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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: 100 Jahre nach dem Deutsch-Herero-Krieg: Erinnern fÃ¼r eine friedliche Zukunft</title>
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    <span class="xar-mod-title">Namibia</span>

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        <h1>
            100 Jahre nach dem Deutsch-Herero-Krieg: Erinnern fÃ¼r eine friedliche Zukunft         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 13. August 2004 14:05:58 +02:00 (44547 Aufrufe)            </div>
            <div>    Zur nationalen Gedenkfeier anlÃ¤sslich des 100. Jahrestages der â€žSchlacht am Waterbergâ€œ bzw. der â€žSchlacht von Okamakariâ€œ im Deutsch-Herero-Krieg in Namibia erklÃ¤ren Winfried Nachtwei, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und sicherheitspolitischer Sprecher, und Marianne Tritz, Mitglied im AuswÃ¤rtigen Ausschuss:</div>
            <div>    Am 14. August wird in Okakarara in Namibia der â€žSchlacht von Okamakari/Schlacht am Waterbergâ€œ gedacht. Sieben Monate nach Erhebung der Herero gegen die deutsche Kolonialherrschaft fiel bei den Gefechten an der Wasserstelle Okamakari sÃ¼dlich des Waterberg die Entscheidung im Deutsch-Herero-Krieg: Vor der Ã¼berlegenen Waffentechnik der Kolonialtruppen flohen die Herero â€“ mehrere zehntausend KÃ¤mpfer, Frauen und Kinder mit ihrem Vieh â€“ in die wasserlose Omaheke-WÃ¼ste, wo ein GroÃŸteil von ihnen verdurstete. Der Kommandierende General von Trotta proklamierte am 2. Oktober die ErschieÃŸung aller mÃ¤nnlichen Herero, ob bewaffnet oder unbewaffnet, und die Vertreibung der Frauen und Kinder. Dieser Vernichtungsbefehl wurde erst im Dezember vom Kaiser wieder aufgehoben. Danach starben Tausende Herero in Gefangenenlagern, die Konzentrationslager genannt wurden. 1905 folgte die totale Enteignung alten Hererolandes.<br /><br />Die Erinnerung an den Deutsch-Herero-Krieg - und noch mehr an den bis 1907 dauernden Namakrieg â€“ ist gespalten und fÃ¤llt schwer. Ãœber die lÃ¤ngste Zeit dominierte eine VerklÃ¤rung der Kolonialzeit und Ignoranz gegenÃ¼ber den dramatischen Folgen der Kolonialkriege fÃ¼r die afrikanische BevÃ¶lkerung. Das zeigt sich bis heute in vielen â€žSchutztruppenâ€œ-DenkmÃ¤lern in Namibia, aber auch in Westdeutschland.
<br /><br />
DemgegenÃ¼ber stellen wir klar:
<br /><br />
Die Erhebungen der Herero und Nama gegen die deutsche Kolonialherrschaft waren vÃ¶llig legitim. Sie waren erste Schritte auf dem langen Weg zur nationalen UnabhÃ¤ngigkeit Namibias.
<br /><br />
Der Krieg der so genannten Schutztruppe, ausgegeben als Notwehr der Kolonialisten, war illegitim. Er zielte Ã¼ber den militÃ¤rischen Sieg hinaus auf die existentielle Vernichtung der Herero. Die 1948 von der UNO verabschiedete VÃ¶lkermordkonvention bezeichnet diesen Tatbestand als VÃ¶lkermord.
<br /><br />
Wir empfinden tiefe Trauer Ã¼ber das den Herero und Nama in der Kaiserzeit zugefÃ¼gte Massenverbrechen. Wir drÃ¼cken hierfÃ¼r unser tiefes Bedauern aus. Um diese Haltung zu unterstreichen, nimmt Winfried Nachtwei fÃ¼r die Bundestagsfraktion von BÃ¼ndnis 90/ Die GrÃ¼nen an der Gedenkveranstaltung in Okakarara teil.
<br /><br />
Wir weisen alle Versuche zurÃ¼ck, das damals begangene groÃŸe Unrecht zu relativieren und zu beschÃ¶nigen, wie es z.B. in einer aktuellen Publikation des einschlÃ¤gig bekannten Grabert-Verlages geschieht.
<br /><br />
Der Bundestag hat 1989 vor dem Hintergrund dieser Geschichte die besondere historische und moralische Verantwortung Deutschlands gegenÃ¼ber Namibia erklÃ¤rt und dies mit Beschluss vom 17. Juni 2004 bekrÃ¤ftigt. Noch klarer brachte die Bundestagsdebatte diese Haltung zum Ausdruck.
<br /><br />
Namibia wurde deshalb seit der Befreiung 1990 zu einem Schwerpunktland deutscher Entwicklungszusammenarbeit. Das ist richtig und gut, aber nicht genug.
<br /><br />
Es ist ein offenes Geheimnis, dass die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit dem namibischen Staat Ã¼berwiegend der Mehrheitsethnie der Ovambos zugute kommt und am wenigsten den Hauptleidtragenden des Kolonialkrieges.
<br /><br />
Hier sind neue Schritte notwendig. Ein erster ist die Errichtung des â€žOkakarara Community Cultural und Tourist Centreâ€œ mit UnterstÃ¼tzung der Bundesregierung. Das Centre wird am 14. August erÃ¶ffnet und bietet die hervorragende Chance, offene Erinnerung fÃ¼r eine friedliche Zukunft zu betreiben. Weitere humanitÃ¤re Gesten fÃ¼r Herero und Nama sind im Dialog zwischen Deutschen und Namibiern zu entwickeln. Dabei gilt es, auf das besondere Leid dieser VÃ¶lker einzugehen und zugleich die nationale VersÃ¶hnung zu fÃ¶rdern. </div>


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