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Kurzmeldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik von Winfried Nachtwei im Tagebuchformat
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Kurzmeldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik

Autor: Webmaster

Datum: 1. April 2006 13:36:14 +02:00 oder Sa, 01 April 2006 13:36:14 +02:00

Zusammenfassung:  01. - 31. März 2006.

Hauptteil: 

Persönliche Kurzmeldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik (18)

März 2006

Winfried Nachtwei, MdB

 

31.3.
Bundestagsdebatte zur Einsetzung des BND-/CIA-Untersuchungsausschusses.

Gespräch mit dem Vorsitzenden des Stiftungsrats der Deutschen Stiftung Friedensforschung, Prof. Rittberger, und dem DSF-Geschäftsführer Held, die mir sehr herzlich für meine fünfjährige Mitarbeit im Stiftungsrat danken.

31.3./1.4.
Klausur des Fraktionsarbeitskreises IV (Internationale Politik und Menschenrechte) mit Einstiegsreferaten von Jürgen Trittin zu „Grüne Werte und deutsche Interessen", Dr. Volker Perthes, Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik, über „Deutsche Außenpolitik - Neue Entwicklungen, deutsche Interessen" und Fritz Kuhn zur „Rolle der internationalen Politik im Rahmen der grünen Strategie bis 2009". Vorstellung und Diskussion der Arbeitsschwerpunkte der verschiedenen AG`s für 2006 und im Hinblick auf die deutsche EU-Präsidentschaft und G8-Vorsitz in 2007.

30.3.
Konstituierende Sitzung der Dt.-Belarussischen Parlamentariergruppe: Bericht der Abgeordneten, die als OSZE-Wahlbeobachterinnen die weder freie noch faire oder korrekte Wahl in Belarus miterlebt haben.

Gespräch mit der 50-köpfigen Besuchergruppe aus dem Münsterland, die auf meine Einladung hin und organisiert vom Bundespresseamt in drei Tagen Berlin intensiv erlebt haben. Zur Gruppe gehören 18 Mitglieder der Grünen Jugend Steinfurt, die seit vorigem Jahr eine sehr aktive Gruppe gebildet haben. Gemeinsamer Besuch des Zentrums Internationale Friedenseinsätze (ZIF), dessen „unsichtbare", aber friedenspolitisch enorm wichtige Arbeit von leitenden Mitarbeitern anschaulich vorgestellt wird.

29.3.
Haushaltsdebatte im Bundestag über zehn Stunden zum Bundeskanzleramt (Elefantenrunde), zum Auswärtigen Amt, zu Verteidigung und Entwicklung.

Fraktionsoffener Abend zur Frage eines Bundeswehreinsatzes im Kongo mit Dominic Johnson (taz) und Denis Tull (SWP): Beide konstatieren, dass die bisherige Art und Weise der Debatte um eine Kongo-Mission in Deutschland deren Abschreckungswert schon vorab stark gemindert habe. Auch wenn wir Grüne mehrheitlich eine EU-Mission unterstützen können wollen, so bestehen doch weiter erhebliche Fragen: Wie soll mit der bisherigen Mini-Truppe glaubwürdig die UNO-Bitte um „Abschreckung" in Kinshasa und schnelle Verstärkung für MONUC im Krisenfall erfüllt werden? Welche Position beziehen die Teile der zivilen Opposition, die die Wahlen zunächst boykottieren, jetzt aber doch teilnehmen wollen? (In einzelnen Provinzen haben sich wegen des Boykottaufrufes bis zu 70% nicht registrieren lassen. Kofi Annan sprach sich für eine neue Registrierung aus. Von Kabila und der Wahlkommission wurde sie abgelehnt.)

28.3.
Antwort von Minister Jung auf mein Schreiben vom 27. Februar, in dem ich mich vor seinem Spitzengespräch mit den zuständigen Ministerpräsidenten gegen den geplanten Luft-Boden-Schießplatz Wittstock gewandt hatte:

„Es besteht ein gesellschaftlicher und politischer Konsens darüber, die mit dem Übungsbetrieb der Bundeswehr verbundenen Lasten möglichst gleichmäßig und solidarisch zu verteilen. (...) Die zuletzt im Juni 2005 in verschiedenen Fachausschüssen des Deutschen Bundestages getroffenen Entscheidungen, in denen mehrere Gruppenanträge für und gegen eine militärische Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide zur Abstimmung standen, unterstützen dies. Sämtliche Argumente für und gegen die geplante Nutzung sind auf allen politischen Ebenen bekannt sowie wiederholt diskutiert und im Rahmen der Entscheidung zur Wiederaufnahme des militärischen Betriebes sorgfältig abgewogen worden. Auch ich würde eine einvernehmliche Lösung über die beabsichtigte militärische Nutzung des Truppenübungsplatzes Wittstock begrüßen. Eine Alternative zur Nutzung dieses Platzes gibt es jedoch nicht."

Es ist schon bemerkenswert, wie viele Fehler man in so wenigen Sätzen unterbringen kann: Angesichts der historischen Extrembelastung des Großraums Wittstock durch das sowjetische Bombodrom müsste eine „solidarische Lastenverteilung" diese Region eher von allem weiteren Übungslärm verschonen. Zur zivilen bzw. militärischen Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide gab es nur einen Gruppenantrag sowie einen Antrag der FDP zu Nutzungseinschränkungen. Dass sämtliche Argumente auf allen politischen Ebenen diskutiert und sorgfältig abgewogen worden seien, stimmt einfach nicht: Jahrelang blieben meine militärfachlichen Einwände unerwidert. Sie sind bis heute keineswegs widerlegt - genauso wie die Einwände gegen die zu erwartende Lärmbelastung.

27.3.
Parlamentarischer Abend zum - erst kürzlich (!) vorgelegten - Rüstungsexportbericht 2004 der Bundesregierung mit Amnesty International, Oxfam und mir unter Moderation von Bernd Pickert (taz) in der Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin. Die erfreulichen Anmeldezahlen aus allen Fraktionen werden leider nicht Wirklichkeit. Ganze vier Abgeordnete zeigen Interesse an der unerquicklichen Materie. Das steht in einem bemerkenswerten Gegensatz z.B. zu Großbritannien, wo sich das Parlament laufend und ganz aktuell mit dem Thema beschäftigt.

26.3.
Hintergrundgespräch der Friedensinitiative Nottuln bei Münster mit den Abgeordneten und FI-Mitgliedern Angelika Schwall-Düren (SPD) und Winni Nachtwei über den Konflikt um das iranische Atomprogramm. Wir sind uns völlig einig, dass eine atomare Aufrüstung des Iran verhindert werden muss, dass zugleich ein kriegerisches Vorgehen gegen den Iran ausgeschlossen werden muss. Angesichts des Irak-Desasters kann sich die Welt ein weiteres und noch schlimmeres Kriegsdesaster in Nah-, Mittelost nicht erlauben.

23.3.
Interview mit WDR- Hauptstadtstudio zu einem möglichen EU-Kongo-Einsatz

Interview mit ddp zum Vorschlag des Verteidigungsministers für ein Ehrenmal für bei Auslandseinsätzen umgekommene Soldaten.

Besuch des Krisenstabes bei der Bezirksregierung Münster unter Leitung von Vizepräsident Wirtz: Themen sind die Auswertung der Schneekatastrophe im Münsterland im letzten November, die Vorbereitungen auf die Weltmeisterschaft und das Zusammenwirken von Verwaltung, Polizei, Bundeswehr.

Kreismitgliederversammlung der Grünen Münster: Ich referiere zu: „Nach dem Irak jetzt Iran: Droht ein neuer Krieg?" Bei der Vorstandsneuwahl rücken nach überzeugenden Vorstellungen sechs junge und jüngere Grüne, darunter vier Frauen in den Vorstand. Johanna Beesten ist neue Sprecherin neben Wilhelm Achelpöhler.

21.3.
Begleitung durch ein WDR-Team für ein TV-Portrait

Gespräch mit zwei Mitgliedern des Geistigen Rates der Baha`i-Gemeinde in Münster über die aktuelle Verfolgung von Baha`i im Iran: Nach breiten internationalen Protesten gegen Inhaftierungen und Hinrichtungen hat sich das Regime inzwischen darauf verlegt, den - traditionell sehr bildungsorientierten - Baha`i das Recht auf höhere Bildung zu verwehren.

Besuch der SARIA ReFood- Niederlassung, einem Speise- und Fleischabfälle verwertenden Unternehmen der Rethmann-Gruppe, in Münster Coerde: Über Zerkleinerung und Drucksterilisation werden die Abfälle gemäß EU-Normen so verarbeitet und verwertet, dass Risiken für Mensch und Tier ausgeschlossen werden sollen. Für eine Besuchergruppe aus Sri Lanka war es fast ein Schock zu sehen, was hierzulande alles weggeworfen wird.

20.3.
Auf Einladung der Münsteraner Sozialdezernentin Dr. Klein Gespräch der Zuständigen der Stadtverwaltung mit den Bundestagsabgeordneten von SPD, Grünen und FDP über die bisherigen Erfahrungen mit Hartz IV: Die Vermittlungsquoten seien gut, die Zahl der Bedarfsgemeinschaften sei von 9.000 auf 11.000 gestiegen. Als Kernproblem erweisen sich in der örtlichen Arbeitsgemeinschaft zwischen Agentur für Arbeit und Stadt die sehr konträren Verwaltungskulturen - die einen streng hierarchisch und weisungsabhängig, die anderen flexibler.

Gespräch mit der sehr engagierten Öffentlichkeits-AG des Grünen Kreisverbandes über aktuelle Themen vor allem der internationalen Politik

17.3.
Wissenschaftliches Interview durch eine japanische Politikwissenschaftlerin über die deutsche Parlamentsbeteiligung bei Auslandseinsätzen, durch eine Diplomandin zur Reform von VN-Sicherheitsrat und VN generell und der Position der Grünen dabei.

Gespräche mit Stuttgarter Zeitung zum neuen Verteidigungsminister und mit der taz zu Kongo

16.3.
Informationsveranstaltung der Stadt Waren/Müritz (Mecklenburg-Vorpommern) und der BI Freier Himmel im „Haus des Gastes" von Waren zur jüngsten Entwicklung um den Luft-Boden-Schießplatz (Bombodrom) Wittstock mit Barbara Lange, Sprecherin der Initiative Freier Himmel, Rechtsanwalt Dr. Reiner Geulen und mir, moderiert von Bürgermeister Rhein. Der Saal ist mit ca. 200 Besuchern bestens gefüllt, die Stimmung trotz, nein: gerade wegen des seit 13 Jahren andauernden Widerstandes ausgesprochen gut. Ich weise nach, dass es für den Luft-Boden-Schießplatz eine militärische Dringlichkeit keineswegs gibt. Allerdings drängt sich immer mehr der Verdacht auf, dass in Wittstock aller Luft-Boden-Übungsbetrieb konzentriert werden könnte. Rechtsanwalt Geulen macht mit seiner Schilderung der zwanzig durchgängig vom Verteidigungsministerium verlorenen Verfahren ausgesprochen Mut. Zu Wort meldet sich mit Günter Neumann, Chef der „Mecklenburger Backstuben" mit insgesamt 500 Beschäftigten, ein Musterexemplar von freiem und dynamischem Unternehmer: Für den „Freien Himmel" spendet er 5.000 Euro!

Die Antworten der Bundesregierung auf meine Schriftlichen Fragen zur angeblichen Vordringlichkeit der Inbetriebnahme von Wittstock für die deutsche Beteiligung an der NATO Response Force können diese nicht belegen, im Gegenteil.

15.3.
Verteidigungsausschuss zur VN-Mission in Südsudan und ausführlich zu einem möglichen Kongo-Einsatz.

Unterausschuss Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung zum Konflikt um das iranische Atomprogramm und den indisch-amerikanischen Atomdeal.

Teilnahme am Abschlusspodium der gemeinsamen Veranstaltung von Dt. Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) und Dt. Stiftung Friedensforschung „Die VN als Friedensmacher und Konfliktschlichter" mit Dr. Hüffer (vormals UN-Dept. of Peacekeeping Operations in New York), Parl.Staatssekretär´Christian Schmidt und Prof.Rittberger als Moderator über die Aussichten der UN-Reform.

14.3.
Übergabe des Berichts des Wehrbeauftragten 2005 an die Vorsitzende und die Obleute des Verteidigungsausschusses

Pressepräsentation der Neuerscheinung „Krieg als Dienstleistung" von Rolf Uesseler in der Bundesakademie für Sicherheitspolitik in Berlin Pankow mit dem Autor, Prof. Herfried Münkler, dem BAKS-Präsidenten Rudolf Adam, und mir unter Moderation des Verlegers Christoph Links: Seit Ende des Ost-West-Konflikts und mit dem Schrumpfen der Militärhaushalte ist der Sektor der Sicherheits- und Militärfirmen explosionsartig gewachsen. In 2005 wurden hier ca. 200 Mrd. Euro umgesetzt, standen 1,5 Mio. abrufbares Personal zur Verfügung. Im Irak umfassen PS/MF mehr Personen als alle Alliierten der USA zusammen. Inzwischen präsentieren sich PMF als die kostengünstigeren und effektiveren Alternativen zur VN-Friedensmissionen. Diese vor allem von den USA und Großbritannien ausgehende Entwicklung unterhöhlt staatliche Gewaltmonopole und produziert lauter „Staaten im Staat", sie entzieht urstaatliche Aufgaben jeder Transparenz und Kontrolle und schafft de facto Sicherheit nur noch für Geldgeber, Privilegierte und zeitlich befristet. Als Gegenmodell zu diesem „Frieden von oben für wenige" beschreibt Uesseler den Ansatz von „Frieden von unten", der auf umfassende und nachhaltige Sicherheit für alle zielt. Diesen Ansatz sieht er konzeptionell vorbildlich im Aktionsplan Zivile Krisenprävention der Bundesregierung.

Fraktionssitzung: In den Untersuchungsausschuss in Sachen BND/CIA werden Hans Christian Ströbele und ich als Stellvertreter entsandt.

Parlamentarischer Abend des Reservistenverbandes im Haus der Dt. Wirtschaft: Vor etlichen hundert Gästen sind alle Spitzenredner - angefangen beim Minister - auffällig uninspiriert und staubtrocken.

13.3.
Beratungspapier für die Fraktion „EU-Mission für Kongo-Kinshasa: Dringende Wahlabsicherung oder verantwortungslose EU-Show?" (http://www.nachtwei.de/)

10.-12.3.
Bundestagsdebatte zu substrategischen und taktischen Atomwaffen, insbesondere in Deutschland, und dem jüngsten Atom-Deal zwischen USA und Indien. Hierzu haben wir die zwei Anträge „Abrüstung der taktischen Atomwaffen vorantreiben - US-Atomwaffen aus Deutschland und Europa vollständig abziehen" und „Nuklearen Dammbruch verhindern - Indien an das Regime zur nuklearen Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung heranführen" (Bundestagsdrucksachen 16/819 und 16/834 vom 7.3.2006, letzterer inzwischen auch auf Englisch) eingebracht, die u.a. bei der IPPNW auf sehr positive Resonanz gestoßen sind.

Beratung der Fraktions- und Parteivorsitzenden und zuständigen Fachpolitiker zum Verhandlungsstand in Sachen „BND-/CIA"- Untersuchungsausschuss.

Teilnahme an der Jahrestagung der Plattform für Zivile Konfliktbearbeitung über „Allianzen für Zivile Konfliktbearbeitung" und dem Schlusspodium in der Evang. Akademie Bad Boll. Die neuen Dialogforen, Kooperationen und Allianzen, die ich seit einigen Jahren immer mehr in der Friedens- und Sicherheitspolitik erlebe, sind für mich das Ermutigendste in einem Politikfeld, wo man angesichts des rasanten Wachstums an Risiken, Bedrohungen und Herausforderungen und dem Zurückbleiben politischer Lösungskompetenz mit guten Gründen depressiv werden könnte.

Im Mai wird die Bundesregierung dem Bundestag ihren ersten Bericht zum Aktionsplan Zivile Krisenprävention der Bundesregierung vorlegen. An dem Bericht und seiner Aufnahme im Parlament wird sich entscheiden, wie ernst die Bundesregierung und die Fraktionen diesen - international vorbildlichen - Ansatz nehmen. Inzwischen sind seine Handicaps (personelle und finanzielle Unterausstattung, zu wenig Steuerungskompetenz beim Ressortkreis) immer deutlicher zutage getreten.

9.3.
Gespräch mit der FAZ zu Kongo.

Auf Einladung der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) Gesprächsrunde zu Rüstungsexporten, aus dem Parlament sind nur zwei Unions- und drei Grünen-Abgeordnete erschienen.

Gespräch des Gesamtvertrauenspersonalausschuss mit Mitgliedern des Verteidigungsausschusses

Bundestagsdebatte zur Situation in Belarus vor den Wahlen. Die Linksfraktion hat gar nicht erst auf die interfraktionelle Initiative reagiert. Der Grund: Im Milieu der Linksfraktion gibt es viel Solidarität mit Lukaschenko gegen die angebliche „ideologische Subversion" aus dem Westen. (vgl. Neues Deutschland, junge Welt, Kasseler Friedensratschlag)

Empfang des Verteidigungsausschusses für die ausländischen Militärattachès in Deutschland, Gespräche mit den Attaches von Mazedonien, Chile, Argentinien, USA, Iran und Dänemark.

8.3.
Auswärtige Sitzung des Verteidigungsausschusses in Brüssel: bei der EU Gespräche mit dem Hohen Vertreter der EU für Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik Javier Solana, mit dem Vorsitzenden des Militärausschusses General Mosca Moschini, dem Generaldirektor des Militärausschusses GenLt Perruche und dem Leiter der zivil-militärischen Planungszelle im Militärstab Brigadegeneral Brauss. Zentrales Thema ist der beabsichtigte EU-Einsatz zur Wahlabsicherung im Kongo. Solana wirbt intensiv für das Vorhaben, betont die herausragende Bedeutung von friedlichen Wahlen im Kongo und betont die besondere Verantwortung Deutschlands als dem stärksten EU-Mitglied. Ungenauigkeiten vor allem im Hinblick auf den Auftrag der Truppe mindern seine Überzeugungskraft erheblich. Was uns bisher nicht so deutlich war: Die Mission sollte von Brüssel aus von vorneherein EU-autonom sein, also ohne Rückgriff auf NATO-Kapazitäten gemäß „Berlin-plus". Die Konsequenz: Mangels eigener Planungskapazitäten in Brüssel kann die EU erst mit einer genaueren Operationsplanung beginnen, wenn sich ein Hauptquartier dafür gefunden hat. Und so gab es denn über Wochen das peinliche Schwarze-Peter-Spiel zwischen Brüssel, Berlin und den anderen Hauptstädten. Anschließend Gespräch mit dem NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer, der sehr konzentriert, klar und offen mit dem Ausschuss spricht.

Gespräch bei Volker Beck mit dem usbekischen Botschafter Gulyamov vor allem über die Situation der Menschenrechte in Usbekistan.

7.3.
Konstituierung des Unterausschusses „Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung" des Auswärtigen Ausschusses

Gespräch von vier Mitgliedern des Verteidigungsausschusses mit dem Lehrgang Führungskräfte des Marshall-Center (ca. 50 höhere Offiziere vor allem aus Mittel-, Osteuropa, Kaukasus und Zentralasien). Bewegend und von 30 Nationen stark beklatscht ist der Dank eines afghanischen Offiziers an die Hilfe Deutschlands für Afghanistan.

Unterrichtung der Obleute des Verteidigungsausschusses im V-Ministerium über den Stand einer EU-Kongo-Mission.

6.3.
Wissenschaftliches Interview zur Entwicklung der Zivilen Krisenprävention in der Zeit der rot-grünen Koalition, insbesondere des Projekts „zivik".

Interview mit dpa zu Kongo.

Zusammen mit der Bundesvorsitzenden Claudia Roth Brief an die Grüne Partei zum 10-jährigen Bestehen des Forum Ziviler Friedensdienst; zugleich Grußwort an das Forum. (http://www.nachtwei.de/)

Festakt zu 10 Jahren Forum Ziviler Friedensdienst in der Saarländischen Landesvertretung mit ca. 150 Gästen. Auf der Bühne souverän moderiert von Miryam Gehrke NRW-Minister Laschet (Beteiligter an unserer ZFD-Parlamentarierinitiative von 1996), Ministerin Wieczoreck-Zeul im Gespräch mit Jens Schneider (SZ) und vor allem den Seelen und Pionieren des ZFD - Helga und Konrad Tempel, Tilman Evers, Willi Erl - und Friedensfachkräften Heike Kratt und Anna Crummenerl (Palästina), Piet Girke (Afghanistan/Kunduz) und Otto Rafai (Kroatien). Diese Menschen sind der Höhepunkt des Abends: Sie präsentieren ihre Arbeit anschaulich, präzise, differenziert, engagiert, humorvoll und rundum überzeugend. Solche Menschen repräsentieren ein viel größeres gesellschaftliches Wirkungspotenzial, als es in den relativ niedrigen Zahlen von Friedensfachkräften zum Ausdruck kommt.

Die Ministerin überbringt als ihr Geburtstagsgeschenk die Anerkennung des Forum als Entsendeorganisation im Sinne des Entwicklungshelfergesetzes. Die umrahmende Klezmer-Musik von Harry`s Freilach könnte nicht passender sein: Sie ist quirlendes Leben und gibt ein Gefühl vom Himmel auf Erden, bester Frieden eben.

Bis auf einen Bericht unter http://www.forumzfd.de/ und einen guten Artikel von Johanna Metz in „Das Parlament" vom 13.3.06 (http://www.das-parlament.de/) bleibt die Medienresonanz äußerst gering.

5.3.
Teilnahme am Abschlusspodium der Jahreskonferenz der „Arbeitsgemeinschaft Friedens- und Konfliktforschung" zum Thema „Berliner Friedenspolitik: Anspruch - Wirklichkeit - Zukunft" in Berlin-Spandau zusammen mit Barbara Lochbiehler, Vors. von Amnesty International, Jörg Calließ/Evang. Akademie Loccum, den MdB Gesine Lötzsch (Linksfraktion) und Markus Meckel (SPD)

3.3.
Presseerklärung über die Inbetriebnahme der mit deutscher technischer und finanzieller Hilfe errichten Chemiewaffenvernichtungsanlage in Kambarka und meine Beteiligung daran für die Lokalpresse: Nach der prominenten Medienresonanz in Russland, der Mini-Resonanz in der überregionalen deutschen Presse ist die Resonanz bei der Lokalpresse null.

Diavortrag „Nachbarn von nebenan - verschollen in Riga" im Rathaus Steinfurt in Borghost zur Eröffnung der Woche der Brüderlichkeit und auf Einladung der Aktion „Stolperstein" mit 40 Besuchern.

1.3.
Inbetriebnahme der Chemiewaffenvernichtungsanlage in Kambarka (vgl. Kurzmeldungen Nr. 17/Februar)

Anmerkungen: 

Publikationsliste
Vortragsangebot zu Riga-Deportationen, Ghetto Riga + Dt. Riga-Komitee

Ende 1941/Anfang 1942 rollten Deportationszüge aus Deutschland und Österreich nach Riga.

1989 stieß ich auf die Spuren der verschleppten jüdischen Frauen, Männer und Kinder.

Mit meinem bebilderten Vortrag "Nachbarn von nebenan - verschollen in Riga" stehe ich gern für Erinnerungsveranstaltungen und Schulen zur Verfügung. (Anlage)

Vorstellung der "Toolbox Krisenmanagement"

Von der zivilen Krisenprävention bis zum Peacebuilding: Die 53-seitige Broschüre stellt kompakt und klar auf jeweils einer Themenseite Prinzipien, Akteure und Instrumente des Krisenmanagements vor. Bei einem Kolloquium im Bundestag in Berlin wurde die Schrift einem Fachpublikum vorgestellt. Erstellt von AutorInnen des Zentrums Internationale Friedenseinsätze ZIF und der Stiftung Wissenschaft und Politik SWP ist die "Toolbox" ein wichtiger Beitrag zur friedens- und sicherheitspolitischen Grundbildung auf einem Politikfeld, wo die Analphabetenrate in der Gesellschaft, aber auch in Medien und Politik sehr hoch ist. ... www.zif-berlin.de

zif
Auf dem Foto überreicht W. Nachtwei den AutorInnen seine 2008 erschienene Broschüre zur Zivilen Krisenprävention und Friedensförderung.

Mehr zur Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure bei der zivilen Konfliktbearbeitung u.a.:

Tagebuch
    • Meine persönlichen Jahresrückblicke + Kurzmeldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik (Nr. 1-50 im Tagebuchformat)

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