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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Winfried Nachtwei zur OEF-MandatsverlÃ¤ngerung</title>
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        <h1>
            Winfried Nachtwei zur OEF-MandatsverlÃ¤ngerung         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 26. Oktober 2006 18:08:33 +02:00 (119224 Aufrufe)            </div>
            <div>    Zum Antrag der Bundesregierung auf &quot;Fortsetzung des Einsatzes bewaffneter deutscher StreitkrÃ¤fte bei der UnterstÃ¼tzung der gemeinsamen Reaktion auf terroristische Angriffe gegen die USA auf Grundlage des Artikels 51 der Satzung der Vereinten Nationen und des Artikels 5 des Nordatlantikvertrags sowie der Resolutionen 1368 (2001) und 1373 (2001) des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen&quot; machte Winfried Nachtwei im Deutschen Bundestag folgende AusfÃ¼hrungen:</div>
            <div>    VizeprÃ¤sidentin Katrin GÃ¶ring-Eckardt: <p>FÃ¼r BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen spricht der Kollege Winfried Nachtwei. </p><p>Winfried Nachtwei (BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN): </p><p>Frau PrÃ¤sidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Frau Kollegin Knoche, nur diese Bemerkung: Sie haben wieder eine Rede von hindukuschhoher PauschalitÃ¤t geÂ­halten. </p><p>(Widerspruch bei der LINKEN - Zuruf von der CDU/CSU: Sehr gut!)</p><p>Meine weitere Redezeit soll meiner Argumentation in Bezug auf das zu verlÃ¤ngernde Mandat vorbehalten bleiÂ­ben. </p><p>Zum inzwischen sechsten Mal haben wir zu entscheiÂ­den, ob eine deutsche Beteiligung an der Operation â€žEnduring Freedom&quot; sicherheitspolitisch dringlich, von den Wirkungen her zweckmÃ¤ÃŸig und insgesamt verantÂ­wortlich ist. Unbeschadet dieser EinzelfallprÃ¼fung bleibt unsere grundsÃ¤tzliche Position: </p><p>Erstens. Die Bedrohung durch den <strong>internationalen Terrorismus</strong> ist keineswegs verschwunden. Im GegenÂ­teil, es besteht kein Grund zur Beruhigung, sondern eher zur Beunruhigung. </p><p>Zweitens. SelbstverstÃ¤ndlich muss vorrangig mit poliÂ­tischen, polizeilichen, geheimdienstlichen und entwickÂ­lungspolitischen Mitteln gegen den internationalen TerÂ­rorismus vorgegangen werden. Es sind aber auch - das ist die Erfahrung von Afghanistan - militÃ¤rische Mittel notwendig, vor allem stabilisierende, zum Teil aber auch direkte, also bekÃ¤mpfende. </p><p>Drittens. Der deutsche Beitrag im Rahmen von â€žEnduring Freedom&quot; war von vornherein sehr zurÃ¼ckÂ­haltend. Er war in der RealitÃ¤t viel zurÃ¼ckhaltender, als es die groÃŸen Worte von einer Beteiligung an einer miliÂ­tÃ¤rischen BekÃ¤mpfung des Terrorismus, die man immer wieder hÃ¶ren konnte, glauben machen wollten. </p><p>Viertens. Die Vorstellung von einem Krieg gegen den Terrorismus ist ein Irrweg. Das hat die RealitÃ¤t der letzÂ­ten Jahre Ã¼berdeutlich gezeigt. </p><p>ZunÃ¤chst zu dem Teilauftrag der Marineschiffe am <strong>Horn von Afrika.</strong> Vor kurzem waren wir vor Ort. Da hat sich die RealitÃ¤t dieses Auftrages sehr deutlich gezeigt: In Wirklichkeit geht es nÃ¤mlich immer weniger darum, die Bewegungsfreiheit mutmaÃŸlicher Terroristen zu beÂ­grenzen. Immer mehr geht es schlichtweg darum, in eiÂ­ner gefÃ¤hrlichen Umgebung fÃ¼r Sicherheit auf vitalen Seewegen zu sorgen. </p><p>Die Schlussfolgerung ist: Das Mandat ist offensichtÂ­lich nicht mehr auf der HÃ¶he des jetzigen Auftrages. Dies ist - das muss man eindeutig sagen - verfassungsÂ­rechtlich problematisch. Davon unabhÃ¤ngig stelle ich alÂ­lerdings fest, dass die Soldatinnen und Soldaten, die dort unter strapaziÃ¶sesten UmstÃ¤nden ihren Einsatz leisten - das haben wir selbst vor Ort gesehen -, nicht links lieÂ­gen gelassen werden sollten, sondern unsere AufmerkÂ­samkeit und unseren Dank verdienen. </p><p>Nun zum Teilauftrag in <strong>Afghanistan.</strong> Vor fÃ¼nf WoÂ­chen - Sie erinnern sich noch - waren 14 afghanische Parlamentarierinnen zu Besuch im Bundestag. Ihre BotÂ­schaft war eindeutig: Erstens. ISAF muss unbedingt in Afghanistan bleiben; sonst ist alles - auch fÃ¼r uns - verÂ­loren. Zweitens. Die internationale Gemeinschaft muss verschiedene Punkte ihrer Politik grundsÃ¤tzlich Ã¤ndern. </p><p>Unsere Fraktion hat dem <strong>ISAF-Mandat</strong> gerade aufÂ­grund der jetzigen problematischen und bedrohlichen SiÂ­tuation vor vier Wochen mit groÃŸer Mehrheit zugeÂ­stimmt. Auch hier ist festzustellen: Das, was KSK-Soldaten dabei machen, ist - kein Zweifel - sehr notÂ­wendig und hilfreich. Davon zu unterscheiden ist die Teilnahme an der Operation â€žEnduring Freedom&quot; in AfÂ­ghanistan mit bis zu 100 Spezialsoldaten, von denen seit ungefÃ¤hr zwÃ¶lf Monaten - es wurde schon gesagt - keiÂ­ner mehr im Einsatz ist.</p><p>Als wir diese Entscheidung vor einem Jahr zu treffen hatten, sind wir eindeutig der Auffassung gewesen - ich habe das ebenfalls so begrÃ¼ndet -, dass ISAF ohne die RÃ¼ckendeckung der OEF nicht haltbar wÃ¤re. Jetzt mÃ¼ssen wir aber sehen, dass sich die Lage in diesem Jahr erheblich geÃ¤ndert hat:</p><p>Erstens. ISAF ist viel stÃ¤rker geworden. Ihr EinsatzÂ­gebiet hat sich nicht nur im Norden, sondern auch im Westen, SÃ¼den und Osten ausgeweitet und die Rolle der OEF kleiner werden lassen.</p><p>Zweitens. Aus politischen und zivilen Quellen sowie von Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan bekommen wir immer mehr glaubwÃ¼rdige Hinweise, dass die OpeÂ­ration â€žEnduring Freedom&quot; vor Ort einen immer schlimÂ­meren Ruf hat. Man erhebt nÃ¤mlich den Vorwurf, dass sie durch die Art und Weise der OperationsfÃ¼hrung viel mehr zu einer Hass- und Gewaltspirale beitrage als zu eiÂ­ner wirksamen TerrorbekÃ¤mpfung. Ã„hnliches besagen zum Beispiel Feldstudien von Senlis Council aus LonÂ­don zu den SÃ¼dprovinzen. All das deutet darauf hin, dass die Art und Weise des Vorgehens der OEF ISAF auf der politisch-psychologischen Ebene mehr schadet als opeÂ­rativ nutzt.</p><p>Das Problem der zunehmend kontraproduktiven WirÂ­kung der OEF haben wir gegenÃ¼ber der BundesregieÂ­rung vielfach angesprochen, zum Beispiel in einem Brief von JÃ¼rgen Trittin und mir vom 5. September an die zuÂ­stÃ¤ndigen Minister, auf den wir bisher noch keine AntÂ­wort bekommen haben; wie ich weiÃŸ, haben einzelne Ministerien lediglich BeitrÃ¤ge zu einer solchen Antwort geliefert. In diesem Brief haben wir eine Bilanzierung und kritische Bewertung der Gesamtoperation â€žEnduÂ­ring Freedom&quot; gefordert. Diese Forderung ist ebenfalls in unserem in den Bundestag eingebrachten Antrag entÂ­halten.</p><p>Seit einem Jahr gibt es seitens der Bundesregierung - das ist besonders bemerkenswert - keinen bilanzierenÂ­den Gesamtbericht mehr zur Operation â€žEnduring FreeÂ­dom&quot;, den sie dem Deutschen Bundestag am 14. NoÂ­vember 2001 per Protokollnotiz zugesagt hat. Die Bundesregierung hat diese Pflicht gegenÃ¼ber dem ParlaÂ­ment seit zwÃ¶lf Monaten nicht mehr erfÃ¼llt.</p><p>Ein letzter Punkt zur LageverÃ¤nderung. Damit die Bundeswehrsoldaten keine Beihilfe im Hinblick auf <strong>Guantanamo</strong> leisten, waren ihre EinsatzmÃ¶glichkeiten in den letzten Jahren von vornherein beschrÃ¤nkt. Mit der Verabschiedung des Military Commissions Act durch den US-Kongress wurde der freihÃ¤ndige Umgang mit der Genfer Konvention legalisiert. Das bedeutet zum Beispiel die Legalisierung von folterÃ¤hnlichen VerhÃ¶rÂ­methoden. Dass deutsche Soldaten hierzu weder direkt noch indirekt beitragen dÃ¼rfen, ist fÃ¼r uns alle eine SelbstverstÃ¤ndlichkeit.</p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)</p><p>Meine Fraktion ist zwar in einem intensiven DiskusÂ­sionsprozess; aber die Skepsis ist sehr groÃŸ. Als sicherÂ­heitspolitischer Sprecher meiner Fraktion habe ich ihr nach reiflicher PrÃ¼fung viermal die Zustimmung zur deutschen Teilnahme an der Operation â€žEnduring FreeÂ­dom&quot; empfohlen. Nach meinem heutigen Kenntnisstand kann ich meiner Fraktion eine Zustimmung nicht mehr empfehlen. Ich halte die Art und Weise des Vorgehens der OEF in Afghanistan fÃ¼r kontraproduktiv und die deutsche Beteiligung daran fÃ¼r nicht mehr verantwortÂ­bar.</p><p>Ich danke Ihnen.</p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN und bei der LINKEN)</p></div>


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