    <rss version="2.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:admin="http://webns.net/mvcb/" xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">
     <channel>
        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Was bringt der Tornado-Einsatz in Afghanistan?</title>
        <link>http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=83&amp;aid=580</link>
        <description></description>
        <dc:language>en-us</dc:language> 
        <dc:creator>Webmaster</dc:creator> 
        <admin:generatorAgent rdf:resource="http://www.xaraya.org" /> 
        <admin:errorReportsTo rdf:resource="mailto:webmaster@nachtwei.de" />
       <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
       <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
       <docs>http://backend.userland.com/rss</docs>
<div class="xar-mod-page">
   <div class="xar-mod-head">
    <!-- License: GPL http://www.gnu.org/copyleft/gpl.html -->
<ul class="xar-tabs">
            <li class="xar-tab">
                <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=viewmap">View Article Map</a>
           </li>
</ul>
</div>
   <div class="xar-mod-body">
<div class="cattrails xar-displayinline-block xar-padding-thickbottom">
    <span class="xar-mod-title">Stellungnahme</span>

    <table class="xar-width-auto">
    <tr>
        <td valign="top" class="xar-padding-none">Browse in:&#160;</td>
       <td valign="top" class="xar-padding-none">
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=1">Publikationstyp</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=83">Stellungnahme</a>
<br />
</td>
   </tr>
   </table>




</div>

        <h1>
            Was bringt der Tornado-Einsatz in Afghanistan?         </h1>
        <div class="xar-floatright"></div>
       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 13. September 2007 13:09:16 +02:00 (131777 Aufrufe)            </div>
            <div>    Meine vorlÃ¤ufige EinschÃ¤tzung des bisherigen Tornado-Einsatzes stÃ¼tzt sich auf mehrere Befragungen der Bundesregierung und Besuche beim Tornado-Geschwader in Nordafghanistan. Die EinschÃ¤tzung steht unter dem Vorbehalt, dass die Bundesregierung die von uns geforderte schriftliche Einsatzauswertung bisher nicht vorgelegt hat und mir inoffizielle InsidereinschÃ¤tzungen fehlen, die immer wieder zum Gegenchecken offizieller EinschÃ¤tzungen wichtig sind. Wenn jetzt die Bundesregierung ihre Aufwendungen fÃ¼r den zivilen Aufbau in Afghanistan um 25 Mio. Euro, also ca. ein Drittel der Tornado-Kosten, erhÃ¶ht, dann belegt das die unverÃ¤ndert falsche PrioritÃ¤tensetzung. Die von mir im Februar formulierten Anforderungen an einen verantwortbaren Tornado-Einsatz sind im Wesentlichen weiterhin nicht erfÃ¼llt. Er ist deshalb fÃ¼r mich trotz seines Teilnutzens auch jetzt nicht zustimmungsfÃ¤hig.<br /></div>
            <div>    Winni Nachtwei, MdB    5. September 2007<br />Tornado-Einsatz in Afghanistan: <br />Zwischenergebnisse<br />Quellen: <br />Zwei Besuche beim Einsatzgeschwader in Mazar (Anfang Mai mit Renate KÃ¼nast und JÃ¼rgen Trittin) sowie Ende Juni mit StaatssekretÃ¤r Kossendey und den Obleuten des Verteidigungsausschusses; par-lamentarische Fragen (Alex Bonde vom 14.5.) und Kleine Anfragen (GrÃ¼ne vom 15. Februar, FDP vom 6. Februar, Linke vom 7.3. + 19.6.) ; Thematisierung im Verteidigungsausschuss; Fachartikel und Ge-sprÃ¤che mit Afghanistan-Kundigen. <br />SchlÃ¼sselfragen: <br />(a) Wieweit trÃ¤gt der Einsatz der RECCE-Tornados zur verbesserten HandlungsfÃ¤higkeit und Si-cherheit (MobilitÃ¤t, FrÃ¼herkennung von Bedrohungen, VerhÃ¤ltnismÃ¤ÃŸigkeit, Vermeidung von BegleitschÃ¤den) von ISAF und anderen Akteuren (OEF, UNAMA, afg. SicherheitskrÃ¤fte, NGO), zu Stabilisierungs- und Kampfoperationen bei? Wieweit gerÃ¤t die Bundeswehr mit dem Torna-do-Einsatz zunehmend in offen-kriegerische Auseinandersetzungen im SÃ¼den und SÃ¼dosten und wie wirkt der Einsatz politisch in Afghanistan? <br />(b) Welche bÃ¼ndnispolitische Bedeutung haben die Tornados? <br />(c) Wie effizient und sinnvoll ist der Tornadoeinsatz im Kontext des gesamten internationalen En-gagements in AFG und in Relation zu den Aufwendungen fÃ¼r seine verschiedenen anderen Komponenten?<br />Eine konkrete Auswertung des bisherigen Tornado-Einsatzes durch die Bundesregierung habe ich bei Minister Jung angefordert. Sie liegt bisher nicht vor.  <br />Einsatzmuster und ISAF-Bewertung: <br />Seit dem 20. April ist das Geschwader mit seinen sechs Tornados voll einsatzbereit. Maximal werden vier FlÃ¼ge pro Tag durchgefÃ¼hrt, zwei vormittags und zwei nachmittags bzw. ggfs. nachts. Die FlÃ¼ge dauern ein bis fÃ¼nf Stunden, letzteres mit Luftbetankung. Wegen mÃ¶glicher Bodenbedrohungen durch MANPADS (tragbare Flugabwehrsysteme, max. bis zu 3.800 m Ã¼ber Grund) wird oberhalb 10.000 FuÃŸ geflogen. Der Luftraum unter 3.500 FuÃŸ ist fÃ¼r Drohnen und Hubschrauber reserviert. Als AufklÃ¤rungs-objekte werden genannt Patrouillen- und Versorgungswege, (il-)legale Checkpoints (wo ggfs. Wegezoll erhoben wird), BrÃ¼cken + StaudÃ¤mme, bisher aktuell nicht erfasste GelÃ¤ndeabschnitte + Gebiete, be-sondere Ereignisse wie Erdrutsche. Es sei im Wesentlichen um stationÃ¤re AufklÃ¤rungsziele und die Er-kundung von MobilitÃ¤tshindernissen, nicht z.B. um die AufklÃ¤rung von Mohnfeldern gegangen. Bei Ver-grÃ¶ÃŸerungen von Aufnahmen aus 2.000 m HÃ¶he sind noch Nummernschilder zu erkennen. Vorteil ge-genÃ¼ber SatellitenaufklÃ¤rung sei neben der grÃ¶ÃŸeren FlexibilitÃ¤t und Schnelligkeit die bessere AuflÃ¶-sung, das Unterfliegen hoher Wolken, das Fotografieren von der Seite (z.B. BrÃ¼ckenpfeiler).<br />Mit der Infrarotkamera fÃ¼r die thermische AufklÃ¤rung lÃ¤sst sich feststellen, ob ein Fahrzeug betankt ist, ob es z.B. vor einer halben Stunde gefahren wurde. Diese Infrarot-Aufnahmen kÃ¶nnen direkt an den BedarfstrÃ¤ger ISAF-HQ Ã¼bermittelt werden. FÃ¼r die anderen Kameras (610 mm Tele, 57- und 80 mm mit 5 Objektiven) gibt es keinen Datenlink zur SofortÃ¼bermittlung. Ihre Nassfilme werden nach Landung in der Recce Ground Station binnen 10-15 Minuten entwickelt und dann ausgewertet. Der erste Report ist  in bis zu 60 Minuten fertig. <br />Bis Ende August wurden ca. 450 AufklÃ¤rungsflÃ¼ge im Auftrag von ISAF durchgefÃ¼hrt, davon 27 % (Juni 21%) auf den Bereich der Region Ost einschlieÃŸlich Kabul, 33 % (29%) SÃ¼d, 13% (23%) West und 27% (27%) Nord. Bis Ende Juni wurden Ã¼ber 4.500 Fotos gemacht. Das Feedback aus dem ISAF-HQ sei bisher sehr positiv. Die Bilder seien besser als die bisherigen. Die Tornados wÃ¼rden wichtige Mosaik-steine zum gesamten AufklÃ¤rungsverbund liefern und zur Sicherheit von ISAF-Operationen beitragen. <br />AufklÃ¤rungszyklus: <br />Von der Anforderung von AufklÃ¤rungsfotos kann es bis zu 24 Stunden bis zur Lieferung dauern. Die Stationen sind: Die Anforderungen werden im ISAF-Head-quarter, Abteilung J2, gesammelt und zu ei-ner priorisierten AufklÃ¤rungsliste fÃ¼r alle AufklÃ¤rungsmittel zusammengestellt. Die daraus entnommene AufklÃ¤rungsliste fÃ¼r die dt. Tornados wird durch einen dt. Stabsoffizier bearbeitet. Der dt. Chef des Sta-bes im ISAF-HQ Ã¼berprÃ¼ft als â€žGerman Air Representative&quot; mit UnterstÃ¼tzung eines deutschen Luft-waffenoffiziers die Mandatstreue des Auftrages. ISAF-HQ Ã¼bermittelt die AufklÃ¤rungsziele tÃ¤glich an den taktischen Gefechtsstand fÃ¼r Luftoperationen COAC in Qatar, wo die AuftrÃ¤ge erteilt werden und die Luftraumkoordinierung stattfindet.  Nach dem Tornado-Einsatz Entwicklung und Auswertung des Materials, Einstellung in der  ISAF Datenbank &quot;IMART&quot;, die allein durch J2 und das Einsatzgeschwader Mazar bearbeitet werden. J2 entscheidet nach dem ISAF-Operationsplan Ã¼ber die Beantwortung von Anfragen Dritter (z.B. OEF, Missionspartner, afghanische SicherheitskrÃ¤fte, Internationale Gemein-schaft). Diese erhalten nur die Informationen, aber keinen Zugriff auf IMART. (Wieweit dabei die restrik-tive Weitergabe an OEF gewÃ¤hrleistet werden kann, siehe unten.)<br />Sicherheits- und Schutzwirkung: <br />Zur Verbesserung der Bewegungsfreiheit von ISAF und anderen trÃ¤gen die AufklÃ¤rungsfotos sicher bei. Das war fÃ¼r mich auch im Vorfeld unstrittig. Ihre Schutzwirkung darÃ¼ber hinaus ist schwer identifizierbar. Gegen Hauptbedrohungen wie Improvisierte SprengkÃ¶rper und SelbstmordattentÃ¤ter richtet Tornado-AufklÃ¤rung jedenfalls nichts aus. Wieweit die Tornados zur EindÃ¤mmung von SicherheitsvorfÃ¤llen ins-gesamt (indirekter Beschuss, Schusswechsel + Gefechte) und zum genaueren Waffeneinsatz von ISAF beitrugen, ist nicht erkennbar. Seit FrÃ¼hjahr hat sich die Sicherheitslage verschlechtert und haben die Zivilopfer bei LuftwaffeneinsÃ¤tzen sogar zugenommen. Insofern ist auch keine Korrelation zwischen Si-cherheitslage und Tornado-Einsatz sichtbar. <br />KampfunterstÃ¼tzung? <br />In Mazar wird der Eindruck erweckt, als habe man mit Kampfoperationen und LuftnahunterstÃ¼tzung (close air support) nicht direkt zu tun. Klare Aussagen dazu werden gemieden. Man trage zum allge-meinen Lagebild durch einen AufklÃ¤rungsverbund (luft- und bodengestÃ¼tzt, technisch und durch Men-schen) bei. In dem Bundeswehrjournal â€žY&quot; (6/07, S. 34) heiÃŸt es: â€žAber die RECCE-Tornados filmen und fotografieren auch mÃ¶gliche gegnerische Stellungen. (..) Wenn es mal richtig hektisch wird, kann das ISAF-Headquarter die Tornados noch im Flug umdirigieren, um besonders wichtige AufklÃ¤rungs-ziele schnell anzufliegen. Die Besatzungen melden dann per Funk falls nÃ¶tig schon erste AufklÃ¤rungs-ergebnisse. Das ermÃ¶glicht die â€žOn-Board-Funktion&quot; der Spezialkameras. Der Waffensystemoffizier kann dabei auf seinem grÃ¼nen Bildschirm wÃ¤hrend des Fluges schon AufklÃ¤rungsergebnisse sehen.&quot; <br />(Anmerkung: Eine direkte AufklÃ¤rung von beweglichen Zielen und Zielmarkierung erfolgt in Echtzeit aber vor allem von Drohnen, Hubschraubern und spezialisierten Beobachtern am Boden. Luftnahunter-stÃ¼tzung durch Ã¼ber dem Gebiet â€žstehende&quot; Kampfflugzeuge kommt innerhalb 15 Minuten nach Anfor-derung, UnterstÃ¼tzung durch Artillerie binnen 5-20 Minuten.) <br />Auf mehrfache direkte schriftliche und mÃ¼ndliche Fragen an die Bundesregierung, ob die Tornados bei bestimmten Luftangriffen mit Zivilopfern (Sangin/Helmand, Shindand/Herat) direkt oder indirekt beteiligt gewesen wÃ¤ren, wurde dies u.a. wegen der fehlenden FÃ¤higkeit der EchtzeitdatenÃ¼bertragung ausge-schlossen. <br />Die Bundesregierung verneinte die Fragen, ob die Tornados bei laufenden Kampfhandlungen zwischen OEF- bzw. ISAF-Einheiten und Oppositionellen Militanten KrÃ¤ften AufklÃ¤rungsoperationen Ã¼ber feindli-che Truppenstellungen durchgefÃ¼hrt hÃ¤tten und ob die Tornados im Rahmen ihrer AufklÃ¤rungsoperatio-nen bereits in direkte Kampfhandlungen verwickelt worden seien. (BT-Drs. 16/5711 vom 19.6.2007)   <br />ISAF-OEF: <br />Laut Bundestags-Mandat, ISAF-Operationsplan und Versicherung der Bundesregierung dÃ¼rfen die Auf-klÃ¤rungsfotos nur restriktiv an OEF weitergegeben werden - wenn zur erfolgreichen DurchfÃ¼hrung von ISAF-Operationen oder fÃ¼r die Sicherheit von ISAF-KrÃ¤ften erforderlich ist. Wie weit oder eng dies inter-pretiert wird, kann ich bisher nicht beurteilen. Der restriktive Umgang mit dem AufklÃ¤rungsmaterial mag im ISAF-HQ in Kabul besser funktionieren, als man es aus der Ferne fÃ¼r mÃ¶glich hÃ¤lt. Immerhin gehÃ¶rt die strikte Beachtung nationaler Vorbehalte zum AlltagsgeschÃ¤ft multinationaler Hauptquartiere. DafÃ¼r ist aber beim Regional Command East eine nicht kontrollierbare LÃ¼cke. Dort ist ein US-General per â€žDoppelhut&quot; zugleich ISAF-Kommandeur fÃ¼r East und OEF-Kommandeur fÃ¼r ganz Afghanistan. Soll er etwa seine GehirnhÃ¤lften separieren?    <br />(BÃ¼ndnis-)politische Wirkung: <br />Um die Ã¶rtliche BevÃ¶lkerung Ã¼ber die Tornados zu informieren, produzierte die â€žOperative Information&quot; (OpInfo) von ISAF FlugblÃ¤tter und einen Film fÃ¼r`s Ã¶rtlicher Fernsehen. In der Region um Mazar werden die Tornados laut offizieller ISAF-EinschÃ¤tzung angeblich gelassen wahrgenommen. <br />Unter Paschtunen soll das nach EinschÃ¤tzung eines Deutschen, der viel im Osten ist und ISAF befÃ¼r-wortet, anders aussehen. Ãœber`s Internet und in Koranschulen werde der Tornado-Einsatz voll wahrge-nommen. Die Tornados wÃ¼rden als  â€žAuge und Ohren der Amerikaner&quot; gelten. Das beschÃ¤dige den Ruf der Bundeswehr und der Deutschen. <br />In der Taliban-Propaganda wird das angeblich zugespitzt auf die Behauptung, die Tornados wÃ¼rden bei den Luftangriffen voll, also mit Waffeneinsatz, mitmachen. Auch wenn es falsch ist, kann das wirken. Denn wie will der Normalmensch bei Kampfflugzeugen zwischen AufklÃ¤rern und Bombern unterschei-den.<br />Bei den Afghanen, die als Adressaten der ISAF-UnterstÃ¼tzung auch eine Art VerbÃ¼ndete sind, ist also die politisch-psychologische Wirkung gespalten.     <br />VerbÃ¼ndete Ã¤uÃŸern sich offiziell positiv zu den Tornado-Ergebnissen. <br />Zu vermuten ist, dass der symbolische und politische Tausch-Wert der Tornados (statt Bodentruppen im SÃ¼den) fÃ¼r die Bundesregierung im BÃ¼ndniskontext hÃ¶her ist als ihr tatsÃ¤chlicher Nutzen fÃ¼r ISAF. Wahrscheinlich wÃ¤re ein RÃ¼ckzug der Tornados jetzt bÃ¼ndnispolitisch schwieriger, als es die Nichtzusa-ge von Tornados Ende 2006/Anfang 2007 gewesen wÃ¤re.  <br />   <br />PrioritÃ¤ten in der Afghanistanpolitik: <br />Da stehen die Tornados weiterhin fÃ¼r eine falsche PrioritÃ¤tensetzung in der zivil-militÃ¤rischen Gewich-tung des deutschen Engagements - und fÃ¼r ein strukturelles MissverhÃ¤ltnis in den FÃ¤higkeiten deut-scher AuÃŸen- und Sicherheitspolitik insgesamt. Dem zwangslÃ¤ufig teuren MilitÃ¤r wird gegeben, was es braucht. Beim zivilen und Institutionenaufbau hingegen ist von der seit einem Jahr eingeforderten sub-stanziellen Forcierung, von einem Umschalten vom Kleckern zum intelligenten Klotzen noch kaum was zu spÃ¼ren.     <br />Zusammenfassung<br />ï‚§ Vom Stellenwert her sind die AufklÃ¤rungs-Tornados ein - wenn auch sehr teures - taktisches Mittel, nicht eine Frage der Afghanistan-Strategie. Sie hÃ¤tten strategische Relevanz, wenn sie der TÃ¼rÃ¶ff-ner fÃ¼r einen umfassenden SÃ¼d-Einsatz wÃ¤ren. <br />ï‚§ Unter dem Vorbehalt, dass uns bisher nur offizielle Informationen und Bewertungen vorliegen und keine Hintergrundberichte, scheint es so zu sein, dass die schlimmsten BefÃ¼rchtungen (direkte Un-terstÃ¼tzung von Kampfoperationen und Luftangriffen mit vielen Zivilopfern im SÃ¼den und Osten) sich nicht bestÃ¤tigt haben. HierfÃ¼r ist der HauptaufklÃ¤rungsbeitrag der optischen Kameras einfach zu langsam. <br />ï‚§ Dass die Tornados den Informationsstand von ISAF in allen Regionen verbessert, ist unstreitig. Ob graduell oder substanziell gegenÃ¼ber den bisherigen AufklÃ¤rungsmitteln, bleibt offen. Ebenfalls of-fen bleibt, wieweit sie zu mehr zu Schutz und Sicherheit beitragen. GegenÃ¼ber den Hauptbedro-hungen durch SprengstoffanschlÃ¤ge und indirektern Beschuss bleiben das VertrauensverhÃ¤ltnis gegenÃ¼ber der BevÃ¶lkerung, Warnhinweise aus ihren Reihen sowie handlungsfÃ¤hige und -bereite Polizei, Geheimdienst, Gouverneure etc. auf afghanischer Seite die bei weitem wichtigsten Fakto-ren.<br />ï‚§ Bei allem Anspruch, die Weiterleitung an OEF restriktiv zu handhaben, kann das wegen der â€žLÃ¼cke&quot; beim OEF- und ISAF-Kommandeur Ost nicht gewÃ¤hrleistet werden.<br />ï‚§ Die Tornados haben eine doppelte symbolische Bedeutung: <br />Als â€žHochwert-Zeichen&quot; gegenÃ¼ber den VerbÃ¼ndeten; als exemplarisch fÃ¼r eine schrÃ¤ge und den offiziellen Beteuerungen von der strategisch entscheidenden Rolle des zivilen Aufbaus zuwider laufende PrioritÃ¤tensetzung: Sie stehen weiterhin fÃ¼r die Asymmetrie des zivil-militÃ¤rischen Mitte-leinsatzes.   <br /> Anhang<br />AuszÃ¼ge aus meiner Stellungnahme vom 27. Februar 2007 â€žDual Use nach Afghanistan - wo bleibt die zivile FrÃ¼hjahrsoffensive?&quot;<br />GrÃ¼ne Fraktion und Partei haben wiederholt seit Ende 2001 festgestellt, dass zur BekÃ¤mpfung terroristi-scher und illegitimer Gewalt in Afghanistan der Einsatz militÃ¤rischer Gewalt legitim und notwendig sein kann. Dementsprechend haben wir immer die nach Kapitel VII VN-Charta mandatierte ISAF-Schutz-truppe sowie bis Ende 2006 die Beteiligung an OEF mitgetragen.<br />Die Gewaltbereitschaft und -fÃ¤higkeit der Kern- und Neo-Taliban vor allem in Ost- und SÃ¼d-Afghanistan ist so extrem, dass ohne ihre EindÃ¤mmung und BekÃ¤mpfung durch ISAF Afghanistan schnell kippen wÃ¼rde. Eine Machtergreifung von Taliban und anderen wÃ¼rde nicht nur die bisherigen Teilfortschritte hinwegfegen. Sie wÃ¼rde auch ermÃ¶glichen, dass Afghanistan wieder zu einem sicheren Hafen fÃ¼r inter-nationale GewalttÃ¤ter und Terroristen wÃ¼rde. Eine Taliban-Machtergreifung in Afghanistan kÃ¶nnte schlieÃŸlich Ã¤uÃŸerst gefÃ¤hrliche RÃ¼ckwirkungen auf die Atommacht Pakistan haben. Es geht also nicht um das OB, sondern den Stellenwert und das WIE von MilitÃ¤r- und KampfeinsÃ¤tzen, die durch die RECCE-TORNADOs unterstÃ¼tzt wÃ¼rden. <br />ï‚· Soll die Bundesrepublik die militÃ¤rische AufstandsbekÃ¤mpfung im SÃ¼den - grundsÃ¤tzlich und in der statt findenden Form - aktiv unterstÃ¼tzen und kann sie darauf wirksam Einfluss nehmen?<br />ï‚· Werden die PrioritÃ¤ten fÃ¼r den grÃ¶ÃŸtmÃ¶glichen friedenspolitischen Output richtig gesetzt? Der Einsatz von sechs TORNADO-Flugzeugen erfordert Ã¼ber das Jahr gerechnet ca. 70 Mio. Euro. Dies entspricht fast dem deutschen Jahresbudget von 80 Mio. Euro fÃ¼r den zivilen Aufbau und entspricht ungefÃ¤hr dem, was Deutschland in den vergangenen Jahren in den Polizeiaufbau in-vestiert hat. <br />Die GrÃ¼nen wollen ihre Oppositionsrolle verantwortlich wahrnehmen. Auch ohne Regierungsbeteiligung sehen sich die GrÃ¼nen selbstverstÃ¤ndlich in Mitverantwortung fÃ¼r einen erfolgreichen Stabilisierungs- und Aufbauprozess in Afghanistan. <br />Das Abstimmungsverhalten der GrÃ¼nen hat nÃ¼chtern betrachtet keinen Einfluss auf das Zustandekom-men des TORNADO-Einsatzes. Der ist in den Reihen der GroÃŸen Koalition beschlossene Sache. Das Abstimmungsverhalten hat eine nicht unerhebliche Bedeutung fÃ¼r die Akzeptanz dieses Einsatzes und des Afghanistan-Einsatzes insgesamt in Gesellschaft und auch Bundeswehr (hier gilt seit Jahren das Votum der GrÃ¼nen als besonders Ã¼berlegt!). Es hat am meisten Bedeutung im Hinblick auf die weitere Orientierung deutscher Afghanistan-Politik und den realen Stellenwert der zivilen Anstrengungen dabei. Hier kÃ¶nnen wir uns nicht damit zufrieden geben, dass das ausgesprochen konstruktive Verhalten der GrÃ¼nen bei den letzten Auslandseinsatzentscheidungen damit beantwortet wurde, dass unsere AntrÃ¤ge zur weiteren Afghanistan-Politik abgelehnt wurden und zentrale Forderungen unbeachtet blieben. <br />Zustimmung heiÃŸt nicht, dass man jeder Einzelentwicklung oder -strategie zustimmt. Nicht zu zustim-men heiÃŸt nicht ZurÃ¼cklehnen oder Raushalten. Unser Konsens ist: Das internationale Afghanistan-Engagement braucht im kritischen Jahr 2007 zufÃ¶rderst eine politische und zivile â€žFrÃ¼hjahrsoffensi-ve&quot;! Ohne diese sind alle militÃ¤rischen Anstrengungen aussichtslos. Das in Afghanistan immer noch besonders angesehene Deutschland ist hier in besonderer Verantwortung und hat hier besondere MÃ¶g-lichkeiten. Deutschland sollte da mehr einsteigen und investieren, wo von afghanischer Seite besonde-rer Bedarf ist und wo wir Erfahrungen und FÃ¤higkeiten haben, die auch Ã¼ber den Verantwortungsbe-reich im Norden hinaus fÃ¼r die Gesamtentwicklung etwas bringen kÃ¶nnten. Neben einer VerstÃ¤rkung der Alternativen Entwicklung, der beschleunigten und vervielfachten Polizeihilfe sind weitere MÃ¶glichkeiten eines verantwortbaren Ausbaus des Engagements in den sÃ¼dÃ¶stlichen Provinzen zu prÃ¼fen. <br />(...)<br />Konditionierte Empfehlung<br />Vor dem Hintergrund der Gesamtverantwortung fÃ¼r Afghanistan und einer solidarischen Lastenteilung kÃ¶nnten die TORNADO-AufklÃ¤rer im Rahmen einer aussichtsreichen, tatsÃ¤chlich gewalteindÃ¤mmenden MilitÃ¤rstrategie und einer ausgewogenen Afghanistan-Politik insgesamt Sinn machen. <br />Es hat keinen Sinn, dass die BÃ¼ndnisgrÃ¼nen in einem Begleitantrag lediglich erneut - aber folgenlos -beklagen, was von der Regierung getan werden mÃ¼sste. Die Bundesregierung ist in der Bringpflicht: <br />ï‚· Solange die Bundesregierung nicht glaubhaft gemacht hat, dass ISAF den Aufstand im SÃ¼den mit einer aussichtsreichen statt mit einer kontraproduktiven Strategie einzudÃ¤mmen versucht, <br />ï‚· solange die Bundesregierung sich nicht erkennbar stark macht fÃ¼r eine konstruktive statt destabilisierende Art der DrogenbekÃ¤mpfung (Vorrang einer breit gefÃ¶rderten alternativen Ent-wicklung, Verzicht auf FelderzerstÃ¶rung bei den Ã¤rmsten Bauern),<br />ï‚· solange die Bundesregierung nicht erkennbar ihre zivilen Aufbauanstrengungen substanziell forciert (z.B. Vervielfachung des Deutschen Polizeianteils) und den Etatansatz dafÃ¼r deutlich aufstockt,<br />kann ich eine Zustimmung zu dem TORNADO-Einsatz nicht empfehlen. <br />Seit 2002 habe ich immer wieder vor Ort erlebt, wie notwendig, klug und wirksam der ISAF-Ansatz ist, wie er von Deutschland und etlichen anderen VerbÃ¼ndeten praktiziert wird.  Bei Soldaten im Einsatz und in Deutschland erfahre ich inzwischen wachsenden Unwillen Ã¼ber die zurÃ¼ckbleibenden zivilen Anstren-gungen und FÃ¤higkeiten - und umgekehrt bei Zivilexperten ihre unzureichende Ausstattung. Vor diesem Hintergrund ist eine Nichtzustimmung zum TORNADO-Einsatz in keiner Weise gegen das bisherige deutsche ISAF-Engagement gerichtet, sondern viel mehr ein Warrnruf, das internationale Engagement und ISAF insgesamt nicht vor die Wand zu fahren und das schmale Zeitfenster jetzt zu nutzen.<br /> </div>


           <br />
                        </div>
   </div>
</div></channel>
</rss>
