    <rss version="2.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:admin="http://webns.net/mvcb/" xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">
     <channel>
        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Die scharfe Seite der AuslandseinsÃ¤tze: Mein NDR-Interview zum G36 aus Soldatensicht u.a. wichtigen, bisher ignorierten Untersuchungsergebnissen</title>
        <link>http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=97&amp;aid=1407</link>
        <description></description>
        <dc:language>en-us</dc:language> 
        <dc:creator>Webmaster</dc:creator> 
        <admin:generatorAgent rdf:resource="http://www.xaraya.org" /> 
        <admin:errorReportsTo rdf:resource="mailto:webmaster@nachtwei.de" />
       <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
       <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
       <docs>http://backend.userland.com/rss</docs>
<div class="xar-mod-page">
   <div class="xar-mod-head">
    <!-- License: GPL http://www.gnu.org/copyleft/gpl.html -->
<ul class="xar-tabs">
            <li class="xar-tab">
                <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=viewmap">View Article Map</a>
           </li>
</ul>
</div>
   <div class="xar-mod-body">
<div class="cattrails xar-displayinline-block xar-padding-thickbottom">
    <span class="xar-mod-title">Interview</span>

    <table class="xar-width-auto">
    <tr>
        <td valign="top" class="xar-padding-none">Browse in:&#160;</td>
       <td valign="top" class="xar-padding-none">
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=1">Publikationstyp</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=97">Interview</a>
<br />
</td>
   </tr>
   </table>




</div>

        <h1>
            Die scharfe Seite der AuslandseinsÃ¤tze: Mein NDR-Interview zum G36 aus Soldatensicht u.a. wichtigen, bisher ignorierten Untersuchungsergebnissen         </h1>
        <div class="xar-floatright"></div>
       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 4. Juni 2016 11:13:50 +02:00 (49336 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Hier ein Nachtrag zum Dauerbrenner &quot;G36&quot;. Heute auf NDR &quot;Streitkr&auml;fte und Strategien&quot; und NDR.de.&nbsp;</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Die scharfe Seite der Auslandseins&auml;tze: </strong></p>
<p align="center"><strong>Mein NDR-Interview zum G36 aus Soldatensicht und anderen wichtigen, bisher ignorierten Untersuchungsergebnissen </strong></p>
<p align="center">Winfried Nachtwei, MdB a.D. (04.06.2016)</p>
<p>Am 14. Oktober 2015 hatte die von mir geleitete unabh&auml;ngige Kommission &bdquo;G36 im Einsatz&ldquo; Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen &nbsp;(und dem Verteidigungsausschuss) ihren Abschlussbericht &uuml;bergeben.&nbsp; Einen Tag lang berichteten die Medien ausf&uuml;hrlich und landesweit. Danach war das G36 in den Tagesmedien kein Thema mehr. Zu unseren eindeutigen Untersuchungsergebnissen vernahmen wir bis heute kein (!) Wort der Kritik.</p>
<p>Vor drei Wochen interviewte mich Christian Thiels, Redakteur bei <em>Tagesthemen tagesschau</em>, zu den Erkenntnissen unserer Untersuchungen und zur bisherigen Nichtver&ouml;ffentlichung des gesamten Kommissionsberichts.</p>
<p>Das Interview ging am 03./04. Juni auf Sendung. Zur selben Zeit begann am Landgericht Koblenz der Zivilprozess G36-Hersteller Heckler &amp; Koch gegen Bundesministerium der Verteidigung. Zu dem Rechtsstreit selbst &auml;u&szlig;ere ich mich hier und gegen&uuml;ber Medien nicht.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Das Interview im Wortlaut und in Beitr&auml;gen:</span></strong></p>
<p><strong>NDR.de</strong>:&nbsp; Nachtwei: &bdquo;Soldaten haben G36-Streit nicht verstanden&ldquo;,&nbsp; (10 Min.) von Christian Thiels, 04.06.2016:&nbsp; <a href="http://www.ndr.de/info/Nachtwei-Soldaten-haben-G36-Streit-nicht-verstanden,audio283970.html">http://www.ndr.de/info/Nachtwei-Soldaten-haben-G36-Streit-nicht-verstanden,audio283970.html</a></p>
<p><strong>NDR-Sendereihe &bdquo;Streitkr&auml;fte und Strategien</strong>&ldquo;: &bdquo;Der Fall G36 &ndash; Wie die Politik das Vertrauen der Soldaten verspielte&ldquo;, <a href="https://www.ndr.de/info/sendungen/streitkraefte_und_strategien/">https://www.ndr.de/info/sendungen/streitkraefte_und_strategien/</a></p>
<p><a href="https://www.ndr.de/info/sendungen/streitkraefte_und_strategien/streitkraeftesendemanuskript582.pdf">https://www.ndr.de/info/sendungen/streitkraefte_und_strategien/streitkraeftesendemanuskript582.pdf</a> ,</p>
<p><strong>tagesschau.de</strong>: Bericht von Christian Thiels auf <a href="https://www.tagesschau.de/inland/nachtwei-gewehr-101.html">https://www.tagesschau.de/inland/nachtwei-gewehr-101.html</a></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Meine pers&ouml;nliche Zusammenfassung</span></strong> der Untersuchungsergebnisse mit Links vom Oktober 2015: <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1374">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1374</a></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Auszug aus meinem Jahresr&uuml;ckblick 2015</span></strong> &bdquo;Multitasking ohne Ende&ldquo;)</p>
<p><strong>Kommission &bdquo;G36 im Einsatz&ldquo;: die scharfe Seite der deutschen Auslandseins&auml;tze</strong></p>
<p>&nbsp;(Der &uuml;berraschenden Bitte der Ministerin, die Leitung einer G36-Kommission zu &uuml;bernehmen, kam&nbsp; ich aus folgenden Gr&uuml;nden nach:) &nbsp;Als Mitglied des Verteidigungsausschusses war ich bis 2009 an 70 Mandatsentscheidungen zu Auslandseins&auml;tzen der Bundeswehr beteiligt, davon allein 20 zu Afghanistan. Das Land besuchte ich bisher 18 Mal, zuletzt im Februar. Meine Mitverantwortung f&uuml;r die entsandten Soldatinnen und Soldaten (aber auch Polizisten und Entwicklungsexperten) endete nicht 2009, sondern h&auml;lt bis heute an. (&hellip;)</p>
<p>Die Kommissionsarbeit sah ich als Herausforderung, Einblick in die sch&auml;rfsten Seiten der deutschen Auslandseins&auml;tze, insbesondere des Afghanistaneinsatzes zu bekommen und dabei mit den blutigen Konsequenzen der eigenen politischen Auftr&auml;ge konfrontiert zu werden. Gerade bei hochmoralisch legitimierten Eins&auml;tzen werden diese Konsequenzen oft ausgeblendet.</p>
<p><strong>Auftrag der unabh&auml;ngigen Kommission</strong> &bdquo;Untersuchung des Einsatzes des G36-Sturmgewehrs in Gefechtssituationen&ldquo; war zu kl&auml;ren, ob deutsche Soldaten im Zusammenhang mit Pr&auml;zisionsabweichungen des G36 in Eins&auml;tzen zu Schaden gekommen oder einem erh&ouml;hten Risiko ausgesetzt worden sind.</p>
<p>(&hellip;)</p>
<p><strong>Durchforscht wurden</strong> alle Gefechtsberichte der Bundeswehr, die Datenbank des Informationssystems Einsatzerfahrungen der Bundeswehr, alle diesbez&uuml;glichen Feldj&auml;gerberichte, Jahresberichte &uuml;ber besondere Vorkommnisse und M&auml;ngel mit/an Waffen und Munition, Meldungen zum G36 und Erkenntnisse anderer Nutzerstaaten. Im Zentrum der Untersuchungen standen Befragungen von einsatz- und gefechtserfahrenen Soldaten. &Uuml;ber 500 Soldatinnen und Soldaten wurden identifiziert, &uuml;ber 150 wurden befragt, 350 weitere angeschrieben. Etliche antworteten schriftlich. Die Soldaten aller Dienstgradgruppen berichteten aus allen gr&ouml;&szlig;eren Eins&auml;tzen, der Schwerpunkt lag beim Afghanistaneinsatz der Jahre 2009-2012. Viele waren mehrfach in Afghanistan im Einsatz, etliche hatten 15, 20 Gefechte durchgemacht. Die Soldaten waren in ihren freiwilligen Stellungnahmen uneingeschr&auml;nkt offen. Oft betonten sie, vorher mit Kameraden &uuml;ber ihre G36-Erfahrungen gesprochen zu haben &ndash; und dabei zu einem einhelligen Urteil gekommen zu sein. Einzelne bedankten sich ausdr&uuml;cklich, dass jetzt endlich ihre praktischen Erfahrungen gefragt waren.</p>
<p>Die Gespr&auml;che mit Soldaten des Karfreitagsgefechts, des komplexen Hinterhalts vom 29. April 2009 und vieler anderer Gefechte empfand ich immer wieder als ausgesprochen aufw&uuml;hlend.</p>
<p><strong>Schwerpunkt der Untersuchungen: </strong>Die Kommission verschaffte sich auch einen &Uuml;berblick &uuml;ber Erfahrungen mit dem G36 in der Ausbildung und in &Uuml;bungen, insbesondere beim Ausbildungszentrum Infanterie in Hammelburg und beim KSK in Calw. Angesichts der Tatsache,</p>
<p>- dass es beim Bosnieneinsatz maximal zu einigen wenige Warnsch&uuml;ssen,</p>
<p>- beim KFOR-Einsatz zu vereinzelten Schusswechseln gekommen war,</p>
<p>- aus dem Kongoeinsatz und den Marineeins&auml;tzen keine Schusswaffeneins&auml;tze gemeldet wurden,</p>
<p>- beim ISAF-Einsatz in Afghanistan zwischen 2001 und 2005 nur ein Schusswechsel gemeldet wurde (allerdings gab es bei sieben Angriffen mit Sprengfallen in vier Jahren acht Gefallene und &uuml;ber 40 Verwundete),</p>
<p>konzentrierten sich die Untersuchungen auf den Afghanistaneinsatz ab 2006 und insbesondere ab 2009. In Afghanistan waren Bundeswehrsoldaten insgesamt &uuml;ber 380 Mal mit gegnerischen Angriffen konfrontiert, mindestens 150 Mal kam es dabei zu Schusswechseln und Gefechten. (2010 war das kampfintensivste Jahr mit rund 130 Feindkontakten, davon &uuml;ber 50 mit eigenem Schusswaffeneinsatz)</p>
<p><strong>Das Ergebnis der Untersuchungen</strong> war klar und eindeutig: Kein deutscher Soldat ist im Zusammenhang mit Pr&auml;zisionsabweichungen des G36 gefallen, verwundet worden oder einem konkreten erh&ouml;hten Risiko ausgesetzt gewesen. Es stellte sich heraus, dass die meisten Soldaten bei gegnerischer Feuerer&ouml;ffnung durch IED oder RPG-Beschuss gefallen oder verwundet worden waren, bevor &uuml;berhaupt ein einziger G36-Schuss gefallen war.</p>
<p>Die Vorstellung der Berichtsergebnisse am 14. Oktober und 4. November im Verteidigungsausschuss traf bei den Abgeordneten auf gro&szlig;es Interesse, Erleichterung und keinerlei Einw&auml;nde. Die Medienresonanz war fl&auml;chendeckend und prominent. Nachtr&auml;gliche Zweifel an den Kommissionsergebnissen wurden nicht bekannt. Selbstkritische Beitr&auml;ge von solchen Journalisten, die die Causa G36 ohne R&uuml;cksicht auf Einsatzerfahrungen der Soldaten &uuml;berskandalisiert hatten, wurden nicht bekannt.</p>
<p>Da der Abschlussbericht leider nicht voll ver&ouml;ffentlicht wurde (auch nicht bundeswehrintern), fanden weitere wichtige, von mir bei der Pressepr&auml;sentation und im Ausschuss wohl benannte Erkenntnisse keine weitere Beachtung:</p>
<p>- zum Schusswaffeneinsatz in den Bundeswehreins&auml;tzen insgesamt, der &ndash; au&szlig;er bei Afghanistan 2006 ff. &ndash; ausgesprochen selten war (s.o.) und die verzerrende Darstellung von Auslandseins&auml;tzen der Bundeswehr unterschiedslos als Kriegseins&auml;tze widerlegt;</p>
<p>- zu Gefechtsverl&auml;ufen, die jetzt erstmalig systematisch &bdquo;von au&szlig;en&ldquo; untersucht wurden, und dem Gefechtsverhalten deutscher Soldaten in asymmetrischen Szenarien;</p>
<p>- zur Professionalit&auml;t, Einsatzmotivation und &ndash;belastung, zur Besonnenheit und Rechtstreue der Bundeswehrsoldaten im Einsatz, im Gefecht.</p>
<p>(Allerdings: Eine systematische Untersuchung der Wirkungen der deutschen Beteiligungen an internationalen Krisenengagements, insbesondere in Afghanistan, steht noch aus!)</p>
<p>Den Kommissionsmitgliedern wurde erneut eindringlich deutlich, wie extrem die Anforderungen an Einsatzsoldaten in Bodenk&auml;mpfen sind. Unsere pers&ouml;nliche Begegnung mit der kriegerischen Einsatzrealit&auml;t der Bundeswehrsoldaten in Afghanistan bekr&auml;ftigte unsere Grundhaltung, dass Bundesregierung und Bundestag h&ouml;chst verantwortlich mit dem Einsatz von Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr umgehen m&uuml;ssen: bei der den Entscheidungen zu Eins&auml;tzen, zur Einsatzausstattung und &ndash;f&uuml;hrung, bei der Wirkungskontrolle und insbesondere auch gegen&uuml;ber den Einsatzr&uuml;ckkehrern und ihren Familien. Von diesen tragen etliche oft noch lange an den Einsatzfolgen, w&auml;hrend ihre Auftraggeber l&auml;ngst mit anderen Aufgaben befasst sind.</p>
<p>Die besondere politische Sorgfaltspflicht gilt meines Erachtens genauso f&uuml;r den Export des G36. Dass ab Dezember 2005 immer wieder der Export von Tausenden G36 nach Mexiko genehmigt wurde und ab 2006 der von vielen Tausenden G36 nach Saudi-Arabien, war ein eklatanter Versto&szlig; gegen diese friedens- und sicherheitspolitische Sorgfaltspflicht.</p>
<p><strong>Die Arbeitsbedingungen </strong>waren hervorragend: volles Akteneinsichts- und Befragungsrecht, Unterst&uuml;tzungspflicht aller Bundeswehrstellen, direkte Anbindung an Staatssekret&auml;r Hoofe, v&ouml;llige &ndash; externe wie innere &ndash; Unabh&auml;ngigkeit. Perfekte materielle, aber vor allem personelle Ausstattung. Die Zusammenarbeit mit den einsatzerfahrenen, hoch kompetenten, kritischen und geistig unabh&auml;ngigen Mitarbeitern war bestens organisiert, ausgesprochen offen, produktiv und bereichernd. Wo der Primat der Politik immer au&szlig;er jedem Zweifel stand, erfuhr ich zugleich die milit&auml;risch organisierte, strukturierte Arbeitsweise von ihrer besten Seite. (&hellip;)</p></div>


           <br />
                        </div>
   </div>
</div></channel>
</rss>
