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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Nachtwei zur ISAF-MandatsverlÃ¤ngerung</title>
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    <span class="xar-mod-title">/ e-politik.de / + Internationale Politik und Regionen</span>

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        <h1>
            Nachtwei zur ISAF-MandatsverlÃ¤ngerung         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 7. Oktober 2008 20:20:21 +02:00 (192596 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>In der Bundestagsdebatte Ã¼ber die Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher StreitkrÃ¤fte an dem Einsatz der Internationalen SicherheitsunterstÃ¼tzungstruppe in Afghanistan (International Security Assistance Force, ISAF) hielt <strong>Winfried Nachtwei</strong> folgenden Redebeitrag:</p></div>
            <div>    <p>PrÃ¤sident <strong>Dr.Â Norbert Lammert</strong>:</p>
<p>Winfried Nachtwei ist der nÃ¤chste Redner fÃ¼r die Fraktion BÃ¼ndnisÂ 90/DieÂ GrÃ¼nen.</p>
<p><strong>Winfried Nachtwei</strong> (BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN):</p>
<p>Herr PrÃ¤sident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ist der Aufbau in Afghanistan gescheitert? Wer das behauptet, verzerrt die Wirklichkeit in Afghanistan.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)</p>
<p>Diejenigen, die in Masar, in Herat, in Kundus und an anderen Stellen in Afghanistan waren, haben es erlebt: Es geht einiges voran; das ist unbestreitbar. Wer einen Sofortabzug fordert, setzt diese Fortschritte aufs Spiel und fordert de facto einen RÃ¼ckfall Afghanistans in die frÃ¼hen 90er-Jahre, in den BÃ¼rgerkrieg.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN und bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)</p>
<p>Der Aufbau verlÃ¤uft jedoch viel zu langsam. Er findet viel zu wenig in der FlÃ¤che - auf dem Land - statt, und ist auch angesichts des rasanten BevÃ¶lkerungswachstums viel zu schwach. AuÃŸerdem ist er aufgrund der immer schlechteren Sicherheitslage akut gefÃ¤hrdet.</p>
<p>Im SÃ¼den und im Osten des Landes sind inzwischen einige Zehntausend Soldaten im Einsatz. Dennoch hat die Zahl der ZusammenstÃ¶ÃŸe und AnschlÃ¤ge zugenommen; in vielen Distrikten herrscht eine Situation, die einem asymmetrischen Krieg gleicht. Im Norden und im Westen des Landes sind viel weniger Soldaten im Einsatz, nur einige Tausend. Sie haben es vor allem mit Angriffen einsickernder aufstÃ¤ndischer Gruppen zu tun, gegen die sie sich wehren mÃ¼ssen. Im Rahmen von ISAF lÃ¤sst man sich allerdings nicht darauf ein, auf die Aktionen der AufstÃ¤ndischen kriegerisch zu reagieren. Man handelt nach wie vor sehr besonnen. Das haben wir vor Ort beobachten kÃ¶nnen.</p>
<p>In Afghanistan sind zwei Dynamiken festzustellen: eine negative, destruktive Dynamik und eine positive, konstruktive Dynamik. Mein inzwischen leider sehr verhÃ¤rteter Eindruck ist, dass die negative Dynamik zurzeit deutlich grÃ¶ÃŸer ist als die positive. Soll ein solch negativer Trend gestoppt und umgekehrt werden, bedarf es ganz besonderer Anstrengungen: auf afghanischer, auf internationaler und auf deutscher Seite.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)</p>
<p>Was tut die Bundesregierung? Ich sage ausdrÃ¼cklich: Die VerlÃ¤ngerung des ISAF-Mandats ist richtig und unverzichtbar. Die Aufstockung der Obergrenze des Bundeswehrkontingents ist im Hinblick auf die FlexibilitÃ¤t, die Wahlen und die AusbildungsunterstÃ¼tzung militÃ¤risch plausibel. Wie wir wissen, fÃ¼hrt das MilitÃ¤rische allein aber nicht zum Erfolg. Daher frage ich: Was geschieht darÃ¼ber hinaus? Was das <strong>Afghanistan-Konzept der Bundesregierung </strong>angeht, muss ich sagen: Nachjustieren reicht nicht aus. In diesem Konzept wird lediglich hier und da nachjustiert. Insgesamt setzen Sie aber Ihre halbherzige Afghanistan-Politik fort. â€žHalbherzigkeit&quot; ist Ã¼brigens ein Begriff, den die EinsatzkrÃ¤fte vor Ort verwendet haben, nicht etwa ein Wortgebilde der Opposition.</p>
<p>Wo ist nach sieben Jahren Afghanistan-Engagement eine ehrliche und ungeschÃ¶nte Bestandsaufnahme? An dieser Stelle schlieÃŸe ich die Fehler und FehleinschÃ¤tzungen, zu denen es unter Rot-GrÃ¼n gekommen ist und die wir mitverantworten mÃ¼ssen, ausdrÃ¼cklich ein. Wenn man in der Afghanistan-Politik GlaubwÃ¼rdigkeit zurÃ¼ckgewinnen will, dann muss man schlieÃŸlich auch sagen, wo man sich selbst geirrt hat.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)</p>
<p>Wo ist der regionale Stabilisierungsansatz, in dessen Rahmen nicht nur Pakistan - davon war gerade die Rede -, sondern auch Indien, Iran und die zentralasiatischen Anrainer einbezogen werden? Wo ist die KlÃ¤rung des faktischen strategischen Dissenses zwischen den verschiedenen Teilnehmerstaaten der NATO? Wo sind im Hinblick auf das deutsche Engagement die realistischen und ehrgeizigen Ziele, durch die Perspektiven fÃ¼r die VerantwortungsÃ¼bergabe im Sicherheitsbereich und fÃ¼r einen Abzug in absehbarer Zeit erÃ¶ffnet werden? Wo ist die Aufbauoffensive - hier spielt die FÃ¶rderung der Landwirtschaft eine groÃŸe Rolle -, und wo ist eine ausgewogene zivil-militÃ¤rische Zusammenarbeit?</p>
<p>Afghanistan braucht einen langen Atem. Kai Eide und die ISAF-Generale haben betont, dass uns die Zeit weglÃ¤uft. Die meisten hier im Saal sind sich einig: Wir wollen die Menschen in Afghanistan nach 30 Jahren Krieg nicht im Stich lassen. Aber eine Politik, die den Ernst der Lage nicht erkennen lÃ¤sst, untergrÃ¤bt den Sinn dieses Einsatzes und den Sinn des Engagements der vielen fantastischen Leute, die vor Ort im Einsatz sind: der Diplomaten, der Soldaten, der Polizisten und der Entwicklungshelfer.</p>
<p>Danke schÃ¶n.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)</p></div>


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