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Offener Brief
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Roth und Nachtwei: Forum Ziviler Friedensdienst unterstützen!

Autor: Webmaster

Datum: 8. März 2006 17:05:22 +02:00 oder Mi, 08 März 2006 17:05:22 +02:00

Zusammenfassung:  Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des forumZFD haben Claudia Roth und Winfried Nachtwei einen Brief an die GRÜNEN Mitglieder verfasst und um deren Unterstützung für das forumZFD geworben:

Hauptteil: 

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Claudia Roth
Winni Nachtwei

8. März 2006

10 Jahre Forum Ziviler Friedensdienst

Liebe Freundinnen und Freunde,

im politischen Alltag dominieren schlechte Nachrichten. Heute möchten wir Euch auf ein ausgesprochen erfreuliches Ereignis aufmerksam machen und zugleich um vermehrte Unterstützung werben: Am 6. März feierte das forumZFD seinen 10jährigen Geburtstag. Mit dem forumZFD ist eine neue gesellschaftliche Friedenskraft entstanden, die beispielhaft ist für ihre Innovationskraft, ihre Beharrlichkeit, ihre Aufbauleistungen. Dafür danken wir den Freundinnen und Freunden des forumZFD, stellvertretend Helga und Konrad Tempel, Heinz Wagner und Tilmann Evers von ganzem Herzen.

Der Geburtstag ist wahrlich ein Grund zum Feiern, aber auch für eine Zwischenbilanz und neue Initiativen.
Als politische Wegbegleiter und Förderer des Forum Ziviler Friedensdienst von Anfang an teilen wir Bündnisgrünen die Grundidee, dass Frieden immer auch von unten wachsen muss und dass die „Wachstumshilfe" Professionalität braucht: Frieden braucht Fachleute. Friedensprozesse ohne gesellschaftliche Fundierung bleiben zerbrechlich und von ständigem Rückfall in die Gewalt bedroht.
Zur Förderung des ZFD in zivilgesellschaftlicher Trägerschaft taten sich vor zehn Jahren

Nichtregierungsorganisationen und Einzelpersonen zum forumZFD zusammen. Beim Aufbau und der Etablierung des Zivilen Friedensdienstes erlebten wir das forumZFD als Pionier und treibende Kraft für ein Projekt professioneller Friedensarbeit, das es in diesem Umfang bisher nicht gab.

Nach dem den Bosnienkrieg beendenden Vertrag von Dayton lag die Dringlichkeit gesellschaftlicher Verständigungs- und Friedensförderung auf der Hand. Unsere gemeinsame parlamentarische Initiative für ein „Startprojekt Ziviler Friedensdienst" scheiterte an einem Minister der Union. Über die ersten rot-grünen Koalitionsverträge 1995 in Düsseldorf und 1998 in Bonn konnten wir dann die Tür zum Aufbau des ZFD und seiner staatlichen Förderung öffnen. Der ZFD wurde zu einer wichtigen Säule der Infrastruktur für Zivile Konfliktbearbeitung. Mit seinen quantitativ geringen Kräften leistete das forumZFD als Motor eines Zivilen Friedensdienstes Enormes - gegen den breiten Strom friedenspolitischer Phantasielosigkeit und Gleichgültigkeit. Seit 1997 wurden mehr als 200 Menschen zu Friedensfachkräften ausgebildet. Gegenwärtig arbeiten 130 vor Ort in Krisenregionen, davon 12 im Auftrag des forumZFD. Das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit fördert den ZFD zzt. mit ca. 14 Millionen Euro. Völlig richtig und weitsichtig ist der Einsatz des Forums für die Etablierung des ZFD in Deutschland einerseits und die internationale Vernetzung andererseits.

Bei Besuchen auf dem Balkan und in anderen gewaltträchtigen Regionen lernten wir immer wieder Friedensfachkräfte kennen, die dort in ZFD-Projekten mit Jugendlichen, Frauen, ehemaligen Kämpfern, Flüchtlingen, Friedensaktivisten arbeiten - nicht als „Friedensmissionare", sondern als professionelle und verlässliche Unterstützer einheimischer Friedenspotenziale und Zivilgesellschaft. Was wir da an langem Atem, an positiver Energie, an Kreativität und Fortschritten erlebten, hat uns begeistert und ermutigt. Die Geburtstagsfeier des forumZFD in Berlin hat diese Erfahrung gerade überzeugend bestätigt und bekräftigt. Wissenschaftliche Evaluierungen bescheinigen dem ZFD seit Jahren gute Leistungen.

Bei alldem sehen wir sehr nüchtern, dass der ZFD noch nicht über die Größenordnung eines Pilotprojektes hinaus ist, dass er eine Vervielfachung seiner Ressourcen und Kräfte braucht, um zu einer kritischen Masse bei der Förderung gesellschaftlicher Friedensprozesse zu werden. Dafür braucht es nicht nur eine stärkere staatliche Unterstützung, die zu mobilisieren unter den heutigen Bedingungen noch schwieriger geworden ist.
Dafür braucht es insbesondere auch mehr gesellschaftliche Unterstützung. Denn nur mit dieser ist auch die weitere Unabhängigkeit und Arbeitsfähigkeit des forumZFD angesichts gestiegener Anforderungen und daran weniger interessierter Regierungskoalitionen zu gewährleisten. Frieden braucht Fachleute. Friedensfachleute brauchen Lobby.

Politisch haben wir Bündnisgrüne den Zivilen Friedensdienst immer unterstützt. Die politische Zustimmung ist einhellig. Viele WählerInnen der Grünen arbeiten im Rahmen des ZFD. Viel zu spärlich sind aber noch unsere Beiträge zur direkten Unterstützung des ZFD. Das sollten wir ändern.

  • Wir möchten Euch herzlich zur direkten Unterstützung des forumZFD ermuntern: Engagement ist möglich und gewünscht im Rahmen von Regionalgruppen, die Partnerschaften zu einzelnen ZFD-Projekten pflegen;
  • auf Veranstaltungen stellen Friedensfachkräfte gern ihre Arbeit vor. So wird Friedensarbeit anschaulich, persönlich, konkret (solche Veranstaltungen können wir gern seitens der Fraktion unterstützen);
  • Orts- und Kreisverbände wie einzelne Parteimitglieder können beim forumZFD Mitglied werden oder eine Fördermitgliedschaft übernehmen.

Näheres findet ihr auf der Homepage des forumZFD unter http://www.forumzfd.de/.

Mit herzlich-grünen Grüßen

Claudia Roth Winfried Nachtwei

Anmerkungen: 

Publikationsliste
Vortragsangebot zu Riga-Deportationen, Ghetto Riga + Dt. Riga-Komitee

Ende 1941/Anfang 1942 rollten Deportationszüge aus Deutschland und Österreich nach Riga.

1989 stieß ich auf die Spuren der verschleppten jüdischen Frauen, Männer und Kinder.

Mit meinem bebilderten Vortrag "Nachbarn von nebenan - verschollen in Riga" stehe ich gern für Erinnerungsveranstaltungen und Schulen zur Verfügung. (Anlage)

Vorstellung der "Toolbox Krisenmanagement"

Von der zivilen Krisenprävention bis zum Peacebuilding: Die 53-seitige Broschüre stellt kompakt und klar auf jeweils einer Themenseite Prinzipien, Akteure und Instrumente des Krisenmanagements vor. Bei einem Kolloquium im Bundestag in Berlin wurde die Schrift einem Fachpublikum vorgestellt. Erstellt von AutorInnen des Zentrums Internationale Friedenseinsätze ZIF und der Stiftung Wissenschaft und Politik SWP ist die "Toolbox" ein wichtiger Beitrag zur friedens- und sicherheitspolitischen Grundbildung auf einem Politikfeld, wo die Analphabetenrate in der Gesellschaft, aber auch in Medien und Politik sehr hoch ist. ... www.zif-berlin.de

zif
Auf dem Foto überreicht W. Nachtwei den AutorInnen seine 2008 erschienene Broschüre zur Zivilen Krisenprävention und Friedensförderung.

Mehr zur Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure bei der zivilen Konfliktbearbeitung u.a.:

Tagebuch
    • Meine persönlichen Jahresrückblicke + Kurzmeldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik (Nr. 1-50 im Tagebuchformat)

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