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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Nachtwei zum NATO-AWACS-Einsatz in Afghanistan</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Afghanistan + Rede von Winfried Nachtwei</span>

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        <h1>
            Nachtwei zum NATO-AWACS-Einsatz in Afghanistan         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 2. Juli 2009 00:07:43 +01:00 (134157 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Am Abend des 2. Juli hielt <strong>Winfried Nachtwei</strong> im Bundestag seine letzte (246.) Rede. Im vollen Plenarsaal spendeten ihm die Abgeordneten - viele stehend - besonders herzlichen Beifall. Dutzende PolitikerInnen aller Fraktionen dankten ihm persÃ¶nlich, von den GrÃ¼nen und MÃ¼nsteraner KollegInnen Ã¼ber Peter Struck, Heidi Wieczorek-Zeul und Karl-Theodor zu Guttenberg bis zu Angela Merkel. Hier seine letzte Rede im Deutschen Bundestag:</p></div>
            <div>    <p><strong>VizeprÃ¤sidentin Petra Pau:</strong></p>
<p>Das Wort hat der Kollege Winfried Nachtwei fÃ¼r die Fraktion BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)</p>
<p><strong>Winfried Nachtwei</strong> (BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN):</p>
<p>Frau PrÃ¤sidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! In der ersten Lesung vor 14 Tagen habe ich schon einiges zu den beiden folgenden SchlÃ¼sselfragen gesagt: Erstens: Ist der Einsatz von AWACS-Flugzeugen fÃ¼r die Schaffung von mehr Flugsicherheit notwendig? Zweitens: FÃ¼hren sie zu mehr Krieg? Wichtige Fragen muss man beantworten. Meine PrÃ¼fung und weitere Informationen haben ergeben: Der Bedarf bei der Flugsicherung hat sich erhÃ¤rtet.</p>
<p>(Beifall bei Abgeordneten der FDP)</p>
<p>Es gab in den letzten Jahren bei den Flugbewegungen einen Zuwachs von 25 Prozent. In den Jahren zuvor hat es zahlreiche kritische zivile Begegnungen bzw. BeinaheunfÃ¤lle gegeben. Man muss feststellen, dass der Flugverkehr immer wieder unterbrochen werden muss, weil keine guten Sichtflugbedingungen herrschen. Dies ist fÃ¼r alle Nutzer des Luftraumes von erheblicher Bedeutung.</p>
<p>Ich mÃ¶chte wiederholen, was ich in meiner Rede vor 14 Tagen bereits gesagt habe: Die AWACS-Flugzeuge ordnen den Luftraum fÃ¼r alle Nutzer; das ist ihre FÃ¤higkeit und ihre Aufgabe. Ob mehr Luftangriffe geflogen werden und ob es mehr Ziviltote gibt, liegt nicht an den AWACS-Flugzeugen, sondern an der Strategie der ISAF und insbesondere der USA sowie an deren taktischer Umsetzung. Das ist der Knackpunkt.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)</p>
<p>In diesen Tagen komme ich zu einem anderen Ergebnis, als ich zum Beispiel vor einem Jahr gekommen wÃ¤re. Die Aussagen der verschiedenen Ebenen der amerikanischen FÃ¼hrung sind inzwischen eindeutig: A und O ist der Schutz der BevÃ¶lkerung. Wenn dieser nicht gewÃ¤hrleistet wird, kann man alles andere vergessen. Dies gilt inzwischen auch fÃ¼r die taktischen Weisungen. Ãœberall dort, wo ein Risiko fÃ¼r die BevÃ¶lkerung besteht, will man keine Luft-Boden-EinsÃ¤tze durchfÃ¼hren.</p>
<p>Ich mache es jetzt so, wie ich es in den letzten Jahren gemacht habe: Ich bin nach wie vor der Meinung, dass solche Fragen immer nach bestem Wissen und Gewissen geprÃ¼ft werden mÃ¼ssen. Man darf dabei nicht auf etwas anderes RÃ¼cksicht nehmen.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, der SPD und der FDP)</p>
<p>Mein schlichtes Ergebnis lautet: FÃ¼r die sehr kritische Flugsicherheit sind diese GerÃ¤te unabdingbar; denn die stationÃ¤re Flugsicherheit ist zurzeit nur lokal gewÃ¤hrleistet. Sie kann erst in einigen Jahren aufgebaut werden; da ist mehr Energie notwendig. Abhilfe ist aber hier und heute gefragt.</p>
<p>Ich komme zur Beantwortung der zweiten Frage: Die BefÃ¼rchtung der Beihilfe zur Eskalation durch den Einsatz der AWACS-Flugzeuge halte ich fÃ¼r unbegrÃ¼ndet.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN und bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)</p>
<p>Von daher sind die AWACS-Flugzeuge fÃ¼r mich etwas anderes als die Tornados. Damals habe ich keine Zustimmung empfohlen. Jetzt werde ich mit der Mehrheit meiner Fraktion zustimmen. Andere Mitglieder meiner Fraktion werden sich aus legitimen GrÃ¼nden der Stimme enthalten oder auch den Antrag ablehnen.</p>
<p>Dieses punktuelle Votum Ã¤ndert nichts an meiner grÃ¶ÃŸten Beunruhigung, die Entwicklung in Afghanistan, und auch nichts an meiner groÃŸen Beunruhigung Ã¼ber die diesbezÃ¼gliche Politik der Bundesregierung. Ihre Ã„uÃŸerungen - so muss ich immer wieder feststellen - sind von Selbstzufriedenheit geprÃ¤gt. Offenbar ist der Ernst der Lage in Afghanistan bei der Regierung noch nicht angekommen.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der FDP)</p>
<p>Wo ist im achten Jahr des Afghanistan-Engagements eigentlich eine ehrliche Zwischenbilanz? Die Leute fragen zu Recht: Warum wird es immer schlechter? Da muss man eine nÃ¼chterne und ehrliche Antwort geben. Wo sind Ã¼berprÃ¼fbare Zwischenziele fÃ¼r die deutschen Aufbauanstrengungen im Norden? Wo ist der forcierte Polizeiaufbau? Wie kann es geschehen, dass im vorigen Jahr in der Provinz Kunduz 537 afghanische Polizeistellen gestrichen wurden? Da soll man sich nicht wundern, wenn sich AufstÃ¤ndische in den verschiedenen Distrikten festsetzen.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der FDP)</p>
<p>Zusammengefasst muss ich sagen: Beim Thema Afghanistan ist bei der Bundesregierung viel zu viel Halbherzigkeit zu erkennen. Das ist gerade in der jetzigen Situation brandgefÃ¤hrlich.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der FDP)</p>
<p>Seit 1994 habe ich im Bundestag erhebliche UmbrÃ¼che in der deutschen Friedens- und Sicherheitspolitik miterlebt. Manchmal war es sehr schwierig, und es kann sein, dass die nÃ¤chsten Wochen und Monate noch einmal um einiges schwieriger werden. Als umso ermutigender habe ich es erfahren, welche neuen FriedensfÃ¤higkeiten wir im Bundestag aufbauen konnten und wie vielen Menschen, Friedenspraktikern mit Herz und Verstand ich in Krisenregionen begegnen durfte.</p>
<p>Ich mÃ¶chte ausdrÃ¼cklich den verschiedenen Ressorts danken, dem Entwicklungshilfeministerium,</p>
<p>(Beifall des Abg. Gert Weisskirchen [Wiesloch] [SPD])</p>
<p>dem Innenministerium und den Polizisten, dem AuÃŸenministerium und den Diplomaten sowie dem Verteidigungsministerium und den Soldaten, die das genaue Gegenteil von dem tun, was die Wehrmacht angestellt hat. Ihnen allen gilt mein ausdrÃ¼cklicher Dank!</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN, bei der SPD und der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)</p>
<p>Ich danke Ihnen und euch allen fÃ¼r die hervorragende sowohl menschliche als auch politische Zusammenarbeit, die es immer wieder - natÃ¼rlich nicht immer - gab. Ich danke meiner Fraktion fÃ¼r ihr Vertrauen, meinen Mitarbeiterinnen und meiner lieben Frau Angela.</p>
<p>Danke.</p>
<p>(Anhaltender Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN - Beifall bei der SPD und der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der LINKEN)</p>
<p><strong>VizeprÃ¤sidentin Petra Pau:</strong></p>
<p>Kollege Nachtwei, es begleiten auch Sie die guten WÃ¼nsche des gesamten Hauses in Ihren neuen Lebensabschnitt. Ich habe das heute schon mehrfach zu Kolleginnen und Kollegen gesagt und mit einigen auch darÃ¼ber gesprochen, dass ich noch keine bessere Beschreibung fÃ¼r den Zustand gefunden habe, in dem Sie sich zukÃ¼nftig wiederfinden werden. Alles, alles Gute!</p>
<p>(Beifall - Winfried Nachtwei [BÃœNDNIS 90/ DIE GRÃœNEN]: Wir Veteranen wÃ¼nschen auch euch alles Gute!)</p></div>


           <br />
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