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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Kleine Anfrage: Zur Menschenrechtslage und zu den zivilen Opfern in Afghanistan</title>
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    <span class="xar-mod-title">/ e-politik.de / + Internationale Politik und Regionen</span>

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        <h1>
            Kleine Anfrage: Zur Menschenrechtslage und zu den zivilen Opfern in Afghanistan         </h1>
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       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 17. Oktober 2008 18:08:41 +02:00 (182910 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Winfried Nachtwei will in einer Anfrage von der Bundesregierung wissen, wie die Menschenrechtssituation in Afghanistan sich konkret entwickelt hat. Die Anfrage findet sich hier:</p></div>
            <div>    <p><strong>Deutscher Bundestag</strong></p>
<p><strong>16.Wahlperiode</strong></p>
<p><strong>Kleine Anfrage der Abgeordneten Winfried Nachtwei, JÃ¼rgen Trittin, Kerstin MÃ¼ller, Ute Koczy, Volker Beck und der Fraktion der <strong>Fraktion BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN</strong></strong></p>
<p><strong>Zur Menschenrechtslage und zu den zivilen Opfern in Afghanistan</strong></p>
<p>Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich in diesem Jahr weiter verschlechtert. Dabei sind die Unterschiede zwischen den Regionen weiterhin erheblich. In der ersten HÃ¤lfte 2008 ist die Anzahl der Todesopfer in der afghanischen ZivilbevÃ¶lkerung im Kontext bewaffneter Konflikte laut einem im September 2008 verÃ¶ffentlichten Bericht des UNAMA Human Rights Teams im Vergleich zum Vorjahr um 39 Prozent drastisch angestiegen. WÃ¤hrend zwischen Januar und August 2007 1040 Zivilisten zu Tode kamen, sei diese Zahl 2008 auf 1445 Todesopfer angewachsen. Der August 2008 war laut UNAMA mit 330 getÃ¶teten Zivilisten der Monat mit der hÃ¶chsten Anzahl an Zivilopfern seit dem Ende der Taliban-Herrschaft im Jahr 2001. (Vgl. <a href="http://www.ohchr.org/SPdocs/Afg-UNAMAstats10sept08.doc">http://www.ohchr.org/SPdocs/Afg-UNAMAstats10sept08.doc</a>&lt;cite&gt;)&lt;/cite&gt;</p>
<p>FÃ¼r 55 Prozent der Todesopfer in der afghanischen ZivilbevÃ¶lkerung sind laut UNAMA-Bericht AufstÃ¤ndische verantwortlich. Sie nehmen bei Angriffen auf afghanische SicherheitskrÃ¤fte und internationale Truppen zivile Opfer billigend in Kauf, nehmen Zivilisten als â€žSchutzschilde&quot; und greifen Regierungsvertreter, Schulen, Gesundheitseinrichtungen und zivile Helfer direkt an. 40 Prozent der Opfer seien trotz VerschÃ¤rfung der Einsatzregeln von ISAF im Jahr 2007 durch internationale Truppen, insbesondere durch Luftangriffe, ums Leben gekommen. Der Anfang August 2008 von Human Rights Watch  verÃ¶ffentlichte Bericht â€žTroops in Contact&quot; - Airstrikes and Civilian Deaths in Afghanistan&quot;  legte etwas andere Zahlen vor. Er kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass die Mehrzahl der Zivilopfer 2008 durch Selbstmordattentate und Angriffe von AufstÃ¤ndischen zu Tode gekommen sei. Gleichzeitig stellt der Bericht jedoch fest, dass die Anzahl der Zivilopfer durch Luftangriffe von OEF/ISAF zwar immer noch auf einem hohen Niveau, aber im Vergleich zum Vorjahr zurÃ¼ckgegangen sei. Ausschlaggebend fÃ¼r die noch immer hohen Zivilopfer bei Luftangriffen seien laut Human Rights Watch vor allem ungeplante LufteinsÃ¤tze zur UnterstÃ¼tzung von in BedrÃ¤ngnis geratenen Bodentruppen und dabei insbesondere von OEF-KrÃ¤ften. Der stellvertretende UN-Afghanistanbeauftragte, Chris Alexander, fÃ¼hrt die hohe Anzahl der Zivilopfer durch Luftangriffe von OEF/ISAF darauf zurÃ¼ck, dass nicht alle internationalen Truppen unter einem Kommando stÃ¼nden und denselben strengen Einsatzregeln folgen wÃ¼rden. (<a href="http://www.tagesschau.de/ausland/afghanistan456.html">http://www.tagesschau.de/ausland/afghanistan456.html</a>)</p>
<p>Die EinschÃ¼chterungskampagne der AufstÃ¤ndischen hat dazu gefÃ¼hrt, dass seit 2007 400.000 Menschen ihren Zugang zu Basisgesundheitsdiensten verloren haben, dass 300.000 Kinder ihre Schulen nicht besuchen kÃ¶nnen und immer mehr Distrikte auch fÃ¼r humanitÃ¤re Hilfe nicht mehr zugÃ¤nglich sind. Besonders in den betroffenen Gebieten im SÃ¼den und Osten des Landes hat die hohe Anzahl an Zivilopfern durch Luftangriffe zu EntrÃ¼stung und zu mehreren Demonstrationen gegen das Vorgehen von OEF/ISAF und afghanischen SicherheitskrÃ¤ften gefÃ¼hrt. Laut ACBAR, einem Zusammenschluss von etwa 100 Hilfsorganisationen in Afghanistan, werde dieser Unmut in der BevÃ¶lkerung noch durch die meist nur schleppenden und nicht transparenten Untersuchungen der VorfÃ¤lle bestÃ¤rkt. (<a href="http://www.tagesschau.de/ausland/afghanistan456.html">http://www.tagesschau.de/ausland/afghanistan456.html</a>) Der UNAMA-Bericht Ã¤uÃŸerte sich ebenfalls kritisch zur fehlenden Transparenz von ISAF, OEF und ANSF Kommandostrukturen. Dies erschwere die AufklÃ¤rung der Verantwortlichkeit fÃ¼r die VorfÃ¤lle erheblich, so der Bericht.  (Vgl. <a href="http://www.ohchr.org/SPdocs/Afg-UNAMAstats10sept08.doc">http://www.ohchr.org/SPdocs/Afg-UNAMAstats10sept08.doc</a>)</p>
<p>Die Bundeswehr legt in der Ausbildung und im Einsatz ganz besonderen Wert darauf bei ihren Operationen Zivilopfer unbedingt zu vermeiden. Am 29. September 2008 ereignete sich ein tÃ¶dlicher Zwischenfall unter Beteiligung der Bundeswehr. Bei einem Checkpoint in der Provinz Kunduz erÃ¶ffnete Ende August ein deutscher Soldat das Feuer auf ein sich nÃ¤herndes Fahrzeug, nachdem es auf Stoppsignale und WarnschÃ¼sse nicht reagiert hatte. Eine Frau und zwei Kinder wurden dabei getÃ¶tet. Der Familie der Opfer wurde von der Bundesregierung eine EntschÃ¤digung gezahlt, die zustÃ¤ndige Staatsanwaltschaft in Potsdam leitete Ermittlungen gegen einen der beteiligten Soldaten ein. Die Ermittlungen dauern an.</p>
<p>Die VerschÃ¤rfung der Sicherheitslage und die Zunahme der SicherheitsvorfÃ¤lle haben deutlich negative Auswirkungen auch auf die Menschenrechtssituation in Afghanistan. Im Menschenrechtsbericht der Bundesregierung 2008 heiÃŸt es: â€žIm siebten Jahr nach dem Sturz der Taliban Ã¼berschattet die Entwicklung der Sicherheitslage in Afghanistan auch die Fortschritte bei der Menschenrechtslage. Der Arm der Zentralregierung erreicht weite Teile des Landes - insbesondere den SÃ¼den und Osten - nicht ausreichend. Damit kann der Staat dort auch nicht ein hinreichendes MaÃŸ an Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechtsschutz garantieren.&quot; (BT-Drs. 16/10037)</p>
<p>Amnesty International berichtet im Jahresbericht 2008 ebenfalls Ã¼ber schwere Menschenrechtsverletzungen. Die SchwÃ¤che der afghanischen Polizei und Justiz trÃ¼gen dazu ebenso bei wie eine â€žKultur der Straflosigkeit&quot; fÃ¼r vorangegangene Menschenrechtsverbrechen. Die afghanischen SicherheitskrÃ¤fte, darunter der Geheimdienst NSD, werden mit schweren VorwÃ¼rfen Ã¼ber Folter und Misshandlungen konfrontiert. 2007 wurde erstmals in Afghanistan die Todesstrafe wieder aufgenommen. Pressefreiheit und Rechte von Frauen sind weiterhin bedroht.</p>
<p>Dies beklagen auch Frauen-NGOs und VertreterInnen der demokratischen Zivilgesellschaft in Afghanistan. Sie kritisieren, dass die Menschenrechte in Afghanistan seitens der afghanischen Regierung und der internationalen Gemeinschaft keine ausreichende PrioritÃ¤t mehr habe und die Lage der Frauen inzwischen weitgehend aus dem Blick geraten sei. Die in London ansÃ¤ssige NGO &quot;Womankind Worldwide&quot; kommt in einem Bericht zur Situation von Frauen in Afghanistan von 2008 zu dem Ergebnis, dass insbesondere in den Provinzen die Situation von Frauen problematisch sei und Frauen dort meist ihrem Schicksal Ã¼berlassen blieben. Zwangsehen, hÃ¤usliche Gewalt, Ehrenmorde, sexuelle Ãœbergriffe oder Vergewaltigungen gehÃ¶rten zu den gegen Frauen angewandten Gewaltformen. Trotz regionaler Unterschiede sei die Bewegungsfreiheit fÃ¼r Frauen generell stark eingeschrÃ¤nkt. <br /> (Vgl.<a href="http://www.womankind.org.uk/upload/Taking%20Stock%20Report%2068p.pdf">http://www.womankind.org.uk/upload/Taking%20Stock%20Report%2068p.pdf</a>)</p>
<p>ZusÃ¤tzlich gefÃ¤hrdet sind Frauen in Ã¶ffentlichen Positionen. Sie mÃ¼ssen mit Gewaltandrohungen und AnschlÃ¤gen auf ihr Leben rechnen. Die Direktoren der Departmente fÃ¼r Frauenangelegenheiten in Kandahar, Helmand, Farah, Uruzgan, Wardak und Nuriestan erhielten bereits Gewaltandrohungen. (Vgl. United States Department of State, 11. MÃ¤rz 2008) TÃ¤ter sind meist bewaffnete AufstÃ¤ndische oder FÃ¼hrer des konservativ-religÃ¶sen Establishments. (Vgl. Freedom House, Juli 2008) Am 27. September 2008 wurde Malalai Kakar, ranghÃ¶chste Polizistin in Kandahar, von TalibanattentÃ¤tern vor ihrem Haus erschossen. (<a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/afghanistan/Afghanistan-taliban">www.tagesspiegel.de/politik/afghanistan/Afghanistan-taliban</a>)</p>
<p>Wir fragen die Bundesregierung:</p>
<p><strong>Zur Menschenrechtslage in Afghanistan: </strong></p>
<p>1.         Wie stellt sich nach Erkenntnis der Bundesregierung die Menschenrechtssituation in Afghanistan allgemein und wie fÃ¼r Frauen im Besonderen konkret dar?</p>
<p>2.         Was sind nach Auffassung der Bundesregierung die Ursachen fÃ¼r die Verschlechterung der Menschenrechtssituation in Afghanistan?</p>
<p>3.         Welche Personengruppen sind nach Kenntnis der Bundesregierung besonderen GefÃ¤hrdungen durch Verfolgung, Gewaltandrohungen etc. ausgesetzt und von welchen Gruppen gehen diese Gewaltakte nach Kenntnis der Bundesregierung aus?</p>
<p>4.         Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung Ã¼ber die Menschenrechtssituation von religiÃ¶sen und sexuellen Minderheiten?</p>
<p>5.         Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung Ã¼ber systematische Menschenrechtsverletzungen an Frauen in Afghanistan?</p>
<p>6.         Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung Ã¼ber den Aufbau von Vertretungen des Department of Women Affairs in den einzelnen Distrikten und welche MaÃŸnahmen ergreift die Bundesregierung, um den Aufbau entsprechender DistriktbÃ¼ros zu fÃ¶rdern?</p>
<p>7.         Welche MaÃŸnahmen unterstÃ¼tzt bzw. plant die Bundesregierung konkret, um die Menschenrechtssituation generell und die von Frauen speziell zu verbessern?</p>
<p>8.         Inwieweit sind nach Auffassung der Bundesregierung afghanische SicherheitskrÃ¤fte, der Geheimdienst NSD oder andere BehÃ¶rden fÃ¼r systematische Menschenrechtsverletzungen verantwortlich?</p>
<p>9.         Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung Ã¼ber die massiven FoltervorwÃ¼rfe gegenÃ¼ber dem NSD?</p>
<p>10.      Wie bewertet die Bundesregierung den Zustand afghanischer GefÃ¤ngnisse und wie setzt sie sich fÃ¼r eine Verbesserung ein?</p>
<p>11.      Wie viele Hinrichtungen wurden seit 2001 in Afghanistan von staatlicher Seite durchgefÃ¼hrt? Wie beurteilt die Bundesregierung die Rechtsstaatlichkeit der jeweiligen Strafverfahren, in denen ein Todesurteil gefÃ¤llt wurde, sowie den Vollzug der Strafe?</p>
<p>12.      Inwieweit wird seitens der Bundesregierung und der NATO sichergestellt, dass von Bundeswehr und ISAF Ã¼berstellte Gefangene bei der Befragung und in Haft durch afghanische SicherheitskrÃ¤fte keinen Misshandlungen ausgesetzt werden?</p>
<p>13.      Wie ist der aktuelle Stand hinsichtlich der Vorbereitung eines Abkommens zwischen Deutschland und Afghanistan, um sicherzustellen, das von deutschen SoldatInnen an afghanische Stellen Ã¼bergebene Personen nicht gefoltert und die Todesstrafe nicht an ihnen vollstreckt wird?</p>
<p>14.      Welche Personen in der Regierung und im Parlament stehen nach Kenntnis der Bundesregierung im Verdacht Drogenbarone, ehemalige Kriegsverbrecher und Drahtzieher krimineller Netzwerke zu sein?</p>
<p>15.      Was unternimmt die Bundesregierung, um die demokratischen KrÃ¤fte in der Regierung und im Parlament gegen diesen Personenkreis zu stÃ¤rken und wie geht die Bundesregierung in ihrem Verantwortungsbereich mit afghanischen ReprÃ¤sentanten um, die sich nach ihrer Kenntnis in der Vergangenheit oder aktuell schwere Menschenrechtsverletzungen haben zu Schulden kommen lassen?</p>
<p>16.      Wie bewertet die Bundesregierung den Stand der Umsetzung des Action Plan for Peace, Reconciliation and Justice und welche MaÃŸnahmen ergreift die Bundesregierung, um die Umsetzung des Aktionsplans voranzubringen?</p>
<p>17.      Welche MaÃŸnahmen ergreift die Bundesregierung, um Straffreiheit und Korruption in Afghanistan zu minimieren?</p>
<p>18.      Inwieweit ist das deutsche Einsatzkontingent berechtigt bzw. verpflichtet akut Verfolgten Schutz zu gewÃ¤hren?</p>
<p>19.      Wie beurteilt die Bundesregierung das SpannungsverhÃ¤ltnis zwischen staatlichem, traditionellem und islamischem Recht in Afghanistan, und wie bewertet sie die Anwendungspraxis der konkurrierenden Rechtssysteme in den unter deutschem Regionalkommando stehenden Nordprovinzen?</p>
<p>20.      In welchem AusmaÃŸ werden nach Kenntnis der Bundesregierung Gerichtsverfahren in Afghanistan nach islamischem Recht durchgefÃ¼hrt? Inwieweit finden andere informelle KonfliktlÃ¶sungsmechanismen Anwendung? Welche Probleme sind damit verbunden?</p>
<p>21.      Inwieweit kommt es bei Urteilen nach islamischer oder traditioneller Rechtsprechung zu Menschenrechtsverletzungen, die von Afghanistan unterzeichneten Abkommen widersprechen oder gegen die Grundwerte der afghanischen Verfassung verstoÃŸen?</p>
<p>22.      Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung Ã¼ber den aktuellen Stand im Verfahren gegen den zum Tode verurteilten Journalistikstudenten Sayed Parviz Kambakhsh und welche MaÃŸnahmen ergreift die Bundesregierung, um auf eine Freilassung Kambakhsh hinzuwirken?</p>
<p>23.      Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung Ã¼ber von Taliban eingerichtete Sharia-Gerichte und inwiefern trifft es nach Kenntnis der Bundesregierung zu, dass die Taliban in von ihnen besetzten Gebieten parallele Administrationen aufbauen?</p>
<p>24.      Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung Ã¼ber eigene GefÃ¤ngnisse der Taliban, beispielsweise in Musa Qala, zu denen weder das Internationale noch das Afghanische Rote Kreuz Zugang haben sollen?</p>
<p>25.      Welche nÃ¤heren Erkenntnisse hat die Bundesregierung Ã¼ber die Praxis von Kinderehen und sogenannten â€žKompensationen&quot; in Afghanistan? Inwieweit trifft es zu, dass insbesondere in lÃ¤ndlichen Regionen, etwa im deutschen Verantwortungsbereich in der Provinz Kundus, diese Praxis weiterhin Ã¼blich ist und welche MaÃŸnahmen ergreift bzw. unterstÃ¼tzt die Bundesregierung dagegen?</p>
<p>26.      Welche MÃ¶glichkeiten und Pflichten zur Einflussnahme auf die afghanische Rechtspraxis hat die Bundesregierung unter Beachtung der afghanischen SouverÃ¤nitÃ¤t und Eigenverantwortung und welche MaÃŸnahmen ergreift sie, um das Misstrauen der BevÃ¶lkerung gegenÃ¼ber der staatlichen Justiz abzubauen?</p>
<p>27.      Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung Ã¼ber Gefangenenlager der USA in Afghanistan und in dem von der afghanischen Regierung kontrollierten Gefangenenlager Pul-i-Charki nahe Kabul?    <br /> a) Wie viele Personen werden dort jeweils nach Kenntnis der Bundesregierung aus welchen GrÃ¼nden festgehalten?          <br /> a) HÃ¤lt nach Kenntnis der Bundesregierung deren Inhaftierung einer nach rechtsstaatlichen Prinzipien genÃ¼genden ÃœberprÃ¼fung stand?</p>
<p>28.      Welche nÃ¤heren Erkenntnisse hat die Bundesregierung Ã¼ber die Einflussnahme von Warlords und Drogenbaronen, die  offenbar versuchen, ihre Gefolgsleute in traditionellen Jirgas unterzubringen, um ihre Interessen beispielsweise in Landstreitigkeiten durchzusetzen und welche Konsequenzen hat dies fÃ¼r die deutschen MaÃŸnahmen im Bereich von Polizeiausbildung und Justizaufbau?</p>
<p>29.      Was leistet die Bundesregierung bzw. die EU zum Justizaufbau in Afghanistan?</p>
<p>30.      Welche MaÃŸnahmen ergreift bzw. welche UnterstÃ¼tzung leistet die Bundesregierung, um zwischen staatlichen, traditionellen und religiÃ¶sen FÃ¼hrern in ihrem Verantwortungsbereich ein einheitliches Rechtsbewusstsein zu fÃ¶rdern?</p>
<p>31.      Wie sieht konkret die universitÃ¤re Ausbildung und wie die Bezahlung von Richtern und Juristen in Afghanistan aus?     <br /> a) Welche juristischen StudiengÃ¤nge mit welcher inhaltlichen Ausrichtung existieren an welchen UniversitÃ¤ten?        <br /> b) Inwiefern wurde auf die Entwicklung eines gemeinsamen Curriculums hingewirkt und wie ist der konkrete Stand?     <br /> c) Wie viele Absolventen eines juristischen Studienganges gibt es bislang in Afghanistan und wie viele von Ihnen sind im Staatsdienst als Richter etc. angestellt?<br /> d) Wie viele weibliche Absolventen eines juristischen Studiums gibt es bisher und wie viele Juristinnen sind derzeit im Staatsdienst?</p>
<p><strong>Zu den Zivilopfern: </strong></p>
<p>32.      Wie bewertet die Bundesregierung die Sicherheitslage in Afghanistan insgesamt und wie jeweils in den einzelnen Provinzen?</p>
<p>33.      Wie bewertet die Bundesregierung die Ergebnisse der Berichte von UNAMA und Human Rights Watch?</p>
<p>34.      Wie erklÃ¤rt die Bundesregierung die VerschÃ¤rfung der Sicherheitslage und die Zunahme der Zivilopfer?</p>
<p>35.      Zu welchen Ergebnissen kommt die von einer zivilen Stelle im Hauptquartier von ISAF seit September 2008 gefÃ¼hrte Datenbank zu den Verantwortlichkeiten von Zivilopfern (CIFCas)?</p>
<p>36.      Welche Konsequenzen mÃ¼ssen nach Auffassung der Bundesregierung aus der aktuellen Sicherheitslage und dem Anstieg der Zivilopfer gezogen werden und auf welche MaÃŸnahmen will die Bundesregierung innerhalb der NATO konkret hinwirken, um einen besseren Schutz der ZivilbevÃ¶lkerung zu gewÃ¤hrleisten?</p>
<p>37.      Wie bewertet die Bundesregierung die Aussage des stellvertretenden UN-Afghanistanbeauftragten, Chris Alexander, wonach die hohe Anzahl ziviler Opfer durch Luftangriffe von OEF/ISAF darauf zurÃ¼ckzufÃ¼hren sei, dass nicht alle internationalen Truppen unter einem Kommando stÃ¼nden und denselben strengen Einsatzregeln folgen wÃ¼rden?</p>
<p>38.      Was wurde im vergangen Jahr an den Rules of Engagement fÃ¼r a) ISAF und b) fÃ¼r OEF geÃ¤ndert und wie hat sich dies in der Praxis nach Kenntnis der Bundesregierung jeweils ausgewirkt?</p>
<p>39.      Warum sind die Rules of Engagement in diesem Jahr erneut geÃ¤ndert worden und was konkret soll in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr a) fÃ¼r ISAF und b) fÃ¼r OEF geÃ¤ndert werden?</p>
<p>40.      Inwieweit werden die Rules of Engagement der Bundeswehr im Gegensatz zu den ROE's im Operationsplan der NATO eingeschrÃ¤nkt und inwieweit unterscheiden sie sich?</p>
<p>41.      Welche konkreten MaÃŸnahmen ergreift die Bundesregierung innerhalb der NATO, um auf eine einheitliche militÃ¤rische Strategie von ISAF und OEF und auf eine einheitliche Anwendung der Rules of Engagement â€žam Boden&quot; hinzuwirken?</p>
<p>42.      Welche Erkenntnis hat die Bundesregierung Ã¼ber die Entwicklung der SicherheitsvorfÃ¤lle in Afghanistan in diesem Jahr und wie haben sich diese im Vergleich zu den Vorjahren entwickelt? (Bitte aufgeschlÃ¼sselt nach Anzahl, Monat, Jahr, Region)</p>
<p>43.      Wie hat sich die Anzahl der Selbstmordattentate und SprengstoffanschlÃ¤ge seit 2002 entwickelt und welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung Ã¼ber VerÃ¤nderungen im operativen Vorgehen der AufstÃ¤ndischen?</p>
<p>44.      Wie viele Distrikte sind unter Kontrolle der afghanischen Regierung und wie viele unter Kontrolle der Taliban oder anderen militanten Gruppen? Wie viele Distrikte sind aufgrund der GefÃ¤hrdungslage fÃ¼r HilfsmaÃŸnahmen unzugÃ¤nglich?</p>
<p>45.      Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Anzahl der Luft-NahunterstÃ¼tzungseinsÃ¤tze (close-air-support) von ISAF und OEF seit 2006 entwickelt?</p>
<p>46.      Wie viele Zivilisten kamen nach Erkenntnis der Bundesregierung dieses Jahr bisher in Afghanistan bei Terror- und SelbstmordanschlÃ¤gen, Luftangriffen etc. ums Leben? (Bitte aufgeschlÃ¼sselt nach Anzahl, Monat, Region)</p>
<p>a.    Durch aufstÃ¤ndische und militante KrÃ¤fte?</p>
<p>b.    Durch OEF-Truppen?</p>
<p>c.    Durch ISAF-Truppen?</p>
<p>d.    Durch afghanische SicherheitskrÃ¤fte?</p>
<p>47.      Durch welche Gewaltakte (Improvised Explosive Devices; summarische Exekutionen durch Taliban; geplante Luftangriffe durch internationale Truppen; LuftnahunterstÃ¼tzung fÃ¼r in BedrÃ¤ngnis geratene Bodentruppen; <em>search and seizure</em> Aktionen; VorfÃ¤lle bei Sicherheitskontrollen etc.) sind jeweils wie viele Ziviltote zu beklagen?</p>
<p>48.      Wie viele Zivilisten kamen nach Erkenntnis der Bundesregierung im Rahmen sogenannter â€žblack operations&quot; von US-Special Forces in Afghanistan und Pakistan ums Leben? (Bitte aufgeschlÃ¼sselt nach Jahr, Monat, Region und Provinz)</p>
<p>49.      Wie verhalten sich die Opferzahlen zu denen der vorhergehenden Jahre seit Ende der Talibanherrschaft? (Bitte Angaben auch in Prozent)</p>
<p>50.      Was sind die genauen UmstÃ¤nde der fÃ¼nf opferintensivsten VorfÃ¤lle dieses Jahr?</p>
<p>51.      Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung Ã¼ber die Anzahl der Angriffe und AnschlÃ¤ge auf Hilfsorganisationen, einschlieÃŸlich UN-Organisationen, auf Schulen und Gesundheitseinrichtungen und wie hat sich die Anzahl der VorfÃ¤lle im Vergleich zu den Vorjahren entwickelt?</p>
<p>52.      Wann, wo, wie viele und unter welchen UmstÃ¤nden waren afghanische oder internationale Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen humanitÃ¤rer Einrichtungen oder Organisationen unter den Opfern und was wird getan, um die ArbeitsfÃ¤higkeit der Hilfsorganisationen aufrechtzuerhalten?</p>
<p>53.      Wie viele zivile Opfer gab es bisher im deutschen Verantwortungsbereich und unter welchen UmstÃ¤nden ereigneten sich diese VorfÃ¤lle?</p>
<p>54.      Bei wie vielen VorfÃ¤llen mit zivilen Opfern waren deutsche EinsatzkrÃ¤fte direkt oder indirekt beteiligt?</p>
<p>55.      Welche MaÃŸnahmen wurden ergriffen, um die VorfÃ¤lle aufzuklÃ¤ren?</p>
<p>56.      Gibt es eine einheitliche Strategie von ISAF/OEF zur Untersuchung von VorfÃ¤llen mit zivilen Opfern und zu ihrer Ã¶ffentlichen Kommunikation? Wenn ja, worin besteht diese? Wenn nein, welche MaÃŸnahmen ergreift die Bundesregierung, um eine transparente und einheitliche Untersuchung der VorfÃ¤lle zu gewÃ¤hrleisten?</p>
<p>57.      Wie wird die afghanische Regierung an Untersuchungen zur KlÃ¤rung ziviler TodesfÃ¤lle von ISAF/OEF beteiligt?</p>
<p>58.      Gibt es innerhalb der VerbÃ¼ndeten von ISAF/OEF eine einheitliche Regelung zum Umgang mit Hinterbliebenen von zivilen Opfern von Angriffen internationaler Truppen, zum Beispiel bei EntschÃ¤digungsmaÃŸnahmen? Wenn ja, worin besteht diese? Wenn es keine einheitliche Regelung gibt, welche EntschÃ¤digungsmaÃŸnahmen wurden in den EinzelfÃ¤llen jeweils getroffen?</p>
<p>Â </p></div>


           <br />
                        </div>
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