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Genauer Hinsehen: Sicherheitslage Afghanistan (Lageberichte + Einzelmeldungen) bis 2019
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Bericht von Winfried Nachtwei
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UNAMA- und SIGAR-Berichte zu Zivilopfern und Sicherheitslage Afghanistan: Lichtblicke im 1. Halbjahr, jetzt Anschlagswelle. Mehr Misstrauens- als Vertrauensbildung!

Veröffentlicht von: Nachtwei am 5. September 2019 17:11:28 +02:00 (1066 Aufrufe)

Der UNAMA-Zivilopferbericht 1. Halbjahr 2019 meldete erstmalig nach sechs Jahren einen deutlichen Rückgang der Zivilopfer, aber auch einen deutlichen Anstieg der Zivilopfer durch Pro-Regierungskräfte. Der Quartalsbericht des unabhängigen Special Inspector General for AFG Reconstruction bringt zusätzliche Informationen und eine 2019 High Risk List. Der Friedensprozess braucht Vertrauen, Realismus und Geduld - und keine dritte Auflage von Illusionen (nach den früheren Aufbau- und Abzugsillusionen).

UNAMA-Halbjahresbericht I/2019  + jüngste SIGAR-Berichte zu Zivilopfern, Sicherheits- und Risikolage in Afghanistan:

Rückgang der Zivilopfer um 27%, aber: Anstieg der Zivilopfer durch Pro-Regierungskräfte um 31%, Anschlagswelle seit Juli

Winfried Nachtwei, MdB a.D.[1] (06.09.2019)

(Fotos www.facebook.com/winfried.nachtwei )

Vorbemerkung

In den Friedensverhandlungen zwischen Taliban und USA soll es zu einer grundsätzlichen Einigung gekommen sein. Nach Abschluss des Friedensabkommens sollen 5.000 Mann US-Truppen binnen 135 Tagen abziehen, die Taliban garantieren, dass von afghanischem Boden keine Operationen internationaler terroristischer Netzwerke ausgehen, und vor allem sollen innerafghanische Friedensverhandlungen zwischen Regierung und relevanten Vertretern einerseits und den Taliban andererseits folgen. Der so dringend notwendige und gewünschte Friedensprozess braucht VERTRAUEN, REALISMUS und GEDULD. Der gegenwärtige Verlauf des bewaffneten Konflikts ist – nach den Lichtblicken des ersten Halbjahres 2019 – eher misstrauens- als vertrauensbildend. Damit wachsen Risiken eines Abrutschens in einen offenen und noch viel opferreicheren Bürgerkrieg.

(vgl. die Berichte und Kommentare von Thomas Ruttig, zuletzt „Wäre das wirklich ´Frieden`“?, https://taz.de/Thomas-Ruttig/!a23570/ )

Die seit 2009 erscheinenden UNAMA-Jahresberichte zum „Schutz von Zivilpersonen im bewaffneten Konflikt“ sind inzwischen die einzige Quelle, die regelmäßig, systematisch und seriös einen Überblick über die Folgen des bewaffneten Konflikts für die afghanische Zivilbevölkerung gibt. Die tatsächliche Zahl der Zivilopfer ist allerdings höher, da sie nicht in allen Landesteilen verlässlich mit jeweils drei verschiedenen und unabhängigen Quellen erfasst werden können.

Seit 2007 veröffentliche ich regelmäßig Materialien zur Sicherheitslage in Afghanistan, seit 2013 auch kommentierende Zusammenfassungen der UNAMA-Berichte ( www.nachtwei.de , linke Spalte). Dabei ist mir bewusst, dass diese Berichte eine fürchterliche Realität, aber nicht die ganze Realität Afghanistans widerspiegeln. Unter schwersten Rahmenbedingungen gibt es zugleich - und auch heute noch – viele Menschen in Afghanistan, die mutig für menschlichere Verhältnisse arbeiten, die sich dem Terror und dem Krieg widersetzen, die Aufbauerfolge verteidigen. Mit Dr. Habiba Sarabi, stellv. Vorsitzende des High Peace Council, langjährige Gouverneurin der Provinz Bamyan, und Ramiz Bakhtiar, erster afghanischer Jugendvertreter bei den Vereinten Nationen, nahmen zwei besonders starke VorkämpferInnen für ein friedliches Afghanistan im letzten November an der 32. AFG-Tagung in Villigst teil.

Die deutsche Aufbauhilfe und Entwicklungszusammenarbeit ist auch nach der Zerstörung der Botschaft viel aktiver und wirkungsvoller, als allgemein bekannt ist. Diese „Hoffnungsträger trotz alledem“ fallen seit Jahren regelmäßig dem medialen Bad-News-Mechanismus zum Opfer. (vgl. das Kapitel  „Entwicklungszusammenarbeit unter Bedrohung“ in meinem Vortrag „Gehen oder bleiben?“ auf der 32. AFG-Tagung in Villigst am 25.11.2018,http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1563 )

UNAMA veröffentlichte ihren Zivilopfer-Halbjahresbericht I/2019 am 30. Juli 2019.

https://unama.unmissions.org/sites/default/files/unama_poc_midyear_update_2019_-_30_july_2019_english.pdf

INHALT

(1)   Gesamtentwicklung

(2)   Verursacher und Operationstypen

(3)   Frauen und Kinder im bewaffneten Konflikz

(4)   Zwischenfälle bei Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen

(5)   Zivilopfer in den Provinzen und „enemy initiated attacks“lt. SIGAR-Report 30.07.2019

(6)   Schwere Sicherheitsvorfälle seit Ende des UNAMA-Berichtszeitraums (ab. 1. Juli)

(7)   2019 High Risk List, SIGAR ( https://www.sigar.mil/pdf/spotlight/2019_High-Risk_List.pdf )

(8)   Divided Responsibiliy: Lessons from U.S. Security Sector Assistance Efforts in Afghanistan, SIGAR 2019

(9)   Frühere Zusammenfassungen von UNAMA-Zivilopfer-Berichten (Links)

(1) Gesamtentwicklung

Für das 1. Halbjahr 2019 meldet UNAMA im Kontext des bewaffneten 3.812 Zivilopfer (1.366 Tote, 2.445 Verletzte), ggb. 5.205 Zivilopfern im Vorjahrszeitraum ein Rückgang um 27%. Nach fünf Vergleichszeiträumen mit jeweils um 5.000 und mehr Zivilopfern ist dies seit 2012 erstmalig wieder ein erheblicher Rückgang der Opferzahlen.

Die Zahl der Toten ging von 1.729 auf 1.366 zurück, der Verletzten von 3.476 auf 2.446.

Der Rückgang der Zivilopfer insgesamt wurde verursacht durch sinkende Opferzahlen bei Suizid-IED-Angriffen und Bodenkämpfen, während die Zivilopfer durch Luftoperationen und Search-Operationen weiter anstiegen.

Am 26. Februar wurde in Kabul ein Museum eröffnet, das den Opfern des seit 40 (!) Jahren andauernden Gewaltkonflikts in Afghanistan gewidmet ist. Darüber ausführlich Thomas Ruttig in der taz: http://www.taz.de/!5572402/ .

(2) Verursacher und Operationstypen

Lt. UNAMA waren

Regierungsfeindliche Kräfte für 1.968 Zivilopfer (531 Tote, 1.437 Verletzte) verantwortlich (52% aller Zivilopfer), ggb. dem Vorjahrszeitraum ein Rückgang um 43%.

Massiv um 79% zurück gingen high-profile suicide IED attacks. Die Taliban verübten neun solche Attacken ggb. 16 im Vorjahrszeitraum; Daesh zwei statt 17.

Gezielte Angriffe auf Zivilpersonen (Regierungs-Offizielle, Stammesälteste, Helfer, Religionsschüler, Mullahs) und zivile Einrichtungen (religiöse und Kulturstätten) führten zu 985 Zivilopfern, davon 306 Toten. Gegenüber des Vorjahrszeitraum war das ein Rückgang um 51%. Allerdings: Mehr als die Hälfte der Zivilopfer durch regierungsfeindliche Kräfte wurde durch gezielte Angriffe auf zivile Ziele verursacht.

(z.B. am 8. Mai mittags in Kabul ein komplexer Angriff auf die NGO „Counterpart International“, der acht Zivilpersonen tötete und 27 verletzte. Die Taliban übernahmen die Verantwortung und erhoben den Vorwurf, die Organisation hätte die Vermischung von Männern und Frauen betrieben und bei städtischen Bediensteten in Kabul pro-westliche Ziele verankert. Am 28. Juni detonierte in einer Moschee in Aybak/Samangan, ein IED beim Freitagsgebet und verletzte 14 Menschen zwischen 13 und 81 Jahren. Die Taliban warfen dem Mullah, einem Mitglied der Ulema Shura, vor, die Afghanischen Sicherheitskräfte bei früheren Gottesdiensten gelobt zu haben.)

Im Gegensatz zu den vielen Zivilopfern 2018 während der Wählerregistrierung zu den Parlamentswahlen wurden bisher keine Zivilopfer im Kontext bei der weniger umfangreichen Wählerregistrierung für die Präsidentschaftswahlen 2019 bekannt. Ausnahme die Provinz Ghazni, wo eine volle Wählerregistrierung stattfindet. Hier wurden fünf Zwischenfälle ge meldet.

Pro-Regierungskräfte für 1.397 Zivilopfer (717 Tote, 680 Verletzte) verantwortlich (37% aller Zivilopfer, 20% im Vorjahrszeitraum), ein Anstieg um 31%. 18% gingen auf das Konto der ANDSF, 12% auf das der Internationalen (= US-)Streitkräfte, 2% auf das bewaffneter Gruppen.

Einen Anstieg der Zivilopfer gab es bei Bodenkämpfen, hauptsächlich seitens der ANDSF, bei Luftoperationen, hauptsächlich durch Internationale Streitkräfte, und Search Operationen, hauptsächlich durch NDS-Special Forces, Khost Protection Force und Shaheen Forces in Paktika.

Luftoperationen verursachten 519 Zivilopfer, davon 363 Tote, ein Anstieg um 39%. Während die Zahl der Verletzten sank, verdoppelte sich die Zahl der Toten. Für 83% der Zivilopfer durch Luftoperationen trugen die US-Streitkräfte die Verantwortung, für 9% die Afghan Air Force.

Gemäß der Ankündigung der US South Asia Strategy im August 2017 und der Lockerung der Rules of Engagement für US-Streitkräfte in Afghanistan begann die US-Luftwaffe, Finanzströme der regierungsfeindlichen Kräfte, einschließlich Drogenlabore, anzugreifen. So am 5. Mai mehrere Luftschläge gegen mehr als 60 Drogenlabore im Distrikt Bakwa/Farah.

UNAMA wurde vielfach von eine bedeutenden Zahl an Zivilopfern bei solchen Operationen berichtet.

Bei Search Operationen gab es 218 Zivilopfer (davon 159 Tote), mehr als die Hälfte durch NDS Special Forces. Das bedeutet einen Anstieg um 79% ggb. dem 1. Halbjahr 2018. Die Operationen der NDS Special Forces und der Khost Protection Force gehen mit deutlich höheren Zivilopferzahlen und Todesraten einher als Operationen der ANA. Zusätzlich hat UNAMA alarmierende Menschenrechtsverletzungen durch diese Kräfte dokumentiert, darunter absichtliche Tötungen, Folter und Misshandlungen, willkürliche Gefangennahmen, absichtliche Zerstörung von Eigentum.

(3) Frauen und Kinder im bewaffneten Konflikt

Im 1. Halbjahr 2019 gab es 430 weibliche Zivilopfer (davon 144 Tote), ein Rückgang um 22%.

Regierungsfeindliche Kräfte setzten illegale Bestrafungen von Frauen durch parallele Justizstrukturen und gezielte Tötungen wegen „unmoralischer Handlungen“ fort. Zum Beispiel am 4.Januar in Sancharak/Sar-i Pul, als Taliban eine 25-jährige Frau wegen „Ehebruch“ vor einer großen Menschenmenge auspeitschten. Oder am 27. Juni in Qaysar/Faryab, als Taliban eine 30-jährige Frau und ihr dreijähriges Kind im Schlaf erschossen, nachdem ihr Ehemann sie des Ehebruchs beschuldigt hatte.

Unter Kindern wurden 1.207 Opfer gezählt, davon 327 Tote, ggb. dem Vorjahrszeitraum ein Rückgang um 13%. 41% der Opfer unter Kindern resultieren aus Bodenkämpfen, gefolgt von IED`s und explosiven Kampfmittelrückständen.

(4) Zwischenfälle bei Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen

Bei Bildungseinrichtungen wurden 25 Zwischenfälle dokumentiert, vor allem in westlichen, östlichen, nordöstlichen Regionen und Zentralregionen. 16 Zwischenfälle wurden den Taliban zugeordnet, darunter sechs Attacken gegen Mädchenschulen in der Provinz Farah zwischen Januar und April.

38 Zwischenfälle betrafen Gesundheitseinrichtungen und –personal. Die Mehrzahl davon in östlichen, südlichen und nördlichen Regionen. 25 Zwischenfälle ordnet UNAMA den Taliban zu, sieben den ANDSF, zwei internationalen Streitkräften. Zum Beispiel erzwangen die Taliban am 20. April die Schließung von 13 Kliniken in vier Distrikten in Nuristan. Sie blieben bis zum 24. Mai geschlossen und wurden geöffnet nach Vermittlung lokaler Ältester. Am 12. Mai erzwangen die Taliban die Schließung von 11 Kliniken in vier Distrikten der Provinz Baghlan. Innerhalb derselben Woche wurden sie wieder geöffnet.

Am 11. April verboten die Taliban Aktivitäten der WHO und des ICRC in ganz Afghanistan, so dass alle Polio-Impfkampagnen gestoppt wurden. Im 2. Quartal fand keine Kampagne statt. Trotzdem konnten mehr als eine Million Kinder auf anderen Wegen geimpft werden. AFG ist eines der wenigen verbliebenen Länder weltweit, wo Polio endemisch ist mit 21 gemeldeten Fällen 2018 und 10 in 2019.

Ergänzende Informationen aus

(5) SIGAR Special Inspector General for Afghanistan Reconstruction, 44th Quarterly Report zo the US Congress, 30. Juli 2019 (https://www.afcent.af.mil/Portals/82/Documents/Airpower%20summary/2.%20July%202019%20APS%20Data.pdf?ver=2019-08-29-044440-310 )

„(Effective) enemy initiated attacks“: Die Kämpfe zwischen den Afghan National Defense & Security Forces (ANDSF) und den Taliban nahmen in den letzten Monaten zu, während die Konfliktparteien eine Serie von Friedensgesprächen führten. Treiber der zunehmenden Offensivoperationen waren vor allem die Afghan Special Security Forces (ASSF). Die Taliban steigerten zugleich die Zahl ihrer Angriffe insgesamt wie auch die Zahl der effektiven (schädigenden) Angriffe. Von März bis Mai nahmen die „effective enemy-initiated attacks“ (EEIA) um 17% ggb. dem vorherigen Quartal zu.

Von März bis Mai zählte Resolute Support 6.445 „enemy-initiated attacks“ (EIA). 52% dieser Attacken geschahen in fünf der insgesamt 34 Provinzen: Helmand (2.788), Badghis (808), Faryab (657), Herat und Farah.43% dieser Angriffe waren „effektiv“ (EEIA). Die „effektivsten“ Angriffe gab es in Kandahar 68% der EIA waren EEIA), in Khost 66% und in Zabul 65%. (in Balkh, 55%, Kunduz 50%, Baghlan 46%, Kabul 64%, Badakhshan 46%)

Zivilopfer in den Provinzen Januar bis Mai 2019

Provinz             Zivilopfer            Zivilopfer/Tausend

Helmand             271                             0,20

Nuristan               29                              0,17

Nangarhar          308                              0,17

Zabul                    61                              0,16

Kunar                   81                              0,15

Laghman             77                               0,14

Khost                   89                               0,13

Logar                  59                               0,12

Kapisa                 64                              0,12

Baghlan             132                              0,12

Farah                   69                              0,11

Faryab               134                              0,11

Kandahar          136                              0,09

Uruzgan              37                              0,09

Herat                 192                              0,08

Ghazni              116                              0,08

Kabul                402                              0,07

Paktika                36                              0,07

Takhar                 75                              0,06

Paktya                 41                               0,06

Kunduz               58                               0,05

Balkh                  76                               0,05

Samangan           22                               0,05

Ghor                   39                               0,05

Badghis              28                                0,05

Sar-e Pul            25                                0,04

Jowzjan              23                                0,04

Parwan               27                                0,03

Wardak              23                                0,03

Daykundi          14                                 0,02

Nimroz                2                                 0,01

Bamyan             3                                  0,01

Badakhshan      6                                   0,01

Panjshir            0

33.329.50      2.706                              0,08    

(6) Schwere Sicherheitsvorfälle seit Ende des UNAMA-Berichtszeitraums (1.07.2019)

05.09., Kabul-Logar-Highway: Nachmittags Explosion einer gegen einen ANA-Konvoi gerichteten Straßenbombe, vier Zivilisten getötet, 11 verletzt.

05.09., Kabul: um 10.10 Uhr Ortszeit Suizid-Autobombe dicht an einem NDS-Checkpoint in der stark befestigten Innenstadt, 10 Tote (darunter ein US- und ein rumänischer Soldat von Resolute Support), 42 Verwundete. Verantwortungsübernahme durch die Taliban.

04.09. Pul-e Khumri/Baghlan: Seit vier Tagen Angriffe der Taliban auf die Distrikthauptstadt, Highway von Kabul über Pul-e Khumri nach Kunduz + Balkh seitdem gesperrt, Hunderte Reisende sind in der Stadt gestandet. Am 03.09. setzten die Taliban vier Checkpoints in Brand; einige Einwohner sollen zu den Waffen gegriffen haben, um die örtlichen Sicherheitskräfte zu unterstützen. Inzwischen trafen Afghan Special Forces in der Stadt ein und begannen mit Clearance-Operationen, unterstützt von der Luftwaffe. Bis zum 02.09. 6 Tote und 33 Verletzte. (https://www.tolonews.com/afghanistan/special-forces-launch-clearance-operations-baghlan

04.09. Nangarhar City: Bei einer NDS-Operation Mittwochnacht wurden vier Brüder getötet. Daraufhin Rücktritt des NDS-Chef Mohammad Masoom Stanikzai.

04.09., Maidan Wardak: Abdul Samad Amiri, Geschäftsführer der Unabhängigen afghanischen Menschenrechtskommission in der Westprovinz Ghor, auf dem Weg von Kabul nach Ghor im Distrikt Jalreez von Taliban entführt und erschossen. ( https://www.hrw.org/news/2019/09/06/taliban-linked-murder-afghan-rights-defender )

03.09. Warnung von neun ehemaligen US-Gesandten (darunter fünf Kabul-Botschaftern, einem Sonderbeauftragten für AFG und einem stv. Außenminister) auf der Website des Atlantic Council: AFG könne in einen „totalen Bürgerkrieg“ kollabieren, wenn Präsident Trupm die US-Truppen abziehe, bevor zwischen der afg. Regierung und den Taliban ein Friedensabkommen abgeschlossen sei. Der anfängliche Abzug dürfe nicht so weit und schnell gehen, dass die Taliban glauben könnten, einen militärischen Sieg erringen zu können. (https://www.tolonews.com/afghanistan/ex-envoys-warn-civil-war-if-us-leaves-afghanistan )

02.09. Kabul, Polizeidistrikt 9, 21.55 Ortszeit:Angriff mit Kfz-Bombe auf das Green Village (Camp von ausländischen Entsandten, Polizisten – auch deutschen -, etc.), 16 Tote (acht Ausländer), 119 – meist zivile – Verletzte (25 Ausländer). 400 Ausländer seien evakuiert worden. Die fünf Angreifer wurden von Special Forces getötet, eine Tankstelle fing Feuer. (Video der Zerstörungen https://www.youtube.com/watch?v=Q18ueelqOow ) Green Village war zuletzt im Januar mit einer Lkw-Bombe angegriffen worden (vier Tote, 90 Verletzte). (https://www.tolonews.com/afghanistan/taliban-truck-bomb-attack-kabul-kills-16 ) Lt. SZ v. 04.09. lief zeitgleich zum Anschlag auf TOLO-TV ein Interview mit dem US-Sondergesandten für AFG, Zalmay Khalilzad zu den Eckpunkten des Abkommens mit den Taliban: Man sei grundsätzlich übereingekommen, dass die USA fünf Militärbasen binnen 135 Tagen räumen und 5.000 Soldaten abziehen. Im Land verbleibende US-Kräfte sollten nur noch gegen den lokalen IS-Ableger vorgehen. Die Taliban wollen im Gegenzug garantieren, „dass ihr Land kein sicherer Aufenthaltsort mehr für Terroristen werde, an dem Attacken gegen die USA und andere Staaten geplant werden.“ Innerafghanische Friedensgespräche sollen folgen. Am nächsten Tag protestierten Anwohner des Green Village für den Abzug der internationalen Niederlassung aus ihrer Nachbarschaft.

01.09. Kunduz: Talibanangriff aus drei Richtungen ab 31.08, 01.30 Uhr über mehr als 24 Stunden. Lt. Innenministerium 20 afg. Sicherheitskräfte und fünf Zivilisten getötet, 80 – meist Zivilisten – verletzt. Am 31. abends schwere Explosion am zentralen Kreisverkehr, gerichtet gegen ein Treffen der lokalen Sicherheitsführung, zehn Tote. Einsatz von Spezialeinheiten von NDS, Polizei und Armee, lt. IM 56 Taliban getötet. (https://www.tolonews.com/afghanistan/20-security-force-members-killed-kunduz-battle )

31.08., Faryab: Nach einem Luftschlaggegen eine Taliban-Versammlung gegen 23.00 Uhr im Distrikt Garziwan gegensätzliche Aussagen zu Opferzahlen: Lt. einem Mitglied des Provinzrates seien 12 Zivilisten getötet worden (darunter lt. Thomas Ruttig acht Kinder); lt. 209. Shaheen-Corps der ANA seien 47 Taliban getötet worden. Offizielle Sicherheitsstellen hätten die Zivilopfer bisher nicht bestätigt. (https://www.tolonews.com/afghanistan/12-reportedly-civilians-killed-faryab-airstrikes )

28.08., Amnesty International veröffentlicht Report „Defenceless Defenders: Attacks on Afghanistans Human Rights Community“: Die Community erfährt intensive Angriffe von Behörden wie von bewaffneten Gruppen. https://www.tolonews.com/afghanistan/afghanistan%E2%80%99s-human-rights-activists-under-attack-ai )

20.08. Schakardara bei Kabul: Nächtlicher Brandanschlag auf die Bojasar-Mädchenschule, ein Projekt des Afghanischen Frauenvereins. Verletzt wurde niemand. Der Brand hat Klassenräume und Teile des Schuldaches schwer zerstört. 633 Schülerinnen aus den Klassen eins bis zwölf sowie 22 Lehrerinnen und Lehrer werden das Schuljahr vorerst nicht wie geplant weiterführen können. Ein schwerer Schock für die so engagierten Schülerinnen und das Lehrerteam, die ihre Schule bisher als Idyll des Lernens und friedlichen Miteinanders erlebten und sich unbändig über den gerade neu eingeweihten Anbau der Schule freuten. Dieser Anschlag ist der erste Anschlag auf Projekte  und Bildungseinrichtungen des Afghanischen Frauenvereins seit 27 Jahren. Bisher kann er keiner Gruppierung zugeordnet werden. Die Dorfgemeinschaft begann sofort mit Löscharbeiten, alarmierte die Feuerwehr und und unterstützt die Lehrerteams mit Freiwilligen und Schülern der benachbarten Jungenschule bei den Aufräumarbeiten. Auch die afghanische Regierung hat Unterstützung signalisiert, um die Schule schnellstmöglich wieder in Betrieb nehmen zu können. (Aus der Pressemitteilung nach dem Anschlag) Weil alle so stark halfen, konnte die Schule schon am 24.08. ihren Betrieb wieder aufnehmen. Alle Schülerinnen und Lehrerinnen kamen.

Brief von Eltern der Bojasar Mädchenschule und den Dorfältesten  
„Sehr verehrter Afghanischer Frauenverein,
(…) Wir, die Eltern der Schülerinnen von der Bojasar Mädchenschule bei Kabul sowie die Dorfältesten, verpflichten uns, unsere Töchter zum Zwecke ihrer Bildung und Erziehung zu jeder Zeit in die Schule zu schicken. Die Bildung von Frauen und Mädchen ist das Licht jedes Hauses und jeder Gesellschaft. Wir werden uns niemals durch die Bedrohung und Warnung der Feinde von Bildung und Kultur abschrecken lassen und werden immer Unterstützer und Begleiter in Wissenschaft, Kultur und Bildung für unsere Mädchen sein.“
Unterschrieben von Eltern und Dorfältesten
Briefpassage der Schulleiterin der Bojasar Mädchenschule im September 2019
„Es war ein Schock, als ich von unserem Projektleiter erfuhr, dass unsere Schule in Brand gesteckt wurde. Es war so, als wenn mein eigenes Haus brennen würde. Ich ging zur Schule. Alles roch nach Rauch, die Wände waren schwarz. Es war wie ein Backofen, warm, überall Ruß.
Am selben Tag fingen die Aufräumungsarbeiten von den Dorfältesten, Schülerinnen, Schüler der benachbarten Jungenschule, Lehrerinnen und Lehrer an. Alle packten mit an und trugen die verkohlten Bücher und Möbel heraus. Sie entfernten das ausgebrannte Dach und trugen schwere Metallteile weg. Die Klassenräume blieben zum großen Teil unversehrt, weil die afghanische Feuerwehr den Brand gelöscht hat. Die Schülerinnen und Eltern wollten, dass der Unterricht sobald wie möglich wieder beginnt. Vier Tage nach dem Brandanschlag kamen die Schülerinnen wieder zum Unterricht. Wir lassen uns nicht entmutigen und machen weiter, denn Bildung ist das Wichtigste. Das Gerüst einer Nation.
Durch ihre Liebe, Freunde Afghanistans, durch ihre humanitäre Hilfe aus Deutschland können wir unsere Schule wieder aufbauen und ich bedanke mich im Namen aller Schülerinnen, dass sie uns all die Jahre stets unterstützen. Ihre Nadia Qayumi, Schulleiterin der Bojasar Schule“

Schülerin der 11. Klasse der Bojasar Mädchenschule im September 2019
„Wir tun alles und kämpfen mit den letzten Tropfen unseres Blutes, damit wir weiter lernen können und lassen uns nicht von Feinden der Bildung, die unsere Schule zerstörten, abschrecken. Wir möchten die Zukunft bilden und unser Land aufbauen.“
Schülerin der 12. Klasse der Bojasar Mädchenschule im September 2019
„Wir sind besonders traurig, dass unsere schöne und moderne Bibliothek verbrannt ist. In Geschichts- und Daristunden gingen wir dorthin und haben uns viel Wissen angeeignet. Auch wenn es kein Gebäude mehr gibt, lernen wir weiter. Auch wenn wir in einem Zelt ohne Tische und Stühle Unterricht hätten und auf dem Boden sitzen müssten, geben wir nicht auf und lernten trotzdem weiter.“ ( http://www.afghanischer-frauenverein.de/projekte/maedchenschule-bojasar-bei-kabul/

 

(20.08. Internet-Propaganda der Taliban (Voice of Jihad): Veröffentlicht werden Fotos von „Quick Assault Teams“ in der Ausbildung. Die Taliban-Spezialeinheiten sind auch als „Red Units“ bekannt, operieren in ganz Afghanistan und agieren oft als Speerspitze bei Angriffen auf Distriktzentren, Militärbasen und Außenposten.

https://www.longwarjournal.org/archives/2019/08/training-of-quick-assault-team-highlighted-by-taliban.php

Am 18.08. auf der offiziellen Taliban-Seite das Video „Caravan for Khaibar“. Es zeigt einen Konvoi von Kämpfern auf neuen Toyota Hi-Luxs, bedeckt mit großen weißen Taliban-Fahnen. https://www.longwarjournal.org/archives/2019/08/as-us-presses-negotiations-taliban-promotes-training-of-fighters-and-attacks.php  )

18.08., Kabul: Selbstmordangriff auf Hochzeitsfeier in einem Kabuler Hotel,  63 Tote und 182 Verletzte. Aus der Familie des Bräutigams starben 14 Menschen. Daesh/IS übernahm die Verantwortung für des Massakerangriff in einem Distrikt der überwiegend von schiitischen Hazara bewohnt wird.

11./12. 08.:Die Toten von Kulalgo: Neues Massaker an afghanischen Zivilisten? Vieles deutet daraufhin, aber wir wollen auch noch die offizielle Untersuchung abwarten: In der Nacht von 11. zum 12. August durchsuchte eine US-afghanische Kommandoeinheit, möglicherweise geführt von CIA-Leuten, im Dorf Kulalgo, Provinz Paktia im Südosten Afghanistans. Dabei wurden nach Augenzeugenberichten – darunter Familienangehörigen – 11 Männer kaltblütig erschossen. Afghanistans Geheimdienst behauptete zunächst, es wären alles „Taleban-Terroristen“ gewesen. Alle Indizien, die wir zusammengetragen haben, spreche dagegen.““Murder Is Always”: The Kulalgo night raid killings“ von Thomas Ruttig und AAN Team, 17.08.  https://www.afghanistan-analysts.org/murder-is-always-the-kulalgo-night-raid-killings/

11..08., Faryab: Taliban-Angriff auf eine Armeebasis im Distrikt Ghormach, 17 Soldaten getötet, 25 verwundet. Angesichts der Belagerung der Basis habe es keinerlei Unterstützung gegeben. (https://www.tolonews.com/afghanistan/17-soldiers-killed-faryab%C2%A0army-base-attack )

07.08., Kabul: Selbstmordangriff der Taliban auf Polizeihauptquartier im Polizeidistrikt 6, 18 Menschen getötet, mehr als 100 verletzt, Polizei-HQ zerstört

06.08. Kabul, Polizeidistrikt 11: nachmittags im Parwan Bostan Circle IED auf Fahrrad gegen Fahrzeug des Innenministeriums, fünf Tote und sieben Verletzte.

04.08., Provinz Panshjir, Verteidigungsvorbereitungen im Distrikt Paryan der bisher relativ ruhigen, für die Taliban strategisch bedeutsamen Provinz durch Militärpolizei und ehemalige Mujaheddin-Kämpfer. Paryan grenzt an den Distrikt Keran wa Manjan/ Badakhshan an und ist umgeben von sechs Distrikten, von denen drei umkämpft und einer unter Talibankontrolle ist. Keran gilt als Schlüsselposition, um Paryan und den bedeutsamen Salang-Pass bedrohen zu können. ( https://www.longwarjournal.org/archives/2019/08/taliban-threatens-panjshir-province.php )

31.07., Provinz Farah: Auf demHerat-Kandahar-Highway wurde ein Reisebus von einer Sprengfalle am Straßenrand getroffen, 36 Zivilisten getötet, 17 (27) verletzt, FAZ 01.08.,  https://www.longwarjournal.org/archives/2019/07/taliban-ied-blast-kills-35-civilians-in-western-afghanistan.php

31.07., UN-Bericht zu Al-Qaida-Taliban-Beziehungen: Seit Juli 2018 erschienen vier Berichte des UN-Sicherheitsrates zu IS/Daesh, Al Qaida und assoziierten Individuen, Gruppen und Unternehmungen, zuletzt am 15.07.2019. Demnach bestehen andauernde und enge Beziehungen zwischen Al Qaida und Taliban. (Thomas Joscelyn auf  https://www.longwarjournal.org/archives/2019/07/un-security-council-continues-to-report-on-al-qaeda-taliban-alliance.php )

„57.Central Asian countries remain concerned about the terrorist threat emanating from Afghanistan. In the north of Afghanistan, in Badakhshan Province, a number of Central Asian groups affiliated with Al-Qaida are operating. These include approximately 50 fighters with KIB, up to 100 with the Islamic Movement of Uzbekistan (QDe.010) and up to 50 with the Islamic Jihad Group. The Eastern Turkistan Islamic Movement (QDe.088) has an estimated 350 fighters. Jamaat Ansarullah, headed by Asliddin Davlatov (not listed), has up to 30 Tajik nationals. In total, approximately 100 fighters from Tajikistan are assessed to be based in Afghanistan. 58.All these groups operate under the auspices of the Taliban, mainly as instructors and explosives experts. In northern Afghanistan, Central Asian groups cooperate with organized criminal networks engaged in drug trafficking across the border between Afghanistan and Tajikistan, also using those routes to infiltrate fighters into Central Asia. (…)

63.Al-Qaida considers Afghanistan a continuing safe haven for its leadership, relying on its long-standing and strong relationship with the Taliban leadership. Under Taliban patronage, Al-Qaida is keen to strengthen its presence in Badakhshan Province, in particular in the Shighnan area bordering Tajikistan, as well as in Barmal, in Paktika Province. Al-Qaida continues to cooperate closelywith Lashkar-e-Tayyiba (QDe.118) and the Haqqani Network (TAe.012). Al-Qaida members continue to function routinely as military and religious instructors for the Taliban. ( https://undocs.org/S/2019/570 )

30.07.. Provinz Zabul: Talibanangriff auf Distrikt-Hauptquartier in Mizan. Mit Karte der von Regierung bzw. Taliban kontrollierten und umkämpften Distrikte:

GoA-Kontrolle 139 Distrikte mit 15.740.000 Einwohnern

Umkämpft        192 Distrikte mit 13.529.000 Einwohnern

TAL-Kontrolle   66 Distrikte mit   3.700.000 Einwohnern  (bei aller Fragwürdigkeit der Kriterien für „unter Kontrolle“)( https://www.longwarjournal.org/archives/2019/07/taliban-storms-district-headquarters-in-zabul-province.php )

29.07., Kabul, Polizeidistrikt 4, komplexer Angriff gegen Amrullah Saleh, ehemaliger Geheimdienstchef ( 2004-2010), zuletzt Innenminister und jetzt Vizepräsidentschaftskandidat, Warner vor einem Friedens-Deal mit den Taliban. Vor dem Büro seiner Partei Green Trend im Shaheen Circle explodierte erst ein Truck und zwei Minivans mit Autobomben, ausgelöst durch Selbstmordattentäter. Dann stürmten vier Angreifer das Gebäude, und töteten die Wachen. Saleh war im vierten Stock, zog sich mit sieben Mitarbeitern aufs Dach. Mit dort gelagerten Waffen und Munition verteidigten sie sich etwa 50 Minuten und konnten über ein benachbartes Dach fliehen. 22 Menschen wurden getötet, 60 verwundet. (SPIEGEL: „Sind Sie körperlich verletzt? Saleh: Körperlich nicht, aber ich habe zwei Neffen verloren, dazu Wachen, Freiwillige, Aktivisten, alle jung. Sie wurden einfach massakriert. Das trifft mich.“ Saleh kandidiert zusammen mit Präsident Ashraf Ghani, den er zuvor oft kritisiert hatte. SPIEGEL: Ihre Partei Green Trend besteht vorwiegend aus jungen Männern. Wollen Sie die Partei, wenn nötig, zu einer Miliz umfunktionieren? Saleh: Wir sind eine sehr disziplinierte Bürgerorganisation mit 90.000 Mitgliedern. Wir tragen keine Waffen, betreiben aber eine private Militärakademie.“ SPIEGEL 32, 03.08.2019) https://www.longwarjournal.org/archives/2019/07/jihadist-wound-former-afghan-intelligence-chief-in-kabul-assault.php

 25.07., Kabul: Daesh/IS-Angriff auf einen Bus mit Beschäftigten des Ministeriums für Bergbau und Erdöl; erst Mine, dann Selbstmordattentäter gegen eintreffende Ersthelfer; 11 Tote. Weiterer Suizid-Angriff der Taliban gegen einen Konvoi ausländischer Streitkräfte, 17 Verletzte. Am Vortag in Kabul eine Autobombe der Taliban gegen einen NATO-Konvoi, ein kroatischer Soldat getötet. Am 25.07. in der Nordprovinz Takhar Taliban-Überfall auf Kontrollposten der Polizei, 35 Sicherheitskräfte getötet, Gebäude in Brand gesteckt. In der Ostprovinz Nangarhar neun Mitglieder einer Familie getötet, als ihr Auto von einer Bombe erfasst wurde. Die Familie war untewrwegs zu einer Hochzeit. (Seit  1. Juli 2019 führten die Taliban sieben high-profile Suizid-Angriffe in Afghanistan durch.

23.07., Taliban rechtfertigen 9/11: https://www.longwarjournal.org/archives/2019/07/taliban-justifies-9-11-attack-blaming-americas-interventionist-policies.php

22.07. Provinz Badakhshan: Einnahme des entlegenen Distrikts  Keran wa Manjan, am 17.07. hatten die Taliban eine Lapislazuli-Mine besetzt (hier größte Vorkommen).

Badakhshan Rückzugsgebiet für ausländische jihadistisce Gruppen, lt. UN-Bericht    versucht Al Qaida vor allem im Distrikt Shighnan an der tadschikischen Grenze seine Präsenz zu verstärken (https://www.longwarjournal.org/archives/2019/07/taliban-seizes-remote-district-in-afghan-north.php )

18.07., Kandahar: Taliban Suizid-Team tötet 5 Polizisten und sieben Zivilisten bei Angriff auf ein Polizei-HQ (erst Autobombe, dann Kämpfer  https://www.longwarjournal.org/archives/2019/07/taliban-suicide-team-kills-a-dozen-policemen-in-kandahar.php

16.07. Paktika: Distrikt Dila Wa Khushamand von Taliban überrannt. Von den 20 Distrikten der Provinz sieben unter Taliban-Kontrolle, neun heftig umkämpft, vier unter REgierungskontrole.

15.07., Badghis (NW): Bei einem Gefecht  in Badghis 35 afghanische Kommandosoldaten getötet; eroberte Waffen wie M4-Sturmgewehr, MG, Scharfschützengewehre, Nachtsichtgeräte in Video im Internet präsentiert:   https://www.longwarjournal.org/archives/2019/07/taliban-displays-weapons-seized-during-ambush-on-afghan-commandos.php

https://www.longwarjournal.org/archives/2019/07/taliban-kills-25-afghan-commandos.php

13.07.,:Badghis (NW): Fünfköpfiges „Suicide Assault Team“ der Taliban gegen ein Hotel in der Provinzhauptstadt Qala-i Naw, um von dort Polizeihauptquartier und Gouverneurssitz angreifen zu können. 6 Polizisten und zwei Zivilisten getötet. Bill Roggio/Longwar Journal ( https://www.longwarjournal.org/archives/2019/07/taliban-suicide-team-strikes-hotel.php )

„However, the Taliban likely does not see the attack in Badghis as an attack on civilians. It views the Afghan government as a “puppet” of the West, and thus a legitimate target in its fight against “foreign occupation.”

Abbas Stanikzai, the chief of the Taliban’s delegation in Doha indicated as much while responding to a question from Voice of America on July 9.

Head of Taliban delegation in Doha Abbas Stanikzai says,“there is no word of reducing violence, this is not violence.…it’s a fight against foreign occupation…”. He was responding to a VOA question in Doha on what steps Taliban r taking 2 reduce violence while negotiating peace. pic.twitter.com/ObbkpIOntI— VOA DEEWA (@voadeewa) July 9, 2019

07.07., Ghazni: Angriff eines Selbstmordattentäters mit Autobombe gegen die Niederlassung des NDS in der Provinzhauptstadt, mehr als ein Dutzend Tote, 150 bis 200 Verletzte, darunter Dutzende Kinder von benachbarter Schule.  (https://www.longwarjournal.org/archives/2019/07/taliban-suicide-bomber-strikes-intelligence-facility-in-ghazni.php )

05.07. Faryab: Bei Raketenangriff der Taliban frühmorgens auf das Zentrum des Distrikts Khwaja Shabz Posh lt. Polizeisprecher der Provinz14 Zivilisten getötet, 39 verwundet.(https://www.tolonews.com/afghanistan/taliban%E2%80%99s-rocket-attacks-faryab-kill-four-civilians-police )

01.07. Kabul: Autobombenanschlag auf eine Geheimdiensteinrichtung mit mindestens sechs Toten. Am selben Tag im Polizeidistrikt 16 vor 10.00 Uhr Lkw-Bombe in Nähe des Stadions der Afghanistan Football Federation, gerichtet gegen ein Logistik-Center der Armee. Fünf bewaffnete Kämpfer, mehrstündiger Feuerwechsel, ein Toter, 93 Verwundete, davon 50 Schulkinder.

30./31. 06. Landesweit: Bei Taliban-Angriffen auf Einrichtungen der Armee und Polizei mindestens 65 Tote.

28.06, Baghlan: Taliban-Angriff auf ein Dorf im Distrikt Nahrin, sechsstündiges Gefecht, 30 Mitglieder der „public uprising force“ getötet.

24.06., Kabul: Drohung der Taliban gegen alle TV-Kanäle, Radiostationen und andere Medien: Binnen einer Woche müssten sie alle Werbung einstellen, die sich nach Taliban-Auffassung gegen ihre Kämpfer richte. Alle Medien und mit diesen zusammenhängende Personen, die weiter solche Werbung verbreiteten, würden zum militärischen Ziel werden.

(Eine erste Kollektivdrohung richteten die Taliban gegen die Medien nach der Besetzung von KLunduz im Herbst 2015. Am 20. Januar 2016 folgte ein Selbstmordanschlag auf einen Bus der Muttergesellschaft von Tolo TV, sieben Mitarbeiter von Tolo TV wurden getötet, 30 verletzt.)

(7) 2019 High Risk List, SIGAR ( https://www.sigar.mil/pdf/spotlight/2019_High-Risk_List.pdf

Die High Risk List des SIGAR erscheint seit 2014. Die aktuelle Ausgabe soll den 116. US-Kongress und die zuständigen US-Ministerien vor Risiken der Verschwendung, des Betrugs, Missbrauchs, Missmanagement und des Scheiterns der Mission warnen. In diesem Jahr geht es nicht nur um Risiken bei den laufenden Aufbaubemühungen, sondern auch um bestehende oder wachsende Risiken im Fall eines Friedensabkommens zwischen Taliban und der afghanischen Regierung. Die gegenwärtigen High-Risk-Gebiete sind:

- Weit verbreitete Unsicherheit: Mit oder ohne ein Friedensabkommen wird Afghanistan wahrscheinlich weiter zu kämpfen haben mit vielfältigen gewalt-extremistischen Organisationen, die AFG und und die internationale Community bedrohen. Die ANDSF werden weiter angewiesen sein auf 4-5 Mrd. US-Dollar/Jahr für Unterhalt, Ausrüstung, Infrastruktur und Training. In den letzten zwei Jahren war die Kontrolle über die Distrikte, Bevölkerung und Territorien zunehmend umkämpft, mündend in eine Pattsituation auf dem Gefechtsfeld.

- Unterentwickelte zivilpolizeiliche Fähigkeiten: Bei den Aufbaubemühungen betonten die USA mehr den Aufbau der ANA als der Polizei. Im Fall eines Friedensabkommens gibt es keine umfassende Strategie für eine kompetente Zivilpolizei, unterstützt von rule of law. Die laufenden Unterhaltskosten der ANP liegen deutlich über den Möglichkeiten der afghanischen Regierung. Ausländische Unterstützung wird weiter notwendig sein. (ausführlich S. 19-23)

- Endemische Korruption: Lt. Pentagon bleibe die Korruption die erste strategische Bedrohung für die Legitimität und den Erfolg der afghanischen Regierung. Korruption und Bedrohungen der Rechtsstaatlichkeit bestehen trotz aller Antikorruptions-Bemühen von Regierung und Geberstaaten weiter. Im SIGAR-lessons-learned-Report „Corruption in Conflict: Lessons from U.S. Experience in Afghanistan“ heißt es zusammenfassend, dass bei einem Versagen in der systematischen Korruptionsbekämpfung die US-Aufbauprogramme – im besten Fall – unterminiert und – im schlimmsten Fall – scheitern werden.

- Träges wirtschaftliches Wachstum seit 2014 trotz aller Bemühungen internationaler Geber, das Wachstum zu fördern. Während ein haltbares Friedensabkommen Wachstumsprojekte befördern kann, werden zahlreiche Wachstumshindernisse bleiben und neue Herausforderungen anwachsen, weil die afghanische Wirtschaft mit zurückkehrenden Flüchtlingen und ehemaligen Talibankämpfern und ihren Familien konfrontiert sein wird.

- Der illegale Drogenhandel: Afghanistan bleibt der größte Opium-Produzent weltweit. 2017 und 2018 waren die beiden Jahre mit der höchsten Produktion. Der illegale Drogenhandel finanziert die Taliban wie korrupte Mitglieder der Regierung, Armee und Polizei und beschäftigt fast 600.000 Afghanen. Ein Waffenstillstand oder Friedensabkommen zwischen Taliban und dr Regierung muss nicht notwendigerweise zu einem Rückgang des illegalen Drogenhandels führen.

- Bedrohung der Frauenrechte: Die USA gaben seit 2002 mehr als eine Mrd. US-Dollar aus, um die Stellung von Frauen in Afghanistan zu verbessern. Trotz dieser Investitionen bleiben die Fortschritte für die Frauen fragil, auch wenn die Verfassung Frauenrechte schützt. Während des Taliban-Regimes 1996-2001 wurden Frauen brutal unterdrückt. Das führt zu der Befürchtung, dass Frauenrechte bei einem Friedensabkommen nicht geschützt würden.

- Die Herausforderung der Reintegration: Die soziale, wirtschaftliche und politische Reintegration von Zehntausenden  Kämpfern in die afghanische Gesellschaft wird für das Erreichen von dauerhaftem Frieden und Stabilität entscheidend sein. Ex-Kombatanten sind konfrontiert mit den Herausforderungen einer schwachen Ökonomie mit wenig Möglichkeiten des Lebensunterhalts, politischer Ungewissheit, andauernder Unsicherheit und Misstrauen einer durch den Krieg breit traumatisierten Bevölkerung. Formale Reintegrationsprogramme bedürfen vieler Programmkapazitäten (darunter Datenerhebung, Überprüfungen, Monitoring, Evaluation, Ressourcenmobilisierung), was die Fähigkeiten der afghanischen Regierung und der internationalen Geber auf die Probe stellt.

- Beschränkte Übersicht: Die Fähigkeiten der internationalen Mitarbeiter zum Monitoring, Managen und Überschauen von Programmen werden problematischer werden, wenn sich die Sicherheitslage nicht deutlich verbessert oder wenn ein Friedensabkommen weitere Einschränkungen für ausländisches Personal bringen würde. (…)

(8) „Divided Responsibility: Lessons from U.S. Security Sector Assistance Efforts in Afghanistan“, SIGAR, (https://www.sigar.mil/pdf/lessonslearned/SIGAR-19-39-LL.pdf ) Sechster  Lessons-Learned-Report des SIGAR seit 2014.

(9) Frühere Zusammenfassungen von UNAMA-Zivilopfer-Berichten

UNAMA-Jahresbericht 2018 zu Zivilopfern in Afghanistan: Wieder um 11.000 Tote und Verletze, Zahl der Daesh-Opfer mehr als verdoppelt, höchste Opferzahl bei Luftoperationen seit 2009, 28. Februar 2019, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1573

UNAMA-Jahresbericht 2017 zu Zivilopfern Afghanistan: Erstmalig Rückgang allgemein, ABER Anstieg bei komplexen Angriffen, davon 70% in Kabul, und gegen religiöse Stätten; Schiiten im Daesh-Visier, 22.02.2018,www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1518

Afghanistan: Wuchernde Fluchtursachen, einzelne Hoffnungsträger – Zur Lagebeurteilung des AA und zur deutschen Zusammenarbeit mit AFG unter Bedrohung, 10.09.2017, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1495

 

Weiter Höchststand an Zivilopfern in Afghanistan, „Spitzenreiter“ Kabul, Suizid- und komplexe Attacken fordern so viele Zivilopfer wie nie zuvor, UNAMA-Bericht Zivilopfer 1. Halbjahr 2017, 19. Juli 2017 http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1484

UNAMA-Jahresbericht 2016 Zivilopfer Afghanistan: Im Norden Zunahme um 58%, bei Kindern um 24%, Zivilopfer durch Daesh/IS fast verzehnfacht – neuer Höchststand insgesamt, 7.2.2017, www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1454 , https://thruttig.wordpress.com/

Von Mal zu Mal neuer Höchststand an Zivilopfern in Afghanistan, davon fast ein Drittel Kinder (UNAMA-Report 1. Halbjahr 2016), 30. Juli, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1422 (Fotos auf Facebook)

Von Mal zu Mal neuer Höchststand an Zivilopfern in Afghanistan, davon fast ein Drittel Kinder (UNAMA-Report 1. Halbjahr 2016), 30. Juli, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1422 (Fotos auf Facebook)

6 Monate nach ISAF-Abzug aus Afghanistan: Höchststand an Zivilopfern, v.a. bei Frauen und Kindern; Anstieg komplexer und Suizid-Attacken um 78% (UNAMA-Bericht 1. Halbjahr 2015), www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1366 , Fotos auf Facebook

UNAMA-Jahresbericht „Zivilopfer“ 2014: Im ISAF-Abzugsjahr 2014 Intensivierung des Krieges: Zunahme der Zivilopfer um 22% auf 10.548 Tote und Verletzte, durch Bodenkämpfe um 54%! 27.2.2015, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1343

Truppen ziehen ab, der Krieg brennt weiter in Afghanistan: Zunahme der Zivilopfer um 24% auf 4.853 Tote und Verletzte, durch Bodenkämpfe um 89%! (UNAMA-Bericht I/2014), 14. Juli 2014, www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=detail%aid=1300

Sicheres Umfeld? Mehr Frieden durch Abzug? Der Anstieg der Zivilopfer in Afghanistan um 14% auf 8.615 Tote und Verletzte spricht dagegen (UNAMA-Jahresbericht 2013 über Zivilopfer), 16.2.2014, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&catid=36&aid=1266

Düsterer 1. Quartalsbericht 2013 des Afghanistan NGO Security Office/ANSO: Stark zunehmende Aufständischen-Attacken, zu 83% auf afghanische Kräfte, wachsende Sicherheitslücken! 5. Mai 2013, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&catid=36&aid=1210 ,

Kommentar zum UNAMA-Jahresbericht 2012 zu Zivilopfern in Afghanistan, Februar 2013 http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&catid=36&aid=1195

Afghanistan: Rückgang der Sicherheitsvorfälle und Angriffe im 1. Halbjahr um 32%, der Zivilopfer um 15% - Grund zu „vorsichtigem Optimismus“? 16. September 2012, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1157

Sicherheitsvorfälle AFG-Nord und landesweit, Mai 2012 http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1142

Zehn Jahre Afghanistaneinsatz: Nach den Aufbau-Illusionen nun die Abzugs-Illusionen? In: Die Bundeswehr, Mitgliedermagazin des Dt. Bundeswehrverbandes, November 2011, http://nachtwei.de/downloads/article/2011-november_die-bundeswehr_beitrag-nachtwei.pdf

GENAUER HINSEHEN: (1) Sicherheitsvorfälle AFG-Nord Aug. 2010 – Anfang Mai 2011; (2) Sicherheitsvorfälle AFG landesweit (ohne RC North) bis Anfang Mai 2011; (3) Sicherheitsvorfälle nach Wochen/Regionen + Kategorien bis April 2011, http://nachtwei.de/downloads/bericht/SicherhVorf-NORD-4-11.pdf



[1] MdB und Mitglied des Verteidigungsausschusses 1994-2009, beteiligt an 20 Mandatsentscheidungen zu Afghanistan, 19 Besuche vor Ort zwischen 2002 und 2016; Mitglied im Beirats Innere Führung/BMVg + Leiter der AG „Einsatzrückkehrer und –folgen/Soziales“, im Beirat Zivile Krisenprävention der Bundesregierung, im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen, im Vorbereitungsteam der AFG-Tagung in Villigst/Ruhr


Publikationsliste
Vortragsangebot zu Riga-Deportationen, Ghetto Riga + Dt. Riga-Komitee

Ende 1941/Anfang 1942 rollten Deportationszüge aus Deutschland und Österreich nach Riga.

1989 stieß ich auf die Spuren der verschleppten jüdischen Frauen, Männer und Kinder.

Mit meinem bebilderten Vortrag "Nachbarn von nebenan - verschollen in Riga" stehe ich gern für Erinnerungsveranstaltungen und Schulen zur Verfügung. (Anlage)

Vorstellung der "Toolbox Krisenmanagement"

Von der zivilen Krisenprävention bis zum Peacebuilding: Die 53-seitige Broschüre stellt kompakt und klar auf jeweils einer Themenseite Prinzipien, Akteure und Instrumente des Krisenmanagements vor. Bei einem Kolloquium im Bundestag in Berlin wurde die Schrift einem Fachpublikum vorgestellt. Erstellt von AutorInnen des Zentrums Internationale Friedenseinsätze ZIF und der Stiftung Wissenschaft und Politik SWP ist die "Toolbox" ein wichtiger Beitrag zur friedens- und sicherheitspolitischen Grundbildung auf einem Politikfeld, wo die Analphabetenrate in der Gesellschaft, aber auch in Medien und Politik sehr hoch ist. ... www.zif-berlin.de

zif
Auf dem Foto überreicht W. Nachtwei den AutorInnen seine 2008 erschienene Broschüre zur Zivilen Krisenprävention und Friedensförderung.

Mehr zur Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure bei der zivilen Konfliktbearbeitung u.a.:

Tagebuch
    • Meine persönlichen Jahresrückblicke + Kurzmeldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik (Nr. 1-50 im Tagebuchformat)

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