    <rss version="2.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:admin="http://webns.net/mvcb/" xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">
     <channel>
        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Mein persÃ¶nlich-politischer JahresrÃ¼ckblick 2013: RÃ¼ckzug aus der Verantwortung? </title>
        <link>http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=120-150&amp;aid=1258</link>
        <description></description>
        <dc:language>en-us</dc:language> 
        <dc:creator>Webmaster</dc:creator> 
        <admin:generatorAgent rdf:resource="http://www.xaraya.org" /> 
        <admin:errorReportsTo rdf:resource="mailto:webmaster@nachtwei.de" />
       <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
       <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
       <docs>http://backend.userland.com/rss</docs>
<div class="xar-mod-page">
   <div class="xar-mod-head">
    <!-- License: GPL http://www.gnu.org/copyleft/gpl.html -->
<ul class="xar-tabs">
            <li class="xar-tab">
                <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=viewmap">View Article Map</a>
           </li>
</ul>
</div>
   <div class="xar-mod-body">
<div class="cattrails xar-displayinline-block xar-padding-thickbottom">
    <span class="xar-mod-title">/ e-politik.de / + Internationale Politik und Regionen</span>

    <table class="xar-width-auto">
    <tr>
        <td valign="top" class="xar-padding-none">Browse in:&#160;</td>
       <td valign="top" class="xar-padding-none">
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=16">Presse/ Medien</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=150">/ e-politik.de /</a>
<br />
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=70">Meine Themen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=120">Internationale Politik und Regionen</a>
<br />
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=150-120">Any of these categories</a>
                    -                        <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=150%2B120">All of these categories</a>
<br />
</td>
   </tr>
   </table>




</div>

        <h1>
            Mein persÃ¶nlich-politischer JahresrÃ¼ckblick 2013: RÃ¼ckzug aus der Verantwortung?          </h1>
        <div class="xar-floatright"></div>
       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 30. Dezember 2013 22:47:18 +02:00 (131959 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Zum vierten Mal mein pers&ouml;nlich-politischer Jahresr&uuml;ckblick zur Friedens- und Sicherheitspolitik. Schwerpunkte: VN-Friedenssicherung, Schutzverantwortung + Krisenpr&auml;vention, Afghanistan, Lernen/Lernen, Chancen nutzen, Einsatzr&uuml;ckkehrer, umfassender/vernetzter Ansatz, Streit um Jugendoffiziere, Erinnerungsarbeit, R&uuml;stungsexporte/Drohnen, Bundestagswahlen; Publikationen.</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Mein pers&ouml;nlich-politischer Jahresr&uuml;ckblick 2013:</strong></p>
<p align="center"><strong>R&uuml;ckzug aus der Verantwortung?</strong></p>
<p align="center">(Pers&ouml;nliche Meldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik Nr. 53)</p>
<p align="center">von Winfried Nachtwei, MdB 1994-2009</p>
<p>Als &bdquo;unabh&auml;ngiger sicherheits- und friedenspolitischer Experte&ldquo; (so in Veranstaltungsank&uuml;ndigungen) oder als &bdquo;freier Mitarbeiter im GR&Uuml;NEN Au&szlig;endienst&ldquo; und &bdquo;ehrenamtlicher Berufspolitiker&ldquo; (meine Worte) bin ich weiterhin sehr aktiv &ndash; und entschleunigt zugleich. Auch vier Jahre nach meinem selbstbestimmten Abschied aus dem Bundestag habe ich den Schritt keine Minute bereut. Als ausgesprochenes Privileg empfinde ich, selbstbestimmt und gefragt zu &bdquo;meinen&ldquo; friedens- und sicherheitspolitischen Schwerpunkten arbeiten zu k&ouml;nnen &ndash; und dabei gute Resonanz zu haben. Die Risiken von Pension&auml;rs-Besserwisserei und R&uuml;ckspiegelfixierung habe ich im Blick.</p>
<p>Mir ist bewusst, wie sehr ich trotz meines &bdquo;Heimatstandortes&ldquo; M&uuml;nster und eines gesunden Abstandes zur Tagespolitik weiterhin um diese wenigen Quadratkilometer in Berlin Mitte kreise. Viele T&uuml;ren sind weiter offen. Dort jedes Mal auf ausgesprochen herzliche und zuvorkommende KollegInnen, Bekannte und Bedienstete zu treffen, ist eine Freude. Mein pers&ouml;nlich-politischer Bezugsrahmen sind weiterhin in besonderer Weise die Frauen und M&auml;nner in verschiedenen Uniformen und Zivil, die von Bundesregierung und Bundestag in Krisenregionen entsandt wurden.</p>
<p><strong>Thematische, sich erg&auml;nzende Schwerpunkte in 2013</strong></p>
<p>(1) &bdquo;Die UNO &ndash; die einzige Alternative zum Krieg&ldquo; (Walter Scheel): UN-Friedenssicherung, Internationale Polizeimissionen, International Day of UN-Peacekeepers, VN-Ausbildungszentrum,</p>
<p>(2) &bdquo;Nie wieder!?&ldquo; Schutz vor schwersten Menschenrechtsverbrechen, Schutzverantwortung /Responsibility to Protect, Krisenfr&uuml;herkennung und Prim&auml;rpr&auml;vention, zivile Konfliktbearbeitung, F&ouml;rderung legitimer Staatlichkeit (Fragilit&auml;t), Sicherheitssektorreform</p>
<p>(3) R&uuml;ckzug aus der Verantwortung? Afghanistan: Blo&szlig; weg? Blo&szlig; nicht!</p>
<p>(4) Lernen, lernen: Bilanzierung und Wirkungsevaluierung von Krisenengagements und Auslandseins&auml;tzen</p>
<p>(5) Chancen, Erfolgserlebnisse, friedliche Siege, Ermutigungen</p>
<p>(6) Zur&uuml;ck aus dem Einsatz: bereichert, belastet, verwundet, ignoriert, gefragt, gew&uuml;rdigt (erster Tag des Peacekeepers, Kontakte zu Einsatzr&uuml;ckkehrern, psychische Belastungen + PTBS)</p>
<p>(7) Keiner schafft`s allein: umfassender Ansatz, M&ouml;glichkeiten und Grenzen vernetzten Handelns</p>
<p>(8) Dialoge zum Frieden: Friedens- und sicherheitspolitische Kommunikation, Verh&auml;ltnis Streitkr&auml;fte &ndash; Gesellschaft, Streit um Jugendoffiziere in Schulen, Feindbilder</p>
<p>(9) Erinnern f&uuml;r die Zukunft?: Deportationen Ghetto Riga und Riga-Komitee; Projekt Gedenkst&auml;tte Trostenez/Minsk; 70 Jahre Stalingrad (Januar); 10 Jahre Beginn des Irak-Krieges (M&auml;rz);</p>
<p>30 Jahre &bdquo;Nachr&uuml;stung&ldquo; und Hoch-Zeit der Friedensbewegung (Oktober);</p>
<p>(10) R&uuml;stungsexporte, Drohnen</p>
<p>(11) Bundestagswahlen</p>
<p><em>(Berichte + Artikel auf meiner Homepage </em><a href="http://www.nachtwei.de"><em>www.nachtwei.de</em></a><em> sind jeweils mit dem Einstellungsdatum angegeben)</em></p>
<p><strong>Ger&uuml;st meiner Aktivit&auml;ten</strong></p>
<p>ist die ehrenamtliche Mitgliedschaft in einer Vielzahl von Beir&auml;ten und Vorst&auml;nden (in zehn F&auml;llen aktive Mitarbeit). Es grenzt inzwischen an eine ehrenamtliche &Auml;mterh&auml;ufung.</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 13. Beirat f&uuml;r <strong>Fragen der Inneren F&uuml;hrung</strong> beim Bundesminister der Verteidigung, tagt viermal/Jahr, zus&auml;tzliche Arbeitsgruppen. Ich leitete weiterhin die AG zu PTBS (dar&uuml;ber auch Teilnahme am &bdquo;Netzwerk der Hilfe&ldquo;); zus&auml;tzlich Mitarbeit in der AG Ethik, die eine Stellungnahme zu Kampfdrohnen verfasst hat. Die Beiratsarbeit wird hervorragend vom Referat&nbsp; F&uuml;SK II 4 unterst&uuml;tzt. Auf der Jahresabschlusssitzung am 13. Dezember &uuml;berreichte Minister Thomas de Maizi&eacute;re den Beiratsmitgliedern Dankesurkunden. Drei Stunden zuvor hatte er von der Kanzlerin seine R&uuml;ckversetzung ins BMI erfahren. Ministerin von der Leyen wird die Mitglieder des 14. Beirats berufen.</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Beirat <strong>Zivile Krisenpr&auml;vention</strong> beim AA, zweimal/Jahr: In der November-Sitzung zum zweiten Mal zusammen mit Dr. J&ouml;rn Gr&auml;vingholt vom Deutschen Institut f&uuml;r Entwicklungspolitik DIE in Bonn zum Vorsitz gew&auml;hlt.</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vorstand der <strong>Deutschen Gesellschaft f&uuml;r die Vereinten Nationen</strong> DGVN: tagt f&uuml;nfmal/Jahr. Bei der Mitgliederversammlung in Frankfurt Anfang Dezember zum siebten Mal in den Bundesvorstand gew&auml;hlt. Hervorragende aktuelle Informationsquellen sind die DGVN-Internetportale zu Friedenssicherung, Klimawandel, menschlicher Entwicklung, Menschenrechte (<a href="http://www.dgvn.de">www.dgvn.de</a> )</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vorstand &bdquo;<strong>Gegen Vergessen &ndash; F&uuml;r Demokratie</strong> e.V.&ldquo;: Auf der Mitgliederversammlung in Berlin wurde ich erneut in den Vorstand gew&auml;hlt. (<a href="http://www.gegen-vergessen.de/">www.gegen-vergessen.de</a> )</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vorstand von &bdquo;<strong>Lachen Helfen</strong> e.V.&ldquo;: Initiative deutscher Soldaten und Polizisten f&uuml;r Kinder in Kriegs- und Krisengebieten (<a href="http://www.lachen-helfen.de/">www.lachen-helfen.de</a>)</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; AG &bdquo;<strong>Gerechter Friede</strong>&ldquo; der Bisch&ouml;flichen Kommission &bdquo;Justitia et Pax&ldquo;: tagt viermal/Jahr, Hauptthema die Auswertung humanit&auml;r begr&uuml;ndeter milit&auml;rischer Interventionen in friedensethischer Perspektive (Sudan, Bosnien, Afghanistan, UN-Friedensmissionen).</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Kommission &bdquo;<strong>Europ&auml;ische Sicherheit und Zukunft der Bundeswehr</strong>&ldquo; beim Institut f&uuml;r Friedensforschung und Sicherheitspolitik (ISFH) an der Uni Hamburg</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Fachbeirat <strong>Europa/Transatlantik</strong> der Heinrich-B&ouml;ll-Stiftung</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Afghanistan-Task Force der <strong>GR&Uuml;NEN Bundestagsfraktion</strong>, Mitarbeit in der <strong>Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Frieden und Internationales</strong> von B&uuml;ndnis 90/Die Gr&uuml;nen als kooptiertes Mitglied (mit Stimmrecht): &Auml;nderungsantr&auml;ge zum Wahlprogramm</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Facharbeitskreis &bdquo;<strong>1648 &ndash; Dialoge zum Frieden</strong>&ldquo; bei der Stadt M&uuml;nster</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Kuratorium von <strong>CARE Deutschland-Luxemburg</strong></p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Beirat Stiftung<strong> Friedensbildung </strong>Marburg (fr&uuml;her Stiftung Friedensbewegung)</p>
<p>Hinzu kommt die Mitgliedschaft in etlichen Vereinen und Initiativen, angefangen bei der vorbildlichen <strong>Friedensinitiative Nottuln</strong> (bei M&uuml;nster).</p>
<p><strong>Herzst&uuml;ck meiner Aktivit&auml;ten</strong></p>
<p>sind weiterhin <strong>Vortr&auml;ge und Teilnahme an Podiumsdiskussionen</strong>: bundesweit 47 (Vorjahr 60): 15 (28) zu Afghanistan, 17 (23) zu Friedens- und Sicherheitspolitik allgemein, 15 (12) zu Riga-Deportationen, einige Vortr&auml;ge in Schulen jeweils mit mehreren Kursen.</p>
<p>Die in der Regel illustrierten Vortr&auml;ge finden durchweg beste Resonanz &ndash; bei allgemein Interessierten, bei Fachpublikum und Einsatzr&uuml;ckkehrern, bei Studierenden und Sch&uuml;lern.</p>
<p>- Am Hohenstaufen-Gymnasium in Kaiserslautern spreche ich zu 60 Sch&uuml;lerInnen von 13er Leistungskursen Erdkunde und Sozialwissenschaften. Der verantwortliche Lehrer dankt mir anschlie&szlig;end nochmal schriftlich im Namen der Sch&uuml;ler: &bdquo;<em>Zweifellos wissen die Sch&uuml;ler jetzt mehr &uuml;ber Afghanistan und den ISAF-Einsatz. Aber wirklich beeindruckend f&uuml;r die Sch&uuml;ler war es, einen echten Politiker mal aus der N&auml;he und als Mensch zu erleben. Eine gro&szlig;artige Werbung f&uuml;r die Demokratie!</em>&ldquo;</p>
<p>- Im Januar bin ich in der Don-Bosco-Schule (F&ouml;rderschule Schwerpunkt geistige Entwicklung) in Lippstadt eingeladen. Sch&uuml;ler der Oberstufe 1 arbeiten an einem Erinnerungsprojekt zu zwei Lippst&auml;dtern, die 1941 nach Riga deportiert worden waren. Im Oktober besuchten sie ihre Partnerschule in Tukum/Lettland und auch die Gedenkst&auml;tte Bikernieki in Riga. Die Sch&uuml;ler befragen mich, zeigen mir ihre Wandzeitungen und vor Ort gestaltete Objekte, in denen sie sich mit dem dort Erlebten auseinandersetzten.</p>
<p>- Im M&auml;rz sprecheichbeim Kommando Operative F&uuml;hrung Luftstreitkr&auml;fte und der Deutsch-Atlantischen Gesellschaft in Goch vor &uuml;ber 200 G&auml;sten &uuml;ber &bdquo;R&uuml;ckzug aus der Verantwortung? Bilanz und Perspektiven des AFG-Einsatzes&ldquo;. Spontan bekomme ich am n&auml;chsten Morgen eine F&uuml;hrung durch verschiedene Operative Dienststellen in Kalkar-Uedem: das NATO-Luft&uuml;berwachungszentrum CAOC, das Nationale Lage- und F&uuml;hrungszentrum Sicherheit im Luftraum, das Weltraumlagezentrum.</p>
<p><strong>Publikationen</strong>: Deutlich zugenommen haben meine Berichte und Beitr&auml;ge auf <a href="http://www.nachtwei.de">www.nachtwei.de</a> , die oftmals auch von anderen Verteilern und Blogs &uuml;bernommen und weiterverbreitet wurden. Meine Reichweite&nbsp; ist verglichen mit fr&uuml;her stark geschrumpft, die Wirkung teilweise konzentrierter. &Uuml;ber individuelle E-Mail-Verschickungen erreiche ich meine Zielgruppen, darunter viele Multiplikatoren, aber recht gut. Ich wundere mich immer wieder, wo ich vor allem auf meine Reiseberichte angesprochen werde.</p>
<p><strong>Interviews und Hintergrundgespr&auml;che</strong> halten sich in Grenzen: mit Medien ca. 15, f&uuml;r wissenschaftliche Arbeiten zehn.</p>
<p><strong>Zentrale Themen und besondere Ereignisse</strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(1) Vereinte Nationen, VN-Friedensicherung:</span></strong>&nbsp; 2013 war mein &bdquo;VN-Jahr&ldquo;!</p>
<p>- 31. Januar Moderation der DGVN-Veranstaltung in Berlin &bdquo;<strong>S&uuml;dsudan</strong> &ndash; hat der Staatsaufbau eine Chance?&ldquo; mit Polizeidirektor Klaus-Dieter Tietz (bis Ende 2011 Deputy Commander der UNMISS-Police)</p>
<p>- 19. M&auml;rz Parlamentarischer Abend der DGVN in der Hamburger Landesvertretung in Berlin: Vorstellung der DGVN-Policy Papers &bdquo;F&uuml;r eine politische Aufwertung der VN-Friedenssicherung in Deutschland &ndash; <strong>Ungenutzte Chancen im VN-Peacekeeping</strong> <strong>nutzen</strong>&ldquo; von Ekkehard Griep und W. Nachtwei (Juli 2011) und &bdquo;<strong>Keine Partner zweiter Klasse</strong>: Die Truppenstellerstaaten der Vereinten Nationen verdienen Deutschlands Unterst&uuml;tzung&ldquo; von Christian Stock und Johannes Varwick (1/2012)</p>
<p>- Am 29. Mai Moderation der gemeinsamen Veranstaltung von DGVN und Westf&auml;lischen Nachrichten &bdquo;<strong>Liberia</strong>: Chancen f&uuml;r Frieden und Entwicklung&ldquo; mit Gunnar Pier (WN, Teilnehmer an der DGVN-Journalistenreise nach Liberia), Max Fritschen (Bundespolizei, ), Andrea Cordes UN Women Nationales Komitee DEU), Tobias Pietz (ZIF). Es ist bundesweit heute wohl die EINZIGE Veranstaltung zum &bdquo;International Day of UN-Peacekeepers&ldquo;, der vor elf Jahren von der VN-Generalversammlung beschlossen wurde.</p>
<p>- Am 12. Juni erstmalig in Deutschland <strong>Tag des Peacekeepers</strong> mit mehr als 500 G&auml;sten, die meisten mit Erfahrung aus multinationalen Friedenseins&auml;tzen, im &bdquo;Weltsaal&ldquo; des Ausw&auml;rtigen Amtes. Gemeinsam ehren die Minister des Ausw&auml;rtigen, der Verteidigung und des Inneren die milit&auml;rischen, polizeilichen und zivilen TeilnehmerInnen an VN-gef&uuml;hrten und VN-mandatierten Eins&auml;tzen &ndash; stellvertretend jeweils drei in milit&auml;rischer und Polizeiuniform und in Zivil aus Afghanistan, Kosovo, Sudan. Das ist eine historische Premiere! Mit dabei sind auch Stefan Feller, seit kurzem leitender Polizeiberater des UN-Generalsekret&auml;rs, und Martin Kobler, bisher Sondergesandter des UN-Generalsekret&auml;rs im Irak, k&uuml;nftig Chef der gr&ouml;&szlig;ten UN-Mission weltweit,, MONUSCO im Kongo. Seit Jahren habe ich keine offizielle Veranstaltung in Berlin erlebt, wo so sehr Friedensverpflichtung und UN-Orientierung betont wurden und wo es den allermeisten der Anwesenden auch ernst damit war.</p>
<p>- Am 18. September Festakt und Fachtagung der DGVN im Ausw&auml;rtigen Amt zur <strong>Aufnahme der BRD und DDR vor 40 Jahren in die Vereinten Nationen</strong>. Die Reden von Au&szlig;enminister Walter Scheel am 19. September und von Bundeskanzler Willy Brandt am 26. September von der VN-Generalversammlung verdienen gerade heute Beachtung.</p>
<p>- Am 12. August Besuch des <strong>VN-Ausbildungszentrums</strong> der Bundeswehr in Hammelburg (erster Besuch 1996) zusammen mit ZIF-Direktorin Dr. Almut Wieland-Karimi und Thorsten Schultze, Leiter des OSZE-Referates im AA. Die Unterrichtung durch den Kommandeur des Zentrums, Oberst Reinhard Barz, gibt einen vorz&uuml;glichen &Uuml;berblick &uuml;ber den Stellenwert von Peace-Support-Operationen generell, die Aufgabenvielfalt des Zentrums (ca. 12.000 Lehrgangsteilnehmer in 2012, z.T. ressort&uuml;bergreifende Ausbildung), die enorme internationale Kooperation (zum UN Network der internationalen Peacekeeping Centers geh&ouml;ren 78 milit&auml;rische, 37 polizeiliche und 151 zivile Trainingszentren weltweit).</p>
<p>- Ende Oktober in der Evangelischen Akademie Loccum Tagung zu <strong>Internationalen Polizeimissionen</strong> mit vielen f&uuml;hrenden Polizeipraktikern. Deutlich wird: Polizeiliche Auslandseins&auml;tze geh&ouml;ren zu den Kernaufgaben der deutschen Polizeien von Bund und L&auml;ndern; der Ruf deutscher Polizisten in Auslandseins&auml;tzen ist ausgezeichnet, der Bedarf steigt. Bisher fehlt es nicht an Freiwilligen, sondern eher am politischen Willen und an Kapazit&auml;ten, diesem steigenden internationalen Bedarf nachzukommen. Ich referiere zur parlamentarischen Begleitung und Kontrolle bei Internationalen Polizeimissionen. (Votum f&uuml;r verl&auml;ssliche Einbeziehung des Bundestages und der L&auml;nderparlamente, aber gegen konstitutive Parlamentsbeteiligung)</p>
<p>- Am 6. Dezember Verleihung der <strong>Dag-Hammarskj&ouml;ld-Ehrenmedaille der DGVN</strong> an den 93-j&auml;hrigen, letzten noch lebenden Ankl&auml;ger aus den N&uuml;rnberger Prozessen, Benjamin Ferencz und den Internationalen Strafgerichtshof, vertreten durch die IStGH-Chefankl&auml;gerin Fatou Bensouda.</p>
<p>Jenseits der &bdquo;VN-Community&ldquo; f&auml;llt mir immer mehr eine <strong>verbreitete VN-Ignoranz</strong> auf &ndash; in sicherheits- und friedenspolitischen wie auch in friedensbewegten Zusammenh&auml;ngen. Es kann stundenlang &uuml;ber Frieden und Sicherheit geredet werden und die VN finden kein Mal Erw&auml;hnung. Dass die Vereinten Nationen mit ihren Normen und dem sich entwickelnden System der VN-Friedenssicherung&nbsp; d i e&nbsp; zentrale Konsequenz aus Weltkrieg und Nazi-V&ouml;lkermorden war, dass VN-Friedenstruppen in vielen kriegszerr&uuml;tteten Gebieten das letzte Netz sind, scheint kaum pr&auml;sent zu sein. Gerade in dem Land, das sich so sehr seiner verbrecherischen Vergangenheit bewusst ist, ist das schwer verst&auml;ndlich.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(2) &bdquo;Nie wieder!&ldquo; Schutzverantwortung, Krisenpr&auml;vention, Zivile Friedensf&ouml;rderung</span></strong></p>
<p><strong>(a) Gr&uuml;nes Bundestagswahlprogramm</strong>: Formulierung etlicher &Auml;nderungsantr&auml;ge zu dem Themenfeld zusammen mit Marcus Schaper. Die Antr&auml;ge werden &nbsp;weitestgehend &uuml;bernommen.</p>
<p><strong>(b) </strong>&Uuml;ber<strong> &bdquo;Schutzverantwortung &ndash; Notwendigkeiten, Risiken, Priorit&auml;ten&ldquo; </strong>referiere ich bei der Praxis&uuml;bung &bdquo;Humanit&auml;re Hilfe&ldquo; von Prof. Dr. med. Joachim Gardemann (FH M&uuml;nster) vor 90 Studierenden (auch aus Bochum, Kiel und M&uuml;nchen), die vorher bei Eisesk&auml;lte ein mobiles Zelthospital mit verschiedenen Stationen aufgebaut haben. Ich er&ouml;ffne die Reihe der &bdquo;Muenster Shelter Lectures&ldquo;. Faszinierend-anschaulich erl&auml;utert Prof. Gardemann vor dem Hintergrund seiner reichen Einsatzerfahrung am Modell den Aufbau eines Hospitals in einem Fl&uuml;chtlingslager. Vor dem Hintergrund meiner umfassenden Stellungnahme &bdquo;<em>Die Schutzverantwortung (Responsibility to Protect) zwischen Notwendigkeit, T&uuml;cken und Umsetzung</em> &ndash; Herausforderung f&uuml;r deutsche Sicherheits- und Friedenspolitik&ldquo; vom Juni 2012 mehrere wissenschaftliche Interviews zum Thema.</p>
<p>Am 12. September ver&ouml;ffentlicht &bdquo;Genocide Alert&ldquo; eine Bewertung der Menschenrechtsprogrammatik der Bundestagsparteien. Die Gr&uuml;nen erhalten &bdquo;sehr gut&ldquo;, die LINKE &bdquo;mangelhaft&ldquo;. Die Nachricht verbreitete ich sofort &uuml;ber den BAG-Verteiler und meine Homepage. Dazu merke ich an:</p>
<p><em>&bdquo;Die Menschenrechtsorganisation &bdquo;Genocide Alert&ldquo; konzentriert ihre Arbeit auf die Verh&uuml;tung massiver Menschenrechtsverletzungen (V&ouml;lkermord, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, &bdquo;ethnische S&auml;uberungen&ldquo;). Ihre Aktiven sind eine Lobby f&uuml;r die Bekanntmachung, Weiterentwicklung und Operationalisierung der Schutzverantwortung. Wo sonst der Schwur des &bdquo;Nie wieder!&ldquo; allzu oft abstrakt bleibt, schlagen sie eine Br&uuml;cke zu Massenverbrechen in Gegenwart und Zukunft. (&hellip;)</em></p>
<p><em>Der Spitzenplatz f&uuml;r die Gr&uuml;nen ist &ndash; wie ich aus der Halbdistanz meine &ndash; verdient, vor allem aber auch eine enorme Verpflichtung.</em></p>
<p><em>Gerade in diesen Monaten des <strong><span style="text-decoration: underline;">Kriegsgemetzels in Syrien</span></strong> mit 5000 Toten pro Monat und 6000 Fl&uuml;chtlingen pro Tag. Weit &uuml;ber 6 Millionen Menschen (ein Drittel der Bev&ouml;lkerung) sind auf der Flucht, 75% davon Frauen und Kinder. Es ist die gr&ouml;&szlig;te Fl&uuml;chtlingskatastrophe seit 20 Jahren. Im Libanon (4,2 Mio. Einwohner) haben allein 640.000 Menschen Zuflucht gefunden (&gt; 15%). Der Bedarf an humanit&auml;rer Hilfe nimmt dramatisch zu. Der Zugang zu den Hilfsbed&uuml;rftigen in Syrien ist stark eingeschr&auml;nkt &ndash; bis zu Angriffen auf Hilfsorganisationen.</em></p>
<p><em>Vor drei Wochen berichtete Andrea B&ouml;hm in der ZEIT: &bdquo;Die westliche Hilfe f&uuml;r die B&uuml;rgerkomitees und improvisierten Stadtverwaltungen, die nach dem Abzug des Assad-Regimes Schulen und Krankenh&auml;user unter schwierigsten Bedingungen weiterf&uuml;hren, ist minimal. Die katarische l&auml;uft im Vergleich dazu wie geschmiert. (&hellip;) Die europ&auml;ische Lethargie ist nicht nur menschlich erb&auml;rmlich, sondern auch ein strategisches Desaster.&ldquo; (18.7.2013)&nbsp; Vor neun Monaten initiierten &bdquo;Medico International&ldquo; und &bdquo;Adpot a Revolution&ldquo; den Aufruf &bdquo;Freiheit braucht Beistand&ldquo; mit vielen prominenten ErstunterzeicherInnen (u.a. Altvater, Brumlik, D&uuml;rr, Gebauer, Kermani, Kipping, Koenigs, Krippendorff, L&uuml;ders, Nahles, Polenz, Roth, Schorlemmer, Trojanow). Bis heute wurde er nicht von 500.000 Menschen unterzeichnet (so viele nahmen an der Anti-Irakkrieg-Demo Mitte Februar 2003 in Berlin teil), sondern von 2.030!!! (</em><a href="http://www.adoptrevolution.org/aufruf/"><em>www.adoptrevolution.org/aufruf/</em></a><em> und </em><a href="http://www.medico.de"><em>www.medico.de</em></a><em> )</em></p>
<p><em>1994 lie&szlig; die &bdquo;internationale Gemeinschaft&ldquo; trotz konkreter Warnungen und verantwortbarer Handlungsm&ouml;glichkeiten in Ruanda den V&ouml;lkermord geschehen. Deutsche Politik und &Ouml;ffentlichkeit&nbsp; war absorbiert durch den Krieg in Bosnien und besch&auml;ftigt mit dem Bundestagswahlkampf. Die Abschlachterei in Ruanda nahm kaum jemand zur Kenntnis. Und heute? Warum wird nicht wenigstens das unbedingt N&ouml;tige und M&ouml;gliche mit voller Kraft angepackt &ndash; und protestiert, Druck gemacht gegen&uuml;ber denjenigen, die wichtig sind f&uuml;r eine politische Konfliktl&ouml;sung?&ldquo;</em></p>
<p>Im Hinblick auf das <strong>Akutproblem Vernichtung syrischer Chemiewaffen</strong> erinnere ich an die deutschen, in der Abr&uuml;stungszusammenarbeit mit Russland bew&auml;hrten CW-Vernichtungsf&auml;higkeiten: &Uuml;bersendung meiner Berichte von den Besuchen der CW-Vernichtungsanlagen in Gorny, Kambarka und Potschep an Fraktion, AA. (10.9.2013)</p>
<p>Auf Einladung des gr&uuml;nen Direktkandidaten Bernhard Dierdorf in Pl&ouml;n/Schleswig-Holstein unterst&uuml;tze ich am 11. September eine friedenspolitische <strong>Wahlkampfveranstaltung, bei der es auch stark um Syrien und Schutzverantwortung</strong> geht. Bei der vorbereitenden Recherche habe ich den Eindruck, dass sich keine Bundestagsfraktion sonderlich intensiv mit dem Krieg in Syrien besch&auml;ftigt.</p>
<p>Eine zentrale Rolle spielt das Thema Schutzverantwortung bei der Tagung &bdquo;<strong>Wirtschaftliche Interessen und Menschenrechte &ndash; Menschenrechtsschutz oder Interessenpolitik</strong>?&ldquo; am 8.-10. November in der Evang. Akademie Th&uuml;ringen in&nbsp; Neudietendorf bei Erfurt. Die Masse der TagungsteilnehmerInnen sind Studierende der Uni Jena/Internationale Politik und Offiziere eines Stabsoffizierslehrganges der F&uuml;hrungsakademie der Bundeswehr.</p>
<p><strong>(c) Beirat Zivile Krisenpr&auml;vention beim AA</strong></p>
<p>Themen der 18. Sitzung am 11. M&auml;rz waren neben dem Bericht aus dem Ressortkreis der Nationale Aktionsplan zur VN-SR-Resolution 1325; Berichte aus den AG`en &bdquo;Umgang mit fragilen Staaten&ldquo; und &bdquo;Prim&auml;rpr&auml;vention&ldquo;; Bilanzaussprache zu Stand und Perspektiven der ZKP; Umgang mit Einsatzr&uuml;ckkehrern (Bundespolizeipr&auml;sidium, OSZE-Referat AA, ZIF, VENRO)</p>
<p>Themen der 19. Sitzung am 11. November (konstituierende Sitzung des 5. Beirats):</p>
<p>Wahl Beiratsvorsitz (J&ouml;rn Gr&auml;vingholt und ich f&uuml;r weitere zwei Jahre gew&auml;hlt); Schwerpunkte und Ma&szlig;nahmen des AA und des BMZ auf dem Feld der ZKP; Umgang mit fragilen Staaten, aktuelles Fallbeispiel Jemen; ressort&uuml;bergreifender Lessons Learned-Prozess zu Afghanistan; aktuelle politische Initiativen mit Relevanz f&uuml;r die Weiterentwicklung der zivilen Krisenpr&auml;vention; Arbeitsplanung (erste Lesung).</p>
<p>Nach Recherchegespr&auml;chen beim AA (Planungsstab) und BMVg (Abteilung Strategie + Einsatz) ergibt sich mir ein differenzierteres Bild von den Krisenfr&uuml;herkennungs-Instrumenten und &ndash;Strukturen der Ressorts und Ansatzpunkten zur Weiterentwicklung.</p>
<p>Im August geh&ouml;re ich zu den sieben Erstunterzeichnern des <strong>Memorandums von Friedensforschern &bdquo;Gewalt vorbeugen &ndash; Konflikte gewaltfrei bearbeiten</strong>&ldquo; zur Bundestagswahl.</p>
<p>2014 wird der &bdquo;<strong>Aktionsplan zivile Krisenpr&auml;vention&ldquo; zehn Jahre alt</strong> &ndash; Gelegenheit f&uuml;r eine Bestandsaufnahme und Weiterentwicklung. Die erste Interviewanfrage zu 10 Jahre Aktionsplan kommt von dem Bundeswehrmagazin &bdquo;Y&ldquo;.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(3) Afghanistan</span></strong></p>
<p>bleibt weiterhin f&uuml;r mich der Schwerpunkt &ndash; politisch wie menschlich.</p>
<p><strong>Zur Perspektive Afghanistans</strong> sage ich im Januar in KOMPASS (Zeitschrift der katholischen Milit&auml;rseelsorge):</p>
<p>&nbsp;&bdquo;<em>Die Staatengemeinschaft hat vertraglich versprochen, dass sie das kriegs- und terrorgebeutelte Afghanistan nicht im Stich lassen und durch zivile Aufbauhilfe und F&ouml;rderung der Sicherheitskr&auml;fte &uuml;ber 2014 hinaus unterst&uuml;tzen will. Daf&uuml;r soll es eine deutlich kleinere milit&auml;rische und polizeiliche Folgemission geben. Ungewiss ist, ob der best case eines glimpflichen &Uuml;bergangs eintritt oder ob die &Auml;ngste vieler Afghanen wahr werden &ndash; in Teilen des Landes Machtergreifung der Taliban, in anderen Absturz in den B&uuml;rgerkrieg, insgesamt Verlust der Teilfortschritte der letzten Jahre. Was nach 2014 kommt, h&auml;ngt entscheidend davon ab, ob mit den Aufst&auml;ndischen ein tragf&auml;higes Arrangement gelingt und ob die Nachbarn, insbesondere Pakistan zu einer konstruktiven Politik gegen&uuml;ber Afghanistan finden. Wenn Deutschland und andere Verb&uuml;ndete Afghanistan nach 2014 bestm&ouml;glich unterst&uuml;tzen wollen, w&auml;re jetzt dringend erforderlich, was bisher vers&auml;umt wurde: eine systematische und selbstkritisch-ehrliche Auswertung des milit&auml;risch-diplomatisch-zivilen</em> <em>Afghanistanengagements. Meine Bef&uuml;rchtung ist, dass vor dem Hintergrund der vorherrschenden Afghanistanm&uuml;digkeit die fr&uuml;heren Aufbauillusionen </em>inzwischen in Abzugsillusionen umkippen: <em>&bdquo;blo&szlig; weg vom Hindukusch!&ldquo; So verst&auml;ndlich das w&auml;re, so kurzsichtig und verantwortungslos w&auml;re es vor allem. Hierzu sollten sich gerade im Wahljahr 2013 diejenigen Abertausenden Frauen und M&auml;nner zu Wort melden, die seit 2002 im demokratisch legitimierten Auftrag nach Afghanistan entsandt wurden, die das Land und seine Menschen nicht mehr losl&auml;sst und denen nicht egal ist, was aus diesen wird.&ldquo;</em></p>
<p>Die <strong>ISAF-Mandatsdebatte am 31. Januar 2013 im Bundestag</strong> erlebe ich von der Zuschauertrib&uuml;ne aus. Meine Erwartungen sind dank langer Parlamentserfahrung nicht &uuml;berzogen. Politische Erm&uuml;dungserscheinungen kann ich nachvollziehen. Trotzdem bin ich <em>&bdquo;entt&auml;uscht, ja konsterniert: AFG wird nur noch mit links, mit dem kleinen Finger behandelt; richtig auszukennen scheint sich niemand mehr. Die konkreten Probleme/Herausforderungen AFG`s kommen <span style="text-decoration: underline;">nicht</span> zur Sprache. Stattdessen entweder Selbstzufriedenheit (&acute;&Uuml;bergabe l&auml;uft`) oder Zweifel am Abzugsversprechen. Wo jetzt die Gewichte zum Zivilen gehen sollen, hat das Parlament dazu <span style="text-decoration: underline;">nichts</span> an Anregungen/Impulsen!!&ldquo; (Kladde XXXV) </em>Ich erfahre, dass es auch nirgendwo sonst im parlamentarischen Raum (Aussch&uuml;sse, Fraktionen) Debatte dazu gebe. Man sei nur auf den milit&auml;rischen Abzug fokussiert. Auch bei der M&uuml;nchener Sicherheitskonferenz war AFG kein Thema. Meinen Bericht &uuml;berschreibe ich &bdquo;<em>Wie es wirklich um AFG steht, interessiert immer weniger</em>&ldquo;. (16.2.2013)</p>
<p>Stark beunruhigend, ja alarmierend &nbsp;sind der erste Quartalsbericht 2013 des <strong>Afghanistan NGO Safety Office (ANSO) und die CSIS-Studie &bdquo;Failing Transition&ldquo;</strong> von Anthony Coedesman vom August, die ich beide auf <a href="http://www.nachtwei.de">www.nachtwei.de</a> zusammenfasse und kommentiere.</p>
<p><strong>ANSO</strong>: Die von Aufst&auml;ndischen initiierten Attacken nahmen im 1. Quartal 2013 ggb. dem Vorjahrszeitraum um 47% zu. 73% richteten sich gegen die afghanischen Sicherheitskr&auml;fte, nur noch 4% gegen internationale Truppen. (Lt. Brookings-AFG-Index kamen von afghanischen Polizisten 2009 646 im Dienst um`s Leben, 2010 961, 2011 1400 und 2012 2200!)</p>
<p><strong>CSIS</strong>: Cordesman kritisiert scharf das &bdquo;F&uuml;hrungsversagen&ldquo; von US-Regierung und Kongress. Es gebe keine glaubw&uuml;rdigen Pl&auml;ne f&uuml;r die Sicherheits-, Governance &ndash; und &ouml;konomischen Aspekte der Transition. Mein Kommentar zur Studie im Mai:</p>
<p><em>&bdquo;Die Aussagen der Studie sind verheerend und deprimierend. Die Versuchung ist gro&szlig;, sie zu verdr&auml;ngen, vor allem auf Seiten der grunds&auml;tzlichen Bef&uuml;rworter des Afghanistan-Engagements. Auch wenn der Bundestagswahlkampf dem sehr entgegensteht, auch wenn die Priorit&auml;ten andere sind, geh&ouml;ren sie in Berlin dringend &uuml;berpr&uuml;ft und diskutiert.</em></p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <em>Die ganzen Kraftanstrengungen seit 2009, die Kr&auml;fteverst&auml;rkung, die R&uuml;ckgewinnung von Aufst&auml;ndischen kontrollierten Gebieten, die vielen Opfer dabei, scheinen nur Raum und Zeit f&uuml;r den Aufbau der ANSF gewonnen zu haben, dar&uuml;ber hinaus aber umsonst gewesen zu sein. Sie haben insgesamt kein sichereres Umfeld geschaffen, die Gesamtopferzahlen sind heute h&ouml;her als vor dem Surge. (Ohne die Kraftanstrengung w&auml;ren aber &ndash; so meine Annahme -&nbsp; Kunduz und Baghlan 2010 ganz weggerutscht.)</em></p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <em>Die sowieso schon immer sehr un&uuml;bersichtliche und schwer zu erfassende Lageentwicklung in AFG wird immer nebliger: ISAF stellte im M&auml;rz die monatliche Berichterstattung zur Sicherheitsentwicklung ein; die ANSO/INSO-Reports sind &ouml;ffentlich nicht mehr zug&auml;nglich; die einmalig materialreichen Halbjahresberichte des Pentagon sind selektiv und besch&ouml;nigend. Zum Nebel geh&ouml;rt der mediale Bad-News-Mechanismus, der positive Ereignisse und Prozesse, die es trotz alledem weiterhin gibt, nicht bekannt werden l&auml;sst.</em></p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <em>Die USA haben von allen Truppenstellern und Gebern in AFG die bei weitem h&ouml;chsten Lasten getragen und das h&ouml;chste Gewicht. Inzwischen scheinen sie sich aus der politischen F&uuml;hrungsverantwortung zu verdr&uuml;cken. Eine Haltung, sich letztlich immer auf die USA als Hauptakteur zu verlassen (angefangen bei der umfassenden Analyse), f&uuml;hrt in die Sackgasse. Was kann, was sollte, was m&uuml;sste ohne Abst&uuml;tzung auf die USA getan werden? Vielleicht tun sich da sogar Chancen auf.</em></p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <em>Afghanistan hat nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland und den meisten anderen L&auml;nder an politischer Priorit&auml;t verloren. Andere Herausforderungen und Konflikte werden nicht zu Unrecht als dr&auml;ngender + wichtiger empfunden. Wie kann damit m&ouml;glichst ehrlich, verantwortlich und wirksam umgegangen werden &ndash; damit die afghanischen Menschen zumindest glimpflich &uuml;ber die Klippen der n&auml;chsten Jahre kommen?&ldquo;</em></p>
<p><strong>Lernen aus Afghanistan</strong>: Ausf&uuml;hrliches Hintergrundgespr&auml;ch mit Marco Seliger, Chefredakteur von &bdquo;loyal&ldquo;, Monatsmagazin des Reservistenverbandes, f&uuml;r seine Titelgeschichte in der Mai-Ausgabe (&bdquo;<em>Lektionen eines Krieges&ldquo; und &bdquo;Was Deutschland aus dem Afghanistan-Einsatz lernen sollte</em>&ldquo;)</p>
<p><strong>Beileidsschreiben </strong>an Vorgesetzte, Kameraden und Angeh&ouml;rige des Anfang Mai in Baghlan <strong>gefallenen Hauptfeldwebel des Kommando Spezialkr&auml;fte</strong>: Die Resonanz bei den (ehemaligen) Kommandosoldaten ist auff&auml;llig positiv.</p>
<p><strong>Mein taz-Artikel &bdquo;Blo&szlig; weg? Blo&szlig; nicht&ldquo;</strong> vom 25. Mai nimmt den ANSO-&bdquo;Alarm&ldquo; auf und macht Vorschl&auml;ge, was trotz aller gro&szlig;en Ungewissheiten und d&uuml;steren Aussichten von Deutschland aus getan werden kann. Dazu geh&ouml;rt auch der Vorschlag, aus dem Potenzial der Zehntausenden mit AFG-Erfahrung und &ndash;Verbundenheit ein Unterst&uuml;tzungsnetzwerk aufzubauen. Auf den Artikel erfahre ich nur Zustimmung. Hier&uuml;ber finden erste Gespr&auml;che statt. Auf der XXVII. AFG-Tagung in Villigst am 15. Dezember f&uuml;hre ich in dem Vortrag &bdquo;Blo&szlig; weg aus Afghanistan? Blo&szlig; nicht! Aber wie?&ldquo; die Idee n&auml;her aus. Anfang 2014 folgt dazu ein Vorschlag. (<a href="http://www.nachtwei.de/index.php?modele=articles&amp;func=display&amp;aid=1257">www.nachtwei.de/index.php?modele=articles&amp;func=display&amp;aid=1257</a> )</p>
<p><strong>Kunduz</strong> ist noch zweimal Thema in den Medien</p>
<p>Am 3. September zeigt die ARD das <strong>Doku-Drama &bdquo;Eine m&ouml;rderische Entscheidung</strong>&ldquo; &uuml;ber den Luftschlag vom Kunduz am 4.9.2009. Mit Autor und Regisseur Raymond Ley hatte ich im Vorfeld zwei ausf&uuml;hrliche Gespr&auml;che. Der Film ist viel realit&auml;tsn&auml;her und differenzierter, als der Titel erwarten lie&szlig;. Bei der Preview mit dem Team und den NDR-Verantwortlichen merke ich an, dass der Film angesichts der un&uuml;bersehbaren Schlussstrich-Neigung zur rechten Zeit komme und dass die Frage, warum die fr&uuml;here Hoffnungsprovinz Kunduz ab 2008/9 so abgest&uuml;rzt sei, in der Berliner Politik, auch dem Untersuchungsausschuss, nicht erkennbar interessiert habe.&nbsp; Auf <a href="http://www.nachtwei.de">www.nachtwei.de</a> ver&ouml;ffentliche ich am 3. September Hintergrundmaterial zur Konflikt- und Sicherheitsentwicklung in Kunduz, z.T. erstmalig (z.B. zu der Mordaktion eines US-Geheimkommandos in Imam Shahib am 21./22. M&auml;rz 2009)</p>
<p>Am 6. Oktober <strong>&Uuml;bergabe des bisherigen PRT Kunduz</strong> durch Au&szlig;enminister Westerwelle und Verteidigungsminister de Maizi&egrave;re an die afghanische Seite. Am Folgetag nehme ich dazu in WDR 2 um 8.10 Uhr Stellung. Die Redaktion gibt mir was mehr Redezeit als geplant. Auf <a href="http://www.nachtwei.de">www.nachtwei.de</a> &nbsp;&nbsp;stelle ich am 6. Oktober alle meine Kunduz-Berichte seit Januar 2004 ein. Die insgesamt zw&ouml;lf Berichte leite ich mit folgenden Worten ein:</p>
<p>Ein Fazit &bdquo;<em>Wir haben viel erreicht, aber es bleibt noch eine Menge zu tun&ldquo; ist leider durch die Realit&auml;ten so nicht gedeckt. Es steht voll in der Tradition von Selbstzufriedenheit und Selbstt&auml;uschung, die nicht nur deutsche AFG-Politik &uuml;ber viele Jahre pr&auml;gte. Umso mehr verdienen die sehr vielen Diplomaten, Soldaten, Entwicklungshelfer und Polizisten hohen Respekt, Aufmerksamkeit und Dank, die ihr Bestes gaben f&uuml;r mehr Sicherheit und Frieden in diesem kriegsgeschundenen Land. Wir Politiker haben keinerlei Grund zur Selbstzufriedenheit, aber allen Grund zur Selbstpr&uuml;fung. Dazu als &bdquo;Pr&uuml;fmaterial&ldquo; alle meine Kunduz-Berichte.&ldquo;</em></p>
<p>Meine Hoffnung, Kunduz nochmal vorm Abzug aufsuchen zu k&ouml;nnen, erf&uuml;llt sich nicht. Die Entt&auml;uschung dar&uuml;ber schlucke ich runter. Im Ergebnis wird damit 2013 f&uuml;r mich das erste Jahr seit 2005 ohne AFG-Reise und &ndash;Bericht (bisher 14), Eine seri&ouml;se Lageerfassung wird somit immer schwieriger. Umso fester ist mein Wille, 2014 wieder nach Afghanistan zu kommen, auch nach Kunduz.</p>
<p>Am dritten Dezemberwochenende fand die inzwischen <strong>XXVII. (!) Afghanistan-Tagung</strong> seit 1984 in der Evangelischen Akademie Villigst statt. Die Tagung ist der Ort in Deutschland, wo die meiste Afghanistan-Erfahrung und &ndash;Verbundenheit zusammenkommt &ndash; Aktive aus Afghanistan-Hilfsprojekten, (ehemalige) EntwicklungshelferInnen, Alte und J&uuml;ngere afghanischer Herkunft, andere Freunde Afghanistans. Tagungsthema war &bdquo;<em>Der Frieden ist der Ernstfall &ndash; Afghanistan nach 2014&ldquo;.</em></p>
<p>Zusammen mit Uwe Trittmann/Villigst (Tagungsleiter), Nadia Nashir, Belal El-Mogaddedi und Dr. h.c. Ernst-Albrecht von Renesse, der 1984 (!) die Tagung initiiert hatte, geh&ouml;re ich erstmalig zum Vorbereitungsteam. Besonders erfrischend ist die gute Beteiligung junger (Deutsch-)Afghaninnen und Afghanen. Eine besondere Freude und Bereicherung ist die Wiederbegegnung mit Alfred Horn, Regionaldirektor von HELP f&uuml;r Afghanistan und Iran, der mit 250 einheimischen MitarbeiterInnen in der Westprovinz Herat f&uuml;nf berufliche Ausbildungszentren betreibt. Von staatlicher Seite nehmen Vertreter des Entwicklungs- und Verteidigungsministeriums, der GIZ, ein AFG-erfahrener Polizist aus NRW und SWP-Experte Markus Kaim teil. Aus dem Bundestag kann trotz mehrmonatiger Sitzungspause leider niemand gewonnen werden. Internationale Referenten sind neben dem scheidenden afghanischen Botschafter der Historiker und Journalist Fazi Ghani B-Mogaddedi/Kalifornien, Rahimullah Yuzufzai, Korrespondent The News International/Peshawar, und Dr. Dautd Yaat, afg. Botschafter in London. In meinem Vortrag mache ich Vorschl&auml;ge, wie trotz aller AFG-M&uuml;digkeit Aufbauunterst&uuml;tzung f&uuml;r AFG wachgehalten und gef&ouml;rdert werden k&ouml;nnte. (Text auf <a href="http://www.nachtwei.de">www.nachtwei.de</a> )</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Die Villigster Afghanistan-Tagung mit ihren Potenzialen verdient im politischen Berlin und bei Journalisten eine viel gr&ouml;&szlig;ere Beachtung!!</span></p>
<p>Unglaublich, aber wahr: <strong>Friedliche Ausnahmezust&auml;nde und Siege in Afghanistan</strong>! Vor Jahren war die auf die mit Hilfe des damaligen Deutschen Entwicklungsdienstes DED produzierte CD des popul&auml;ren afghanischen S&auml;ngers <strong>Farhad Darya</strong> gesto&szlig;en und auf Bilder seiner Gro&szlig;konzerte im Herbst 2010 in Mazar (15.000 Frauen), Herat (60.000) und Lashkar Gah (40.000). Am 20. August stehen sich erstmalig seit 36 Jahren die <strong>Fu&szlig;ballnational-mannschaften</strong> von AFG und Pakistan gegen&uuml;ber. AFG gewinnt 3:0. (Bericht &nbsp;30.8.2013)</p>
<p>Am 11. September wird AFG mit einem 2:0-Sieg &uuml;ber Indien in Nepal erstmals s&uuml;dasiatischer Fu&szlig;ballmeister. Ein Sturm der Freude bricht los, in den Stra&szlig;en Kabuls und &uuml;berall im Land.</p>
<p>Vor zwei Jahren hatte Afghanistan im Endspiel um die S&uuml;dasiatische Fu&szlig;ball-Meisterschaft 0.4 gegen Indien verloren. Das Team von Afghanistan Analysts Network berichtet: Menschenmassen f&uuml;llten die Stra&szlig;en von Kabul und vieler anderer St&auml;dte, sie sangen, schrien, z&uuml;ndeten Freudenfeuer an, tanzten und schwenkten Fahnen. An diesem Tag nach Gewinn der Meisterschaft sei Afghanistan ein gl&uuml;cklicherer Tag. Schulen standen leer, weil Tausende Schulkinder losgelaufen waren, um einen Blick auf das zur&uuml;ckkehrende Team zu erhaschen. Im Olympiastadion feierten Zehntausende die siegreiche Mannschaft. Den ganzen Tag &uuml;ber blieben die Stra&szlig;en voller Fans, herumfahrenden Fahrzeugen, Siegesges&auml;ngen. Gesungen wurde eine neue nationale Fu&szlig;ball-Hymne, aufgenommen von sechs afghanischen Popstars. (Bericht 8.10.2013) Torwart der afghanischen Mannschaft ist der 27-j&auml;hrige Bremer Student Mansur Faqiryar &ndash; Torwart beim Regionalligisten VFB Oldenburg. Mansur wurde zum wichtigsten Spieler des Turniers gew&auml;hlt. Er hatte im Spiel gegen Nepal zwei Elfmeter gehalten. Am 16. November 2013 brachte die TAZ eine ganze Seite zu Mansur Faqiryar - und zu Mohammed Saber Rohparwar, einer &auml;lteren afghanischen Fu&szlig;balllegende:</p>
<p><a href="http://www.taz.de/torwart-aus-afghanistan/!127564/">www.taz.de/torwart-aus-afghanistan/!127564/</a></p>
<p>Bei der Skate-Aid-Night von Titus Dittmann am 16. Novembers im M&uuml;nsterschen Skaters Palace begegnete ich einem anderen afghanischen Nationalhelden &ndash; dem 30-j&auml;hrigen <strong>Hamid Rahimi</strong>. Am 30. Oktober 2012 k&auml;mpfte er unter dem Motto &bdquo;Fight 4 Peace&ldquo; in Kabul gegen Said Mbelwa aus Tansania &ndash; und errang durch technisches K.O. den Weltmeistertitel der World Boxing Union im Mittelgewicht. Den &uuml;berhaupt ersten Profi-Boxkampf in Afghanistan erlebten 21 Millionen Zuschauer im Fernsehen mit. Heute gilt er in seiner Heimat als Superstar. Vor wenigen Wochen erschien seine Biografie &bdquo;Hamid Rahimi - Die Geschichte eines K&auml;mpfers&ldquo; mit Mariam Noori als Ko-Autorin. Der FREITAG stellte es als &bdquo;Buch der Woche&ldquo; vor. (<a href="http://www.nachtwei.de">www.nachtwei.de</a> 25.11.2013)</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(4) Bilanzierung und Evaluierung von Kriseneins&auml;tzen</span></strong></p>
<p>F&uuml;r das Buchprojekt des AK &bdquo;Gerechter Frieden&ldquo; erweitere und aktualisiere ich meinen Vortrag &bdquo;<strong>Evaluation deutscher Auslandseins&auml;tze</strong>&ldquo;, den ich im September 2012 bei der Evangelischen Akademie Berlin gehalten hatte. Zun&auml;chst schildere ich meine Erfahrungen mit Bilanzierungen und Evaluierungen einzelner Eins&auml;tze (Kosovo, EUFOR Congo, Operation Enduring Freedom, ISAF AFG, EU-Operation ALTHEA in Bosnien+Herzegowina), dann die Einsatzauswertung und Evaluierung durch die Ressorts und den Bundestag, Evaluierungshindernisse (methodische und widerstrebende Interessen). Nach &bdquo;besseren Beispielen&ldquo; formuliere ich politische Schlussfolgerungen.</p>
<p>Insgesamt komme ich zu einer differenzierten und n&uuml;chternen Bewertung der M&ouml;glichkeiten und Grenzen von Wirkungsevaluierungen. Die Ern&uuml;chterungen sind aber kein Grund, es bei der vorherrschenden schlechten Praxis politischer, interessengepr&auml;gter Daumenpeilungen zu belassen. Denn durch die Vernachl&auml;ssigung von Wirkungsanalysen wurden in der Vergangenheit fahrl&auml;ssig Fehlsteuerungen von Eins&auml;tzen, vermeidbare Kosten und Opfer in Kauf genommen. Wo eine systematische und &ouml;ffentliche Bilanzierung vernachl&auml;ssigt wird, leistet das einer Fragmentierung und &bdquo;Privatisierung&ldquo; von Erfahrungslernen und einem diffusen kollektiven Fehllernen Vorschub. &bdquo;Kurzschluss-Lehren&ldquo; gibt es inzwischen reichlich.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(5) Chancen und Ermutigungen</span></strong></p>
<ul>
<li>&bdquo;Ein Baum, der f&auml;llt, macht mehr Krach als ein Wald, der w&auml;chst.&ldquo; (Tibetisches Sprichwort)</li>
<li>&bdquo;Viele kleine Leute, die in vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, k&ouml;nnen die Welt ver&auml;ndern.&ldquo; (Afrikanisches Sprichwort)</li>
</ul>
<p>Wo es so viel um Risiken, Bedrohungen, Hass, Gewalt, Massenverbrechen, Krieg, Konfliktkn&auml;uel und &ndash;s&uuml;mpfe geht, wo in der Regel bad news die aktuelle Berichterstattung dominieren, wo erfolgreiche Gewaltverh&uuml;tung &bdquo;unsichtbar&ldquo; ist, da liegen Hoffnungslosigkeit, Ohnmachtsgef&uuml;hle und Depression nahe, da ist immer wieder Wegsehen ein plausibler Abwehrmechanismus. Kein Wunder, dass es auf dem Feld der Friedens- und Sicherheitspolitik erhebliche Nachwuchsm&auml;ngel gibt. Woher die Kr&auml;fte nehmen? Durch einen Perspektivenwechsel: Aufmerksamkeit f&uuml;r kleine Fortschritte, f&uuml;r Chancen, konstruktive Entwicklungen, Probleml&ouml;sungen, Freuden, in unterschiedlicher Weise starke Menschen. F&uuml;r mich ist die Chancenorientierung inzwischen ein Querschnittthema.</p>
<p>Diesbez&uuml;gliche H&ouml;hepunkte in diesem Jahr waren der Tag des Peacekeepers, die Begegnung mit Benjamin Ferencz, die Preisverleihung f&uuml;r ein deutsch-griechisches Jugendbegegnungsprojekt in Griechenland und das &bdquo;11 Freunde&ldquo;-Fu&szlig;ballmagazin bei der Mitgliederversammlung von &bdquo;Gegen Vergessen &ndash; F&uuml;r Demokratie&ldquo;. Ich berichte in Vortr&auml;gen und auf meiner Homepage regelm&auml;&szlig;ig auch von &bdquo;better news&ldquo;: die friedlichen Siege der afghanischen Fu&szlig;ballnationalmannschaft, Friedensfachkr&auml;fte in Konfliktgebieten, &bdquo;Judenretter&ldquo; im deutsch-besetzten Riga, die erfolgreichen internationalen Friedensmissionen in Bosnien und den verh&uuml;teten B&uuml;rgerkrieg in Mazedonien 2001.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(6) Zur&uuml;ck aus dem Einsatz</span></strong></p>
<p>Wenn in der &Ouml;ffentlichkeit bisher von Einsatzr&uuml;ckkehrern die Rede war, dann fast nur von soldatischen, von Veteranen. In 2013 wurden vermehrt auch zivile und polizeiliche Einsatzr&uuml;ckkehrer in den Blick genommen. Die gr&uuml;ne Bundestagsfraktion macht am 18. Februar den Auftakt mit dem &ouml;ffentlichen <strong>Fachgespr&auml;ch &bdquo;R&uuml;ckkehr ohne Dank und Anerkennung?</strong>&ldquo; Nach dem Diskussionsansto&szlig; von Minister de Maizi&egrave;re zu einer k&uuml;nftigen Veteranenpolitik nahmen die Gr&uuml;nen den Ball als erste auf und befragten Fachleute zu den Erfahrungen und Bed&uuml;rfnissen von Einsatzr&uuml;ckkehrern in Uniform wie in Zivil. Ausf&uuml;hrlich berichtete Johannes Leith&auml;user am 21. Februar in der FAZ &uuml;ber das Fachgespr&auml;ch.</p>
<p>Fortgesetzt wurde&nbsp; die Diskussion um zivile und polizeiliche Einsatzr&uuml;ckkehrer beim Beirat Zivile Krisenpr&auml;vention beim AA am 11. M&auml;rz.</p>
<p>Einen H&ouml;hepunkt erreichte die &bdquo;Einsatzr&uuml;ckkehrer-Politik&ldquo; mit der gelungenen Premiere des ersten &bdquo;<strong>Tag der Peacekeeper</strong>&ldquo; am 12. Juni im Ausw&auml;rtigen Amt. Der einzige Schatten: Die Nichtbeachtung der Veranstaltung durch die Medien. &Uuml;ber verschiedene Websites konnte die Kunde des Peacekeeper-Tages zumindest in verschiedenen Communities verbreitet werden.&nbsp; In 2014 soll der Tag wieder begangen werden, m&ouml;glichst am 29. Mai.</p>
<p>Der <strong>Festakt &bdquo;Eine Erfolgsgeschichte mit Zukunft &ndash; 50 Jahre Entwicklungshelferin und Entwicklungshelfer</strong>&ldquo; am 28. Juni im Bonner Wasserwerk erinnerte an die Gr&uuml;ndung des &ndash; inzwischen in der GIZ aufgegangenen - Deutschen Entwicklungsdienstes am 25. Juni 1963 in Anwesenheit von US-Pr&auml;sident John F. Kennedy, Bundespr&auml;sident L&uuml;bke und Bundeskanzler Adenauer. Dass seit 1963 28.000 deutsche EntwicklungshelferInnen in mehr als 100 L&auml;ndern gegen Armut und Unterern&auml;hrung, f&uuml;r bessere Lebensbedingungen, nachhaltige Entwicklung und solidarisches Lernen arbeiteten (17.000 davon durch den DED entsandt, 11.000 durch sechs staatlich anerkannte zivilgesellschaftliche Tr&auml;ger), verdient hohe Aufmerksamkeit, Anerkennung und Dankbarkeit &ndash; nicht nur der Entsendeorganisationen, sondern durch Politik und Gesellschaft insgesamt. Bei dem Festakt kam das leider nur sehr zum Teil zum Ausdruck.</p>
<p>(vgl. mein Bericht vom 1.7.2013)</p>
<p>Im Kontext der <strong>AG PTBS des Beirats Innere F&uuml;hrung</strong> wurden mehrere intensive Gespr&auml;che mit Vertretern des Verbandes Deutscher Veteranen der der Deutschen Kriegsopferf&uuml;rsorge (DKOF) gef&uuml;hrt. Ich nahm bisher an zwei Treffen des &bdquo;Netzwerks der Hilfe&ldquo; teil und bekam einen &Uuml;berblick &uuml;ber die Vielfalt an institutionellen und nichtstaatlichen Hilfs- und Unterst&uuml;tzungsangeboten. Die gr&ouml;&szlig;ten Herausforderungen sind die psychisch belasteten, inzwischen ausgeschiedenen Einsatzsoldaten und belastete Angeh&ouml;rige. Der n&auml;chste Beirat soll auf jeden Fall an dem Thema dranbleiben.</p>
<p><strong>Nachbemerkung</strong>: Bei dem so wichtigen Diskurs um die Einsatzr&uuml;ckkehrer besteht die Gefahr, in eine Art von Selbstbezogenheit zu geraten, wo es nur noch darum geht, was Eins&auml;tze &bdquo;mit uns&ldquo; machen - und wo aus dem Blick ger&auml;t, was die Eins&auml;tze in den Einsatzgebieten mit den Menschen dort machen.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(7) Umfassender Ansatz, vernetztes Handeln</span></strong></p>
<p>Ausgehend von der Tagung &bdquo;<strong>Ziviles + milit&auml;risches Engagement in Konflikten</strong> &ndash; Ministerien und Zivilgesellschaft im Gespr&auml;ch&ldquo; im Juni 2011 an der BAKS bildete sich eine AG erfahrenen Menschen aus Exekutive, Zivilgesellschaft und Politik. Die Gruppe legte am 31. August 2012 ihr Abschlusspapier &bdquo;<strong>Politisches Engagement in Konflikten &ndash; Optimierung der Interaktion zwischen zivilen und milit&auml;rischen Akteuren</strong>&ldquo; vor und &uuml;bersandte an alle im Bundessicherheitsrat vertretenen Minister, an die betreffenden Bundestagsaussch&uuml;sse und Fraktionsvorsitzenden, an staatliche Organisationen, Hilfs- und Nichtregierungsorganisationen, an kirchliche Einrichtungen, Hochschulen und andere wissenschaftliche Einrichtungen, an die Tagungsteilnehmer&nbsp; von 2011. 40 Angeschriebene antworteten, darunter der Entwicklungs- und Verteidigungsminister, der au&szlig;enpolitische Berater der Bundeskanzlerin, hohe Polizeibeamte und Generale wie Vertreter von NGO`s und staatlicher Entwicklungszusammenarbeit. Die gesammelten Repliken &uuml;bersandten wir dem Pr&auml;sidenten der BAKS, Botschafter Dr. Heumann, mit der Anregung zu einer Folgeveranstaltung zum Thema.</p>
<p>Beim &bdquo;<strong>Deutschen Forum Sicherheitspolitik</strong>&ldquo; am 24./25. Juni in der BAKS nehme ich an der Arbeitsgruppe zu &bdquo;Potenzial und Wirklichkeit des umfassenden Ansatzes Vernetzter Sicherheit&ldquo; teil. Dank der hochkar&auml;tigen Teilnehmer aus Sicherheitsbeh&ouml;rden, Transportwirtschaft, Ministerien ergeben sich spannende Erkenntnisse.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(8) Dialoge zum Frieden, friedens- und sicherheitspolitische Kommunikation</span></strong></p>
<p>Seit Jahren wird in sicherheits- wie friedenspolitischen Zusammenh&auml;ngen das Fehlen einer breiteren Debatte und Verst&auml;ndigung zur deutschen Au&szlig;en-, Friedens- und Sicherheitspolitik beklagt. (vgl. &bdquo;<em>Viel beschworen + nie erreicht: Die breite sicherheits- und friedenspolitische Debatte &ndash; Hemmnisse und Ans&auml;tze</em>&ldquo;, 8.7.2012) Einzelne Ereignisse in 2013 k&ouml;nnten diese Debatte bef&ouml;rdern - aber auch das Gegenteil bewirken. Es geht um den <strong>Aachener Friedenspreis</strong> und die Kampagne <strong>gegen Jugendoffiziere an Schulen</strong>.</p>
<p>Das Anliegen des Aachener Friedenspreises, Friedensarbeit von unten auszuzeichnen, ist ausgesprochen sinnvoll. Notwendig ist ein Wirken f&uuml;r Dialog + friedliche Konfliktl&ouml;sung und gegen Militarisierung + Krieg. Die ausgezeichnete Internationale Schule in Duhuk/Nordirak ist ein Leuchtturm in einer gewaltzerfressenen Region. An der Auszeichnung von zwei &bdquo;Schulen ohne Bundeswehr&ldquo; in Offenbach und Berlin scheiden sich die Geister. Zu Recht. Wo Jugendoffiziere Werbung f&uuml;r milit&auml;rische/kriegerische &bdquo;L&ouml;sungen&ldquo; und den Dienst in der Bundeswehr machen w&uuml;rden, w&auml;re Protest vollauf berechtigt. Solches Jugendoffizieren aber generell zu unterstellen (und sie deshalb grunds&auml;tzlich aus Schulen auszusperren), ist nach meiner Erfahrung mit Bundeswehroffizieren seit Jahrzehnten ein Zerr-, ja Feindbild. In der Preisbegr&uuml;ndung und bei der Preisverleihung in Aachen lese und h&ouml;re ich Aussagen zu Bundeswehr und gegenw&auml;rtiger deutscher Sicherheitspolitik, wo jeder Milit&auml;reinsatz zum Kriegseinsatz erkl&auml;rt wird, wo VN-Friedenssicherung und VN-Mandate zur ausdr&uuml;cklichen Gewaltverh&uuml;tung ignoriert werden. Bundeswehrangeh&ouml;rige wie politische Auftraggeber werden beschuldigt, geradezu systematisch gegen den Friedensauftrag des Grundgesetzes zu versto&szlig;en. Konsequent w&auml;re es, wenn dann auch alle Abgeordneten von Union, SPD, FDP, Gr&uuml;nen aus den Schulen ausgesperrt w&uuml;rden &ndash; und nur die der LINKEN zugelassen w&uuml;rden.</p>
<p>Aufgabe von politischer und Friedensbildung an Schulen ist es, den Sch&uuml;lerInnen Au&szlig;en-, Friedens- und Sicherheitspolitik ausgehend von VN-Charta und Grundgesetz in ihrer Breite und Vielfalt zu vermitteln. Welche externen Fachleute dazu in die Schule eingeladen werden, liegt in der Verantwortung der Unterrichtenden. &Uuml;berf&auml;llig ist, dass auch das Ausw&auml;rtige Amt, Entwicklungs- und Innenministerien durch Referenten mit internationaler Erfahrung zur politischen Bildung in Schulen beitragen. Die Schl&uuml;sselfrage ist, wie angesichts heutiger Umbr&uuml;che, Herausforderungen und Kontoversen friedens- und sicherheitspolitische Bildung konstruktiv gestaltet werden kann.</p>
<p>Bei einem <strong>friedens- und sicherheitspolitischen Workshop des DGB-</strong>Bundesvorstandes am 30. Oktober in Berlin referiere ich zu einer Bilanz der Auslandseins&auml;tze. &bdquo;Welten&ldquo; prallten beim Workshop in einer Art aufeinander, dass ich mich an die 70er Jahre erinnert f&uuml;hlte. Der DGB-Vorsitzender Sommer wurde schon bei seiner Einf&uuml;hrung immer wieder gest&ouml;rt. Nach einem Gespr&auml;ch des DGB-Bundesvorstandes mit Minister de Maizi&egrave;re im Februar war ihm &bdquo;Schmusekurs mit dem Kriegsminister&ldquo; vorgeworfen worden. Die &bdquo;Informationsstelle Militarisierung&ldquo; (IMI) und &bdquo;Junge Welt&ldquo; hatten Workshop-Referenten wie Prof. M&uuml;nkler, ZIF-Direktorin Wieland-Karimi und mich als &bdquo;Kriegsbef&uuml;rwortern&ldquo; markiert. Der Verlauf des Workshop zeigt exemplarisch, wie weit auseinander und unvers&ouml;hnlich eine &ndash; eher&nbsp; antiimperialistisch orientierte &ndash; &bdquo;friedensbewegte&ldquo; Fraktion in den Gewerkschaften und der g&auml;ngige sicherheits- und friedenspolitische &bdquo;Mehrheits&ldquo;-Diskurs in Berlin sind. Trotz jahrelanger &bdquo;Entw&ouml;hnung&ldquo; funktioniert mein &bdquo;Kampf-Modus&ldquo; noch.</p>
<p>In der ZEIT vom 21. November erschien der Gastbeitrag des jungen Offiziers Dominik Wullers &bdquo;<strong>Wer glaubt ihr eigentlich, wer wir sind</strong>?&ldquo; Binnen zwei Tagen erhielt er auf ZEIT online ca. 1.000 Kommentare. Ich nahm per Leserbrief Stellung. (6.12.2013)</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(9) Erinnern f&uuml;r die Zukunft</span></strong></p>
<p><strong>(a) Stalingrad</strong>: Kurzfristig wird mir im Januar bewusst, dass am 2. Februar der 70. Jahrestages des Endes der Schlacht von Stalingrad ist. Die 16. Panzerdivision kam aus M&uuml;nster, sie galt als &bdquo;Speerspitze der 6. Armee&ldquo;. Vor vielen Jahren hatte ich mich damit auseinandergesetzt. Jetzt verfertige ich schnell die Textzusammenstellung &bdquo;Stalingrad vor 70 Jahren - 16. Panzer-Division aus M&uuml;nster: Speerspitze im Vernichtungskrieg, vernichtet in Stalingrad&ldquo;: <em>&bdquo;Die 16. Panzer-Division erreichte als erste am 23. August 1942 die Wolga n&ouml;rdlich Stalingrad. Schon Mitte November lagen die Leichen von &uuml;ber 4.000 ihrer M&auml;nner auf dem Divisionsfriedhof an der Bahnstrecke Nord-Stalingrad &ndash; Frolow. Nur 128 ihrer Soldaten kehrten nach Jahren der Gefangenschaft wieder in die Heimat zur&uuml;ck. Mit dem Tod der letzten Divisionsangeh&ouml;rigen scheint die Erinnerung an diese Division und ihre furchtbare wie mahnende Kriegsgeschichte zu verwehen. Erinnern an Soldaten, die- gezwungen oder &uuml;berzeugt - Mitmarschierer und Mitt&auml;ter waren und Opfer wurden, ist zwiesp&auml;ltig, f&auml;llt schwer. Mit den folgenden Materialien will ich einige Anst&ouml;&szlig;e zur Erinnerung geben. In Stalingrad fiel der deutsche Angriffs- und Vernichtungskrieg auf seine milit&auml;rischen Wegbereiter, Mitmarschierer, Macher, vor allem auf die einfacheren Soldaten zur&uuml;ck. Es war eine in jeder Hinsicht verlorene Armee, sich aufl&ouml;send im Strudel des Untergangs. In ihrem absoluten, blinden Gehorsam und ihrer Realit&auml;tsverleugnung wurden Generale, eine ganze milit&auml;rische F&uuml;hrung zum Henker der eigenen Soldaten</em>.&ldquo; (28.1.2013) Die beiden Lokalzeitungen ver&ouml;ffentlichen mit Hilfe meines Materials gro&szlig;e Artikel zum Jahrestag. Angeh&ouml;rige melden sich bei mir.</p>
<p><strong>(b) Riga-Deportationen</strong>: Am 14. Mai findet im M&uuml;nsteraner CINEMA die Erstauff&uuml;hrung des <strong>Dokumentarfilms &bdquo;&acute;Wir haben es doch erleb</strong>t` - Das Ghetto von Riga&ldquo; von J&uuml;rgen Hobrecht statt. (Ich habe das Projekt beratend und bei den Dreharbeiten in Riga unterst&uuml;tzt.) Die 200 Zuschauer sehen den ersten Film, der umfassend die Geschichte des lettischen und deutschen Ghettos schildert, der &Uuml;berlebende verschiedener Deportationen zu Wort kommen l&auml;sst und auch die zweite Verfolgung nach 1944 nicht ausspart. Der Film ist ein &bdquo;lebendes Denkmal&ldquo;. Auf der DVD zus&auml;tzlich ein Bonus-Film zur heutigen Gedenkst&auml;tte Riga und Interviews mit Jugendlichen des Volksbund-Workcamps 2012. Von Oktober bis Dezember wird der Film an ca. 30 Orten gezeigt. Ich bin in Hagen, Bochum, Essen, Osnabr&uuml;ck, Berlin als Gespr&auml;chspartner dabei. Die Spendeneinnahmen gehen auf das Hilfskonto von Hanna + Wolf Middelmann (G&ouml;ttingen) f&uuml;r Holocaust-&Uuml;berlebende im Baltikum und in die Fortf&uuml;hrung des Filmprojekts Riga. Drei Sch&uuml;lerInnen aus M&uuml;nster, Preistr&auml;ger beim diesj&auml;hrigen Geschichtswettbewerb des Bundespr&auml;sidenten, spenden ihr Preisgeld f&uuml;r Riga.</p>
<p><strong>Irmgard Ohl und Ewald Aul</strong>, beide am 13. Dezember 1941 von Osnabr&uuml;ck nach Riga verschleppt, hatten uns 1991 zu den Dreharbeiten f&uuml;r den ersten Riga-Film in die lettische Hauptstadt begleitet. Ewald Aul stirbt am 10. April, Irmgard Ohl am 21. August. Erich Herzl, der seine Eltern in Riga verloren und ma&szlig;geblich zur Errichtung der Gedenkst&auml;tte Bikernieki beigetragen hatte, stirbt am 10. Juni im Alter von 93 Jahren.</p>
<p>Zur Er&ouml;ffnung der&nbsp; <strong>Ausstellung &bdquo;Bikernieki</strong> &ndash; Wald der Toten&ldquo; des Volksbundes Deutsche Kriegsgr&auml;berf&uuml;rsorge spreche ich in M&uuml;nster und Steinfurt.</p>
<p>F&uuml;r das Milit&auml;rhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden verfasse ich die erste zusammenfassende Darstellung zur Riga-Erinnerungsarbeit und zum <strong>Dt. Riga-Komitee</strong>, einem einmaligen Zusammenschluss von inzwischen 46 deutschen St&auml;dten. Der Beitrag erscheint im Katalog zur Sonderausstellung &bdquo;&ldquo;Schuhe von Toten &ndash; Dresden und die Shoa&ldquo;, die am 24. Januar er&ouml;ffnet wird. &nbsp;(<a href="http://www.mhmbw.de/sonderausstellungen/schuhe-von-toten">www.mhmbw.de/sonderausstellungen/schuhe-von-toten</a> )</p>
<p>Vor bald 20 Jahren, am 11. M&auml;rz 1994 endete in M&uuml;nster am 206. Sitzungstag der <strong>Maikovskis-Prozess</strong>, einer der letzten gr&ouml;&szlig;eren Kriegsverbrecherprozesse in Deutschland.&nbsp; (Meine Frau und ich hatten den Prozess &uuml;ber vier Jahre beobachtet.)</p>
<p><strong>(c) Gegen Vergessen &ndash; F&uuml;r Demokratie e.V.</strong></p>
<p>begeht am 22./23. November in Berlin ihr 20-j&auml;hriges Bestehen. Gr&uuml;ndungsmitglied Hans-Jochen Vogel berichtet, wie die damaligen massiven Ausschreitungen gegen Asylbewerber mehrere Sozialdemokraten und ehemalige Widerstandsk&auml;mpfer zu der Initiative veranlassten: Es reichte nicht mehr, nur nach dem Staat zu rufen! Der 87-J&auml;hrige redet klar und energisch. Er ist ein Urgestein mit Feuer! Zum Empfang erscheint &uuml;berraschend der vormalige Vorsitzende von GV-FD und jetzige Bundespr&auml;sident Joachim Gauck. Der Mitgliederversammlung folgt jedes Mal eine doppelte Preisverleihung: den Waltraud-Netzer-Jugendpreis erhalten die Sch&uuml;lerInnen und Initiatoren des Jugendbegegnungsprojektes der Deutschen Schule in Athen und zweier Lyzeen in Kalavryta und Distomo (hier ver&uuml;bten die deutschen Besatzer Massaker). Der Preis von &bdquo;GV-FD&ldquo; geht an &bdquo;11 Freunde - Magazin f&uuml;r Fu&szlig;ballkultur&ldquo;. Die Redaktion engagiert sich gegen Rassismus in den Stadien und f&uuml;r Menschenfreundlichkeit, ohne dabei belehrend zu wirken. (Film zur Preisverleihung unter <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Nb7UxPzGUrk">www.youtube.com/watch?v=Nb7UxPzGUrk</a> )</p>
<p><strong>(d) J&uuml;ngere Erinnerungen: &nbsp;</strong>- <strong>Im M&auml;rz vor zehn Jahren Beginn des Irakkrieges</strong>: Dass die Bundesregierung sich der direkten Teilnahme am Irakkrieg verweigerte, bleibt ein historisches Verdienst. Diese Position durchzuhalten, war ganz und gar nicht einfach. Im rot-gr&uuml;nen F&uuml;hrungszirkel konnte ich dazu beitragen. Darauf bin ich stolz. (Materialien auf <a href="http://www.nachtwei.de">www.nachtwei.de</a> , 15.3.2013)</p>
<p>- <strong>Im Oktober vor 30 Jahren: Hoch-Zeit der Friedensbewegung</strong> gegen neue Atomraketen. Mit 13 Jahren Versp&auml;tung ging mir der Wahnwitz der atomaren Abschreckung auf. Unsere Proteste gegen das atomare Wettr&uuml;sten in West&nbsp; u n d&nbsp; Ost war keine &bdquo;Jugends&uuml;nde&ldquo;, sondern rational und realistisch. Es war die gr&ouml;&szlig;te Massenbewegung in der Geschichte der Bundesrepublik. &Uuml;beraus merkw&uuml;rdig ist, wie wenig davon 30 Jahre danach die Rede ist. Ich stelle auf <a href="http://www.nachtwei.de">www.nachtwei.de</a> ab 15.10.2013 einige Erinnerungshilfen ein: Flugbl&auml;tter, Bericht von der Korps-Blockade, Erfahrungen mit der DKP, Bilanzierung.</p>
<p>- <strong>Im Oktober vor acht &frac34;&nbsp; Jahren: Aufbau des deutsch gef&uuml;hrten PRT Kunduz</strong>, das ich erstmals im Januar 2004 besucht hatte. (alle meine Kunduz-Reiseberichte 6.10.2013)</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(10) R&uuml;stungsexporte, Drohnen</span></strong></p>
<p>- Das Thema <strong>R&uuml;stungsexporte</strong> wird verl&auml;sslich und intensiv von Abgeordneten der befreundeten Fraktion bearbeitet. Ich halte mich aber so im Stoff, dass ich Veranstaltungen bestreiten und Anfragen beantworten kann.</p>
<p>- Die Eskalation des <strong>Euro-Hawk-Skandals</strong> beobachte ich aus der Halbdistanz: Aufkl&auml;rung war unbestreitbar notwendig. Manche Urteile aus der Opposition &uuml;ber den Minister schienen mir aber nur noch von wahlk&auml;mpferischen Bei&szlig;zw&auml;ngen getrieben zu sein. Einen Untersuchungsausschuss zu dem Zeitpunkt zu solch einem Thema hielt ich f&uuml;r eine parlamentarische Fehlinvestition und kontraproduktiv. Mir ist mahnend in Erinnerung, wie wir uns 2006-2008 als Verteidigungsausschuss einen Untersuchungsausschuss aufb&uuml;rdeten (Fall Kurnaz, KSK) und dar&uuml;ber die Versch&auml;rfung der Lage in Nordafghanistan nicht geb&uuml;hrend beachteten. Solche gro&szlig;en Fehler werden einem deutlicher, wenn man au&szlig;erhalb der parlamentarischen K&auml;seglocke steht.</p>
<p>- Beim Streitthema <strong>Kampfdrohnen</strong> bin ich im stand-by. Im Beirat Innere F&uuml;hrung begr&uuml;ndete ich ausf&uuml;hrlich schriftlich mein abweichendes Votum.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">11) Bundestagswahlen</span></strong></p>
<p>&nbsp;</p></div>


           <br />
                        </div>
   </div>
</div></channel>
</rss>
