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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Fortschritte im Kongo-Konflikt - wirklich? MONUSCO-Chef Martin Kobler in Berlin. Lackmustest fÃ¼r Internationale (Schutz-)Verantwortung!</title>
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    <span class="xar-mod-title">DR Kongo</span>

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<br />
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        <h1>
            Fortschritte im Kongo-Konflikt - wirklich? MONUSCO-Chef Martin Kobler in Berlin. Lackmustest fÃ¼r Internationale (Schutz-)Verantwortung!         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 27. Februar 2014 16:24:00 +02:00 (56245 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Seit vielen Jahren tobt im Ostkongo Krieg vor allem gegen die Zivilbev&ouml;lkerung, Frauen und Kinder. Seit August 2013 leitet der deutsche Diplomat Martin Kobler MONUSCO, die weltweit gr&ouml;&szlig;te UN-Mission. ZUm Schutz der Zivilbev&ouml;lkerung agiert MONUSCO jetzt konsequent und mit Erfolgen, die Hoffnung machen. Was tr&auml;gt Deutschland dazu bei? Hier mein Bericht und Kommentar zu Vortrag und Diskussion mit Martin Kobler. &nbsp;</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>&bdquo;Fortschritte im Kongo-Konflikt &ndash; </strong></p>
<p align="center"><strong>Aktuelle Herausforderungen der UN-Mission MONUSCO&ldquo;</strong></p>
<p align="center"><strong>Vortrag + Diskussion mit Martin Kobler,</strong></p>
<p align="center"><strong>Sonderbeauftragter des UN-Generalsekret&auml;rs (SRSG) und </strong></p>
<p align="center"><strong>Leiter von MONUSCO in der DR Kongo</strong></p>
<p align="center">&Ouml;ffentliche Veranstaltung der Dt. Gesellschaft f&uuml;r die Vereinten Nationen (DGVN) in Zusammenarbeit &nbsp;mit der Initiative S&uuml;dliches Afrika, 24. Februar 2014 in Berlin</p>
<p align="center">Bericht + Kommentar von Winfried Nachtwei, MdB a.D. (2/2014)</p>
<p><em>Der Saal der nieders&auml;chsischen Landesvertretung ist mit ca. 160 Besuchern voll besetzt. Unter den Zuh&ouml;rern die Botschafterinnen der DR Kongo und Ruandas und viele KongolesInnen. Detlef Dzembritzki, Vorsitzender der DGVN, begr&uuml;&szlig;t die G&auml;ste, Andreas Baumert, Vorsitzender der Initiative S&uuml;dliches Afrika (INISA) moderiert die Aussprache.</em></p>
<p><em>Zuletzt erlebte ich Martin Kobler in Berlin als Hauptredner beim ersten &bdquo;Tag des Peacekeepers&ldquo; am 12 Juni 2013 im Weltsaal des Ausw&auml;rtigen Amts. Davor trafen wir ihn 2010 in Kabul als stellvertretenden SRSG bei UNAMA. Kobler ist wohl der deutsche Diplomat, der die meisten F&uuml;hrungspositionen der UN-Friedenssicherung in den kritischsten Gebieten innehatte &ndash; in Kabul, Bagdad und jetzt seit August 2013 Kinshasa. Er spricht neben Englisch, Franz&ouml;sisch auch flie&szlig;end Arabisch und Indonesisch. Er ist eine F&uuml;hrungspers&ouml;nlichkeit der ganz seltenen Art: standfest in den Werten der UN mit humanit&auml;rem Impetus, den Menschen zugewandt, pragmatisch, auf Chancen orientiert, mit umfassendem Politikverst&auml;ndnis. Ein strategischer Kopf mit Bodenhaftung und Menschenfreundlichkeit.</em></p>
<p><em>Die praktische Haltung gegen&uuml;ber der gr&ouml;&szlig;ten UN-Mission MONUSCO ist ein Lackmustest f&uuml;r den Anspruch deutscher Au&szlig;enpolitik, mehr internationale Verantwortung zu &uuml;bernehmen.</em></p>
<p><em>Zur Veranstaltung und zu Kobler auch im Tagesspiegel Dagmar Dehmer: <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/demokratische-republik-kongo-un-chef-im-kongo-hofft-auf-deutsche-aufbauhilfe/9537796.html">www.tagesspiegel.de/politik/demokratische-republik-kongo-un-chef-im-kongo-hofft-auf-deutsche-aufbauhilfe/9537796.html</a> ; <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/im-blick-ein-robuster-gruener/9556728.html">www.tagesspiegel.de/politik/im-blick-ein-robuster-gruener/9556728.html</a> </em></p>
<p>Erfreut sei er &uuml;ber das volle Haus heute Abend. Ein solches Interesse am Kongo gebe es l&auml;ngst nicht immer in Deutschland.</p>
<p>Nach sechs, sieben Monaten in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) k&ouml;nne er noch nicht von Erfolg sprechen.</p>
<p>Die DRK ist das zweitgr&ouml;&szlig;te Land Afrikas und umfasst zwei Drittel der Fl&auml;che Europas. Seit Ende 1999 gibt es eine UN-Mission in der DRK, erst MONUC, seit 2010 MONUSCO (UN-SR-Resolution 1925). Sie ist mit 20.000 Soldaten aus 43 Nationen, 5.000 Zivilpersonen aus 113 Nationen und einem Jahresbudget von 1,4 Mrd. US-Dollar die gr&ouml;&szlig;te UN-Mission weltweit. (<em>31.12.2013: 19.400 Soldaten, 520 Milit&auml;rbeobachter, 1.300 Polizisten; 1.000 internationale zivile Mitarbeiter, 3.000 lokale Mitarbeiter, 570 UN Volunteers</em>) MONUSCO ist auf 92 Stationen verteilt (zu 96% im Osten), in Kompaniest&auml;rke und als Milit&auml;rbeobachter.</p>
<p>Als Sonderbeauftragter koordiniert er 23 UN-Organisationen.</p>
<p>Landkarte Ost-Kongo: Die farbigen Flecken markieren die Gegenden, die von bewaffneten Gruppen dominiert sind. Seit zwanzig Jahren habe man da keine Ruhe bekommen. (<em>Der Osten ist so gro&szlig; wie Afghanistan!</em><em>)</em></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Mit der Resolution 2098 vom M&auml;rz 2013</span> stellte der Sicherheitsrat MONUSCO drei Aufgaben:</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Schutz der Zivilbev&ouml;lkerung</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Stabilisierung</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Implementierung des Abkommens von Addis Abeba, das heute ein Jahr als ist.</p>
<p>Erstmalig in der Geschichte der UN-Friedenssicherung habe MONUSCO einen offensiven Kampfauftrag: Zum Schutz der Zivilbev&ouml;lkerung seien bewaffnete Gruppe zu &bdquo;neutralisieren&ldquo;. Umgesetzt werde dieser Auftrag durch eine &bdquo;Interventionsbrigade&ldquo; (Force Intervention Brigade) von 3.069 Soldaten aus Malawi, Tansania und S&uuml;dafrika.</p>
<p>(<em>Ihre Aufgabe: &bdquo;entweder einseitig oder gemeinsam mit den Streitkr&auml;ften der DRK, auf robuste, hochmobile und vielseitige Weise und unter strenger Einhaltung des V&ouml;lkerrechts (&hellip;) die Expansion aller bewaffneten Gruppen zu verh&uuml;ten, diese Gruppen zu neutralisieren und zu entwaffnen, um zu dem Ziel beizutragen, die von bewaffneten Gruppen ausgehende Bedrohung f&uuml;r die staatliche Autorit&auml;t und die Sicherheit von Zivilpersonen im Osten der DRK zu mindern und Raum f&uuml;r Stabilisierungsma&szlig;nahmen zu schaffen.&ldquo; (SR-Res. 2098)</em> <em>Die Brigade sollte u.a. drei Infanterie-Bataillone und je eine Artillerie-, eine Special Forces und eine Aufkl&auml;rungs-Kompanie umfassen.)</em></p>
<p>Hintergrund dieses Kampfauftrages war die Frustration &uuml;ber die seit 20 Jahren anhaltende Spirale der Gewalt, an der auch die Internationale Gemeinschaft nichts &auml;nderte. Der Osten des Kongo war ein Flickenteppich nichtstaatlicher Gewalt.</p>
<p>Die Lage spitzte sich zu, als am 20. November 2012 M23-Rebellen innerhalb weniger Stunden die Provinzhauptstadt Goma einnahmen und MONUSCO keinen Widerstand leistete.</p>
<p>Bei seiner Einweisung Mitte letzten Jahres habe er immer wieder geh&ouml;rt, jetzt m&uuml;sse was passieren. Manche meinten, schon die Pr&auml;senz einer solchen Brigade w&uuml;rde abschreckend wirken. Andere meinten, sie m&uuml;sse auch eingesetzt werden.</p>
<p>(<em>Kobler in einem Interview des UN News Centre am 22. Januar 2014: Ende 2012 &bdquo;gab es unaussprechliche Grausamkeiten, begangen durch Gruppen im Norden von Nord-Kivu. , mit zerst&uuml;ckelten Babies, vergewaltigten M&auml;dchen, mit schwangeren Frauen, die zerst&uuml;ckelt und gek&ouml;pft wurden. Das sind Sachen, die man nicht tolerieren kann. Die Internationale Gemeinschaft hat die Verpflichtung, solche Grausamkeiten zu stoppen, Menschenrechtsverletzungen, Vergewaltigungen im Krieg, Rekrutierung von Kindersoldaten.&ldquo;</em>),</p>
<p>Die milit&auml;rische Planung leitet als Force-Commander ein brasilianischer General<em> (Carlos Alberto dos Santos Cruz, 2007-2009 Haiti</em>; <em>die Brigade befehligt der tansanische General James Mwahibolwa)</em>. Den Gesamtbefehl erteilt der SRSG Kobler.</p>
<p>Das Mandat laufe &uuml;ber ein Jahr. Die Kontrolle durch den Sicherheitsrat sei recht stark.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Aber es m&uuml;sse einen politischen Rahmen</span> geben: Am 24. Februar 2013, genau heute vor einem Jahr, wurde in Addis Abeba das &bdquo;Rahmenabkommen f&uuml;r Frieden, Sicherheit und Kooperation f&uuml;r die DRK und die Region&ldquo; von den Staatschefs von elf zentral- und s&uuml;dafrikanischen Staaten und dem UN-Generalsekret&auml;r, der AU, der &bdquo;Region der Gro&szlig;en Afrikanischen Seen&ldquo; (ICGLR) und der Entwicklungsgemeinschaft S&uuml;dliches Afrika (SADC) unterzeichnet. (&bdquo;11 + 4&ldquo;) Die DRK werde darin zur Sicherheitssektorreform (SSR) und staatlicher Dezentralisierung verpflichtet.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Ein drittes neues Element</span>: Erstmalig gebe es solch eine internationale Zusammenarbeit. Die f&uuml;nf Sonderbeauftragten f&uuml;r die Region der Gro&szlig;en Afrikanischen Seen (<em>UN-Sonderbeauftragte Mary Robinson, M. Kobler, Sonderbeauftragte der AU, EU und USA</em>) agieren in verschiedenen Rollen, aber immer mit derselben Botschaft. Sie seien immer abgestimmt. Einzigartig! Das sei das &bdquo;Etwas&ldquo;! Mary Robinson sei seine &bdquo;professionelle Zwillingsschwester&ldquo;.</p>
<p>Karte Nord-Kivu: Goma hat ca. eine Million Einwohner. Drei gro&szlig;e bewaffnete Gruppen mit politischer Agenda gebe es: M23, FDLR und ADF-Nalu (<em>Allianz demokratischer Kr&auml;fte &ndash; Nationale Armee f&uuml;r die Befreiung Ugandas</em>). Es sei ein ungeheuer reiches, ungeheuer armes Land! 5 bis 6 Millionen Tote habe es in den letzten zwanzig Jahren in Folge der K&auml;mpfe gegeben.</p>
<p>Jetzt trage die kongolesische Armee die Hauptlast. MONUSCO unterst&uuml;tze sie mit Kampfhubschraubern, Artillerie.</p>
<p>(<em>Seit Dezember 2013 verf&uuml;gt MONUSCO auch &uuml;ber zwei Aufkl&auml;rungsdrohnen &ndash; die ersten in einer UN-Mission; ab M&auml;rz folgen drei weitere; mit ihnen k&ouml;nnen Milit&auml;roperationen besser vorbereitet und Grenz&uuml;berg&auml;nge von bewaffneten Gruppen entdeckt werden.</em></p>
<p><em>Zwei Wochen nach seinem Dienstantritt Anfang August 2013 gab Kobler den ersten Einsatzbefehl f&uuml;r die Interventionsbrigade. Als M23-Rebellen Goma mit Raketen und M&ouml;rsern beschossen, flogen Kampfhubschrauber gegen ihre Stellungen. Am 25. Oktober griff die kongolesische Armee unabgesprochen M23-Stellungen in Nord-Kivu an. Die MONUSCO-Brigade unterst&uuml;tzte die Armee. Auf beide Seiten soll es Hunderte Tote gegeben haben, bei der Brigade zwei. Juliane von Mittelstaedt im Spiegel 43/2013: &bdquo;Zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren kann man ohne Angst vor Pl&uuml;nderung, Vergewaltigung, Tod auf die Stra&szlig;e gehen. So lange herrschte hier die M23.&ldquo;)</em> Die M23 sei &bdquo;milit&auml;risch besiegt, nicht mehr da&ldquo;, die K&auml;mpfer seien nach Uganda und Ruanda ausgewichen.</p>
<p>Die Rebellen hatten ihre eigenen Herrschaftsstrukturen mit Verwaltung, Steuern (zur Finanzierung der K&auml;mpfer). Die Lage in den befreiten Landstrichen sei v&ouml;llig desolat. <span style="text-decoration: underline;">MONUSCO f&ouml;rdere &bdquo;Inseln der Stabilit&auml;t</span>&ldquo;, in die kongolesische Polizei, Verwaltung nachr&uuml;cken solle. Aber wie so oft: Das Milit&auml;r habe relativ schnelle Wirkung, die zivilen Kr&auml;fte seien viel langsamer. F&uuml;r die Polizisten fehle es an Infrastruktur, Mobilit&auml;t, Essen. Der Prozess von Disarmament, Demobilization + Reintegration (DD&amp;R) sei zu koordinieren, staatliche Autorit&auml;t aufzubauen. Um daf&uuml;r Mittel einzuwerben, sei er auch in Berlin</p>
<p>Wichtig sei die regionale Einbindung. In Ruanda sei er monatlich.</p>
<p>F&uuml;r die MONUSCO-Truppen gelten rigide Rules of Engagement: Man arbeite nicht mit kongolesischen Einheiten zusammen, die Menschenrechte verletzen. Die Einheiten w&uuml;rden &uuml;berpr&uuml;ft. Aber es gebe keine Garantie. Zivilopfer seien so weit wie m&ouml;glich auszuschlie&szlig;en.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">Konfliktursachen bek&auml;mpfen</span></em>: Das alles nutze nichts, wenn nicht zugleich der Kampf gegen die Konfliktursachen gef&uuml;hrt werde: gegen schlechte Regierungsf&uuml;hrung und Pl&uuml;nderung der Ressourcen.</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Sicherheitssektorreform, Polizei- und Justizaufbau seien z&uuml;gig in Angriff zu nehmen. Es gebe Entwicklungspl&auml;ne f&uuml;r Polizei und Justiz. In Sachen DD&amp;R sei man was stecken geblieben. Ca. 6.000 Ex-Kombatanten seien noch in Lagern. Es fehle an Reintegrationsma&szlig;nahmen.</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Konfliktmineralien gibt es reichlich &ndash; Gold, Diamanten, Kupfer, Zinn, Wolfram, Coltan u.a. In jedem Handy stecke ein St&uuml;ck Kongo. Minen und Exporte m&uuml;ssten professionalisiert, legalisiert und versteuert werden. Bis Jahresende wolle man drei Beispiele auf den Weg bringen, um zu zeigen, dass es geht. Gutes leiste hier die deutsche GIZ (<em>zusammen mit der Bundesanstalt f&uuml;r Geowissenschaften und Rohstoffe: Zertifizierungssystem f&uuml;r mineralische Rohstoffe,Projektlaufzeit 4/2009-12/2015 </em><a href="http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Zusammenarbeit/TechnZusammenarbeit/Projekte/Laufend/Afrika/1046_2006-2202-7_Kongo_Transparenz_Rohstoffsektor.html?nn=1542366"><em>www.bgr.bund.de/DE/Themen/Zusammenarbeit/TechnZusammenarbeit/Projekte/Laufend/Afrika/1046_2006-2202-7_Kongo_Transparenz_Rohstoffsektor.html?nn=1542366</em></a>)</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Zwischenergebnisse</span>: Inzwischen gebe es eine neue Dynamik, ein Gef&uuml;hl der Hoffnung.&nbsp; Landwirtschaftliche Produkte k&ouml;nnten jetzt wieder nach Goma auf den Markt gebracht werden. Es gibt schon eine kleine Friedensdividende. Aber: Polizisten und Soldaten bekommen vielleicht zehn Euro im Monat.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Das deutsche Engagement bei MONUSCO</span> sei nicht so gut: Deutschland zahle wohl immerhin 100 Mio. US-$. Aber von den 1.400 internationalen zivilen Mitarbeitern seien gerade 11 Deutsche &ndash; das sei &bdquo;marginalste Beteiligung&ldquo;! Und bei Polizei und Milit&auml;r gebe es keinen einzigen Deutschen. <em>(Bei der 41-k&ouml;pfigen europ&auml;ischen Mission &bdquo;EUSEC RD Congo&ldquo; sind drei Bundeswehrsoldaten als Berater eingesetzt. Vgl. &bdquo;Y&ldquo; 2/2014)</em></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Er habe einige Reden von der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz gelesen. Was bedeute das f&uuml;r Afrika, f&uuml;r die UN?</span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Jetzt bestehe die Chance, den Zyklus der Gewalt zu durchbrechen. Das w&auml;re auch eine Art Konfliktpr&auml;vention. Die Rahmenbedingungen seien zzt. ganz gut. Warum nicht auch ein paar deutsche Peacekeeper? &bdquo;Deutschland kann hier mehr tun!&ldquo;</span></p>
<p><strong>Aussprache</strong></p>
<p><strong>Kommentar von Dagmar Dehmer</strong>/Tagesspiegel (<em>gerade aus Ruanda zur&uuml;ck; vgl. ihre Ruanda-Tageb&uuml;cher </em><a href="http://www.tagesspiegel.de"><em>www.tagesspiegel.de</em></a> ): Von der Struktur her habe sich nicht viel ge&auml;ndert. In Kinshasa gebe es wenig politischen Willen, staatliche Strukturen aufzubauen. Weiterhin profitieren zu viele von Instabilit&auml;t im Ostkongo.</p>
<p>In Ruanda gebe es einen Unwillen, sich mit der Konfliktgeschichte zu besch&auml;ftigen.</p>
<p>Vor zwanzig Jahren habe es in Deutschland praktisch keine Berichterstattung zum Genozid in Ruanda gegeben. Die begann erst mit der Fl&uuml;chtlingskatastrophe. Eine ehrliche Konfliktaufarbeitung m&uuml;sse zumindest in der Zivilgesellschaft stattfinden.</p>
<p>Im allgemeinen Irrsinn versucht MONUSCO den bewaffneten Kampf zu &uuml;berwinden, der f&uuml;r manche aber die einzige Jobchance ist.</p>
<p>Die DD&amp;R-Defizite seien traditionell.</p>
<p>In der deutschen &Ouml;ffentlichkeit herrsche eine gro&szlig;e Unlust, sich mit Details zu besch&auml;ftigen.</p>
<p>Das neue deutsche Afrika-Engagement sei aus Verb&uuml;ndeten-Loyalit&auml;t gegen&uuml;ber Frankreich erwachsen &ndash; und nicht aus Einsicht in die au&szlig;en- und sicherheitspolitische und humanit&auml;re&nbsp; Dringlichkeit der Konflikte s&uuml;dlich der Sahara.</p>
<p><strong>Martin Kobler</strong>: In den befreiten Gebieten sei er in die Schulen und Gef&auml;ngnisse gegangen. Alle Leute sagen, sie wollten Frieden, Landwirtschaft betreiben.</p>
<p>Bemerkenswert sei, wie sehr doch kongolesischen Armee und Polizei als Sicherheitsgaranten gesehen werden. Mit der Polizei laufe es am besten, weniger mit der Justiz. Die Armee sei am schwierigsten.</p>
<p>Die bewaffneten Gruppen seien weitgehend kriminell und menschenverachtend mit ihren Kindersoldaten. Eltern werden vor den Augen der Kinder erschossen, um ihnen den R&uuml;ckzug nach zuhause abzuschneiden. Hier werde Verzweiflung als Kriegsmittel eingesetzt.</p>
<p>SSR sei eine Frage des politischen Willens. Auch EUSEC habe diese Aufgabe vernachl&auml;ssigt. Bei MONUSCO habe er die &bdquo;Einheit&ldquo; SSR mit einer (!) Person &uuml;bernommen. Er selbst habe die Koordination auf den Feldern SSR, DDR und Wahlen &uuml;bernommen.</p>
<p>Zur Interventionsbrigade: Das Mandat war eigentlich immer dasselbe (Schutz der Zivilbev&ouml;lkerung). Auch die Blauhelme h&auml;tten k&auml;mpfen k&ouml;nnen. Es sei vor allem eine Mentalit&auml;tsfrage: Die traditionellen Blauhelme m&uuml;ssten an die Mentalit&auml;t und den Auftrag der Interventionsbrigade angepasst werden. Schluss sein m&uuml;sse mit der fr&uuml;her praktizierten Kohabitation mit bewaffneten Gruppen.</p>
<p>Alle MONUSCO-Kr&auml;fte, die nicht direkt in der Hauptstadt gebraucht w&uuml;rden (z.B. Force-Headquarter, Nachrichtendienstler), w&uuml;rden in den Osten verlegt.</p>
<p><strong>FDLR</strong>: Diese sei f&uuml;r Ruanda wohl keine milit&auml;rische, aber eine mentale Bedrohung. Die Bek&auml;mpfung der FDLR habe f&uuml;r MONUSCO jetzt erste Priorit&auml;t. Aber die FDLR sage, sie wolle nicht k&auml;mpfen. Wer sich mit seinen kleinen Einheiten nicht dem Kampf stelle, sei schwierig zu bek&auml;mpfen. MONUSCO versuche zuerst immer den friedlichen Weg: Abgabe von Waffen, Repatriierung nach Ruanda, die F&uuml;hrer auf Grundlage der internationalen Haftbefehle nach Den Haag. Aber die Bek&auml;mpfung der FDLR sei schwieriger als die der M23 und weniger spektakul&auml;r.</p>
<p><strong>Ganzheitlicher Ansatz</strong>: Falsch sei eine Diskussion, die nur um die Interventionsbrigade kreise. Man d&uuml;rfe die Dinge nicht isoliert betrachten! Clear, Hold, Build geh&ouml;ren zusammen. Hier sei die Internationale Gemeinschaft gefordert!</p>
<p>Zugleich d&uuml;rfe man das Unternehmen nicht &uuml;berambitioniert angehen. Bisher gebe es nur drei, vier &bdquo;Inseln der Stabilit&auml;t&ldquo;. Jede einzelne Initiative sei extrem wichtig.</p>
<p>Die Schulen laufen schnell wieder an.</p>
<p>Vorletzte Woche war er noch in einem gerade &uuml;berfallenen Dorf in Katanga. Dort habe er in die Augen Hunderter massenvergewaltigter Frauen gesehen. Diese Menschen haben Einsatz und Unterst&uuml;tzung verdient! (<em>&Uuml;ber 600 H&uuml;tten in elf D&ouml;rfern wurden seit Oktober im &bdquo;Dreieck des Todes&ldquo; zwischen Pweto, Mitwaba und Manono in Katanga zerst&ouml;rt, meistens bei Angriffen der Mayi-Mayi- und der Bakata-Katanga-Milizen. In Katanga gibt es insgesamt mehr als 400.000 Vertriebene; seit Oktober 2012 wurden lt. UNICEF 2.000 Kinder zwischen 7 und 17 Jahren als Kindersoldaten rekrutiert. In der Provinz sind nur 400 Blauhelm-Soldaten aus Benin stationiert. Angesichts der &bdquo;humanit&auml;ren Katastrophe&ldquo; k&uuml;ndigte Kobler Verst&auml;rkung durch die Interventionsbrigade an.</em>)</p>
<p>Mit den &bdquo;Inseln der Stabilit&auml;t&ldquo; laufe es zufriedenstellend. Auch in 2014 soll ein Roll-Back verhindert werden. Inzwischen seien 15.000 Binnenvertrieben zur&uuml;ck. Am 13. Januar gab es wieder einen Angriff auf Pinga in Nord-Kivu. Jetzt verteidigte auch eine Blauhelm-Kompanie. Es wird gehalten, auch mit Verlusten. Er habe aber Sorge, was in sechs, neun Monaten sei, wenn internationale Unterst&uuml;tzung wom&ouml;glich ausbleibe.</p>
<p><em>(Eine erste &bdquo;Insel der Stabilit&auml;t&ldquo; liegt im Raum Kiwanja &ndash; Rutshuru &ndash; 30 km<sup>2 </sup>-, die zweite um Pinga.)</em></p>
<p><strong>Amani-Festival in Goma</strong>: Vom 14. bis 16. Februar fand im College Mwanga in Goma das Amani(= Frieden)-Festival mit internationalen, regionalen und lokalen Musikern statt. Damit dort Jugendliche aus Ruanda mitfeiern und &ndash;tanzen konnten, habe man mit Ruanda eine Grenz&ouml;ffnung nach 18.00 Uhr verhandelt. Das sei V&ouml;lkerverst&auml;ndigung!</p>
<p>(<em>Unter der Losung &bdquo;Playing for Change &ndash; Singing for Peace&ldquo; kamen 20.000 Besucher zu dem ersten Festival dieser Art in der Region zusammen. Auf der B&uuml;hne u.a. Lexxus Legal, ausgezeichnet als bester Hip-Hopper Afrikas, und Lokua Kanza, der mit Peter Maffay durch Deutschland tourte. Verschiedene Organisationen und NGO`s konnten ihre Arbeit pr&auml;sentieren. Am 19.2.2014 erschien in der SZ ein Bericht von Judith Raupp: &bdquo;Super cool &ndash; Ein Musikfestival im Ostkongo, einer Gegend, die seit dem Genozid in Ruanda nicht zur Ruhe kommt. Kann das gutgehen? - Ja!&ldquo;Am 18.8.2013 hatte J. Raupp in einer ganzseitigen SZ-Reportage &uuml;ber den Teufelskreis aus Gewalt und Resignation berichtet: &bdquo;Agathas zerbrochener Traum&ldquo;. Medienberichte, Videos, Fotos unter </em><a href="http://www.amanifestival.com/en/2014-edition"><em>www.amanifestival.com/en/2014-edition</em></a><em> , offizieller Trailer </em><a href="http://www.youtube.com/watch?v=G8ItuFT4f84"><em>www.youtube.com/watch?v=G8ItuFT4f84</em></a></p>
<p>Er beanspruche, realistisch zu sein. Jetzt gebe es eine wirkliche Chance. Die gelte es zu nutzen. &bdquo;Ich will es wenigstens versucht haben.&ldquo;</p>
<p>Wenn &bdquo;Verantwortung&ldquo; mit UN-Engagement verbunden w&uuml;rden, dann w&auml;re das ein Schirm. Es brauche &bdquo;frisches UN-Engagement!&ldquo;</p>
<p>Amnestie sei m&ouml;glich f&uuml;r Akte der Rebellion, nicht aber f&uuml;r Vergewaltigungen und den Einsatz von Kindersoldaten.</p>
<p><strong>Ein Kongolese</strong> berichtet von seinem k&uuml;rzlichen Besuch in der Heimat: Alle sagen: gut, dass MONUSCO in den Osten gehe, dass mit Kobler endlich einer mal was mache. Bisher h&auml;tte die UN eine schlechte Reputation gehabt, habe nichts f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung getan, aber gut verdient.</p>
<p><strong>Kommentar:</strong></p>
<p><strong>(1) R&uuml;ckblick</strong>: Im Kontext der EU-Wahlabsicherungsmission EUFOR DRK 2006 packte mich &bdquo;der Kongo&ldquo;. Im April 2006 besuchte ich zusammen mit Hans-Christian Str&ouml;bele Kinshasa, um Bedarf, Risiken und Chancen einer EU-Mission zu erkunden. Wir erlebten eine bewundernswert vitale Zivilgesellschaft und die Kulissen eines kaputten Staates. Ende 2006 musste ich ern&uuml;chtert feststellen, dass die deutsche politische Zuwendung zum Kongo nicht ernst gemeint war. Mit einer Delegation der SADC-Parlamentariergruppe besuchte ich im April 2008 erstmalig Bukavu und Goma im Ost-Kongo. In meinem Reisebericht &bdquo;<em>Kongo im 2. Jahr nach der Wahl: Wenige Fortschritte, viel Stagnation, H&ouml;llen auf Erden</em>&ldquo; schrieb ich:</p>
<p><em>&bdquo;Im Wahljahr 2006 fand der Friedensprozess im Kongo hierzulande zu Recht breite Aufmerksamkeit und Unterst&uuml;tzung. Die in Deutschland zugleich umstrittene EU-Mission EUFOR konnte im Verbund mit MONUC die erheblichen Sicherheitsrisiken der Wahlen im Zaum halten und hat ihren begrenzten Auftrag erfolgreich gemeistert. Die Chancen des Wahlprozesses wurden hingegen kaum genutzt, die an die Wahlen gekn&uuml;pften Hoffnungen wurden breit entt&auml;uscht. Die Lebensbedingungen haben sich nicht gebessert. In der Politik &uuml;berwiegt Stagnation. Die humanit&auml;re Lage im Ostkongo und insbesondere der sexuelle Terrorismus schreien gen Himmel.</em></p>
<p><em>Die (richtigen) gro&szlig;en Worte der Bundesregierung zur zentralen Rolle des Wahlprozesses und seiner Absicherung durch EUFOR wurden nachtr&auml;glich entwertet und unglaubw&uuml;rdig, seitdem in Berlin die fristgem&auml;&szlig;e Beendigung des Bundeswehreinsatzes als&nbsp; d e r&nbsp; Erfolg gefeiert wird und das Interesse und Engagement gegen&uuml;ber der DRK wieder auf das Vorwahlniveau schrumpfte.</em></p>
<p><em>Der Verdacht, der Kongo-Einsatz der Bundeswehr sei ein T&uuml;r&ouml;ffner f&uuml;r deutsche imperialistische Interessen im rohstoffreichen Kongo, best&auml;tigte sich nicht, im Gegenteil. Es dr&auml;ngt sich vielmehr der Eindruck auf, dass die Bundesregierung sich aus den internationalen Bem&uuml;hungen zur Stabilisierung und Konfliktl&ouml;sung im Kongo davonschleicht und sich mit dem &ndash; guten &ndash; entwicklungspolitischen Engagement deutscher Organisationen und ihrer Partner bescheidet. Die deutsche Beteiligung an EUFOR war auf Ebene der Bundesregierung offenbar in erster Linie durch EU-Loyalit&auml;t motiviert &ndash; und nicht durch ein ehrliches Interesse an einem nachhaltigen Friedensprozess im Kongo, von einer strategischen Einbettung ganz zu schweigen.</em></p>
<p><em>Es ist ein Gebot der Responsibility to Protect wie des europ&auml;ischen Interesses an einem friedlichen Nachbarkontinent Afrika, dass die Staaten endlich einm&uuml;tig, energisch und praktisch den Gewaltakteuren und &ndash;strukturen in Ostkongo und der Region entgegentreten. Dazu geh&ouml;rt,</em></p>
<p><em>- dass die Bundesregierung das friedensst&ouml;rende Wirken f&uuml;hrender FDLR-Vertreter in Deutschland unterbindet;</em></p>
<p><em>- nicht bei der Scheckbuchdiplomatie gegen&uuml;ber MONUC und der Sicherheitssektorreform stehenzubleiben, sondern endlich auch personell zu ihrer St&auml;rkung beizutragen;</em></p>
<p><em>- im Rahmen der internationalen Gemeinschaft zur Verbesserung der Grenz&uuml;berwachung und des Zollwesens sowie einer l&uuml;ckenlosen Zertifizierung ostkongolesischer Rohstoffe beizutragen;</em></p>
<p><em>- das Engagement f&uuml;r eine forcierte Rehabilitierung der Verkehrswege als Lebensadern f&uuml;r die Menschen im Ostkongo und die sofortige Freigabe der Gelder des &bdquo;Friedensfonds&ldquo; des BMZ.</em></p>
<p><em>Die Stabilisierung und Friedensf&ouml;rderung der DRK darf nicht nur Sache bewundernswerter entwicklungspolitischer Akteure und Ma&szlig;nahmen sein. Sie muss auch wieder ein Thema deutscher Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik sein. (&hellip;)&ldquo; (Der Reisebericht unter </em><a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=131&amp;aid=702"><em>www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=131&amp;aid=702</em></a><em> ; SZ 24.5.2008 &bdquo;Unvorstellbare Grausamkeiten&ldquo;)</em></p>
<p><strong>(2) Inseln der Hoffnung</strong>: Mit dem Abkommen von Addis Abeba und dem konsequenten Einsatz von MONUSCO zum Schutz der terrorisierten Zivilbev&ouml;lkerung bestehen Chancen auf Befreiung von Pl&uuml;nderung, Vergewaltigung, Krieg, besteht Chance auf Frieden. Schon f&uuml;r sein erstes halbes Jahr an der Spitze von MONUSCO verdient Martin Kobler hohe Anerkennung &ndash; und vor allem beste Unterst&uuml;tzung! (Ausf&uuml;hrlich zu ihm im Spiegel 46/2013 &bdquo;Martin Koblers Krieg&ldquo; <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-120780557">www.spiegel.de/spiegel/print/d-120780557</a> und Deutsche Welle <a href="http://www.dw.de/kongo-ein-deutscher-pazifist-im-kampf-gegen-die-milizen/a-17326646">www.dw.de/kongo-ein-deutscher-pazifist-im-kampf-gegen-die-milizen/a-17326646</a> ) Im Rahmen des Landesprogramms zur &bdquo;langfristigen Friedenssicherung und Konfliktpr&auml;vention&ldquo; von Brot-f&uuml;r-die-Welt &ndash; Evangelischer Entwicklungsdienst arbeiteten Ende 2013 f&uuml;nf Friedensfachkr&auml;fte in der DRK, unter ihnen auch Judith Raupp (s.o.) bei HEAL Africa in Goma. (<a href="http://www.ziviler-friedensdienst.org/de/projekt/eed-kongo">www.ziviler-friedensdienst.org/de/projekt/eed-kongo</a> )</p>
<p><strong>(3) Koh&auml;rente F&uuml;hrung</strong>: Zentral ist der Hinweis Koblers auf das voll abgestimmte und funktionierende internationale Konfliktmanagement. Eine solche Spitzen-Koh&auml;renz ist die erste Voraussetzung, dass internationales Krisenmanagement &uuml;berhaupt Aussicht auf Erfolg haben kann.</p>
<p>Die F&uuml;hrung der Mission selbst erfolgt aus der <span style="text-decoration: underline;">einen</span> Hand des SRSG. Bei allen Kriseneins&auml;tzen, an denen Deutschland mit gr&ouml;&szlig;eren Kontingenten beteiligt war (SFOR, KFOR, ISAF), gab es immer ein mehr oder vor allem weniger gekl&auml;rtes Nebeneinander von milit&auml;rischer und politischer F&uuml;hrung. Wichtig zu erfahren w&auml;re, wie sehr die potenzielle F&uuml;hrungskoh&auml;renz bei MONUSCO durch den Sicherheitsrat einerseits und die Truppenstellernationen andererseits relativiert, vielleicht sogar konterkariert wird.</p>
<p><strong>(4) Milit&auml;rische Wirksamkeit</strong>: Wie konnte es gelingen, in einem solchen Umfeld die M23 mit kongolesischer Armee und &bdquo;nur&ldquo; 3.000 Soldaten der Interventionsbrigade wirksam zu bek&auml;mpfen? Wieweit spielte dabei auch eine relativ geringe Kampfkraft, -motivation und Verankerung der M23 eine Rolle?</p>
<p><strong>(5) Zivil-milit&auml;rische Ungleichzeitigkeiten</strong>: Ein Kernproblem in solchen Konfliktszenarien ist immer wieder der &bdquo;Scheibenwischereffekt&ldquo;: Bewaffnete Gruppen werden aus einem Gebiet vertrieben &ndash; und kehren zur&uuml;ck, wenn die Hold-Ma&szlig;nahmen und &ndash;Kr&auml;fte auf sich warten lassen und die Clear-Kr&auml;fte wieder abziehen. Der Aufbau effektiver + legitimer Staatlichkeit dauert immer betr&auml;chtlich l&auml;nger und ist viel komplizierter. Er kann nicht von au&szlig;en implantiert werden. Erfolgreiche Milit&auml;roperationen k&ouml;nnen ihre Ziele innerhalb von Tagen und Wochen erreichen. Aufbau&ldquo;operationen&ldquo; hingegen brauchen Monate, Jahre, z.T. Jahrzehnte. (Vgl. die Erfahrungswerte im World Development Report der Weltbank von 2012) Beim (Wieder-)Aufbau lokal orientiert zu powern, ist da eine unbedingt notwendige &ndash; allerdings nicht hinreichende &ndash; Bedingung.</p>
<p><strong>(6) Lackmustest auf (Schutz-)Verantwortung</strong>: Der Kongo ist seit Jahren ein Beispiel daf&uuml;r, wie wenig bisher die Schutzverantwortung gegen&uuml;ber schwersten Massenverbrechen in der deutschen und europ&auml;ischen Politik angekommen war.</p>
<p>Mit der M&uuml;nchener Rede von Bundespr&auml;sidenten Gauck, mit den Reden von Au&szlig;enminister Steinmeier, mit dem Papier &bdquo;Neue Macht &ndash; Neue Verantwortung&ldquo; von SWP und GMF hat die deutsche Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik einen neuen &bdquo;Verantwortungs-Schub&ldquo; erhalten. Wie ich die Texte gelesen habe und ihre Redner kenne, halte ich die Interpretation, hier werde vermehrten Milit&auml;rinterventionen das Wort geredet, f&uuml;r falsch und eine Unterstellung.</p>
<p>Bundespr&auml;sident Gauck fragt:</p>
<p>&bdquo;<em>Tun wir, was wir tun k&ouml;nnten, um unsere Nachbarschaft zu stabilisieren, im Osten wie in Afrika? (&hellip;) Ja interessieren wir uns &uuml;berhaupt f&uuml;r manche Weltgegenden so, wie es die Bedeutung dieser L&auml;nder verlangt? Welche Rolle wollen wir in den Krisen ferner Weltregionen spielen? Engagieren wir uns schon ausreichend dort, wo die Bundesrepublik eigene und eigens Kompetenz entwickelt hat &ndash; n&auml;mlich bei der Pr&auml;vention von Konflikten?&ldquo; Selbstverst&auml;ndlich sollte es heute f&uuml;r Deutschland und seine Verb&uuml;ndeten sein, &bdquo;Hilfe anderen nicht einfach zu versagen, wenn Menschenrechtsverletzungen in V&ouml;lkermord, Kriegsverbrechen, ethnischen S&auml;uberungen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit m&uuml;nden</em>.&ldquo;</p>
<p>&Uuml;bernahme von mehr unternationaler Verantwortung durch Deutschland? Ein vermehrtes praktisch-personelles Engagement im Rahmen der Vereinten Nationen m&uuml;sste da an vorderster Stelle stehen &ndash; jetzt mit mehr Zivilexperten, einigen Polizisten und einzelnen Peacekeepern auch f&uuml;r MONUSCO! Jetzt gibt es Chancen, die H&ouml;llen auf Erden im Ostkongo zur&uuml;ckzudr&auml;ngen!</p>
<p>Wer von mehr Verantwortung spricht und Schutzverantwortung betont, kann sich gegen&uuml;ber MONUSCO nicht mehr mit Scheckbuchdiplomatie begn&uuml;gen.</p>
<p><strong>(7) Westf&auml;lische Kirchenleitung in Ruanda und im Kongo</strong>: W&auml;hrend Martin Kobler in Berlin in vielen Gespr&auml;chsrunden um mehr Aufmerksamkeit und deutsches politisches Engagement f&uuml;r den Friedensprozess in der DRK und MONUSCO wirbt, bereist eine Delegation der Leitung der Evangelischen Kirche von Westfalen Ruanda und Ostkongo. Meike Friedrich, Superintendentin des Kirchenkreises M&uuml;nster, und andere Mitglieder der Delegation berichten t&auml;glich anschaulich unter <a href="http://kirchenleitung-unterwegs.ekvw.de">http://kirchenleitung-unterwegs.ekvw.de</a> &uuml;ber Besuche in einem Fl&uuml;chtlingslager, im Zentrum f&uuml;r Frauenarbeit, im evangelischen Ausbildungszentrum CAPA, beim Pole-Institut, bei MONUSCO, beim deutschen Botschafter in Kigali, in der nationalen Genozid-Gedenkst&auml;tte, in der protestantisch-&ouml;kumenischen Universit&auml;t in Butare/Huye, &uuml;ber eine internationale Fachtagung &uuml;ber &bdquo;Reconciliation and Sustainable Peace &ndash; Impulse of the theology of Dietrich Bonhoeffer for the European and African context&ldquo; in Kibuye/Ruanda.</p>
<p>Laut Pressemitteilung vom 28.2.2014 appellierten bei der Tagung &bdquo;leitende Vertreter evangelischer Kirchen in Ruanda und Deutschland an die verantwortlichen Politiker (&hellip;), sich f&uuml;r eine friedliche Entwicklung im Ostkongo und den angrenzenden L&auml;ndern einzusetzen. Die internationale Gemeinschaft habe die Aufgabe, solche Bem&uuml;hungen nach Kr&auml;ften zu unterst&uuml;tzen.&ldquo;</p>
<p>Im politischen Prozess kommt es darauf an, dass Kriegseind&auml;mmung und Friedensf&ouml;rderung in Ostkongo nicht allein Thema von Kirchen, humanit&auml;ren und Entwicklungsorganisationen und NGO`s ist, sondern auch f&uuml;r die Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik zu einem dringenden&nbsp; Thema wird.</p></div>


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