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Artikel von Winfried Nachtwei für Zeitschriften u.ä.
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60 Jahre danach: Einweihung der Gedenkstätte Riga-Bikernieki – Erinnerung an Ermordete bekommt Ort und Gesicht

Veröffentlicht von: Webmaster am 18. Dezember 2001 10:13:38 +01:00 (11923 Aufrufe)
Am 30. November wurde im Wald von Bikernieki am Stadtrand von Riga in Anwesenheit der lettische Präsidentin und VertreterInnen von achtzehn deutschen Städten und Wien eine Gedenkstätte eingeweiht. Hier hatten 1941 bis 1944 SS-Männer und ihre einheimischen Helfer über 40.000 Menschen erschossen und verscharrt: lettische, deutsche, österreicherische und tschechische Juden, politische Häftlinge und Nazi-Gegner, sowjetische Kriegsgefangene. Die vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) errichtete Gedenkstätte ist die erste dieser Art in ganz Osteuropa.

30. November 1941

An diesem Tag begann die „Räumung" des Rigaer Ghettos, um „Platz zu schaffen" für die angekündigten Deportationszüge aus dem „Großdeutschen Reich". Der Höhere SS- und Polizeiführer Ostland, Friedrich Jeckeln (vormals Düsseldorf und Organisator von Babi Jar), ließ in einem minutiös organisierten Massaker ca. 28.000 lettische Juden im Wäldchen von Rumbula erschießen.

Der erste Deportationszug mit deutschen Juden kam am 30. November aus Berlin. Die 1000 Verschleppten wurden noch vor ihren lettischen Leidensgenossen in Rumbula erschossen. Bis Januar 1942 folgten 19 weitere Transporte aus dem Raum Nürnberg, Stuttgart, Wien, Hamburg, Köln, Kassel, Düsseldorf, Münster/Osnabrück/Bielefeld, Hannover, Theresienstadt/Prag, Leipzig, Dortmund. Aus Berlin kamen bis Oktober 1942 allein acht weitere Transporte.

Über Jahrzehnte war es in der deutschen und lettischen Öffentlichkeit nahezu unbekannt: Im „Reichsjudenghetto" Riga, in den Lagern Jungfernhof und Salaspils und im Wald von Bikernieki nahm (neben Kaunas/ Litauen und Minsk) die systematische Ermordung der deutschen, österreichischen und tschechischen Juden ihren Anfang.

Der Wald von Bikernieki - im Ghetto „Hochwald" genannt - war der zentrale Erschießungsort. 55 Massengräber, eingefasst durch normale Bordsteine, waren in dem leicht hügeligen Waldgelände zu zählen, als ich 1989 zum ersten Mal diesen Ort besuchte. Sie liegen innerhalb der „Gruben", die als kleinere Lichtungen mit schwächerer Vegetation erkennbar sind. Einzelne Bäume haben Einschusslöcher, andere Brandnarben von den Leichenverbrennungen, die vor dem deutschen Rückzug 1944 durchgeführt wurden. Ein Gedenkstein aus sowjetischer Zeit trug die Inschrift: „1941-1944 ermordeten deutsch-faschistische Okkupanten im Wald von Bikernieki auf grausame Weise 46.500 friedliche Bürger". Kein Wort davon, dass sehr viele von ihnen Juden waren. Jahrelang war das Gräberfeld von Bikernieki ein vergessener und zunehmend verwahrloster Ort.

Die Gedenkstätte

An der Bikernieki Straße im Osten Rigas informieren jetzt zwei Steintafeln in vier Sprachen:

„Hier im Wald von Bikernieki wurden in den Jahren 1941-1944 durch das NS-Regime und dessen freiwillige Helfer tausende Juden aus Lettland, Deutschland., Österreich und Tschechien sowie politisch Verfolgte und sowjetische Kriegsgefangene ermordet."

„Gräber- und Gedenkstätte Riga Bikernieki

Im Jahr 2001 erbaut vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge aus Mitteln der Bundesrepublik Deutschland, des Nationalfonds der Republik Österreich und den im „Deutschen Riga Komitee" vereinten Städten."

Die Massengräber beiderseits der Straße wurden neu eingefasst und mit Naturstein-Stelen gekennzeichnet. Der jetzt befestigten Waldweg - der „Weg des Todes" - wird gesäumt von Betonstelen mit Davidsstern, Kreuz und Dornenkranz als Symbole für die unterschiedlichen Opfergruppen.

Der zentrale Gedenkplatz liegt in einer Mulde und besteht aus dem Mahnmal mit einem Gedenkstein aus schwarzem Marmor, umgeben von 5000 Granitsteinen, mit denen sich die Erde „öffnet".

Die grob behauenen Steine aus ukrainischem Granit (Region Shitomir) sind in 45 Planquadraten von 4 x 4 m aufgestellt, einem Grundriss der Planmäßigkeit. In den Boden eingelassene Tafeln tragen die Namen der Hauptherkunftsorte der Deportationen. Die gedrängt stehenden Steine zwischen 20 cm und 1,50 m symbolisieren die hier ermordeten und in Massengräber zusammengepressten Menschen und Familien. Kein Stein ist wie der andere. Mit ihren schwarzen, grauen und rötlichen Einfärbungen geben sie denjenigen wieder etwas Individualität zurück, die hier namenlos erschossen, verscharrt und verbrannt wurden.

Auf den Seiten des Gedenksteins steht in Hebräisch, Russisch, Lettisch und Deutsch:

„ACH ERDE, BEDECKE MEIN BLUT NICHT, UND MEIN SCHREIEN FINDE KEINE RUHESTATT! HIOB 16; 18"

Die Gedenkveranstaltung

Auf dem zentralen Gedenkplatz haben sich mehrere hundert Menschen eingefunden, unter ihnen viele ehemalige Ghetto- und KZ-Häftlinge. Nach Ansprachen der lettischen Präsidentin Vaira Vike-Freiberga, des österreichischen Botschafters Dr. Jilly und des deutschen Botschafters Herold treten VertreterInnen der Städte des Deutschen Riga-Komitees vor und stellen Metallkapseln mit Namenslisten der im Raum Riga Umgekommenen in den Gedenkstein. Der nordrhein-westfälische Innenminister Behrens tut dies für Düsseldorf, Arkadij Gurewitsch (Ex-Vorsitzender des Vereins der ehemaligen jüdischen Ghetto- und KZ-Häftlinge Lettlands) für Hamburg, Bürgermeister Günter Schulze-Blasum für Münster, ich für Bielefeld. Berlin, Bocholt, Dortmund, Hannover, Kassel, Köln, Leipzig, Lübeck, Nürnberg, Osnabrück, Paderborn, Prag/Theresienstadt, Stuttgart, Wien sind die anderen Städte, für die Listen hinterlegt werden. (Ebenfalls vertreten ist Bremen als Rigas Partnerstadt.)

Danach wird die Deckplatte auf den Gedenkstein gesenkt: Es ist, als würden die Ermordeten und Verschollenen nun erstmalig würdig bestattet.

Staatliche Repräsentanten legen Blumen auf dem Gedenkstein nieder.

Der Kantor der Jüdischen Gemeinde zu Riga, Vlad Shulman, beendet die Veranstaltung mit dem Kaddisch.

Vor der Einweihung der Gedenkstätte findet im Saal der Jüdischen Gemeinde eine große Gedenkveranstaltung statt. Hier sprechen der Vorsitzende der Gemeinde Grigory Krupnikovs, der Präsident des VDK, Karl-Wilhelm Lange, der lettische Ministerpräsident Andris Berzins, der stellv. Vorsitzende des Rates der Stadt Riga, Aivars Kreitschuss, der israelische Botschafter Avraham Benjamin, die Generalsekretärin des Nationalfonds der Republik Österreich für die Opfer des Nationalsozialismus, Hannah Lessing, der Vorsitzende der Deutsch-Baltischen Parlamentariergruppe, MdB Wolfgang Freiherr von Stetten, Erich Herzl aus Wien, der Präsident der Jewish Survivors of Latvia, Steven Springfield aus New York, Prof. Gertrude Schneider, Ghetto-Überlebende/New York, der Vorsitzende des Vereins der ehemaligen jüdischen Ghetto- und KZ-Häftlinge Lettlands, Dr. Alexander Bergmann. Die Gedenkrede hält Dr. Fritz Behrens, Innenminister des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, von wo vier Transporte nach Riga gingen.

Bergmann erinnert an sein erstes Zusammentreffen mit Erich Herzl 1994, als er sich eine Realisierung des Projekts angesichts des Geldmangels nicht habe vorstellen können. Gertrude Schneider: „Der Fluch ‚nicht gedacht soll ihrer werden', wird jetzt aufgehoben". Hannah Lessing nennt das Projekt eine „europäische Antwort auf den Nationalsozialismus". Steven Springfield aus New York schlägt den Bogen zum 11. September: Für die Holocaust-Überlebenden und ihre Nachkommen gebe es nun den „sicheren Hafen" nicht mehr.

Eingerahmt werden die Reden von musikalischen Darbietungen des Chores der Veteraninnen und Kindern der Jüdischen Schule, die pure Lebensfreude versprühen.

Im Foyer ist die neue Ausstellung zur Jüdischen Gemeinde Lettlands zu sehen, die von Margers Vestermanis erarbeitet und auch vom Außenministerium gefördert wurde. Das von ihm aufgebaute und geleitete Museum „Juden in Lettland" wird zurzeit erheblich erweitert.

Am Samstag führen Gertrude Schneider und Alexander Bergmann Mitglieder der deutschen Delegation nach Rumbula und durch das ehemalige Ghetto. A. Bergmann schildert bewegend die drei Voraussetzungen für ein Überleben in Ghetto und KZ: Gesundheit, Arbeit - und vor allem Zufall. A. Gurewitsch: „Ich dachte, ich könnte vergessen. Aber die Erinnerung wird frischer und frischer."

An der Gedenkveranstaltung am Sonntag in Rumbula zum 60. Jahrestag des „Rigaer Blutsonntags" nehmen so viel Menschen teil wie seit Jahren nicht, darunter viele jüdische Schülerinnen und Schüler. Die Nachricht geht herum von den neuesten Selbstmordanschlägen in Israel. Das Gräberfeld wird ebenfalls vom VDK renoviert.

Der österreichische Botschafter Dr. Jilly überreicht Erich Herzl und mir bei einem Empfang in seiner Residenz im Auftrag von Bürgermeister Häupl die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien - für unsere Verdienste um die Errichtung der Gedenkstätte Bikernieki.

Im Goethe-Institut halte ich vor etlichen Studierenden und dem großen alten Mann der lettischen Unabhängigkeit, Prof. Mavrik Vulfsons, meinen Dia-Vortrag „Nachbarn von nebenan - verschollen in Riga".

Die lettischen Medien berichten prominent und ausführlich über die Einweihung der Gedenkstätte - ganz im Unterschied zu den deutschen überregionalen Medien. Neben zwei Bremer Zeitungen sind nur ZDF und WDR vor Ort und berichten im heute-journal bzw. am 11. und 12. Dezember in verschiedenen Hörfunk- und Fernsehprogrammen. Die epd-Meldung von der Gedenkstätteneinweihung bleibt ungedruckt. Am 29.11. berichtet vorab Robert von Lucius im Feuilleton der FAZ.

Nach Rückkehr der Delegationen berichten einige Lokal- und Regionalzeitungen ausführlich. (z.B. Münstersche Zeitung und Westfälische Nachrichten am 8.12.2001)

Brücken zu gemeinsamer Erinnerung

Der Einweihung der Gedenkstätte Riga Bikernieki blieb mangels deutscher Spitzenprominenz die Resonanz in der deutschen Öffentlichkeit versagt. Nichtsdestoweniger war es ein herausragendes Ereignis:

60 Jahre danach und nach Jahrzehnten des Vergessens erhält die Erinnerung an die in Riga verschollenen ehemaligen Nachbarn von nebenan endlich Ort und Gesicht.

Dabei entwickeln sich neue Formen gemeinsamer Erinnerung:

zwischen Deutschland und Lettland, wo angesichts der vorherrschenden Erinnerung an die Sowjetzeit offene Erinnerung an die NS-Zeit noch vielfach schwer fällt;

zwischen verschiedenen Erinnerungskulturen, die bisher meist völlig getrennt voneinander existierten - hier die Erinnerung vor allem an die gefallenen Soldaten, dort die Erinnerung vor allem an die Opfer von Verfolgung und NS-Terror;

schließlich zwischen den Generationen, zwischen Älteren und Jüngeren.

Das zeigte sich besonders in den beiden größten Städtedelegationen: Aus Lübeck waren u.a. zwei Schülerinnen und drei LehrerInnen der Geschwister-Prenski-Gesamtschule dabei. (Die Geschwister waren 1941 nach Riga deportiert worden.) Aus Münster ein Brüderpaar, das in Salaspils tatsächlich das Grab ihres Vaters fand, und zwei Lehrer, die zusammen mit Schülern und Lehrern aus Ibbenbüren, Wien, Prag und Riga das Projekt „Past to Present" organisieren und zusammen mit dem VDK einen internationalen Schüleraufenthalt in Riga vorbereiten. Dabei werden die SchülerInnen auch die Gräberstätten von Bikernieki und Rumbula pflegen.

Damit bietet das Erinnerungsprojekt Riga Bikernieki die große Chance, durch gemeinsame Erinnerung über Gruppengrenzen hinweg Menschenrechtsbewusstsein zu fördern

Vorgeschichte

1987 entstand die Idee einer würdigen Gedenkstätte in Bikernieki. Der Architekt Sergej Rysh vom städtischen „Kommunalprojekts" erarbeitete dafür einen Plan vor, dessen Umsetzung Anfang der 90er Jahre an akutem Geldmangel der Stadt Riga scheiterte. („Die Lebenden haben Vorrang", so Rysh damals.)

1991 legte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Riga auf dem alten „Großen Friedhof" an der Miera iela den ersten deutschen Soldatenfriedhof auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion an. An die Abertausenden hierher verschleppten deutschen Juden erinnerte hingegen nichts. Auf diesen beschämenden Gegensatz machte ich öffentlich und auch in Gesprächen mit Vertretern des VDK mit sehr unterschiedlichem Erfolg aufmerksam.

Eine von mir 1990 initiierte Spendensammlung für ein Ghetto-Mahnmal Riga erbrachte ca. 10.000 DM, die 1994 zur Aufstellung eines Gedenksteins auf dem Alten Jüdischen Friedhof im ehemaligen Ghetto beitrugen. Im September 1996 wurden auf dem Neuen Jüdischen Friedhof drei Gedenksteine für die Deportierten des Hamburger, Kölner und Bielefelder Transports aufgestellt. Dies wurde durch private Spender sowie die Städte Bielefeld, Münster und Osnabrück ermöglicht. Bis auf diese Städte fühlte sich aber zunächst keine Kommune und keine Institution für eine würdige Gestaltung von Bikernieki „zuständig".

Erich Herzl, der seine Eltern in Riga verloren hatte, gründete in Wien 1993 zusammen mit anderen Hinterbliebenen die „Initiative Riga", die sich für eine würdige Gedenkstätte in Bikernieki einsetzte. Mit organisatorischer Unterstützung des Österreichischen Schwarzen Kreuzes leistete die „Initiative Riga" breite Überzeugungsarbeit und gewann die Unterstützung höchster österreichischer Repräsentanten und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Ende 1996 trat das deutsch-lettische Kriegsgräberabkommen in Kraft, in dem nun auch Gräber von Deportierten zu den Kriegsgräbern zählten. Damit übernahm der VDK Verantwortung für die Gestaltung der Gräber- und Gedenkstätte Bikernieki, wozu er mit seiner lettischen Partnerorganisation, dem Brüderfriedhöfekomitee und der Stadtverwaltung Riga zusammenarbeitete. Im April 2000 begannen die Bauarbeiten nach den Plänen von Sergej Rysh.

Am 23. Mai gründeten die Repräsentanten von dreizehn deutschen Großstädten und der Präsident des VDK in Berlin unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Rau das „Deutsche Riga-Komitee", dem sich inzwischen weitere Städte anschlossen. Das Komitee will das Erinnerungsprojekt Riga unterstützen und begleiten. Historiker der Stiftung „Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum" und der Bildungsstätte „Haus der Wannsee-Konferenz erarbeiten zurzeit ein Gedenkbuch, das die Namen aller Opfer dokumentieren soll.

Weitere Informationen

- Deutsches Riga-Komitee: Riga-Bikernieki, Broschüre, hrg. vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge: Werner-Hilpert-Str. 2, 34112 Kassel, Tel. 0561/7009-0, Fax 0561/7009-270, e-mail: gedenken@volksbund.de; http://www.volksbund.de/;

- Projekt Mahnmal Riga, Ausstellungskatalog, Kulturamt der Stadt Wien 2001

- Winfried Nachtwei: Literatur-, Materialien- und Medienliste „Deportationen nach Riga 1941/42, Ghetto Riga 1941/44", Dezember 2001 (erhältlich über Büro Münster: 0251/662280, Fax 6622296; winfried.nachtwei@wk.bundestag.de; oder Büro Berlin: 030/227-72567, Fax -76016; winfried.nachtwei@bundestag.de; http://www.nachtwei.de/)

- Past to Present, Projektleiter Horst Wiechers, c/o Villa ten Hompel, 48127 Münster, 0251/492-7106, Fax -7918, e-mail: horst.wiechers@pasttopresent.org; www.pasttopresent.de

Hilfe für Holocaust-Überlebende

In Lettland leben zurzeit noch ungefähr 60 Holocaust-Überlebende. Auch wenn sie seit 1999 aus Deutschland eine kleine monatliche Entschädigungszahlung von ca. 200 DM erhalten, sind sie weiterhin auf zusätzliche Unterstützung angewiesen, insbesondere als Hilfe in besonderen Notlagen, für Haushaltshilfen, Pflege und Kuren.

Seit acht Jahren gibt es in der Bundesrepublik mehrere Spendenkonten zu Gunsten des „Vereins ehemaliger jüdischer Ghetto- und KZ-Häftlinge" in Riga:

- Hanna und Wolf Middelmann, Stichwort „Riga", Kontonummer 100 499 433 bei Sparkasse Göttingen, BLZ 260 500 01, Südring 72, 37079 Göttingen, Tel./Fax 0551-66985 (Middelmanns pflegen einen intensiven Kontakt zu den ehemaligen Häftlingen und berichten in regelmäßigen Spenderbriefen von der aktuellen Situation.)

- W. Nachtwei, Stichwort „Soforthilfe", Kontonummer 10005007 bei Sparkasse Münster, BLZ 400 501 50


Publikationsliste
Vortragsangebot zu Riga-Deportationen, Ghetto Riga + Dt. Riga-Komitee

Ende 1941/Anfang 1942 rollten Deportationszüge aus Deutschland und Österreich nach Riga.

1989 stieß ich auf die Spuren der verschleppten jüdischen Frauen, Männer und Kinder.

Mit meinem bebilderten Vortrag "Nachbarn von nebenan - verschollen in Riga" stehe ich gern für Erinnerungsveranstaltungen und Schulen zur Verfügung. (Anlage)

Vorstellung der "Toolbox Krisenmanagement"

Von der zivilen Krisenprävention bis zum Peacebuilding: Die 53-seitige Broschüre stellt kompakt und klar auf jeweils einer Themenseite Prinzipien, Akteure und Instrumente des Krisenmanagements vor. Bei einem Kolloquium im Bundestag in Berlin wurde die Schrift einem Fachpublikum vorgestellt. Erstellt von AutorInnen des Zentrums Internationale Friedenseinsätze ZIF und der Stiftung Wissenschaft und Politik SWP ist die "Toolbox" ein wichtiger Beitrag zur friedens- und sicherheitspolitischen Grundbildung auf einem Politikfeld, wo die Analphabetenrate in der Gesellschaft, aber auch in Medien und Politik sehr hoch ist. ... www.zif-berlin.de

zif
Auf dem Foto überreicht W. Nachtwei den AutorInnen seine 2008 erschienene Broschüre zur Zivilen Krisenprävention und Friedensförderung.

Mehr zur Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure bei der zivilen Konfliktbearbeitung u.a.:

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