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Wegen Corona kein öffentlich-gemeinsames Gedenken an die Riga-Deportation am 13.12.1941 - aber wenigstens diese ERINNERUNG: Bericht von Siggi Weinberg (22) und mein Gespräch mit ihm 1991 in Brooklyn

Veröffentlicht von: Nachtwei am 12. Dezember 2020 18:07:10 +01:00 (11459 Aufrufe)

Seit 1991 wird alljährlich am Ort des früheren Lokals Gertrudenhof an der Warendorfer Str. in Münster der Deportation von 390 jüdischen Menschen aus rund 40 Orten des Münsterlandes nach Riga gedacht. Wegen Corona findet in diesem Jahr kein öffentlich-gemeinsames Gedenken statt. Ich möchte wenigstens im Netz an die Verschleppung der damaligen Nachbarn erinnern: mit dem Bericht des damals 22-jährigen Siggi Weinberg, der 1944 in Riga untertauchen konnte, seine Befreiung und dann erneute inhaftierung erlebte. Von letzterem berichtete er mir bei einem Besuch bei ihm in Brooklyn im April 1991. 

Wegen Corona kein öffentlich-gemeinsames Gedenken an die Riga-Deportation am

13.12.1941 – aber wenigstens diese Erinnerungen von Siggi Weinberg aus Münster – und mein Gespräch mit ihm 1991 in Brooklyn

Winfried Nachtwei (12/2020)

Fotos auf www.facebook.com/winfried.nachtwei

Siegfried Weinberg (22), Auto- und Elektromechaniker aus Münster, war einer von den 390 jüdischen Menschen aus rund 40 Orten im Regierungsbezirk Münster (Liste am Ende), die am 13. Dezember 1941 aus dem Münsterland nach Riga deportiert wurden. Hier Auszüge aus seinem nach der Befreiung im Oktober 1944 in Riga entstandenen Bericht. Auf den „Weinberg-Bericht“ machte mich der NS-Verfolgte und Antifaschist Paul Wulff in Münster vor unserer ersten Riga-Reise im Sommer 1989 aufmerksam. Veröffentlicht ist der Bericht „In der Hölle des Ostens – Ein junger Münsteraner Jude berichtet von seinen Erlebnissen in lettischen Konzentrations- und Arbeitslagern 1941-1944“ von Diethard Aschoff in Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Münster, 12. Band, Münster 1987.

Der „Bielefelder Transport“ umfasste insgesamt 1.012 Personen.

 „Es war der 18. November 1941, an dem meine Schwester Ruth und ich benachrichtigt wurden, dass wir auf der Liste für den 13. Dezember 1941 stattfindenden „Evakuierungs-Transport“ uns befänden und uns dementsprechend vorbereiten sollten.

Meine Eltern brauchten nicht mit, da meine Mutter seit 18 Jahren gelähmt war und nicht gehen konnte, und mein Vater auch kränklich war. Meine älteste Schwester Hedwig durfte zur Pflege meiner Eltern ebenfalls dort bleiben, musste jedoch über Tag in einer Fabrik arbeiten. Ferner wurden Familien mit Säuglingen und Kranken noch zurückgelassen.

Am 11. Dezember 1941 wurden meine Schwester und ich wie auch alle anderen Juden von Beamten der Gestapo verhaftet. Wir wurden visitiert und Wertsachen wie Uhren, Schmuck usw. abgenommen, die Möbel und zurückbleibenden Sachen beschlagnahmt sowie die Wohnungen versiegelt.

Sodann wurden wir in dem großen Restaurant „Gertrudenhof“ (in Münster/i/W.) unter Bewachung konzentriert. Hier fand nun eine große Gepäck- und Leibesvisitation statt. Messer, Scheren, Rasierklingen, Toilettenartikel, Lebensmittel und Wäsche wurden bis auf etwas Wäsche und Lebensmittel abgenommen.

Am 12. Dezember 1941 abends um 11 Uhr begann der Abtransport zum Güterbahnhof. Ca,. 35-40 Personen wurden in kleine Omnibusse mit Handgepäck hineingezwängt und zum Bahnhof befördert. Der Sadismus und die teuflische Lust der Gestapo am Quälen der Menschen zeigte sich hier. Lassen Sie mich die Nacht kurz schildern:

Stockfinster liegt die Nacht. Es regnet. Zwei schwere Tage liegen hinter uns. Denn ich bin ein junger, gesunder Bursch, und ich hielt es für meine Pflicht, einzuspringen und zu helfen, den vielen Familien mit Kindern und alten, kränkliche Menschen.

Aber was sind körperliche Strapazen gegen seelische Schmerzen! Noch ist in mir das Bild vom Abschied von meinen Eltern und besonders von meiner Mutter. Die Mutter, das Teuerste und Beste, was ein Mensch auf der Welt besitzt, sie konnte sich nicht erheben und mitgehen mit ihren Kindern. Sie musste zusehen, wie wir abgeführt wurden. (…) Ja, ich glaube, Sie können verstehen, was das bedeutet. Der Schmerz es Herzens und der Seele war groß, ber doch konnte ich nicht weinen. Mein Leben lang werde ich diesen Abschied nicht vergessen.

Auch so waren meine Gedanken an die letzten, vergangenen Stunden, währenddessen ich eingezwängt im Omnibus stand. Da knirschten die Bremsen, doch noch hielt der Wagen nicht richtig, da wurden schon die Türen aufgerissen. Die Gestapo-Beamten fingen an zu rasen. „Verfluchte Hunde, seid ihr noch nicht raus, aber schneller, sonst hagelt es“ usw.

Die älteren Leute wurden natürlich aufgeregt, und wir Jungenwarfen unser Gepäck beiseite und halfen, was nur zu helfen war, doch die Schläge hagelten auf uns nieder. Aber willenlos mussten wir alles über uns ergehen lassen. Bis zum Morgengrauen waren dann 400 Juden aus dem Bezirk Münster i/Westf. In Personenwaggons 3. Klasse zu je 8-10 Personen pro Abteil untergebracht. Die Türen der Waggons wurden daraufhin verschlossen. Um 10 Uhr morgens am 13. Dezember setzte sich der Zug in Bewegung.

Die Fahrt ging dann nach Bielefeld (Westf.), wo auch ein Zug von ebenfalls 400 Juden angehängt wurde, sodann weiter nach Osnabrück, wo ein Transport von 200 Juden angehängt wurde.

Das war die letzte Station. Unaufhaltsam rollten wir dann unserem Schicksal, das dunkel und schwer vor uns lag, entgegen. Verpflegung mussten wir für die Fahrt mitnehmen, da während der Fahrt nichts gegeben wurde. Am 15. Dezember 1941 abends 23 Uhr rollten wir in Riga Skirotawa ein und durften am 16. Dezember 1941 um 9 Uhr die Waggons verlassen. Geld musste abgegeben werden. Zuwiderhandlungen wurden mit dem Tode bestraft. Von Skirotawa aus begann der Marsch ins Ghetto, 5 km von Skirotawa entfernt.

Im Ghetto waren schon vor uns Transporte aus Deutschland. Es waren Transporte aus Köln a/Rh., Hannover usw. Ein Transport bestand jeweils aus 1000 Personen.

Wohnungen wurden uns eingewiesen, und seelisch und körperlich waren wir erschöpft, aber die Quälerei begann ja erst.

Am 17. Dezember war der erste Appell, und schon wurden wir zur Arbeit getrieben.

Am 18. Dezember waren dann die ersten Todesopfer zu beklagen. Abends um 21 Uhr begann eine Kontrollrazzia im Ghetto. SD drang in die Wohnungen ein, durchsuchte die Wohnungen und prügelte die Männer, die nicht schnell genug auf eine Frage antworteten.

In dem Hause, in dem ich wohnte, wurden zwei Männer von dem SD erschossen. Zwei Schüsse fielen, und am anderen Morgen fanden wir die Leichen der beiden Männer, durch Genickschüsse getötet, vor dem Haus.

Am 22. Dezember 1941 wurde ich dann mit 500 anderen Männern aus den Transporten Münster/Bielefeld/Osnabrück und Hannover nach Salaspils geschickt. Dieser Marsch begann um 9 Uh. Salaspils erreichten die ersten um 2 Uhr, die letzten um 5 Uhr, durchnässt vom Regen und der Hunger groß, da es im Ghetto fast kein Essen bis dahin gegeben hatte außer einer einmaligen Brotration von 250 Gramm für 3 Tage pro Person. (…)

Nach unsrem Transport kamen weitere Transporte aus den Städten Wien, Prag, Berlin, Hamburg, Nürnberg, Dortmund, Düsseldorf. (…) Die Zeit des Elends und der Not hatte begonnen. Die Lebensmittelrationen waren unzureichend und schlecht, das Brot oft ungenießbar, da es nach 1-2 Tagen schimmlig wurde.  

Anfang Februar war dann die erste Aktion nach Dünamünde. Männer, Frauen und Kinder wurden auf Lastkraftwagen mit Gewalt gezerrt. Es würde nach Dünamünde gehen, wurde von dem SD gesagt. Aber man wusste nur zu gut, was Dünamünde hieß. Es war der Tod in schlimmster, unmenschlicher Form. Diese Aktion wurde im März wiederholt. Über 4000 Frauen und Kinder wurden ei diesen Aktionen verschleppt und vernichtet. (…)“

Besuch bei Siggi Weinberg am 6. April 1991 in Brooklyn/New York

(Aus meinen  Reisetagebuch New York 4.-11. April 1991, Recherchen zum Fall Bolevslavs  Maikovskis, ehemaliger Hauptmanns der lettischen Hilfspolizei, gegen den seit 1990 vor dem Landgericht Münster wegen Beteiligung an der Tötung von 170 Bewohnern des ostlettischen Dorfes Audrini verhandelt wurde: https://www.wn.de/Muenster/2014/03/1479397-Vor-20-Jahren-wurde-der-Prozess-gegen-Boleslavs-Maikovkis-eingestellt-Verbrechen-ohne-Suehne  )

„Lange geht`s am Ocean Boulevard runter, schließlich Avenue X / East 28th Street: Da steht der freundlich lächelnde Siggi Weinberg. (Beim ersten Telefonat wollte er schnell Siggi genannt werden) Begrüßung durch Frau Weinberg (Amerikanerin, seit 1953 verheiratet), die für mich besonders artikuliert spricht. (…)

Als Mitbringsel übergebe ich einen Bildband zu Münster: ER blättert durch und erkennt das, was möglich ist, wieder. (Außerdem „Rassenwahn in Münster“ und „Überwältigte Vergangenheit“) Dann kommt er schnell auf die Geschichte zu sprechen. Beide sitzen wir auf dem Sofa, vor mir verschiedene Leckereien. Angesichts seiner Schilderungen greife ich aber nur wenig zu.

Die Weinberg`s waren eine alte Münsteraner Familie, seit langem Inhaber eines Geschäfts für Militärbedarf in der Sonnenstraße 80. Fotos von seinem Vater in Uniform zu Pferd, Erster Weltkrieg – Kürassiere? Vater, Mutter vorm Geschäft; Schnurbart, Haltung: „ein deutscher Mann.“ In der Nazizeit werden ihnen verschiedene Schwierigkeiten gemacht, Umzug in die Gereonstraße.

1935 stellt der Hausarzt Dr. Vonnegut, der u.a. acht Weinberg-Kinder ans Tageslicht befördert hatte, und an den Weinbergs verdient habe, seine Dienste ein. Er lief immer in Uniform herum.

Rudi, Berta und Irma wanderten gegen 1938 in die USA aus. Auch Siggi versuchte es, hatte schon eine Arbeitsstelle in den USA und einen britischen Permit, brauchte nur noch das Visum. Mit Kriegsbeginn gab es aber keine Visa mehr. Hunderte warteten vor dem britischen Konsulat in Köln … erfolglos.

In Salaspils habe er in einer Sägemühle an der Düna gearbeitet, dann mit 40 Männern und 20 Frauen in „Sonnengarten“, ab Herbst 1942 bei „SS Abbruch in der Lacplesa iela, dann mit sechs lettischen Juden im Haus eines SS-Unterscharführers (Schiermann). Starker Lebenswille: Niemals meldete er sich für ein Sonderkommando. Die Leute habe man nie wiedergesehen.

Ruth arbeitete in „Lenta“ (S.D. Werkstätte der SS), wo ca. 500 Frauen und Männer in Schneiderei, Autoreparaturen, Elektro, Warenhaus mit den geraubten Gütern. R. und S. hatten Kiste mit Sachen mitgenommen, geraubt.

Am 12. Juli 1944 fuhren sie nach Lenta, wo wegen Fluchtversuchen gerade eine Durchsuchungsaktion lief und alle davor standen. Um weitere Fluchtversuche zu verhindern, wurden die Gefangenen geschoren, die Frauen ganz, die Männer mit Mittelstreifen.

Vorwurf an die sieben, ihre Chance nicht zu nutzen. „Ihr seid in der Stadt. Warum flieht ihr nicht?“ Der Unterscharführer mahnte, ja nicht abzuhauen. Er habe sein Ehrenwort für sie eingelegt.

Am nächsten Tag, dem 13. Juli, hauten sie ab. Siggi`s Einwand, seine Schwester sei noch in Lenta, begegneten die lettischen Mitgefangenen, bei ihnen sei es ähnlich. Unterschlupf fanden sie in einer Möbelfabrik, wo auch eine Küche war. Der Besitzer half.

Im Oktober 1944 Befreiung durch die Rote Armee. Dass er sich den sowjetischen Soldaten gegenüber als „deutscher Jude“ zu erkennen gab, wurde ihm beinahe zum Verhängnis: Auf das Wort „deutsch“ legten sie sofort auf ihn an. Ein Offizier trat dazwischen, mahnte, in Zukunft nur noch von „Juden aus Deutschland“ zu sprechen.

Siggi fand Unterschlupf an sener alte Arbeitsstelle.

2. Januar 1945 Vorladung: Männliche und weibliche Offiziere mit ausgezeichnetem Deutsch, wahrscheinlich NKWD, forderten ihn auf, seine Geschichte zu erzählen. Sie schrieben kräftig mit. Er kann sich nicht erinnern, selbst jemals einen Bericht geschrieben zu haben („Weinberg-Bericht“). Zum Beispiel von Zügen und Sonderkommando Bobel habe er nichts gewusst. Ansonsten stimme der Bericht aber inhaltlich. Wahrscheinlich stamme der Bericht von dieser Vernehmung. (Das Institut für Zeitgeschichte in München hat ihm inzwischen eine Kopie des Berichts übersandt.)

Eine Woche später wurde S. W. von zwei Soldaten abgeholt. Kein Essen. 19 Uhr, 20 Uhr … Nach Mitternacht zum Verhör durch einen anderen Offizier, groß, blond, perfektes Deutsch: Er solle sich schuldig bekennen!

Mit ca. 15-20 zusammen in einer Telle im Zuchthaus, mit Maschendraht abgetrennt.  Läuse.

Lettische Mitgefangene erhalten Pakete von Verwandten, geben ihm aber nichts ab. Erst ein Neuer, den er wegen ausbleibender Pakete tröstet, gibt ihm dann was ab. Bei einer erneuten Vernehmung stellt der Offizier seinen Stiefel auf sein Gesicht: „Wenn schuldig, alles in Ordnung!“ Furchtbare Verzweiflung!

 

Ohne weitere Verhandlung ging es Mitte, Ende März 1945 ab in ein Lager bei Swerdlowsk/Ural. Dort waren auch Letten, Deutsche, Polen, Russen als Gefangene. Hier gab es auch eine Bühne. Er engagierte sich bei einer Theatergruppe, wurde für sie zuständig und brauchte nicht mehr zu arbeiten.

Nach dreieinhalb Jahren wurde er entlassen.

1948 Rückkehr nach Münster. Wo noch dieselben Leute am Wohnungsamt waren wie 1940/41. Man drohte ihm „ein Wort nur …“. Er bekam ein Zimmer bei der Arztwitwe Vonnegut.

Diese Stimmung, diese Erlebnisse bestärkten ihn in seinem Entschluss, , in die USA zu seinen Geschwistern zu gehen. Die Aufstellung des Gedenksteins an der Klosterstraße (Ort der am 9. November 1938 zerstörten Synagoge  von Münster) bekam er mit. 1949 ordnungsgemäße Auswanderung in die USA.

1953 heiratete er, es kamen zwei Kinder, einer studierte in Yale. Lang lebte er in Connecticut, erst in den 70er Jahre nach Sheepshead Bay/Brooklyn.

Beruflich wurde er Geschäftsmann (Kette von Geschäften für Haushaltswaren). Ansonsten war er aktiv im United Yewish Appeal (Wohltätigkeitsverband). Fotos mit Sigi Weinberg als Redner.

Die Gefangenschaft habe ihm einige gesundheitliche Schäden eingebracht, Magen, Darm – im letzten August einige Wochen im Krankenhaus, im Dezember Herzattacke.  Deshalb habe ihm der Arzt auch von er Münsterfahrt abgeraten. (Nach anfänglicher Zusage jetzt Absagebrief an den Oberbürgermeister)

Mit seinem Buch sei er nicht vorangekommen. Er schreibe nur wenig. Schwester Ruth sei herzkrank. Ich solle sie lieber nicht ansprechen.

Fotos und Erinnerungsstücke:

- Vorm Haus (Laden)  Sonnenstraße 80

- Vom Kinderschützenfest in Kostümen

- Glückliche und schöne Kinder und Jugendliche, auch von dem hübschen Mädchen Irmgard Heimbach (verheiratete Ohl)

- Ausstellung des Denkmals an der Klosterstraße

 - Mit Goldenberg`s am Bahnhof Münster vor der Auswanderung

- Brief aus dem sowjetischen Lager in die USA.

Zwischendurch gehen wir fünf Minuten zu einem Restaurant. Da Weinberg`s hier gute Kunden sind,  und wegen Gast aus Germany werden wir in der langen Schlange vorgezogen. Sehr freundliche Bedienung, schmackhaftes Essen. Gegen 21. Uhr bringen sie mich mit dem Wagen bis vor die Haustür des Kolping-Hauses in Manhattan, 88th Street.“

Meine zusammenfassende Darstellung

Nachbarn von nebenan - verschollen in Riga. Auf den Spuren der nach Riga deportierten westfälischen Juden, in: Mythos Münster: Schwarze Löcher – Weiße Flecken, hrg. von U. Bardelmeier, A. Schulte-Hemming, Münster 1993, 

http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=446

Orte im Regierungsbezirk Münster, aus denen am 13. Dezember 1941 Menschen nach Riga deportiert wurden (Mitglieder des Deutschen Riga-Komitees):

Ahaus, Altenberge, Bocholt, Borghorst, Bork, Borken, Burgsteinfurt, Coesfeld, Drensteinfurt, Dülmen, Epe, Freckenhorst, Gescher, Gronau, Groß-Reken, Harsewinkel, Havixbeck, Herbern, Hopsten, Ibbenbüren, Laer, Lengerich, Lüdinghausen, Münster, Nienborg, Oelde,  Raesfeld, Rhede, Rheine, Stadtlohn, Südlohn, Velen, Vreden, Wadersloh, Warendorf, Werne, Werth, Weseke, Wolbeck  (laut „Statistik und Deportation der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich, Münster, Osnabrück, Bielefeld nach Riga am 13.12.1941“, 1012 Deportierte; https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_wfn_411213.html  mit Namens- und Adressliste der Gestapo, hier fehlen aber Billerbeck, Haltern, Marl, Ahlen, Telgte, Herten, Bottrop, Heek)

 

 


Publikationsliste
Vortragsangebot zu Riga-Deportationen, Ghetto Riga + Dt. Riga-Komitee

Ende 1941/Anfang 1942 rollten Deportationszüge aus Deutschland und Österreich nach Riga.

1989 stieß ich auf die Spuren der verschleppten jüdischen Frauen, Männer und Kinder.

Mit meinem bebilderten Vortrag "Nachbarn von nebenan - verschollen in Riga" stehe ich gern für Erinnerungsveranstaltungen und Schulen zur Verfügung. (Anlage)

Vorstellung der "Toolbox Krisenmanagement"

Von der zivilen Krisenprävention bis zum Peacebuilding: Die 53-seitige Broschüre stellt kompakt und klar auf jeweils einer Themenseite Prinzipien, Akteure und Instrumente des Krisenmanagements vor. Bei einem Kolloquium im Bundestag in Berlin wurde die Schrift einem Fachpublikum vorgestellt. Erstellt von AutorInnen des Zentrums Internationale Friedenseinsätze ZIF und der Stiftung Wissenschaft und Politik SWP ist die "Toolbox" ein wichtiger Beitrag zur friedens- und sicherheitspolitischen Grundbildung auf einem Politikfeld, wo die Analphabetenrate in der Gesellschaft, aber auch in Medien und Politik sehr hoch ist. ... www.zif-berlin.de

zif
Auf dem Foto überreicht W. Nachtwei den AutorInnen seine 2008 erschienene Broschüre zur Zivilen Krisenprävention und Friedensförderung.

Mehr zur Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure bei der zivilen Konfliktbearbeitung u.a.:

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