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Vereinte Nationen (UNO)
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International Day of UN Peacekeepers, die seit 70 Jahren für Frieden arbeiten. Feierstunde in Berlin am 26. Juni - nicht länger ein Licht unterm Scheffel

Veröffentlicht von: Nachtwei am 29. Mai 2018 21:32:05 +02:00 (877 Aufrufe)

Zum sechsten Mal laden die Minister des Auswärtigen, der Verteidigung und des Innern zu einer Feierstunde zum Tag des Peacekeepers sein. Gastgeber ist jetzt Innenminister Seehofer. Jedes Jahr war es eine würdige, lebhafte und ermutigende Veranstaltung. Nie sonst kommen so viele erfahrene Friedenspraktiker zusammen. Ich hoffe eindringlich, dass die Tagesmedien nach fünf Jahren Nichtberichterstattung jetzt endlich mal von den dort sichtbaren Hoffnungsträgern berichten. Gute Nachrichten müssen nicht immer schlechte Nachrichten sein.

International Day of UN Peacekeepers am 29. Mai –

70 Jahre UN Peacekeeping.

Feierstunde zum Tag des Peacekeepers in Berlin am 26. Juni –

nicht länger Licht unterm Scheffel

W. Nachtwei, Vorstandsmitglied

Dt. Gesellschaft für die Vereinten Nationen/DGVN (5/2018)

(Fotos unter www.facebook.com/winfried.nachtwei )

Zum inzwischen sechsten Mal laden die Minister des Auswärtigen, der Verteidigung und des Inneren zu einer Feierstunde anlässlich des Tages des Peacekeepers am 26. Juni ein. In diesem Jahr ist Gastgeber der Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, Horst Seehofer. Mit der Feierstunde würdigt die Bundesregierung die Frauen und Männer, die im Rahmen des Friedensauftrages des Grundgesetzes und im Auftrag von Regierung und Parlament an internationalen Friedensmissionen teilnehmen. Stellvertretend werden neun TeilnehmerInnen ausgezeichnet. (vgl. die Ankündigung auf der ZIF-Seite: http://www.zif-berlin.org/de/ueber-zif/nachrichten-aus-dem-zif/detailansicht/article/29-mai-international-day-of-un-peacekeepers-1.html )

Seit 2013 wird auch in Deutschland der Tag des Peacekeepers begangen. Es waren bisher fünf ausgesprochen beeindruckende und ermutigende Feierstunden der drei „UN-Ressorts“ Außen, Verteidigung und Inneres. Hierbei kamen so viele Friedenspraktiker in Uniformen und Zivil zusammen wie bei keiner anderen Gelegenheit in Deutschland. Es war jedes Mal ein friedenspolitisches Großereignis, zuletzt unter Mitwirkung des ersten afrikanischen Literatur-Nobelpreisträgers Wole Soyinka aus Nigeria, 2016 mit Martin Kobler, UN-Sonderbeauftragter in Libyen, vorher Kongo.

Überschattet wurden die würdigen und ermutigenden Veranstaltungen durch die notorische Null-Beachtung durch fast alle Tagesmedien (Ausnahme z.B. Deutsche Welle, Tagesspiegel). Während auf Websites, Blogs und in sozialen Netzwerken vielfältig über den Tag des Peacekeepers berichtet wurde, scheinen die Präsentation und Ehrung der Arbeit der deutschen Peacekeeper in Uniformen und Zivil und ihre vielen spannenden persönlichen Geschichten für sog. „Qualitätsmedien“ regelmäßig keinen Nachrichtenwert zu haben. In der allgemeinen Öffentlichkeit ist der Tag des Peacekeepers deshalb nahezu unbekannt. In „meinen“ überregionalen Tageszeitungen taz, Süddeutsche und FAZ nie ein Wort dazu! Das ist mir – bei allem Verständnis für Mechanismen des Medienbetriebs – unbegreiflich. Bezeichnend war, dass am Tag der Feierstunde 2017 eine vermeintliche Skandalmeldung zu in der Bundeswehr identifizierten Rechtsextremisten mühelos Verbreitung fand. Offenbar fehlt beim Tag des Peacekeepers der Treibsatz von Skandalverdacht, um interessant zu werden. Friedenspraktiker, die erhebliche Strapazen und zum Teil auch Risiken auf sich nehmen, die mit Geduld und Bodenhaftung für viele kleine Schritte zu mehr Frieden arbeiten, die realistische Hoffnungsträger in Zeiten wuchernder Hoffnungslosigkeiten sind, sie werden „übersehen“ und „überhört“. Redaktionen, die nicht einmal, sondern Jahr für Jahr ein Ereignis wie den Peacekeeper-Tag ausblenden, sind an solchen konkreten Wegen zu mehr Frieden offenbar nicht interessiert.

Allerdings: Die einladenden Ministerien müssen zugleich ihren Beitrag dazu leisten, dass die Feierstunde Anreize zur Berichterstattung bringt. Erste Bedingung: Die einladenden MinisterInnen müssen auch selbst vor Ort sein, dürfen nicht kurzfristig (wie 2017 und 2014, als die Verteidigungsministerin Gastgeberin war) von ihren Staatssekretären vertreten werden müssen. Das nehmen auch die Peacekeeper zur Kenntnis. Zweite Bedingung: Journalisten müssen selbstverständlich mit Peacekeepern, insbesondere den Ausgezeichneten, auch offen sprechen können. Wenn sie den Eindruck einer bloßen PR-Vorführung haben, werden die sowieso schon schwerer „verkäuflichen“ good news  eine Peacekeeper Tages schnell unverkäuflich.

Berichte von gelungenen Feierstunden, z.B.

2017 http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1504

2013 http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1220

Der Peacekeeper-Tag ist abgeleitet aus dem International Day of United Nations Peacekeepers am 29. Mai. Er wurde 2002 von der UN-Generalversammlung beschlossen.

Der diesjährige internationale UN-Peacekeeper-Tag

steht unter dem Motto

“UN Peacekeepers: 70 Years of Service and Sacrifice”

Auf der UN-Seite zum International Day of UN Pecekeepers erklärt UN-Generalsekretär Antonio Guterres:

UN Peacekeeping ist eine erprobte Investition in globalen Frieden, Sicherheit und Wohlstand. Lassen Sie uns gemeinsam versprechen, alles in unserer Kraft Stehende zu tun, dass Missionen erfolgreich sind.“

Auf der UN-Seite heißt es weiter ( http://www.un.org/en/events/peacekeepersday/index.shtml )

The Day, 29 May, offers a chance to pay tribute to the contributions of uniformed and civilian personnel to the work of the Organization and to honour more than 3,700 peacekeepers who have lost their lives serving under the UN flag since 1948, including 129 who died last year.

This year, the United Nations celebrates the 70th anniversary of UN peacekeeping, a unique and dynamic instrument developed to help countries torn by conflict create the conditions for lasting peace. The first UN peacekeeping mission was established on 29 May 1948, when the Security Council authorized the deployment of a small number of UN military observers to the Middle East to form the United Nations Truce Supervision Organization (UNTSO) to monitor the Armistice Agreement between Israel and its Arab neighbors.

Over seven decades, more than one million men and women have served under the United Nations flag in 71 peacekeeping operations, directly impacting the lives of hundreds of millions of people, protecting the world’s most vulnerable and saving countless lives. Our peacekeepers make immense sacrifices, often serving at great personal risk and under challenging conditions. The families of peacekeepers and their governments share this sacrifice.

From Sierra Leone to Cambodia, Timor Leste, Namibia, El Salvador and elsewhere, United Nations Peacekeeping has helped countries transition from war to peace. The United Nations Mission in Liberia (UNMIL) successfully completed its mandate in March this year, becoming the 57th UN peacekeeping operation to do so. The closure of UNMIL also ended more than two decades of UN Peacekeeping in West Africa’s Mano River Basin.

Today, UN peacekeeping deploys more than 100,000 military, police and civilian personnel in 14 peacekeeping operations on four continents. Currently, UN peacekeeping operations receive contributions of military and police personnel from 124 Member States as well as critical equipment that sustain our operations. Peacekeeping is truly a global partnership and this number reflects strong global confidence in the value of the UN’s flagship enterprise. Peacekeeping has also proven to be a solid investment in global peace, security, and prosperity. Despite the size and breadth of its operations, at just under $7 billion a year, peacekeeping’s annual budget remains less than on half of one percent of global military spending.

UN peacekeeping is a flexible, evolving instrument that brings together political, security and technical tools at its disposal to assist countries make the difficult transition from conflict to peace. In March this year, the Secretary-General launched a new initiative, “Action for Peacekeeping,” aimed at improving performance and ensuring peacekeeping operations are fit for purpose in the face of ever more complex and dangerous theatres of operation. The initiative calls on Member States, the Security Council and troop- and police- contributing countries for a refocusing of peacekeeping with realistic expectations, mobilizing greater support for political solutions and, making peacekeeping missions stronger and safer by deploying well-equipped and well-trained forces, including more women to our operations.

While the International Day of United Nations Peacekeeper’s Day is 29 May, UN Headquarters in New York will celebrate it this year on 1 June. The Secretary-General will preside over a wreath-laying ceremony in honour of all peacekeepers who have lost their lives while serving under the UN flag. In addition, the Dag Hammarskjöld Medal will be awarded posthumously to the peacekeepers who died in 2017 while serving in the cause of peace.“

Zu 70 Jahren UN Peacekeeping

Fotos und das Video „Under the Blue Helmet – Life as a UN Peacekeeper“: https://peacekeeping.un.org/en/un-peacekeeping-70-years-of-service-sacrifice .

Zu aktuellen Herausforderungen des UN Peacekeeping

heute auf  https://frieden-sichern.dgvn.de/  ein Kommentar von Felix Manig zum „Cruz Report“:

Fit für die Zukunft? Prioritäten für eine Stärkung der Peacekeeping-Architektur

„Die Zeiten, in denen UN-Peacekeeper als neutrale Beobachterinnen und Beobachter von Friedensprozessen eingesetzt wurden, sind längst vorbei. Heutzutage operieren die Blauhelme in komplexeren und risikoreicheren Umgebungen als je zuvor. Zwei Drittel der insgesamt 110.000 Peacekeeper sind in anhaltenden Konfliktsituationen stationiert. Dort stehen sie etwa bewaffneten militanten Gruppen und organisierten kriminellen Banden gegenüber. Die aktuellen multidimensionalen UN-Friedenseinsätze haben daher nicht nur die Aufgabe, an diesen Orten eine Art Frieden zu erhalten, sondern auch gewaltbereite Extremisten zu bekämpfen, Zivilisten und Menschenrechte zu schützen, den politischen Dialog zu fördern oder bei der Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration ehemaliger Kämpfer zu helfen.

Angesichts der zunehmend asymmetrischen Bedrohungslandschaft und steigender Opferzahlen unter dem Personal von UN-Friedensmissionen veröffentlichten das Department of Peacekeeping Operations und Department of Field Support im Januar 2018 den Cruz Report, einen Expertenbericht zur Stärkung der Sicherheit für UN Peacekeeper. Mit der ernüchternden Feststellung, dass für Peacekeeper der blaue Helm und die Flagge der Vereinten Nationen keinen natürlichen Schutz mehr bieten würden, fordert der Bericht robustere Mandate für Friedensmissionen, eine bessere Ausstattung für Truppen sowie ein Umdenken bei der Anwendung von Gewalt, hin zu mehr Risikobereitschaft um Gefahrensituationen gegebenenfalls auch proaktiv zu begegnen. Die DGVN veröffentliche vor Kurzem eine ausführliche Analyse zum Inhalt des Berichts und griff dessen Aktionsplan zur Verbesserung der Sicherheit für Peacekeeper kritisch auf…“  (weiter auf https://frieden-sichern.dgvn.de/meldung/fit-fuer-die-zukunft-prioritaeten-fuer-eine-staerkung-der-peacekeeping-architektur/

 

 


Publikationsliste
Vortragsangebot zu Riga-Deportationen, Ghetto Riga + Dt. Riga-Komitee

Ende 1941/Anfang 1942 rollten Deportationszüge aus Deutschland und Österreich nach Riga.

1989 stieß ich auf die Spuren der verschleppten jüdischen Frauen, Männer und Kinder.

Mit meinem bebilderten Vortrag "Nachbarn von nebenan - verschollen in Riga" stehe ich gern für Erinnerungsveranstaltungen und Schulen zur Verfügung. (Anlage)

Vorstellung der "Toolbox Krisenmanagement"

Von der zivilen Krisenprävention bis zum Peacebuilding: Die 53-seitige Broschüre stellt kompakt und klar auf jeweils einer Themenseite Prinzipien, Akteure und Instrumente des Krisenmanagements vor. Bei einem Kolloquium im Bundestag in Berlin wurde die Schrift einem Fachpublikum vorgestellt. Erstellt von AutorInnen des Zentrums Internationale Friedenseinsätze ZIF und der Stiftung Wissenschaft und Politik SWP ist die "Toolbox" ein wichtiger Beitrag zur friedens- und sicherheitspolitischen Grundbildung auf einem Politikfeld, wo die Analphabetenrate in der Gesellschaft, aber auch in Medien und Politik sehr hoch ist. ... www.zif-berlin.de

zif
Auf dem Foto überreicht W. Nachtwei den AutorInnen seine 2008 erschienene Broschüre zur Zivilen Krisenprävention und Friedensförderung.

Mehr zur Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure bei der zivilen Konfliktbearbeitung u.a.:

Tagebuch
    • Meine persönlichen Jahresrückblicke + Kurzmeldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik (Nr. 1-50 im Tagebuchformat)

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