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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Selbstmordangriff auf internationale Aufbauhelfer in Kabul - Entsetzen, MitgefÃ¼hl, SolidaritÃ¤t!</title>
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<div class="cattrails xar-displayinline-block xar-padding-thickbottom">
    <span class="xar-mod-title">Artikel von Winfried Nachtwei fÃ¼r Zeitschriften u.Ã¤.</span>

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        <h1>
            Selbstmordangriff auf internationale Aufbauhelfer in Kabul - Entsetzen, MitgefÃ¼hl, SolidaritÃ¤t!         </h1>
        <div class="xar-floatright"></div>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 19. Januar 2014 23:19:23 +02:00 (75603 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>21 Menschen ermordeten Talibank&auml;mpfer in einem libanesischen Lokal in Kabul, darunter Mitarbeiter von UN-Organisationen und EUPOL sowie einen britischen Labour-Kandidaten zur Europawahl. Auch wenn Deutsche nicht direkt betroffen waren: Die immer noch sehr zahlreichen Aufbauhelfer in Afghanistan brauchen Anteilnahme und Solidarit&auml;t. Hier zum Gedenken die Namen der Erschossenen und mein Unterst&uuml;tzungsschreiben an EUPOL.&nbsp;</p></div>
            <div>    <p><strong>Selbstmordangriff auf internationale Aufbauhelfer in Kabul &ndash; Entsetzen, Mitgef&uuml;hl, Solidarit&auml;t!</strong></p>
<p>Die vielen guten W&uuml;nsche zum Neuen Jahr &ndash; einem friedlicheren, gesunden, erfolgreichen &ndash; sind kaum verklungen, da bringen am 17. Januar die Tagesthemen Bilder von einem Blutbad in Kabul: Gegen 19.00 Uhr hatte ein Selbstmordattent&auml;ter den gesicherten Zugang zu dem Restaurant &bdquo;&ldquo;La Taverna du Liban&ldquo; im Wazir-Akbar-Khan-Viertel aufgesprengt und zwei weiteren K&auml;mpfern erm&ouml;glicht, die gerade speisenden G&auml;ste zu erschie&szlig;en. Ermordet wurden 13 internationale G&auml;ste und acht Afghanen, darunter vier Mitarbeiter von UN-Organisationen und zwei der EU-Polizeimission EUPOL.</p>
<p>Laut Kate Clark und Christine Roehrs vom <strong>Afghanistan Analysts Network (AAN</strong>) wurden ermordet:</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wabel Abdallah, 60 Jahre, Repr&auml;sentant des Internationalen W&auml;hrungsfonds, Libanon</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vadim Nazarov, Senior Political Officer UNAMA, Russland (seit 90er Jahren zu Afghanistan, befasst mit dem Bem&uuml;hen um Friedensgespr&auml;che mit den Taliban)</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Ms. Basra Hassar und Dr. Nasreen Khan, beide UNICEF, Pakistan</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 34-j&auml;hrige EUPOL-Polizistin aus D&auml;nemark und ihr britischer Personensch&uuml;tzer Simon Chase, Ex-Soldat</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Basra Farah, Schwester des bekannten somalischen Autor Nuruddin Farah</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Dharmender Phangurha Singh, genannt Del Singh, 39 Jahre, Southampton, britischer Berater beim afg. Finanzministerium, Labour-Kandidat bei der Europawahl, seit 10 Jahren als Entwicklungsexperte in Kosovo, Sudan, Sierra Leone, Afghanistan t&auml;tig (<a href="http://www.theguardian.com/world/2014/jan/19/del-singh-labour-candidate-peace-mep">www.theguardian.com/world/2014/jan/19/del-singh-labour-candidate-peace-mep</a> )</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Gnanathurai Nagarajah, wie Del Singh bei der Beratungsfirma Adam Smith International, Malaysia</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; zwei US-B&uuml;rger, American University in Kabul</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; zwei bisher nicht identifizierte kanadische B&uuml;rger</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Haji Amin, 22-j&auml;hriger H&auml;ndler, und seine Frau (seit sieben Monaten verheiratet), Afghanistan</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; drei Wachm&auml;nner</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Kamal Hamade, sehr beliebter Restaurantbesitzer aus dem Libanon. Er versuchte seine G&auml;ste mit dem Gewehr zu verteidigen.</p>
<p>(<a href="http://www.afghanistan-analysts.org/another-red-line-crossed-the-taverna-attack-and-the-killing-of-foreigners-just-because-they-were-foreigners">www.afghanistan-analysts.org/another-red-line-crossed-the-taverna-attack-and-the-killing-of-foreigners-just-because-they-were-foreigners</a> )</p>
<p>In einer ersten Stellungnahme am 17. Januar um 21.20 Uhr erkl&auml;rte <strong>Taliban-Sprecher</strong> Zabihulla Mujahed, dass die meisten der Get&ouml;teten &bdquo;h&ouml;here Vertreter des Invasorenlandes Deutschland&ldquo; seien. Davon war in seiner zweiten Stellungnahme vom 18. Januar keine Rede mehr. Der &bdquo;M&auml;rtyrer-Angriff&ldquo; sei eine Vergeltung f&uuml;r die Zivilopfer eines alliierten Luftangriffs zwei Tage zuvor in der Provinz Parwan. Bei der &bdquo;erfolgreichen Racheoperation&ldquo; seien 29 &bdquo;hochrangige ausl&auml;ndische Invasoren&ldquo; und acht afghanische &bdquo;Mietlinge&ldquo; get&ouml;tet worden.</p>
<p>Die AAN-Experten und Thomas Ruttig sehen trotz allen Schreckens keine Hinweise auf einen Strategiewechsel der Aufst&auml;ndischen. Im Vordergrund stehen f&uuml;r die Taliban afghanische Zivilisten, die t&ouml;ten sie t&auml;glich. 74% aller Zivilopfer gehen auf ihr Konto.</p>
<p><strong>EUPOL Afghanistan</strong> umfasst 350 internationale und 200 lokale MitarbeiterInnen. Head of Mission ist Karl Ake Roghe aus D&auml;nemark.</p>
<p>Bei <strong>UNAMA</strong> arbeiten 389 internationale und 1637 lokale MitarbeiterInnen, 70 UN Volunteers, 14 milit&auml;rische und drei Polizeiberater.</p>
<p>Noch am Freitag verurteilte der UN-Sicherheitsrat den Angriff scharf.</p>
<p><strong>Politisch-pers&ouml;nlich</strong> hatte ich mit EUPOL seit 2007 zu tun. Mehrfach konnte ich EUPOL besuchen. Etliche deutsche EUPOL-PolizistInnen lernte ich dabei kennen und hoch sch&auml;tzen.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Hier mein Beileids- und Unterst&uuml;tzungsschreiben an die Frauen und M&auml;nner von EUPOL </span></strong><span style="text-decoration: underline;">vom 19. Januar 2014</span></p>
<p>Sehr geehrte Damen und Herren von EUPOL Afghanistan,</p>
<p>mit &auml;u&szlig;erster Best&uuml;rzung erfuhr ich am Freitagabend von dem Angriff auf die &bdquo;Taverna du Liban&ldquo; in Kabul und die Ermordung von 21 Zivilpersonen beim Essen, darunter eine d&auml;nische EUPOL-Mitarbeiterin und ihr britischer Personensch&uuml;tzer, vier Mitarbeiter von UN-Organisationen aus Libanon, Russland und Pakistan (UNICEF).</p>
<p>Ich trauere und f&uuml;hle mit den Angeh&ouml;rigen der Get&ouml;teten, die ihre Liebsten verloren haben. Ich trauere und f&uuml;hle mit den afghanischen und internationalen Kolleginnen und Kollegen in Kabul, die Kollegen und Bekannte verloren haben, f&uuml;r die jetzt eine Insel der Entspannung in Blut versunken ist.</p>
<p>Bitte richten Sie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von EUPOL meine tiefe Anteilnahme und mein Beileid aus.</p>
<p>Den verletzten G&auml;sten und Kollegen w&uuml;nsche ich baldige und vollst&auml;ndige Genesung.</p>
<p>Die &bdquo;Rechtfertigung&ldquo; eines Sprechers der Aufst&auml;ndischen, der Anschlag sei eine Antwort auf die Zivilopfer durch einen Luftangriff der Alliierten zwei Tage zuvor in der Provinz Parwan, ist h&ouml;chstwahrscheinlich vorgeschoben.</p>
<p>Absicht der Attent&auml;ter ist offenbar, elementare Verunsicherung zu sch&uuml;ren, die ausl&auml;ndischen Helfer und Mitarbeiter zum R&uuml;ckzug in ihre Wagenburgen zu zwingen, die Distanz zur Bev&ouml;lkerung zu vergr&ouml;&szlig;ern, Vertrauen durch Misstrauen zu zerst&ouml;ren. Ein solcher Angriff auf unbewaffnete Zivilisten soll das in den Geberl&auml;ndern bewirken, was ich als spontane Reaktion empfand, als ich die Fernsehbilder aus Kabul sah: Verzweiflung, ein wachsendes Gef&uuml;hl von Sinnlosigkeit, &bdquo;blo&szlig; weg!&ldquo; zu Beginn eines in Afghanistan besonders ungewissen und riskanten Jahres.</p>
<p>Umso mehr ist mir bewusst, wie wichtig f&uuml;r Sie jetzt verl&auml;ssliche Unterst&uuml;tzung aus der Heimat ist. Sie haben den Blick auf die vielen kleinen Schritte und Ver&auml;nderungen, sie kennen afghanische Kollegen mit ihren Hoffnungen, St&auml;rken, Schw&auml;chen, Sie arbeiten an Chancen, wo aus der Ferne nur D&uuml;sternis herrscht. Sie k&ouml;nnen am besten beurteilen, ob die internationale Aufbauunterst&uuml;tzung Sinn macht &ndash; und was die Folgen eines Totalabzuges w&auml;ren.</p>
<p>Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort w&uuml;nsche ich genug Kraft und Zusammenhalt, trotz dieses Terrorangriffs auf das Leben der einen und die Seelen der anderen weiter in Kabul arbeiten zu k&ouml;nnen &ndash; f&uuml;r Schritte zum Frieden in einem kriegszerfressenen Land.</p>
<p>Seit Jahren wird in Deutschland und vielen anderen L&auml;ndern kaum wahrgenommen, was Frauen und M&auml;nner im Rahmen der humanit&auml;ren und Aufbauhilfe und im diplomatischen Dienst in Afghanistan leisten: mit hohem Einsatz und erheblichen Belastungen, mit Respekt vor den Einheimischen und mit bemerkenswerten Ergebnissen. Ein Beispiel: UNICEF meldete vor zwei Monaten, dass es in den S&uuml;dprovinzen Kandahar und Helmand, bisher eines der hartn&auml;ckigsten Verbreitungsgebiete des Poliovirus weltweit, erstmalig seit einem Jahr keine F&auml;lle des Polio-Wildvirus gegeben habe.</p>
<p>Sie alle verdienen zu Hause Aufmerksamkeit, Anerkennung und Unterst&uuml;tzung!</p>
<p>In herzlicher Verbundenheit</p>
<p>Ihr</p>
<p>Winfried Nachtwei, M&uuml;nster</p></div>


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