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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Margers Vestermanis, Ãœberlebender des Rigaer Ghettos, GrÃ¼nder des Museums &quot;Juden in Lettand&quot;, wurde 90 Jahre - Herzliche Ehrung in Riga </title>
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    <span class="xar-mod-title">Artikel von Winfried Nachtwei fÃ¼r Zeitschriften u.Ã¤.</span>

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        <h1>
            Margers Vestermanis, Ãœberlebender des Rigaer Ghettos, GrÃ¼nder des Museums &quot;Juden in Lettand&quot;, wurde 90 Jahre - Herzliche Ehrung in Riga          </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 19. September 2015 15:52:22 +02:00 (34691 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Vor 26 Jahren begegneten wir Margers Vestermanis erstmalig in Riga. Er ist ein Pionier und Gro&szlig;meister einer Erinnerung wider die Unmenschlichkeit. Wer ihm begegnete und zuh&ouml;rte, wird das nicht vergessen. Jetzt wurde er zu seinem 90. Geburtstag in Riga w&uuml;rdig + herzlich geehrt.&nbsp;</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Margers Vestermanis, </strong></p>
<p align="center"><strong>&Uuml;berlebender des Rigaer Ghettos, Gr&uuml;nder des Museums &bdquo;Juden in Lettland&ldquo;, 90 Jahre &ndash; Herzliche Ehrung in Riga</strong></p>
<p align="center">Winfried Nachtwei, MdB a.D. (9/2015)</p>
<p align="center">(Fotos auf <a href="http://www.facebook.com/winfried.nachtwei">www.facebook.com/winfried.nachtwei</a> )</p>
<p>Am 18. September 2015 wurde Margers Vestermanis auf Einladung der J&uuml;dischen Gemeinde Riga mit einer w&uuml;rdigen und herzlichen Feier in der Universit&auml;t zu seinem 90. Geburtstag geehrt.</p>
<p>Der Staatssekret&auml;r im Au&szlig;enministerium, Andrejs Pildegovics, gratulierte ihm im Namen des lettischen Staates und zeichnete das Mitglied der Lettischen Historikerkommission f&uuml;r seine Forschungen und Ver&ouml;ffentlichungen zur lettischen Geschichte aus: Sein Geburtstag sei ein Grund zum Feiern f&uuml;r alle Letten. &bdquo;Wir sind stolz auf Sie, wir sind stolz auf Ihre Menschlichkeit und Weitsicht.&ldquo; (<em>Rede siehe unten</em>) Die Anwesenheit und Reden vieler ausl&auml;ndischer Botschafter (&Ouml;sterreich, Ungarn, Deutschland, Israel, Gro&szlig;britannien, USA) unterstrichen die internationale Anerkennung f&uuml;r das Wirken von Margers Vestermanis.</p>
<p>Gesungen wurden &bdquo;Ghettolieder&ldquo; einer Widerstandsgruppe, deren einzige &Uuml;berlebender Margers Vestermanis ist.</p>
<p>Besonders zu Herzen gehend waren die Gl&uuml;ckw&uuml;nsche seiner &auml;ltesten Urenkelin. Die Nazis hatten seine gro&szlig;e Familie ermordet, den &auml;lteren Bruderschon im Juli 1941. 74 Jahre danach wurde der 90-J&auml;hrige mit Eva, seiner fast 90-j&auml;hrigen Frau, im Kreis seiner wieder gro&szlig;en Familie geehrt.</p>
<p>Auf Wunsch des Jubilars erhielt er vom Vorsitzenden der J&uuml;dischen Gemeinde ein Zertifikat f&uuml;r eine Grabstelle auf dem Neuen J&uuml;dischen Friedhof.</p>
<p>Viele, viele Blumen bekam Margers Vestermanis &uuml;berreicht, ein regelrechter Berg. Sie wurden anschlie&szlig;end in Rumbula am Stein der Vestermanis niedergelegt -&nbsp; dort, wo am 30. November und 8. Dezember 1941 um 27.000 Rigaer Juden erschossen worden waren, darunter seine Eltern und seine Schwester.</p>
<p>(<em>Zu den Lebensstationen von Margers Vestermanis vgl. Hanna und Wolf Middelmann, Dem Judenmord entkommen, M&uuml;nster 2015, S. 128, </em><em><a href="http://www.gegen-vergessen.de/startseite/news-detailseite/article/dem-judenmord-entkommen-bericht-ueber-zwei-jahrzehnte-austausch-mit-den-ueberlebenden-des-hol.html">http://www.gegen-vergessen.de/startseite/news-detailseite/article/dem-judenmord-entkommen-bericht-ueber-zwei-jahrzehnte-austausch-mit-den-ueberlebenden-des-hol.html</a></em> )</p>
<p><strong>Mein schriftlicher GL&Uuml;CKWUNSCH AUS M&Uuml;NSTER/BERLIN</strong> (<em>leider war ich kurzfristig daran gehindert, an der Feier teilzunehmen</em>)</p>
<p>Lieber Margers, liebe Eva, geehrte Festgesellschaft,</p>
<p>im Sommer 1989 kamen meine Frau Angela und ich erstmalig nach Riga. Die wachsende Unabh&auml;ngigkeitsbewegung hatte unser Interesse und Sympathie geweckt, aber auch die Frage nach dem Schicksal der M&uuml;nsteraner Juden, die Ende 1941 von den Nazis in das Ghetto Riga deportiert worden waren. Am 11. Juli 1989 traf&nbsp; ich am Uhrturm des Hauptbahnhofs einen wei&szlig;haarigen, ca. 65-j&auml;hrigen Herrn mit einer Zeitung als Erkennungszeichen unterm Arm. Mit dem Bus 385 ging es raus nach Upeslejas.</p>
<p>Meinem Reisetagebuch entnehme ich, dass Du recht schnell auf den 25-j&auml;hrigen Gefreiten Egon Klinke zu sprechen kamst, Kraftfahrer bei der Luftwaffe, Deserteur&hellip; Du zeigtest mir Karteik&auml;sten, eine Abteilung zu &bdquo;Judenm&ouml;rdern&ldquo;, berichtetest vom 16-j&auml;hrigen Margers am 30. November 1941. Die wenigen Stunden in Upeslejas direkt vor unserer R&uuml;ckreise nach Deutschland war der menschlich-politische Z&uuml;ndfunke, der mich auf die Riga-Spur und uns zueinander brachte. Zu einer Zeit, als in Deutschland wie Lettland weitestgehend verdr&auml;ngt und vergessen war, wie die deutsche Besatzung von 1941 bis 1944 gegen die j&uuml;dischen Menschen, gegen Deine Familie gew&uuml;tet hatte.</p>
<p>Im Juli 1990 begegneten wir uns erstmalig zu viert mit Eva und Angela, besuchten Rezekne in Ostlettland. Im Januar 1991 fieberten wir mit Euch, als die Unabh&auml;ngigkeitsbewegung bedrohlich unter Druck geriet &ndash; und sich mit ungeahnter Kraft behaupten konnte.</p>
<p>Dich, Margers, erlebte ich als T&uuml;r&ouml;ffner einer mit der Unabh&auml;ngigkeitsbewegung aufbrechenden Erinnerung: Als unerm&uuml;dlichen, gro&szlig;en Br&uuml;ckenbauer einer Erinnerung an die vitale und reiche j&uuml;dische Kultur, einer Erinnerung an die zahllosen j&uuml;dischen Opfer, die Gequ&auml;lten, Erschossenen, Verhungerten, an die T&auml;ter und Helfershelfer der deutschen Besatzer, aber auch an die Judenretter und wenigen Wehrmachtsdeserteure. Das von Dir aufgebaute Museum &bdquo;Juden in Lettland&ldquo; wurde zu einem lebenden Denkmal!</p>
<p>DU machtest es durch Deine Forschungen und Deinen enzyklop&auml;dischen Wissensreichtum m&ouml;glich, dass endlich auch in Deutschland die Erinnerung an die j&uuml;dischen Nachbarn von nebenan auflebte. Von denen war &uuml;ber 50 Jahre nur ein &bdquo;verschollen in Riga&ldquo; geblieben.</p>
<p>Die Geschichtsstunden und Zeitzeugengespr&auml;che mit Dir werden Tausenden deutscher B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern f&uuml;r immer im Ged&auml;chtnis bleiben.</p>
<p>Die Nazi-Staatsverbrecher wollten die totale Vernichtung ihrer Opfer, indem sie auch die Erinnerung an sie ausl&ouml;schen wollten.</p>
<p>Du hast ihnen mit Deiner unerm&uuml;dlichen Arbeit einen Strich durch die teuflische Rechnung gemacht. Du hast sie auf diesem Feld besiegt.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Du, Margers Vestermanis, hast Dich in h&ouml;chstem Ma&szlig;e um die Opfer des Holocaust in Lettland, um die J&uuml;dische Gemeinde, um das demokratische Lettland, um Br&uuml;cken der Erinnerung mit Deutschland und mit jungen Menschen verdient gemacht! Damit wir alle daraus f&uuml;r ein friedliches Europa lernen! Die J&uuml;dische Gemeinde, die lettische Gesellschaft und Politik k&ouml;nnen wahrlich stolz auf einen B&uuml;rger wie Dich sein.</span></p>
<p>Als menschlichen Gl&uuml;cksfall sondergleichen erlebte ich, wie zwischen uns &uuml;ber intensive Gespr&auml;che und h&auml;ufig auch lachendes Zusammensein geradezu famili&auml;re N&auml;he und Freundschaft wuchs. Wir sind von ganzem Herzen dankbar, dass wir Dich und Eva kennen lernen durften.</p>
<p>Zu Deinem ehrw&uuml;rdigen 90. Geburtstag am 18. September w&uuml;nschen wir Dir weiterhin m&ouml;glichst gute Kr&auml;fte, starke Mitstreiter, viel positives Echo&nbsp; und viele frohe Stunden zusammen mit Deinen Lieben.</p>
<p>Wir umarmen Dich und Eva ganz herzlich und freuen uns auf unser n&auml;chstes Treffen in Riga!</p>
<p>Dein Winni und Deine Angela</p>
<p><em>(Mitgliedsnummer 3 des Vereins Museum und Dokumentationszentrum &bdquo;Juden in Lettland&ldquo;)</em></p>
<p><strong>The State Secretary congratulates MarÄ£ers Vestermanis on his 90th birthday</strong></p>
<p>September 18, 2015</p>
<p>The following is a press release from the Ministry of Foreign Affairs:</p>
<p>On 18 September, the Foreign Ministry&rsquo;s State Secretary Andrejs PildegoviÄs congratulated MarÄ£ers Vestermanis, a historian, Honorary Doctor of the Academy of Sciences of Latvia, member of the Latvian Historians&rsquo; Commission, the founder and curator of the &ldquo;Jews in Latvia&rdquo; museum, on his 90th birthday.</p>
<p>MarÄ£ers Vestermanis was presented with a Latvian Foreign Ministry Certificate of Recognition for long-standing support and constructive cooperation with Latvia&rsquo;s Foreign Service on research and study of Latvia&rsquo;s history as well as presenting the history worldwide in an objective manner.</p>
<p>State Secretary PildegoviÄs said he was extremely pleased to congratulate the historian:</p>
<p>&ldquo;Your birthday, Mr Vestermanis, is also an occasion for all of Latvia to celebrate. We are proud of you; we are proud of your humanity and your far-sightedness.</p>
<p>It is no coincidence that someone who survived the horrors of the Holocaust &ndash; a tragedy both for the Jews and for Latvia as a whole &ndash; came to be a founder of the &ldquo;Jews in Latvia&rdquo; Museum.</p>
<p>The museum you established is now an important centre of documentation storing thousands of testimonies and historical facts in its collections. It is of vital importance for us that these testimonies are never lost and are handed on to the next generations, and this is actually now the case with thousands of visitors that the museum receives each year. It should be noted that the research being done into the horrors and atrocities committed during the Holocaust is one of the key areas of work with which the museum is engaged. Your museum preserves the memory of the victims of the Holocaust and has identified and found people who, notwithstanding real dangers to their own lives and those of their families, have demonstrated courage and heroism by saving their fellow human beings who were Jewish. It is essential that we commemorate and honour these individuals and their heroism.</p>
<p>Their accomplishment is like the hope that the good will triumph in the end. And hope is also the leitmotif of the old Jewish song, the Hatikvah:</p>
<p>&lsquo;Our hope is not yet lost [..]</p>
<p>To be a free nation in our land.&rsquo;</p>
<p>With people like you, Mr Vestermanis, we know that any hope can become a reality and the Foreign Ministry is lucky to be benefiting from the active cooperation with you and the museum you created.</p>
<p>On 18 September, MarÄ£ers Vestermanis (born 18 September 1925) marks his 90th birthday.</p>
<p>In 1989, MarÄ£ers Vestermanis established the &ldquo;Jews in Latvia&rdquo; Museum which has also been working as a documentation centre. Mr Vestermanis together with a group of Holocaust survivors set up this unique venue for remembrance and research, which is visited by about 10,000 people per year and holds 13,000 items in its collection. One of the principal aspects of the museum&rsquo;s mission is research on the Holocaust, commemorating its victims, and identifying and paying tribute to the rescuers of Jews during the Holocaust.</p>
<p><a href="http://www.mfa.gov.lv/en/news/latest-news/47951-the-state-secretary-congratulates-margers-vestermanis-on-his-90th-birthday">http://www.mfa.gov.lv/en/news/latest-news/47951-the-state-secretary-congratulates-margers-vestermanis-on-his-90th-birthday</a></p>
<p><a href="http://www.leta.lv/eng/home/press_release/30EF84C3-5B37-47DB-9192-0543538614FC/">http://www.leta.lv/eng/home/press_release/30EF84C3-5B37-47DB-9192-0543538614FC/</a></p>
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