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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: BuchprÃ¤sentation mit/zu afghanischen OrtskrÃ¤ften: &quot;Auch. Wir. Dienten. Deutschland.&quot; - mit meinem GruÃŸwort und aktuellen ErgÃ¤nzungen</title>
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    <span class="xar-mod-title">Asien + Afghanistan + Pressemitteilung</span>

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        <h1>
            BuchprÃ¤sentation mit/zu afghanischen OrtskrÃ¤ften: &quot;Auch. Wir. Dienten. Deutschland.&quot; - mit meinem GruÃŸwort und aktuellen ErgÃ¤nzungen         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 30. März 2020 17:17:04 +02:00 (92201 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Deutsche Soldaten, Diplomaten, Entwicklungsexperten, Polizisten in Afghanistan waren von Anfang an in vielerlei Hinsicht essentiell auf afghanische Ortskr&auml;fte angewiesen. Diese erf&uuml;llten verl&auml;sslich und unter z.T. hohem Risiko ihre vielf&auml;ltigen Aufgaben. Erstmalig und anschaulich deutlich wird das in den Interviews mit ehemaligen afghanischen Ortskr&auml;ften &quot;Auch. Wir. Dienten. Deutschland.&quot; Seit dem ISAF-Abzug sind (ehemalige) Ortrkr&auml;fte und ihre Familien erheblichen Bedrohungen ausgesetzt. Dass ihnen gegen&uuml;ber der deutsche Staat in einer F&uuml;rsorgepflicht steht, d&uuml;rfte selbstverst&auml;ndlich sein - ist es aber seit 2016 nicht.&nbsp;</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Buchpr&auml;sentation &bdquo;Auch. Wir. Dienten. Deutschland.&ldquo;</strong></p>
<p align="center"><strong>mit/&uuml;ber ehemalige(n) afghanischen Ortskr&auml;ften </strong></p>
<p align="center">(mit Gru&szlig;wort von mir und aktuellen Erg&auml;nzungen)</p>
<p align="center">Winfried Nachtwei., MdB a.D.<a title="" href="#_ftn1">[1]</a> (M&auml;rz 2019)</p>
<p><em>In der Berliner Niederlassung der Bundeszentrale f&uuml;r Politische Bildung wurde am 05.12.2019 das Buch &bdquo;Auch. Wir Dienten. Deutschland.&ldquo;, herausgegeben von Nadine D&uuml;e und Fabian Forster, pr&auml;sentiert.( </em><a href="http://www.bpb.de/veranstaltungen/format/podium-vortrag/300874/auch-wir-dienten-deutschland"><em>http://www.bpb.de/veranstaltungen/format/podium-vortrag/300874/auch-wir-dienten-deutschland</em></a><em> )</em></p>
<p><em>Die mehr als 40 Anwesenden, unter ihnen etliche ehemalige Ortskr&auml;fte und Einsatzerfahrene, begr&uuml;&szlig;te Dr. Hans-Georg Gotz, Leiter des Fachbereichs Print der bpb. Nach meinem Gru&szlig;wort folgte eine Podiumsdiskussion mit Nadine D&uuml;e, Mitherausgeberin, Generalinspekteur General Eberhard Zorn, Marcus Grotian, Vorsitzender des Patenschaftsnetzwerks Afghanische Ortskr&auml;fte, Nariman Hammouti, Leutnant z.S. und Vorsitzende des Vereins &bdquo;Deutscher.Soldat.&ldquo; und Shamsuddin Noori, ehemalige Ortskraft, moderiert von Raphael Thelen, Journalist, Verfasser des SPIEGEL-Artikels &bdquo;Noori half den Deutschen &ndash; doch wer hilft ihm?&ldquo;. 02.11.2019, </em><em><a href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/afghanistan-ehemaliger-helfer-des-auswaertigen-amts-wartet-auf-deutsche-hilfe-a-1291689.html">https://www.spiegel.de/politik/ausland/afghanistan-ehemaliger-helfer-des-auswaertigen-amts-wartet-auf-deutsche-hilfe-a-1291689.html</a></em></p>
<p><em>(Ich hatte zu dem Buch einen Prolog zu den Hintergr&uuml;nden des Afghanistaneinsatzes der Bundeswehr und einen Epilog &bdquo;Im Einsatz f&uuml;r ihr Land zwischen die Fronten geraten&ldquo; beigetragen.)</em></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Das Podium</span></strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">N.D.:</span> Die Aufgaben der Ortskr&auml;fte seien sehr unterschiedlich. Am meisten im Blick seien die Sprachmittler. Es gehe nicht ohne! Zzt. seien es (bei der Bundeswehr) mehr als 500, bei der Entwicklungszusammenarbeit &uuml;ber 1.300.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">GI E.Z</span>.: Das Buch bl&auml;ttere den ganzen Einsatz auf. Kein Einsatz funktioniere ohne Ortskr&auml;fte! Sie seien nicht nur Sprach-, sondern auch Kulturmittler. Inzwischen seien viele Soldaten zum x-ten Mal in Afghanistan. Einige h&auml;tten dort ihr Herz verloren. Es gebe eine starke Verbundenheit mit dem Land, man wolle verbindlich helfen.</p>
<p>Wir m&uuml;ssen in Generationen denken. Das sei zuhause nicht so pr&auml;sent.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">S.N</span>.:&nbsp; Vor vier Jahren sei er aus Afghanistan nach M&uuml;nchen gekommen. Der deutschen Regierung sei er dankbar. Fast acht Jahre war er &Uuml;bersetzer f&uuml;r das Ausw&auml;rtige Amt. Es ging auch um Verst&auml;ndnis f&uuml;r die afghanische Kultur. &bdquo;Wir hatten eine gute Zeit.&ldquo; Der AA-Fokus war auf Gesundheit, Bildung und Infrastruktur gerichtet.</p>
<p>Mit der Verschlechterung der Sicherheitslage sei er mit der Familie von Takhar/Taloqan nach Kunduz gezogen, dann von dort nach Mazar-e Sharif. Er habe auch in Projekten gearbeitet. In Taloqan gab es jede Woche eine Sicherheitssitzung. Mit der Zeit nahm der Druck zu.</p>
<p>Drei Schwestern wohnten noch in Kunduz, zogen nach Mazar um, konnten nicht mehr in die Schule, der Vater nicht zur Arbeit.</p>
<p>N.H.: Sie war 2008 und 2011 in Nordafghanistan und arbeitete dort viel mit Ortskr&auml;ften zusammen.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">M.G</span>.: Ortskr&auml;fte seien grunds&auml;tzlich prowestlich eingestellt, aufgekl&auml;rt und h&auml;tten sich bewusst f&uuml;r diese Arbeit entschieden.</p>
<p>Es sei enorm wichtig, dass wir f&uuml;r Ortskr&auml;fte auch nachher verl&auml;ssliche Partner seien. Ein junger Mann sei Ern&auml;hrer seiner Familie. Anfangs seien von der Bundesregierung Eltern und Geschwister mit aufgenommen worden. Nach 2015 habe es eine Versch&auml;rfung gegeben. Jetzt m&uuml;sse eine Mutter einen Visumsantrag stellen (mit entsprechenden Voraussetzungen der Einladenden).</p>
<p>Bisher h&auml;tten Ortskr&auml;fte einen Aufenthaltstitel von sieben Monaten, dann k&ouml;nne um 12 Monate verl&auml;ngert werden.&nbsp; Da seien Ausbildung, Sprachkurse kaum m&ouml;glich. Bei Ortskr&auml;ften gebe es engere Auflagen als bei jeder anderen Fl&uuml;chtlingsgruppe. Zum Beispiel bez. Wohnsitz, bez. der M&ouml;glichkeit, deutscher Staatsb&uuml;rger zu werden.</p>
<p>Zusammengefasst: Besondere Auflagen gebe es f&uuml;r die Gruppe, der wir besondere Solidarit&auml;t schulden w&uuml;rden!</p>
<p>GI E.Z.: Es bestehe eine Verpflichtung. Es gebe ein gegenseitiges Treueversprechen. Mehr als bei anderen Dienstverh&auml;ltnissen gehe es hier um Gegenseitigkeit.</p>
<p>In Mazar gab es kleine Demonstrationen von Ehemaligen. Das waren Versuche vor Ort ins Ortkr&auml;fteverfahren zu kommen. Im Verteidigungsausschuss sei das nur im Kontext der Demos Thema gewesen. M. G.`s Argumente seien sei rational. Sie sollten auf politischer Ebene pr&auml;senter sein.</p>
<p>R.T.: Ortskr&auml;fte haben wertvolle Qualifikationen, seien eine wichtige Ressource. Medial sei der Einsatz in Afghanistan fast vergessen. Es brauche mehr Sichtbarkeit.</p>
<p>S.N.: Taliban-&bdquo;Besuche&ldquo; gab es 2015 &ndash; und jetzt bei den anderen Familienmitgliedern vor Ort.</p>
<p>In drei Jahren Deutschland habe er nichts gelernt. In Mazar habe er im Teacher Training College gearbeitet. ER bitte die deutsche Regierung, dar&uuml;ber nachzudenken. <em>(Anm. W.N.: Das TTC Mazar besuchte ich u.a. 2008/09/10. Es waren mit die hoffnungsvollsten Begegnungen meiner AFG-Besuche; </em><em><a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=120-132&amp;aid=1023&amp;theme=print">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=120-132&amp;aid=1023&amp;theme=print</a> )</em>&nbsp;</p>
<p>M.G. In jeder Fraktion gebe es offene Ohren f&uuml;r das Problem und breiten Konsens. Es gebne Bem&uuml;hungen, die Aufenthaltsbeschr&auml;nkungen aufzuheben.</p>
<p>N.H.: Ob die Lage der Ortskr&auml;fte Thema unter den Kameraden sei? Nicht so intensiv. Das Standing der Bundeswehr in der Gesellschaft sei da hinderlich. Die Sache brauche mehr Druck.</p>
<p>N.D.: Es gelte, mehr Bewusstsein f&uuml;r die ehemaligen Ortskr&auml;fte zu schaffen. (Mangelnde) Wertsch&auml;tzung zeige sich schon bei ihrer Ankunft.&nbsp; Dabei h&auml;tten die Ortskr&auml;fte die Zusammenarbeit mit Deutschen immer sehr positiv bewertet.</p>
<p>M.G. zur Weiterarbeit des &bdquo;Patenschaftsnetzwerks Afghanische Ortskr&auml;fte&ldquo;: Allein ehrenamtlich sei das nicht zu schaffen. Das Patenschaftsprogramm bestehe aus 1:1-Beziehungen. Notwendig seien zwei Sozialarbeiter/-p&auml;dagogenstellen.</p>
<p>GI E.Z.: Hier sto&szlig;e Ehrenamt an seine Grenzen. Das Thema w&uuml;rde in die Mandatsdebatte zur Resolute-Support-Verl&auml;ngerung passen.</p>
<p><em>(Eine langj&auml;hrige Angeh&ouml;rige von EU-Missionen erg&auml;nzte im Gespr&auml;ch: Bei EUPOL AFG gab es ca. 250 Ortskr&auml;fte. Seit 2013 habe es Bem&uuml;hungen f&uuml;r die Ortskr&auml;fte gegeben, aber nie eine positive Antwort darauf. Immer sei auf &bdquo;nationale Programme&ldquo; verwiesen worden. Von EU-Seite habe es f&uuml;r bedrohte ehemalige Ortskr&auml;fte nichts gegeben.)</em></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Mein Gru&szlig;wort</span></strong></p>
<p>Sehr geehrte Damen und Herren, liebe ehemalige afghanische Ortskr&auml;fte,</p>
<p>ich freue mich Sie zur Vorstellung eines einzigartigen Buches begr&uuml;&szlig;en zu d&uuml;rfen.</p>
<p>Zum Afghanistaneinsatz, dem gr&ouml;&szlig;ten, kompliziertesten, teuersten und opferreichsten Einsatz deutscher Soldaten, aber auch Polizisten, Zivilexperten, sind viele Berichte erschienen.</p>
<p>Jetzt kommen erstmalig diejenigen zu Wort und bekommen ein Gesicht, die als Ortskr&auml;fte am dichtesten an ihnen dran waren, im Feldlager und drau&szlig;en.</p>
<p>Ich spreche zu Ihnen als jemand, der mit dem Afghanistaneinsatz seit 2001 eng verbunden ist &ndash; &uuml;ber 20 Mandatsentscheidungen, 20 Besuche vor Ort, zuletzt vor sechs Wochen, als Leiter der AG &bdquo;Einsatzr&uuml;ckkehrer&ldquo; im Beirat Innere F&uuml;hrung.</p>
<p>2002/03 begegnete ich afghanischen Ortskr&auml;ften erstmalig: Beim deutschen Polizeiprojekt, wo ein ehemaliger afghanischer Polizeioffizier, der Jahrzehnte zuvor einen Lehrgang an der Polizeif&uuml;hrungsakademie in M&uuml;nster absolviert hatte, jetzt ein vorz&uuml;glicher Br&uuml;ckenbauer war. Bei einer Patrouille &uuml;ber einen Markt in Kabul, wo wir ohne den einheimischen Sprachmittler taub und stumm gewesen w&auml;ren. Da erlebten wir, wie unverzichtbar Ortskr&auml;fte waren, zumal bei einem Einsatz, der den Aufbau des kriegszerr&uuml;tteten Afghanistan unterst&uuml;tzten sollte.</p>
<p>Bekennen muss ich aber, dass wir in den Jahren danach bei Besuchen die Ortskr&auml;fte nur am Rande wahrnahmen.</p>
<p>Das &auml;nderte sich erst mit dem ISAF-R&uuml;ckzug, als viele Ortskr&auml;fte massive Bedrohungen erlebten, als die Verfahren zur Aufenthaltserlaubnis in Deutschland zun&auml;chst ausgesprochen b&uuml;rokratisch und abwehrend verliefen. Als lie&szlig;en sich Bedrohungen durch die Taliban mit Stempel belegen.</p>
<p>Die Buchbeitr&auml;ge der ehemaligen afghanischen Ortskr&auml;fte und ihrer deutschen Partner machen plastisch, auch bewegend deutlich</p>
<p>- Die Breite und Vielfalt ihrer Verwendungen, wo sie oft auch Tier&ouml;ffner und Sensoren bei akuten Bedrohungen waren;</p>
<p>- ihre Einsatzdauer, nicht von vier oder sechs Monaten, sondern von Jahren, ein einzelnen F&auml;llen sieben, gar elf Jahren; da wurden etliche von ihnen zu einer Art &bdquo;Einsatzged&auml;chtnis&ldquo;, zumal es auf deutscher Seite meist an einem institutionalisierten Ged&auml;chtnis mangelte;</p>
<p>- die verschiedenen Intensit&auml;tsgrade der Verwendungen &ndash; als Sprachmittler von Patrouillen bis zur &bdquo;Teilnahme&ldquo; an Hinterhalten und Gefechten, unbewaffnet, ohnm&auml;chtig. Solche Situationen gelten sonst als besonders traumatisierend.</p>
<p>Das Buch illustriert und belegt die Schl&uuml;sselrolle der afghanischen Ortskr&auml;fte: Ohne sie w&auml;re der Einsatz unm&ouml;glich und von vorneherein aussichtslos gewesen.</p>
<p><em>Auff&auml;llig ist das durchg&auml;ngig sehr positive Urteil der ehemaligen Ortskr&auml;fte &uuml;ber die Bundeswehrsoldaten. Das ist nicht einfach afghanische H&ouml;flichkeit. Exemplarisch war f&uuml;r mich im Mai 2007 eine Begegnung in einer Koranschule in Kunduz. Ich fragte die Koransch&uuml;ler (&bdquo;Talib&ldquo;), wie die deutschen Soldaten denn so w&auml;ren, und zeigte auf einen Hauptmann neben mir. &bdquo;Die verhalten sich anst&auml;ndig&ldquo;, war die Antwort. In einer Gesellschaft, wo Ehre und Respekt hohe Werte sind, ist ein solches Urteil &uuml;ber ausl&auml;ndische Soldaten ein Best-Urteil. </em></p>
<p>Mit ihrem Dienst f&uuml;r deutsche Einsatzkr&auml;fte meinten viele, ihrem Land am besten dienen zu k&ouml;nnen. Sie nahmen daf&uuml;r hohe Belastungen und Risiken in Kauf.</p>
<p>Daf&uuml;r geb&uuml;hrt ihnen von deutscher Politik und Gesellschaft Aufmerksamkeit, Dank, Anerkennung &ndash; nicht nur verbal wie jetzt durch mich, sondern auch praktisch. <em>(Beifall</em>)</p>
<p>Wo Ortskr&auml;fte von sozialen und&nbsp; existenziellen Einsatzfolgen betroffen sind, an Leib und Leben, oft zusammen mit ihren Familien, da steht die Bundesrepublik Deutschland &ndash; ich sage es bewusst so umfassend -&nbsp; in einer selbstverst&auml;ndlichen F&uuml;rsorgepflicht. Das ist ein Gebot der Verl&auml;sslichkeit, der Glaubw&uuml;rdigkeit und auch der politischen Klugheit.</p>
<p>Vor einem Jahr h&ouml;rte ich auf der 32. Afghanistan-Tagung in Villigst an der Ruhr, dass 2017 und 2018 das Ortskr&auml;fteverfahren wieder sehr undurchl&auml;ssig geworden war (<em>2017 erhielten drei Ehemalige eine Aufenthaltserlaubnis, 2018 niemand</em>) und dass die Aufgenommen Auflagen unterworfen waren, die Integration und Ausbildung unm&ouml;glich machten. Das empfanden wir als beunruhigend, ja besch&auml;mend.</p>
<p>Umso erfreulicher und vorbildlicher sind die praktizierten Patenschaften mit den ehemaligen Ortskr&auml;ften, ist die Arbeit des &bdquo;Patenschaftsnetzwerks Afghanische Ortskr&auml;fte&ldquo; ( <a href="https://www.patenschaftsnetzwerk.de/"><em>https://www.patenschaftsnetzwerk.de/</em></a><em> )</em>, f&uuml;r das Generalinspekteur Eberhard Zorn die Schirmherrschaft &uuml;bernommen hat.</p>
<p>Das ist gelebte Kameradschaft und F&uuml;rsorge gegen&uuml;ber Menschen, die den Einsatzsoldaten oft selbst unter hohem Risiko gute Kameraden waren.</p>
<p>Herzlicher Dank gilt Nadine D&uuml;e und Fabian Forster als Herausgeber. Sie hatten die Idee, sie haben das Projekt vorangetrieben und umgesetzt.</p>
<p>Herzlicher Dank den Autoren und der Bundeszentrale f&uuml;r Politische Bildung, die diese wichtige und starke Ver&ouml;ffentlichung erm&ouml;glichten.</p>
<p>Die Botschaft des Buches ist &bdquo;Gedient. Verdient gemacht!&ldquo;</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Aktuelle Erg&auml;nzungen</span></strong></p>
<p>-Bislang wurde &bdquo;f&uuml;r <strong>insgesamt 811 Ortskr&auml;fte</strong> <em>(aller Ressorts</em>) das politische Interesse an Ihrer Aufnahme in Deutschland auf Grundlage von &sect; 22 Satz 2 des Aufenthaltsgesetz erkl&auml;rt, davon sind inzwischen 768 Ortskr&auml;fte mit ihren Familienangeh&ouml;rigen (insgesamt 3.261 Personen) nach Deutschland ausgereist (Stand 11.11.2019).&ldquo; (Schreiben BMI vom 22.11.2019)</p>
<p>Zzt. sollen beim deutschen Resolute-Support-Kontingent noch rund 300 afghanische Ortskr&auml;fte arbeiten.</p>
<p><strong>Aufnahmeantr&auml;ge, Aufnahmezusagen, Einstufungen als &bdquo;nichr gef&auml;hrdet&ldquo;</strong> seit 31.05.2016:</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">2016</span> Antr&auml;ge 34 (BMVg 15, BMZ 17, BMI 2); Zusagen 10 (BMVg 2, BMZ 7, AA 1): Ablehnungen 37 (BMVg 19, BMZ 13, BMI 2, AA 3)</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">2017</span> Antr&auml;ge 7 (BMVg 2, BMZ 5; Zusagen 3 (BMZ 1, BMI 1, AA 1); Ablehnungen 39 (BMVg 14, BMZ 14, BMI 1)</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">2018 </span>Antr&auml;ge 4 (BMVg 1, BMZ 3); Zusagen 0; Ablehnungen 3 (nur BMZ)</p>
<p>(Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage Bundestagsdrucksache 19/5454 vom 02.11.2018.)</p>
<p>Teilnehmer der Demonstration vor Camp Marmal im Herbst 2018 hatten oft sechs, acht Mal Antr&auml;ge gestellt, oft mit neuen Erkenntnissen. Abgelehnt wurde mit der Begr&uuml;ndung, es liege nicht mehr als eine landes&uuml;bliche Gef&auml;hrdung vor. (<a href="https://www.sueddeutsche.de/politik/asyl-hilferuf-aus-masar-i-scharif-1.4210628">https://www.sueddeutsche.de/politik/asyl-hilferuf-aus-masar-i-scharif-1.4210628</a> )</p>
<p>Das Ortskr&auml;fteverfahren ist seit 2016 weitestgehend zum Erliegen gekommen.</p>
<p><strong>Aufenthaltsauflagen</strong></p>
<p>&bdquo;Aufgrund der unver&auml;nderten Situation in Afghanistan best&auml;tige ich in Abstimmung mit den zust&auml;ndigen Bundesressorts, dass der &Uuml;bernahmegrund der afghanischen Ortskr&auml;fte weiter vorliegt und bitte bei Ablauf der Aufenthaltserlaubnisse um Verl&auml;ngerung bis zum 31. Dezember 2021.&ldquo; (BMI-Schreiben vom 11.11.2019)</p>
<p>Auch diese Verl&auml;ngerung behindert noch Ausbildung und Integration.</p>
<p><strong>Bundestagsdebatte zur Verl&auml;ngerung der deutschen Beteiligung an Resolute Support</strong> &nbsp;Resolute am 04. und 13. M&auml;rz 2020: &nbsp;Sieben Mal wurde in Reden den deutschen Einsatzkr&auml;ften f&uuml;r ihren Einsatz gedankt. Kein einziges Wort des Dankes oder &uuml;berhaupt der Erw&auml;hnung gab es f&uuml;r die (ehemaligen) afghanischen Ortskr&auml;fte und ihren verl&auml;sslichen, f&uuml;r das deutsche Kontingent essentiellen, riskanten Einsatz. (Die letzte Bundestagsdebatte war wg. Corona kurzfristig auf den 13. M&auml;rz vorgezogen worden. Deshalb verpasste ich die Gelegenheit, vorab mir bekannte Bundestagsabgeordnete auf das dr&auml;ngende Problem der ehemaligen afghanischen Ortskr&auml;fte aufmerksam zu machen.)</p>
<p><strong>Unterst&uuml;tzung des ehrenamtlichen Engagements</strong> des &bdquo;<strong>Patenschaftsnetzwerkes Afghanische Ortskr&auml;fte</strong>&ldquo;: Seit 2016 laufen Bem&uuml;hungen, das freiwillige Engagement von Paten im Patenschaftsnetzwerk durch zwei Sozialarbeiterstellen zu unterst&uuml;tzen und zu stabilisieren. ( <a href="https://www.patenschaftsnetzwerk.de/">https://www.patenschaftsnetzwerk.de/</a> )</p>
<p>Antr&auml;ge bzw. Anfragen beim Bundesamt f&uuml;r Migration und Fl&uuml;chtlinge, beim BMVg, BMZ, AA und BMI blieben alle erfolglos, auch ein Schreiben aus dem Beirat Innere F&uuml;hrung an Ministerin von der Leyen im September 2017.</p>
<p><strong>Weitere Informationen</strong></p>
<p><strong>Stellungnahme</strong>: Die Bedeutung der afghanischen Ortskr&auml;fte f&uuml;r das deutsche Afghanistan-Engagement und ihre Gef&auml;hrdungslage, 14.01.2018,</p>
<p><a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;ptid=1&amp;catid=36-99&amp;aid=1571">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;ptid=1&amp;catid=36-99&amp;aid=1571</a></p>
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<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Mitglied im Beirat Innere F&uuml;hrung/BMVg, Leiter der AG &bdquo;Einsatzr&uuml;ckkehrer, -folgen und Soziales&ldquo;</p>
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