quot;sein&quot; Khulm und entstanden aus seinem Wagen heraus.</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Ein Tag im August - bei der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Khulm und Mazar-e Sharif</strong></p>
<p align="center">Winfried Nachtwei, MdB a.D.</p>
<p>Im Rahmen meiner letzten (15.) Afghanistanreise besuchte ich am 31. August 2010 mehrere Entwicklungsprojekte in der Provinz Balkh. Im Unterschied zu den Tagen mit Bundeswehr und Polizei/FeldjÃ¤gern bewegen wir uns heute frei in unauffÃ¤lligen Pkws.</p>
<p><img style="float: left; margin: 5px;" src="images/article/152-200.jpg" alt="Khulm " />Vom Camp Marmal auf der gut ausgebauten RingstraÃŸe nach Osten Richtung Khulm. Nach ca. 20 Minuten liegt sÃ¼dlich der StraÃŸe ein neu errichteter Industriepark. Das GelÃ¤nde ist voll erschlossen, die GrundstÃ¼cke sind weitgehend verkauft/verpachtet.</p>
<p>Kurz spÃ¤ter treffen wir auf eine Kreuzung der ganz besonderen Art: Hier Ã¼berquert das Gleis der <strong>neuen und bisher einzigen Eisenbahnstrecke</strong> von Heraton (westlich Termez) an der usbekischen Grenze nach Mazar die RingstraÃŸe. Anfang des Jahres wurde mit dem Bau der 75 km langen Strecke begonnen. Die Baukosten von 170 Millionen US-$ wurden zum groÃŸen Teil von der Asian Development Bank finanziert. Im kommenden FrÃ¼hjahr soll sie nach dem Bau von fÃ¼nf BahnhÃ¶fen in Betrieb gehen. Es ist die erste Eisenbahnlinie in einem Land, wo die mangelhafte Verkehrsinfrastruktur ein Hauptentwicklungshindernis ist. Es gibt PlÃ¤ne, die Bahnstrecke nach Herat im Westen sowie nach Osten fortzufÃ¼hren. Die Umsetzung dieser PlÃ¤ne wÃ¼rde fÃ¼r Afghanistan einen enormen Entwicklungssprung bedeuten. Zusammen mit dem jungen Entwicklungsexperten (Berater beim Programm fÃ¼r nachhaltige Wirtschaftsentwicklung) lasse ich mich auf dem Gleis fotografieren. Die lokale â€žMÃ¼nstersche Zeitung&quot; verÃ¶ffentlicht es mit dem richtigen GespÃ¼r groÃŸ unter der Ãœberschrift â€žAuf der Trasse der Hoffnung&quot;. (MZ 13.9.2010)</p>
<p><img style="float: right; margin: 5px;" src="images/article/154-200.jpg" alt="Khulm" />Als ich dem afghanischen Fahrer Ã¼ber die Schulter schaue, staune ich: Wir fahren tatsÃ¤chlich 140 km/h. Der gute Zustand der StraÃŸe lÃ¤sst das zu. Zwischen RingstraÃŸe und Marmalgebirge fÃ¼hren Hochspannungsleitungen nach SÃ¼den.</p>
<p>60 km Ã¶stlich von Mazar liegt die Distriktstadt <strong>Khulm (Tashkurgan</strong>). Vor der Kriegszeit befand sich hier der letzte traditionell Ã¼berdachte Bazar des Landes. Von der HauptstraÃŸe gehen wir zu FuÃŸ einige hundert Meter durch ein Viertel zu einer traditionellen <strong>Ledergerberei.</strong> In einem tausend Jahre alten Verfahren werden hier die HÃ¤ute zu Leder verarbeitet: Sie durchlaufen verschiedene Gruben, wo ein Jahr altes â€žWasser&quot; (â€žhorrible water&quot;) voller Bakterien ist, werden mit FÃ¼ÃŸen gestampft, getrocknet und salzgehÃ¤rtet. Der Gestank dieser Produktionsweise ist noch das geringste Problem. In der in Bau befindlichen Gerberei am Ortsrand sollen die Produktion quantitativ und qualitativ gesteigert und die giftigen Begleitfolgen fÃ¼r Mensch und Umwelt reduziert werden. Von zzt. 400 HÃ¤uten pro Monat will man auf 500 pro Tag kommen. In der neuen Gerberei sollen ca. hundert Menschen beschÃ¤ftigt sein. Auf den MÃ¤rkten stammen 80% der Lederwaren aus Pakistan.</p>
<p>In der angegliederten Ausbildungswerkstatt erstellen Jungens Sandalen, Taschen und GÃ¼rtel.</p>
<p>Das <strong>StraÃŸenbauprojekt</strong> Khulm - Kunduz, finanziert von der Kreditanstalt fÃ¼r Wiederaufbau (KfW): Uns fÃ¼hrt der verantwortliche deutsche Ingenieur M.S., Consultant von Gauff Ingenieure GmbH &amp; Co. KG aus Frankfurt/Main. Er ist sehr landeserfahren, wohnt in Khulm und ist dort unter den Menschen sehr anerkannt. Ich fahre in seinem Wagen mit. Die HauptstraÃŸe ist unbefestigt und tief zerfurcht. Am Khulm-FluÃŸ geht die Piste die BÃ¶schung herunter durch eine Furt. Beim Queren muss man schon aufpassen, nicht plÃ¶tzlich stecken zu bleiben. Einige Meter weiter WagenwÃ¤sche im FluÃŸ.</p>
<p>Die einzige ausgebaute StraÃŸenverbindung von Mazar nach Kunduz (und danach weiter nach Kabul) geht Ã¼ber 290 km Ã¼ber Pol-e Khomri im SÃ¼dosten. Der Wiederaufbau der zerstÃ¶rten West-Ost-StraÃŸe verkÃ¼rzt die Strecke um ein Drittel auf 160 km. Umgangen wird damit zugleich die enge, 300 Meter tiefe Schlucht des Khulm-Flusses (Tangi Tashkurgan) , die bei einem Erdrutsch oder Erdbeben vÃ¶llig unpassierbar werden kÃ¶nnte. Es ist ein Projekt von hoher PrioritÃ¤t.</p>
<p>Gerade wird an dem ersten Bauabschnitt von 8 km gearbeitet. Ende des Jahres soll der fertig gestellt sein. Flankiert wird das StraÃŸenbauprojekt durch BegleitmaÃŸnahmen: komplette SchulbuchsÃ¤tze fÃ¼r zwei Schulen und InstandsetzungsmaÃŸnahmen, Solarenergie fÃ¼r den OP-Bereich und die Apotheke des Krankenhauses.</p>
<p>Direkt neben einer Moschee wurde ein 138 Meter tiefer Brunnen errichtet. Die Solarpumpe fÃ¶rdert tÃ¤glich 5-10.000 Liter <strong>sauberes Trinkwasser</strong> fÃ¼r 1.000 Menschen. Das reduziert die Magen- und Darmerkrankungen. Bisher hatten die Menschen ihr â€žTrinkwasser&quot; aus GrÃ¤ben schÃ¶pfen und etliche Kilometer tragen mÃ¼ssen. Auch wenn die Zeit drÃ¤ngt, will uns M.S. noch unbedingt einen anderen Aufbauerfolg zeigen. Ãœber die RingstraÃŸe fahren wir durch die spektakulÃ¤re Schlucht des Khulm-Flusses im sich weitenden Tal zu einer eingefassten Quelle, durch die der Fluss jetzt ganzjÃ¤hrig Wasser bekommt. â€žWasser ist hier immer der erste Wunsch!&quot; sagt der Ingenieur.</p>
<p>Auf dem Weg dorthin passieren wir den Bagh-e Jahannameh Palast, errichtet unter Abdur Rahman Khan im spÃ¤ten 19. Jahrhundert im indischen Kolonialstil.</p>
<p>Khulm hat ca. 30.000 Einwohner, mit Randgebieten sind es 60.000. Die BevÃ¶lkerung ist konservativ und zugleich aufgeschlossen, die Gegend gilt als sehr sicher.</p>
<p>Eine Grundaversion bestehe gegenÃ¼ber den USA. Die kÃ¶nnten machen, was sie wollen. Zugleich wachse eine Grundstimmung, wonach die Taliban zunehmend als Ordnungsfaktor gelten.</p>
<table border="3">
<tbody>
<tr>
<td>
<p>Am 24. Dezember 2010 wurde M.S., der zusammen mit drei Afghanen in  einem Fahrzeug am StraÃŸenprojekt unterwegs war, bei Kharschhargan von  zwei MÃ¤nnern auf Motorrad beschossen. M.S. wurde schwer, ein Mitfahrer  leicht verletzt. Die Verletzten wurden im Bundeswehrlazarett von Camp  Marmal behandelt. M.S. starb kurz nach Mitternacht.</p>
<p>Er galt als Vorbild. Er wird es bleiben.</p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>In <strong>Mazar-e Sharif</strong> Besuch einer <strong>Rule-of-Law-Versammlung</strong> im frÃ¼heren Deutschen Haus: Aus sechs Distrikten sind hier die Chefs von Staatsanwaltschaft und Polizei versammelt. Moderatoren sind zwei Jura-Professoren, die frÃ¼her StaatsanwÃ¤lte waren. Ich frage nach den grÃ¶ÃŸten Problemen. Das sind zu allererst die viel zu niedrigen PersonalstÃ¤rken. In einem Distrikt mit 64 DÃ¶rfern und Ã¼ber 100.000 Einwohnern sieht der Stellenplan 90 Polizisten vor. In Wirklichkeit sind nur 64 vor Ort. 25 Polizisten sind auÃŸerhalb im Einsatz. In einem anderen Distrikt sind 45 Polizisten fÃ¼r 185.000 Einwohner vorgesehen. Das zweit drÃ¤ngendste Problem sei die mangelhafte Ausstattung. Die GesprÃ¤chsatmosphÃ¤re ist sehr lebendig.</p>
<p>Solche Veranstaltungen mit 30-40 Teilnehmern finden alle drei bis vier Wochen statt. Bisher organisierten die RoL-Experten 75 solcher Workshops.</p>
<p>Zum dritten Mal seit 2008 und 2009 besuche ich das <strong>Teacher Training College</strong> in Mazar, heute erstmalig in dem mit KfW-Geldern neu errichteten GebÃ¤ude. Bei den frÃ¼heren GesprÃ¤chen mit Studierenden und Lehrpersonen war mir die starke Motivation dieser Menschen aufgefallen. Es waren die hoffnungsvollsten Begegnungen bei all meinen Afghanistanreisen. Die angeschlossenen Wohnheime bieten Platz fÃ¼r jeweils 300 Frauen und MÃ¤nner. Wegen der Schulferien treffe ich dieses Mal nur einige pÃ¤dagogische Mitarbeiterinnen und den Schulleiter. Zum TTC Mazar gehÃ¶ren fÃ¼nf Sub-TTC`s und zehn Experimentalschulen. Provinzweit sind ca. 1.500 Studierende in der Ausbildung und 2.250 in der Lehrerfortbildung. GTZ und DED finanzieren afghanische Didaktikexpertinnen.</p>
<p>(In der Kriegszeit waren zwei Drittel der 473 Schulen der Provinz Balkh zerstÃ¶rt oder beschÃ¤digt worden. In Mazar hat nur die HÃ¤lfte der Lehrerinnen und Lehrer einen Ausbildungsabschluss, auf dem Land sind es nur 8%. 2007 nahm in Mazar eine LehrerausbildungsstÃ¤tte mit UnterstÃ¼tzung der GTZ wieder ihre Arbeit auf.)</p>
<p>Deutsche Entwicklungszusammenarbeit fÃ¶rderte in fÃ¼nf Provinzen des Nordens die Errichtung von Teacher Training Colleges. Bis 2013 sollen jÃ¤hrlich 9.000 Studierende die Colleges absolvieren.</p>
<p>Im Camp Marmal GesprÃ¤ch mit deutschen Experten der GTZ fÃ¼r <strong>Fluglotsenausbildung</strong> (Flight Controller Training). In der Region um Mazar leben fast eine Million Menschen. Den Internationalen Flughafen Mazar nutzen zzt. mehr als 100.000 Passagiere pro Jahr. Nach dem von Deutschland (KfW) und Vereinigten Arabischen Emiraten finanzierten Ausbau im Januar 2012 sollen es mehr als 400.000 sein. Der Flughafen ist sieben Tage die Woche rund um die Uhr in Betrieb und benÃ¶tigt 18 Fluglotsen. Bisher gibt es keine afghanischen Fluglotsen. Sie werden von ISAF gestellt, in Mazar sind es zehn der Bundeswehr. In Kabul existiert wohl ein Institut fÃ¼r Flugsicherung. Es soll aber bisher wenig produktiv sein.</p>
<p>Die Fluglotsenausbildung in Mazar startete Anfang 2010 und soll bis 2013 gehen. Von den anfangs Ã¼ber 200 Auszubildenden sind noch 47 in zwei Kursen Ã¼brig. Die sechs deutschen Trainer kommen jeweils fÃ¼r einen Monat her. Elementares Grundwissen (Unterscheidung von Himmelsrichtungen, von rot und grÃ¼n) muss vermittelt, anfÃ¤ngliche Scheu, Fragen zu stellen (man will den Lehrer nicht bloÃŸstellen), Ã¼berwunden werden. Ende des Jahres soll die Ausbildung am Simulator beginnen.</p>
<p>Die Einnahmen aus der Flugsicherung sind erheblich und bilden zzt. den zweithÃ¶chsten Einnahmeposten im Staatshaushalt. Die GebÃ¼hren (z.B. 500 US-$ fÃ¼r die Ãœberquerung des afghanischen Luftraums) mÃ¼ssen aber fÃ¼r die Flugsicherung eingesetzt werden. Die Deutsche Flugsicherung (DFS), die als eine der besten der Welt gelte, ist hier zunehmend beratend tÃ¤tig. Man drÃ¤ngt auf den Aufbau einer Flugsicherungsorganisation, fÃ¼r die auch wieder qualifiziertes Personal gebraucht wird.</p>
<p>Hier gebe es jede Menge Chancen. Es wÃ¤re ein Jammer, wenn die kÃ¼nftigen Fluglotsen mit ihren 90 US-$ Lohn zzt. abgeworben werden kÃ¶nnten.</p>
<p>Die deutschen Trainer sind unbÃ¼rokratisch beim German Police Project Team untergebracht. Man arbeite sehr gut mit Bundeswehr und Bundesinnenministerium zusammen. Es ergeht der Appell, die folgenden Ausbildungsvorhaben nicht fremdzuvergeben, sondern selber zu Ã¼bernehmen.</p>
<p><strong>Abendrunde mit elf Entwicklungsexperten</strong> im neuen Deutschen Haus. Der neue Komplex liegt unweit des Bazar, besteht aus mehreren GebÃ¤uden und ist zwei- bis dreimal so groÃŸ wie das frÃ¼here Deutsche Haus. Ich treffe wieder Stefan O., dem ich zuletzt im September 2009 in Kabul begegnete und vor Jahren in Tiflis/Georgien. Einzelne sind seit 2007/8 in Afghanistan, mehrere seit wenigen Monaten. Der Anteil junger Frauen und MÃ¤nner unter den Experten ist auffÃ¤llig groÃŸ.</p>
<p>- Angesichts der politischen GroÃŸwetterlage besteht ein groÃŸer Wirkungs- und Erfolgsdruck.</p>
<p>- Deutsche NGO`s gibt es im Norden nur noch wenige: Die <span style="text-decoration: underline;">Dt. Welthungerhilfe</span> arbeitet seit 1980 in Afghanistan, hat sich aber seit einigen Jahren aus Kunduz zurÃ¼ckgezogen. (Zzt. FÃ¶rderung des Anbaus von Ã–lrosen in drei Distrikten der Ostprovinz Nangarhar, aus denen RosenÃ¶l und -wasser gewonnen wird. Die Nachfrage ist hoch, das Einkommen solide.) Am breitesten ist im Norden <span style="text-decoration: underline;">KinderBerg International</span> e.V. aktiv. Seit Februar 2002 in Afghanistan fÃ¼hrt KBI seit Ende 2006 das vom AA vollfinanzierte Projekt â€žCommunity-Building in Nord-Afghanistan&quot; in den Provinzen Kunduz, Takhar und Badakhshan durch. Im Mittelpunkt steht der Aufbau einer basismedizinischen Grundversorgung. KBI arbeitet mit dem afghanischen Gesundheitsministerium, mit den informellen, traditionellen Strukturen und der Bundeswehr zusammen. (<a href="http://www.kinderberg.org/">www.kinderberg.org</a>) Der <span style="text-decoration: underline;">Afghanische Frauenverein</span> e.V. (Vorsitzende Nadia Nashir-Karim) fÃ¶rdert Projekte in Nord- und SÃ¼dostafghanistan: Brunnenbau in der Provinz Kunduz, Distrikt Daste Archi und Qalai Zal, die Khazani Jungen- und MÃ¤dchenschule bei Kunduz mit 1.000 MÃ¤dchen und Jungen, die kleine Schule im Dorf Nurzai, Distrikt Chahar Darreh/Kunduz mit 50 MÃ¤dchen und Jungen. (<a href="http://www.afghanischer-frauenverein.de/">www.afghanischer-frauenverein.de</a>) â€ž<span style="text-decoration: underline;">Afghanistan-Schulen</span>&quot;, 1983 von Ursula NÃ¶lle gegrÃ¼ndet, unterstÃ¼tzt vor allem Schulprojekte im Nordwesten um Andkhoi. Der <span style="text-decoration: underline;">Dachverband des afghanischen medizinischen Fachpersonals</span> (DAMF e.V.) fÃ¼hrte medizinische Ausbildungskurse u.a. in Mazar und Kunduz durch. Katachel e.V. (Vorsitzende Sybille Schnehage) arbeitet seit 1994 in der Provinz Kunduz, ausgehend von dem Dorf Katachel. Insgesamt wurden bisher mit erheblicher UnterstÃ¼tzung von AA und BMZ 24 Schulen errichtet und ausgestattet (u.a. in Ali Abad, Omar Khel, Chahar Darreh), auÃŸerdem Brunnenbau, BrÃ¼cken- und StraÃŸenbau, Ausbildungsvorhaben. (<a href="http://www.katachel.de/">www.katachel.de</a>)</p>
<p>- Die US-Aufbauoffensive stehe noch am Anfang. Von den angekÃ¼ndigten 90 Millionen US-$ fÃ¼r Badakhshan und den 600-700 Millionen fÃ¼r den Norden sei noch nichts zu sehen. Aber die Amerikaner reprÃ¤sentieren einen Geldstrom, die GTZ ein â€žBÃ¤chlein&quot;.</p>
<p>- Im Rahmen des National Solidarity Program (NSP) bieten die gewÃ¤hlten GemeindeentwicklungsrÃ¤te eine flÃ¤chendeckende, gute Struktur fÃ¼r die Entwicklungszusammenarbeit auf Dorf- und Distriktebene. In der Provinz Kunduz gibt es 719 dieser Councils (landesweit in zwei Drittel aller DÃ¶rfer). Die GTZ bietet seit Mai 2008 in Kunduz, Takhar und Badakhshan Trainings fÃ¼r Finanzmanagement, Beschaffungswesen, technische Grundbildung an.</p>
<p>- Zur zivil-militÃ¤rischen Zusammenarbeit: Eine zivile Leitung von PRT`s sei inzwischen denkbar. (Einige Tage vorher im PRT Kunduz drÃ¤ngte darauf vor allem ein Bundeswehroffizier.) Ein anderes Problem sei, dass Bundeswehr in viele Teile der Region gar nicht dÃ¼rfe. Zum Beispiel habe man BundeswehrunterstÃ¼tzung beim Transport von Dynamit fÃ¼r den StraÃŸenbau benÃ¶tigt, diese aber nicht bekommen. Es war auÃŸerhalb des Aktionskreises der Bundeswehr.</p>
<p>- Bei der Nothilfe sei das grÃ¶ÃŸte Problem die schnelle Personalfluktuation: Da gebe es ein erstes GesprÃ¤ch - und nichts weiter folge. Eine nur deutsche Runde reiche nicht, Afghanen mÃ¼ssten dabei sein.</p>
<p>- Der Diskurs in Deutschland und anderswo um angeblich unrealistische Aufbauziele, die jetzt reduziert werden mÃ¼ssten, sei hier nicht spÃ¼rbar, auch nicht beim Genderprojekt.</p>
<p>Das anschlieÃŸende leckere Iftar-Essen (Fastenbrechen im Ramadan) im Garten des Deutschen Hauses schlieÃŸt einen Afghanistan-Tag ab, wie es ihn nach deutscher Wahrnehmung gar nicht geben kann: friedlich, hoffnungsvoll - und bei alledem nÃ¼chtern. Um die entspannte und lockere Runde nicht abzubrechen, gehe ich nicht auf das Angebot ein, mal eben noch einen Spaziergang zur Blauen Moschee zu machen.</p>
<p>Dankbar bin ich fÃ¼r die heutigen Erfahrungen und vor allem Begegnungen. Es sind schon tolle Frauen und MÃ¤nner, die sich hier im Auftrag der Bundesregierung fÃ¼r Aufbau und Entwicklung in Afghanistan engagieren.</p>
<p><em>(Der Bericht Ã¼ber die gesamte Reise ist noch in Arbeit.) </em></p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">Fotos</span></em></p>
<p><em>StraÃŸe im Bau und HauptstraÃŸe in Khulm (aus dem Wagen von M.S. fotografiert)</em></p>
<p>Â </p></div>


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