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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Offener Brief an die Erstunterzeichner-KollegInnen des Aufrufs â€žDen Krieg in Afghanistan beenden&quot;</title>
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    <span class="xar-mod-title">Blog Rhein-Zeitung + Afghanistan + Interview</span>

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        <h1>
            Offener Brief an die Erstunterzeichner-KollegInnen des Aufrufs â€žDen Krieg in Afghanistan beenden&quot;         </h1>
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       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 14. November 2008 17:57:00 +02:00 (153762 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Folgenden Offenen Brief an die Erstunterzeichner-KollegInnen des Aufrufs â€žDen Krieg in Afghanistan beenden&quot; verfasste Winfried Nachtwei:</p></div>
            <div>    <p>Â </p>
<h2><strong>Offener Brief an die Erstunterzeichner-KollegInnen des Aufrufs â€žDen Krieg in Afghanistan beenden&quot;</strong></h2>
<p>(Winni Nachtwei, 14.11.2008)</p>
<p><strong>Liebe Freundinnen und Freunde</strong>,</p>
<p>Eure Forderung, den Krieg in Afghanistan zu beenden, die Gewaltspirale zu durchbrechen und VerhandlungslÃ¶sungen zu suchen, teile ich voll und ganz. Ich teile Eure Intention, dass es eine militÃ¤rische Abzugsperspektive geben muss, dass ein Abzug verantwortbar zu gestalten und das Erreichte zu sichern ist. Diese Forderungen treffen zudem eine hierzulande weit verbreitete Stimmungslage.</p>
<p>Zugleich habe ich aber erhebliche Zweifel, ob Euer Aufruf die Lage in Afghanistan trifft, seine Forderungen den Menschen dort nutzen und einen Wegweiser raus aus der Gewaltspirale darstellen.</p>
<p>Ein Aufruf muss kurz sein. Er sollte auch klar sein. Deshalb <span style="text-decoration: underline;">einige Fragen zur KlÃ¤rung</span>:</p>
<p>- Warum schildert Ihr ausschlieÃŸlich die in der Tat sehr beunruhigenden Entwicklungen in Afghanistan  und Ã¼bergeht vÃ¶llig die Fortschritte und die Sicht der beim Aufbau engagierten AfghanInnen und Internationalen? Warum spielen fÃ¼r Euch weder afghanische demokratische Zivilgesellschaft noch Vereinte Nationen irgendeine erkennbare Rolle? Gerade Friedenspolitik braucht doch Blick fÃ¼r Chancen.</p>
<p>- Warum blendet Ihr die internen Konflikt- und Gewaltursachen sowie den enormen Gewaltâ€žimport&quot; aus den pakistanischen Grenzregionen aus? Wie sollen diese Gewaltpotenziale eingedÃ¤mmt werden?</p>
<p>- Was Ã¤ndern Eure Forderungen an den richtig benannten Riesenproblemen der schlechten RegierungsfÃ¼hrung, der Macht von Warlords und Drogenbaronen?</p>
<p>- Warum beziehen sich sieben Eurer zehn Forderungen auf das MilitÃ¤rische, zwei auf Verhandlungen, eine auf den zivilen Aufbau? Setzt Ihr damit nicht eine MilitÃ¤rfixiertheit fort, wo das Interesse fast nur um MilitÃ¤rfragen kreist - und wo es fÃ¼r die primÃ¤ren Aufbaufragen nur Reste an Aufmerksamkeit und Engagement und kaum Ã¶ffentlichen Druck gibt? (Die jahrelange VernachlÃ¤ssigung der deutschen  Polizeihilfe fÃ¼r Afghanistan auch durch die Innenpolitiker des Bundestages ist dafÃ¼r ein krasses Beispiel.)</p>
<p>Wie lÃ¤sst sich Druck machen fÃ¼r die notwendige Aufbauoffensive?</p>
<p>- Ist Euch bewusst, dass die Einsatzregeln und Einsatzpraxis von ISAF/Bundeswehr im Norden auf Selbstschutz und Schutz der BevÃ¶lkerung beschrÃ¤nkt sind und dass dort auf die GuerillakriegfÃ¼hrung bewaffneter KrÃ¤fte ausdrÃ¼cklich nicht mit Krieg geantwortet wird?</p>
<p>- Wie sollen afghanische SicherheitskrÃ¤fte zum Schutz der eigenen ZivilbevÃ¶lkerung befÃ¤higt und ausgebildet werden, wenn hierfÃ¼r nicht Tausende Ausbilder und Berater zur VerfÃ¼gung stehen, wenn allein in 2007 ca. 1.000 Polizisten durch die bewaffnete Opposition getÃ¶tet wurden?</p>
<p>- Was ist fÃ¼r Euch â€žverantwortbar&quot; und ein â€žÃ¼berschaubarer Rahmen&quot;? Zum Beispiel die AnkÃ¼ndigung der NiederlÃ¤nder, Ende 2010 ihre Lead-Rolle in der SÃ¼d-Provinz Uruzgan abgeben zu wollen (die dafÃ¼r jetzt entwicklungspolitisch klotzen), z.B. die Kanadier, die in 2011 aus Kandahar abziehen wollen, z.B. das bei ISAF genannte Zieljahr 2013?</p>
<p>- Wenn nur NATO- und US-Truppen abziehen sollen: Was ist mit den 15 Nicht-NATO-Staaten wie Australien, Neuseeland, Singapur, Vereinigte Arabische Emirate, Jordanien, Ã–sterreich, Schweden, Finnland u.a., die bei ISAF dabei sind? Welches wÃ¤ren heute die infrage kommenden â€žneutralen&quot; Staaten - Pakistan, Indien, Indonesien? Wie lange sollen diese Truppen in Afghanistan bleiben?</p>
<p>Auf diese Fragen mÃ¼sst Ihr schon genauere Antworten geben. Andernfalls bliebe von Eurem Aufruf nur die Botschaft â€žHauptsache raus&quot;, bliebe Euer so richtiges Wort von der â€žVerantwortbarkeit&quot; ein Lippenbekenntnis.</p>
<p>Die berechtigte und richtige Forderung nach einer militÃ¤rischen Abzugsperspektive muss verknÃ¼pft sein mit einem politisch-militÃ¤rischen Kurswechsel, mit einer Aufbauoffensive fÃ¼r realistische und ehrgeizige Ziele, mit Wille zum Erfolg. Ein Abzugsplan ohne Aufbau- und Erfolgsstrategie wÃ¤re verantwortungslos. Ich habe mir vorgenommen, dass wir in der Bundestagsfraktion in den nÃ¤chsten Monaten Eckpunkte fÃ¼r eine Erfolgs- und Abzugsstrategie vorlegen.</p>
<p>Ich schlage Euch vor, dass Ihr Euren Aufruf an Menschen weiterleitet, die sich in Afghanistan fÃ¼r Aufbau, Friedensentwicklung und Menschenrechte einsetzen und sie um eine Stellungnahme vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen bittet. Ich kÃ¶nnte Euch viele nennen. Wir sollten unsere Afghanistanpolitik viel mehr im Dialog mit unseren vielen Freundinnen und Freunden in Afghanistan weiterentwickeln.</p>
<p>Mit solidarischen GrÃ¼ÃŸen</p>
<p>Euer Winni</p></div>
<p class="xar-quote">
Hin weis:&#160;
                <em>    <p>Zum Herunterladen: <a href="downloads/brief/20081114_wn_offener-brief_krieg-in-afgh-beenden.pdf">Offener Brief</a> als PDF-Datei.</p></em></p>


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