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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: &quot;Sind Abschiebungen nach 15 Jahren Hilfe unbarmherzig?&quot; WELT-Artikel nach Interview mit mir nach dem letzten Afghanistanbesuch</title>
        <link>http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=36-97-155&amp;aid=1442</link>
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    <span class="xar-mod-title">Blog Rhein-Zeitung + Afghanistan + Interview</span>

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            &quot;Sind Abschiebungen nach 15 Jahren Hilfe unbarmherzig?&quot; WELT-Artikel nach Interview mit mir nach dem letzten Afghanistanbesuch         </h1>
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       <div class="xar-mod-content">
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 18. Dezember 2016 14:51:10 +02:00 (86548 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Am 15. Dezember debattierte + beschloss der Bundestag zur Fortsetzung des deutschen Afghanistaneinsatzes. Im Mittelpunkt des Medieninteresses stand die Abschiebung von 34 afghanischen Fl&uuml;ctlingen nach Afghanistan. Im Vorfeld hatte ich die Erkenntnisse meines j&uuml;ngsten AFG-Besuches &ouml;ffentlich gemacht. Hier dazu der Artikel von Thorsten Jungholt + Tim R&ouml;hn in der WELT.</p></div>
            <div>    <p><strong>&bdquo;Sind Abschiebungen nach 15 Jahren Hilfe unbarmherzig?&ldquo;</strong></p>
<p>Von <a href="http://www.welt.de/autor/thorsten-jungholt/">Thorsten Jungholt</a>, <a href="http://www.welt.de/autor/tim-roehn/">Tim R&ouml;hn</a> in der WELT 16.12.2016</p>
<p>( <a href="https://www.welt.de/print/die_welt/politik/article160342106/Sind-Abschiebungen-nach-15-Jahren-Hilfe-unbarmherzig.html">https://www.welt.de/print/die_welt/politik/article160342106/Sind-Abschiebungen-nach-15-Jahren-Hilfe-unbarmherzig.html</a> )</p>
<p>Viele Milliarden Euro sind nach Afghanistan geflossen, 56 deutsche Soldaten gefallen. Dennoch wird die R&uuml;ckf&uuml;hrung von 34 Fl&uuml;chtlingen kritisi<span style="text-decoration: underline;">ert.</span></p>
<p>Aufgeregt diskutieren Deutschlands Politiker einmal mehr &uuml;ber Afghanistan. Anlass ist die Abschiebung von 34 abgelehnten Asylbewerbern per Flugzeug von Frankfurt/Main nach Kabul, ein Drittel von ihnen verurteilte Straft&auml;ter.</p>
<p>&bdquo;Solche R&uuml;ckf&uuml;hrungsaktionen sind richtig und notwendig, um unser Asylsystem funktionsf&auml;hig zu halten&ldquo;, rechtfertigte Innenminister Thomas de Maizi&egrave;re (CDU) die Ma&szlig;nahme. Die Sicherheitslage in Afghanistan bleibe kompliziert. Aber es gebe regionale Unterschiede. Viele Gebiete im Land seien hinreichend sicher und erlaubten die R&uuml;ckkehr. Was er nicht sagte: Die Regierung erhofft sich von den Abschiebungen auch ein Signal. Der Propaganda der Schlepper, die eine Flucht nach <a title="Bilder und Informationen zu Reisen nach Deutschland finden Sie auf unserer Themenseite." href="http://www.welt.de/themen/deutschland-reisen/">Deutschland</a> mit falschen Versprechungen bef&ouml;rdern, soll etwas entgegengesetzt werden.</p>
<p>Politiker von Linksparte, Gr&uuml;nen und SPD &uuml;bten teils scharfe Kritik. So verurteilte Linke-Chefin Katja Kipping die Abschiebungen als &bdquo;menschenrechtswidrig&ldquo; und forderte einen generellen Abschiebestopp nach Afghanistan. Gr&uuml;nen-Fraktionschef Anton Hofreiter warf de Maizi&egrave;re &bdquo;ein unbarmherziges Spiel&ldquo; vor. Und Aydan &Ouml;zoguz (SPD), als Integrationsbeauftragte Teil der Regierung, &auml;u&szlig;erte Bedenken, &bdquo;inwieweit Abschiebungen nach Afghanistan aktuell verantwortet werden k&ouml;nnen&ldquo;.</p>
<p>Im Windschatten dieser emotionalen Debatte ging unter, dass der Bundestag am Donnerstag das Afghanistan-Mandat der Bundeswehr um ein weiteres Jahr verl&auml;ngerte. Zur Erinnerung: Begonnen wurde der Einsatz m Jahr 2001. Zwischenzeitlich waren im Rahmen des Isaf-Kampfeinsatzes &uuml;ber 5500 Bundeswehrsoldaten am <a title="News, Bilder, Videos und Reisetipps zum Hindukusch finden Sie auf unserer Themenseite." href="http://www.welt.de/themen/hindukusch/">Hindukusch</a> stationiert, 56 von ihnen lie&szlig;en dort ihr Leben. Lediglich der Kampfeinsatz endete 2014, seitdem haben die Soldaten nur noch Beratungs- und Trainingsaufgaben. Der zwischenzeitlich geplante Abzug ist aber kein Thema mehr: Bis mindestens 2020, so hat es die Nato angek&uuml;ndigt, soll die Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die fragile Regierung in Kabul aufrechterhalten werden.</p>
<p>Fast zehn Milliarden Euro wurden allein f&uuml;r die milit&auml;rischen Anstrengungen der Bundeswehr ausgegeben, f&uuml;r die im Fachjargon &bdquo;einsatzbedingten Zusatzausgaben&ldquo;. Hinzu kommen unz&auml;hlige Milliarden f&uuml;r &bdquo;zivile Unterst&uuml;tzung&ldquo;, die unvermindert weiterflie&szlig;en. Bis zu 1,7 Milliarden Euro hat die Bundesregierung dem Land bis 2020 versprochen: f&uuml;r Entwicklungszusammenarbeit, diplomatische Stabilisierungsma&szlig;nahmen, Polizeiaufbau, die afghanische Armee. Es dr&auml;ngt sich also die Frage auf: Was sagt es eigentlich &uuml;ber dieses deutsche Engagement aus, dass die Abschiebung von 34 Fl&uuml;chtlingen so viel Aufregung verursacht? Wieso ist ein Land nach 15 Jahren massiver Aufbauhilfe &ndash; nicht nur von den Deutschen, sondern von &uuml;ber 60 Staaten &ndash; immer noch nicht sicher f&uuml;r seine B&uuml;rger?</p>
<p>Im neuen Mandatstext der Regierung findet sich dazu nichts. Dort sind die &uuml;blichen Floskeln zu lesen: Die afghanischen Sicherheitskr&auml;fte machten &bdquo;Fortschritte&ldquo;, bed&uuml;rften dennoch &bdquo;weiterhin der Unterst&uuml;tzung&ldquo;. Es gelte, &bdquo;bisherige Erfolge im Sicherheitssektor zu festigen&ldquo;. Ein beherztes &bdquo;Weiter so&ldquo; also, im Bundestag beschlossen von den Regierungsfraktionen und gegen die Stimmen von der Opposition.</p>
<p>Unstreitig ist, dass sich die Sicherheitslage seit dem Ende des Isaf-Einsatzes stetig verschlechtert hat. Das l&auml;sst sich in den Berichten der Vereinten Nationen nachlesen. Besonders anschaulich l&auml;sst es sich auch in den Berichten von <strong>Winfried Nachtwei</strong> nachlesen. Der ehemalige Gr&uuml;nen-Bundestagsabgeordnete hat den Afghanistaneinsatz 2001 mitbeschlossen. Dem Parlament geh&ouml;rt er schon l&auml;ngst nicht mehr an, dennoch l&auml;sst ihn das Thema nicht los. Regelm&auml;&szlig;ig reist Nachtwei an den Hindukusch, gerade ist er von seinem 19. Besuch zur&uuml;ckgekehrt. Und immer schreibt er seine Eindr&uuml;cke auf.</p>
<p>Nachtwei blickt ohne tagespolitische oder ideologische Zw&auml;nge auf die Lage. N&uuml;chtern schildert er zarte Erfolge wie die Er&ouml;ffnung einer neuen Akademie f&uuml;r berufliche Bildung. Aber er berichtet auch von seinen Gespr&auml;chen mit Landeskundigen, die von der Macht&uuml;bernahme der Taliban in einem Viertel der 400 Distrikte Afghanistans sprechen, von den Angriffen auf Kundus, dem Anschlag auf das deutsche Generalkonsulat in Masar-i-Scharif und dem Oktober 2016 als dem &bdquo;t&ouml;dlichsten Monat der vergangenen zwei Jahre&ldquo;.</p>
<p>In seinen Schlussfolgerungen schreibt Nachtwei der Bundesregierung ins Stammbuch, ihre Behauptung, es gebe hinreichend sichere Regionen in Afghanistan, sei &bdquo;reines Wunschdenken im Nebel unklarer und unberechenbar wechselnder Lagen&ldquo;. Die Opposition mahnt er, sie d&uuml;rfe &bdquo;der Verantwortung zum Schutz&ldquo; und der daf&uuml;r n&ouml;tigen milit&auml;rischen Pr&auml;senz nicht ausweichen. Beiden bescheinigt er: &bdquo;Politische Fehler der Vergangenheit haben zu der Fluchtwelle aus Afghanistan beigetragen.&ldquo; Zum Beispiel das zu fr&uuml;he Ende von Isaf.</p>
<p>Und wie weiter? Was ist n&ouml;tig, damit sich die Lage in Afghanistan zumindest nicht weiter destabilisiert? Nat&uuml;rlich kann ein einzelner, ehemaliger Abgeordneter kein Patentrezept liefern. Aber einen wertvollen Hinweis auf eine Grundvoraussetzung hat Nachtwei schon: &bdquo;Sich ehrlich machen, mit fortgesetztem Wunschdenken brechen, ist die erste Pflicht &ndash; auf beiden Seiten.&ldquo;</p>
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