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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: &quot;Afghanistan: Das verwundete Land&quot; - Eine beeindruckend-aufklÃ¤rende Dokuserie von NDR/Aljazeera Doc. Channel auf ARTE mit bedeutenden Zeitzeugen aller Lager</title>
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    <span class="xar-mod-title">Asien + Afghanistan + Pressemitteilung</span>

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            &quot;Afghanistan: Das verwundete Land&quot; - Eine beeindruckend-aufklÃ¤rende Dokuserie von NDR/Aljazeera Doc. Channel auf ARTE mit bedeutenden Zeitzeugen aller Lager         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 16. April 2020 15:17:39 +02:00 (101772 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Die Dokuserie zu (1) K&ouml;nigreich, (2) Sowjetarmee, (3) Mudjahedin und Taliban, (4) NATO-Truppen von viermal 53 Minuten lief auf Arte und ist bis Anfang Juli zug&auml;nglich. In ihr kommen wichtige + spannende Zeitzeugen aus allen Lagern zu Wort. Hier der Link zu den vieer Folgen, der Arte-Ank&uuml;ndigungstext, die Liste der Zeitzeugen und ihre zentralen Aussagen. Wo das kriegs- und terrorzerr&uuml;ttete Land wie die internationale AFG-Politik vor einer Wegscheide stehen, bietet die Dokuserie reichlich Stoff zum politischen Lernen. Aus Gro&szlig;fehlern der Vergangenheit zu lernen - das w&auml;re doch mal was! &nbsp;</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>&bdquo;Afghanistan: Das verwundete Land&ldquo; &ndash; Eine ersch&uuml;tternd-aufkl&auml;rende Dokuserie&nbsp; von NDR/Aljazeera Documentary Channel auf ARTE</strong></p>
<p align="center">(hier mit zentralen Aussagen wichtiger Zeitzeugen aller Lager)</p>
<p align="center">Winfried Nachtwei (April 2020)</p>
<p>In den sechziger Jahren war Afghanistan das wohl aufgeschlossenste islamische Land der Region, Traumland f&uuml;r viele junge Leute, vor allem Hippies aus dem Westen. Entwicklungshilfe gab es aus Ost und West (umfangreich und hoffnungsvoll auch aus der Bundesrepublik). Mit einem Staatsstreich 1973 und der kommunistischen &bdquo;April-Revolution&ldquo; 1978 begannen Jahrzehnte von Instabilit&auml;t, Massengewalt, Krieg, Terror und Interventionen, die auch im 42. Jahr anhalten. Neue Machthaber &ndash; der erste Pr&auml;sident der Republik Afghanistan, Kommunisten &amp; Sowjets, Mudschaheddin, Taliban, schlie&szlig;lich auch von UN, USA &amp; Verb&uuml;ndeten unterst&uuml;tzte, gew&auml;hlte Regierungen &ndash; weckten Hoffnungen und entt&auml;uschten sie katastrophal, letztere nach ersten hoffnungsvollen Jahren, als die UN-Staatengemeinschaft Aufbauunterst&uuml;tzer und auf keinen Fall Besatzer sein wollte.</p>
<p>Die am 07.04.2020 von ARTE an einem Abend ausgestrahlte <strong>Dokuserie &bdquo;Afghanistan: Das verwundete Land&ldquo;</strong> (verf&uuml;gbar bis 05.07.2020 auf&nbsp; <a href="https://www.arte.tv/de/videos/RC-019261/afghanistan/">https://www.arte.tv/de/videos/RC-019261/afghanistan/</a> ) schildert mit meist ungesehenen Archivbildern und herausragenden Zeitzeugen aller Lager eindringlich und differenziert die Konfliktgeschichte Afghanistans. Sehr deutlich werden die komplexen internen und externen Ursachen und Treiber des jahrzehntelangen Gewaltkonflikts, die St&auml;rken der &bdquo;schwachen&ldquo; Aufst&auml;ndischen und die Schw&auml;chen der Regierungen und &bdquo;starken&ldquo; Interventionsm&auml;chte. Auf internationaler Ebene liegt der Fokus auf den f&uuml;r den Konfliktverlauf ma&szlig;geblichen M&auml;chten Sowjetunion, USA, Pakistan, USA/NATO.&nbsp; Deutlich werden Unterschiede und Parallelen zwischen der unilateralen, v&ouml;lkerrechtswidrigen Sowjetintervention und&nbsp; der uni-/ multilateralen, US-dominierten Intervention&nbsp; des &bdquo;Westens&ldquo; ab 2001/02. Konstruktivere Ans&auml;tze der UN und einzelner ISAF-L&auml;nder, gar die seit den 1920er Jahren besonders produktiven deutsch-afghanischen Beziehungen, wie auch Entwicklungsfortschritte von unten kommen leider nicht zur Sprache.<a title="" href="#_ftn1">[1]</a> Aber diese Anstrengungen konnten sich gegen&uuml;ber der Gewalteskalation nicht durchsetzen. Und ihre Darstellung h&auml;tte einen doppelt so langen vierten Teil erfordert.</p>
<p>Die Dokuserie widerspricht dem hierzulande verbreitete Narrativ, wo beim Afghanistan-Kon-flikt nur von &bdquo;18 Jahren NATO-Krieg&ldquo; gesprochen wird und die 23 Jahre Interventions- und B&uuml;rgerkrieg vorher wie auch die Aufbruchsphase 2002 bis 2006 ausgeblendet werden.</p>
<p>Mein spontaner Gedanke beim Ansehen der Dokuserie war: H&auml;tten wir Ende 2001 in Bundestag und rot-gr&uuml;ner Bundesregierung bei den Beratungen zum Afghanistaneinsatz diese beeindruckende Dokumentation zur Verf&uuml;gung gehabt, dann h&auml;tte das wohl nach dem Sturz des Taliban-Regimes nicht den Willen zur Aufbauunterst&uuml;tzung geschm&auml;lert. Es h&auml;tte aber Wunschdenken d&auml;mpfen und n&uuml;chternen Realismus f&ouml;rdern k&ouml;nnen &ndash; im Hinblick auf die inner-afghanischen Gewaltpotenziale wie auf die zynische und kontraproduktive Machtpolitik des gro&szlig;en Verb&uuml;ndeten USA, dem man jetzt &bdquo;uneingeschr&auml;nkte Solidarit&auml;t&ldquo; (Bundeskanzler G. Schr&ouml;der) beweisen wollte.</p>
<p><strong>Die Dokuserie kann gerade jetzt eine gro&szlig;e Lernhilfe sein:</strong></p>
<p>- Wo Afghanistan vor einer Wegscheide steht zwischen kompliziertem Verst&auml;ndigungs- und Friedensprozess mit internationaler Unterst&uuml;tzung einerseits und einem keineswegs unwahrscheinlichen Absturz in einen zweiten B&uuml;rgerkrieg andererseits;</p>
<p>- wo eine verantwortliche Kursbestimmung der k&uuml;nftigen internationalen und deutschen Afghanistanpolitik lebensnotwendig angewiesen ist auf ein gr&uuml;ndlich-selbstkritisches Lernen aus 18 Jahren internationalem Afghanistan-Engagement.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">ZUR DOKUSERIE</span></p>
<p>Vier Folgen je 53 Minuten; Buch und Regie: Mayte Carrasco, Marcel Mettelsiefen;</p>
<p>Produzentin Christin Schutta, Produktion von LOOKSfilm in Kooperation mit NDR, Aljazeera Documentary Channel,&nbsp; u.a.&nbsp; 2019</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Filmbesprechungen</span></p>
<p>--&bdquo;<strong>Erz&auml;hlung voller Tragik</strong>&ldquo; von Ren&eacute; Martens, taz 07.04.2020, &nbsp;<a href="https://taz.de/Dokumentarserie-zu-Afghanistan/!5674557">https://taz.de/Dokumentarserie-zu-Afghanistan/!5674557</a> /</p>
<p>- &bdquo;<strong>Keine Hoffnungstr&auml;ger in Sicht</strong> &ndash; Arte zeigt, wie Afghanistan vom Hippie-Paradies zu einem zerst&ouml;rten Land wurde&ldquo;, von Niklas Zimmermann, FAZ 07.04.2020, <a href="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/die-dokumentation-afghanistan-das-verwundete-land-bei-arte-16714678.html">https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/die-dokumentation-afghanistan-das-verwundete-land-bei-arte-16714678.html</a></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Der ARTE-Text &nbsp;zur Dokuserie </span></strong><span style="text-decoration: underline;">(anschlie&szlig;end die interviewten Zeitzeugen und ihre wichtigen Aussagen)</span></p>
<p>&bdquo;Die Konflikte in und um Afghanistan haben unsere Welt immens beeinflusst. Afghanische Frauen und M&auml;nner, aber auch Menschen aus dem Westen berichten &uuml;ber ihre pers&ouml;nlichen Erfahrungen. Sie sprechen aus sehr unterschiedlichen Perspektiven und nehmen das Publikum mit auf eine Reise vom Paradies in die H&ouml;lle. Mit vielen noch nie gesehenen Archivaufnahmen.</p>
<p><strong>(1) Das K&ouml;nigreich</strong></p>
<p>Die Dokuserie zeigt meist ungesehene Archivbilder. Vor der Kamera berichten vor allem afghanische Frauen und M&auml;nner, aber auch Menschen aus dem Westen &uuml;ber ihre pers&ouml;nlichen Erfahrungen. Afghanistan in den 60er Jahren. Als die Monarchie endet und die kommunistische Partei die Macht &uuml;bernimmt, rufen die Mullahs den Jihad aus ...</p>
<p>In den 1960er Jahren herrscht Frieden in Afghanistan. Sein K&ouml;nig, Mohammed Sahir Schah, f&ouml;rdert die Demokratie und die Rechte der Frauen. In Kabul werden Modenschauen und Sch&ouml;nheitswettbewerbe abgehalten. Die ersten Touristen kommen. &Auml;hnlich wie in Paris oder Frankfurt haben auch die Studierenden der Universit&auml;t Kabul revolution&auml;re Tr&auml;ume. Einige w&uuml;nschen sich den Sozialismus, andere sprechen von einer islamischen Revolution. Ihr Konflikt breitet sich in der Gesellschaft aus und treibt die Nation an den Rand eines B&uuml;rgerkriegs. Die Monarchie geht unter, die kommunistische Partei ergreift die Macht und will Afghanistan radikal ver&auml;ndern. Tausende Afghanen protestieren. Au&szlig;ergew&ouml;hnliches Filmmaterial aus den 1960er und 1970er Jahren zeigt ein sch&ouml;nes, verloren gegangenes Afghanistan. Erz&auml;hlt wird, wie utopische Tr&auml;ume in einen nicht enden wollenden Krieg m&uuml;nden. Unter den Protagonisten: &bdquo;Miss Afghanistan 1972&ldquo;, der Bruder der letzten afghanischen K&ouml;nigin, Gulbuddin Hekmatjar, Gr&uuml;nder der ersten islamistischen Partei, und Sima Samar, erste Frauenministerin, deren Mann Opfer der brutalen Unterdr&uuml;ckung durch das kommunistische Regime wurde.</p>
<p><strong>(2) Die Sowjetarmee</strong></p>
<p>In den 80er Jahren wird Afghanistan zum Schauplatz des Kalten Krieges, zum Schlachtfeld von Sozialismus und Islam. Als die Sowjetarmee anr&uuml;ckt, um die Ordnung wiederherzustellen, steckt sie in der Falle: Zehn Jahre Kampf treiben eine Million Menschen in den Tod, Afghanistan liegt in Tr&uuml;mmern.</p>
<p>In den zerkl&uuml;fteten Bergen folgen viele Afghanen dem Aufruf zum Dschihad. Der afghanische Widerstand zieht auch viele junge M&auml;nner aus dem Ausland an. Unter ihnen: Osama bin Laden. Der Film gibt au&szlig;ergew&ouml;hnliche Einblicke in die Welt der Guerilla und der sowjetischen Soldaten. Ihr Konflikt dauert zehn Jahre und treibt eine Million Menschen in den Tod. Am Ende liegt die Nation in Tr&uuml;mmern. Die Niederlage der sowjetischen Truppen tr&auml;gt zum Zusammenbruch der Sowjetunion bei, aber auch zur Geburt des islamischen Fundamentalismus. Ein Widerstandsk&auml;mpfer berichtet, wie man die Aufmerksamkeit der westlichen Medien und Unterst&uuml;tzung aus dem Ausland gewann. Ein ehemaliger CIA-Agenten erz&auml;hlt, wie die Mudjahedin in vom US-Geheimdienst unterst&uuml;tzt wurden &ndash; entschlossen, den Sowjets &bdquo;ihr Vietnam&ldquo; zu geben. Unter den Protagonisten: ein sowjetischer Kriegskorrespondent, der F&uuml;hrer der gr&ouml;&szlig;ten Mudjahedin-Fraktion und eine &Auml;rztin im Einsatz f&uuml;r &bdquo;&Auml;rzte ohne Grenzen&ldquo;.</p>
<p><strong>(3) Mudjahedin und Taliban </strong></p>
<p>Als die sowjetischen Panzer 1989 Afghanistan verlassen, verschwindet das Land aus den Nachrichten, obwohl noch kein Frieden herrscht. Die Mudjahedin haben die m&auml;chtige Sowjetunion besiegt, aber ihnen fehlt die gemeinsame Vision f&uuml;r ihr Land. Rivalisierende Verb&auml;nde k&auml;mpfen jetzt gegeneinander. Ihr Kampf st&uuml;rzt die Nation ins Chaos und legt Kabul in Schutt und Asche. Schlie&szlig;lich verspricht eine neue Bewegung Ordnung und Frieden: die Taliban.</p>
<p>Ihr Sieg 1996 verwandelt das Land in eine Brutst&auml;tte f&uuml;r den radikalen Islam, in einen Trainingsplatz f&uuml;r Al-Kaida und in ein Gef&auml;ngnis f&uuml;r Frauen. Die Protagonisten dieser Episode sind zwei Frauen: Schukria Baraksai verlor w&auml;hrend des B&uuml;rgerkriegs ihre neugeborenen Kinder und wurde Lehrerin in einer geheimen M&auml;dchenschule; Nadia Ghulam &uuml;berlebte einen Bombenangriff, doch gegen&uuml;ber den Taliban musste sie sich als Junge ausgeben, um zu &uuml;berleben.</p>
<p>Ihre Erinnerungen zeugen von der Absurdit&auml;t dieses Krieges und der r&uuml;cksichtslosen Grausamkeit der Kriegsherren. Au&szlig;erdem kommen Mitglieder verschiedener Mudjahedin-Fraktionen, der ehemalige Finanzminister der Taliban-Regierung und ein damaliger Fernsehkorrespondent aus Kabul zu Wort.</p>
<p><strong>(4) Die NATO-Truppen</strong></p>
<p>Die letzte Episode der Serie beginnt am 11. September 2001. Als Folge des Terroranschlages auf New York m&uuml;ssen sich die Afghanen nun einem neuen Krieg stellen, denn die US-Armee r&uuml;ckt ein, um die Taliban zu st&uuml;rzen und den Al-Kaida-Anf&uuml;hrer Osama bin Laden zu stellen. Trotz allem begr&uuml;&szlig;en Millionen von Afghanen die ausl&auml;ndischen Truppen voller Hoffnung: Frauen ziehen die Burka aus, es finden freie Wahlen statt, Fl&uuml;chtlinge kehren zur&uuml;ck und Milliarden von Dollar flie&szlig;en in den Wiederaufbau. Doch Afghanistan gelingt es nicht, dem endlosen Kreislauf der Gewalt zu entkommen. Ehemalige Kriegsherren ziehen ins Parlament ein, diesmal mit dem Segen der Vereinigten Staaten. Andere, wie die Taliban-F&uuml;hrer, werden ausgeschlossen, was den Anlass f&uuml;r einen erneuten Aufstand bietet. Die Korruption grassiert. Die NATO-Truppen wiederholen viele der Fehler der Sowjets. Afghanistan bleibt in Gewalt gefangen, wird zum Platz unz&auml;hliger Selbstmordattentate. Zu den Protagonisten dieser Episode geh&ouml;ren ein fr&uuml;heres Mitglied der Taliban-Regierung, der US-General Stanley McChrystal und drei Frauen, die f&uuml;r die Hoffnung Afghanistans stehen, den Fluch der Gewalt endlich zu brechen.&ldquo;</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">INTERVIEWPARTNER </span></strong></p>
<p>- <strong>Hashmat Ghani</strong>, Stammesf&uuml;hrer, Politiker, geh&ouml;rte der Elite in Kabul an</p>
<p>- <strong>Masood Khalili</strong>, afghanischer Widerstand gegen die Sowjetinvasion, Freund und Berater des Mudjahedin-Kommandeurs Ahmad Shah Massoud, beim Bombenanschlag auf Massoud am 9. September 2001 schwer verwundet, Diplomat, Linguist, Schriftsteller</p>
<p>-- <strong>Zohra Yousouf</strong>, Miss Afghanistan 1972, Journalistin, Medienberaterin der afghanischen First Lady</p>
<p>- <strong>Shakria Barakzai</strong>, 2003 beteiligt an der Erarbeitung der Verfassung, seit 2004 Mitglied des afghanischen Parlaments, islamische Feministin; 2014 &uuml;berlebte sie ein Selbstmordattentat mit neun Toten und &uuml;ber 30 Verwundeten</p>
<p>- <strong>Gulbuddin Hekmatyar</strong>, aufgewachsen in Imam Shahib/Provinz Kunduz, Begr&uuml;nder und langj&auml;hriger F&uuml;hrer der ersten und gr&ouml;&szlig;ten islamistischen Partei Afghanistans (Hesb-i Islami), bewaffneter Widerstand seit 1975, erst gegen das Regime von Mohammed Doaud Khan in Kabul, dann gegen die Sowjets, im B&uuml;rgerkrieg &bdquo;Schl&auml;chter von Kabul&ldquo;, Premierminister 1993-94, nach 2002 nach Taliban zweitst&auml;rkste Aufst&auml;ndischengruppe, 2016 Friedensab-kommen mit der Regierung Ghani und Amnestie, <a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2017-05/gulbuddin-hekmatjar-afghanistan-frieden-aufruf-kabul">https://www.zeit.de/politik/ausland/2017-05/gulbuddin-hekmatjar-afghanistan-frieden-aufruf-kabul</a></p>
<p>&nbsp;- <strong>Homayoun Assefi</strong>, Bruder der letzten afghanischen K&ouml;nigin</p>
<p>- <strong>Farif Mazdak</strong>, 1974-1992 Vorstandsmitglied der afghanischen KP in Kabul, seit 1995 Exil in Deutschland</p>
<p>- <strong>Sima Samar</strong>, &Auml;rztin, Frauenrechtlerin,&nbsp; 2001-02 Ministerin f&uuml;r Frauenangelegenheiten, ab 2002 Vorsitzende der Afghanischen Unabh&auml;ngigen Menschenrechtskommission ( Interview nach zwei Jahren Begleitung durch ARD-Korrespondenten, 26.12.2015, <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/afghanistan/afghanisches-tagebuch-sima-samar-101.html">https://www.tagesschau.de/ausland/afghanistan/afghanisches-tagebuch-sima-samar-101.html</a> )</p>
<p>- <strong>Zbigniew Brzezinski</strong>, Nationaler Sicherheitsberater der USA</p>
<p>- <strong>Mikhail Kozhukov</strong>, 19?5-1989 Korrespondent der sowjetischen &bdquo;Komsomolskaja Prawda&ldquo; in Kabul</p>
<p>- <strong>Milton Bearden</strong>, 1964-98 CIA-Offizier, u.a. CIA Station Chief in Pakistan, Nigeria, Sudan, Deutschland, in Pakistan 1986-89 CIA-Field-Officer in Afghanistan, zentrale Rolle bei Training und Finanzierung der Mudjahedin</p>
<p><strong>- Ruslan Aushew</strong>, Ex-Major der Sowjetarmee</p>
<p><strong>- Edward Giradet</strong>, Journalist, einer der ersten, die aus dem Afghanistankrieg berichteten</p>
<p>- <strong>Juliette Four</strong>&nbsp;&nbsp; , Leiterin der &bdquo;&Auml;rzte ohne Grenzen&ldquo; Mission in Afghanistan</p>
<p><strong>- Wladimir Kolesnik</strong>, ehemaliger sowjetischer Milit&auml;rpilot</p>
<p><strong>- Amin Karim</strong>, Mitglied des afghanischen Widerstandes</p>
<p>- <strong>Abdallah Anas</strong>, algerischer Foreign Fighter gegen die Sowjetinvasion</p>
<p>- <strong>Nadia Ghulam</strong>, 1985 in Kabul geboren; als Siebenj&auml;hrige im B&uuml;rgerkrieg von einer Bombe so verbrannt, dass sie von &Auml;rzten aufgegeben wurde; ihre Mutter heilte sie mit Asche; sp&auml;ter &nbsp;verkleidete sie sich als Junge</p>
<p>- <strong>Heela Nadjibullah</strong>, Tochter des letzten kommunistischen Pr&auml;sidenten Afghanistans</p>
<p>- <strong>Taysir Alony</strong>, syrischer Journalist, TV-Korrespondent von Al-Jazira in Kabul 1999-2001, interviewte Osama bin Laden zu Beginn der US-Intervention vor seinem Untertauchen</p>
<p>- <strong>Stanley McChrystal</strong>, US-General, zwischen 2002 und 2010 in Afghanistan, 2009-10 ISAF-Komandeur, 2003-2008 Kommandeur des US Joint Special Operations Command (F&uuml;hrung von Spezialoperationen in Irak + Afghanistan)</p>
<p>- <strong>Agha Jan Motasim</strong>, 1996-2001 Finanzminister der Taliban-Regierung</p>
<p>- <strong>Nilofar Ibrahimi</strong>, studierte nach dem Ende des Taliban-Regimes Medizin, &Auml;rztin, seit 2010 Mitglied des afghanischen Parlaments</p>
<p>- <strong>Ramazan Bashardost</strong>, 2004-05 afghanischer Planungsminister</p>
<p>- <strong>Emily Miller</strong>, Hauptmann US-Army bis 2013</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">WICHTIGE AUSSAGEN DER ZEITZEUGEN</span></strong></p>
<p><strong>In der 1. Folge &bdquo;Das K&ouml;nigreich&ldquo;</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">S. Barakzai</span>: &bdquo;Kabul war (in den 1960er Jahren eine moderne Stadt, Restaurants, Jazzmusik. Vermutlich war es besser als in Europa.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">H. Ghani</span>: &bdquo;Die meisten Menschen werden nicht glauben, dass Afghanistan damals Branntwein und Wein produzierte. (&hellip;) Das Hotel Interconti&nbsp; hatte den besten Nachtclub. F&uuml;r ein islamisches Land waren wir wohl das aufgeschlossenste Land der Region.&ldquo;</p>
<p>&nbsp;&bdquo;40 Familien beherrschten das Land. Die meisten von ihnen verhielten sich leider wie britische Aristokraten. Sie waren gro&szlig;artig f&uuml;r die St&auml;dte. Aber die Menschen in den D&ouml;rfern haben sie vor den Kopf gesto&szlig;en.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Z. Yousouf</span>: &bdquo;Die herrschende Klasse Afghanistans machte sich keine Gedanken &uuml;ber ihre Wirkungen. Leider haben wir aufgrund der Klassenunterschiede die Realit&auml;ten nicht erkannt.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">S. Samar</span> (<em>Ende 1960er Jahre weltweite Studentenrebellion</em>): Frauenbewegung gab es &uuml;berall, auch in Afghanistan kamen diese Ideen auf. Ich musste heiraten, um studieren zu k&ouml;nnen. Ich glaube, dass wir schon Feministinnen waren, ohne das Wort Feministin zu kennen. Mein Mann hat an der Universit&auml;t unterrichtet. Von Anfang an sagte ich ihm, dass ich keine gehorsame Ehefrau &nbsp;sein kann. Ich kann eine gute Freundin sein. Und wir m&uuml;ssen beide 50% der Rechte haben. Wir hatten also beide wirklich 50%. Und wir waren innerhalb der Familie ber&uuml;hmt daf&uuml;r.&nbsp; Wenn Angeh&ouml;rige uns sahen, haben sie gefragt, wie geht es den anderen 50%.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">F. Mazdak</span> (<em>Die afghanischen Kommunisten predigen Gleichheit zwischen M&auml;nnern und Frauen, viele kommen aus bescheidenen Verh&auml;ltnissen und wollen soziale Gerechtigkeit. Sie tr&auml;umen von einer Revolution, wie in Russland oder auf Kuba</em>.): &bdquo;In dieser Zeit waren wir haupts&auml;chlich Tagtr&auml;umer. Wir hatten diese utopische Vorstellung von unserem Land. Wir waren eher idealistisch als realistisch. (&hellip;) F&uuml;r uns war es das wichtigste, unser Land zu ver&auml;ndern. Die junge Generation wollte sogar eine &Auml;nderung in der Religion.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">G. Hekmatyar</span>: &bdquo;Bei den Veranstaltungen h&ouml;rte ich erstmals eine Rede, die die Existenz Gottes leugnete. Ich erkannte, dass die Kommunisten gekommen waren, uns unseren Glauben zu nehmen. (&hellip;) Ich habe beschlossen, dass wir diese Leute bek&auml;mpfen m&uuml;ssen.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">S. Barakzai</span>: &bdquo;Die islamistischen Revolution&auml;re beschuldigten die Kommunisten. Diese wiederum beschuldigten die anderen. Dieses Beschuldigungsspiel zwischen Linken und Rechten fand von Anfang an statt. Beide waren extrem unreif, unreif, ein Land, ein Volk zu f&uuml;hren, unreif den gro&szlig;en Wert der nationalen Einheit des Volkes zu bewahren.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">S. Samar</span> (<em>nach der April-Revolution 1978</em>): &bdquo;Es war die brutalste Zeit in der Geschichte des Landes, Tausende Menschen aus allen Gesellschaftsschichten wurden mitgenommen und verschwanden.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">G. Hekmatyar</span>: &bdquo;In den allerersten Tagen, in denen sie an der Macht waren, begannen sie zu t&ouml;ten. , begannen mit Massenverhaftungen und Misshandlungen gegen jeden, von dem sie sich bedroht f&uuml;hlten. Jeder, der einen Gebetsteppich trug, jeder mit einem Bart (&hellip;) einer nach dem anderen wurde ermordet.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">M. Khalili</span>.: &bdquo;Bei den Kommunisten war der beste Muslim derjenige, der get&ouml;tet war. Es gab Tausende, die in Afghanistan ihr Leben verloren. (&hellip;) Es war einfach, jemanden umzubringen mit der Rechtfertigung, dass es ein Muslim war. Meine Familie, die Familie meiner Frau verlor 16 Mitglieder einschlie&szlig;lich ihres Vaters in einer Nacht, erschossen von den Kommunisten.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">S. Barakzai</span>: &bdquo;Ich erinnere mich, als ich gerade in der 4. Klasse, fast neun Jahre alt war, dass es da eine Propaganda gab, dass sie dich in der Schule verhaften, wenn du betest.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">S. Samar</span>: Mein Mann war ein normaler Lehrer in der naturwissenschaftlichen Fakult&auml;t. Sie kamen zu unserem Haus und nahmen meinen Mann --- Sie kamen herein. Es war eine Gruppe von Leuten, die von Sch&uuml;lern angef&uuml;hrt wurde. Und er ist nie zur&uuml;ckgekommen. Ich habe nie wieder von ihm geh&ouml;rt.&ldquo;</p>
<p>(<em>Nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen</em>) &bdquo;Es gab viele Proteste. Ich nahm mit meiner Schwester teil. Viele Leute riefen &bdquo;Allahu Akbar&ldquo; (&bdquo;Gott ist gro&szlig;&ldquo;).</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">G. Hekmatyar</span>: Als die Sowjetunion in Afghanistan einmarschierte, waren wir gr&uuml;ndlich vorbereitet. Viele Mudjahedin waren bewaffnet und ein gro&szlig;er Teil des Landes unter unserer Kontrolle.&ldquo;</p>
<p><strong>In der 2. Folge &bdquo;Die Sowjetarmee&ldquo;</strong></p>
<p>(<em>Das Land steht am Rand eines B&uuml;rgerkrieges. Breite Bev&ouml;lkerungsproteste gegen den brutalen gesellschaftlichen Umbau unter den Kommunisten. &bdquo;Afghanistan muss ein sozialistischer Staat bleiben</em>.)</p>
<p>&nbsp;<span style="text-decoration: underline;">R. Aushew</span>: &bdquo;Wir, das Milit&auml;r, wollten alle nach Afghanistan. Geschickt werden. Wir dachten, dass wir dem afghanischen Volk helfen m&uuml;ssen. So haben wir es doch wahrgenommen, dass wir den armen Bauern helfen sollten, das Land aufzubauen. Ich erinnere mich, dass ich am 21. Januar 1980 auf dem Flugplatz Baghram landete, als w&auml;re ich in einer Welt aus Tausendundeiner Nacht gelandet. Ich dachte, das Land w&uuml;rde uns, die Sowjets, mit Freude aufnehmen. Aber es war das Gegenteil. Ich sah es schon an ihren Augen, wie sie uns anschauten.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">S. Samar</span>: &bdquo;Die Sowjets kamen, um dieses Regime zu unterst&uuml;tzen. Wie konnte man einen Einmarsch guthei&szlig;en, der das brutale Regime unterst&uuml;tzt? Ich habe an einer medizinischen Fakult&auml;t studiert und geh&ouml;rte zum Widerstand. Wir verteilten Flugbl&auml;tter. Wir schrieben in der Nacht an die Wand &bdquo;Tod den Russen&ldquo;, &bdquo;Raus aus unserem Land&ldquo; usw.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">M. Khalili</span>: &bdquo;Wir sind starke Muslime, aber wir sind nicht islamistisch und nicht fanatisch.</p>
<p>Aber wenn immer es eine Invasion gab, haben wir uns im Namen des Dschihad mobilisiert</p>
<p>Dschihad bedeutet &bdquo;Kampf f&uuml;r die Freiheit&ldquo;. Ich dachte, die Russen h&auml;tten keinen Glauben, seien gottlos. Ich wollte nicht unter Kommunisten sein, ichwollte bei meinem Volk sein. Also schloss ich mich dem Krieg an.&ldquo;</p>
<p><em>(Die Islamisten verwandeln den Widerstand in einen Heiligen Krieg, den Dschihad.)</em></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">M. Khalili</span>: &bdquo;Wenn man f&uuml;r seinen Traum einsteht, gewinnt man. Denn dann hat man Hoffnung. Wenn man Hoffnung hat, lebt man. Wenn man keine Hoffnung hat, stirbt man in jeder einzelnen Minute.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">M. Bearden</span>: &bdquo;Wir waren schockiert &uuml;ber die sowjetische Invasion. Denn einige in der CIA dachten, dass dies selbst aus sowjetischer Sicht keine gute Idee sei. Und dennoch marschierten sie ein.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Z. Brzezinski</span> (einen Tag nach der Invasion Empfehlung an den Pr&auml;sidenten): &bdquo;Wir haben jetzt eine historische Chance, :der Sowjetunion ihr Vietnam zu geben.&ldquo; (<em>In Pakistan hielt er eine historische Rede an die Mudjahedin.)</em></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">M. Bearden</span>: Von hier an sind wir die CIA, in Aktion getreten, und haben nicht mehr losgelassen. Und also fingen wir an, 10, 15, 20 Millionen Dollar, um ein paar Waffen zu kaufen. Und es wurden immer mehr und mehr. Weitere 20 Millionen, weitere 100 Millionen. Es waren immer noch Peanuts. Das ist nicht viel Geld. Aber wir fingen a, etwas zu ver&auml;ndern.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">M. Khalili</span>: &bdquo;Wenn man 100 Panzer zerst&ouml;rt und nicht dar&uuml;ber in den Medien berichtet wird, ist nichts passiert. Ich eilte also nach Pakistan und versuchte alle Journalisten zu finden. Manchmal &uuml;bertrieb ich, um sie anzulocken. &acute;Wir haben 25 Panzer zerst&ouml;rt&acute;`&nbsp; Dabei war`s nur einer. Wir haben 100 Soldaten get&ouml;tet, dabei waren es vielleicht nur zwei.&ldquo;</p>
<p>(Zugleich riesige sowjetische Investitionen, um die Entwicklung des Landes voranzutreiben.</p>
<p>Frauen haben ann&auml;hernd die gleichen Rechte wie M&auml;nner)</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">S. Samar</span>: &bdquo;Die Regierung f&ouml;rderte Frauen auf ihre Weise. Sie ermutigte sie, auf die B&uuml;hne zu kommen, um zu singen. Sie sprach von der Freiheit der Frauen. Die Mudjahedin hatten hingegen den Frauen leider nichts zu bieten, au&szlig;er sie zu verpr&uuml;geln. Die sollten den Niqab tragen, nicht arbeiten. Als die Regierung sagte &bdquo;Bildung f&uuml;r Frauen&ldquo;, war ihre Antwort &bdquo;keine Bildung f&uuml;r Frauen&ldquo;. &bdquo;Freiheit f&uuml;r Frauen&ldquo; - &bdquo;keine Freiheit f&uuml;r Frauen&ldquo;. Beide Seiten benutzten Frauen als politisches Werkzeug.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">M. Kozhukov</span>.: Die Soldaten waren meist Jungen aus russischen und ukrainischen D&ouml;rfern, die noch nie Berge gesehen hatten. Sie hatten noch nie was anderes gesehen als eine kleine Stadt, in der sie zur Schule gegangen waren. F&uuml;r sie war es nat&uuml;rlich eine v&ouml;llig andere Welt. Und im Vergleich zu den erwachsenen Mudjaheddin, die in den Bergen zuhause waren, nat&uuml;rlich unterlegen. Man konnte sie nicht miteinander vergleichen.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">M. Bearden</span>.: &bdquo;Um den Afghanen zu helfen, wurden sie in Fundamentalisten und Moderate unterteilt. (&hellip;) Sie alle waren ziemlich fundamentalistisch bei dem, was sie gegen die sowjetische Invasion unternehmen wollten. Massoud war der Liebling der Franzosen und Briten. Hekmatyar hingegen wurde im Westen nicht verstanden. Man sah in ihm eine Bestie. Aber ist wahrscheinlich einer der brilliantesten &ndash; im negativen Sinne &ndash; aller Mudjaheddin-F&uuml;hrer. Ich konnte einige seiner sehr engen Mitstreiter bezahlen. Er nahm die Hilfe bereitwillig an. Er wollte aber nicht, dass wir uns einmischen.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">F. Mazdak</span> (<em>Nach sechs Jahren sowjetische Armee in einer Sackgasse</em>): Man wei&szlig; nicht, wer der Feind ist und wo er sich versteckt. Wenn der Feind ohne richtige Uniform gegen einen k&auml;mpft, dann k&auml;mpft man am Ende gegen jeden, der vor einem steht. Das macht den Feind st&auml;rker. Er bekommt die Unterst&uuml;tzung derer, die du verletzt hast.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">W. Kolesnik</span>: Ich habe zwei Jahre gedient und kann immer noch nicht unterscheiden, wer die Zivilisten und wer die Feinde sind. Vor einem halben Jahr gerieten einige von uns in einen feindlichen Hinterhalt. Nur vier Kameraden &uuml;berlebten. Stellen Sie sich vor, K&ouml;pfe wurden abgetrennt, Gliedma&szlig;en abgehackt. Sie wurden mit Schraubenziehern und Messern durchbohrt, Augen ausgestochen. Das erste, das du f&uuml;hlst, wenn dein Freund stirbt: Rache! Du willst mit deinem Maschinengewehr ballern!</p>
<p>Korrespondent: &nbsp;&bdquo;Es ist nicht so, dass der Krieg einen gurten Menschenschlecht macht. Aber er kann den guten Menschen noch besser und den schlechten Menschen noch schlechter machen.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">A&nbsp; Karim</span>: &bdquo;Wenn man get&ouml;tet wird, wird man ein M&auml;rtyrer. Kommt in den Himmel. Also gewinnt man. Im Kampf zu t&ouml;ten, bedeutet Ruhm. Es gibt also keine Niederlage und du hast keine Angst.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">S. Samar</span>: &bdquo;Wieviel Kraft hat man als Mensch? Wie belastbar man sein kann? Wieviel Kraft kann man aufbringen, um das alles zu &uuml;berstehen? Und ich denke, wir m&uuml;ssten doch platzen, zerbersten von all dem Schmerz.</p>
<p><em>(Wachsender religi&ouml;ser Fanatismus in Peshawar/Pakistan)</em></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">M. Bearden</span>: &bdquo;Viele von ihnen werden als Fanatiker bezeichnet. Doch in jedem Menschen steckt tief in seinem Innern ein Fanatiker. Wenn man 120.000 Soldaten schickt, eine Million Menschen t&ouml;tet, eineinhalb Millionen verwundet und f&uuml;nf Millionen ins Exil treibt, dann wird man vielleicht ein wenig fanatisch.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">S. Samar</span>: &bdquo;Sie w&auml;hlten die konservativste Gruppe von Menschen aus, trainierten sie und machten sie zu Monstern. Nur um die UdSSR zu loszuwerden.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">R. Aushew</span>: (1986 ahnte die Regierung in Moskau, dass es unm&ouml;glich sein wird, gegen eine Guerilla zu gewinnen, die von der Bev&ouml;lkerung unterst&uuml;tzt und vom Westen sowie der arabischen Welt bewaffnet wird.) &nbsp;&bdquo;Es ist unm&ouml;glich, einen Krieg gegen das Volk zu gewinnen. Erst Recht nicht in einem Partisanenkrieg. Das ist keine Mission f&uuml;r eine Armee.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">M. Bearden</span> (<em>KPdSU-Generalsekret&auml;r Gorbatschow will R&uuml;ckzug. F&uuml;r US-Pr&auml;sident Reagan ist die UdSSR das &bdquo;Reich des B&ouml;sen</em>&ldquo;): &bdquo;Bis zu diesem Punkt bestand die US-Politik darin, die Sowjetunion auszubluten, bis zum letzten Afghanen zu k&auml;mpfen. Jetzt wollte man ihnen alles geben, was sie brauchten, um zu gewinnen.&ldquo; Der CIA-Chef fragte mich: &bdquo;Ich gebe Ihnen dieses Jahr eine Milliarde Dollar. Ist das genug? Ich sagte: &bdquo;lassen Sie es mich versuchen&ldquo;. So begann die CIA, die Sache wirklich in Angriff&nbsp; zu nehmen nach dem Motto &bdquo;Zur H&ouml;lle mit der Geduld! Lasst uns rausgehen und Russen erschie&szlig;en.&ldquo; (<em>Jetzt wurden die schultergest&uuml;tzten Stinger-Flugabwehrraketen geliefert &ndash; und die Luftherrschaft der Sowjets gebrochen)</em></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">M. Bearden</span>: Was kostete der CIA-Einsatz von Dezember 1079 bis Februar 1989? F&uuml;nf bis sechs Milliarden Dollar. Das sind heute ein Monat unserer Bem&uuml;hungen in Afghanistan, ohne Aussicht auf Erfolg, nur ein Monat.</p>
<p><em>(Der Krieg hinterl&auml;sst rauf sowjetischer Seite 15.000 Tote und eine Million afghanische Opfer. 1988 einigen sich Reagan und Gorbatschow auf den Abzug der sowjetischen Truppen. Die Waffenlieferungen gehen weiter. Und das Genfer Abkommen sieht keine Friedensstrategie f&uuml;r Afghanistan vor. </em></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">G. Hekmatyar</span>: Bei den Verhandlungen &uuml;ber den Abzug der sowjetischen Streitkr&auml;fte aus Afghanistan waren die Mudjahedin zwischen waren die M&nbsp; nicht anwesend. Warum? Wir sind wieder einmal zu einem Spielball zwischen Washington und Moskau geworden.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">M. Kozhukow</span>: &bdquo;Wenn die Amerikaner sich zum Ziel gesetzt hatten, eine Art Vietnam f&uuml;r die Russen zu schaffen, dann &nbsp;haben sie das erreicht. Aber das hat ein Nachspiel:</p>
<p>Die Sowjetunion ist zusammengebrochen. Aber jetzt haben wir ISIS. ISIS ist aus Al Qaida hervorgegangen. Al Qaida ist aus den Taliban hervorgegangen. Und die Taliban sind aus den Mudjahedin hervorgegangen, gro&szlig; gemacht von der CIA, von den Vereinigten Staaten.</p>
<p>Unsere Schuld ist immens. Aber sie ist vergleichbar mit der Schuld der Vereinigten Staaten.&ldquo;</p>
<p><strong>In der 3. Folge &bdquo;Mudjahedin &ndash; Taliban&ldquo;</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">M. Khalili </span>(beim Abzug der sowjetischen Truppen): Bei ihrem Abzug fiel mir auf, sie waren gl&uuml;cklich. Auch die Soldaten wollten nicht in Afghanistan bleiben und das Land verlassen, um nicht mehr t&ouml;ten zu m&uuml;ssen oder get&ouml;tet zu werden. Bald darauf waren wir aber wieder gefangen, von einem scheu&szlig;lichen Krieg heimgesucht.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">N. Ghulam</span>: Ich wurde w&auml;hrend der sowjetischen Besatzung geboren. Zu dieser Zeit war in Kabul alles normal. Die Menschen dort lebten in Frieden und es gab nicht so viele Probleme. (&hellip;) Der Krieg war f&uuml;r mich nicht sehr pr&auml;sent. Auch wenn das Land darunter litt, dachte ich, er w&uuml;rde mich nie erreichen. Er findet in den D&ouml;rfern statt, auf dem Land. Aber an mein Haus oder den Arbeitsplatz meines Vaters w&uuml;rde er nie herankommen.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">S. Barakzai</span>: Alsdie letzten sowjetischen Soldaten die Grenze &uuml;berquerten, f&uuml;hlten wir uns so frei. Unser Land geh&ouml;rte wieder uns. Ich war 19 Jahre alt und Studentin. Wir dachten, das ein Kapitel abgeschlossen ist und ein neues beginnen kann. Ein gutes, das der Bev&ouml;lkerung Afghanistans geh&ouml;ren wird. Wir werdenunser Leben wieder genie&szlig;en. So wie vor der Besatzung.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">H. Najibullah</span>: &bdquo;Nachdem&nbsp; mein Vater Pr&auml;sident geworden war, wollte er Vers&ouml;hnung.</p>
<p>Dieser Begriff war neu f&uuml;r mich. Er nahm seine politzische Ideologie nie mit nach Hause, um uns zu indoktrinieren. Ich fragte ihn, was soll das bedeuten, worum geht es bei Vers&ouml;hnung? Er hatte die Vision, das Land in den Frieden zu f&uuml;hren, und einen Ausweg aus dem Konflikt zwischen Dschihad &nbsp;und Kommunismus zu finden. Er sagte, es gibt Unterschiede zwischen traditionellen und progressiven Ans&auml;tzen. Wie kann man Frauen mit ins Boot holen? Wie kann man Kommandanten und Soldaten integrieren? Setzen Sie sich mit mir zusammen und wir werden L&ouml;sungen finden.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">S. Barakzai</span>: &bdquo;Sie griffen sich w&auml;hrend des B&uuml;rgerkrieges mit Raklenen an. Sie kamenm erst von Hekmatyar, dann von Massoud. Beide Seiten k&auml;mpften.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">N. Ghulam</span>: &bdquo;Sie haben uns benutzt, um sich gegenseitig zu bekriegen, wie zwei Feiglinge, Statt sich gegen&uuml;ber zu treten, haben sie sich Kinder und Frauen geschnappt und sich in den H&auml;usern der Menschen versteckt.&nbsp; In meinem Land gibt es viele W&uuml;sten und Berge, sie h&auml;tten dahin gehen k&ouml;nnen, um sich gegenseitig umzubringen. Aber nein, die Zivilbev&ouml;lkerung musste leiden.</p>
<p>Ich wartete im Zimmer auf meine Mutter und sah mir Comicas an. Und pl&ouml;tzlich fiel eine Bombe genau in meinen Raum. Diese Bombe verbrannte meinen K&ouml;rper. Sie &Auml;rzte, die bnoch dort waren, versorgten nur diejenigen, die eine Chance hatten zu &uuml;berleben. Mich wollten sie aufgeben. Sie dachten, ich w&uuml;rde es nicht schaffen. Die Mama lief von Haus zu Haus, sammelte alte Kleider und Baumwolle und verbrannte sie. Mit der Asche kam sie ins Krankenhaus und streute sie auf jede einzelne meiner Wunden, um die Blutungen zu stoppen. So heilte meine Mutter meinen K&ouml;rper.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">M. Khalili:</span> &bdquo;Der Kommandant fragte mich: Wo sind unsere Freunde, die uns im Krieg gegen die Sowjets geholfen haben? Die NATO, Amerika, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien. Wo sind sie?` Ich wei&szlig; es nicht.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">A. S. Massoud</span>: &bdquo;Mein Gef&uuml;hl ist, dass die UNO und die Westm&auml;chte an Afghanistan nur interessiert waren, solange wir gegen die UdSSR und den Kommunismus, den gemeinsamen Feind k&auml;mpften. Danach haben sie das Interesse verloren. Sie haben uns im Stich gelassen&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">M. Bearden</span>: &bdquo;Afghanistan war weit weg, nicht pr&auml;sent. Und dann fingen sie wieder an zu k&auml;mpfen. Einige im Au&szlig;enministerium fanden, dass man ihnen nicht mehr helfen k&ouml;nne. Also zogen wir uns zur&uuml;ck. Ich traf George Bush im Oval Office.&nbsp; Jemand sagte: &acute;Sie erinnern sich, was in Afghanistan war? Bush sagte: &acute;&Iacute;st das in Afghanistan etwa immer noch im Gange?`</p>
<p>Ich sagte: &acute;O ja, nat&uuml;rlich ist das noch im Gange`.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">N. Ghulam</span>: &bdquo;Wir lebten in Tunneln unter unsren H&auml;usern, in winzigen Unterschl&uuml;pfen. &nbsp;Monatelang. Ohne Wasser und Lebensmittel. Wann immer sie kamen, taten sie, was ihnen gefiel.&nbsp; Sie nahmen Frauen und kleine M&auml;dchen einfach mit. Sie t&ouml;teten&nbsp; sie vor ihren Familien. Sie taten, was immer sie wollten. Niemand fragte Warum?&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">S. Barakzai</span>: Das werde ich ihnen nie verzeihen. Weil sie unseren Traum zerst&ouml;rt haben, nicht nur unser Land, die Hoffnung, die wir hatten. Die Liebe, die wir f&uuml;r sie empfanden, das Mitgef&uuml;hl, das Verst&auml;ndnis. Sie waren Helden, auf die wir gewartet hatten und die wir unbedingt kennenlernen wollten-. Sie sollten kommen und uns vom Schmerz befreien. Aber dann? Es war ein Trauma.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">N. Ghulam</span>: &bdquo;Wenn man im Krieg ist, kann man zu einem wilden Tier werden. Um sein eigenes Leben zu retten, frisst man den anderen auf. Es stimmt, was man sagt: Der Mensch ist des Menschen Wolf. Der Krieg ver&auml;ndert alles.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">A.J. Motasim</span> (<em>Entstanden sind die Taliban in Kandarhar. Dort beschlossen muslimische Geistliche, alles zu tun, um ihre Ordnung wiederherzustellen</em>.) &bdquo;Wir sa&szlig;en zusammen und haben uns beraten. Unser Ziel war es, eine starke Regierung zu bilden, die dem Volk dient. Die einfachen Menschen in Afghanistan haben uns angesprochen und gesagt, dass wir gute Mudjahedin sind. Alles wird zerst&ouml;rt, gestohlen, Menschen werden get&ouml;tet.</p>
<p>Dann haben wir, die Taliban, einen Aufstand organisiert und eine Bewegung gegen alle Mudjahedin-Gruppen gegr&uuml;ndet.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">T. Alony</span>: &bdquo;Innerhalb von zwei Jahren schafften es die Taliban, einen Gro&szlig;teil des Landes zu erobern. Denn sie sind Kleriker, Religionsstudenten, niemand wollte gegen Geistliche k&auml;mpfen.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">S. Barakzai</span>: &bdquo;Die Menschen litten sehr stark unter dem B&uuml;rgerkrieg. Es ist erstaunlich, dass die Taliban damals von den Menschen willkommen gehei&szlig;en wurden.</p>
<p>Die Taten widersprachen v&ouml;llig ihren Versprechungen. Sie sagten, dass sie Gerechtigkeit bringen werden. Aber sie t&ouml;teten den ehemaligen Pr&auml;sidenten ohne Gerechtigkeit, ohne Gericht.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">N. Ghulam</span>: &bdquo;Als die Taliban kam, endete der B&uuml;rgerkrieg und sie brachten uns Frieden. Aber sie nahmen uns die Freiheit. Frauen durften ihre H&auml;user nicht verlassen, mussten sich bedecken, nicht arbeiten, nicht studieren. Und niemand durfte ihr Haus betreten.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">S.Barakzai</span>: &bdquo;Als die Taliban mich auf der Stra&szlig;e geschlagen haben und mich fragten, warum ich ohne m&auml;nnliches Familienmitglied auf der Stra&szlig;e sei, ohne meinen Nachbarn. Ich war nicht streitlustig, aber ich musste ihnen etwas entgegnen. Ich sagte, ich habe versucht, jemand auf dem Gebrauchtwarenmarkt zu finden, &nbsp;aber ohne Erfolg. Darauf schlugen sie mich noch mehr. Mitten auf der Stra&szlig;e, mindestens 200 Augenzeugen, ohne Grund. Diese Bestrafung war ein Weckruf. Aufwachen! Und ich bin aufgewacht. Ich begann im Untergrund zu unterrichten. Den M&auml;dchen erkl&auml;rte ich: Seht mal M&auml;dchen, so seid ihr nicht wirklich. Als ich in eurem Alter war, war ich eine gute Basketballerin, eine gute Volleyballerin, h&ouml;rte Musik, und ich konnte gut schreiben. Sie sahen mich auf eine sehr seltsame Weise an. &acute;Wie ist das m&ouml;glich? Haben Sie einen Rock getragen? Haben Sie nie den Kopf bedeckt?` Ich: &acute;Das war normal`.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">N. Ghulam</span>: &bdquo;Mein Bruder war tot, &nbsp;mein Vater krank, meine Schwestern waren klein, meine Mutter hatte nie in ihrem Leben gearbeitet. Ich dachte: Gut, wenn nur M&auml;nner arbeiten durften, werde ich mich eben wie ein Mann kleiden und meine Familien ern&auml;hren. Ich lebte in Angst, aber ich lebte. Ich lernte alle Regeln der Taliban kennen und wusste, was sie wollten. So lebte ich w&auml;hrend des Taliban-Regimes. Einige Taliban waren gute Menschen, die auch Frieden wollten. Es gab abe auch Psychopathen, die einfach nur t&ouml;ten wollten, um ein Leben zu beenden. Da liegt daran, dass sie Waisen waren, Waisen des B&uuml;rgerkriegs. Sie haben ihre Eltern sterben sehen, ihre Liebsten. Es geschah vor ihren Augen. Sie sind im Glauben aufgewachsen, das Leben ist vorbei.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">T. Alony</span>: &bdquo;Eines Tages k&uuml;ndigte man eine Hinrichtung im Fu&szlig;ballstadion an. Es gelang mir, eine kleine Kamera einzuschmuggeln. Es war verboten. 30.000 Menschen sagen zu. Es war schockierend f&uuml;r mich. Als es vorbei war, fragte ich einen Taliban, warum sie so sehr auf der Todesstrafe bestehen. Wenn sie doch fast &uuml;berall auf der Welt abgeschafft wird? Er antwortete, es steht im Koran geschrieben &acute;Auge um Auge, Zahn um Zahn` Und au&szlig;erdem ist es Teil der afghanischen Kultur. Der Afghane braucht Rache.&ldquo; (&hellip;)</p>
<p>(<em>Wenige Monate, bevor die Taliban in Kabul einmarschierten, verwies der Sudan Osama bin Laden des Landes wegen Terrorverdacht</em>.) &bdquo;Die Taliban empfingen Osama bin Laden als Gast. Er erhielt den Status eines politischen Fl&uuml;chtlings ohne weitere Rechte. Bin Laden ignorierte das und begann, M&auml;nner aus der ganzen arabischen Welt zu rekrutieren und zu schulen. Damit brachte er die Taliban gegen sich auf. Aber sie taten nichts dagegen, da sie das, was er in der Vergangenheit f&uuml;r Afghanistan getan hatte, respektierten.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">M. Khalili</span>: (<em>Europareise von Ahmad S. Massoud im April 2001</em>) In Frankreich &uuml;berbrachte A. Massoud Amerika die Botschaft, dass Osama bin Laden und Al Qaida eine Bedrohung f&uuml;r sie alle sein werden.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Ahmad Shah Massoud</span>: &bdquo;Meine Botschaft an Pr&auml;sident Bush lautet wie folgt: Wenn er nict am Frieden in Afghanistan interessiert ist, wenn er dem afghanischen Volk nicht hilft, den Frieden zu erreichen, dann haben die Amerikaner und der Rest der Welt ein Problem. (4.April)</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">T. Alony</span>: &bdquo;Seit M&auml;rz gab es das Ger&uuml;cht, dass Bin Laden einen Anschlag vorbereitet, der viele amerikanische Opfer fordern w&uuml;rde.&ldquo;&nbsp; (<em>Massoud kehrt mit leeren H&auml;nden zr&uuml;ck</em>)</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">M. Khalili</span> <em>schildert den Ablauf des Bombenanschlags auf Ahmad S. Massoud am 9. September, bei dem Massoud starb und Khalili schwer verwundet wurde</em>. &bdquo;Und zwei Tage sp&auml;ter New York.&ldquo;</p>
<p>&nbsp;<strong>In der 4. Folge &bdquo;Die NATO-Truppen</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">S. Samar </span>(<em>nach dem 11. September</em> <em>2001</em>): &bdquo;Wenn man auf die Menschen schaut, die im Flugzeug Selbstmord begingen und mehr als 3.000 Menschen in New York t&ouml;teten: Keiner von ihnen war Afghane, keiner. Aber sie alle waren in Afghanistan. Und warum ist das passiert? Weil Afghanistan vergessen wurde. Es gibt keine Garantie, dass es nicht nochmal passiert. Es kann wieder geschehen.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">A.J. Motasim:</span> &bdquo;Ich sp&uuml;rte eine gro&szlig;e Gefahr. Wir dachten, unsere Regierung w&uuml;rde nicht l&auml;nger bestehen, dass die USA uns aus Rache angreifen w&uuml;rden. Unsere Empfehlung lautete: Lass das Osama Bin Laden und die Amerikaner unter sich kl&auml;ren. Er sollte unser Land verlassen und nicht l&auml;nger hier bleiben.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">M. Bearden (</span><em>Im September 2001 Telefonat mit dem Taliban-Au&szlig;enminister und seinem Dolmetscher)</em>: &bdquo;Die Schlachtrufe, in Afghanistan einzufallen.<em>.</em> Dieser: &acute;Osama bin Laden steht nicht l&auml;nger unter unserem Schutz. Wir sch&uuml;tzen ihn nicht mehr. Schnappen Sie ihn einfach.` Ich habe im Wei&szlig;en Haus angerufen. Dort sagte man, das sei ein guter Anfang. Ich dachte, ihr wollt da einfach einmarschieren und wisst nicht mal, wo Bin Laden ist!&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">S. Barakzai</span>: &bdquo;Der Klang der B-52-Bomber war ein Alptraum. Unter den Taliban waren wenigstens die gro&szlig;en St&auml;dte sicher.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">T. Alony </span><em>berichtet von seinem Interview mit Bin Laden vor seiner Flucht aus Afghanistan, umgeben von Bombenl&auml;rm.</em></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Mc Chrystal</span> (<em>ab Mai 2002 im ersten HQ in Kabul</em>): &bdquo;Anfangs erwarteten wir lange, schmerzhafte K&auml;mpfe, wie sie die Sowjetunion durchgemacht hatte. Nach nur wenigen Luftangriffen begannen die Taliban zusammenzubrechen.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">T. Alony</span>: &bdquo;Einige waren entschlossen, nach Pakistan oder woanders hinzugehen. Aber die meisten mischten sich unter das Volk. Niemand kann einen Taliban von einem Zivilisten unterscheiden, sie sehen gleich aus. Sie tragen die gleiche Kleidung.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Mc Chrystal</span>: &bdquo;Wir waren besorgt, Al Qaida nicht aufsp&uuml;ren und vernichten zu k&ouml;nnen. Es gab nur sehr wenig Verst&auml;ndnis oder Anerkennung f&uuml;r das, was der Sowjetkrieg oder der B&uuml;rgerkrieg mit dem Land gemacht hatte. Wie kam es zu diesen Warlords? Wir verstanden nur wenig von dieser merkw&uuml;rdig korrupten Gesellschaft. Alles, was wir versuchten zu ver&auml;ndern, ging anders aus, als wir erwarteten.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">S. Barakzai</span>: &bdquo;Es war eine so wunderbare Zeit. Auf einmal gab es Luft zum Atmen. Das war ein anderes Afghanistan. Wir haben erkannt, dass die Amerikaner nict gekommen sind, um uns zu t&ouml;ten. Sondern waren hinter den Taliban her.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">N. Ibrahimi</span>: &bdquo;Ich f&uuml;hlte mich wie wiedergeboren, als ich meine Burka ablegte. So f&uuml;hlten sich auch tausende andere Frauen.&nbsp; Weil wir nicht l&auml;nger ausgepeitscht wurden. Weil es Hoffnung gab, wieder arbeiten zu d&uuml;rfen. Weil wir wieder zur Schule, zur Arbeit, ins Krankenhaus gehen durften.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">S. Barakzai</span>: &bdquo;Die ganze Bev&ouml;lkerung war in Bewegung. Und es gab eine Flut von Fl&uuml;chtlingen, die aus der Diaspora zur&uuml;ckkehrten.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">S. Samar</span>: Am 5. Dezember rief mich mein Sohn an, dass ich Ministerin f&uuml;r Frauenangelegenheiten sei und Vizepr&auml;sidentin von Herrn Karzai.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">M. Bearden</span>: &bdquo;Nachdem wir 2001 einmarschiert waren, haben wir wieder die gleichen Leute eingesetzt.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">S. Barakzai</span>: &bdquo;Als die Mudjahedin-F&uuml;hrer ins Parlament kamen, war ich Abgeordnete. (&hellip;) F&uuml;r keine Mutter ist es leicht, unter einem Dach mit diesen Menschen zu arbeiten. Sie haben mein Land zerst&ouml;rt. Durch sie verlor ich meine Kinder. Aber Rache h&auml;tte mich nur schw&auml;cher gemacht. Mich zu erinnern, ist besser als das. Deshalb begann ich mit ihnen zu arbeiten.,</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Mc Chrystal</span> (<em>nach Beginn des ISAF-Einsatzes von 51 L&auml;ndern</em>): &bdquo;Ich hatte das Gef&uuml;hl, dass Amerikaner Westler allgemein willkommen waren. Einige waren sogar sehr enthusiastisch. Der Westen wusste nicht, was er genau tun sollte, wieviel in Afghanistan investiert werden und wie stark er sich einmischen sollte. Ein absolutes Durcheinander. Das war mein erster Eindruck.</p>
<p>Es war, als w&auml;re man als College-Student in einer Star-Wars-, einer Mafia-Bar. Wir haben nichts verstanden.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">N. Ibrahimi</span>: &bdquo;Der Westen half uns, brachte uns Demokratie, den Frauen das Recht auf Freiheit und k&uuml;mmerte sich um das Parlament. Ich habe studiert und bin &Auml;rztin geworden. Nach den Taliban war das meine gl&uuml;cklichste Zeit. Die einzige Kritik die ich habe, betrifft die Wirtschaft. Sie gaben Geld aus, ohne irgendeinen Plan zu haben.&ldquo;</p>
<p><em>(Zeit des Wiederaufbaus, der Selbstbereicherung der einen, der Verarmung der Masse, vor allem auf dem Land)</em></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">R. Bashardost</span>: &bdquo;Das Gehalt eines Regierungsbeamten betr&auml;gt weniger als 100 Dollar. Ich frage mich, wie sich damit jemand leisten kann, eine Villa zu bauen, die Hunderttausende von Dollar kostet.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Ein Mann vom Land</span>: &bdquo;Sie saugen einem das Blut aus. Sogar die Regierung nimmt Bestechungsgelder. Die Taliban haben Frauen geschlagen und es gab Einschr&auml;nkungen, asber zumindest gab es keine Bestechung.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">A.J. Motasim</span>: &bdquo;Die Armen wurden &auml;rmer, die anderen steinreich. Ich kenne Leute aus Kandahar, die nicht einmal ein Auto, einen Laden, ein Haus hatten. Und jetzt haben sie Millionen von Dollar. Wir waren gegen die Regierung, wir waren gegen die USA. Je mehr korrupte Menschen an die Macht kamen, desto mehr profitierten wir davon. In jedem Bezirk, in jeder Provinz, in der sie schlechte Menschen einsetzten, flohen die Menschen und kamen zu uns. (&hellip;) Erst 2005 hatten wir genug Kraft, in einen gro&szlig;en Dschihad gegen die Amerikaner zu ziehen.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Mc Chrystal</span>: &bdquo;In den Jahren 2005 und 2006 haben meine Streitkr&auml;fte einige brutale K&auml;mpfe gef&uuml;hrt. Viele Menschen, viele Tote.&nbsp; Du versuchst allen zu erkl&auml;ren, dass es ziemlich ernst wird. Die Taliban sind in der Lage, im Kampf echte St&auml;rke zu entwickeln. Dann begannen sie, Gebiete wie Helmand und Kandahar zu erobern. Und eine Schattenwirtschaft aufzubauen. Sie erhoben Wegz&ouml;lle. Und pl&ouml;tzlich haben sie in der Region die Macht in den H&auml;nden.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Einzelne Taliban</span>, (a) &bdquo;Die Leute kommen aus ganz Afghanistan und aus anderen afghanischen L&auml;ndern zu uns. Sie kommen aus Tschetschenien, Usbekistan, Kasachstan, Tadschikistan. Mudjahedin aus dem Ausland kommen, aber wir d&uuml;rfen nicht &uuml;ber sie sprechen. (b) (an einem Wrack der Sowjetarmee) &bdquo;Wir haben Russland in 25 Teile zerschlagen. Und so Gott will, werden wir Amerika in 54 Teile schlagen. Wer ist st&auml;rker? Russland oder Amerika? Russland war st&auml;rker und sie wurden besiegt. Russland war gut vorbereitet und sehr m&auml;chtig, als sie sich mit den Muslimen einlie&szlig;en. Sie wurden in St&uuml;cke gerissen.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">E. Miller</span>: &bdquo;Ich komme aus einer sehr kleinen Stadt in Indiana und war noch nie im Ausland gewesen. Ich wusste nicht viel &uuml;ber die Welt. Zu dieser Zeit habe ich geglaubt, dass wir was bewirken k&ouml;nnen, dass wir versuchten den Terrorismus im Ausland zu bek&auml;mpfen.</p>
<p>Wie komplex die Welt ist und wie naiv ich war, erkannte ich, als ich in Afghanistan ankam. Eines nachts gingen wir gegen 2.30 Uhr zu einem Haus, wir weckten alle auf. Ich versuchte mit der &auml;ltesten Frau zu reden. Ich fragte sie, was hier vor sich geht. Sie fragte, warum wir hier sind. Ich sagte, weil es hier ziemlich &uuml;ble Menschen gibt und wir m&uuml;ssen das kl&auml;ren. Sie sagte: Warum glauben Sie, dass Sie anders sind als die Taliban? Sie kommen um 2.00 Uhr morgens zu mir nach Hause, bedrohen mich und die tun dasselbe. Welche Seite soll ich w&auml;hlen? Wenn ich mit den Taliban zusammenarbeite, sind Sie hinter mir her. Wenn ich mit Ihnen zusammenarbeite, sind die Taliban hinter mir her. Mir wurde zum ersten Mal klar, dass die meisten Afghanen einfach zwischen uns gefangen waren.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">A.J. Motasim</span>: &bdquo;Die Fehler der Amerikaner nutzten uns. Sie schikanierten die Leute, wir rekrutierten sie.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">E. Miller</span>: &bdquo;Wir begannen, unsere Taktik auf die Aufstandsbek&auml;mpfung umzustellen. Du wei&szlig;t nicht, wer der B&ouml;sewicht ist. Er muss keine Uniform tragen. Man kann Gut und B&ouml;se nicht auseinanderhalten. Als sie uns beschossen, zogen wir uns in unsere St&uuml;tzpunkte zur&uuml;ck. Wir hatten also keine M&ouml;glichkeit, eine sinnvolle Beziehung aufzubauen. F&uuml;r die meisten von uns war es einfacher, die Afghanen zu hassen als sie zu verstehen. Wir blieben wieder unter uns.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">S. Barakzai</span>: &bdquo;Die Soldaten hatten Angst. Sie hielten immer Abstand.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Mc Chrystal</span>: &bdquo;Um den Krieg in Afghanistan zu gewinnen, mussten wir die Unterst&uuml;tzung des afghanischen Volkes bekommen. Nicht seine Liebe, seine Unterst&uuml;tzung. Daf&uuml;r sollte man sie nicht t&ouml;ten. Es sollte in ihrem Interesse sein, sich auf unsere Seite zu stellen. Wenn aber der Feind genug Gewalt erzeugt und dich selbst in einen gewaltt&auml;tigen Modus versetzt, dann orderst du mehr gepanzerte Fahrzeuge, schwere Artillerie. Du wirst selbst eine Quelle der Gewalt, die unbeabsichtigt genau die Menschen t&ouml;tet, mit denen du zusammenarbeiten wolltest.&ldquo;</p>
<p>E. Miller: &bdquo;Ich bin mir nicht sicher, ob wir in Afghanistan h&auml;tten beginnen sollen. Und je l&auml;nger wir dort waren, desto schlimmer wurde es, auch f&uuml;r die Afghanen Wir haben versucht, unsere Weltsicht durchzusetzen. So funktioniert das aber nicht. Ich hoffe, wir haben das erkannt. Ich bin mir nicht sicher.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">M. Bearden</span>: &bdquo;Die Menschen sollte inzwischen verstanden haben, dass es keine gute Idee ist, in Afghanistan einzumarschieren. Es hat schon in den letzten 2.400 Jahren nicht funktioniert. Wenn man Geschichte betrachtet, sollte das v&ouml;llig klar sein: Lassen Sie sich nicht auf einen Aufstand ein, wenn Sie nicht auf Seiten der Aufst&auml;ndischen stehen.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">N. Ibrahim</span>: &bdquo;Die USA wollen Afghanistan loswerden. Es ist f&uuml;r die USA nicht wichtig, ob ich zur Arbeit gehe oder nicht. Die politischen Ziele ihres Landes haben Priorit&auml;t. Aber was wird aus uns? (&hellip;)</p>
<p>Krieg bleibt nicht ohne Folgen. 80% der Bev&ouml;lkerung leiden unter Depressionen. Sie kommen langsam. Wenn Sie jetzt um 6.00 Uhr morgens auf die Stra&szlig;en&nbsp; von Kabul gehen,, sehen Sie Kinder, die Plastiksachen oder Stifte verkaufen oder Schuhe polieren. Wir haben Tausende von hungrigen Kindern auf der Stra&szlig;e. Wie viele unserer Jugendlichen sind auf Booten auf Fl&uuml;ssen und Meeren versunken. Wie viele von ihnen sind in andere L&auml;nder ausgewandert. Wie viele von ihnen wurden unterwegs get&ouml;tet. H&auml;tte auch ich mein Land zur&uuml;cklassen sollen? (&hellip;)</p>
<p>Ich habe an drei Verhandlungen mit den Taliban teilgenommen. Die Frauen in Afghanistan sind nicht mehr die gleichen wie vor 20 Jahren, die geschlagen werden und zu Hause bleiben.</p>
<p>Sie wissen, dass sie uns nicht wieder zum Schweigen bringen k&ouml;nnen. Dieses Land braucht sie. Wir m&uuml;ssen Widerstand leisten und unsere Stimme erheben.&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">S. Barakzai</span>: &bdquo;Wir k&ouml;nnen das Probleme durch Gespr&auml;che und Verhandlungen l&ouml;sen. Indem wir uns gegenseitig tolerieren und respektieren. Wir k&ouml;nnen uneinig sein, Aber wir m&uuml;ssen uns nicht gegenseitig umbringen. Der Krieg hat mich eine Menge gelehrt: Ich habe gelernt aufzustehen. Egal, wie oft wir auch hinfallen, wie oft wir zerbrechen. Wir stehen wieder auf. Das ist der Grund, warum Afghanistan so sch&ouml;n ist.&ldquo;</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">&bdquo;Ein Scheitern aller</span></strong><span style="text-decoration: underline;"> &ndash; </span><span style="text-decoration: underline;">Afghanistan steht vor einem B&uuml;rgerkrieg nicht nur wegen der Taliban und der USA</span>&ldquo; von dem Afghanistan-erfahrenen SPIEGEL-Reporter Christoph Reuter im j&uuml;ngsten SPIEGEL (11.04.2020):</p>
<p><em>&bdquo;(&hellip;) Anstatt sich auf eine handlungsf&auml;hige Regierung zu verst&auml;ndigen, l&auml;hmen die beiden Kontrahenten Ashraf Ghani und Abdullah Abdullah seit Monaten die Exekutive, beide haben sich zum Pr&auml;sidenten vereinigen lassen. Ihre Anh&auml;nger stehen davor, das Land in einen B&uuml;rgerkrieg zu rei&szlig;en. , f&uuml;r den sie gar keine Taliban ben&ouml;tigen. </em></p>
<p><em>Es waren die USA, die 2001 die alten Warlords an die Macht brachten, in der Annahme, die Feinde ihrer Feinde seien das passende Personal f&uuml;r ein demokratisches Afghanistan. Doch zu unf&auml;hig, zu korrupt sind die Regierungen der vergangenen 18 Jahre gewesen, um einen Staat zu formen, abh&auml;ngig von Geld und Waffen des Westens. Der sie nun fallen l&auml;sst. &bdquo;Es ist ein Scheitern aller Beteiligten&ldquo;, sagt der Co-Direktor des Afghanistan Analysts Network, Thomas Ruttig, &bdquo;der Amerikaner, der Verb&uuml;ndeten sowie der afghanischen Eliten. Von denen aber wird niemand die Rechnung bezahlen, wenn der Staat kollabiert. Zahlen wird das Volk.&ldquo;&nbsp;&nbsp; </em></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">&bdquo;Aus der Waffenschmiede der Taliban</span></strong><span style="text-decoration: underline;">-</span> Nach dem Friedensschluss in Doha mit den Amerikanern bereiten die Taliban die Machtergreifung in Kabul vor&ldquo;, Reportage von Ulrich Schmidt, Neue Z&uuml;rcher Zeitung 10.04.2010</p>
<p><a href="https://www.nzz.ch/international/pakistan-in-der-waffenschmiede-der-taliban-ld.1548895?utm_source=pocket-newtab">https://www.nzz.ch/international/pakistan-in-der-waffenschmiede-der-taliban-ld.1548895?utm_source=pocket-newtab</a></p>
<div><br clear="all" /><hr align="left" size="1" width="33%" />
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<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Vgl. W. Nachtwei, Freundschaft verpflichtet &ndash; 100 Jahre deutsch-afghanische Beziehungen &ndash; Gespaltene Erinnerungen,&nbsp; Dezember 2015, <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=36-71-86&amp;aid=1380">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=36-71-86&amp;aid=1380</a> ; Ders., Die Bundeswehr in Afghanistan &ndash; ISAF und Resolute Support, (2017) Januar 2000,&nbsp; <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1625">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1625</a></p>
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