    <rss version="2.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:admin="http://webns.net/mvcb/" xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">
     <channel>
        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Kongo im 2. Jahr nach der Wahl: Wenige Fortschritte, viel Stagnation, HÃ¶llen auf Erden, Teil 2</title>
        <link>http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=131&amp;aid=706</link>
        <description></description>
        <dc:language>en-us</dc:language> 
        <dc:creator>Webmaster</dc:creator> 
        <admin:generatorAgent rdf:resource="http://www.xaraya.org" /> 
        <admin:errorReportsTo rdf:resource="mailto:webmaster@nachtwei.de" />
       <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
       <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
       <docs>http://backend.userland.com/rss</docs>
<div class="xar-mod-page">
   <div class="xar-mod-head">
    <!-- License: GPL http://www.gnu.org/copyleft/gpl.html -->
<ul class="xar-tabs">
            <li class="xar-tab">
                <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=viewmap">View Article Map</a>
           </li>
</ul>
</div>
   <div class="xar-mod-body">
<div class="cattrails xar-displayinline-block xar-padding-thickbottom">
    <span class="xar-mod-title">DR Kongo</span>

    <table class="xar-width-auto">
    <tr>
        <td valign="top" class="xar-padding-none">Browse in:&#160;</td>
       <td valign="top" class="xar-padding-none">
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=70">Meine Themen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=120">Internationale Politik und Regionen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=74">Afrika</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=131">DR Kongo</a>
<br />
</td>
   </tr>
   </table>




</div>

        <h1>
            Kongo im 2. Jahr nach der Wahl: Wenige Fortschritte, viel Stagnation, HÃ¶llen auf Erden, Teil 2         </h1>
        <div class="xar-floatright"></div>
       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 25. Mai 2008 22:00:06 +02:00 (109217 Aufrufe)            </div>
            <div>    Kongo im 2. Jahr nach der Wahl: Wenige Fortschritte, viel Stagnation, HÃ¶llen auf Erden, Teil 2</div>
            <div>      
<p>
<strong>4.4 Pole-Institut</strong>: 
</p>
<p>
Das Interkulturelle Institut fÃ¼r die Region der GroÃŸen Seen wurde 1997 wÃ¤hrend der sog. Befreiungskriege bei einem Treffen in Bonn gegrÃ¼ndet, um Raum fÃ¼r Dialoge und die Entwicklung einer zivilen Logik zu schaffen. Wenn Leute Schwierigkeiten haben, sagen wir â€žPole&quot;, Kisuaheli fÃ¼r â€žmein herzliches Beileid, aber du wirst es schaffen&quot;. Man arbeitet mit Dominic Johnson beim Thema Rohstoffe zusammen. Seit 2007 gibt es regelmÃ¤ÃŸige Treffen zu Sicherheitsfragen. Mehrfach wurden Untersuchungsreisen in die FDLR-Gebiete.durchgefÃ¼hrt.  Traditionelle FÃ¼hrer kommen zu Pole. Pole hat tÃ¤glich halbstÃ¼ndige Radiosendung in anderem Distrikt. An der Internationalen Gemeinschaft wird kritisiert, dass sie ihre Politik ohne die Menschen und ohne die traditionellen Chiefs mache. (<a href="http://www.pole-institute.org/">http://www.pole-institute.org/</a>) 
</p>
<p>
Christiane Kayser, die seit 1992 in Goma lebt, arbeitet mit dem Institut zusammen und ist zugleich  ZFD-Koordinatorin fÃ¼r die DRK.
</p>
<p>
Mit Ãœberraschung und Bewunderung begegne ich bei dieser Reise drei ZFD-Frauen - neben Christiane Kayser sind es Kerstin Hamme, bei HEAL Africa zustÃ¤ndig fÃ¼r fÃ¼r psychosoziale Programme, und Marianne HÃ¶vermann (seit drei Jahren im Kongo), die mit CRAFOD in Bas-Congo arbeitet. Sie alle stehen an vorderster humanitÃ¤rer Friedensfront. Ab Sommer besetzt AGEH eine ZFD-Stelle in Bukavu.  
</p>
<p>
(Im Mai 2007 legte das BMZ das zusammen mit EED, AGEH und Eirene erarbeitete Strategiepapier â€žZiviler Friedensdienst in der DRK&quot; vor, das umreiÃŸt, wie lokale, regionale und nationale zivile KrÃ¤fte und Institutionen nichtstaatlicher und staatlicher Art in der Konfliktregion dauerhaft gestÃ¤rkt werden kÃ¶nnen. Im November 2007 fand unter erheblicher kongolesischer Beteiligung in Bensberg eine Internationale Tagung zum christlichen Ansatz im Zivilen Friedensdienst statt, veranstaltet von AGEH und EED. Dokumentation unter <a href="http://www.eed.de/">http://www.eed.de/</a>.) 
</p>
<p>
<strong>4.5 Gouverneure</strong>
</p>
<p>
Jean-Claude Kibala, neuer Vize-Gouverneur von SÃ¼d-Kivu: er hat fÃ¼nf Jahre Bauingenieur in MÃ¼nchen studiert und spricht ausgezeichnet Deutsch. SÃ¼d-Kivu sei sehr zurÃ¼ckgeblieben. In 14 Jahren habe es dort 13 Provinzregierungen gegeben, in Goma nur zwei! In SÃ¼d-Kivu spielen StÃ¤mme noch eine groÃŸe Rolle. Jeder versuche beim Staat als grÃ¶ÃŸtem Arbeitgeber Posten zu bekommen. Er Ã¼bergibt uns eine ErklÃ¤rung zu den PrioritÃ¤ten fÃ¼r SÃ¼d-Kivu. Die 100 km Grenze Ã¼ber den  Kivu-See sei unkontrolliert, der Tanganjika-See genauso. Nachts fahren die Boote rÃ¼ber. Es komme darauf an, die Herkunft der Mineralien und die Grenze sichern. Das Potenzial sei da. 
</p>
<p>
Der Vize-Gouverneur macht einen sehr kompetenten und vertrauenswÃ¼rdigen Eindruck. Er bietet sich als Kooperationspartner gerade zu an. 
</p>
<p>
Julien Paluku, der 40-jÃ¤hrige Gouverneur von Nord-Kivu, empfÃ¤ngt uns in seiner ansehnlichen Residenz am See. Nach der Friedenskonferenz im Januar stehe der Umsetzungsprozess â€žAmani&quot; (â€žFrieden&quot;) an. Man brauche UnterstÃ¼tzung bei der Stabilisierung. Wie das Europa nach dem 2. Weltkrieg brauche man jetzt so was wie einen Marshall-Plan, um aus dem Sumpf herauszukommen.
</p>
<p>
Eine LÃ¶sung der FDLR-Frage sei dringend: â€žSie vergewaltigen unsere Mutter, unsere Schwester, unsere Tochter und plÃ¼ndern unsere ReichtÃ¼mer.&quot; Einige der AnfÃ¼hrer wÃ¼rden aus Europa Angstbotschaften verbreiten. Er appelliert an uns, â€žan der Quelle zu helfen&quot;, die AnfÃ¼hrer zu identifizieren und  verhaften zu lassen. Erst wenn dieses Problem gelÃ¶st sei, habe die Provinz eine Chance, sich zu entwickeln. â€žWir kÃ¶nnten hier soviel in der Landwirtschaft produzieren, dass wir die ganze DRK ernÃ¤hren kÃ¶nnten.&quot;  Mit den enormen MethangasvorrÃ¤ten kÃ¶nne man Strom produzieren. Es gebe Reserven fÃ¼r Ã¼ber 100 Jahre. Deutschland wÃ¤re hierbei herzlich willkommen. Deutschland war hier mal prÃ¤sent.
</p>
<p>
Eigentlich sei das Land reich, aber die Armut nehme stÃ¤ndig zu. â€žIch lade Sie ganz herzlich ein, hierher zurÃ¼ckzukehren.&quot;  (<a href="http://www.provincenordkivu.org/">http://www.provincenordkivu.org/</a>)   
</p>
<p>
<strong>4.6 StraÃŸenbauprojekt der Deutschen Welthungerhilfe</strong>
</p>
<p>
Projektleiter Patrick Evrad, seit 10 Jahren im Kongo, stellt das wichtigste StraÃŸenbauprojekt vor: die 700 km lange Verbindung zwischen Goma und Kisangani am Kongo-Fluss. Die ursprÃ¼nglich zweispurige NationalstraÃŸe wurde unter Mobutu bewusst verfallen gelassen. 400 km wurden inzwischen fertig gestellt. PrÃ¤sentiert wird uns der Film â€žDie verschwundene StraÃŸe&quot;. Hinter Goma beginnt schnell das Einflussgebiet verschiedener Milizen. Bis zum â€žStraÃŸenende&quot; in 200 km Entfernung sind vier â€žGrenzen&quot; zu Ã¼berwinden. WÃ¤hrend Lkw`s der Hilfsorganisationen meist so passieren kÃ¶nnen, mÃ¼ssen andere zahlen. Der Compound der Welthungerhilfe bei Kilometer 56 ist in den Ruinen einer Teefabrik untergebracht und schon eine Art Festung. Jetzt arbeiten dort 35 einheimische Arbeiter und vier Ingenieure aus Europa. Zentral ist die Instandhaltung der fertig gestellten Streckenabschnitte, die durch Dorfkomitees gewÃ¤hrleistet und durch MautgebÃ¼hren (25 $ fÃ¼r Lkw) finanziert wird. Jenseits der Baustelle verschwindet die alte Trasse im Urwald. 
</p>
<p>
Die StraÃŸe ist eine Lebensader sondergleichen: Sie ermÃ¶glicht den Warenaustausch, schafft fÃ¼r die bÃ¤uerliche BevÃ¶lkerung Ã¼berhaupt AbsatzmÃ¶glichkeiten, senkt die Preise, ermÃ¶glicht Gesundheitsversorgung, Zugang zu Schulbildung ... Umso bitterer berichtet man, dass betrÃ¤chtliche Teile der neuen Strecke durch schwere MONUC-Fahrzeuge unbrauchbar gemacht worden seien: â€žMonuc soll das respektieren, was andere machen!&quot; 
</p>
<p>
Die kfw-Finanzierung lÃ¤uft nach August 2008 aus. Sie sollte aus den 50 Mio. Euro des  â€žFriedensfonds&quot; des BMZ fortgesetzt werden, der durch den Kongo-Besuch von Ministerin Wieczorek-Zeul im Mai 2007 angestoÃŸen wurde. Der Fonds ist zzt. aus haushaltspolitischen GrÃ¼nden (ungeregelte ZahlungsrÃ¼ckstÃ¤nde der DRK) blockiert. Eine Ausnahmegenehmigung des Finanzministeriums gab 10 Mio. Euro im April frei. Das betrifft  n i c h t  StraÃŸenbauprojekte, HEAL Africa, Naturschutzprojekte von GTZ und kfw sowie AntrÃ¤ge von EED und anderen NGO`s! 
</p>
<p>
In SÃ¼d-Kivu unterstÃ¼tzt auch Malteser International die Rehabilitierung von StraÃŸen, BrÃ¼cken und Flugpisten. Es gibt Gebiete, die 10, 12 Jahre von jeder AuÃŸenhilfe abgeschnitten waren. Inzwischen konnten 220 km mit etlichen BrÃ¼cken instandgesetzt werden
</p>
<p>
Auf dem Weg zum Flughafen liegt inmitten des dichtest besiedelten Stadtteils Birere linker Hand die Absturzstelle vom 15. April: Teile des Rumpfes, Leitwerk, Bug, TragflÃ¤che. In den TrÃ¼mmern arbeiten noch etliche Helfer mit Mundschutz. 
</p>
<p>
Der Flughafen ist dicht umgeben von einem Meer an HÃ¼tten. Wir fahren an einigen Flugzeugwracks vorbei, offenbar Ãœberreste von UnfÃ¤llen. Rechter Hand der unter Lava begrabene Teil der Piste. Dicht an dicht stehen Cargo-Flieger, die gerade beladen werden. Unsere Antonov-26 wartet auf felsigem Untergrund. 
</p>
<p>
Gespannt verfolgen wir unseren Kurzstreckenstart. Als die Maschine abhebt, hÃ¶rt auch schon die Piste auf. 
</p>
<p>
Aus der Distanz der HÃ¶he liefert die Kivu-Region wieder tolle Panoramablicke. Als vor Kinshasa das Fahrwerk ausgefahren wird, erblicke ich am rechten AuÃŸenreifen eine LÃ¼cke im Reifenmantel. Sicherheitshalber fotografiere ich ihn - und verfolge danach die Landung mit besonderem Interesse. Als ich am Boden den Reifendefekt mit dem Finger abtaste, zuckt ein Mechaniker von Air Kasai nur mit den Schultern. 
</p>
<p>
<strong>5.1 Deutschnahe Community in Kinshasa</strong>
</p>
<p>
Die VertreterInnen von deutscher humanitÃ¤rer und Entwicklungshilfe und Stiftungen (Konrad Adenauer und Hanns Seidel) stellen in groÃŸer Runde auf der Terrasse der Residenz ihre Schwerpunkte vor. Tage vorher ergeben sich vielfÃ¤ltige Kontakte beim Empfang in der Botschaft.
</p>
<p>
- Die Erinnerung an die EUFOR-Mission und den Einsatz der Bundeswehr ist durchweg gut. Beides sei ein gutes Zeichen gewesen. Mit dem strikten Abzugstermin habe man schlichtweg auch GlÃ¼ck gehabt. Allgemein bedauert werde der RÃ¼ckgang des deutschen Engagements danach. Der grÃ¶ÃŸte Fehler sei gewesen, dass es nach der Wahl kein grÃ¶ÃŸeres europÃ¤isches Engagement gegeben habe 
</p>
<p>
- Ein Hauptproblem ist die mangelnde Ausbildung in handwerklichen und technischen Berufen. Hier gibt es einen riesigen Bedarf. Misereor fÃ¶rdert mehrere Handwerkerschulen.
</p>
<p>
- In Kinshasa wird zzt. alles importiert, sogar Eier, HÃ¼hnerbeine. Der dringlichste Bedarf liege neben der praktischen Ausbildung bei der Landwirtschaft und der Regelung der Transportfrage. Warum arbeiten hier keine deutschen StraÃŸenbaufirmen?
</p>
<p>
- Unternehmern kÃ¶nne man kaum zu Investitionen in der DRK raten. Die krasse Rechtsunsicherheit stehe dem entgegen. Gegen willkÃ¼rliche und maÃŸlose Steuerforderungen kann nur bestehen, wer die Mittel und die Kraft hat, sich juristisch und mit Verbindungen dagegen zur Wehr zu setzen.
</p>
<p>
- Das Parlament funktioniere ganz gut. Die Exekutive agiere eher wie ein Schiff, das auf Sicht fÃ¤hrt. Von PrÃ¤sident und Premierminister sei mehr Initiative zu wÃ¼nschen. 
</p>
<p>
- Demokratieentwicklung: Verbreitet ist das VerstÃ¤ndnis, dass Kinshasa schon alles anordnet. Stiftungen versuchen Eigenverantwortung zu stÃ¤rken und betreiben demokratische Grundbildung. Die krÃ¤ftige Zivilgesellschaft hege starkes Misstrauen gegenÃ¼ber Regierenden und Parlamentariern. 
</p>
<p>
- Das Schlagwort von der â€žBalkanisierung&quot; (=Teilung) des Kongo gehe um. Die dicht besiedelten NachbarlÃ¤nder werden verdÃ¤chtigt, nach Kongo expandieren zu wollen. Hierin drÃ¼cke sich die schwache Kongo-IdentitÃ¤t aus. Richtig sei, dass die Probleme des Kongo nur als regionale behandelt werden kÃ¶nnten.  
</p>
<p>
- 60% der Probleme im Ostkongo seien in Kigali/Ruanda zu verorten und nur dort zu lÃ¶sen. Ruanda lebe von den Rohstoffen des Kongo. 
</p>
<p>
- Was tut die DRK-Regierung zum Schutz der Opfer und zur Verfolgung der TÃ¤ter? Die Gewalt gegen Frauen gibt es im ganzen Kongo, auch in Bas-Congo. Sie ist ein politisches, rechtliches und vor allem traditionell-gesellschaftliches Problem. Frauen, die gegen gewalttÃ¤tige MÃ¤nner vorgehen, sind vÃ¶llig ungeschÃ¼tzt. 
</p>
<p>
- LegendÃ¤re Ã„rzte arbeiten am hinteren Ende der Problemkette. Angepackt werden mÃ¼sse auch der Anfang, die politische KonfliktlÃ¶sung. Die politischen BemÃ¼hungen treten zzt. auf der Stelle. MilitÃ¤risch bestehe ein Patt, die Entwicklungszusammenarbeit komme nicht voran. Der Konflikt im Osten sei eine offene Wunde, die Situation unertrÃ¤glich. Vielleicht vergleiche man in einigen Jahren die Gewalt im Kongo mit der in Ruanda. 
</p>
<p>
- MONUC sei sehr wichtig als Zeuge. Schon ihre PrÃ¤senz verhindere viele Grausamkeiten. Aber zugleich sei MONUC nur die Summe mehrerer Einzelstaaten, die z.T. eine vÃ¶llig unterschiedliche Politik verfolgen. Das lÃ¤hme die HandlungsfÃ¤higkeit von MONUC. MONUC-Soldaten mit Mini-Sold lassen sich auf GeschÃ¤fte ein. Der neue britische MONUC-Chef gilt als sehr ruandafreundlich. Tony Blair sei inzwischen Berater des ruandischen PrÃ¤sidenten. Es wird von FÃ¤llen berichtet, wo nationale EinfluÃŸnahmen MONUC an einer entschiedenen Vorgehensweise hinderten - z.B. als 2004 General Nkunda in Bukavu einmarschierte und ein schwedischer Blauhelm-General Kampfhubschrauber anforderte, z.B. im vorigen Jahr wieder gegenÃ¼ber Nkunda. Der Vorwurf richtet sich stark gegen die USA, deren strategisches Interesse an Rohstoffen und Basen sich nach Ende des Kalten Krieges mehr auf kleinere, da fÃ¼r sie â€žunkompliziertere&quot; LÃ¤nder richte. Aufschlussreich sei auch der kirchliche Kontext wichtiger Akteure: Nkunda sei ein Priester der â€žAdventisten der Letzten Tage&quot;. 
</p>
<p>
- Ein wichtiger Schritt ist die â€žInitiative fÃ¼r Transparenz in der Verwaltung der extraktiven Industrie&quot;, die in der Residenz vor einigen Tagen von drei kongolesischen Ministern, der GTZ und Bundesanstalt fÃ¼r Geowissenschaften und Rohstoffe unterzeichnet wurde. Die Hilfe soll die KapazitÃ¤ten zur Kontrolle der Produktion, des Handels und des Exports von Mineralien verbessern. Ein Zertifizierungssystem soll diejenigen ausschlieÃŸen, die sich nicht an das Bergbaugesetz halten. Angefangen werden soll mit Coltan, das bisher Ã¼ber Uganda ausgefÃ¼hrt wird. Gold wÃ¤re als nÃ¤chstes angebracht. Das wird zu 90% in Kleinstbergbau abgebaut. (vgl. die Projektstudie â€žZertifizierte Handelsketten im Bereich mineralischer Rohstoffe&quot; der Bundesanstalt fÃ¼r Geowissenschaften und Rohstoffe, <a href="http://www.bgr.bund.de/">http://www.bgr.bund.de/</a>) Bei einem NGO-Treffen in Goma wird die deutsche Initiative hoch gelobt.
</p>
<p>
- Nach RÃ¼ckkehr erfahre ich, dass Flottillenadmiral Henning Bess, stellv. Force Commander von EUFOR Kongo in Kinshasa und Kommandeur des dt. Kontingents, im Juli 2006 im Rahmen der ZivilmilitÃ¤rischen Zusammenarbeit in der NÃ¤he des EUFOR Camps ein Schulprojekt im Stadtteil N`Dolo besuchte. Die deutschen Soldaten waren davon so beeindruckt, dass sich daraus eine Patenschaft aus Deutschland fÃ¼r das Sozialprojekt â€žPetite Flamme&quot; 
</p>
<p>
entwickelte. Diese wird von Jule MÃ¼ller und Henning Bess koordiniert. (<a href="http://www.petite-flamme.de/">http://www.petite-flamme.de/</a>) 
</p>
<p>
<strong>5.2 Wirtschaft</strong>
</p>
<p>
 â€ž<strong>Coopecas&quot; (Kleinsparkasse</strong>): In der DRK gibt es kein verlÃ¤ssliches Bankensystem. Die Staatsbank genieÃŸt kein Vertrauen, sie wurde schon mal geplÃ¼ndert. Eine Ãœberweisung von Stadt zu Stadt ist nicht mÃ¶glich. Vertrauen genieÃŸen am ehesten die Kirchen. Wir besuchen eine Kleinsparkasse der Heilsarmee. Sie wurde 2000 gegrÃ¼ndet, hat zwei einfache Filialen, 1.600 Mitglieder und 16 MitarbeiterInnen. Zzt. verfÃ¼gt die Sparkasse Ã¼ber 138.000 $ Spareinlagen. Sie hat Kredite Ã¼ber insgesamt 93.720 $ laufen. Die Kreditnachfrage ist grÃ¶ÃŸer, kann aber wegen BeschrÃ¤nkung auf Eigenmittel nicht befriedigt werden. Gespart wird in der Form von Sichtkonten, Termineinlagen, â€žKartensparen&quot; (Sparen von KleinstbeitrÃ¤gen zur Vorbereitung der Mitgliedschaft) und â€žSchulsparen&quot;: Da der Staat nur einen geringen Beitrag zum Schulwesen leistet, sind Schulen nur Ã¼ber SchulgebÃ¼hren finanzierbar. Diese GebÃ¼hren kÃ¶nnen im voraus angespart werden. Ausgezahlt wird mit 12% Zinsen. 
</p>
<p>
Mikrokredite werden fÃ¼r gewerbliche AktivitÃ¤ten und NeugrÃ¼ndungen vergeben. Die Laufzeiten sind maximal 12 Monate. Es fÃ¤ngt an bei 100 Francs fÃ¼r eine BrotverkÃ¤uferin, andere brauchen in ihrem Gewerbe 400, 500 Francs. Der Zinssatz liegt bei 32%. Die Sparkasse hat keine RÃ¼ckversicherungsbank im RÃ¼cken.
</p>
<p>
Mit dabei ist Frau Tumbo, die PrÃ¤sidentin des Dachverbandes der Kleinsparkassen, eine erfolgreiche Textilien-Unternehmerin. Von insgesamt 72 zugelassenen Finanzinstituten sind 31 Mitglieder des Verbandes aus 7 Provinzen. Der Dachverband bietet Ausbildung an. Er wird von der kfw und gtz unterstÃ¼tzt. 
</p>
<p>
<strong>Procredit Bank</strong>
</p>
<p>
Beim Botschaftsempfang freudige Wiederbegegnung mit Oliver Meisenberg, dem Pionier und Leiter der vor zweieinhalb Jahren hier gestarteten Niederlassung der Procredit Bank. Mit dem gut Deutsch sprechenden Rock besuchen ich zwei Kunden im Grand Marche in der NÃ¤he des Zoologischen Gartens: die Textilien-â€žBoutique&quot;  Bife Riba Ruba â€žKembu&quot;. Die Stoffe kommen aus Dubai, Cotonou/Benin. Hier gab es einen GeschÃ¤ftskredit Ã¼ber 2.000 $
</p>
<p>
Der zweite Kunde ist ein Ehepaar, das mit drei Mitarbeitern GetrÃ¤nke aus seinem â€žDEPOT DON DE DIEU&quot; und auf der Terrasse verkauft. Vorgabe der Brauerei ist, die GetrÃ¤nke zum Einkaufspreis zu verkaufen. DafÃ¼r gibt es dann 5% Anteil. In der Regel wird eine kleine Marge draufgeschlagen. Hier werden im Monat um die 1.500 KÃ¤sten verkauft. Soda, Tonic, Fanta, Primus-Bier, Doppel ...
</p>
<p>
Insgesamt zzt. 5.800 Kundenkredite mit einem Gesamtvolumen von 14 Mio. $ mit Laufzeiten bis zu zwei Jahren und in der HÃ¶he von 150 bis 5.000 $. 
</p>
<p>
Die Zentralstelle: Ein in den frohen Procredit-Bank-Farben gestaltetes GebÃ¤ude, lauter flottes junges Personal, moderne ComputerarbeitsplÃ¤tze. An den WÃ¤nden hÃ¤ngen Malereien kongolesischer KÃ¼nstler. Am Samstagvormittag drÃ¤ngen sich die Kunden. Es ist erkennbar die kreative Schicht von Kinshasa. An der StraÃŸe der Geldautomat: Es ist der erste in der gesamten DRK. 
</p>
<p>
Die Procredit Bank versteht sich als â€žBank der kleinen Leute&quot;. Man spricht nicht von Mikrofinanzen, weil die inzwischen fast als Allheilmittel erscheinen. Dabei sei Zugang zu Finanzen nur ein Aspekt. 
</p>
<p>
Mittlerweile ist Procredit die Bank mit den meisten Kunden. Hier sind 50-60% (55.000) aller aktiven Konten im Kongo. TÃ¤glich werden mehr als 100 Konten neu erÃ¶ffnet. In den zzt. drei Filialen in Kinshasa arbeiten 230 Angestellte. In nÃ¤chster Zeit sollen vier weitere erÃ¶ffnet werden, davon eine in Bas-Congo. Bis Ende 2008 sollen 380 Angestellte bei Procredit arbeiten. In Kinshasa verfÃ¼gt die Bank Ã¼ber ein groÃŸes Trainingscenter. 15 kongolesische Mitarbeiter fÃ¼r das mittlere Management werden auf den beiden Akademien der Bank bei Frankfurt und in Mozambique ausgebildet. (Insgesamt ist Procredit in 24 LÃ¤ndern vertreten.) 
</p>
<p>
Banken mÃ¼ssen hier in einem rechtlichen Vakuum arbeiten. Nichtsdestoweniger gilt als erster Grundsatz: â€žNicht schmieren! Wer schmiert oder sich schmieren lÃ¤sst, fliegt!&quot; Das funktioniere tatsÃ¤chlich, auch wenn es manchmal Erschwernisse gebe. Man kÃ¶nne hier tatsÃ¤chlich ohne Korruption arbeiten. Der Doing Business Report von Weltbank/IFC (<a href="http://www.doingbusiness.org/">http://www.doingbusiness.org/</a>) habe die DRK als das schwierigste Land fÃ¼r Unternehmer eingestuft. Das fÃ¶rdere die Risikoscheu von Unternehmern und habe kontraproduktive Wirkungen. 
</p>
<p>
<strong>Holzbetrieb Siforco in Maluku </strong>
</p>
<p>
Das grÃ¶ÃŸte SÃ¤ge- und Furnierwerk in der DRK liegt ca. 60 km flussaufwÃ¤rts. Es wird seit 1976 von dem deutsch-franzÃ¶sischen Familienunternehmen Danzer betrieben und seit 10 Jahren von Dieter Haag geleitet. Siforco hat drei, Ã¼ber 25 Jahre laufende Konzessionsgebiete von je 700.000 ha in der Provinz Equateur. (Nr. 108-117) Die Gebiete werden in â€žBlÃ¶cke&quot; von 5x2 km aufgeteilt. In Verhandlungen mit den DorfÃ¤ltesten wird schriftlich vereinbart, was die Gemeinde als Preis will - Schule, StraÃŸe, Krankenstation. Die WaldbevÃ¶lkerung sei am lÃ¤ngeren Hebel. Wenn sie Blockiere, komme man nicht in den Wald rein.  Die Prospektierung (&gt; 100 BeschÃ¤ftigte) und Ã–ffnung eines Blocks dauert ca. einen Monat. Es wird ein Waldwirtschaftsplan erstellt. Von Interesse sind BÃ¤ume ab 80-120 cm Durchmesser im Alter von 80-100 Jahren, vor allem Sapelli, Iroko, Sipo, Tola, Afromosia, Tiama. Der Einschlag erfolgt punktuell, vielleicht ein Baum auf drei FuÃŸballfelder. Sie werden GPS gespeichert. Die StÃ¤mme und StÃ¼mpfe sind mit Zahlen- und Strichcode markiert, so dass sich die Herkunft der BÃ¤ume rÃ¼ckverfolgen lÃ¤sst. Die Zertifizierung nach Forest Stewardship Council soll in 2009 kommen. Zwischen den Blocks laufen 40 m breite â€žHauptstraÃŸen, in die Blocks schmale â€žSeitenstraÃŸen&quot; und Pfade, die binnen drei Jahren bzw. einem halben Jahr zuwachsen. 
</p>
<p>
In 2006 schlug Siforco 120.000 cbm - von 500.000 im Kongo insgesamt bei 128 Mio. ha Wald. In Deutschland wurde auf 10 Mio. ha 55 Mio. cbm geschlagen. 
</p>
<p>
Das Holz kommt in FlÃ¶ssen oder Schubschiffen Ã¼ber 1.200-1.400 km nach Maluku. Die StÃ¤mme werden im Messerwerk geviertelt, dann gekocht, getrocknet, zugeschnitten. Aus 4.000 qm werden 4 Mio. qm Furnier.
</p>
<p>
Bei Siforco arbeiten 1.200 afrikanische und 15 europÃ¤ische BeschÃ¤ftigte. In der Technischen Werkstatt erfolgt die â€žNachausbildung&quot;, weil es in der DRK keine praktisch-handwerkliche Ausbildung gibt. Zum Werk gehÃ¶rt ein kleines Krankenhaus. Wegen gestiegener Lebensmittelpreise gibt es Ã¼ber den Tageslohn von 2 $ hinaus ein monatliches Nahrungsmittelpaket. 
</p>
<p>
1998-2002 stand das Werk wegen des Krieges still. Bei den KÃ¤mpfen im MÃ¤rz 2007 plÃ¼nderten regulÃ¤re Soldaten erst die Bemba-Villa in der NÃ¤he, dann auch bei Siforco.
</p>
<p>
An der Wand hÃ¤ngt eine Kongo-Karte mit allen Konzessionsgebieten, herausgegeben vom DRK-Umweltministerium in Zusammenarbeit mit Weltbank, WWF und dem World Resources Institute. 
</p>
<p>
<strong>5.4 MenschenrechtsverteidigerInnen</strong>
</p>
<p>
VertreterInnen von â€žReseau Action Femme&quot; und â€žStimme der Stimmlosen&quot;: Die politischen und sozialen Menschenrechte wÃ¼rden nicht geachtet. Mit normalem Lohn kÃ¶nne man nicht Ã¼berleben. Es streiken die Ã„rzte, Menschen sind deshalb gestorben. Es streiken Uni-Professoren und Lehrer. Die Flugzeuge entsprechen nicht internationalen Bestimmungen. Der Staat kÃ¼mmert sich nicht um die Opfer der vielen AbstÃ¼rze. Aus KostengrÃ¼nden kÃ¶nnen viele Kinder nicht einmal die Grundschule besuchen. Ãœber die Gewalt gegen Frauen und Kinder werde diskutiert. Aber einen Willen zur VerÃ¤nderung gebe es nicht. Exemplarisch sei der Fall eines 12-jÃ¤hrigen MÃ¤dchens, das mehrfach von seinem Onkel vergewaltigt worden war und bei einer Menschenrechtsorganisation Zuflucht gefunden hatte. Angeschriebene Ministerien erklÃ¤rten sich alle fÃ¼r nicht zustÃ¤ndig. Das MÃ¤dchen musste zurÃ¼ck in die Familie - und wurde wieder vergewaltigt. Die GroÃŸmutter verjagte das MÃ¤dchen mit dem Vorwurf, sie habe den Onkel verfÃ¼hrt. Solche FÃ¤lle gebe es viele. 
</p>
<p>
Insgesamt gibt es in der DRK ca. 200 Menschenrechtsorganisationen. Die â€žStimme der Stimmlosen&quot; arbeitet seit langem mit der Deutschen Botschaft und auch Brot fÃ¼r die Welt zusammen.
</p>
<p>
Der Erzbischof von Kinshasa spricht Deutsch. Wir begleiten ihn zur Messe zum 10. Todestag seiner Mutter in der Kathedrale Notre Dame, wo er ausdrÃ¼cklich die GÃ¤ste aus Deutschland begrÃ¼ÃŸt und dafÃ¼r Beifall erhÃ¤lt. 
</p>
<p>
<strong>5.5 Inseln </strong>
</p>
<p>
Das Natur- und <strong>Kunstparadies â€žSymphonie des Arts</strong>&quot; von Christa GÃ¶pfert am Kongo-Fluss unweit des EUPOL-Compounds: Vor ca. 40 Jahren kam Frau GÃ¶pfert in den Kongo und lebt hier seitdem mit deutschem Mann und vier Kindern, die alle hier arbeiten. Der groÃŸe Verkaufsraum ist dicht gefÃ¼llt mit Kunstprodukten aus dem Kongo, mit Skulpturen, Bildern, Schmuck etc. Im tropischen Traumgarten tummeln sich frei laufende Pfaue.
</p>
<p>
In der anliegenden Ballettschule Ã¼bt eine GÃ¶pfert-Tochter mit einer vielfarbigen Schar kleiner MÃ¤dchen. Insgesamt bekommen hier 200 MÃ¤dchen Ballettunterricht. 
</p>
<p>
Die <strong>Uferpromenade</strong> zwischen den ummauerten GÃ¤rten der Botschaften und dem Kongofluss und zwei Niederlassungen des PrÃ¤sidenten ist die einzige freie Flanier-, Jogging- und Tummelmeile fÃ¼r Internationale in Kinshasa. Hier drehen BotschaftsangehÃ¶rige ihre sportlichen Runden. Hier lÃ¤sst sich mit Blick hinÃ¼ber nach Kongo Brazzaville die Abendsonne genieÃŸen. In HÃ¶he der deutschen Gesandtschaft, der frÃ¼heren Botschaft, gebe ich die Geschichte von dem deutschen Botschafter wieder, der hier vor Jahrzehnten verschwunden sein soll. Ob mit Hilfe eines Krokodils, ist ein nicht bestÃ¤tigtes GerÃ¼cht. In der Ferne sind schwach die Stromschnellen zu sehen und zu hÃ¶ren. Von dort an ist der Kongo unschiffbar. 
</p>
<p>
Das Ausflugslokal â€ž<strong>Petit Paradis</strong>&quot; kurz vor Maluku ist weiter ein Traumort. Holzboote mit PlastikstÃ¼hlen schippern ab und zu AusflÃ¼gler auf den Kongofluss. Zwei, drei junge Leute jagen stundenlang auf ihren Wasserscoutern Ã¼ber den Strom und zerknattern, was zusÃ¤tzlich eine herrliche Ruhe sein kÃ¶nnte. 
</p>
<p>
<strong>5.3 Deutsche politische PrÃ¤senz</strong>
</p>
<p>
Nach der plÃ¶tzlichen Abberufung von Botschafter Buchholz noch wÃ¤hrend des Wahlprozesses 2006 gab es erhebliche DiskontinuitÃ¤t in der Leitung der deutschen Botschaft.
</p>
<p>
Im Mai 2007 besuchte erfreulicherweise Ministerin Wieczorek-Zeul die DRK. Sie gab damit ein Zeichen fÃ¼r die Fortsetzung des angesehenen entwicklungspolitischen Engagements Deutschlands in der DRK. 
</p>
<p>
Die Botschaft umfasst 18 Dienstposten fÃ¼r Entsandte einschlieÃŸlich Sicherheit und technischem Hausmeister, besetzt sind in der Regel nur 15 Stellen. In 2007 musste zweimal die Visastelle geschlossen werden, weil entsprechendes Personal fehlte. Der Ist-Stand beim gehobenen Dienst lag zeitweilig bei 40%! Das gilt ebenso fÃ¼r andere deutsche Botschaften in Afrika. Zzt. entsteht in Kinshasa ein MilitÃ¤rattachÃ©stab mit einem Stabsoffizier und einem Oberfeldwebel.
</p>
<p>
Bei MONUC ist die deutsche PrÃ¤senz inzwischen deutlich geringer als 2006. Bei EUSEC kÃ¶nnen bis zu fÃ¼nf Experten sein. Zzt. des Besuches war keiner vor Ort. Bei EUPOL gibt es - mangels Sprachkompetenz - keine deutschen Experten.  Im AA sind weniger als eine Handvoll MitarbeiterInnen fÃ¼r die GroÃŸen Seen einschlieÃŸlich Kongo zustÃ¤ndig. 
</p>
<p>
So engagiert und kompetent die jeweiligen MitarbeiterInnen auch sind - mit einer so mageren Personalausstattung ist in der DRK eine deutsche Politik, die der Bedeutung und KomplexitÃ¤t des Landes wie dem Gewicht und der Verantwortung der Bundesrepublik angemessen wÃ¤re, nicht zu leisten. 
</p>
<p>
<strong>6. JÃ¼ngste Ereignisse + Schlussfolgerungen</strong>
</p>
<p>
- Am 23.April richteten 63 internationale und kongolesische NGO`s einen dringenden Appell an die Staatengemeinschaft, endlich das Goma-Friedensabkommen umzusetzen. Gefordert wird die Einsetzung eines Sonderbeauftragten fÃ¼r Menschenrechte in Ostkongo. (CAFOD, Global Witness, HRW, International Alert, Oxfam u.a.)
</p>
<p>
- Am 24. April meldete UNHCR neue KÃ¤mpfe zwischen Armee und FDLR im Rutshuru-Gebiet 70 km nÃ¶rdlich Goma und Hunderte von FlÃ¼chtlingen. 
</p>
<p>
- Am 5. und 7. Mai musste die Bundesregierung auf Schriftliche Fragen des Abgeordneten Prof. Norman Paech (Linke) und MÃ¼ndliche Fragen von Kerstin MÃ¼ller (GrÃ¼ne) zur FDLR und der Umsetzung der UN-SanktionsbeschlÃ¼sse gegen den in Deutschland wohnenden FDLR-PrÃ¤sidenten durch die deutschen BehÃ¶rden antworten. 
</p>
<p>
Im Wahljahr 2006 fand der Friedensprozess im Kongo in Deutschland zu Recht breite Aufmerksamkeit und UnterstÃ¼tzung. Dabei konzentrierte sich das besondere europÃ¤ische und deutsche Engagement auf die Hauptstadt. Die Konflikte im Osten blieben Ã¼berwiegend Sache von MONUC.
</p>
<p>
Der friedliche Verlauf der Wahlen war zuallererst eine Leistung der kongolesischen Zivilgesellschaft. MONUC, kongolesische SicherheitskrÃ¤fte und EUFOR konnten erfolgreich die erheblichen Explosionsrisiken im Zaume halten. 
</p>
<p>
Die groÃŸen Hoffnungen und Chancen, die sich mit den Wahlen verbanden, wurden jedoch kaum erfÃ¼llt und Ã¼berwiegend hart enttÃ¤uscht. Zuerst durch die Regierenden. Dann durch die EU und Internationale Gemeinschaft - und nicht zuletzt durch die Bundesrepublik. (Richtige) groÃŸe Worte zur zentralen Rolle des Wahl- und Friedensprozesses im Kongo waren zur Rechtfertigung der EUFOR-Mission ins Feld gefÃ¼hrt worden. Sie wurden nachtrÃ¤glich entwertet, als in Berlin die fristgemÃ¤ÃŸe Beendigung des Bundeswehreinsatzes und die BewÃ¤hrung einer eigenstÃ¤ndigen ESVP-Mission als d e r  Erfolg gefeiert wurde und das Interesse und Engagement gegenÃ¼ber der DRK wieder auf das Vorwahlniveau schrumpfte. 
</p>
<p>
Der deutsche Kongo-Einsatz wurde von etlichen Linken verdÃ¤chtigt, als TÃ¼rÃ¶ffner fÃ¼r deutsche imperialistische Interessen im rohstoffreichen Kongo zu dienen. Das bestÃ¤tigte sich nicht, im Gegenteil. Es drÃ¤ngt sich vielmehr der Eindruck auf, dass die Bundesregierung sich aus den internationalen BemÃ¼hungen zur Stabilisierung und KonfliktlÃ¶sung im Kongo davonschleicht und sich mit dem - bewundernswerten - entwicklungspolitischen Engagement deutscher Organisationen und ihrer Partner bescheidet. 
</p>
<p>
Mit anderen Worten: Die Bundesregierung unterstÃ¼tzte EUFOR mit Bundeswehr primÃ¤r aus EU-politischen GrÃ¼nden und ZwÃ¤ngen, notgedrungen sozusagen, aber nicht aus einem ehrlichen Interesse an einer nachhaltigen Entwicklung des Kongo und seiner geschundenen BevÃ¶lkerung. Offizielle BegrÃ¼ndungen und tatsÃ¤chliche GrÃ¼nde klafften auseinander. Solche Unehrlichkeit ist ein Affront gegen das deutsche Parlament, gegen die entsandten Soldaten, gegen die Deutschen vor Ort und nicht zuletzt die tapferen Menschen aus der kongolesischen Zivilgesellschaft, die auf ein bleibend stÃ¤rkeres Engagement der Bundesrepublik gehofft hatten.
</p>
<p>
Die Gewalt im Ostkongo ist himmelschreiend. Sie ist seit lÃ¤ngerem bekannt. Die sexuellen Kriegsverbrechen sind im Kern eine militÃ¤risch-politische Strategie benennbarer TÃ¤ter und Anstifter. Ihnen und der sie nÃ¤hrenden GewaltÃ¶konomie mÃ¼ssen die Staaten endlich einmÃ¼tig, energisch und praktisch entgegentreten. 
</p>
<p>
Dazu gehÃ¶rt, 
</p>
<p>
- dass die Bundesregierung das friedensstÃ¶rende Wirken fÃ¼hrender FDLR-Vertreter in Deutschland unterbinden muss;  
</p>
<p>
- nicht bei der Scheckbuchdiplomatie gegenÃ¼ber MONUC und der Sicherheitssektorreform stehenzubleiben, sondern endlich auch personell zur StÃ¤rkung von MONUC, EUSEC und EUPOL beizutragen; 
</p>
<p>
- im Rahmen der internationalen Gemeinschaft zur Verbesserung der GrenzÃ¼berwachung und des Zollwesens sowie einer lÃ¼ckenlosen Zertifizierung ostkongolesischer Rohstoffe beizutragen; 
</p>
<p>
- schlieÃŸlich Engagement fÃ¼r eine forcierte Rehabilitierung der Verkehrswege als Lebensadern fÃ¼r die Menschen im Ostkongo und die sofortige Freigabe der Gelder fÃ¼r den Friedensfonds des BMZ. Dass der Fonds auch fÃ¼r dringendste MaÃŸnahmen blockiert wird, ist in Anbetracht der krassen VerhÃ¤ltnisse in den Kivus unbegreiflich und skandalÃ¶s. 
</p>
<p>
Die Stabilisierung und FriedensfÃ¶rderung der DRK darf nicht nur Sache entwicklungspolitischer Akteure und MaÃŸnahmen sein. Sie muss auch wieder ein Thema deutscher AuÃŸen- und Sicherheitspolitik sein. Das gebietet die responsibility to protect, das gebietet das europÃ¤ische Interesse an einem friedlichen und prosperierenden Nachbarkontinent Afrika, das gebietet auch die Verantwortung gegenÃ¼ber solchen Pionieren der Menschlichkeit, die wir auf unserer Reise treffen durften.         
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<u>Weitere Informationen:</u>
</p>
<p>
- UN-Sicherheitsrat: 25. Bericht des GeneralsekretÃ¤rs Ã¼ber die UNO Mission in der DRK, 2.4.2008
</p>
<p>
- UN-Sicherheitsrat: Resolution 1804 vom 13.3.2008 zur FDLR u.a. bewaffneten Gruppen in Ostkongo, Resolution 1807 vom 31.3.2008
</p>
<p>
- Dominic Johnson: Der Fall Ignace M. - Deutschlands zahmer Umgang mit ruandischer Terrororganisation, taz 23.4.2008 
</p>
<p>
- Georg Blume: Chinas McKinsey in Afrika, Reportage, taz 12.4.2008  
</p>
<p>
- Chris McGreal: We have to kill Tutsis wherever they are&quot;, Guardian 16.5.2008
</p>
<p>
- Winfried Nachtwei: Erkundung in Kongo-Kinshasa - Erfahrungen, Schlussfolgerungen, April 2006
</p>
<p>
- ders.: HeiÃŸ in jeder Hinsicht: Besuch der Bundeswehrkontingente in Djibouti, Gabun und Kongo,
</p>
<p>
Oktober 2006
</p>
<p>
- Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage von Ute Koczy, Kerstin MÃ¼ller und der Fraktion BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen â€žZertifizierung von Rohstoffen in der Demokratischen Republik Kongo, Drs. 16/4810 vom 23.3.2007
</p>
<p>
- Bericht der Bundesregierung (AA + BMVg) an den Dt. Bundestag zur Teilnahme der Bundeswehr an der militÃ¤rischen Operation EUFOR RD Congo, 21.5.2007
</p>
<p>
- Plenarprotokoll des Dt. Bundestages vom 7.5.2008, Fragestunde, Fragen von Kerstin MÃ¼ller und W. Nachtwei, Antworten der Bundesregierung 
</p>
<p>
- Norman Paech: Schriftliche Fragen an die Bundesregierung zur FDLR und ihres in der Bundesrepublik lebenden PrÃ¤sidenten, Antwort der Bundesregierung vom 5.5.2008
</p>
<p>
- Pole Institute Reports, z.B. Rules for Sale: Formal and informal cross-border trade in Eastern DRC, von Aloys Tegera + Dominic Johnson, Mai 2007
</p>
<p>
- EntschlieÃŸungsantrag der Bundestagsfraktion von BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen zur kÃ¼nftigen deutschen Kongo-Politik angesichts des EUFOR Kongo Beschlusses, Drs. 16/1660 vom 31.5.2006
</p>
</div>


           <br />
                        </div>
   </div>
</div></channel>
</rss>
