    <rss version="2.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:admin="http://webns.net/mvcb/" xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">
     <channel>
        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Antrag: Bundeswehr â€“ Innere FÃ¼hrung konsequent umsetzen</title>
        <link>http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=87&amp;aid=659</link>
        <description></description>
        <dc:language>en-us</dc:language> 
        <dc:creator>Webmaster</dc:creator> 
        <admin:generatorAgent rdf:resource="http://www.xaraya.org" /> 
        <admin:errorReportsTo rdf:resource="mailto:webmaster@nachtwei.de" />
       <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
       <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
       <docs>http://backend.userland.com/rss</docs>
<div class="xar-mod-page">
   <div class="xar-mod-head">
    <!-- License: GPL http://www.gnu.org/copyleft/gpl.html -->
<ul class="xar-tabs">
            <li class="xar-tab">
                <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=viewmap">View Article Map</a>
           </li>
</ul>
</div>
   <div class="xar-mod-body">
<div class="cattrails xar-displayinline-block xar-padding-thickbottom">
    <span class="xar-mod-title">Antrag</span>

    <table class="xar-width-auto">
    <tr>
        <td valign="top" class="xar-padding-none">Browse in:&#160;</td>
       <td valign="top" class="xar-padding-none">
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=1">Publikationstyp</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=87">Antrag</a>
<br />
</td>
   </tr>
   </table>




</div>

        <h1>
            Antrag: Bundeswehr â€“ Innere FÃ¼hrung konsequent umsetzen         </h1>
        <div class="xar-floatright"></div>
       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 6. März 2008 00:40:30 +02:00 (78537 Aufrufe)            </div>
            <div>    In dem von Winfried Nachtwei initierten Antrag &quot;Bundeswehr - Innere FÃ¼hrung konsequent umsetzen&quot; fordert die grÃ¼ne Bundestagsfraktion die Bundesregierung auf, im Dialog mit Parlament und Ã–ffentlichkeit eine integrative Sicherheitsstrategie mit zivilem Primat zu entwickeln, die eindeutige Grenzen und Voraussetzungen fÃ¼r AuslandseinsÃ¤tze der Bundeswehr formuliert.
</div>
            <div>      <br />
<p>
<br />
<strong>Deutscher Bundestag</strong>      <strong>Drucksache</strong> 16/8370
</p>
<br />
<p>
<br />
<strong>16. Wahlperiode</strong>
</p>
<br />
<p>
<br />
<strong>Antrag</strong>
</p>
<br />
<p>
<br />
<strong>der Abgeordneten Winfried Nachtwei, Alexander Bonde ... und der </strong><strong>Fraktion BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN</strong>
</p>
<br />
<p>
<br />
Bundeswehr - Innere FÃ¼hrung konsequent umsetzen 
</p>
<br />
<p>
<br />
<strong>Der Deutsche Bundestag wolle beschlieÃŸen: </strong>
</p>
<br />
<p>
<br />
<strong>I. Der Deutsche Bundestag stellt fest:</strong>
</p>
<br />
<p>
<br />
Die GrundsÃ¤tze der Inneren FÃ¼hrung gehÃ¶ren zu den wesentlichen und unverzichtbaren Grundlagen der Bundeswehr. Die Einbindung der Bundeswehr in die rechtsstaatliche Ordnung, die Unterordnung unter die parlamentarische Kontrolle und den Primat der Politik sowie der Anspruch, durch gesellschaftliche Integration die Entwicklung einer militÃ¤rischen Eigenkultur und eines soldatischen Sonderethos auszuschlieÃŸen, bestimmen die Konzeption seit ihrer Entwicklung. 
</p>
<br />
<p>
<br />
Die Bundeswehr erlebt mit den AuslandseinsÃ¤tzen und dem Voranschreiten der multinationalen Zusammenarbeit den radikalsten Wandel seit ihrem Bestehen. Riskante AuslandseinsÃ¤tze in innenpolitischen Friedenszeiten prÃ¤gen mittlerweile den Alltag der Bundeswehr. Dieser Wandel hat nicht nur eine strukturelle, sondern auch eine kulturelle Komponente, und damit Auswirkungen auf das innere GefÃ¼ge der Bundeswehr und auf das soldatische SelbstverstÃ¤ndnis. 
</p>
<br />
<p>
<br />
Die GrundsÃ¤tze der Inneren FÃ¼hrung dÃ¼rfen angesichts dieser VerÃ¤nderungen nicht in Frage gestellt oder ausgehÃ¶hlt werden. Sie sind sozialethisch auf eine Weise begrÃ¼ndet, dass der Geltungsanspruch der Inneren FÃ¼hrung unabhÃ¤ngig von militÃ¤rpolitischen Zielsetzungen, Wehrform und Struktur besteht. Innere FÃ¼hrung ist keine statische FÃ¼hrungs- und Handlungsanweisung. Sie steht fÃ¼r die Idee und den Anspruch auf der politisch-gesellschaftlichen Ebene, der organisatorischen sowie der individuellen Ebene friedens-, und demokratievertrÃ¤gliche StreitkrÃ¤fte zu gestalten. In diesem Sinne ist die Innere FÃ¼hrung ein zeitgemÃ¤ÃŸes und wegweisendes Konzept, das den reflexiven Umgang mit verÃ¤nderten Bedingungen herausfordert und auf die verÃ¤nderten gesellschaftlichen, politischen und militÃ¤rischen Entwicklungen hin bezogen und aktualisiert werden muss. Innere FÃ¼hrung ist dabei keine rein innermilitÃ¤rische Angelegenheit, sondern bedarf des Dialogs und der Auseinandersetzung mit Politik und Gesellschaft.
</p>
<br />
<p>
<br />
Heute ist die Innere FÃ¼hrung aktueller und dringender denn je. Die Anforderungen an die Soldaten und Soldatinnen sind mit den internationalen EinsÃ¤tzen zur Friedenssicherung enorm gestiegen. Heute kommt es nicht nur auf ihr militÃ¤risch-fachliches Wissen, sondern ebenso auf ihre interkulturelle Kompetenz und ihr politisches UrteilsvermÃ¶gen an. StaatsbÃ¼rger in Uniform bringen am ehesten das zustande, was in den StabilisierungseinsÃ¤tzen unabdingbar ist: Respekt gegenÃ¼ber der einheimischen BevÃ¶lkerung aus Achtung vor den Menschenrechten. Der Schutz der MenschenwÃ¼rde als erstes Gebot des Grundgesetzes ist fÃ¼r die Bundeswehr und ihre Soldaten und Soldatinnen die rote Linie.  
</p>
<br />
<p>
<br />
Nicht das Konzept ist das Problem, sondern die konkrete RealitÃ¤t und Praxis von Innerer FÃ¼hrung. VorfÃ¤lle wie die in der Coesfelder Kaserne oder die so genannten â€žSchÃ¤delfotos&quot; sind fÃ¼r die Bundeswehr keine RegelfÃ¤lle. EntwÃ¼rdigende Behandlung von Untergebenen, kÃ¶rperliche Misshandlungen und menschenverachtende Ausbildungsmethoden haben aber eine weit Ã¼ber den Einzelfall hinausgehende Bedeutung.  Sie sind ebenso wie die Defizite der Inneren FÃ¼hrung, die regelmÃ¤ÃŸig in den jÃ¤hrlichen Berichten des Wehrbeauftragten angefÃ¼hrt werden, ein deutliches Indiz dafÃ¼r, dass die Innere FÃ¼hrung in der Praxis in der Bundeswehr nicht konsequent genug umgesetzt und in den KÃ¶pfen auch tatsÃ¤chlich immer angekommen ist. Dringend notwendig, ist eine strukturelle Verbesserung der Inneren FÃ¼hrung. GlaubwÃ¼rdige und wirksame Innere FÃ¼hrung stellt auch erhebliche Anforderungen an die politische FÃ¼hrung. Soldaten und Soldatinnen mÃ¼ssen wissen und verstehen, wofÃ¼r sie eingesetzt werden. Die Innere FÃ¼hrung darf nicht von oben ausgehÃ¶hlt werden. Wohlmeinende Indifferenz gegenÃ¼ber der Bundeswehr ist dabei ebenso kontraproduktiv wie ein nur floskelhaftes Bekenntnis zur Inneren FÃ¼hrung. Sollen die GrundsÃ¤tze der Inneren FÃ¼hrung heute stil- und verhaltensbildend wirken, dann sind neben einer klaren politischen Legitimation der neuen Aufgaben und angemessenen organisatorischen Voraussetzungen mehr Investitionen in die politische Bildung notwendig. Sonst besteht die Gefahr, dass die Innere FÃ¼hrung lediglich als GÃ¼tesiegel die Bundeswehr von auÃŸen schmÃ¼ckt.   
</p>
<br />
<p>
<br />
<strong>II. Der Bundestag fordert die Bundesregierung auf:</strong>
</p>
<br />
<ul>
	<br />
	<li>im Dialog mit Parlament und Ã–ffentlichkeit eine integrative Sicherheitsstrategie mit zivilem Primat zu entwickeln, die klare Voraussetzungen und Grenzen fÃ¼r AuslandseinsÃ¤tze der Bundeswehr definiert, </li><br />
	<li>durch einen zurÃ¼ckhaltenden StreitkrÃ¤fteeinsatz und den Ausbau der zivilen Handlungsinstrumente den Friedensauftrag des Grundgesetzes glaubwÃ¼rdig umzusetzen und dadurch einem wechselseitigen Entfremdungsprozess von Bundeswehr und Gesellschaft entgegenzuwirken; </li><br />
	<li>sicherzustellen, dass die GrundsÃ¤tze der Inneren FÃ¼hrung konsequent umgesetzt, kontinuierlich weiterentwickelt und im Zuge einer verstÃ¤rkten Integration der Bundeswehr in multinationale Strukturen von EU und NATO nicht untergraben, sondern gestÃ¤rkt und ausgebaut werden; </li><br />
	<li>dafÃ¼r zu sorgen, dass innerhalb der StreitkrÃ¤fte effiziente und verlÃ¤ssliche Regelungen eingefÃ¼hrt werden, die bewirken, dass die GrundsÃ¤tze und Standards der Inneren FÃ¼hrung auch bei der ErfÃ¼llung der neuen Aufgaben nicht vernachlÃ¤ssigt und diese im Truppenalltag konsequent umgesetzt werden; </li><br />
	<li>sicherzustellen, dass die Prinzipien der Inneren FÃ¼hrung mit Blick auf die FÃ¼hrungs- und Organisationsstrukturen im Auslandseinsatz hin Ã¼berprÃ¼ft sowie gestÃ¤rkt und die Auftragstaktik als grundlegendes FÃ¼hrungsprinzip der Bundeswehr im Einsatz umgesetzt wird; </li><br />
	<li>dafÃ¼r zu sorgen, dass gemÃ¤ÃŸ der Konzeption der Inneren FÃ¼hrung eine die Grundrechte schÃ¼tzende Rechtsstellung von Soldaten und Soldatinnen im Auslandseinsatz gewÃ¤hrleistet ist;</li><br />
	<li>sicherzustellen, dass Soldaten und Soldatinnen ein am Leitbild des StaatsbÃ¼rgers in Uniform orientiertes SelbstverstÃ¤ndnis entwickeln, in dem sich nicht nur militÃ¤risch-handwerkliche, sondern auch politische und rechtliche Aspekte der neuen Aufgaben wiederfinden. </li><br />
	<li>darauf hinzuwirken, dass neben dem Anteil fÃ¼r die militÃ¤rfachliche Ausbildung einsatz- und problembezogene Ausbildungsabschnitte zur konkreten Anwendung der GrundsÃ¤tze der Inneren FÃ¼hrung ausreichend berÃ¼cksichtigt werden. </li><br />
	<li>dafÃ¼r zu sorgen, dass der politischen Bildung und vor allem der ethischen Bildung, verstanden als Menschenrechtsbildung, ein grÃ¶ÃŸerer Stellenwert in der Ausbildung eingerÃ¤umt und entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen sowie Ausbildungsmodule entwickelt werden; hierfÃ¼r auch den lebenskundlichen Unterricht mit einzubeziehen; </li><br />
	<li>sicherzustellen, dass in der Bundeswehr ein aus den demokratischen und rechtsstaatlichen Normen und Werten heraus begrÃ¼ndetes modernes Selbst- und TraditionsverstÃ¤ndnis ausgebildet wird; </li><br />
	<li>dafÃ¼r zu sorgen, dass Struktur und Umfang der Bundeswehr an den Erfordernissen der neuen Aufgaben ausgerichtet und durch Rekrutierung und Personalauswahl der gesellschaftliche Pluralismus in der Zusammensetzung der StreitkrÃ¤fte in hÃ¶herem MaÃŸe als bisher abgebildet wird; </li><br />
	<li>MaÃŸnahmen zu ergreifen, damit die Sensibilisierung fÃ¼r die Geschlechterperspektive stÃ¤rker in die Ausbildungsprogramme integriert wird. </li><br />
</ul>
<br />
<p>
<br />
Berlin, den 5. MÃ¤rz 2008
</p>
<br />
<p>
<br />
<strong>Winfried Nachtwei, </strong><strong>.... und Fraktion</strong>
</p>
<br />
<p>
<br />
<strong>BegrÃ¼ndung: </strong>
</p>
<br />
<ol>
	<br />
	<li>Die GrundsÃ¤tze der Inneren FÃ¼hrung sind verbindlich. Ihren rechtlichen Rahmen finden sie im Grundgesetz, der Wehrgesetzgebung und weiteren dienstlichen Regelungen. Die neugefasste zentrale Dienstvorschrift zur Inneren FÃ¼hrung verweist zu Recht auf den dreifachen Bezug der Inneren FÃ¼hrung: Sie bindet Auftrag und Aufgaben, innere Ordnung und militÃ¤risches Handeln sowie soldatisches SelbstverstÃ¤ndnis an die rechtsstaatlichen und demokratischen Werte und Normen. Das Friedensgebot unserer Verfassung und das Verbot eines Angriffskrieges begrenzen Einsatz und Aufgaben der Bundeswehr. Die Beteiligung an AuslandseinsÃ¤tzen unterliegt daher spezieller RechtsprÃ¼fung. Damit verbunden ist die Bindung der Rechtsordnung der Bundeswehr an die unverÃ¤nderbaren Verfassungsartikel, in denen die Menschen- und BÃ¼rgerrechte festgehalten sind. Die Rechtsstellung des Soldaten ist durch den Grundrechtsschutz bestimmt. Der StaatsbÃ¼rger in Uniform bleibt im Besitz seiner vollen Grundrechte. GrundrechtseinschrÃ¤nkungen, die sich aus den Besonderheiten des Dienstes ergeben, sind begrÃ¼ndungspflichtig und mÃ¼ssen gesetzlich festgelegt sein. Das gilt auch fÃ¼r das Prinzip von Befehl und Gehorsam. Die Gehorsamspflicht endet dort, wo rechtswidrige Handlungen befohlen werden. </li><br />
	<li>Angesichts der neuen Aufgaben und eines deutlichen Ansehensverlustes von Politik ist die Sinnvermittlung Ã¼ber die politischen Vorraussetzungen und normativen Grundbedingungen des soldatischen Dienstes schwieriger geworden. Der politischen FÃ¼hrung mangelt es an Ãœberzeugungskraft. AuslandseinsÃ¤tze werden fast nur ad hoc und reaktiv, aber nicht kontinuierlich begrÃ¼ndet und erlÃ¤utert. Dabei wird die Diskrepanz zwischen hehrem Auftrag und nÃ¼chterner RealitÃ¤t, Einsatzland und Heimat, zivilem und militÃ¤rischem Engagement oft ausgeblendet. Ã–ffentlichkeit wie Soldaten und Soldatinnen haben ein Recht darauf zu erfahren, welchen Beitrag StreitkrÃ¤fte im Rahmen einer umfassenden Friedens- und Sicherheitspolitik leisten kÃ¶nnen, dÃ¼rfen und sollen und welchen eben nicht. Das muss die Politik leisten, sonst wird die Innere FÃ¼hrung von oben ausgehÃ¶hlt. Die EinsÃ¤tze der Bundeswehr im multilateralen Rahmen sind Ã¼berwiegend komplexe zivile, polizeiliche und militÃ¤rische Missionen. Im Rahmen dieser EinsÃ¤tze leistet die Bundeswehr einen sinnvollen Beitrag zur multilateralen KrisenbewÃ¤ltigung und GewalteindÃ¤mmung im Rahmen kollektiver Sicherheit. Daraus mÃ¼ssen differenzierte Anforderungs- und Kompetenzprofile sowie Ausbildungsziele abgeleitet werden. In diesem Sinne bedÃ¼rfen Ausbildung und Bildung einer situations- und aufgabengemÃ¤ÃŸen Realisierung. Zu Recht wurden daher, wenn auch mit deutlicher zeitlicher VerzÃ¶gerung, die Zentralen Dienstvorschriften zur Inneren FÃ¼hrung sowie zur politischen Bildung neugefasst und an die Anforderungen der neuen Aufgaben angepasst. Das aber reicht bei weitem nicht, entscheidend ist, dass Innere FÃ¼hrung im Alltag in der Truppe auch umgesetzt und realisiert wird. </li><br />
	<li>Strukturellen Aspekten der Inneren FÃ¼hrung im Einsatz ist bislang zu wenig Bedeutung beigemessen worden. Deshalb muss den FÃ¼hrungs- und Organisationsstrukturen mehr Beachtung geschenkt werden. FÃ¼hren mit Auftrag ist keine SchÃ¶nwetterangelegenheit, sondern wesentliche Grundlage fÃ¼r das gute Agieren im Auslandseinsatz. Der Primat der Politik enthebt Soldaten und Soldatinnen nicht der Verantwortung. Technokratischer Pragmatismus ist fehl am Platz. Innere FÃ¼hrung fordert, dass die Bundeswehr in die rechtsstaatliche Ordnung und Gesellschaft integriert sein muss. Dieses Integrationspostulat umfasst nicht nur den Primat der Politik, sondern die angemessen spezifizierte Beachtung demokratischer Werte und Normen bei der Gestaltung des inneren GefÃ¼ges und im sozialen Umgang der Soldaten im Einsatz wie am Heimatstandort. Konstitutives FÃ¼hrungsprinzip fÃ¼r die Bundeswehr ist nicht Befehlstaktik, sondern Auftragstaktik. Das muss auch fÃ¼r den Auslandseinsatz gelten, sonst besteht die Gefahr, dass die Bundeswehr ihre Aufgaben nicht angemessen erfÃ¼llen kann. </li><br />
	<li>Das Leitbild des StaatsbÃ¼rgers in Uniform verpflichtet Soldaten und Soldatinnen auf den Respekt der Menschenrechte und Toleranz. Hierzu gehÃ¶rt ein die Organisationskultur tragendes modernes Selbst- und TraditionsverstÃ¤ndnis, das sich aus den demokratischen und rechtsstaatlichen Normen und Werten heraus begrÃ¼ndet. Ein neotraditionalistisches, rÃ¼ckwÃ¤rtsgewandtes Selbst- und TraditionsverstÃ¤ndnis ist mit der Inneren FÃ¼hrung nicht vereinbar. Die GrundsÃ¤tze der Inneren FÃ¼hrung fordern von Soldaten und Soldatinnen politisch und moralisch zu verantwortendes Handeln. Das sind genau jene Basisorientierungen und Verhaltensstandards, die heute in den oft auch komplexen EinsÃ¤tzen zur Friedenssicherung unerlÃ¤sslich sind. Sie zu stÃ¤rken und zu fÃ¶rdern ist Aufgabe von Ausbildung und Bildung. </li><br />
	<li>Eine Ã¼berwiegend militÃ¤rfachliche Ausbildung ist fÃ¼r die heutigen Aufgaben der Bundeswehr nicht mehr ausreichend. Soldaten und Soldatinnen leisten ihren Dienst immer hÃ¤ufiger in multinationalen StÃ¤ben und VerbÃ¤nden und mÃ¼ssen sich in fremden LÃ¤ndern und Kulturen zurechtfinden. Professionalisierung und Spezialisierung fÃ¼r die neuen Aufgaben ist daher nur die halbe Wahrheit. Das soldatische Anforderungsprofil ist heute komplexer geworden. Klassische GefechtsqualitÃ¤ten mÃ¼ssen kombiniert werden mit vielfÃ¤ltigen FÃ¤higkeiten der Stabilisierung. Stabilisieren kÃ¶nnen ohne kÃ¤mpfen zu mÃ¼ssen ist die heutige Kernherausforderung der Bundeswehr im Einsatz. Die komplexen Aufgaben des nation- bzw. statebuilding setzen eine enge zivilgesellschaftliche Bodenhaftung militÃ¤rischer FÃ¤higkeiten voraus. DafÃ¼r mÃ¼ssen Soldaten zusÃ¤tzliche Kooperations- und HandlungsfÃ¤higkeiten entwickeln. Hinzu kommt, dass Soldaten heute vermehrt angemessen in ethischen Grenzsituationen handeln mÃ¼ssen. Das stellt in einem oftmals fremden kulturellen Umfeld hohe Anforderungen an die Entscheidungs- und Urteilskompetenz. Werte und Haltungen lassen sich aber nicht einfach vorschreiben, sondern mÃ¼ssen in Auseinandersetzung mit anderen Vorstellungen entwickelt werden. Ethische Bildung muss daher fÃ¼r alle Soldaten verpflichtend sein. Heute brauchen wir den umfassend ausgebildeten Soldaten, der um die politischen und gesellschaftlichen VerÃ¤nderungen unserer Zeit und die normativen Grundbedingungen des soldatischen Handelns weiÃŸ. Das kann nicht Privatsache sein, sondern muss in die Ausbildungsinhalte integriert werden. In besonderer Weise gilt dies fÃ¼r die Ausbildung von FÃ¼hrungspersonal. Sie mÃ¼ssen in der Lage sein auch in komplexen und unÃ¼bersichtlichen Einsatzsituationen, konkrete Probleme rasch zu analysieren und adÃ¤quat darauf zu reagieren. Dies lÃ¤sst sich wahrlich nicht mit einfachen FÃ¼hrungs- und Handlungstechniken beibringen. Um EigenstÃ¤ndigkeit und ProblemlÃ¶sungskompetenz zu stÃ¤rken, ist fÃ¼r Offiziere eine wissenschaftliche Ausbildung entscheidend.</li><br />
	<li>In zunehmendem MaÃŸe kooperieren Bundeswehrsoldaten mit Soldaten anderer StreitkrÃ¤fte in multinationalen VerbÃ¤nden und Einheiten. Sie arbeiten eng mit AngehÃ¶rigen anderer StreitkrÃ¤fte zusammen, die auf der Basis unterschiedlicher Rechtsnormen und FÃ¼hrungskulturen ihren Dienst versehen. Die verschiedenen rechtlichen Rahmenbedingungen und FÃ¼hrungskonzeptionen fÃ¼hren zu Belastungen und Unsicherheiten, die zu Frustration, Demotivation und Fehlverhalten beitragen kÃ¶nnen. Soldaten und Soldatinnen mÃ¼ssen daher auf Situationen und den Umgang mit unterschiedliche Rechts- und FÃ¼hrungskulturen vorbereitet werden. Entscheidend ist, dass die Rechtsstellung von Bundeswehrsoldaten gemÃ¤ÃŸ der Konzeption der Inneren FÃ¼hrung gewÃ¤hrleistet wird und auf die Entwicklung gemeinsamer Rechtsgrundlagen und FÃ¼hrungsphilosophien hingewirkt wird. Auf keinen Fall dÃ¼rfen mit Verweis auf die Effizienz und InteroperabilitÃ¤t mit anderen StreitkrÃ¤ften die ethischen und rechtlichen GrundsÃ¤tze der Inneren FÃ¼hrung aufgegeben werden. </li><br />
	<li>Bundeswehrsoldaten und -soldatinnen sind nicht mehr wie zu Zeiten des Kalten Krieges klassische Landesverteidiger, sondern agieren im Rahmen kollektiver Sicherheitsvorsorge in weit entfernten Regionen. Die Wehrpflicht, die nur noch von maximal 15 % eines mÃ¤nnlichen Geburtsjahrgangs als Wehrdienst abgeleistet werden kann, ist auch von daher nicht mehr zu legitimieren. Zu Recht werden Grundwehrdienstleistende daher auch nicht in AuslandseinsÃ¤tzen eingesetzt. Freiwilligkeit ist das Prinzip. Mit dem Argument mÃ¶glicher Rekrutierungsschwierigkeiten ist die Allgemeine Wehrpflicht ebenfalls nicht zu legitimieren. Die Wehrpflicht hat sich lÃ¤ngstens Ã¼berlebt. Sie ist sicherheitspolitisch nicht mehr gerechtfertigt und gesellschaftlich nicht mehr vermittelbar. FÃ¼r eine zukunftsfÃ¤hige und tragfÃ¤hige Nachwuchsgewinnung ist vielmehr die EinfÃ¼hrung eines freiwilligen und flexiblen militÃ¤rischen Kurzdienstes fÃ¼r junge MÃ¤nner und Frauen sinnvoll. Dieser kann dazu beitragen, dass die StreitkrÃ¤fte mehr als bisher aus allen Schichten der Gesellschaft, auch aus milieufremden Gruppen, Personal gewinnt. Gerade fÃ¼r die neuen Aufgaben braucht die Bundeswehr gut qualifiziertes und motiviertes Personal. Eine wichtige Rolle spielt daher die Personalauswahl. Anspruchsvolle EignungsprÃ¼fungen, die auch die PrÃ¼fung sozialer und interkultureller Kompetenz bzw. die EntwicklungsfÃ¤higkeit daraufhin beinhalten, sind unerlÃ¤sslich. Damit kann verhindert werden, dass Soldaten und Soldatinnen einseitigen Weltanschauungen anhÃ¤ngen und die politische Aufgabe der Bundeswehr in nicht vollem MaÃŸe erfasst wird. Die weitere Einbeziehung von Frauen und eine Sensibilisierung fÃ¼r die Geschlechterperspektive ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund der internationalen StabilisierungseinsÃ¤tze unverzichtbar.</li><br />
</ol>
<br />
<p>
<br />
 
</p>
</div>


           <br />
                        </div>
   </div>
</div></channel>
</rss>
