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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Luft-Boden-SchieÃŸplatz Wittstock: Nachtwei schreibt an Verteidigungsminister Jung</title>
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    <span class="xar-mod-title">Offener Brief</span>

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        <h1>
            Luft-Boden-SchieÃŸplatz Wittstock: Nachtwei schreibt an Verteidigungsminister Jung         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 27. Februar 2006 19:06:23 +02:00 (65799 Aufrufe)            </div>
            <div>    <strong>Winfried Nachtwei</strong> im Vorfeld des so genannten Spitzentreffen zwischen Verteidigungsminister Jung und den MinisterprÃ¤sidenten Platzek und Ringstorff einen Brief an den Verteidigungsminister verfasst, den wir hier verÃ¶ffentlichen:</div>
            <div>    <h4>Betr.: Luft-Boden-SchieÃŸplatz Wittstock</h4><p> </p><p>Berlin/MÃ¼nster, 27.2.2006</p><p>Sehr geehrter Herr Minister, lieber Herr Jung, </p><p>am 28. Februar sprechen Sie mit den MinisterprÃ¤sidenten von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, Herrn Patzeck und Herrn Ringstorff, Ã¼ber den Dauerkonflikt Luft-Boden-SchieÃŸplatz Wittstock. Das Zusammentreffen der politischen SpitzenreprÃ¤sentanten der Positionen pro und contra SchieÃŸplatz Wittstock hat nicht nur eine besondere Bedeutung. Es bietet die hervorragende Gelegenheit, einen seit 14 Jahren wÃ¤hrenden politischen Dauerstreit gÃ¼tlich zu beenden, dessen Ende nicht abzusehen ist und bei dem drei BundeslÃ¤nder, nahezu alle BÃ¼rgermeister, Unternehmer und BÃ¼rger der Region die Planung des Bundes entschieden ablehnen. </p><p>Sehr geehrter Herr Minister! </p><p>Seit ich vor zehn Jahren erstmalig die Kyritz-Ruppiner Heide besuchte, habe ich als Westdeutscher die Region und ihre Menschen schÃ¤tzen sowie das beharrliche Engagement der wohl breitesten demokratischen BÃ¼rgerbewegung Deutschlands hoch achten gelernt. </p><p>Als Verteidigungspolitiker muss ich selbstverstÃ¤ndlich die EinsatzfÃ¤higkeit und den Ãœbungsbedarf der Bundeswehr im Sinne ihres politisch gesetzten Auftrages im Auge behalten. Alles andere wÃ¤re unverantwortlich. </p><p>Umso mehr war ich immer wieder frappiert, wie dÃ¼rftig das Ministerium in den zurÃ¼ckliegenden Jahren die angebliche Unverzichtbarkeit von Wittstock begrÃ¼ndete und meinen Fragen zum verÃ¤nderten Ãœbungsbedarf auswich. Ich sah mich deshalb genÃ¶tigt, trotz aller KoalitionsloyalitÃ¤t zweimal einen Gruppenantrag fÃ¼r die â€žZivile Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide&quot; zu initiieren, die jeweils von ca. 60 Kolleginnen und Kollegen unterzeichnet wurden.  (BT-Drs. 14/5876 vom 9.4.2001 und BT.-Drs. 15/4792 vom 28.1.2005) FÃ¼r einen 3. Anlauf haben inzwischen neben Kollegen der SPD auch einige der Union UnterstÃ¼tzung signalisiert. </p><p>Ich erlebte den GlaubwÃ¼rdigkeitsbruch Ihrer beiden VorgÃ¤nger, die in Regierungsverantwortung jeweils das unnachgiebig betrieben, was sie vorher in der Opposition entschieden abgelehnt hatten - und die es nicht einmal fÃ¼r nÃ¶tig hielten, ihre Kehrtwende zu begrÃ¼nden. Der sonst so durchsetzungsstarke Minister Struck konnte sich hier keinen Deut durchsetzen: Im Juli 2003 ordnete er erfolglos die Inbetriebnahme des Platzes an. </p><p>Ich erlebte auf Seiten des Ministeriums und der meisten Verteidigungspolitiker fast durchgÃ¤ngig Ignoranz gegenÃ¼ber den  Belangen der Region und ihrer besonders prekÃ¤ren Situation. Exemplarisch dafÃ¼r stand die im Verteidigungsausschuss vorgetragene Behauptung, der FluglÃ¤rm wÃ¼rde wegen der GrÃ¶ÃŸe des Platzes den Tourismus gar nicht tangieren. Aus meiner Ortskenntnis wusste ich, dass die Einflugschneise im Norden genau Ã¼ber das Feriengebiet um den Nebelsee ging. SekundÃ¤rmotive wie Abwehr eines angeblichen Dominoeffekts auf andere Standorte verschlossen die Ohren und Augen gegenÃ¼ber den Argumenten aus der Region und den existentiellen Interessen dahinter. </p><p>Sie, Herr Minister Jung, sind in der Sache â€žunbelastet&quot;. Sie haben die Gelegenheit, nach 14 Jahren Konflikt eine Zwischenbilanz zu ziehen und zu prÃ¼fen, ob das Ministerium hier eine reale Durchsetzungschance hat und ob die endlose Fortsetzung des Konflikts nicht doch allen nur schadet.</p><p>Als Minister einer GroÃŸen Koalition haben Sie besonderes Durchsetzungsgewicht gegenÃ¼ber Partikularinteressen im Ministerium. </p><p>Das gilt umso mehr, als nach meiner Beobachtung die Bundeswehr bzw. das Ministerium den Luft-Boden-SchieÃŸplatz Wittstock keineswegs fÃ¼r so dringlich hÃ¤lt, wie offiziell der Eindruck erweckt wird. Wie anders ist zu erklÃ¤ren, dass einerseits das Ministerium im Dezember einen Eilantrag bei Gericht auf sofortige Inbetriebnahme von Wittstock mit der deutschen Meldung fÃ¼r die NATO Response Force 6 (Januar-Juni 2006) begrÃ¼ndet, dass andererseits in einer offiziellen Publikation des Ministeriums betont wird, die Bundeswehr sei â€žfit fÃ¼r die NRF&quot; und â€žfÃ¼r alle Aufgaben gerÃ¼stet&quot;. (â€žaktuell - Zeitung fÃ¼r die Bundeswehr&quot; Nr. 50 vom 19.12.2005) Die Luftwaffe habe ihre â€žVorhaben und Ãœbungen konsequent auf die Anforderungen der NRF abgestimmt&quot;, u.a. durch Ãœbungen fÃ¼r komplexe â€žCrisis Response&quot; Szenarien in Norwegen und USA. 12 Tornado-Kampfflugzeuge, darunter Jagdbomber mit Abstands- und PrÃ¤zisionsbewaffnung, seien bereitgestellt. </p><p>Es dÃ¼rfte bekannt sein, dass das Ãœben mit Abstands- und PrÃ¤zisionsbewaffnung den direkten ZielÃ¼berflug im Tiefflug, das â€žWittstock-Szenario&quot;, gerade vermeiden soll.</p><p>Wenn in einigen Jahren die Tornado-Jagdbomber sukzessive durch den Eurofighter ersetzt werden, der seine Luft-Boden-EinsÃ¤tze im mittleren und groÃŸen HÃ¶henbereich fliegt, gibt es erst Recht keinen Bedarf nach einem dritten groÃŸen Luft-Boden-SchieÃŸplatz in Deutschland - auÃŸer, man will hier allen innerdeutschen Ãœbungsbetrieb konzentrieren, ja sogar Ãœbungsbetrieb aus dem Ausland und von Alliierten nach Wittstock verlagern. </p><p>Die BÃ¼rger, Parteien, demokratischen Vertretungen und Unternehmer aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern haben sich in einem Umfang gegen die militÃ¤rische und fÃ¼r die zivile Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide ausgesprochen, dass man von einer Art Volksabstimmung sprechen kann.  </p><p>DarÃ¼ber kann und darf die Politik des Bundes nicht weiter hinweggehen. </p><p>Es wÃ¤re ein Gewinn fÃ¼r die demokratische Kultur unseres Landes und kein Schaden fÃ¼r die Sicherheit Deutschlands und des BÃ¼ndnisses, wenn Sie dem politischen und juristischen Dauerstreit ein Ende machen wÃ¼rden. </p><p>In diesem Sinne wÃ¼nsche ich Ihnen ein gutes und erfolgreiches GesprÃ¤ch mit den MinisterprÃ¤sidenten von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. </p><p>Mit besten GrÃ¼ÃŸen <br />Winfried Nachtwei</p></div>


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