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Offener Brief
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Grüne gratulieren: 50 Jahre Zentralstelle KDV

Autor: Webmaster

Datum: 2. März 2007 20:08:43 +02:00 oder Fr, 02 März 2007 20:08:43 +02:00

Zusammenfassung:  Folgendes Grußwort haben Renate Künast, Winni und Kai Gehring aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen (Zentralstelle KDV) verfasst:

Hauptteil: 

Renate Künast
Winfried Nachtwei
Kai Gehring
Fraktionsvorsitzende
Sicherheitspolitischer Sprecher
Jugendpolitischer Sprecher
Mitglieder des Deutschen Bundestages
Bündnis90/Die Grünen

Berlin, den 02.03.2007

Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann
Präsidentin der
Zentralstelle zum Recht und Schutz der
Kriegsdienstverweigerer
aus Gewissensgründen e.V.
Sielstraße 40

26345 Bockhorn

Glückwunsch zum 50-jährigen Jubiläum

Sehr geehrte Frau Dr. Käßmann,

im Namen der Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen gratulieren wir der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen von ganzem Herzen zum 50. Jubiläum und übermitteln unsere besten Wünsche auch für die nächsten Jahre.

Die Zentralstelle KDV hat, wie keine andere Einrichtung in Deutschland, dafür gekämpft, dass für Wehrpflichtige die Gewissensfreiheit des Grundgesetzes in den Alltag umgesetzt werden kann. Dabei ging es der Zentralstelle nicht nur darum, dass niemand gegen sein Gewissen zum Dienst mit der Waffe gezwungen wird, sondern dass er für diese Gewissensentscheidung nicht bestraft und schlechter behandelt wird als andere Wehrpflichtige. Die Abschaffung der Gewissensprüfung, die Angleichung der Rahmenbedingungen von Wehr- und Zivildienstleistenden uva. Verbesserungen sind auch ein Verdienst der Lobbyarbeit der Zentralstelle. Die Zentralstelle hat seit Anfang der 90er Jahre auf die eklatante Wehrungerechtigkeit in Deutschland hingewiesen und zahlreiche konstruktive Vorschläge für ein Ende der Wehrpflicht unterbreitet. Über Jahre haben sich die vielen ehrenamtlichen MitarbeiterInnen mit unermüdlichem Einsatz, großem Engagement und Kompetenz für ein Ende der Wehrpflicht eingesetzt.

Heute hat die Wehrpflicht längst ausgedient. Unter rot-grüner Verantwortung sind wir dem Ausstieg ein gutes Stück näher gekommen und wir bedauern es zutiefst, dass es uns nicht gelungen ist, diesen Ausstieg zum Abschluss zu bringen. Mehr als 85 Prozent der männlichen Wehrpflichtigen und 99 Prozent aller gleichaltrigen Frauen werden die Bundeswehr nie von innen kennen lernen. Von einer allgemeinen Wehrpflicht kann also keine Rede mehr sein. Diese Wehrungerechtigkeit ist mit nichts mehr zu rechtfertigen. Die Wehrpflicht und mit ihr der Zivildienst gehören abgeschafft. Wir brauchen einen freiwilligen und flexiblen Kurzdienst für Frauen und Männer. Hierfür muss die Bundesregierung endlich die Weichen stellen. Alles andere grenzt an Willkür.

Wir möchten der Zentralstelle unseren Respekt, unsere Anerkennung und Dankbarkeit für die bisher geleistete Arbeit zum Ausdruck bringen. Unser Dank gilt stellvertretend insbesondere den langjährigen tragenden Säulen, vor allem Pastor Ulrich Finckh, Peter Tobiassen und Barbara Kramer, die mit ihrem beispiellosen Einsatz nicht nur jungen Menschen beigestanden haben, sondern auch der Politik immer wieder ins Gewissen geredet und Beine gemacht haben. Wir wünschen der Zentralstelle Kraft und Ausdauer für die künftige Arbeit und bieten auch weiterhin unsere Bereitschaft zur Zusammenarbeit an.

Mit freundlichen Grüßen

Renate Künast
Winfried Nachtwei
Kai Gehring

Anmerkungen: 

Publikationsliste
Vortragsangebot zu Riga-Deportationen, Ghetto Riga + Dt. Riga-Komitee

Ende 1941/Anfang 1942 rollten Deportationszüge aus Deutschland und Österreich nach Riga.

1989 stieß ich auf die Spuren der verschleppten jüdischen Frauen, Männer und Kinder.

Mit meinem bebilderten Vortrag "Nachbarn von nebenan - verschollen in Riga" stehe ich gern für Erinnerungsveranstaltungen und Schulen zur Verfügung. (Anlage)

Vorstellung der "Toolbox Krisenmanagement"

Von der zivilen Krisenprävention bis zum Peacebuilding: Die 53-seitige Broschüre stellt kompakt und klar auf jeweils einer Themenseite Prinzipien, Akteure und Instrumente des Krisenmanagements vor. Bei einem Kolloquium im Bundestag in Berlin wurde die Schrift einem Fachpublikum vorgestellt. Erstellt von AutorInnen des Zentrums Internationale Friedenseinsätze ZIF und der Stiftung Wissenschaft und Politik SWP ist die "Toolbox" ein wichtiger Beitrag zur friedens- und sicherheitspolitischen Grundbildung auf einem Politikfeld, wo die Analphabetenrate in der Gesellschaft, aber auch in Medien und Politik sehr hoch ist. ... www.zif-berlin.de

zif
Auf dem Foto überreicht W. Nachtwei den AutorInnen seine 2008 erschienene Broschüre zur Zivilen Krisenprävention und Friedensförderung.

Mehr zur Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure bei der zivilen Konfliktbearbeitung u.a.:

Tagebuch
    • Meine persönlichen Jahresrückblicke + Kurzmeldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik (Nr. 1-50 im Tagebuchformat)

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